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Africa 1988 - Scenes, People and Music

Fotografien des amerikanischen Jazzmusikers Leonard E. Jones

Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität

Vorwort 

1988 unternimmt Leonard E. Jones als Mitglied des Alvin Queen Sextetts eine fünfwöchige Reise in verschiedene Länder West- und Südafrikas, begleitet von einem Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft. Dabei fotografiert Jones nicht nur Musiker, sondern nutzt zwischen den Auftritten die Zeit, um Momente im Alltagsleben (Schulen, Märkte, Straßenszenen) der besuchten Länder festzuhalten. Diese Fotos geben einen authentischen, alltagsnahen Einblick in das öffentliche Leben und die Lebensbedingungen der besuchten Orte. Sie zeigen eine persönlich geprägte Sicht auf Menschen in Afrika, die von Sympathie geprägt ist und soziale Klischees zu vermeiden versucht.

Seit 1950 organisiert die amerikanische Botschaft vielfältige Programme mit Auslandsbesuchen afroamerikanischer Künstler. Für Jazzmusiker besteht erstmals die Möglichkeit, mit Begleitung und Hilfe der amerikanischen Botschaft nach Afrika zu reisen und neue Kulturen auf dem Kontinent der Vorfahren der Afroamerikaner kennenzulernen, Eindrücke zu gewinnen und musikalisch aktiv zu sein. Diese staatlich geförderte US-amerikanische Perspektive, Afroamerikaner mit ihrer Herkunft zu verbinden, stellt ein Novum und eine Besonderheit in der Kulturpolitik der USA dar. Denn damals bestand noch eine strikte Rassentrennung in den Vereinigten Staaten, die erst 1964 durch den Civil Rights Act offiziell abgeschafft wurde.

Jones, der seit Jahrzehnten in Deutschland wohnt, hat sich bereit erklärt, uns seine Fotografien für diese Ausstellung zur Verfügung zu stellen, wofür wir uns herzlich bei ihm bedanken. Mit der Veröffentlichung dieser Fotoausstellung verfolgen wir insbesondere das Ziel, eine der vielen Schnittstellen zwischen Jazz, Kunst, Politik und Geschichte zu präsentieren und damit zum gesellschaftlichen Diskurs gegen Rassismus und für kulturelle Vielfalt beizutragen. 

Yao Xiao und Seyma Bayrak





Woman, Street Scene-Nigeria

Aus der Sammlung von

Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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Gesellschaftliches, politisches und soziales Leben der afroamerikanischen Gesellschaft

Sklaverei und Kolonialismus afrikanischer Völker waren zwar vorbei, doch die in den USA lebenden Afroamerikaner wurden (und werden) weiterhin von der weißen Gesellschaft diskriminiert und sozial benachteiligt. Sowohl im Alltagsleben als auch auf politischer und sozialer Ebene erstreckte sich ein von Weißen bewusst oder unbewusst betriebener Rassismus gegen die Afroamerikaner und schränkte ihr Leben und die Chance auf gleichberechtigte Partizipation ein. Der Zugang zu vielen Schulen, Universitäten und Bildungsprogrammen wurde ihnen verwehrt, sie bekamen oftmals keine oder nur schlecht bezahlte Jobs und zahlten vergleichsweise hohe Mieten für Wohnungen in ghettoisierten Stadtteilen. Sie durften nicht an allen politischen Wahlen teilnehmen. So propagierten die weißen Amerikaner sowohl innerhalb der Gesellschaft als auch in den Massenmedien ein negatives Bild von Afrika, afrikanischer Kultur und Geschichte. Eine große Bildungslücke bezüglich Afrika bestand bei weißen und schwarzen Amerikanern, die mit Vorurteilen und Negativbildern aus den Massenmedien gefüllt wurde. Eine Organisation wie die Nation of Islam, der auch der Boxer Muhammed Ali angehörte und sie auch international bekannt machte, versuchte seit den 1930er Jahren und mit großem Erfolg gerade in den 1960er Jahren ein kulturelles Bewusstsein von der Geschichte und Kultur des "schwarzen Kontinents" zu vermitteln. 



Leonard Jones

Aus der Sammlung von

Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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LJ09 001_2.jpg

Leonard E. Jones 

Der Jazz-Bassist und Fotograf Leonard E. Jones wird 1943 in Chicago geboren und wächst in einem musikalisch talentierten Umfeld auf. Mit 17 Jahren geht er zur U.S. Army, leistet wie auch andere spätere Protagonisten des Free Jazz seinen Militärdienst in Deutschland und kehrt 1963 nach Chicago zurück. Er studiert Musiktheorie und nimmt wie einige andere berühmte Jazzbassisten (z.B. Richard Davis und Stafford James) Unterricht bei dem Bassisten Rudolph Fahsbender, der Mitglied im Chicago Symphony Orchestra ist. 1965 schließt sich Jones der AACM, der Association for the Advancement of Creative Musicians, an. Die AACM ist eine 1965 von afroamerikanischen Musikern der Southside von Chicago gegründete und auch sozial aktive Non-Profit-Organisation, aus der die für den neuen Jazz entscheidenden Gruppen und Musiker (Art Ensemble of Chicago, die Gruppe Air, Anthony Braxton, George Lewis, Wadada Leo Smith, Muhal Richard Abrams, Fred Anderson u.a.) hervorgegangen sind. Dabei performte Leonard E. Jones mit vielen der genannten Musiker und nahm Platten mit ihnen auf. Wie diese beschäftigte er sich nicht nur mit improvisierter Musik (insbesondere auch mit Aspekten wie Sound und Rhythmus), sondern auch mit der langen Tradition afroamerikanischer Musik (Gospel, Blues und die Geschichte des Jazz seit ihren Anfängen in New Orleans). Der Bezug auf die gesamte afroamerikanische Musik wurde bei der AACM unter dem Schlagwort Great Black Music zusammengefasst. 

