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Zwischen Kues und Konstantinopel

Cusanus als Diplomat, Kirchenpolitiker und Friedensvermittler

Institut für Cusanus-Forschung
St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift

01

Von Basel nach Konstantinopel – Nikolaus von Kues im Auftrag des Konzils



Das Basler Konzil (1431-1449) in Hartmann Schedels 'Liber chronicarum' (Schedelsche Weltchronik), Nürnberg: Anton Koberger für Sebald Schreyer und Sebastian Kammermaister, 1493, fol. CCXLIIIr

Inkunabel, 12 Juli 1493, Nürnberg

Aus der Sammlung von

St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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"Die Gesetzgebung soll durch all jene, die davon berührt werden oder von einer Mehrheit ihrer Repräsentanten mittels einer Wahl geschehen, da sie dem Gemeinwohl dienen soll. Was alle betrifft, soll von allen gebilligt werden. Die Bestimmung des Gemeinwohls kann dabei nur aus der Übereinstimmung aller oder aus der Mehrheit hergeleitet werden."
Nikolaus von Kues, De Concordantia Catholica, lib. III, nr. 276

1. Das Konzil von Basel (1431–1449)

Obwohl Nikolaus von Kues heute in erster Linie als Philosoph und Theologe bekannt ist, so entstand sein schriftstellerisches Werk in den wenigen Stunden der Muße und Entspannung, abseits seiner nahezu unermüdlichen Tätigkeit als Diplo­mat, Kirchenpolitiker und Friedensvermittler, die ihn im Dienst der Kirche durch halb Europa führte.

Seine erste große diplomatische Station war das Konzil von Basel, das aus vielen Klerikern, aber auch aus Repräsentanten der Universitäten, der Städte und Fürsten aus ganz Europa bestand. Als eine Art ‚kirchliches Parlament‘ erhob es den Anspruch, die Gesamtkirche zu vertreten und bildete gleichzeitig das Gegengewicht zum Papst als Oberhaupt der Kirche. Offiziell gliederte sich das Konzil in vier Deputationen bzw. Ausschüsse mit den vier Aufgaben Wahrung des Glaubens, Sicherung des Friedens unter den Christen, Durchführung von Reformen und allgemeine Angelegenheiten. Der Machtkampf zwischen Konzil und Papst bildete dabei den zentralen Konflikt­punkt.

2. Nikolaus von Kues in Basel

Ab 1432 nahm Cusanus als Abgeordneter der Trierer Kirche am Basler Konzil teil. Auch wenn er mit seinem ursprünglichen Plan, den aus der Eifel stammenden Adligen Ulrich von Manderscheid vom Konzil zum neuen Erzbischof von Trier ernennen zu lassen, scheiterte, so war Basel doch der Beginn seiner Karriere. Bei der Aufnahme ins Konzil wurde er der Deputation für Glaubensfragen zugeteilt, die sich u.  a. mit dem Problem der böhmischen Hussiten beschäftigte.

Dabei vertrat Cusanus die Auffassung, dass die von den Böhmen geforderte Kelchkommunion nur zulässig sei, wenn alle anderen Forderungen der Hussiten, wie Freiheit der Predigt, Armut der Geistlichen und die Bestrafung der Todsünden durch weltliche Gerichte, aufgegeben und sie zur Einheit mit der Kirche zurückkehren würden. Dieser Kompromissvorschlag bildete schließlich die Grundlage für die ver­tragliche Einigung der Böhmen im Jahr 1433 und 1436 mit dem Basler Konzil und Kaiser Sigismund in den Prager und Iglauer Kompaktaten.

Mit ‚De concordantia catholica‘ (‚Von der allumfassenden Eintracht‘) entstand 1433/34 in Basel auch das erste große Werk des Nikolaus von Kues, das noch stark vom Konziliarismus beeinflusst ist. Im Zentrum der Schrift stehen umfangreiche Reformvorschläge für die Kirche, aber ebenso für das Reich. Obwohl sich Cusanus darin z. T. sehr kritisch mit dem Amt des Papstes auseinandersetzt und sieben Jahre vor Lorenzo Valla die ‚konstantinische Schenkung‘ als Fälschung entlarvte, so war die Schrift doch sehr geprägt vom Gedanken der Übereinkunft (Konsens). Nach dem Prinzip der ‚Einheit in der Vielheit‘ vertrat er die Auffassung, dass Papst und Konzil nur gemeinsam als Einheit die Gesamtkirche repräsentieren können.

3. Auftrag Konstantinopel

Aus diesem Grund kam es 1436/37 auch zum Bruch mit der Konzilsmehrheit, die sich immer mehr vom Papst distanzierte und ein neues Schisma in Kauf nahm, zu dem es 1439 kam. Cusanus gehörte zur papsttreuen Minderheit des Konzils, die Papst Eugen IV. unterstützte. Zusammen mit anderen Diplomaten reiste Nikolaus von Kues nach Konstantinopel (heute: Istanbul), um hier den byzantinischen Kaiser und den ortho­doxen Patriarchen von der Teilnahme an einem neuen Konzil in Ferrara/ Florenz unter der Leitung von Eugen IV. zu überzeugen. In der Hoffnung, im Papst einen militärischen Verbündeten gegen die vordringenden türkischen Osmanen zu gewin­nen, stimmten die orthodoxen Christen einer Union mit der römischen Kirche zu, die allerdings nur kurze Zeit anhalten sollte. Nikolaus von Kues nahm an diesen Ver­handlungen allerdings nicht mehr teil, sondern war zu diesem Zeitpunkt bereits mit anderen diplomatischen Missionen betraut.

Lit.: Euler (2014), S. 39 – 52; Helmrath (1987); Meuthen (71992), S. 34 – 55; Müller (2015); Woelki (2013); Woelki (2014).





Hieronymus Münzer: Germania-Karte aus Hartmann Schedels 'Liber chronicarum' (Schedelsche Weltchronik), Nürnberg: Anton Koberger für Sebald Schreyer und Sebastian Kammermaister, 1493, fol. CCXCIXv-CCCr

Inkunabel, 12 Juli 1493, Nürnberg

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Hieronymus Münzer: Germania-Karte aus Hartmann Schedels 'Liber chronicarum' (1493)


Hieronymus Münzer: Germania-Karte aus der 'Schedelschen Weltchronik' (1493)

Die vorliegende Germania- bzw. Mitteleuropa-Karte bietet einen guten Überblick über die Welt des Nikolaus von Kues, die er als Diplomat und Kirchenfürst bereiste. Obwohl es sich hierbei um eine Karte handelt, die der deutsche Humanist, Arzt und Kartograph Hieronymus Münzer (1447-1508) für Hartmann Schedels (1440-1514) Weltchronik bzw. 'Liber chronicarum' (Nürnber 1493) anfertigte, so geht sie im Kern doch auf eine Vorlage zurück, die aus dem Umfeld von Cusanus stammt. 

Auch wenn die Originalkarte des Kardinals, bei der es sich wohl um die älteste Mitteleuropakarte handelt, selbst nicht mehr erhalten ist, lässt sie sich aufgrund mehrer noch vorhandener Kopien dennoch ungefähr rekonstruieren. Sie wurde vermutlich um 1450 im Vorfeld der großen Legationsreise durch die deutschen Lande in Rom begonnen und wohl bis ca. 1460 abgeschlossen. Neben eigenen Reiseerfahrungen dürfte Cusanus bei der Kartierung vieler Regionen wohl auf die Darstellungen von Freunden, Familiaren und Bekannten zurückgegriffen haben. So erhielt er evtl. vom polnischen Kartographen Jan Długosz (1415-1480), der sich 1449 in Rom aufhielt, Informationen für die Kartierung großer Teile Polens.

Lit. : Kreuer (1996), Tafel 3, Text S. 13-35; Kreuer (2004), S. 52f.; Meurer (1983); Meurer (1991); Meurer (2007).



Johannes Rokycana, Über die Kommunion in beiderlei Gestalt, in: Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cod. Cus. 166, fol. 1r

Handschrift, um 1433, Basel

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Johannes Rokycana: Über die Kommunion in beiderlei Gestalt, in: Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cod. Cus. 166, fol. 1r-25v

Johannes Rokycana: Über die Kommunion in beiderlei Gestalt (1433)

Als Jan Hus auf dem Konzil von Konstanz im Juli 1415 wegen häretischer Lehren verbrannt wurde, löste dies einen Aufruhr unter seinen Anhängern in Böhmen aus. Die nach ihm benannten Hussiten wandten sich sowohl vom böhmi­schen König als auch von der römischen Kirche ab und überzogen Böhmen sowie die benachbarten Gebiete jahrzehntelang mit Krieg (Hussitenkriege). Auf dem Konzil von Basel gingen die Verhandlungen in eine neue Runde, an denen auch Nikolaus von Kues als Mitglied der Glaubensdeputation teilnahm. 

Obwohl es verboten war, die Reden der Hussiten zu kopieren, beginnt die vorliegende Handschrift (Cod. Cus. 166) mit der Ansprache des böhmischen Delegierten Johan­nes Rokycana zur ‚Kommunion in beiderlei Gestalt' - ‘De communione sub utraque specie' (Bl. 1r-21v), die Nikolaus von Kues eifrig mit Randbemerkungen (Glossen) kommentierte. 

Noch 1433 verfasste Nikolaus von Kues mit der  Schrift ‚De usu communionis‘ (‚Über den Gebrauch der Kommunion‘) eine etwas ausführlichere Abhandlung zur Thematik. Darin vertrat er die Position, dass die Kelchkommunion zwar nicht – wie von den Hussiten behauptet – heilsnotwendig sei, allerdings als zulässige Glaubens­praxis bzw. als Ritus toleriert werden kann, wenn die Hussiten wieder zur Einheit mit der Kirche zurückkehren und auf die anderen drei Forderungen ver­zichten würden. Dieser Kompromissvorschlag bildete schließlich den Ausgangspunkt für die Prager Kompaktaten, die 1433 zwischen den böhmischen Landständen und dem Basler Konzil vereinbart und 1436 von Kaiser Sigismund  anerkannt wurde. Lediglich der Papst und die Kurie in Rom lehnten die Kompaktaten weiterhin ab.

