Freiburger Handschriften
Ausstellung im Rahmen der Tagung "Archäologie der Handschrift" an der Universität Freiburg (9.10.-11.10.2023)
Eine virtuelle Ausstellung von
Einleitung
In dieser virtuellen Ausstellung werden einige der bedeutendsten und wertvollsten Handschriften aus den Historischen Sammlungen der Universitätsbibliothek Freiburg gezeigt.
Diese Handschriften wurden im Rahmen einer "Langen Nacht der Handschriften" am 10.10.2023 anlässlich der internationalen Tagung "Archäologie der Handschrift - Erschließung, Präsentation und Forschung im digitalen Raum" präsentiert. Die Tagung wurde von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Jochen Schiewer, Dr. Christoph Mackert und Prof. Dr. Racha Kirakosian organisiert und fand vom 09.10.2023-11.10.2023 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg statt.
Informationen zur Tagung unter: https://archaeologie-der-handschrift.de/
Dr. Antje Kellersohn (Leitende Direktorin der Universitätsbibliothek Freiburg): "Mit dieser virtuellen Ausstellung möchten wir den Zugang zu ausgewählten Werken aus unseren historischen Sammlungen auch über die Fachtagung hinaus und für die interessierte Öffentlichkeit ermöglichen."
Dr. Marcus Schröter (Leiter der Historischen Sammlungen der Universitätsbibliothek Freiburg): "Die für die Handschriftentagung getroffene Auswahl der Exponate sollte nicht nur bekannte Einzelstücke - auch im Hinblick auf ihre besonderen Provenienzen - aus den Sammlungen der Universitätsbibliothek zeigen, sondern diese auch thematisch in ihre Entstehungs- Rezeptionskontexte einbetten."
Das Konzept der Freiburger Handschriftenausstellung
Die Ausstellung gliedert sich in fünf Themenbereiche, denen ausgewählte Objekte aus den Historischen Sammlungen der Universitätsbibliothek Freiburg zugeordnet wurden:
Für das Auge – Bücher zum Schauen
Für die Welt – Bücher des Hofes
Für die Seele – Bücher des Klosters
Für den Geist – Bücher der Universität
Für das Ohr – Bücher zum Hören
Kuratiert wurde die Ausstellung von Prof. Dr. Martina Backes, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Jochen Schiewer, Dr. Marcus Schröter, Christine Schulte M.A., Isolde Teufel.
01
Für das Auge – Bücher zum Schauen
Die mittelalterliche Kultur gilt als Kultur der Sichtbarkeit, und so sind auch Handschriften sehr viel mehr als nur der schriftlichen Überlieferung dienende Text-Container. Sie sind kulturelle Objekte, die auf vielfache Weise in ihrer Materialität Anspruch und gesellschaftlichen Status der enthaltenen Texte sichtbar zum Ausdruck bringen. Dies gilt nicht nur für die verwendeten kostbaren Materialien (z.B. Pergament, Gold), sondern vor allem auch für die verschwenderische Ausstattung mit Bildern. Sowohl in den religiösen Handschriften, aber auch in den Bänden mit weltlicher Literatur dokumentieren die Illustrationen und Bildzyklen darüber hinaus jenes später oft zurückgedrängte mediale Wissen, dass nicht nur sprachliche Zeichen Welt repräsentieren und Sinn stiften, sondern auch visuelle. Diese Bedeutung der Bilder verbindet das Mittelalter mit der (Post-)Moderne.
Martina Backes
Johann Felizian Geissinger
Diese Papierhandschrift aus dem Jahr 1787 gehört zu einer Gruppe von Handschriften aus den Sammlungen der Universitätsbibliothek, die der Freiburger Landpfarrer Johann Felizian Geissinger (1740-1806) als Autor, Schreiber und Illustrator angefertigt hat. Seine 'Abschriften von Epitaphien oder Grabschriften des Münsters' sind heute ein wichtiges Zeugnis für die Geschichte des Freiburger Münsters.
Informationen über die verwendeten Medien
Abschriften von Epitaphien oder Grabschriften des Münsters von Freiburg i.Br.