Jones nahm an vielen wichtigen Musikfestivals in Europa und Afrika teil, unter anderem mit dem Sun Ra Orchester. Anfang der 1970er Jahre widmete er sich für zwei Jahre dem Studium der Fotografie an der Hochschule für bildende Kunst in Hamburg. Er arbeitete eine ausführliche Fotoserie in schwarz-weiß – sowohl mit Portraits von Jazzmusikern des AACM in den Jahren 1966 bis 1972 als auch festgehaltene Momente während Musikkonzerten – aus. Jones ist der wichtigste Bildchronist der frühen Jahre der AACM.

Beim Fotografieren setzte Jones die in Japan entwickelte Kleinbildkamera (35 mm) Konica Autoreflex T ein und verwendete Farbfilme. Diese Kamera war eine der ersten Spiegelreflexkameras und war bis ca. 1980 im Umlauf. 



Mit den Fotos, die ich in Afrika geschossen habe, wollte ich schöne Momente festhalten, mein Interesse für den Kontinent kundgeben und meine individuelle Poesie ausdrücken.

Leonard E. Jones 





Afrika-Karte

Aus der Sammlung von

Seyma Bayrak, Yao Xiao

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Seyma Bayrak, Yao Xiao

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Afrika-Karte.png
Diese Karte zeigt alle Länder, die Leonard Jones und seine Bandmitglieder nacheinander bereist haben.

Überblick

 1. People
 2. Scenes
 3. Places
 4. Music



01

People



GNCC

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Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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8. GNCC.jpg


Ghana National Commission on Children

Eine Gruppe von Männern und Jungen haben sich für die Aufnahme vor einem von Palmen flankierten Haus postiert, dessen Türen offen sind und einen Einblick in den dunklen Raum gewähren, in dem Licht brennt. Weitere sitzen auf den Steinstufen des Hauses und lächeln. Sie jubeln, heben die Hände und präsentieren stolz und voller Freude ihre Organisation.

In dem Haus ist die Organisation Ghana National Commission on Children untergebracht, die sich für eine Erziehung und Bildung sowie für die Rechte von Kindern in Ghana einsetzt. Die Organisation sorgt unter anderem auch für eine warme Mahlzeit für Kinder. Das Haus ist eines von mehreren auf dem Gelände.



Men Woking-Children Village-Ghana

Aus der Sammlung von

Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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Arbeitende im Children's Village

In der artenreichen tropischen Waldlandschaft im Children's Village Ghana gehen Männer und Jugendliche Bauarbeiten nach. Ein selbst gebauter Pavillon aus dünnen Baumästen und getrockneten Palmwedeln als Dach spendet den sich darunter befindenden Männern, Frauen und Kindern Schatten. 



Young Woman – Nigeria

Aus der Sammlung von

Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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Young Woman, Nigeria

Eine junge Frau in einem ärmellosen Kleid mit gelbem Blumenmuster steht vor einem mit hohem Gras bewachsenen Hintergrund. Sie hat kurze Haare, ein Lächeln im Gesicht und trägt zarte, kleine Ohrringe. Ihr kurzes Haar ragt im Wind leicht nach hinten, und in ihren Augen und im leichten Lächeln liegen Freude, Offenheit und Wärme. 

Das Foto ist eines von vielen Beispielen, mit denen Jones gegen Afrikaklischees wie Armut, Hunger und Not mit seinen fotografischen Mitteln argumentiert. Der Rotstich im Inkarnat der Frau ist dem Altern des fotografischen Materials geschuldet.

„Ich habe mich in Afrika stets wohl und wie zuhause gefühlt. Ich mischte mich gerne unter das Volk, es war lebendig, kreativ und innovativ.

Leonard E. Jones 





Gloria Taylor_1

Aus der Sammlung von

Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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Gloria Taylor

Die Präsidentin des GNCC sitzt  unter einem Zelt im Freien. Mit ihrer Arbeit im Children's Village leistet sie einen Beitrag zur Bildung und Entwicklung von Kindern in Ghana. Dort bekommen sie etwas zu essen, verbringen Zeit mit anderen Kindern und lernen etwas. 



Two Boys (Three Youth)

Aus der Sammlung von

Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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21. Two Boys (Three Youth).jpg

Three Youth

Auf der Metalldeichsel eines großen braunen Holzwagens sitzen drei Kinder unterschiedlichen Alters und präsentieren sich dem Fotografen in einer zugleich ausgewogenen und dynamischen Komposition. Trockener Sand klebt an ihren nackten Füßen. Vorherrschend sind Rot-, Braun- und Erdtöne. Sie bilden einen Kontrast zum hellblauen Kleid des Mädchens, das die Fotografie aufgrund ihrer Größe, ihrer zentralen Position und der Farbe ihres Kleides dominiert. 





