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Flora, Fauna, Fabelwesen

Malerei auf Keramik: Grita Götze, Heidi Manthey, Sonngard Marcks

Kunstgewerbemuseum - Staatliche Museen zu Berlin

Was ist zu sehen?

In der Ausstellung entsteht ein Dialog zwischen den temporär gezeigten zeitgenössischen Exponaten und den dauerhaft in Schloss Köpenick zu sehenden historischen Werken aus dem Bestand des Berliner Kunstgewerbemuseums: Als Interventionen sind rund 80 Keramiken der Künstlerinnen Grita Götze, Heidi Manthey und Sonngard Marcks auf die drei Etagen des Schlosses verteilt. Gefertigt in aufwendiger Fayence-, Porzellan- und Engobemalerei, gibt es bei den Keramiken immer wieder Reminiszenzen an Vorbilder aus Renaissance, Barock und Rokoko, ohne diese jedoch zu kopieren. Dabei kommen die Künstlerinnen zu neuen und verblüffenden Ideen. Neben historisch inspirierten Ornamenten und Mythologien stehen Naturmotive im Zentrum ihres jeweiligen bildnerischen Repertoires. Oberfläche und Gefäß, Dekor und Form verschmelzen zu einer Symbiose. Nicht der Gebrauchszweck bestimmt den Entwurf, sondern die künstlerische Idee: Teekannen werden zu kleinen Bildwerken auf Sockeln, Vasen zu Skulpturen und Teller zu Wandobjekten.

Grita Götze (geb. 1959) und Sonngard Marcks (geb. 1959) haben in den 1980er Jahren an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle (Saale) studiert - unter anderem bei Heidi Manthey (geb. 1929), die dort selbst Studentin und später Dozentin im Fach Keramik-Dekor war. Jede der drei Künstlerinnen beschreitet ihren eigenen Weg, bei allen dreien bildet die handwerkliche Meisterschaft die Grundlage ihres künstlerischen Schaffens.

Laufzeit der Ausstellung: 4. Juni bis 3. Oktober 2021.





Ausstellungsansichten

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum

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Schloss Köpenick.jpg
Außenansicht von Schloss Köpenick, Bauzeit 1677-1690


Ausstellungsansicht

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Das Schlossfoyer mit Informationstafel zur Ausstellung


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Im Erdgeschoss des Schlosses sind die Keramiken von Grita Götze zu sehen.


Ausstellungsansicht

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Im "Haldenstein-Zimmer" werden einige Teller von Grita Götze neben Majoliken der Renaissance mit Grotesken-Dekoren (im Vordergrund) gezeigt.


Ausstellungsansicht

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Im "Höllrich-Zimmer" stehen die Keramiken Grita Götzes (im Vordergrund) im Dialog mit Renaissance-Majoliken mit Goldlüsterdekor.


Ausstellungsansicht

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Im ersten Obergeschoss des Schlosses sind die Keramiken von Sonngard Marcks zu sehen.


Ausstellungsansicht

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Das dialogische Prinzip der Ausstellung wird hier deutlich: Die Vasen von Sonngard Marcks fügen sich harmonisch in die Raumkunst des Rokoko ein.


Ausstellungsansicht

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Drei Schaugerichte von Sonngard Marcks


Ausstellungsansicht

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum

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Im obersten Stockwerk sind die Keramiken von Heidi Manthey zu sehen. Die Kanne oben links ist ein historisches Referenzstück des 18. Jahrhunderts.


Ausstellungsansicht

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum

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Im Wappensaal von Schloss Köpenick entsteht ein Dialog zwischen den Porzellanmalereien von Heidi Manthey und dem historischen Tafelservice der KPM.