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 498, Bl. 19r. Literatur: Hagenmaier (1996), S. 89.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
35,5 x 22 cm, 125 Blätter
Material/Technik
Papier
Sprache
deutsch
Identifikator
Hs. 498
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Joseph Felizian Geissinger Provenienz: Anton Freiherr von Baden
Zeit
1787
Ort
Freiburg i. Br.
Psalterium
Das Psalterium stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und wurde vermutlich in Süddeutschland hergestellt. Zu Beginn der Pergamenthandschrift befinden sich 18 kostbare Bildseiten und mehrere Zierinitialen in Deckfarbenmalerei mit Gold und Silber.
Informationen über die verwendeten Medien
Psalterium
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 24, Bl. 10v. Literatur: Hagenmaier (1974), S. 23-26.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
22,5 x 16 cm, 224 Blätter
Material/Technik
Pergament
Sprache
lateinisch, deutsch
Identifikator
Hs. 24
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1. Hälfte 13. Jh.
Ort
Süddeutschland
al-Qurʾān
Diese illuminierte Koran-Handschrift im Format 10,5 x 16 cm (Text: 5,5 x 10 cm; 15 Zeilen) aus Papier ist 1860 bis 1861 in der Westtürkei entstanden. Um 1960 kam sie nach Freiburg und konnte 2018 am Institut für Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut des Landesarchivs Baden-Württemberg in Ludwigsburg aufwändig restauriert werden.
Informationen über die verwendeten Medien
al-Qurʾān
Koran
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 1532,24. Bei der "Langen Nacht der Handschriften" in der Universitätsbibliothek gab es zu dieser Handschrift einen Vortrag von Isolde Teufel zum Thema: "al-Qurʾān – Impressionen einer Restaurierung der Koran-Handschrift Hs. 1532,24". Informationen zur Handschrift unter: https://www.ub.uni-freiburg.de/ihre-ub/aktuelle-nachrichten/llluminierte-koran-handschrift-von-1860-61-erstrahlt-wieder-in-altem-glanz/?hl=Koranhandschrift.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
16 x 10,5 cm, 308 Blätter
Material/Technik
Papier
Sprache
arabisch
Identifikator
Hs. 1532,24
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schreiber: Muḥammad al-Edirnewī Provenienz: Helmuth Theodor Bossert
Zeit
1860-1861
Ort
Westtürkei
Bilderbibel
Diese Bilderbibel wurde um 1410 im Elsass angefertigt und enthält 177 kolorierte Feder- und Tuschezeichnungen auf Papier, die das Leben und Wirken von Jesus Christus abbilden.
Informationen über die verwendeten Medien
Bilderbibel
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 334, Bl. 8v. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 76-77.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
29,5 x 21,5 cm, 49 Blätter
Material/Technik
Papier
Sprache
deutsch
Identifikator
Hs. 334
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
um 1410
Ort
Elsass
Sakramentar
Diese bedeutende Pergamenthandschrift ist im Raum der Ottonischen Kölner Malerschule zwischen 1070-1080 entstanden. Zu Beginn der Handschrift finden sich mehrere Zierseiten in Deckfarbenmalerei mit Gold und Silber. Auf Bl. 13v ist Papst Gregor I. auf einem Thron sitzend mit einer Geisttaube abgebildet.
Informationen über die verwendeten Medien
Sakramentar
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 360a, Bl. 13v. Literatur: Hagenmaier (1980), S. 94-96.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
30 x 23 cm, 212 Blätter
Material/Technik
Pergament
Sprache
lateinisch
Identifikator
Hs. 360a
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Provenienz: Benediktinerabtei St. Vitus in Mönchengladbach, Johann Leonhard Hug
Zeit
1070-1080
Ort
Köln
Johannes Cassianus: Collationes Patrum
Die Pergamenthandschrift wurde im 10. / 11. Jh. im Raum Süddeutschland / Schweiz angefertigt und enthält Texte unterschiedlicher Autoren. Auf Bl. 1v ist in einem Autorenbild aus Deckfarbenmalerei der Mönch Johannes Cassianus abgebildet.