Young Girl in Doorway-GNCC

Aus der Sammlung von

Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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Young Girl in Doorway

Der Bildtitel bezieht sich auf das Mädchen mit dem violetten Kleid und dem Korb auf dem Kopf. Durch ihre zentrale Position in einem durch Vertikalen bestimmten Bildaufbau sowie aufgrund der violetten Farbe des Kleides ist es das bildbeherrschende Motiv. Das arbeitende Mädchen hält beim Verlassen des ruinösen Lehmhauses inne und fixiert konzentriert und überrascht ein außerhalb des Bildes liegendes Objekt oder Ereignis. Dieses Motiv wird kontrastiert durch ein weiteres Mädchen (oder ist es ein Junge?), das links von ihr am Fenster des im Inneren dunklen Hauses sitzt und hinausschaut. Das Haus ist aus rotbraunen getrockneten Lehmziegeln gebaut, die teilweise verputzt sind. Fenster und Türen sind einfache Öffnungen, die nur durch schmale Bretter verstärkt sind. Eine kleine, teilweise schon zerfallene Treppe mit vier Stufen führt hinauf. Das dunkelrote Dach besteht aus einfachen Wellblechplatten, deren Traufen durch lange senkrechte Holzstangen abgestützt werden. Trotz der ärmlichen Unterkunft vermeidet Jones auch hier das Mitleid der Betrachter/innen zu wecken. 



Young boy on stoop

Aus der Sammlung von

Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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Young Boy on Stoop

„Es gab auch arme Menschen, die nicht viel besitzten. Allerdings hatten sie einfallsreiche Ideen, beispielsweise bauten sie Möbel aus einfachen Materialien wie Holzplatten oder Spielzeuge aus Draht. Sie verwerteten alles.“ teilt Jones seine Beobachtungen. 



Childrens Village-Ghana

Aus der Sammlung von

Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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Childrens Village Ghana

Mädchen und Jungen im Kindergartenalter hocken neben- und hintereinander auf dem Sandboden und essen mit ihren Händen Reis aus bunten Schalen. Einige von ihnen schauen zur Kamera, während andere sich kleine Portionen Reis in den Mund schaufeln. Die Mädchen tragen bunte, weiße oder gemusterte, taillierte Kleidchen mit kurzen Armen und goldene Kreolen.

„Sowohl im Kinderdorf als auch an anderen Orten sah ich, dass Kinder genügend zu essen bekamen. Sie lächeln viel und sind gut gelaunt, wenn sie von freundlichen Menschen umgeben sind. Allgemein herrscht ein verzerrtes Bild von Afrika in unseren Vorstellungen, daher muss jeder selbst dorthin reisen und sich ein eigenes Bild von Afrika machen.“

Leonard E. Jones 





Woman with bucket-Nigeria

Aus der Sammlung von

Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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Woman with Bucket, Nigeria 

Am Eingang eines Hauses befinden sich vier Menschen, drei von ihnen in Rückenansicht. Das Haus besteht aus großen rechteckigen Steinen, wenige Stufen führen zu einer kleinen Holztür am linken Bildrand. Eine Frau mit gepunktetem Rock schaut zu ihren Mitmenschen hinüber. Sie trägt einen großen Eimer aus Zinn, der auf einer steinernen Ablage ruht. Auf dem Tisch neben der Tür finden sich Lebensmittel in Dosen, Gläsern und Plastikbeuteln und verweisen auf das soziale und familiäre Leben, das zu einem großen Teil außerhalb des Hauses stattfindet.

02

Scenes

Street Market Scenes

Auf den belebten afrikanischen Wochenmärkten im Freien sind Menschen um die Gemüsestände versammelt. Verkäufer präsentieren ihre frischen Waren in Bündeln auf ausgebreiteten Decken auf dem Straßenboden. Unter einem großen Baum befindet sich ein nicht überdachter Stand mit Maiskolben in runden Schüsseln, einige andere Marktstände besitzen ein selbst mit Ästen und Planen gebautes Dach. Mehrere Stände aus Holz sind nebeneinander aufgereiht. Die Verkäufer reichen den Kunden und Kundinnen Maiskolben. Verschiedenes grünes Blattgemüse und Kräuter mit Wurzeln sind auch erkennbar. Eine Frau schlendert mit ihrem Baby, das sie durch ein buntes Stofftuch an ihren Rücken gebunden hat, den Wochenmarkt entlang. Das Baby schmiegt sich an den Rücken der Mutter und hält sich am Stoff fest. 

Frauen mit bunten Kleidern und Kopftüchern, passendem Schmuck und Sandalen halten sich am Markt auf und begutachten die Waren. Einige von ihnen balancieren große Körbe auf ihren Köpfen. 

Im fernen Hintergrund vor dem Verkäufer sind Berge von Gemüse und Obst zu sehen. Hier herrscht reger Verkehr und eine Vielfalt von bunten Farben, die Menschen drängen sich vor den verschiedenen Ständen. Die meisten von ihnen tragen unterschiedlich große, gefüllte Einkaufstaschen. 