Rote Paprika

Grita Götze, 2006

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Privatbesitz

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Grita Götze, Foto: Klaus E. Göltz, Halle (Saale)

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Kurzbeschreibung
Teller
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Daphne, Aktaion

Heidi Manthey, 1974

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Inv. G 130 bzw. G 131

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Foto: Dietmar Katz, Berlin

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Schaugericht "Surinam"

Sonngard Marcks, 2019

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Privatbesitz

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Sonngard Marcks, Foto: Rolf Maidorn, Wolfenbüttel

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Kurzbeschreibung
Schaugericht
S.Marcks_Reise.nach.Surinam.png

01

Grita Götze

Grita Götze



Biographie

  • 1959  geboren in Schlema, aufgewachsen in Halle und Gernrode
  • 1978–80  Töpferlehre in der Hochschulwerkstatt in Bürgel, Thüringen
  • 1980–85  Studium der Keramik an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle Burg Giebichenstein bei Gertraud Möhwald und Heidi Manthey
  • seit 1986  freischaffende Künstlerin
  • Lebt und arbeitet in Halle (Saale)


Steine

Grita Götze, 2020

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Privatbesitz

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Grita Götze, Foto: Klaus E. Göltz, Halle (Saale)

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Kurzbeschreibung
Deckelvase
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Nobilitierung der kleinen Dinge

Charakteristisch für die keramische Malerei von Grita Götze ist die meisterhaft illusionistische Wiedergabe von Dingen aus ihrem engsten häuslichen Umfeld – seien es die Blumen und Gräser im Garten, das Unkraut zwischen den Steinen, Insekten in der Wiese oder die Gegenstände ihrer Werkstatt. Geschickt eingewoben in ihre Bildsprache sind bisweilen historische Anspielungen, die von Ferne die Epoche der Renaissance oder auch des Jugendstils anklingen lassen.



Quodlibet

Grita Götze, 2020

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Privatbesitz

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Grita Götze, Foto: Klaus E. Göltz, Halle (Saale)

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Kurzbeschreibung
Teller
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Grita Götze hat eine eigene Technik aus Engoben (Angüssen aus gefärbten Tonmassen) entwickelt, die in mehreren Arbeitsphasen, partienweise mit Papierschablonen abgedeckt, aufgegossen, bemalt und glasiert werden. Dabei entsteht eine verblüffende räumliche Tiefenwirkung. Mit diesem höchst aufwendig erzielten „Trompe l’œil“-Effekt wird auch den kleinsten und scheinbar nebensächlichen Details eine Bedeutung beigemessen. Götzes Keramiken machen empfänglich für die Poesie des Alltags.



Zitronen

Grita Götze, 2008

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Privatbesitz

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Grita Götze, Foto: Klaus E. Göltz, Halle (Saale)

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Kurzbeschreibung
Teller
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Grotesken

Grita Götze hat 2006/08 eine Reihe von Tellern gefertigt, deren Dekore aus einer Kombination von Grotesken und illusionistisch gemalten Früchten bestehen. Während die Grotesken der Renaissance jedoch streng achsensymmetrisch angeordnet sind, lässt Grita Götze sie quasi „über den Tellerrand“ hinausweisen und bindet sie in ihre eigenen Bildwelten ein.



Früchtekredenz Urbino

Meister des "Ferrara-Services", um 1580/90

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Inv. K 2155

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Foto: Dietmar Katz, Berlin

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Historisches Vergleichsobjekt


Grotesken gehören zu den charakteristischen Ornamenten der Renaissance-Epoche. Sie bestehen aus ineinander übergehende Figuren und Ranken. Die im Dialog mit Grita Götzes Tellern gezeigten italienischen Majoliken sind mit Grotesken bemalt. Auch in den geschnitzten Dekoren des sog. "Haldenstein-Zimmers" sind Grotesken zu entdecken. Letztlich geht der Dekor auf die römische Antike zurück. Ende des 15. Jahrhunderts wurden in Rom Teile der Domus Aurea, des „Goldenen Palastes“ von Kaiser Nero, ausgegraben. Die Raumdekore, die dabei zu Tage kamen, waren jahrhundertelang verschüttet gewesen. Da sie nun grottengleich erschienen, nannte man sie „alla grottesca“.