Informationen über die verwendeten Medien
Johannes Cassianus: Collationes Patrum
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 380, Bl. 1v. Literatur: Hagenmaier (1980), S. 116-117.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
19 x 13,5 cm, 147 Blätter
Material/Technik
Pergament
Sprache
lateinisch, deutsch
Identifikator
Hs. 380
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Johannes Cassianus, Papst Gregor I. Provenienz: Stift St. Michael (Beromünster), Burckard zuo der Trocken / Margareta der Murarin / der Tengarin swester, Joseph von Laßberg, Johann Leonhard Hug
Zeit
10. / 11. Jh.
Ort
Süddeutschland / Schweiz
Stephan von Landskron: Die Himmelstraße
Die Papierhandschrift ist um 1498-1500 im Klarissenkloster Gnadental in Basel entstanden. Für die Handschriftenausstellung wurde sie aufgrund ihres bedeutenden Einbands ausgewählt, da der helle Ledereinband der Handschrift vermutlich von einem unbekannten Freiburger Buchbinder stammt und zur gleichen Zeit (1478-1511) hergestellt wurde.
Informationen über die verwendeten Medien
Stephan von Landskron: Die Himmelstraße
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Beschreibung
abgebildet: Vorderdeckel der Hs. 248. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 67-68.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
30,5 x 21,5 cm, 271 Blätter, Freiburger Einband
Material/Technik
Papier
Sprache
deutsch
Identifikator
Hs. 248
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Stephan von Landskron Provenienz: Dominikanerkloster Freiburg i. Br.
Zeit
1498-1500
Ort
Basel
Gallus Öhem: Chronik der Reichenau
Die Chronik von Gallus Öhem (ca. 1445-1522) wurde um 1505-1508 in der Abtei Reichenau angefertigt und dem Abt Martin von Weißenburg-Krenkingen gewidmet. Die Freiburger Papierhandschrift ist deswegen so bedeutend für die Textgeschichte der Chronik, da es sich bei ihr um den Entwurf handelt, auf den sämtliche spätere Überlieferungszeugen zurückgehen.
Informationen über die verwendeten Medien
Gallus Öhem: Chronik der Reichenau
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 15, Bl. 1r. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 8-9.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
29 X 20,5 cm, 182 Blätter
Material/Technik
Papier
Sprache
deutsch
Identifikator
Hs. 15
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Gallus Öhem Provenienz: Abtei Reichenau, Joseph Anton Winterhalter
Zeit
1505-1508
Ort
Abtei Reichenau
02
Für die Welt – Bücher des Hofes
Ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts hält die Schriftlichkeit an den Höfen auch im Bereich der weltlichen Literatur Einzug. Mit der Gattung des höfischen Romans entstehen zum ersten Mal weltliche Erzähltexte, die von den nun namentlich bekannten Autoren von Beginn an schriftlich konzipiert werden und die sich, wie etwa der um 1220 entstandene Wigaloisroman Wirnts von Grafenberg, selbstbewusst als moderne Buchliteratur präsentieren. Auch andere, bisher mündlich überlieferte Gattungen wie Heldenepik und Lieder werden zunehmend schriftlich festgehalten. Die gezeigten Beispiele geben einen kleinen Eindruck der in Freiburg erhaltenen Textzeugen höfischer Literatur und beleuchten zugleich schlaglichtartig die Entwicklung der materiellen Aufzeichnungskonventionen weltlicher Dichtung im Verlauf des Mittelalters. Im Falle der 'Wigalois'-Fragmente (Hs. 445, Hs. 513) reicht die Freiburger Überlieferung bis in die Lebenszeit des Autors zurück, ein ungewöhnlicher Glücksfall.
Martina Backes
Wirnt von Grafenberg: Wigalois
Dieses Pergamentfragment (Hs. 513) von Wirnts von Grafenberg 'Wigalois' stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Hierbei handelt sich um Einbandmakulatur aus einem späteren Codex.
Informationen über die verwendeten Medien
Wirnt von Grafenberg: Wigalois
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 513, Bl. 1r. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 140.