Market Harare, Zimbabwe

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Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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10. Market Harare, Zimbabwe.jpg
Market Harare, Zimbabwe


Market Harare, Zimbabwe

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Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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28. Market Harare, Zimbabwe.jpg
Market Harare, Zimbabwe


Street Scene-Monrovia

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Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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16. Street Scene-Monrovia.jpg
Street Scene Monrovia, Liberia


Street Marke-Monrovia

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Leonard E. Jones

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Street Scene_2_1.jpg
Street Market, Monrovia


Street Scene-Nigeria

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Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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18. Street Scene-Nigeria.jpg


Street Scene, Nigeria

Drei Kinder sitzen auf einer zweireihigen, kleinen Mauer am Straßenrand vor einem Geschäft. Die Straße und der Boden weisen eine rot-braune, sandige Struktur auf. Auf der Straße liegt ein vierbeiniger Hocker aus Holz auf dem Kopf. Dahinter sind mehrere leere Schüsseln und Töpfe mit Griffen verteilt. Die Kinder unterhalten sich, alle drei tragen luftige, weite Gewänder mit passenden lockeren Hosen in Pastellfarben und scheinen barfuß zu sein. Ein Zaun trennt die Kinder an der Mauer von einem Haus mit improvisiertem Dach. 

Nigeria ist ein Bundesstaat in Westafrika. Mit über 200 Millionen Einwohnern im Jahr 2018 (1989 circa 100 Millionen) ist es das bevölkerungsreichste Land Afrikas (nur sechs Länder der Erde haben mehr Einwohner). In vorkolonialer Zeit befanden sich auf dem Gebiet des heutigen Nigeria viele kleinere Herrschaftsgebiete und Königreiche. 1960 wurde Nigeria unabhängig und wechselte nach einem Bürgerkrieg von 1967 bis 1970 lange zwischen demokratisch gewählten Regierungen und Militärregierungen. 

Nigeria ist ein Staat mit großer kultureller, religiöser, sprachlicher und ethnischer Vielfalt. Die drei größten Volksgruppen sind die Igbo, Yoruba und Hausa. Die Amtssprache ist Englisch. Wichtigste Einnahmequelle ist das Erdöl, auf das auch die Schilder mit der Aufschrift Kerosine hinweisen.



Street Scene Ghana

Aus der Sammlung von

Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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Street Scene, Ghana

Mehrere Häuser und Wellblechhütten stehen auf der linken Seite und drei ausrangierte Autos sind auf dem leeren Parkplatz vor den Hütten abgestellt. Vor ihnen werden am Straßenrand verschiedene Waren zum Verkauf angeboten. Ein Mercedes-Kurzhauber-LKW aus den 60er Jahren, der zur Auslieferung von Waren verwendet wurde, parkt mitten auf der Straße. 



Street Market - Monrovia

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Leonard E. Jones

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Street Scene, Monrovia, Liberia

Dies ist eine Ecke des Straßenmarktes, wo Kleidung in einem dichten Gedränge verkauft wird. Dieser Straßenmarkt ist ein äußerst belebter Orte in Monrovia, der Hauptstadt Liberias. Der Markt und die Straße nehmen jeweils die Hälfte der Komposition ein. Straßenverkäufer stehen vor ihren Ständen, und sie haben sogar ihren gesamten Warenbestand zum Verkauf ausgestellt - Kleiderbügel voller Kleidung, der Rest auf Tischen, und sogar einige am Straßenrand. Es sind nicht nur Fußgänger im Bild, die kommen und gehen, sondern auch einige Autos, die ein- und ausscheren. 

Die nach dem 5. Präsidenten der Vereinigten Staaten, James Monore benannte Stadt Monrovia ist die Hauptstadt und auch die größte Stadt des kleinen westafrikanischen Staates Liberia. Die Stadt grenzt an den Atlantischen Ozean. Sie hat heute circa 1,3 Millionen Einwohner und ist damit die bevölkerungsreichste Stadt des Landes mit 29% der gesamten liberianischen Bevölkerung. Die Stadt befindet sich aufgrund des jahrelangen Bürgerkriegs in einem baufälligen Zustand. Die Wirtschaft  ist größtenteils von ihrem Hafen abhängig, der während des Zweiten Weltkriegs von der amerikanischen Armee ausgebaut wurde. Wichtige Exportgüter sind Latex und Eisenerz. Auch Rohstoffe werden vor Ort verarbeitet, wie Zement, Öl, Lebensmittel, Ziegel, Fliesen, Möbel und Rohstoffe der chemischen  Industrie. Der Hafen verfügt auch über eine große Anzahl von Lagerhäusern und Einrichtungen für die Schiffsreparatur. 

Liberia hat eine lange Geschichte. Seitdem 16. Jahrhundert wurde mit Zuckerrohr gehandelt, der von Christopher Kolumbus eingeführt wurde. Der Sklavenhandel, der von Frankreich, Großbritannien und den USA betrieben wurde, kam durch immer häufiger auftretende Sklavenaufstände bald zum Ende. 1807 wurde der liberianische Sklavenhandel in Großbritannien offiziell abgeschafft. 1824 wurde die American Colonization Society gegründet. Sie kaufte die Gebiete des heutigen Liberia und siedelte dort ehemalige Sklaven an. In diesen Siedlungen regierten die schwarzen Einwanderer aus den USA. Ein General der ACS gab den Gebieten den Namen Liberia. 