Lit.: Coufal (2018); Euler (22008); Helmrath (1987), S. 359–363; Hallauer (1971); Horizonte (2001), Nr. 45 (Gabriele Neusius); Senger (2014), S. 298–306.





Nikolaus von Kues, Sendschreiben an die Böhmen (1452), in: Nicolaus de Cusa: Opuscula theologica et mathematica, Strassburg: Martin Flach, 1488 - 1489, fol. 133v

Inkunabel, 1488-1489, Nürnberg

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Nikolaus von Kues: Sendschreiben an die Böhmen (Druck Straßburg 1488/89)


Nikolaus von Kues: Sendschreiben an die Böhmen (1452)

Die Auseinandersetzung mit den Böhmen beschäftigte Nikolaus von Kues auch später noch, und so wurde er 1451 als päpstlicher Legat zusätzlich mit deren Rückführung  zur römischen Kirche beauftragt. Die Böhmen und viele deutsche Landes­fürsten setzten große Hoffnungen auf Nikolaus von Kues, hatte er doch als Initiator des Kompromissvorschlages  mitgewirkt. Man erhoffte sich von Cusanus nichts weniger, als dass er sich beim Papst für die Böhmen und die Anerkennung des Vertrages einsetzen würde.

Doch anders als noch auf dem Konzil von Basel vertrat er als Legat nun den Papst in Rom. Jede Äußerung in Richtung allgemeiner Anerkennung der Kommunion in bei­derlei Gestalt hätte entsprechend als ein Einlenken gedeutet werden können, wozu es allerdings keine Absprachen mit dem Pontifex gab. Cusanus handelte daher sehr vor­sichtig und erließ drei Sendschreiben ('Epistolae ad Bohemos') an die Böhmen.

Das letzte dieser Sendschreiben vom 11. Oktober 1452 ist hier in gedruckter Form in der Fassung der Straßburger Werkausgabe von 1488/89 ausgestellt. In diesen drei Böhmenbriefen blieb er zwar seiner ursprünglichen Haltung treu, pochte aber in erster Linie auf den Gehorsam gegenüber dem Papst und auf die  Einheit mit der römischen Kirche. Erst wenn sich die Böhmen bedingungslos unterwerfen, könne der Papst Zugeständnisse machen. Besonders der nunmehr schärfere Ton des Kardinals führte dazu, dass die Böhmen die Verhandlungen mit Nikolaus von Kues enttäuscht abbrachen. Ein letzer Vermittlungsversuch im Jahr 1462 blieb ebenso erfolglos. 

Lit.: h XV/1 (Edition); Euler (22008); Hallauer (1971); Senger (2014), S. 298–306; Senger (2012); Senger (2017), S. 69f.



Nikolaus von Kues, Von der allumfassenden Eintracht (1433/34), in: Nicolaus de Cusa: Opera. Ed.: Faber Stapulensis, Vol. II
Paris: Jodocus Badius Ascensius, 1514

Druck 16. Jh., 1514, Paris

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Nikolaus von Kues: Von der allumfassenden Eintracht (Druck Paris 1514)

Nikolaus von Kues: Von der allumfassenden Eintracht (1433/34)

Zu den bedeutendsten Schriften des Basler Konzils gehört die 1433/34 von Cusanus verfasste Schrift 'Von der allumfassenden Eintracht' (‚De concordantia catholica‘). Während er sich im ersten Buch der Kirche im Allgemeinen widmet (Ekklesiologie), stellt er im zweiten Buch seine Vorstellungen vom Konzil und der Reform der Kirche vor, um im dritten Buch schließlich die politische Erneuerung des Reiches zu behandeln.

Den zentralen Gedanken der Schrift bildet dabei die Idee der ‚Eintracht‘ (Konkordanz) von Hierarchie und Konsens bzw. Einheit in der Vielheit, was er u. a. am zentralen Beispiel von Papst und Konzil deutlich macht. In seinen Überlegungen steht zwar das aus vielen Vertretern zusammengesetzte Universalkonzil über dem Papst (II, 140–145), allerdings repräsentieren nur Konzil und Papst gemeinsam die Gesamtkirche und können nur zusammen – zumindest in Glaubensfragen – Beschlüsse fassen.

Daneben enthält das Frühwerk des Nikolaus von Kues aber auch zahlreiche papstkritische Abschnitte, in denen er die Zentralgewalt des Pontifex und seine Machtfülle kritisiert. So konnte Cusanus bereits als Erster, d. h. sieben Jahre vor Lorenzo Valla (1407–1457), nachweisen, dass die ‚Konstantinische Schenkung‘ nur auf einer Fälschung beruht (III, 294–312). Kein Wunder also, dass sich Nikolaus von Kues später vor allem wegen der darin geäußerten Kritik am Papsttum von seinem Frühwerk distanzierte. In der Cusanus-Bibliothek in Bernkastel-Kues sucht man daher auch vergeblich nach einer handschriftlichen Abschrift, das erst mit dem vorliegenden Pariser Druck von 1514 Eingang in die cusani­sche Werkausgabe fand.

Lit.: h XIV (Edition); Christianson (2014); Heinz-Mohr/Eckert (31981), S. 164f.; Müller (2012), S. 18 ; Quednau (2007), S. 437; Senger (2017), S. 67–69.





Codex Iustinianus cum glossa ordinaria, in: Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cod. Cus. 285, fol. 123r

Handschrift, 14. Jahrhundert, Bologna

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Codex Iustinianus cum glossa ordinaria, in: Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital, Cod. Cus. 285, fol. 123r: Beginn Buch 5 zu Ehe, Vormundschaft etc.


Codex Iustinianus cum glossa ordinaria

Der 'Codex Iustinianus' gehört zu den Grundlagen des römischen bzw. zivilen Rechtes und enthält eine Sammlung kaiserlicher Erlässe, die von Kaiser Justinian 528 in Auftrag gegeben wurde. Die vorliegende im 14. Jahrhundert in Bologna hergestellte Handschrift enthält neben dem Rechtstext in den beiden mittleren Spalten zusätzlich eine Kommentierung (glossa ordinaria), die um den Gesetzestext angeordnet ist und vom italienischen Rechtsgelehrten Accursius (ca. 1185–1263) stammt. Am Beginn jedes Buches findet sich dabei eine Miniatur, die sich auf den folgenden Inhalt bezieht.

Das aufgeschlagene fünfte Buch über ‚Ehe, Vormundschaft und Pflegschaft‘ enthält zum Thema ‚Vormundschaftsrecht‘ (Cod. 5,59,5 §2) einen entscheidenden Satz, der zu einer der zentralen Maximen des Konziliarismus und Parlamentarismus wurde. So wird dort bei geteilter Vormundschaft verfügt, dass Entscheidungen, die die Auflö­sung des Fürsorgeverhältnisses betreffen, nur im Einvernehmen aller Vormünder getroffen werden. Über verschiedene Zwischenstufen fand dieser Satz als

Was alle betrifft, muss von allen gebilligt werden.Lib. Sextus 5.12.29

Eingang in den Rechtsregelkatalog am Ende des Liber Sextus  – einem der zentralen Bücher des kanonischen Rechtes. Zur Legitimation von regelmäßigen Konzilien wurde der Grundsatz dagegen zum ersten Mal von Wilhelm Durandus d. J. ca. 1312 in seiner Schrift ‚De modo generalis concilii celebrandi‘ (‚Über die Abhaltung eines Generalkonzils‘) verwendet.

Nikolaus von Kues, der seit seinem Rechtsstudium in Padua bestens mit diesen Grundsätzen vertraut war, besaß alle drei Texte in seiner Bibliothek (Cod. Cus. 168, 285 und 250). Darüber hinaus zitiert er diese Maxime auch im Vorwort des 3. Buches seiner Schrift ‚De concordantia catholica‘:

Die Gesetzgebung soll durch all jene, die davon berührt werden oder von einer Mehrheit ihrer Repräsentanten mittels einer Wahl geschehen, da sie dem Gemeinwohl dienen soll. Was alle betrifft, soll von allen gebilligt werden. Die Bestimmung des Gemeinwohls kann dabei nur aus der Übereinstimmung aller oder aus der Mehrheit hergeleitet werden.
Lib. III, n. 276

Auch wenn sich Nikolaus von Kues spätestens durch seine Fahrt nach Konstantinopel von der Mehrheit des Basler Konzils distanzierte, blieb er diesem Prinzip des Konziliarismus auch später noch treu, wenn er z. B. auf der Legationsreise von 1451/52 Provinzial- oder Diözesansynoden abhielt, um gemeinsam mit den lokalen Geistlichen Kirchenreformen auf den Weg zu bringen, die allerdings nur in wenigen Fällen von Dauer waren.

Lit.: Hauck (2013); Horizonte (2001), Nr. 157 (G. Neusius); Krämer (1971); Ronig (2012), S. 163–166.



Die Eroberung Konstantinopels (1453) in Hartmann Schedels 'Liber chronicarum' (Schedelsche Weltchronik), Nürnberg: Anton Koberger für Sebald Schreyer und Sebastian Kammermaister, 1493, fol. CCXLIXr

Inkunabel, 12 Juli 1493, Nürnberg

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Die Eroberung Konstantinopels 1453 in der 'Schedelschen Weltchronik' (1493)

Hartmann Schedel: Liber chronicarum (Schedelsche Weltchronik) – Die Stadt Konstantinopel

Zu den druckgraphischen Höhepunkten des 15. Jahrhunderts gehört die Weltchronik des Nürnberger Arztes und Humanisten Hartmann Schedel (1440-1514), die im Juli 1493 nach 15-monatiger Arbeit zunächst in lateinischer und im Dezember des gleichen Jahres in deutscher Sprache gedruckt wurde. Neben einer Vielzahl eher schematischer Städtedarstellungen enthält sie auch eine Reihe authentischer Stadtansichten. Hierzu zählt u. a. die Abbildung Konstantino­pels, der Hauptstadt des byzantinischen Reiches, das heutige Istanbul. 