Angaben zum Objekt
Typ
Fragment
Abmessung/Umfang
14-15 x 13 cm und 15-16 x 9 cm, 2 Doppelblätter
Material/Technik
Pergament
Sprache
deutsch
Identifikator
Hs. 513
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Wirnt von Grafenberg Provenienz: Franz Karl Grieshaber
Ort
2. Hälfte 13. Jh.
Wirnt von Grafenberg: Wigalois
Dieses Pergamentfragment (Hs. 445) von Wirnts von Grafenberg 'Wigalois' stammt aus dem zweiten Drittel des 13. Jahrhunderts. Wie auch das Fragment Hs. 513 diente Hs. 445 als Einbandmakulatur eines Freiburger Codex.
Informationen über die verwendeten Medien
Wirnt von Grafenberg: Wigalois
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 445, Bl. 1. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 133-134.
Angaben zum Objekt
Typ
Fragment
Abmessung/Umfang
6 x 10,5 cm, Querstreifen aus Doppelblatt
Material/Technik
Pergament
Sprache
deutsch
Identifikator
Hs. 445
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Wirnt von Grafenberg
Zeit
2. Drittel 13. Jh.
Nibelungenlied
Von dieser Pergamenthandschrift sind jeweils der obere und untere Teil eines Doppelblattes überliefert. Die Handschrift wurde vermutlich um 1330 angefertigt. Die Fragmente gehören zur Nibelungenliedhandschrift Q.
Informationen über die verwendeten Medien
Nibelungenlied
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 511, Bl. 2r. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 138-139.
Angaben zum Objekt
Typ
Fragment
Abmessung/Umfang
21 x 15-16 cm, 2 Doppelblätter
Material/Technik
Pergament
Sprache
deutsch
Identifikator
Hs. 511
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Provenienz: Franz Karl Grieshaber
Zeit
1. Hälfte 14. Jh., wohl um 1330
Neidhart: Lieder
Das im 14. Jahrhundert entstandene Pergamentfragment wurde Neidhart zugewiesen und besteht aus der oberen Hälfte zweier Blätter, auf denen Lieder verzeichnet sind.
Informationen über die verwendeten Medien
Neidhart: Lieder
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 520, Bl. 1r. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 144-145.
Angaben zum Objekt
Typ
Fragment
Abmessung/Umfang
10 x 13-13,5 cm und 9 x 13,5 cm, 2 Blätter
Material/Technik
Pergament
Sprache
deutsch, lateinisch
Identifikator
Hs. 520
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Provenienz: Franz Karl Grieshaber
Zeit
14. Jh.
Ulrich von dem Türlin: Arabel
Von Ulrichs von dem Türlin 'Arabel' ist dieses Doppelblatt aus Pergament überliefert. Es ist im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts entstanden. Bedeutend sind die drei, gut erhaltenen, mit Deckfarbenmalerei angefertigten und gerahmten Miniaturen unter dem Text.
Informationen über die verwendeten Medien
Ulrich von dem Türlin: Arabel
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 521, Bl. 1v. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 145.
Angaben zum Objekt
Typ
Fragment
Abmessung/Umfang
21,5 x 16,5 cm, 1 Doppelblatt
Material/Technik
Pergament
Sprache
deutsch
Identifikator
Hs. 521
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Provenienz: Franz Karl Grieshaber
Zeit
letztes Drittel 13. Jh.
Wolfram von Eschenbach: Willehalm
Das Doppelblatt aus Pergament einer Handschrift von Wolframs von Eschenbach 'Willehalm' stammt aus dem 14. Jahrhundert.