Schale mit Frauenprofil

um 1500, Faenza

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Inv. K 1755

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Foto: Dietmar Katz, Berlin

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Historisches Vergleichsobjekt


„Belle-Donne“-Schalen

Teller und Schalen mit den Darstellungen schöner Damen, die sogenannten „Belle-Donne“-Schalen, gehörten um und nach 1500 zu den beliebtesten Artikeln der Majolikaproduktion in Italien. Es waren Liebesgaben, die von wohlhabenden Männern in Auftrag gegeben und ihrer Angebeteten überreicht wurden. Besonders qualitätvolle „Belle Donne“-Schalen entstanden in Faenza. Im strengen Profil sind Frauenbüsten auf dunklem Grund gemalt. Das Weiß der Glasur ist dem Inkarnat vorbehalten. Beischriften wie „Cornelia Regina“ geben den Idealbildnissen eine persönliche Note.



Nach dem Bade

Grita Götze, 2008

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Privatbesitz

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Grita Götze, Foto: Klaus E. Göltz, Halle (Saale)

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Kurzbeschreibung
Teller
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Mit ihrer Tellerreihe „Nach dem Bade“ aus dem Jahr 2008 übersetzt Grita Götze diese Renaissance-Tradition in die Gegenwart. Das mit großen Blüten verzierte rote Badetuch verleiht der jungen Frau eine gleichermaßen private wie würdevolle Ausstrahlung. Das Rot des Tuchs bildet einen Kontrast zum gelben, mit Grotesken versehenen Hintergrund.

02

Heidi Manthey

Heidi Manthey



Biographie

  • 1929 in Leipzig geboren
  • 1946–1949 Studium der Malerei und Grafik in Leipzig bei Walter Münze und Max Schwimmer
  • 1949–1952 Studium der Keramik am Institut für künstlerische Werkgestaltung auf Burg Giebichenstein Halle bei Erika Gravenstein und Charles Crodel
  • seit 1952 freischaffende Künstlerin seit 1956 Zusammenarbeit mit Hedwig Bollhagen in Marwitz
  • 1975–1980 Lehrauftrag für Keramik-Dekor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
  • 1980–1997 Lehrauftrag für Keramik-Dekor an der Hochschule  für Industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein Halle
  • 2001–2014 Künstlerische Leiterin der HB-Werkstätten Marwitz
  •  Lebt und arbeitet in Marwitz


Vase mit weiblichen Aktfiguren

Heidi Manthey, 1975

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Inv. G 198

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Foto: Dietmar Katz, Berlin

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Die Fabelwelt der Antike, insbesondere Ovids Metamorphosen, hat Heidi Manthey zeitlebens inspiriert: In ihren malerischen Dekoren und plastischen Figuren variiert sie bestimmte Motive immer wieder und komponiert daraus keramische Gefäße und Objekte.
Zu ihren bevorzugten mythologischen Gestalten gehören Aktaion, der in einen Hirschen verwandelte Jäger, die Nymphe Daphne, aus der laut Ovid ein Lorbeerstrauch wurde, und Mischwesen wie Sirenen, Nereiden und Faune. Eine Metamorphose geschieht auch, wenn Heidi Manthey fertige Produkte bemalt und zu etwas Neuem macht – sei es eine Kanne der HB-Werkstätten von Hedwig Bollhagen in Marwitz oder eine Vase aus Meißener oder Berliner Porzellan.



Fußschale mit Hunden und Blüten

Heidi Manthey, 1980

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Inv. G 577

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Foto: Dietmar Katz, Berlin

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Blau gefärbte Glasuren und Helmkannen

Seit den späten 1950er Jahren hat Heidi Manthey sich intensiv mit der Fayencemalerei beschäftigt. Während sie zunächst nur in Scharffeuer-Blaumalerei auf weißem Grund gearbeitet hat, kamen ab Mitte der 1970er Jahre weitere Farben wie Grün, Gelb und Manganrot hinzu. Ab 1978 entwickelte sie eine blau eingefärbte Fayenceglasur, die den Grund für polychrome Bemalung bildet.



Tafelaufsatz mit drei plastischen Sirenenfiguren

Heidi Manthey, 1981

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Inv. G 525

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Foto: Dietmar Katz, Berlin

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Plastische Gefäßgestaltung

Im Werk von Heidi Manthey sind weibliche Flügelwesen und Echsen in vielfachen Varianten anzutreffen, als plastisch ausgeformte Gefäßstützen oder Kannenhenkel und bei den gemalten Dekoren. Der reine Gebrauchszweck ist bei Mantheys Keramiken zweitrangig. Im Zentrum stehen vielmehr Fantasie und der spielerische Umgang mit historischen Vorbildern.