03

Places

Congo River, Brazzaville

Obwohl es eine lange und anstrengende Reise ist, die Jones erschöpft, ist Afrika spannend und sehr bereichernd. Da er gebürtig aus Chicago kommt und schon einige Jahre in Deutschland lebt, sind das Klima und Lebensweise in Afrika neu und anders für ihn.  Sein Interesse an Kompositionen wirkt sich auch auf die Fotos aus, die er schießt, mal aus dem Van, mal draußen. Besonders Ghana und die dortigen Einheimischen hinterlassen einen besonders freundlichen Eindruck bei Jones. 

Das Foto wurde in Brazzaville geschossen, der Hauptstadt der Republik Kongo. Rotbrauner Sandboden, der an einigen Stellen mit grünem Gras und einigen Büschen bewachsen ist, säumt den blassblauen Fluss. Der Himmel ist bewölkt, aber dennoch blau.

Der knapp 4400 km lange Strom ist sehr tief. Er fließt durch das große, wasserreiche und fruchtbare Kongobecken, das mit seinen zahlreichen großen Nebenflüssen nicht nur die Geografie der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo bestimmt, sondern teilweise auch diejenige von weiteren afrikanischen Ländern wie Tansania, Ruanda und Kamerun. Auch Schifffahrt wird auf dem Fluss aktiv betrieben. 





Bus Station-Harare

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Leonard E. Jones

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Bus Station, Harare 

Harare, früher Salisbury, ist die Hauptstadt Simbabwes und liegt in der Harare Province im nördlichen Teil des Landes. Im Stadtgebiet leben rund 1,5 Millionen Menschen (2012), im Ballungsraum sind es ca. 2,9 Millionen (2007). Harare wurde 1890 als Fort Salisbury von Cecil Rhodes, nach dem früher das Land benannt wurde, auf dem Gebiet des Shona-Häuptlings Harare gegründet. Nach der Unabhängigkeit Simbabwes 1980 wurde der Name nach dem Häuptling des Volks Harare, der hier ursprünglich lebte, geändert. Die Umbenennung  stellte auch eine Distanzierung zur kolonialen Vergangenheit dar.



Public Trans-Lagos

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Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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Public Transport, Lagos 

Ein gelber Omnibus fährt durch Lagos auf einer Stadtautobahn. Es ist ein älteres Modell, in das auf der linken Seite offenbar ein Ausgang ohne gesicherte Tür ausgeschnitten wurde. Der öffentliche Busverkehr in Nigeria ist für die meisten Menschen das wichtigste Fortbewegungsmittel für längere Strecken. Die Metropole Lagos ist auch verkehrstechnisch das wichtigste Zentrum Nigerias. Besonders das Straßen- und Autobahnnetz ist sehr groß, neben Bussen werden auch viele Fähren und Eisenbahnen eingesetzt. Durch das stetige und schnelle Bevölkerungswachstum (2006: 7,9 Millionen, heute fast doppelt so viel) sind die Straßen meistens überlastet. Im Vergleich zu heute scheint aber die Verkehrssituation von 1988 noch relativ entspannt. 



Lagos City_1

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Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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Lagos City

Die rasant wachsende Stadt Lagos, die an der Atlantikküste und teilweise auf Inseln errichtet wurde, dürfte inzwischen vermutlich die größte Stadt Afrikas sein (noch vor Kairo). Prognosen gehen davon aus, dass die Metropolregion in wenigen Jahrzehnten die bevölkerungsreichste der Erde sein wird. Auf dieser Aufnahme ist ein Vorort von Lagos für eine mittelständische Bevölkerung weit außerhalb des Zentrums zu sehen. Das von einem erhöhten Standpunkt aufgenommene Foto belegt nicht nur, dass die Verkehrsprobleme in einem solchen Viertel noch gering sind, sondern auch, dass der motorisierte Individualverkehr selbst für den Mittelstand noch keine größere Rolle spielte. 



Street Scene Ghana

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Leonard E. Jones

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Road Scene, Ghana

Ghana

Ghana ist ein Staat in Westafrika mit einer Landfläche von 238.537 km² und hat etwa  31 Millionen Einwohner. Ghana grenzt an die Elfenbeinküste, Burkina Faso, Togo sowie im Süden an den Golf von Guinea als Teil des Atlantischen Ozeans.

Ghana war einst eine englische Kolonie. Mit dem Namen Ghana sollte historisch eine Verbindung zum Reich von Ghana, dem ersten namentlich nachweisbaren Großreich in Westafrika, hergestellt werden. Die Hauptstadt Ghanas ist die Metropole Accra. Weltwirtschaftlich bedeutend ist Ghana aufgrund seines Rohstoffreichtums. Gold, das der ehemaligen Kolonie auch den Namen „Goldküste“ gab, ist Ghanas wichtigstes Exportgut. Etwa ein Drittel der Exporterlöse und 93% der Produktion des Bergbausektors hängen mit der Förderung von Gold zusammen.

Das Foto wurde von unten und während der Fahrt aufgenommen und zeigt einen sonnengelben Wagen mit offener Karre, in der fünf Menschen mitfahren. Der Himmel ist blau und etwas bewölkt. Ein sich durch den ganzen Himmel ziehender Strommast streift optisch auch die Personen und den Wagen. Viele Szenenaufnahmen sind in Bewegung entstanden, als Leonard Jones mit seiner Band im Van saß. 