Nikolaus von Kues kannte die Stadt aus eigener Erfahrung, da er 1437/38 im Auftrag der papsttreuen Minderheit des Basler Konzils nach Konstantinopel entsandt wurde, um hier zusammen mit anderen päpstlichen Diplomaten den byzantinischen Kaiser Johannes VIII. Palaiologos und die orthodoxen Kirchenführer von der Teilnahme an einem Unionskonzil in Ferrara bzw. Florenz unter der Führung des Papstes zu überzeugen. Darüber hinaus bemühte er sich auch um den Erwerb einiger griechischer Handschriften, vor allem Texte der alten Konzilien, aber auch der östlichen Kirchenväter. Zu den traumatischsten Ereignissen dieser Zeit gehörte sicherlich die Eroberung der Stadt durch die türkischen Osmanen im Jahr 1453, womit sich Cusanus intensiv auseinandersetzte. 

Lit: AC I 2, Nr. 332f.; Honecker (1938), S. 6–15; Kreuer (1993), S. 82 - 87; Meuthen (71992), S. 51f.





Catena patrum graecorum – Kommentar zum Johannes-Evangelium, in: Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cod. Cus. 18, fol. 1r

Handschrift, 11. Jahrhundert, Byzanz

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Catena patrum graecorum – Kommentar zum Johannes-Evangelium, in: Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cod. Cus. 18, fol. 1r


Catena patrum graecorum – Kommentar zum Johannes-Evangelium

Die vorliegende griechische Handschrift (Cod. Cus. 18) aus dem 11. Jahrhundert gehört zu den Büchern, die Nikolaus von Kues von seiner Reise nach Konstantinopel mitbrachte. Auf Bl. 4v findet sich entsprechend noch ein Vermerk, dass sich der Codex ehemals im Besitz des Johannesklosters in Pera, einer eigenständigen genuesischen Kolonie unmittelbar vor den Toren Konstantinopels befand, wo Cusa­nus ihn entdeckte und zusammen mit anderen Handschriften für seine eigene Bibliothek erwarb.

Die Handschrift enthält eine Katene zum Johannes-Evangelium. Hierbei handelt es sich um eine besondere Form des Bibelkommentars, der vor allem in der Ostkirche in Gebrauch war: Um den etwas größeren Bibeltext in der Mitte der Seite finden sich mehrere Auslegungen dieser Stelle aus den exegetischen Werken der Kirchenväter. Der Text des Johannes-Evangeliums beginnt mit einer goldenen E-Initiale auf einem mehrfarbigen, fleuronéeartigen Grund. Von dieser Initiale geht eine waagerechte Zierleiste in Form einer grünen und rosafarbenen Pflanzenranke mit blauen Blüten auf goldenem Grund aus, an deren linkem Rand ein Kind sitzt, das scheinbar spielend nach den Blüten greift.

Lit.: AC I,2, Nr. 333; Neusius (2003), S. 24f.

02

Reichstage und Legationsreise – Nikolaus von Kues als Gesandter des Papstes



Johannes Kymeus, Des Babsts Hercules / wider die Deudschen, Wittenberg: Georg Rhau, 1538 (Ausschnitt Titelblatt)

Druck 16. Jahrhundert, 1538, Wittenberg

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St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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"Der Hercules aller Anhänger Papst Eugens IV. war, wie man allgemein zugibt, Nikolaus von Cusa, ein Mann von gründlicher Bildung und großer Lebenserfahrung, von welchem nur zu bedauern ist, dass er bei seinem ausgezeichneten Talent in diese Streitigkeiten verwickelt wurde. Er hatte sich mit ganzer Seele der Verteidigung Eugens gewidmet, und wie er denn ein kluger, feiner Mann war, wusste er bald da, bald dort Hindernisse zu bereiten." 
Aeneas Sylvius Piccolomini (= Pius II), De gestis concilii Basiliensis commentariorum libri II

1. ‚Des Papstes Herkules‘ – Nikolaus von Kues auf den deutschen Reichstagen

Nach der Rückkehr aus Konstantinopel 1438 rückte Cusanus in die Reihe der ersten Politiker Europas auf und wurde zusammen mit den klügsten Köpfen der päpstlichen Kurie, wie z. B. Tommaso Parentucelli, dem späteren Papst Nikolaus V., oder Juan de Carvajal zu den deutschen Reichs- bzw. Hoftagen entsandt. Hier sollte er den deutschen König und die Fürsten davon überzeugen, sich im Konflikt zwischen Papst und Basler Konzil für die Seite des Papstes zu entscheiden.

Der Konflikt verschärfte sich, als das Konzil 1439 Papst Eugen IV. absetzte und mit Felix V. einen Gegenpapst wählte. Für Nikolaus von Kues folgten zehn lange Jahre, in denen er sich unermüdlich für den römischen Papst einsetzte, wofür man ihn als ‚Herkules des Papstes‘ verspottete. Mit dem ‚Wiener Konkordat‘ von 1448 schloss der König schließlich einen Vertrag mit dem Papst in Rom ab, der die Besetzung der Kirchenämter und die kirchliche Organisation im Reich regelte. Hierdurch verlor das Basler Konzil seinen letzten politischen Rückhalt, weshalb es sich ein Jahr später selbst auflöste. Am Abschluss dieses Konkordates war Cusanus maßgeblich beteiligt, wofür der neue Papst Nikolaus V. ihn 1448 zum Kardinal ernannte.

2. Die Legationsreise von 1451/52

Als päpstlicher Legat (‚Legatus a latere‘) – und somit als einer der ranghöchsten päpstlichen Diplomaten – wurde Nikolaus von Kues 1451/52 erneut in das Reich entsandt, um hier allen Gläubigen, die im Heiligen Jahr (1450) nicht nach Rom pilgern konnten, den Jubiläumsablass zu verkünden.

Cusanus wollte mit dieser Reise die deutsche Kirche wieder mit dem römischen Papsttum versöhnen und eine kirchliche Generalreform einleiten. Basierend auf vielen auf dem Basler Konzil bereits erarbeiteten Vorlagen, wie z. B. dem Verbot der Priesterehe und der Vergabe geistlicher Ämter gegen Geld, der Eindämmung man­cher Formen der Volksfrömmigkeit oder der Förderung der Ordensreform usw. erließ er zahlreiche Dekrete und hielt viele Provinzial- und Diözesansynoden ab, um ge­meinsam mit den örtlichen Geistlichen Reformen zu vereinbaren.

Auch wenn die Bevölkerung Cusanus als päpstlichen Legaten feierte und den Jubilä­umsablass dankbar annahm, schwand die Begeisterung beim Thema der Reform rasch dahin. Viele der betroffenen Geistlichen, aber auch die Städte und Laien, legten nach der Abreise des Kardinals Protest beim Papst ein, der daraufhin viele der Reformen wieder zurücknahm. Die Hoffnung des Cusanus, mit der Reise eine Generalreform der deutschen Kirche anzustoßen, sollte sich nicht erfüllen.

3. Cusanus als Friedensvermittler

Als päpstlicher Gesandter wurde Nikolaus von Kues mit der Friedensvermittlung in vielen regionalen, aber auch europäischen Konflikten beauftragt, in denen er jedoch ähnlich wie auf der Legationsreise nur wenig ausrichten konnte. Hierzu gehörte z. B. die Münsterische Stiftsfehde (1450–1457), bei der es um die Nachfolge auf dem Bischofsstuhl von Münster ging, die Wiedervereinigung der Böhmen mit der Kirche und die Friedensverhandlungen im Hundertjährigen Krieg (1337–1453). Noch im Jahr 1455 entsandte ihn Papst Calixt III. nach England, um hier einen dauerhaften Frieden auszuhandeln und England auf einen bevorstehenden Kreuzzug gegen die türkischen Osmanen vorzubereiten. Noch bevor Cusanus diese Reise antreten konnte, lehnte jedoch die englische Seite jeglichen Vermittlungsversuch ab.

Lit.: Euler (2014), S. 52–74; Koch (1964); Meuthen (1989); Meuthen (71992), S. 67–98; Meuthen (1995); Woelki (2014).





Johannes Kymeus, Des Babsts Hercules / wider die Deudschen, Wittenberg: Georg Rhau, 1538 (Titelblatt)

Druck , 1538, Wittenberg

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Johannes Kymeus, Des Babsts Hercules / wider die Deudschen, Wittenberg: Georg Rhau, 1538

Johannes Kymeus, Des Babsts Hercules / wider die Deudschen, Wittenberg: Georg Rhau, 1538

Aufgrund seines energischen Einsatzes für Papst Eugen IV. vor dem deutschen König und auf den Reichs- bzw. Hoftagen bezeichnete der Humanist Enea Silvio Picco­lomini, der spätere Papst Pius II., Nikolaus von Kues in seiner 1439/1440 verfassten Ge­schichte des Basler Konzils (‚De gestis concilii Basiliensis‘) – teils verspottend, teils bewundernd – als ‚Herkules des Papstes‘.

Dieser Spottname für Cusanus war noch in den Zeiten der Reformation bekannt und so lautet auch der Titel einer Schrift des reformatorischen Theologen Johannes Kymeus (1498–1552) ‚Des Babsts Hercules wider die Deudschen‘. Kymeus greift in seiner protestantischen Kampfschrift den Fälschungsnachweis der ‚Konstantinischen Schenkung‘ durch Nikolaus von Kues wieder auf, um zu belegen, dass selbst ein vermeintlich papsttreuer Autor fast 100 Jahre vor Luther die weltliche Macht der Kirche kritisiert habe. Cusanus sei dann durch die Verleihung der Kardinalswürde für die päpstliche Seite gekauft worden, um zukünftig als ‚Herkules des Papstes‘ gegen die Deutschen vorzugehen.