Salznapf mit plastischen Sphingen

um 1625, Deruta (?)

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Inv. W-1986,72 (Vermächtnis Rolf Lahr)

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Foto: Dietmar Katz, Berlin

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Historisches Vergleichsobjekt


Das plastische Material Ton eignet sich wie kein anderes für die Verbindung von Figur und Gefäß. Auch in der italienischen Majolika der Renaissance spielte der plastische Dekor eine wichtige Rolle. Angesichts der dickflüssigen weißen Zinnglasur stellte die feinteilige Modellierung eine besondere technische Herausforderung dar. Als Beispiel ist hier ein um 1625 gefertigtes Salzgefäß mit weiblichen Flügelwesen zu sehen.



Kännchen mit Echsenhenkel

Heidi Manthey, 1984

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Inv. G 1275

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Foto: Dietmar Katz, Berlin

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Echsenhenkel

Echsenförmige Henkel hat Heidi Manthey in den verschiedensten Varianten dargestellt. Mit der ihr eigenen spielerischen Fantasie lässt sie Echsen aus Porzellan in den Rand eines Kännchens beißen oder vorwitzig in das Innere einer Fayencevase blicken.



Kanne mit Echsenhenkel und Schildkrötenfuß

um 1550, Gubbio

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Inv. K 1743

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Foto: Dietmar Katz, Berlin

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Historisches Vergleichsobjekt


Bereits in der Antike bildeten keramische Gefäße geflochtene Körbe, lederne Weinschläuche, Kürbisgefäße oder Bronzebehältnisse nach. Die originelle Majolikakanne mit Echsenhenkel, deren Gefäßkörper an einen Drachen- und Vogelkörper erinnert und auf einem Schildkrötenfuß ruht, hat sich ein antikes Keramikgefäß zum Vorbild genommen, das wiederum metallene Gefäße nachahmte.



Apothekengefäße (Albarelli)

Heidi Mathey // Kgl. Hofapotheke im Berliner Schloss, 1969/70 // Anfang 18. Jahrhundert

Aus der Sammlung von

Privatbesitz // Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum

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Oben zwei Albarelli von Heidi Manthey, unten historische Vergleichsobjekte


Zinnglasierte Apothekengefäße

Die Geschichte der Majolika und Fayence hat auch einen medizinhistorischen Aspekt: Dass sich in Italien während der Renaissance die Technik der zinnglasierten Keramik etablierte, hing auch mit der großen Pestepidemie des 14. Jahrhunderts zusammen. In Florenz und anderen Städten entstanden bedeutende Hospitäler, deren Apotheken mit Majoliken ausgestattet wurden. Die weiß glasierten, wasserabstoßenden Keramiken waren hygienischer als Gefäße aus Holz oder Metall und daher besser zur Aufnahme von Arzneimitteln, Pflanzenextrakten und Ölen geeignet. Zudem waren sie dekorativ. Das gab der noch jungen Majolikaproduktion Auftrieb.

Im Barock setzte sich die Tradition auch nördlich der Alpen fort. Die allerorten gegründeten Fayencemanufakturen – wie auch diejenige in Berlin – belieferten Hof-, Stadt- und Klosterapotheken mit blau-weißen Keramiken. Aus Italien übernommen wurde auch der Typus des „Albarello“, ein zylindrischer Behälter für Arzneien.

Heidi Manthey erhielt 1969 den Auftrag, die Apotheke am Alexanderplatz in Berlin mit Fayencen auszustatten. Der Auftrag bedeutete für sie Ansporn und Bestätigung zugleich, sich intensiv mit historischen Fayencen zu beschäftigen und moderne figürliche Dekore in klassischer Blaumalerei zu entwerfen.