Carman Ghia-GNCC

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Leonard E. Jones

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Carman Ghia

Zu sehen ist ein reparaturbedürftiges aufgebocktes rotes Auto auf einem Parkplatz, möglicherweise neben einer Autowerkstatt. Es ist ein Karmann-Ghia (Typ 14). Dieses Auto wurde auf der Basis des VW-Käfers ab 1955 als Sportwagen (der Optik, aber nicht der Leistung nach) vor allem bei der Firma Karmann in Osnabrück produziert. Wie dieses Auto wurden viele in Europa ausgediente Autos nach Afrika exportiert, wo eine Ersatzteilinfrastruktur kaum bestand. 

04

Music

Dado Maroni

Leonard E. Jones und das Alvin Queen Sextett spielen während ihres Aufenthalts etwa 25 Stücke, die stilistisch weniger dem New Jazz zuzuordnen sind als vielmehr einem Standard Jazz Repertoire entnommen sind. Die Band bestand aus einem Tenor-Saxophonisten, einem Bassisten, einem Sänger und einem Gitarristen. An besonderen Anlässen trugen sie Anzüge und Krawatten, auch bei 42 Grad. Auch nahmen sie gelegentlich an Konzerten einheimischer Musiker teil. 

Zu sehen ist Dado Moroni, ein 1962 in Genua geborener italienischer Jazzpianist. Er ist Autodidakt und spielte schon mit 14 Jahren mit italienischen Jazzmusikern wie Gianni Basso, Massimo Urbani, Sandro Gibellini und dem Schlagzeuger Tullio De Piscopo. Er nahm mit 17 Jahren sein erstes Album auf und hat mit vielen namenhaften Musikern (unter anderem mit Ron Carter, Ray Brown, Paolo Conte, Clark Terry) zusammengearbeitet und war an dutzenden LPs und CDs beteiligt. Er saß auch in der Jury bei dem Wettbewerb Thelonious Monk Jazz Competition in New York.

Dado Moroni ist in ein vermutlich in Afrika gekauftes weiß-schwarz gemustertes T-Shirt gekleidet, das ihm bis zu den Ellbogen reicht. Er sitzt neben einem einfachen Backsteinhaus mit einem rechteckigen Gitterfenster und einem bröckelnden Erdhang im Hintergrund. Moronis schaut und lächelt in die Kamera, während er auf einem E-Piano spielt.





Liberian Band, U.S. Embassy

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Liberian Band 

Die technisch gut ausgestattete achtköpfige einheimische Band, bestehend aus männlichen Musikern, spielt auf einer Open-Air-Bühne vor einem großen weißen Backsteingebäude. In der Mitte der Bühne stehen der Sänger, der Saxophonspieler und der E-Gitarrist, dahinter sitzen der Keyboarder und der Schlagzeuger am Drumkit. Afrikanische Trommeln, auf die ein Mann mit seinen Handflächen schlägt, stehen vor dem Lautsprecher. Zur entspannten Atmosphäre  tragen nicht nur die Musiker, sondern auch das Licht und die weiche Farbpalette von Kleidung und Musikinstrumenten bei. Die Sonne scheint durch und wirft Schatten der umliegenden Bäume auf die Wand. 



Alvin Queen

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Leonard E. Jones

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1. Alvin Queen.jpg

Alvin Queen

Mit einem Lächeln im Gesicht, inmitten einer Gruppe von Kindern sitzend, stützt der Schlagzeuger Queen seine Hände entspannt auf den Tisch. Um ihn herum sitzen Kinder des Childrens Village in Ghana. Einige von ihnen schauen auch in die Kamera, andere schauen in die Ferne. Sie alle sitzen an kleinen Holztischen im Freien, manche mit leeren Tellern, wartend auf die kommende Mahlzeit.

Alvin Queen wird 1950 in der Bronx, New York, in einer Arbeiterfamilie geboren und ist ein amerikanischer Schlagzeuger des Modern und New Jazz. Bereits mit zwölf Jahren ist er an einer Schallplatteneinspielung beteiligt. In den 1960er Jahren spielt Queen mit George Coleman, Randy Weston, Milt Jackson, George Benson und vor allem mit Charles Tolliver, mit dem er 1971 Europa besucht. Während seines Aufenthalts in Europa beschäftigt er sich neben der Europatournee mit weiteren Arbeiten mit Jimmy Woode, Pharoah Sanders, Junior Mance und Johnny Griffin. Seit 1980 ist er auch mit eigenen Gruppen unterwegs, zu denen Musiker wie Dusko Goykovich, Lonnie Smith oder John Hicks gehören. Queen war Mitglied des Quartetts, mit dem Oscar Peterson 2005 seine letzten beiden Deutschlandkonzerte gab.





Bill Saxton

Aus der Sammlung von

Leonard E. Jones

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2. Bill Saxton.jpg


Bill Saxton

Bill Saxton widmet sich seit den 1960er Jahren der Musik. In den 1980er Jahren tourt er mit Unterstützung des US-Außenministeriums oft in Westafrika, Japan und Europa. Dieses Bild wurde während seines Aufenthalts in Lagos, Nigeria, aufgenommen. Saxton sitzt entspannt unter einem Baum. Er lächelt breit in die Kamera und trägt ein traditionelles und zugleich modernes afrikanisches Gewand mit passender Kofia. 