Entsprechend lässt sich das karikaturartige Titelbild auf zweierlei Weise deuten: Zum einen zeigt es, wie Cusanus am Gängelband bzw. an der Leine des Papstes wie ein scharfer Hund gegen die Deutschen ins Feld geführt wird, auf der anderen Seite wird der Kardinal vom Papst aber auch davon abgehalten, zu den Deutschen überzulaufen.

Lit.: AC I 2 427a; Menzel (1941), S. 15-21; Heinz-Mohr/Eckert (31981), S. 165; Nagel (2009), S. 3–26; Senger (2017), S. 243f.





Astrolabium (ca. 1300) (Foto: Erich Gutberlet / St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues)

Astronomisches Gerät, ca. 1300

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Foto: Erich Gutberlet / St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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Astrolabium.jpg
Astrolabium (ca. 1300)


Astrolabium (um 1300)

Nikolaus von Kues war nicht nur als Kirchenpolitiker und Diplomat des Papstes auf den Reichstagen tätig, sondern nutzte die vielen Reisen auch dazu, wertvolle Hand­schriften und astronomische Instrumente zu erwerben. So heißt es z. B. in Cod. Cus. 211, Bl. 1r:

1444 war ich, Nicolaus von Cusa, Propst von Münstermaifeld im Bistum Trier, als Gesandter (‚orator‘) des Papstes Eugenius auf dem Reichstag in Nürnberg, der dort im Monat September gehalten wurde, weil einige wenige in Basel unter dem Vorwand eines Konzils als Gegenpapst Felix Herzog von Savoyen aufstellten. Auf dem Reichstag war der römische König Friedrich III. mit den Kurfürsten. Ich kaufte dort eine ganze große Sphära [Himmelsglobus], ein Astrolabium und ein Torquetum, das Buch über den Almagest und fünfzehn andere Bücher für 38 rheinische Gulden.

Zu den in Nürnberg erworbenen Messgeräten gehört auch das Astrola­bium (griech. ‚Sternengreifer‘), ein im Mittelalter weit verbreitetes astronomisches Instrument, das auf zweidimensionale Weise den Himmel darstellt und zur Bestim­mung der Position von Sonne und Sternen, zur Zeitmessung, aber auch für astrolo­gische Zwecke verwendet wurde. 

Beim vorliegenden Astrolabium aus der Sammlung des Nikolaus von Kues handelt es sich um eine sehr einfache Ausfertigung aus der Zeit um 1300, das allerdings nicht mehr ganz vollständig ist.

Lit.: AC I 2 596; Horizonte (2001), Nr. 114 (M. Groß-Morgen); Hartmann (1919), S. 40-42; Hartmann (1920), S. 221; Zinner (1972), S. 135-145.



Planetendarstellungen im 'Buch von den Bildern und Zeichen des Himmels' von Michael Scotus; Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cod. Cus. 207, fol. 115v-116r

Handschrift, 1301/1334

Aus der Sammlung von

St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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Planeten im 'Buch von den Bildern und Zeichen des Himmels' von Michael Scotus; Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital, Cod. Cus. 207, fol. 115v-116r

Planetendarstellungen im ‚Buch von den Bildern und Zeichen des Himmels‘ von Michael Scotus

Auch die vorliegende astronomische Sammelhandschrift (Cod. Cus. 207), die evtl. vom böhmischen Königshof in Prag stammt, wurde von Cusanus 1444 in Nürn­berg erworben. Neben dem gezeichneten Sternenkatalog des persischen Astronomen Abdal Rahman al Sufi (903–986) enthält sie eine der frühesten illuminierten Ab­schriften des ‚Buches von den Bildern und Zeichen des Himmels‘ (‚Liber de signis et imaginibus celi‘) von Michael Scotus (ca. 1175–1233), einem vermutlich aus Schott­land oder Irland stammenden Universalgelehrten am Hofe Kaiser Friedrichs II. (Bl. 108ra–116r).

Die Himmelsbeschreibung des Michael Scotus endet mit der Beschreibung der damals bekannten Planeten, die mit den wichtigsten antiken Göttern gleichgesetzt werden. Passend hierzu zeigen die letzten beiden Blätter (115v–116r) Zeichnungen dieser Planetengottheiten, die – basierend auf dem geozentrischen Weltbild – nach ihrer Entfernung zur Erde angeordnet sind. So zeigt die erste Darstellung Saturn, der als Gott des Ackerbaus mit einer sensenartigen Sichel abgebildet ist. Ihm folgen Jupiter als eine Mischung aus Bischof, Richter und wohlhabendem Stadtbürger und schließlich der römische Kriegsgott Mars in der Gestalt eines Ritters. Die zweite Seite beginnt mit der Sonne bzw. dem Sonnengott Sol, der als Jüngling auf einem Streitwagen mit vier Pferden, welche die vier Himmelsrichtungen repräsentieren, dargestellt wird. Darunter tritt die Liebesgöttin Venus als Königin und Merkur als gelehrter Bischof mit Buch in Erscheinung. Anstelle eines Merkurstabes, der ihn als Götterboten oder Gott des Handels auszeichnen würde, trägt er einen Dreizack in seiner rechten Hand. Die letzte Zeichnung ist schließlich der Mondgöttin Luna gewidmet, die nackt auf einem Ochsenkarren steht und zwei Fackeln in den Händen hält.

Lit.: Heinz-Mohr/Eckert (31981), S. 151; Horizonte (2001), Nr. 104 (M.-A. Aris); Krchňák (1963), S. 117–136; Jenni /Theisen (2014), Textbd. S. 69–89; Tafelbd., Fig. 101-104; Ackermann (2009), S. 252–281 (Edition), S. 488-491; Panušková (2011); Panušková (2012); Blume / Haffner / Metzger II (2016), S. 23–53 und S. 338–346.





Der Einzug des Kardinallegaten Nikolaus von Kues in Amsterdam (1451), Stich von Caspar Luyken, in: Marcus Zueris van Boxhorn, Nederlandsche Historie, Behelsende de Staat van de Nederlandsche Kerk voor de Hervorming (…), Utrecht: Hermannus Ribbius, 1700, nach S. 286.

Buch, Kupferstich, 1700, Utrecht

Aus der Sammlung von

Amsterdam, Rijksmuseum

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Der Einzug des Kardinallegaten Nikolaus von Kues in Amsterdam im Sept. 1451 (Stich von Caspar Luyken aus dem Jahr 1700)


Die Legationsreise des Nikolaus von Kues - Einzug in Amsterdam

Nachdem Nikolaus von Kues bereits am 11. Januar 1450 den Kardinalshut in Rom empfangen hatte, ernannte ihn Papst Nikolaus V. am 24. Dezember 1450 auch zum apostolischen Legaten mit dem Auftrag, den Jubiläumsablass in Deutschland, Böhmen und den angrenzenden Gebieten zu verkünden. Gleichzeitig verfolgte Cusanus aber auch die Absicht, die deutsche Kirche mit dem römischen Papsttum zu versöhnen und eine generelle Kirchenreform in den deutschen Landen einzuleiten. Hierzu richtete sich seine Reiseroute nach den Metropolitankirchen, wo er Provinzialsynoden einberufen wollte, um die entsprechenden Reformen zusammen mit den betroffenen Geistlichen auf den Weg zu bringen.

Erster Etappenort war Salzburg, wo im Februar 1451 die erste Reformsynode abgehalten wurde, die allerdings bereits am Widerstand der betroffenen Geistlichen scheiterte. Nach einem Abstecher nach Passau, Wiener Neustadt und Wien ging es zurück nach Salzburg und von dort über Bayern, Franken und Thüringen nach Magdeburg, wo er eine zweite Provinzialsynode abhielt. Anschließend reiste Nikolaus von Kues nach Westen, d. h. in die Niederlande und nach Trier, wo er Ende Oktober 1451 eintraf. Von hier aus ging es weiter nach Mainz und Köln, wo erneut Provinzialsynoden stattfanden.  Nach Köln begab sich Cusanus direkt in sein Bistum Brixen, wo er im April 1452 seinen Dienst als Bischof und Landesherr antrat. 

Die vorliegende Darstellung zeigt, wie Nikolaus von Kues als päpstlicher Legat im September 1451 an der Spitze einer Prozession nach dem Vorbild Jesu Christi auf einem Maulesel in Amsterdam einreitet, wo er von der Bevölkerung feierlich empfangen wird. Auch wenn es sich hierbei um einen Stich aus dem Jahr 1700 handelt, so berichten viele zeitgenössische Chroniken von ähnlich feierlichen Einzügen.

Lit. Koch (1964); Meuthen (1989); Meuthen (71992), S. 86-98; Meuthen (1995).



Erfurt, St. Marien (Dom) und St. Severi (Foto: Marco Brösch/Institut für Cusanus-Forschung, Trier)

Foto: Marco Brösch / Institut für Cusanus-Forschung, Trier, Foto, 23.02.2019

Aus der Sammlung von

Institut für Cusanus-Forschung in Trier

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Foto: Marco Brösch/Institut für Cusanus-Forschung, Trier

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Blick auf St. Marien (Dom) und St. Severi vom Petersberg aus in Erfurt (Foto: Marco Brösch/Institut für Cusanus-Forschung, Trier)

Cusanus in Erfurt 

Eine Beschreibung des festlichen Einzugs von Nikolaus Cusanus am 29. Mai 1451 in Erfurt ist in der Chronik des dortigen Bürgermeisters Hartung Kammermeister (1375–1467) überliefert. So ritt der Stadthauptmann Heinrich von Glichen im Auftrag des Stadtrates zusammen mit vielen Erfurter Bürgern Nikolaus von Kues und seinem aus 30 Reitern bestehenden Gefolge bereits frühzeitig entgegen. Am äußersten Stadttor warteten bereits die Geistlichen der städtischen Klöster, Vertreter der Universität und der Studentenschaft, um ihn in der Stadt willkommen zu heißen und zur Zollbrücke zu geleiten, wo sie auf die Stiftsherren von St. Marien und St. Severi trafen. In einer feierlichen Prozession ging es zum Dom und zur Severikirche, wo Cusanus mit Gesang und Orgelspiel empfangen wurde.