03

Sonngard Marcks

Sonngard Marcks



Biographie

  • 1959 in Lutherstadt Eisleben geboren
  • 1977–1979 Töpferlehre in der Hochschulwerkstatt in Bürgel, Thüringen
  • 1979–1986 Studium der Keramik, Diplom und Zusatzstudium an der Hochschule für  Industrielle Formgestaltung Halle Burg Giebichenstein  bei Gertraud Möhwald, Heidi Manthey und Lothar Sell
  • seit 1986 freischaffende Künstlerin
  • Lebt und arbeitet in Wolfenbüttel und Braunschweig


Etwas sizilianisch

Sonngard Marcks, 2019

Aus der Sammlung von

Privatbesitz

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Sonngard Marcks, Foto: Rolf Maidorn, Wolfenbüttel

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Kurzbeschreibung
Zeichnung
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Sowohl im Medium der Keramik als auch der Grafik widmet sich Sonngard Marcks der Darstellung von Naturmotiven. Dabei stellt sie sich bewusst in die Tradition des Barock ein. In der botanischen Präzision ihrer Zeichnungen spiegelt sich ihre Bewunderung für Maria Sibylla Merian (1647–1717) und Giovanna Garzoni (1600–1670) wider. Auch die von Sonngard Marcks angewandte Technik der Fayencemalerei und die plastischen Schaugerichte als Elemente der festlich geschmückten Tafel finden ihre Vorläufer im Barock.
Dahinter steht ein Grundgedanke, der die Barockepoche gerade heute hochaktuell erscheinen lässt: die Schönheit, aber auch Fragilität und Vergänglichkeit („vanitas“) der Schöpfung. Diesen Gedanken übersetzt Sonngard Marcks mit ihren Keramiken und Grafiken in die Gegenwart und macht ihn sinnlich erfahrbar.



Teller mit Blumen und Schmetterlingen

Adam Friedrich von Löwenfinck, um 1741/44, Fulda

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Inv. 1926,13

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Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Foto: Fotostudio Bartsch, Karen Bartsch, Berlin

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Historisches Vergleichsobjekt


Blumen- und Insektenmalerei

Tafelservice aus Fayence und Porzellan weisen im 18. Jahrhundert oftmals Blumen- und Insektenmalereien auf. In der Ästhetik von Barock und Rokoko gingen Natur- und Kunstformen eine enge Verbindung ein: In den Schlössern zierten Rocaillen, Ranken und Fruchtgirlanden die Innenausstattung, während die Gartenanlagen nach künstlerischen Prinzipien gestaltet waren. Die farbenfrohen Blumenmalereien der Service brachten die Natur auf die Tafel. Der Maler und Manufakturgründer Adam Friedrich von Löwenfinck arbeitete zunächst an der Meißener Porzellanmanufaktur und wechselte ab 1736 an die Fayencemanufakturen von Bayreuth, Ansbach und Fulda. In Fulda schuf er Dekore stark stilisierten, ostasiatisch inspirierten Blumen in leuchtenden Farben auf weißem Grund, die man damals als „indianisch“ bezeichnete.



Teller mit Christrose und Motte

Sonngard Marcks, 2017

Aus der Sammlung von

Privatbesitz

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Sonngard Marcks, Foto: Rolf Maidorn, Wolfenbüttel

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Sonngard Marcks interpretiert die Tradition der Blumen- und Insektenmalerei auf Fayence in eigener Weise. Konturenbetont und dennoch naturalistisch genau sind ihre Dekore, die die herkömmliche Trennung zwischen Tellerspiegel und -fahne überspielen.



Halb und Halb

Sonngard Marcks, 2017

Aus der Sammlung von

Privatbesitz

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Sonngard Marcks, Foto: Rolf Maidorn, Wolfenbüttel

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Kurzbeschreibung
Teller
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Bei ihrem Teller „Halb und Halb“ bringt Sonngard Marcks die sahnig-weiße Zinnglasur der Fayencetechnik besonders wirkungsvoll zur Geltung, indem sie unbemalte Partien mit feinster Fayencemalerei kontrastiert – halb „amor vacui“, halb „horror vacui“. In die blauen Dekorpartien ist ein Chinese mit Sonnenschirm eingewoben – eine subtile Anspielung auf die chinesischen Blauweißporzellane, die im 17. Und 18. Jahrhundert von den europäischen Fayencekünstlern imitiert wurden.