William Edward „Bill“ Saxton wurde 1946 in New York geboren und ist ein bekannter US-amerikanischer Jazz-Saxophonist (Tenor, Sopran) und Komponist. Saxton studiert am berühmten New England Conservatory in Boston Klarinette, Komposition und Arrangement und erwirbt 1973 den Bachelorabschluss. Seine Spielweise ist beeinflusst durch John Coltrane und Wayne Shorter. 1984 erscheint sein erstes Album unter eigenem Namen „Beneath the Surface“. Saxton unterrichtet u. a. an der New School in New York, dem New England Conservatory und der University of Massachusetts. Er betreibt seit 2006 einen eigenen Jazzclub „Bill´s Place“ in Harlem.



Nathan Page

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Leonard E. Jones

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Leonard E. Jones

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Nathan Page

Der amerikanische Jazzmusiker und Gitarrist Nathan Page posiert mit seiner goldbraunen E-Gitarre und einem kleinen Lächeln auf der Bühne im Freien. Nathan Page beginnt im Kindesalter mit dem Gitarrenspiel, spielt ab 1965 auch in Bands, Clubs und nimmt an Tourneen teil. Er erweitert 1980 seine musikalischen Fähigkeiten und spielt auch E-Bass und Klavier in seinem Quartett. Er musiziert unter anderem mit Jimmy Smith und Sonny Rollins. 



Leonard Jones Dialogues - Walking to B Ware

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Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, Institut für Kunstgeschichte

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Leonard E. Jones

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Leonard Jones Dialogues - Walking to B Ware

Jazzmusik, die zum ersten Mal um 1900 als afroamerikanische Musikrichtung in New Orleans auftauchte, hatte unterschiedliche Bedeutungen. Der Begriff Jazz definiert unter anderem afrikanische Energie, Belebung und Aktivität. Verschiedene Einflüsse, auch aus Kuba, flossen in den Jazz ein, sodass viele Variationen entstanden. Der sogenannte Free Jazz entstand um 1960. Die gleichnamige LP von Ornette Coleman wurde in diesem Jahr eingespielt. Üblicherweise wurde der Begriff free in Verbindung gebracht mit dem damals immer mehr zunehmenden und auch zunehmen gewaltbereiten Widerstand vieler schwarzer Amerikaner gegen die anhaltende soziale, ökonomische und rechtliche Benachteiligung, gegen  unzureichende politische Partizipation, gegen polizeiliche Willkür, Ghettoisierung, mangelnde Bildungs- und Aufstiegschancen etc.

Das Adjektiv free impliziert den immer deutlicher formulierten Wunsch der schwarzen Bevölkerung nach Freiheit und Gleichberechtigung gegenüber dem weißen Amerika. Die AACM, der Jones von Anfang an angehörte war eine der ersten und erfolgreichsten Selbsthilfeorganisationen für eine Musik der Schwarzen, die den Anspruch auf Anerkennung als Hochkunst erhob. Dabei wurde auch der Begriff Jazz infrage gestellt. Eine der Wortalternativen war Great Black Music, die den Jazz als eine von schwarzen Musikern entwickelte, etablierte und professionalisierte Musikrichtung propagierte. In diesem Zusammenhang war für die schwarzen Musiker der Jazz nicht nur eine ausdrucksstarke Begleitmusik, sondern auch und vor allem ein Medium für politische Forderungen. Mit ihrer Musik reagierten sie auf Rassentrennung, Repressionen und Ungleichheit und setzten sich für Gleichheit, Gerechtigkeit und Demokratie ein. 

Jazzmusik als politische Stimme

Ab 1955 und dann besonders in den 1960er Jahren gingen die Afroamerikaner gezielt gegen die Oppressionen durch die Weißen vor und wehrten sich dagegen mit vielfältigen Mitteln vom gewaltfreien Widerstand bis zu Aufständen (Riots) in vielen Großstädten (zum Beispiel in Harlem/N.Y., Watts/L.A., Baltimore, Detroit) und nach der Ermordung Martin Luther Kings im gesamten Land. Die blutige Niederschlagung hatte zahlreiche Todesopfer unter der schwarzen Bevölkerung zur Folge. Während des Widerstandes gegen die rassistische weiße Politik wurde die Rassentrennung boykottiert, Bürgerrechtsbewegungen wie das Civil Rights Movement für gleiche Rechte für Schwarze in Bildung gegründet, im öffentlichen Raum und bei politischen Wahlen sowie gegen Diskriminierung und Polizeigewalt demonstriert. 1966 etablierten Studentenvereinigungen den Terminus Black Power, der ihr Vorhaben und ihre afrikanische Identität stärkte.

In den Sechziger Jahren begannen die Afroamerikaner auf breiter Basis der von den weißen propragierten amerikanisch-kapitalistischen Ideologie eigene kulturelle Entwürfe entgegenzusetzen. Insbesondere erforschten ihr afrikanisches Erbe, ihre Kultur, ihre Herkunft und Geschichte. Sie lernten afrikanische Sprachen und Tänze, studierten und lehrten Black Studies an Universitäten und lehnten „Sklavennamen“ ab und konvertierten häufig zum Islam. Sie trugen afrikanische Kleidung und passten ihren Kleidungsstil ihren Vorstellungen von afrikanischer Kleidung an. 