Anschließend ritt er weiter zu den Benediktinern vom benachbarten Peterskloster, die zur Bursfelder Kongregation und somit zu einem der vorbildlichsten Reform­klöster in Erfurt gehörten. Vor dem Klosterberg stieg Nikolaus von Kues von seinem Reittier ab, gab jedem Geistlichen den Friedenskuss und zog mit ihnen gemeinsam in feierlicher Prozession in das Kloster, wo er mit seinem Gefolge während seines gesamten Aufenthaltes in Erfurt auch Quartier bezog.

Abgesehen von solch festlichen Auftritten war die Bilanz der Legationsreise jedoch verhältnismäßig mager: Auch wenn nahe­zu jeder Tag durch Urkunden, Verordnungen, Rechtsakte, Ablässe, Korrespondenzen, Predigten usw. belegt werden kann, so scheiterte Cusanus in seinem Anliegen die Kirche mit Rom zu versöhnen und eine grundlegende Reform der Kirche anzustoßen. Übrig blieben nur einzelne Reformdekrete, die allerdings zum Teil vom Papst zurückge­nommen wurden, und die Stärkung einzelner Reforminitiativen, wie z. B. der Burs­felder und Windesheimer Ordensreform.

Lit.: AC I, 3a, Nr. 1340; Kolde (1898), S. 8-19; Maleczek (2003).





Nikolaus von Kues als Friedensvermittler im 100-jährigen Krieg (1451); Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Urk. 22 (Foto: Erich Gutberlet / St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues)

Urkunde, 1451, August 15, Rom

Aus der Sammlung von

St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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Foto: Erich Gutberlet / St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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Nikolaus von Kues als Friedensvermittler im 100-jährigen Krieg (1451); Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital, Urk. 22 (Foto: Erich Gutberlet)


Nikolaus von Kues als Friedensvermittler im 100-jährigen Krieg - Ernennung zum Legaten für England

Angesichts der nach wie vor anhaltenden Kämpfe zwischen den Königreichen England und Frankreich während des 100-jährigen Krieges (1337-1453) griff Papst Niko­laus V. einen Vorschlag des Herzogs von Burgund, Philipps des Guten, auf und entsandte jeweils einen hochrangigen Botschafter bzw. Legaten nach Frankreich und England, um einen dauerhaften Frieden zwischen den beiden Ländern auszuhandeln.

Während Kardinal Guillaume d’Estouteville zum französischen Hof geschickt wurde, wurde Nikolaus von Kues mit der vorliegenden Urkunde vom 15. August 1451 auch zum Legatus a latere für England ernannt. Nach Rücksprache mit Philipp dem Guten sollte er nach England übersetzen und hier mit dem englischen König Heinrich VI. in konkrete Verhandlungen treten. Im Januar 1452 reiste Nikolaus von Kues daher von Köln an den Hof Philipps nach Brüssel, wo er mit allen Ehren empfangen wurde. Als sich herausstellte, dass das Vorauskommando vom englischen König unverrichteter Dinge nach Hause geschickt wurde, brach Cusanus dieses Vorhaben noch in Brüssel ab und setzte seine Legationsreise fort.

Noch im September 1455 erhielt Nikolaus von Kues von Papst Calixt III. erneut den Auftrag nach England zu reisen, um hier einen Frieden zwischen England und Frank­reich zu vermitteln und gleichzeitig den englischen König auf einen bevor­stehenden Kreuzzug gegen die Türken vorzubereiten. In einem Brief an Cusanus vom 30. Dezember 1455 legte der englische König Heinrich VI. dem Kardinal jedoch nahe, zu Hause zu bleiben. Darüber hinaus brachen im gleichen Jahr die ‚Rosenkriege‘ zwischen den englischen Adelshäusern York und Lancaster aus, so dass an eine neue Legationsreise nicht mehr zu denken war.

Lit. AC I 3b, Nr. 1610-1612; Nr. 1617; AC II 4, Nr. 4635; Horizonte (2001), Nr. 38 (Gabriele Neusius); Kortenkamp (2004), Nr. 34 (Edition); Meuthen (1957), S. 205-207; Meuthen (1958), S. 18; Meuthen (71992), S. 97f. 

03

Zwischen Brixen und Rom – Nikolaus von Kues als Bischof und Generalvikar



Darstellung von Sarazenen in Bernhard von Breydenbach, Peregrinatio in terram sanctam, deutsch, Mainz: Erhard Reuwich, 1486

Inkunabel, 21. Juni 1486, Mainz

Aus der Sammlung von

Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel

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Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel

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"Für meinen Teil bin ich jedenfalls ganz und gar der Überzeugung, dass es besser ist, mit ihnen zu sprechen als gegeneinander Krieg zu führen." 
Nikolaus von Kues, Brief an Johannes von Segovia vom 29. Dezember 1454

1. Cusanus scheitert als Bischof und Landesherr von Brixen

Nach dem Ende der Legationsreise trat Nikolaus von Kues im Jahre 1452 sein neues Amt als Bischof und Landesherr von Brixen an, zu dem er bereits 1450 ernannt worden war. Dabei verfolgte er das Ziel, sein Bistum zu einem Musterbistum für ganz Europa zu machen.

Allerdings stieß er hierbei auf großen Widerstand, als er Brixen aus der Abhängigkeit von der Grafschaft Tirol befreien wollte. Auch die finanzielle Sanierung seines Bistums u. a. durch die Rückforderung alter Besitztümer und Rechte, z. B. über lukrative Salz- und Silberbergwerke, führte zu tiefen Verwerfungen mit dem Tiroler Adel. Einen weiteren Streitpunkt bildeten seine rigorosen Forderungen nach Reformen in den Klöstern und Stiften, wodurch er in Konflikt mit vielen Ordensgemeinschaften geriet, etwa mit dem Benediktinerinnenkloster Sonnenburg unter der Leitung der streitbaren Äbtissin Verena von Stuben.

Im Jahr 1457/58 wurden schließlich Attentatspläne bekannt, die Cusanus dazu veranlassten, aus Brixen in die Dolomitenfestung Andraz/Buchenstein zu fliehen. Nach einem längeren Aufenthalt in Rom kehrte er 1460 nach Brixen zurück und wurde unverzüglich von Herzog Sigismund von Tirol auf Burg Bruneck festgesetzt. Cusanus musste bedingungslos kapitulieren und auf nahezu alle Rechte und Einkünfte aus seinem Bistum verzichten.

2. ‚De pace fidei‘ – ‚Vom Frieden im Glauben‘ (1453)

Obwohl die Zeit als Bischof von Brixen innenpolitisch alles andere als von Frieden und Diplomatie geprägt war, entstand 1453 mit ‚De pace fidei‘ (‚Vom Frieden im Glauben‘) eine der bedeutendsten Schriften des Nikolaus von Kues, die einen Meilenstein auf dem Weg zum modernen Toleranzbegriff darstellt.

Anlass für das Verfassen der Schrift war die Eroberung Konstantinopels durch die türkischen Osmanen. Anders als viele seiner Zeitgenossen ruft Cusanus in ‚De pace fidei‘ nicht zu Krieg und Gewalt gegen die Muslime auf, sondern er versucht vielmehr den Konflikt zwischen den Völkern und Religionen in einer utopischen Friedens­konferenz in Jerusalem zu lösen. Nach dem Leitsatz ‚una religio in rituum varietate‘ – ‚eine Religion in der Vielfalt der Riten‘ – geht Cusanus dabei von einem gemein­samen Glaubenskern aus, an dem alle Religionen teilhaben, wenn auch in unter­schiedlichem Maße. In friedlichen Gesprächen und Diskussionen soll diese gemein­same Basis gefunden werden. Als christlicher Denker macht er allerdings keinen Hehl daraus, dass dieser Kern weitgehend mit dem christlichen Glauben und seinen Grundsätzen, d. h. dem Glauben an einen Gott, an die Dreifaltigkeit und an Christus als Gottessohn und Heilsmittler, übereinstimmt.

Die größten Unterschiede zwischen den Religionen bestehen nach Cusanus lediglich in den Riten, d. h. in den äußeren Glaubenspraktiken, die völlig gleichberechtigt nebeneinander stehen und jeder Religionsgemeinschaft frei überlassen werden können.

3. Nikolaus von Kues und der Kreuzzugsgedanke

Nach seinem Scheitern als Bischof und Landesherr von Brixen verlegte Cusanus seinen Wir­kungsbereich an die päpstliche Kurie nach Rom, wo er 1459 zum Generalvikar er­nannt wurde. Bereits zu Beginn seines Pontifikates plante Pius II. einen Kreuzzug, um Konstantinopel wieder für das Christentum zurückzugewinnen.

Nikolaus von Kues stand einem militärischen Vorhaben eher kritisch gegenüber, was ihn u.a. 1460/61 dazu veranlasste, die Schrift ‚Cribratio Alkorani‘ (‚Die Sichtung des Korans‘) zu verfassen. Darin versucht er nachzuweisen, dass der Koran – und mit ihm der Islam – weitgehend auf christlichem Gedankengut beruht.

Trotz seines Vorbehaltes gegen einen Kreuzzug wurde Cusanus 1464 in die Pläne Pius II. eingebunden und sollte 5.000 Kreuzritter zum Papst nach Ancona geleiten. Jedoch erkrankte er an einem damals in Mittelitalien grassierenden Fleckfieber. Von der Krankheit geschwächt, starb er am 11. August 1464 in Todi in Umbrien, drei Tage vor Pius II., mit dessen Tod der gesamte Kreuzzug zum Erliegen kam.

