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Alexander Theodor Ahrweiler und die Josefskapelle

Eine virtuelle Ausstellung von

Einführung

Unmittelbar unter und neben der heutigen Sakristei der modernen Dürener Annakirche (Entwurf: Prof. Rudolf Schwarz), verborgen durch die grauen Bodenplatten, die diese umgeben, befinden sich die Grundmauern einer Kapelle. Diese Kapelle, die dem hl. Josef geweiht war, wurde – wie auch die gesamte gotische Vorgängerkirche – bei einer folgenschweren Bombardierung der Stadt Düren am 16. November 1944 zerstört.

Die Josefskapelle war untrennbar mit dem Notar Alexander Theodor Ahrweiler verbunden. Ahrweiler, der selbst 1786 in der Annakirche getauft worden war, hatte in seinem Testament dem Gymnasium in Düren eine beträchtliche Summe seines Vermögens als Vermächtnis hinterlassen – verbunden mit der Verpflichtung, an der Nordseite der Annakirche eine Kapelle zu errichten, wobei die Kosten hierfür ebenfalls aus dem Vermögen des 1868 Verstorbenen gedeckt werden sollten.

Bis heute erinnert an Ahrweiler und seine großzügige Stiftung die entsprechende Benennung des Platzes an der Nordseite der Annakirche.

Lebenslauf Ahrweiler

Alexander Theodor Ahrweiler kam im Jahr 1786 als Sohn des Kaufmanns Joseph Ahrweiler und dessen Frau Anna Margaretha, geb. Starck, auf die Welt. Sein genauer Geburtstag ist nicht überliefert, jedoch wurde er am 17. April 1786 in der Dürener Annakirche getauft. Nah an der Annakirche, unweit des Chorumgangs des gotischen Baues an der Oberstraße, lebte und handelte die Familie Ahrweiler in einem der kleinen Kaufhäuser.

Ahrweiler besuchte das Gymnasium in Düren, wo er seine Schulausbildung 1803 erfolgreich abschloss. Es folgte eine Lehre in der kaufmännischen Buchführung. Nach verschiedenen beruflichen Stationen als Sekretär, sowie der Ableistung seines Dienstes beim französischen Militär, studierte Ahrweiler von 1819 bis 1821 Rechtswissenschaften an der Bonner Universität. Anschließend – nach einer kurzen Zwischenstation in Köln, wo er zum Notar vereidigt wurde – kam er in dieser Funktion 1821 an das Friedensgericht in Reifferscheid, 1822 nach Eupen. Zum 1. April 1825 wechselte er nach Neuss, wo er bis zum 31. Oktober 1868 sehr erfolgreich als Notar wirkte und am 8. November 1868 82-jährig verstarb.

Trotz der 43 Jahre, die Ahrweiler in Neuss lebte, blieb er seiner Geburtsstadt immer verbunden. So hatte er 1854 für das Dürener Waisenhaus eine großzügige Spende geleistet und er unterstützte auch die Errichtung einer neuen Mariensäule auf dem Marktplatz der Stadt, die 1857 eingeweiht werden konnte. Durch sein am 16. November 1868 eröffnetes Testament bedachte er dann das Gymnasium in Düren mit dem Großteil seines Vermögens (230.000 Taler), woraufhin dies den bis heute gültigen Status einer Stiftung erlangte.

Platzbenennung

Zu Ehren Ahrweilers wurde der Platz an der nördlichen Seite der Annakirche, der Hühnermarkt, in Ahrweilerplatz umbenannt. Es ist davon auszugehen, dass dies bereits während des Sommers 1870 im Rahmen der Neunummerierung der Häuser in der Stadt und der ersten, schon 1868 vom Stadtrat beschlossenen Anbringung von Straßenbenennungsschildern erfolgte.

Rekonstruktion Ahrweilerplatz (1910)

Im Rahmen des Projekts "Düren 1634 – Eine Zeitreise" des Stadtmuseums Düren entstanden digitale Rekonstruktionen vom Hoeschplatz, vom Ahrweilerplatz, vom Kaiserplatz und dem Markt für die Zeiträume um die Jahre 1634, 1910, 1965 sowie die aktuelle Situation. Die Rekonstruktionen flossen in eine VR-Applikation ein, die dazu dient den Besucherinnen und Besuchern im Stadtmuseum historische Ereignisse der Dürener Stadtgeschichte mittels „Storytelling“ und „Minigames” näher zu bringen.