Informationen über die verwendeten Medien
Wolfram von Eschenbach: Willehalm
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 591, Bl. 1v. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 153-154.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
21,5 x 17,5-18,5 cm, 1 Doppelblatt
Material/Technik
Pergament
Sprache
deutsch
Identifikator
Hs. 591
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
14. Jh.
03
Für die Seele – Bücher des Klosters
Klöster sind bis weit in das Hochmittelalter hinein die Fundamente der mittelalterlichen Schriftlichkeit. Sie sind Produktions- und Reproduktionsstätten der Literatur. Sie sind aber auch Archive des theologischen und religiösen Wissens. Bei aller Gefahr durch Brand und Raub sicherten Klosterbibliotheken am besten das Überleben der Handschriften. Die Dignität der Liturgie spiegelt sich in der Pracht des Evangeliars, die Buchreligion in Bewahrung und Pflege der Heiligen Schriften. Die Predigten Taulers richteten sich ad populum, finden sich früh in Beginenhäusern, überleben dann aber zumeist "klausuriert" in einem Kloster. Die Verkündigung des Wortes Gottes ist bereits im Matthäusevangelium durch den Missionsbefehl (Mt 28,18-20) verankert und spiegelt sich in den 'Schwarzwälder Predigten', der erfolgreichsten Musterpredigtsammlung des Mittelalters, aber auch in den mehr als 20.000 deutschsprachigen Predigten, von denen wir wissen, die wir aber noch längst nicht kennen.
Hans-Jochen Schiewer
Schwarzwälder Prediger
Die 'Schwarzwälder Predigten' sind vermutlich Ende des 13. / Anfang des 14. Jahrhunderts entstanden und beinhalten deutschsprachige Sonn- und Festtagspredigten. Die Handschrift besteht aus den Beschreibstoffen Papier und Pergament.
Informationen über die verwendeten Medien
Schwarzwälder Prediger
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 460, Bl. 1r. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 98-99.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
15,5 x 11,5 cm, 250 Blätter
Material/Technik
Papier, Pergament
Sprache
deutsch, lateinisch
Identifikator
Hs. 460
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Provenienz: Johann Leonhard Hug, Franz Karl Grieshaber
Zeit
Ende 13. Jh. / Anfang 14. Jh.
Stundenbuch
Dieses kleinformatige Stundenbuch - es misst nur 7,5x6cm - aus Pergament wurde im 14. Jahrhundert hergestellt. Es gehörte ursprünglich möglicherweise den Dominikanerinnen der Diözese Konstanz.
Informationen über die verwendeten Medien
Stundenbuch
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 476, Bl. 1r. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 118-119.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
7,5 x 6 cm, 463 Blätter
Material/Technik
Pergament
Sprache
deutsch, lateinisch
Identifikator
Hs. 476
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Provenienz: Walburgie Scherrin (Freiburg-Munzingen), Franz Karl Grieshaber
Zeit
14. Jh.
Ort
Konstanz
Birgitta von Schweden: Orationes
Da auf der Tagung die mögliche Anwendung von Texterkennungsprogrammen auf Handschriften thematisiert wurde, diente der Reutlinger Druck des Michael Greyff aus dem Jahr 1494 als Anwendungsbeispiel für Inkunabeln. Typografisch orientieren sich diese an ihren Vorbildern, den Handschriften.
Informationen über die verwendeten Medien
Birgitta von Schweden: Orationes
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Beschreibung
abgebildet: Ink. K 3484, Bl. 1b. Literatur: Sack (1985), S. 234. Auf der Tagung wurde auf diese Inkunabel im Rahmen eines Vortrags von Kristina Stöbener und Dorothea Huff (Tübingen) zu OCR-BW eingegangen.
Angaben zum Objekt
Typ
Inkunabel
Thema
Gebete
Abmessung/Umfang
14 ungezählte Blätter, 1 Illustration
Material/Technik
Papier
Sprache
deutsch
Identifikator
Ink. K 3484
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Suecica Brigitta (VerfasserIn) , Michael Greyff (DruckerIn)
Zeit
1494
Ort
Reutlingen
Johannes Tauler: Predigten
Diese Pergamenthandschrift mit den Predigten Taulers stammt aus dem 6. Jahrzehnt des 14. Jahrhundert und wurde wahrscheinlich im Dominikanerinnenkloster Adelhausen bei Freiburg angefertigt. Sie zählt zu den ältesten überlieferten Textzeugen von Taulers Predigten.