Lit.: Euler (2007); Euler (21995), S. 135–224; Euler (2014), S. 75–103; Gottloeber (2014), S. 195–201; Meuthen (71992), S. 67–98; Senger (2017), S. 53f.; Woelki (2014).





Pontificale Romanum (14. Jh.); Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cod. Cus. 131, fol. 38v

Handschrift, 1. Hälfte 14. Jahrhundert, Frankreich

Aus der Sammlung von

St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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Pontificale Romanum (14. Jh.); Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cod. Cus. 131, fol. 38v


Pontificale Romanum (14. Jahrhundert)

Zu den wertvollsten Handschriften der Cusanus-Bibliothek in Bernkastel-Kues gehört ohne Zweifel das ‚Pontificale Romanum‘, das im 14. Jahrhundert in Frankreich angefertigt wurde. Die Handschrift wurde im 18. Jahrhundert neu eingebunden sowie mit einem kostbaren Gold­schnitt versehen. Auf dem Buchrücken findet sich das ebenfalls in Gold gefasste Wappen des Kardinals sowie der Hinweis auf die Herkunft des Pontificales, bei dem es sich um ein Geschenk Papst Nikolaus V. († 1455) an Cusanus handelt, das er wohl anlässlich seiner Weihe zum Bischof von Brixen am 26. April 1450 in Rom erhielt.

Der große Wert der Handschrift zeigt sich am großzügigen Umgang mit dem teuren Beschreibstoff Pergament und der üppigen Gestaltung der Seite, auf der nie mehr als 18 Zeilen in einer sehr großen und somit für den liturgischen Gebrauch leicht les­baren Textura untergebracht sind. Während die Gebete und Lesungen in schwarzer Schrift geschrieben wurden, sind die liturgischen Rubriken bzw. Handlungsanwei­sungen in roter Farbe gehalten.

Das ‚Pontificale Romanum‘ enthält alle liturgischen Texte für die verschiedenen Weihen und Benediktionen, die dem Bischof vorbehalten sind. Mit der aufgeschla­genen Seite beginnt der Abschnitt zur Königsweihe, der durch eine historisierte blau gerahmte E-Initiale eingeleitet wird. Diese zeigt den neuen König, der vor einer Bibel kniet, die von einem Subdiakon gehalten wird. Während er mit der rechten Hand auf das Evangelium schwört, den Papst und die römische Kirche zu verteidigen und zu beschützen, wird er von dem daneben sitzenden Bischof gesegnet.

Lit.: Horizonte (2001), Nr. 163 (Gabriele Neusius); Marx (1905), S. 128f.; Ronig (2012), S. 146–150; Volkelt (1964), S. 238–239.



Aktensammlung zum Brixener Streit (1457- ca.1463); Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cod. Cus. 221, pag. 501

Handschrift, 1457- ca. 1463, Südtirol

Aus der Sammlung von

St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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Aktensammlung zum Brixener Streit (1457- ca.1463); Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital, Cod. Cus. 221, pag. 501

Aktensammlung zum Brixner Streit (1457-1463)

Zur Dokumentation der Auseinandersetzungen zwischen Herzog Sigismund von Tirol und Nikolaus von Kues als Bischof von Brixen ist der vorliegende Kodex, das Chartular des Nikolaus von Kues (Cod. Cus. 221), von unschätzbarem Wert. Darin finden sich mehr als 400 Dokumente, d. h. mehrheitlich Abschriften, aber auch einige originale Briefe, Urkunden, Reden, Zeugenaussagen, historische und juris­tische Gutachten usw., die von verschiedenen Schreibern im Auftrag des Cusanus, u. a. von seinem Neffen Simon von Wehlen, zusammengestellt wurden und sich auf den Brixner Streit mit Sigismund beziehen. Die meisten Einträge stammen aus der Zeit zwischen 1460 und 1463.

Auf den S. 491–504 findet sich eine umfangreiche Dokumentation der Ereignisse von 1457, als im Juni Gerüchte laut wurden, dass Nikolaus auf der Rückreise von einem Besuch bei Herzog Sigismund in Innsbruck von Mitgliedern des Tiroler Adels unter Führung Kaspars von Gufidaun ermordet werden solle. Unklar blieb, inwieweit auch Herzog Sigismund darin involviert war. Aus Angst vor einem Anschlag zog sich Cusanus daraufhin auf die Dolomitenfestung Buchenstein/Andraz zurück, wo er über 14 Monate blieb. Hier ließ er systematisch Zeugenaussagen, Gerüchte und verschiedene Berichte aufschreiben, die Licht in den geplanten Mordanschlag brin­gen sollten. So findet sich am Ende von S. 501 eine persönliche Marginalie von der Hand des Kardinals, in der er den Bericht des Propstes Konrad Siber von Ilmmünster ergänzt. So vermerkt der Kardinal, man hätte dem Propst auf seinem Weg nach Andraz an der (Ladritscher) Holzbrücke bereits den Baum gezeigt, an dem Cusanus erhängt werden sollte.

Lit.: Baum (1983), S. 335–374; Euler (2014), S. 75–93; Gelmi (2013), S. 69–73; Horizonte (2001), Nr. 66 (M.-A. Aris); Jäger (1861); Bd. 1, S. X–XII; S. 227–260.





Nikolaus von Kues, Vom Frieden im Glauben (1453); Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cod. Cus. 219, fol. 24v-38v

Handschrift, 1464, zwischen April und Juli, Italien

Aus der Sammlung von

St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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Nikolaus von Kues, Vom Frieden im Glauben (1453); Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cod. Cus. 219, fol. 24v-38v


Nikolaus von Kues: Vom Frieden im Glauben (1453)

Eines der traumatischsten Ereignisse des 15. Jahrhunderts war die Eroberung Konstantinopels durch die türkischen Osmanen am 29. Mai 1453. Tief erschüttert von diesen Ereignissen verfasste Cusanus noch im September des gleichen Jahres seine Schrift ‚Vom Frieden im Glauben‘ (‚De pace fidei‘), die zu seinen bekanntesten Werken zählt. Bei der hier ausgestellten Handschrift handelt es sich um die von Cusanus noch persönlich durchgesehene und korrigierte Ausgabe letzter Hand.

In ‚De pace fidei‘ schildert er eine utopische Versammlung in Jerusalem unter dem Vorsitz des göttlichen Logos Christus und später der Apostel Petrus und Paulus, an der 17 Vertreter der verschiedenen Völker und Religionen wie z.B. der Griechen, Inder, Juden, Syrer, Skythen, Türken, Böhmen usw. teilnehmen, um gemeinsam einen Weg zum Frieden zwischen den Religionen zu suchen. Der darin formulierte Lösungsansatz lässt sich am besten mit dem Leitgedanken ‚una religio in rituum varietate‘ – ‚eine Religion in der Vielfalt der Riten‘ – ausdrücken. Cusanus geht darin von einem gemeinsamen Glaubenskern aus, an dem die verschiedenen Religionen einen unterschiedlichen Anteil haben, der in seinen Augen am klarsten jedoch im Christentum zum Ausdruck kommt. In den folgenden Gesprächen und Diskussionen einigen sich die verschiedenen Religionsvertreter u. a. auf die folgenden – in erster Linie christlichen – Glaubensgrundsätze, und zwar den Glauben an einen Gott, an die Dreifaltigkeit sowie an Jesus Christus als Gottessohn und Heilsmittler zwischen Gott und den Menschen.

Alle Riten bzw. Glaubenspraktiken, wie z. B. Beschneidung, Taufe oder Kommunion, dagegen können den einzelnen Völkern und Religionen als veränderliche äußerliche Zeichen der unveränderlichen Glaubenswahrheit frei überlassen werden. Er betont sogar, dass die verschiedenen Riten zu einem friedlichen Wettbewerb der Religionen und Völker anregen können, sich gegenseitig in Gottes- und Nächstenliebe zu über­treffen. Mit dem Grundsatz der freien Ausübung von allen Riten und Glaubens­praktiken in den verschiedenen Religionen gilt Cusanus durchaus als ein Vordenker des heutigen Toleranzgedankens, der allerdings erst in der Aufklärung im 18. Jahr­hundert, z. B. in Lessings ‚Nathan der Weise‘, vollständig entwickelt wurde.

Mit dieser Haltung ist der Philosoph und Theologe Nikolaus von Kues weitaus fortschrittlicher als der Kirchenpolitiker, der auf der Legationsreise von 1451/52 im Rahmen seiner kirchlichen Reformarbeit Beschlüsse des Basler Konzils aufgriff und Dekrete erließ, die eine Kennzeichnungspflicht für Juden sowie ein jüdisches Wucherverbot vorsahen. Wie die meisten seiner Reformen sind allerdings auch die Judendekrete nach dem Protest der betroffenen Städte und einer kaiserlichen Intervention vom Papst zurückgenommen worden.

Lit.: h VII (Edition); Euler (2007); Euler (21995), S. 135–224; Gottloeber (2014), S. 195-201; Heinz-Mohr/Eckert (31983), S. 85–94, S. 129; Senger (2017), S. 53f.



Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise, Inszenierung am Theater Trier in der Spielzeit 2019/2020 (Foto: Marco Piecuch / Theater Trier)

Regie: Andreas von Studnitz; Ausstattung: Beate Zoff , Foto, 23.09.2019, Trier, Europäische Kunstakademie (Ort der Aufführung)

Aus der Sammlung von

Theater Trier

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Foto: Marco Piecuch / Theater Trier

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Lessing: Nathan der Weise, Inszenierung 2019 am Theater Trier; Michael Hiller als Nathan (Foto: Marco Piecuch / Theater Trier)

Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise (1779)

Als Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781) sein wohl berühmtestes Drama ‚Nathan der Weise‘ verfasste, beschäftigte er sich im Vorfeld auch mit Nikolaus von Kues und seiner Schrift ‚De pace fidei‘, die er sich 1779 übersetzen ließ. Das Kernstück des Dramas bildet die Ringparabel, deren Vorlage aus Giovanni Boccaccios (1313–1375) Novellensammlung ‚Decamerone‘ (1349–1353) stammt. Ausgangspunkt der Ringparabel bildet die Frage, welche der drei großen monotheistischen Religionen – Christentum, Judentum oder Islam – denn die wahre Religion sei.

