Erfolgreich. Gescheitert.
Tefifon, Video 2000 und Co.
Eine virtuelle Ausstellung von
Eine Ausstellung zum Scheitern
Was ist Scheitern?
Das kann viele Gründe haben: Die Konkurrenz setzt sich durch, es sind keine Käuferinnen und Käufer zu überzeugen, neue Materialien und Techniken verbannen die älteren Modelle vom Markt. Technische Probleme und wirtschaftliche Fehleinschätzungen gehören ebenfalls dazu.
Scheitern gehört dazu
Was gilt nun als erfolgreiches, was als gescheitertes Produkt? Diese Zuordnung ist nicht immer einfach und oft von zeitlichen sowie räumlichen Faktoren abhängig. Eine allgemeine Definition, was tatsächlich als „gescheitert“ gilt, kann es daher nicht geben.
Vom Phonographen zum Grammophon
Thomas Alva Edison erfand 1877 den Phonographen. Damit konnte man Töne aufnehmen und wiedergeben. Eine Membran nimmt die Stimme auf, die Schallschwingungen werden mit einem spitzen Stift in eine Zinnfolie auf einer Walze geritzt. Das Abspielen funktioniert analog rückwärts. Anfangs waren die Aufnahmen schlecht und auch die Vervielfältigung war ein Problem: Jede Walze musste neu bespielt werden, eine Vervielfältigung war nicht möglich. Das Grammophon von Emil Berliner ersetzte den Phonographen, und die vervielfältigbare Schallplatte die teuren und unpraktischen Wachswalzen.
Die Schellackplatte
Ein von der Membran bewegter Stift ritzte die Schallwellen in mit Wachs überzogene Zinkblechscheiben. Von den Vorlagen fertigte man einen Negativabdruck, wovon beliebig viele, günstige Abzüge möglich waren. Die Positive wurden zunächst auf Hartgummi, später auf stabilerem Schellack gepresst. Die mögliche kommerzielle Vervielfältigung der Platten verhalf Berliners Entwicklungen zum Durchbruch.
Aus zwei mach eins: Das Tefifon
In den 1940er Jahren war das Tefifon marktreif, setzte sich jedoch kaum gegen Schallplatte und Magnettonband durch. Bekannte Künstler waren bereits bei Schallplattenfirmen unter Vertrag.
Der Walkman: Alles nur geklaut?!
Gerades Scheitern steht höher als ein krummer Sieg.
Der Bildschirmtext: Fast wie Internet
Die Laserdisc: Qualität für wenige
Wer hat sie nicht: Die CD
Zu spät: Video 2000
Obwohl es der Konkurrenz von Betamax (Sony) und VHS (JVC) technisch überlegen war, scheiterte das Produkt: Die Markteinführung erfolgte zu spät. VHS und Betamax hatten sich bereits etabliert. Selbst die Besonderheiten wie die patentierte Spurnachführung und die langen Spielzeiten führten nicht zum Erfolg. Zu viele Nachteile wie anfängliche Unzuverlässigkeit und Kompatibilitätsprobleme standen dem gegenüber.
Ich bin nicht gescheitert – ich habe 10.000 Wege entdeckt, die nicht funktioniert haben.
Scheitern - ein alltägliches Tabu?
In der aktuellen Gesellschaft scheint für Misserfolge kein Platz zu sein. Das Streben nach Erfolg und die Suche nach Anerkennung dominieren. Über das Versagen spricht man nicht gerne. Scheitern ist als Thema nach wie vor tabu, obgleich Probleme und Fehler verstärkt diskutiert werden. Dabei steht vor allem der Umgang mit dem Scheitern im Vordergrund. Ratgeber, wie man „konstruktiv“ oder „richtig“ scheitert, ergänzen die ausufernde Karriere-, Erfolgs- und Motivationsliteratur.
Mut zum Scheitern
Oft wird Scheitern als Bedrohung des Selbstwertes verstanden. Allerdings sind Fehler wichtig für die Entwicklung, sie befördern sozialen, emotionalen und intellektuellen Fortschritt. Fehlversuche weisen den Weg zur Erkenntnis, mit Hilfe von „Versuch und Irrtum“ gelingt schließlich der Erfolg.
Scheitern ist zunächst ein Makel, kann aber auch eine Chance im Entwicklungsprozess sein. Denn: Man kann erfolgreich sein oder scheitern. Oder erfolgreich scheitern.