Große Schneeballvase

Sonngard Marcks, 2019

Aus der Sammlung von

Privatbesitz

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Sonngard Marcks, Foto: Rolf Maidorn, Wolfenbüttel

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Die "Große Schneeballvase" von Sonngard Marcks verbindet feinste Fayencemalerei mit plastischer Gestaltung. Generell entziehen sich ihre Vasen und gesockelten Deckeldosen jedem Gebrauchszweck, sind vielmehr keramische Bildwerke, die von allen Seiten zum Betrachten einladen. Mit ihrer Schneeballvase erweist Sonngard Marcks dem berühmten Rokokovobild aus Meißener Porzellan ihre Reverenz.



Schaugericht "Surinam"

Sonngard Marcks, 2019

Aus der Sammlung von

Privatbesitz

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Sonngard Marcks, Foto: Rolf Maidorn, Wolfenbüttel

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Kurzbeschreibung
Schaugericht
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Schaugerichte

Die Schaugerichte von Sonngard Marcks weisen nicht nur ein hohes Maß an kunsthandwerklichem Können auf, sondern sie vermitteln auch eine Botschaft: Denn so zerbrechlich und fragil die Keramik ist, so schützenswert ist auch der Reichtum der Natur.

Bewusst knüpft sie mit ihren Schaugerichten an die Tradition barocker Festtafeln an. Im 18. Jahrhundert bildeten Künstler Früchte, Gemüse aber auch Truthähne, Fasanen oder Wildschweinköpfe täuschend echt in Fayence und Porzellan nach. Bunt bemalte Terrinen in Gestalt von Tieren, Kohlköpfen oder Melonen dienten zugleich als Gefäße und stellten einen Augenschmaus der besonderen Art dar. Füllhörner und Fruchtgirlanden, die Wohlstand und Genuss versinnbildlichen, zieren auch die barocken Stuckdecken und Deckenmalereien in Schloss Köpenick.

Mit dem Schaugericht „Surinam“ spielt Sonngard Marcks auf die Künstlerin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian (1647-1717) an, die 1699 eine Reise in das südamerikanische Land unternahm, dort die vielfältige Flora und Fauna zeichnete und in ihrem Werk "Metamorphosis insectorum Surinamensium" für die Nachwelt dokumentierte.



Flora, Fauna, Fabelwesen

Claudia Kanowski, 2020, Berlin

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum

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Kurzbeschreibung
Ausstellungskatalog
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Wir hoffen, Ihr Interesse geweckt zu haben!

Begleitend zur Ausstellung "Flora Fauna Fabelwesen" ist ein gleichnamiger Katalog erschienen.

Herausgegeben von Claudia Kanowski. Paperback. 66 Seiten. ISBN 978-3-88609-845-3

Link zum Webshop

Eine virtuelle Ausstellung von

Team

Virtuelle Ausstellung:
Texte: Claudia Kanowski

Layout: Lucy Degens

Analoge Ausstellung:
Kuratorin: Claudia Kanowski, Kunstgewerbemuseum
Direktorin: Sabine Thümmler, Kunstgewerbemuseum
Gestaltung der Ausstellung: Ingo Morgenroth, unter Mitarbeit von Vera Franke
Ausstellungsaufbau: Frank Hammer, Franziska Kierzek, Manuela Krüger, Thomas Schreiber
Erstellt mit :
DDB Studio
Ein Service von:
DDB Studio

Diese Ausstellung wurde am 07.09.2021 veröffentlicht.



Impressum

Die virtuelle Ausstellung Flora, Fauna, Fabelwesen wird veröffentlicht von:

Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum
Tiergartenstraße 6
D-10785 Berlin
gesetzlich vertreten durch Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Telefon: +49 30 266 424301
Fax: 030 266424311
E-Mail:  kgm@smb.spk-berlin.de

Inhaltlich verantwortlich:
Claudia Kanowski, Kuratorin für Keramik
Kunstgewerbemuseum
Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz
Tiergartenstraße 6
D-10785 Berlin

Kurator*innen:
Claudia Kanowski

 

DDBstudio wird angeboten von:  
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handelnd für das durch Verwaltungs- und Finanzabkommen zwischen Bund und Ländern errichtete Kompetenznetzwerk

Deutsche Digitale Bibliothek
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