Der weise Jude Nathan antwortet hierauf mit der Geschichte von einem Mann, der einen Ring aus Opal mit der Kraft besaß „vor Gott / Und den Menschen angenehm zu machen, wer / In dieser Zuversicht ihn trug.“ (Z. 1915-1917). Dieser Ring wurde von seinen Vorfahren immer an den Lieblingssohn weitervererbt. Doch da der Mann drei Söhne hat, die er gleichermaßen liebt, lässt er zwei identisch aussehende Kopien des Rings anfertigen. Nach dem Tod des Vaters erben die drei Söhne die Ringe und streiten vor Gericht, wer den echten Ring besitzt. Der Richter kann aber ebenfalls kein Urteil fällen und erinnert die Söhne an die Eigenschaft des echten Ringes, falls der echte Ring noch existieren sollte. Er empfiehlt ihnen dennoch, dass jeder daran glauben soll, den echten Ring zu besitzen und vom Vater geliebt worden zu sein. Ein endgültiges Urteil kann erst in ferner Zukunft gefällt werden. Bis dahin gibt der Richter jedem Sohn den Rat:

Es eifre jeder seiner unbestochnen / Von Vorurtheilen freyen Liebe nach! / Es strebe jeder um die Wette,/ Die Kraft des Steins in seinem Ring‘ an Tag / Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut, / Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun, / Mit innigster Ergebenheit in Gott/ Zu Hilf'
(Z. 2041–2048)

Während der Vater für Gott steht, repräsentieren die drei Söhne die drei großen Reli­gionen, die miteinander im Streit liegen. Aber im Unterschied zu anderen Aufklärern fordert Lessing in der Ringparabel nicht die Überwindung aller historischen Religi­onen zugunsten einer großen Vernunftreligion, sondern gesteht jeder Religion ihre Existenzberechtigung zu. Welche Religion die wahre Religion ist, lässt sich nach irdischen Maßstäben nicht entscheiden, stattdessen soll sich jede Religion auf ihre ursprüngliche Verheißung besinnen und versuchen, sich in einem friedlichen Wett­streit in Gottes- und Nächstenliebe zu übertreffen.

Im Unterschied zu Lessing sieht Nikolaus von Kues als christlicher Theologe in ‚De pace fidei‘ sehr wohl im christlichen Glauben die wahre Religion. Toleranz im Sinne von Duldung und Akzeptanz ist für ihn nur mit Blick auf die verschiedenen Riten bzw. Glaubenspraktiken möglich. Dennoch gesteht er allen Religionen zu, dass sie einen gewissen Anteil an der Wahrheit haben, die sich in der höchsten Vollendung nur im Christentum zeigt. So gehen beide davon aus, dass es gemeinsame ethische Ideale bei allen Religionen gibt, die mit Gottes- und Nächstenliebe zusammengefasst werden können. Beiden gemeinsam ist auch ihr gewaltloser Ansatz: Nicht in Krieg und Gewalt, sondern in friedlichen Gesprächen im gegenseitigen Respekt und im Wettstreit der Liebe müssen die Konflikte zwischen den Völkern und Religionen ausgetragen werden.

Lit.: Euler (2012); Schmitz (2005).





Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise, Inszenierung am Theater Trier in der Spielzeit 2019/2020 (Foto: Marco Piecuch / Theater Trier)

Regie: Andreas von Studnitz; Ausstattung: Beate Zoff , Foto, 23.09.2019, Trier, Europäische Kunstakademie (Ort der Aufführung)

Aus der Sammlung von

Theater Trier

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Foto: Marco Piecuch / Theater Trier

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Nathan der Weise, Inszenierung 2019 am Theater Trier (Regie: Andreas von Studnitz; Ausstattung: Beate Zoff)

Nathan (Michael Hiller) im Gespräch mit dem Klosterbruder (Paul Behrens), im Hintergrund der junge Tempelherr (Jan Walter)

(Foto: Marco Piecuch / Theater Trier)



Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise, Inszenierung am Theater Trier in der Spielzeit 2019/2020 (Foto: Marco Piecuch / Theater Trier)

Regie: Andreas von Studnitz; Ausstattung: Beate Zoff , Foto, 23.09.2019, Trier, Europäische Kunstakademie (Ort der Aufführung)

Aus der Sammlung von

Theater Trier

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Foto: Marco Piecuch / Theater Trier

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Nathan der Weise, Inszenierung 2019 am Theater Trier  (Regie: Andreas von Studnitz; Ausstattung: Beate Zoff)

Sultan Saladin (Tim Olrik Stöneberg) und seine Schwester Sittah (Stephanie Theiß)

(Foto: Marco Piecuch / Theater Trier)



Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise, Inszenierung am Theater Trier in der Spielzeit 2019/2020 (Foto: Marco Piecuch / Theater Trier)

Regie: Andreas von Studnitz; Ausstattung: Beate Zoff , Foto, 23.09.2019, Trier, Europäische Kunstakademie (Ort der Aufführung)

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Theater Trier

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Foto: Marco Piecuch / Theater Trier

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Nathan der Weise, Inszenierung 2019 am Theater Trier  (Regie: Andreas von Studnitz; Ausstattung: Beate Zoff)

Sultan Saladin (Tim Olrik Stöneberg), seine Schwester Sittah (Stephanie Theiß), Tempelherr (Jan Walter) und Recha (Davina Donaldson)

(Foto: Marco Piecuch / Theater Trier)



Robert von Ketton, Lateinische Übersetzung des Korans mit Randbemerkungen des Nikolaus von Kues; Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cod. Cus. 108, fol. 80r

Handschrift, 15. Jahrhundert

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St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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Robert von Ketton: Lat. Übersetzung des Korans mit Randbemerkungen von Cusanus; Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital, Cod. Cus. 108, fol. 80r.


Robert von Ketton: Lateinische Übersetzung des Korans (15. Jh.)

Die vorliegende Handschrift gilt als eine der Hauptquellen für Nikolaus von Kues zum Thema Islam. So enthält sie Texte aus dem sogenannten ‚Corpus Toletanum‘, das auf Petrus Venerabilis (1092–1156) zurückgeht und den Beginn einer ernsthaften Auseinandersetzung des Christentums mit dem Islam markiert. Zu diesen Schriften gehörte auch die erste lateinische Übersetzung des Korans, die im Wesentlichen auf den aus England stammenden Robert von Ketton zurückging.  Trotz gewisser Fehler und Mängel gibt die Übersetzung die wesentlichen Inhalte des Korans authentisch wieder. Noch in der Zeit von Cusanus bildete sie nahezu die einzige seriöse Grundlage für eine ernsthafte Beschäf­tigung mit der heiligen Schrift des Islam.

Die zahlreichen Randnotizen in der Handschrift Cod. Cus. 108 zeugen von einer nahezu lebenslangen Beschäftigung des Nikolaus von Kues mit dem Koran, den er mehrfach durcharbeitete. Dabei geht seine erste Beschäftigung bereits auf die Zeit in Basel zurück, wo er die lateinische Übersetzung des Korans zusammen mit dem spanischen Theologen Juan de Segovia (1395-1458) intensiv studierte. Auch auf seiner Mission in Konstantinopel 1437/38 fand er noch Zeit, sich im dortigen Franziskanerkloster eine arabische Originalausgabe zeigen zu lassen. Aber auch noch später, d. h. zur Vorbereitung seines Religionsdialogs ‚De pace fidei‘ (1453) und vor der Abfassung der ‚Cribratio Alkorani‘ (1460/61), kam er immer wieder auf die vorliegende lateinische Übersetzung des Korans zurück.

Lit: Biechler (1983); Euler (21995), S. 14–18; Hagemann (1976), S. 15 – 31; Horizonte (2001), Nr. 145; (G. Neusius).



Nikolaus von Kues, Sichtung des Korans (1460/61); Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Cod. Cus. 217, fol. 1r

Handschrift, 15. Jahrhundert, 2. Hälfte

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St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernkastel-Kues

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Nikolaus von Kues: Sichtung des Korans (1460/61); Bernkastel-Kues: St. Nikolaus-Hospital, Cod. Cus. 217, fol. 1r

Nikolaus von Kues: Sichtung des Korans (1460/61)

Ähnlich wie bereits in ‚De pace fidei‘ interessierte sich Nikolaus von Kues auch in seiner 1460/61 verfassten ‚Sichtung des Korans‘ (‚Cribratio Alkorani‘) für den Dialog der Religionen, in diesem Fall allerdings speziell zwischen Christentum und Islam. Cusanus widmete das Werk Pius II., um dem Papst eine theologische Grundlage für eine Verständigung mit dem türkischen Sultan Mehmed II. an die Hand zu geben.

Der Ausgangspunkt seiner Betrachtung ist eine aus christlicher Sicht wohl­wollende bzw. fromme Auslegung (‚pia interpretatio‘) des Korans, mit dem sich Nikolaus von Kues seit dem Basler Konzil immer wieder beschäftigte. Dabei ist das Verhältnis von Cusanus zum Koran, den er nicht immer zutreffend verstand, darin eher zwiespältig: Auf der einen Seite erkennt er im Koran ein bedeutendes Werk, aus dem die Wahrheit des Evangeliums spricht und das stellenweise mit der christlichen Lehre übereinstimmt. Auf der anderen Seite glaubt Cusanus darin Fehler und Irr­tümer zu entdecken, die von der Wahrheit wegführen. Entsprechend schwankt seine Beurteilung zwischen einer respektvollen Anerkennung der heiligen Schrift des Islams und einer starken Ablehnung, die er z. T. aus den mittelalterlichen Polemiken übernahm.

