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Ferdinand Maier (1925–2014)

Beharrlichkeit und Entdeckerfreude

Eine virtuelle Ausstellung von

Zu dieser Ausstellung

Die Römisch-Germanische Kommission (RGK)↗ nimmt den 100. Geburtstag ihres ehemaligen Ersten Direktors, Ferdinand Maier, am 16. August 2025 zum Anlass, seinem Leben und Wirken in dieser virtuellen Ausstellung nachzugehen. Hierzu konnten wir Selbstzeugnisse, amtliche Dokumente und seine vielfältige wissenschaftliche Korrespondenz nutzen, die im Archiv der RGK aufbewahrt werden. Außerdem wurden uns von seiner Familie und seinen Freunden private Bilder sowie von verschiedenen Museen Objektbilder zur Verfügung gestellt, wofür wir allen herzlich danken.
Die Ausstellung erzählt anhand der wichtigsten Stationen seines Lebens seinen Werdegang und seine wissenschaftlichen Forschungen. Besonders geprägt haben ihn dabei neben zahlreichen Kontakten zu in- und ausländischen Kolleginnen und Kollegen seine wissenschaftlichen Studienreisen und die langjährigen Ausgrabungen im Oppidum von Manching bei Ingolstadt. Daraus resultierten intensive Forschungen zur Eisenzeit und den sogenannten Kelten in Europa, die er in verschiedenen Publikationen veröffentlicht hat.

01
Jugend in schwieriger Zeit

Kindheit und Jugend in Villingen

Ferdinand Maier wurde am 16. August 1925 in Villingen im Schwarzwald geboren, wo er auch seine Jugend verbrachte. Er ging dort zur Schule, konnte aber wegen des Zweiten Weltkriegs erst 1949 das Abitur ablegen.
Villingen war damals eine prosperierende Kleinstadt, die im Geburtsjahr Ferdinand Maiers ihren eigenen Flughafen↗ in Betrieb nahm. 

Ferdinand Maier und seine Mutter (1925).

Kriegszeit

Mit 17 Jahren wurde Ferdinand Maier – wie so viele Schüler – in die Wehrmacht eingezogen. Er kam an die Westfront, wo er als Funker eingesetzt wurde. Er erlebte das Kriegsende im Lazarett und kehrte 1946 nach Villingen zurück.

Ferdinand Maier (ca. 1943).

02
Studienzeit in Freiburg (1947–1954)

03
Das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts

04
Römisch-Germanische Kommission

05
Forschungsreisen

Ferdinand Maier nahm im Frühjahr 1962 an einer von Werner Krämer initiierten Studienreise nach Frankreich teil. Es wurden zahlreiche Museen und Fundorte besucht. Auf dem Bild zu sehen ist die Rast der Teilnehmer in Alesia↗, Alise-Ste-Reine, in Burgund. Dort hatte im Jahr 52 v. Chr. in einer großen Schlacht Iulius Caesar den gallischen Widerstand gebrochen. Napoleon III. (1808–1873)↗ ließ dort eine große Statue errichten, die den gallischen Feldherrn Vercingetorix↗ darstellen soll, zugleich aber die Gesichtszüge des französischen Kaisers trägt.

Eine weitere Reise führte Ferdinand Maier noch im selben Jahr in die Türkei und verschiedene Balkanstaaten.

Bilder einer Studienreise zu den keltischen Oppida in Frankreich vom 8. bis 19. Oktober 1962 unter Leitung von Werner Krämer (ganz links).

06
Manching

07
Das Heidetränk-Oppidum – Mit der U-Bahn in die Keltenzeit

Oberursel, Heidetränk-Oppidum. Blick nach Süden über die Rhein-Main-Ebene.

08
Ehrungen für die Lebensleistung

Zeichnung von Cornelia, der Tochter von Ferdinand Maier, aus der Bildergeschichte "In der R.G.K." mit dem Titel "Dann geht wieder Herr Maier".

Dann geht wieder Herr Maier...

        "Da fing ich an zu hören.
          Da fing ich an zu sehn.         Daß wir gar vieles lehren.
        Und wenig doch verstehn."


Das Märchen von dem Schulmeister Klopfstock und seinen fünf Söhnen. In: Italienische Märchen von Clemens von Brentano

 

"Keinesfalls der Resignation soll mit der letzten Zeile das Wort geredet sein, sondern der Bewahrung der Neugierde, einer Neugierde, die sich von derjenigen der Studienzeit nur durch die größere Erfahrung und den routinierten Umgang mit dem methodischen Rüstzeug unterscheidet."

                             Ferdinand Maier in seiner Abschiedsrede an die RGK

Dank für Unterstützung

Ohne die Unterstützung durch Leihgeber und Beitragende wäre diese Darstellung zum Leben Ferdinand Maiers nicht in dieser Form möglich gewesen. Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank!

Cornelia Neuhäuser-Maier
Dr. habil. Wolfgang Fischer-Bossert (Wien)
Hon.-Prof. Dr. Susanne Sievers (Aschaffenburg)
Prof. Dr. Siegmar von Schnurbein (Frankfurt)
Kirstine Ruppel (Hanau)
Prof. Dr. em. Hermann Ament (Hamburg)
Dr. Kerstin P. Hofmann (DAI-RGK, Frankfurt)
Dr. Claudia Trummer (DAI-RGK, Frankfurt)
Dipl.-Des. Lara Hies (DAI-RGK, Frankfurt)
Wenke Domscheit M. A. (DAI-RGK, Frankfurt)
Tobias Esch M. A. (kelten römer museum manching)

Archäologische Staatssammlung, München
Arheološki muzej u Zagrebu
Bayerischer Rundfunk, Archiv
Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Athen
Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Istanbul
Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Madrid
hessenARCHÄOLOGIE, Wiesbaden
Hessischer Rundfunk, Archiv
Kantonsarchäologie Sankt Gallen
kelten römer museum manching
Vortaunusmuseum, Oberursel