Weiße Jazzclubs, in denen afroamerikanische Musiker arbeiteten, entfremdeten jedoch den schwarz geprägten Jazz. Zunächst wurde Jazzmusik als primitive afrikanische Volksmusik als einfältig, aber unterhaltend in weißen Clubs für weiße Publika gespielt. Die Clubbesitzer sahen darin keine Kunst und somit erst recht keine historischen oder politischen Bezüge zu Afrika. Sie schränkten nicht nur die Ausdrucksfreiheit, sondern auch das Mitbestimmungsrecht der schwarzen Musiker an ihrer Kunst ein, verwestlichten und kommerzialisierten ihre Musik. Gegen diese Marktmechanismen setzten sich die Musiker des New Thing zur Wehr, gründeten Kooperativen und eigene Festivals und versuchten ihre Musik selbst zu vermarkten. Das gelang in Europa besser als in den USA, weshalb viele Musiker der Jazz-Avantgarde um 1970 nach Europa zogen. Einige von Ihnen wie Leonard Jones sind in Europa geblieben. 



African heritage - das afrikanische Erbe

Angesichts dieses politischen und historischen Hintergrundes erscheint die Tatsache, dass die amerikanische Botschaft schwarzen Musikern ab 1950 Reisen nach Afrika anbot und diese begleitete, erstaunlich. Allerdings profitierten beide Akteure, wenn auch unterschiedliche Ziele verfolgt wurden. Die Schwarzen wollten sich das - durchaus heterogene und vielfältige - pan-afrikanische kulturelle Erbe aneignen, zurückerobern und Afrika kulturell wiedergewinnen. Die amerikanische Botschaft wiederum nutzte dies zu Propagandazwecken, zur Imagebildung und zur Kommerzialisierung der Musiker und ihrer Musik. Jazz wurde als ein Medium instrumentalisiert, das ein demokratisches, offenes und unterstützendes Amerika propagieren sollte.  

Einen Beitrag zur Stärkung des afrikanischen Erbes und der afrikanischen Identität aller Schwarzen leistete auch der politische Aktivist Malcolm X. Er war ein intellektueller, charismatischer und scharfsinniger Redner, der den Schwarzen näherbrachte, ihre Wurzeln und ihr "Heimatland" Afrika zu schätzen, besser kennenzulernen und stolz darauf zu sein. Er stärkte den Zusammenhalt und die Identität aller Schwarzen, indem er soziale Probleme ansprach und Lösungen lieferte für mehr Selbstverteidigung und Willensstärke. Er befürwortete eine Revolution der Schwarzen auch mit gewaltsamen Mitteln und ermutigte sie, ihr Selbstbewusstsein zu stärken für bessere Bedingungen zum Wohnen, Arbeiten und Leben. 

Leonard E. Jones äußerte im Interview mit den Kuratorinnen, dass Malcolm X zwar nicht ganz gewaltfrei war. Jedoch propagierte er nicht Gewalt an sich, sondern rief die Schwarzen zur Selbstverteidigung auf: "Malcolm wasn't non-violent, but he was not preaching violence." Jones unterstreicht die wichtige Rolle Malcolms in den USA für die Aufklärung und die Konstruktion afrikanischer Geschichte. 



Der politische Aktivist Malcolm X zur Jazzmusik: „Einzig auf diesem Gebiet hat der schwarze Mann in den Vereinigten Staaten je die Freiheit gehabt, sich auszudrücken. Und er hat sie bewältigt“ 

Carles, Philippe, Comolli, Jean-Louis, Free Jazz/Black Power, Mississippi 1979, S. 30





U.S. Embassy Employees

Aus der Sammlung von

Leonard E. Jones

Wie darf ich das Objekt nutzen?

Quelle

Leonard E. Jones

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U.S. Embassy Employees - Monrovia, Liberia

Eine Gruppe von Mitarbeitern der amerikanischen Botschaft sitzt gemeinsam mit weiteren Männern im Freien. Einige von ihnen sind in weißen Uniformen gehüllt, andere tragen marineblaue Overalls mit einem aufgestickten Logo der liberianischen Flagge, die nach Vorbild der amerikanischen Flagge gestaltet wurde, am Oberarm. Die Mitarbeiter begleiten Jones und das Alvin Queen Sextett, während diese für sie Jazzmusik spielen. Auch über die Mitarbeiter der Botschaft und die Begleiter präsentieren sich die USA bei diesem Projekt als betont pro-afroamerikanisch. 

Nachwort

Die digitale Fotoausstellung „Africa 1988 - Scenes, People and Music“ wird von Yao Xiao und Seyma Bayrak, Studierende der Kunstgeschichte an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, im Rahmen eines von Jürgen Wiener betreuten Teamprojekts kuratiert. An dieser Stelle bedanken wir uns bei Leonard E. Jones für seine großzügige Unterstützung der Ausstellung und bei all denjenigen, die uns geholfen haben. Wir würden uns über ein Feedback freuen.

Yao Xiao und Seyma Bayrak



Eine virtuelle Ausstellung von

Yao Xiao und Seyma Bayrak sind Masterstudierende der Kunstgeschichte an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf. 

Team

Yao Xiao, B.A. 

Seyma Bayrak, B.A. 

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Ein Service von:
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Diese Ausstellung wurde am 24.06.2021 veröffentlicht.



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