Eine der Hauptabsichten, die Cusanus mit der ‚Cribratio Alkorani‘ verfolgte, bestand darin, den Muslimen eine Art Handreichung (‚manuductio‘) zu geben, um sie mit einigen Aspekten des Christentums, wie z. B. der Vorstellung von Jesus Christus als Gottessohn, Erlöser und Heilsmittler, der Dreifaltigkeit oder der christlichen Para­diesvorstellung, vertraut zu machen und sie mit rationalen Argumenten – und nicht mit Krieg oder Gewalt – zum christlichen Glauben hinzuführen. Auch wenn die Schrift für den heutigen Dialog der Religionen eher weniger geeignet erscheint, so handelt es sich hierbei doch um eine der wenigen Schriften des 15. Jahrhunderts, die sich ernsthaft mit dem Inhalt des Korans auseinandersetzen und einen friedlichen Ansatz im Umgang mit dem Islam suchen.

Lit.: h VIII (Edition); Gottlöber (2014); Horizonte (2001), Nr. 144; (G. Neusius); Kerger (2010); Senger (2017), S. 61.



04

Literatur

Literaturverzeichnis

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Babicz, Jósef: Bemerkungen zum Studium der Cusanus-Karte. In: Geisteshaltung und Umwelt. Festschrift zum 65. Geburtstag von Manfred Büttner, hg. von Werner Kreisel, unter Mitarbeit von Reinhard Jäkel und Joachim Vossen (Abhandlungen zur Geschichte der Geowissenschaften und Religion / Umwelt-Forschung; Bd. 1), Aachen 1988, S. 17-28.

Baum, Wilhelm: Nicolaus Cusanus in Tirol (Schriftenreihe des Südtiroler Kulturinstitutes; Bd. 10), Bozen 1983.

Biechler, James E.: Three Manuscripts on Islam from the Library of Nicholas of Cusa. In: Manuscripta XXVII (1983), S. 91–100.

Blume, Dieter / Haffner, Mechthild / Metzger, Wolfgang: Sternbilder des Mittel­alters und der Renaissance. Der gemalte Himmel zwischen Wissenschaft und Phantasie; Bd. 2: 1200-1500; Teilband 2,1: Text und Katalog der Handschriften, unter Mitarbeit von Katharina Glanz, Berlin 2016.

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Ders.: Die Bedeutung des Nikolaus von Kues für die Ökumene. In: Anker werfen im Himmel. Vermutungen über Kirche in der Zukunft. Festschrift für Bischof Joachim Vobbe, hg. von Angela Berlis und Matthias Ring, 2., verb. und veränd. Aufl., Bonn 2008, S. 302–314.

Ders.: Religionsfriede und Ringparabel. Die religionstheologischen Ideen von Cusanus und Lessing. In: Cusanus Jahrbuch 4 (2012), S. 3–24.

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Gottlöber, Susan: De pace fidei. In: Handbuch Nikolaus von Kues. Leben und Werk, hg. von Marco Brösch, Walter Andreas Euler, Alexandra Geissler und Viki Ranff, Darmstadt 2014, S. 195–201.

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h     Nicolai de Cusa opera omnia iussu et auctoritate Academiae Litterarum Heidelbergensis ad codicum fidem edita

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Panušková, Lenka: Michael Scotus ‘Liber de signis et imaginibus celi’ im Kodex Cusanus 207. Eine ikonografische Fallstudie. In: Johannes von Gmunden - zwischen Astronomie und Astrologie, hg. von Rudolf Simek und Manuela Klein, (Studia medievalia septentrionalia; Bd. 22), Wien 2012, S. 151–160.

Dies.: Codex Cusanus 207, in: Klára Benešovská (Hg.): A Royal Marriage, Elisabeth Premyslid and John of Luxembourg – 1310 [exhibition Prague Stone Bell House, November 4, 2010 - February 6, 2011], Prag 2011, S. 338-349.

Quednau, Rolf: Silvesterlegende und Konstantinische Schenkung. In: Konstantin der Große. Ausstellungskatalog, hg. von Alexander Demandt und Josef Engemann, Mainz 2007, S. 434–442.

Ronig, Franz: Illuminierte Buchseiten aus den Handschriften der Bibliothek des St. Nikolaus-Hospitals. Zur Kunstgeschichte der abgebildeten Buchseiten. In: Ders.: Animum ad subtiliora deducere. Grundformen der Trierer Kunstge­schichte. Festgabe für Franz Ronig zum 85. Geburtstag, hg. von Michael Embach, Trier 2012, S. 137–167.

Schmitz, Markus: Die eine Religion in der Mannigfaltigkeit der Riten. Zur Erkenntnistheorie von Cusanus ‚De pace fidei‘ sowie Lessings ‚Nathan‘ als Ausgangspunkt einer Konzeption des friedlichen Miteinanders verschiedener Religionen. In: Lessings Grenzen, hg. von Ulrike Zeuch (Wolfenbütteler For­schungen; Bd. 106), Wiesbaden 2005, S. 181–196.

Senger, Hans Gerhard: ‚Renovatio‘ und ‚unitas‘ als cusanische Leitideen in der litera­rischen Auseinandersetzung mit den hussitischen Böhmen. In: ‚Renovatio et unitas‘ – Nikolaus von Kues als Reformer. Theorie und Praxis der ‚reformatio‘ im 15. Jahrhundert, hg. von Thomas Frank/ Norbert Winkler (Berliner Mittelalter- und Frühneuzeitforschung; 13), Göttingen 2012, S. 19–36.

Ders.: Opuscula Bohemica. In: Handbuch Nikolaus von Kues. Leben und Werk, hg. von Marco Brösch, Walter Andreas Euler, Alexandra Geissler und Viki Ranff, Darmstadt 2014, S. 298–306.

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Volkelt, Peter: Der Bildschmuck der Cusanus-Bibliothek. In: Mitteilungen und Forschungsbeiträge der Cusanus-Gesellschaft 4 (1964), S. 230–253.

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Zinner, Ernst: Deutsche und niederländische astronomische Instrumente des 11.–18. Jahrhunderts, Reprint, 2. erg. Aufl., München 1972.

 



05

Epilog und Dank



Besuch des Bundespräsidenten im St. Nikolaus-Hospital in Bernkastel-Kues am 18. September 2019 (Foto: Michael Leonhardt, Trier /St. Nikolaus-Hospital, Bernkastel-Kues)

Foto: Michael Leonhardt, Trier, Foto, 18. September 2019, St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift, Bernastel-Kues

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Abb. 5.jpg
Besuch des Bundespräsidenten im St. Nikolaus-Hospital am 18. September 2019 (Foto: Michael Leonhardt, Trier /St. Nikolaus-Hospital, Bernkastel-Kues)


Epilog und Dank 

Bei der vorliegenden virtuellen Präsentation "Zwischen Kues und Konstantinopel. Cusanus als Diplomat, Kirchenpolitiker und Friedensvermittler" handelt es sich sich um die gleichnamige  - allerdings überarbeitete  - reale Ausstellung im St. Nikolaus-Hospital/Cusanusstift in Bernkastel-Kues, die anlässlich des Besuches von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Missionschefs des Diplomatischen Korps in der Hunsrück- und Mosel-Region in Rheinland-Pfalz am 18. September 2019 konzipiert wurde. Obwohl die Ausstellung nach der Eröffnung durch den Bundespräsidenten und die 180  Diplomatinnen und Diplomaten aus aller Welt eine große Beachtung fand, musste sie aufgrund der Corona-Pandemie im folgenden Jahr leider frühzeitig beendet werden.

Aufgrund des anhaltend großen Interesses entschieden wir uns daher, die Ausstellung in den virtuellen Raum zu verlegen und hier langfristig allen Interessierten zugänglich zu machen.  Die virtuelle Ausstellung wird nach der Eröffnung durch das Cusanus-Institut am 9. Oktober 2021  anlässlich des Tags der rheinland-pfälzischen Landesgeschichte online zugänglich sein.  

Zum Schluss sei allen an der Ausstellung beteiligten Personen und Institutionen noch unser herzlichster Dank ausgesprochen, besonders dem Leiter der Abteilung Kommunikation und Marketing, Herrn Christoph Traxel vom Theater Trier für die unkomplizierte Zuverfügungstellung der Fotos der Aufführung von Lessings "Nathan der Weise" in Trier aus der Spielzeit 2019/2020. 

Eine virtuelle Ausstellung von

Team

Kurator: Dr. Marco Brösch 
Lektorat der Texte: Dr. Viki Ranff und Dr. Tom Müller
Projektleitung: Prof. Dr. Petra Schulte
Erstellt mit :
DDB Studio
Ein Service von:
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Diese Ausstellung wurde am 09.10.2021 veröffentlicht.



Impressum

Die virtuelle Ausstellung Zwischen Kues und Konstantinopel wird veröffentlicht von:

Universität Trier
Institut für Cusanus-Forschung an der Universität und Theologischen Fakultät Trier (Leitung: Prof. Dr. Petra Schulte)


Domfreihof 3
54290 Trier


gesetzlich vertreten durch

Präsident der Universität Trier
Prof. Dr. Michael Jäckel



Telefon: +49 651 14551 0
Fax:
E-Mail:  cusanus@uni-trier.de

Inhaltlich verantwortlich:

Prof. Dr. Petra Schulte
Institut für Cusanus-Forschung an der Universität und Theologischen Fakultät Trier
Domfreihof
54290 Trier

Kurator*innen:

Dr. Marco Brösch 

 

DDBstudio wird angeboten von:  
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handelnd für das durch Verwaltungs- und Finanzabkommen zwischen Bund und Ländern errichtete Kompetenznetzwerk

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