Informationen über die verwendeten Medien
Johannes Tauler: Predigten
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 41, Bl. 52r. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 18.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
16,5 x 11,5 cm, 144 Blätter
Material/Technik
Pergament
Sprache
deutsch
Identifikator
Hs. 41
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Johannes Tauler Provenienz: Katharina und Margarethe von Hall, Kapuzinerkloster Freiburg, Kloster Adelhausen, Philipp Jakob Steyrer
Zeit
6. Jahrzehnt des 14. Jh.
Ort
Freiburg i. Br.
Tagzeiten- und Gebetbuch
Von hoher Qualität sind die wunderschönen Zierseiten aus Deckfarbenmalerei mit Gold in diesem Tagzeiten- und Gebetbuch aus dem Jahr 1504. Diese kleinformatige Pergamenthandschrift war ursprünglich im Privatbesitz aus der Umgebung von Freiburg.
Informationen über die verwendeten Medien
Tagzeiten und Gebetbuch
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 213, Bl. 104r. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 53-57.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
12 x 9,5 cm, 214 Blätter
Material/Technik
Pergament, Papier
Sprache
deutsch
Identifikator
Hs. 213
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Aegidius Romanus, Johannes von Neumarkt, Bernhard von Clairvaux Provenienz: Frau Schingerin (?), Elisabeth Bontin, Valentin Klinger (Oberschaffhausen), Philipp Steyrer für St. Peter im Schwarzwald
Zeit
1504
Evangeliar
Von diesem kostbaren Evangeliar mit Buchschmuck ist ein Doppelblatt aus Pergament überliefert. Das Fragment gehört zu den ältesten Handschriften der Universitätsbibliothek. Sie wurde in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts möglicherweise in Northumbrien oder auf dem Kontinent (Echternach?) angefertigt.
Informationen über die verwendeten Medien
Evangeliar
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 702, Bl. 1r. Literatur: Hagenmaier (1980), S. 200-201.
Angaben zum Objekt
Typ
Fragment
Abmessung/Umfang
30 x 25 cm, 1 Doppelblatt
Material/Technik
Pergament
Sprache
lateinisch
Identifikator
Hs. 702
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Provenienz: Hans Jonas, Benediktinerabtei Sankt Mauritius Tholey
Zeit
1. Hälfte 8. Jh.
Ort
Northumbrien oder Kontinent (Echternach?)
Biblia sacra
Diese wertvolle Bibelhandschrift aus Pergament wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts für ein Franziskanerkloster angefertigt. Auf Bl. VIIIv ist die historisierte Deckfarbeninitiale "I" abgebildet, in der in sieben kostbaren Medaillons die Schöpfungsgeschichte illustriert ist.
Informationen über die verwendeten Medien
Biblia sacra
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 36a, Bl. 1v. Literatur: Hagenmaier (1974), S. 33-34.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
20,5 x 14 cm, XIII + 598 Blätter
Material/Technik
Pergament
Sprache
lateinisch
Identifikator
Hs. 36a
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Provenienz: Dominikanerkloster Freiburg i. Br.
Zeit
2. Hälfte 13. Jh.
Ort
Paris, Regensburg
04
Für den Geist – Bücher der Universität
„Die Weisheit hat sich ein Haus gebaut“ (Spr. 9,1). Mit diesem Bibelzitat eröffnet der erste Rektor der Universität Freiburg, Matthäus Hummel, seine Rede zur Gründungsfeier im April 1460. Mit der Gründungswelle mittelalterlicher Universitäten seit dem späten 12. Jahrhundert entsteht ein neuer vibrierender Sektor der Gesellschaft. Wissensproduktion und Wissensreproduktion haben einen neuen Ort. Für Jahrhunderte ist die Handschrift Grundlage des Lehr- und Forschungsbetriebs. Zur Deckung des Bedarfs entsteht mit dem Peciensystem eine arbeitsteilige Buchproduktion, die dann der Buchdruck ablöst. Die Studierenden bringen aber auch neue Herausforderungen mit, wie uns Richard Bury (1287-1345) wissen lässt: „Leichtlich magst du einen stiernackigen Jüngling schläfrig beim Studium sitzen sehen […]. Die Klaue hat er voll stinkenden Drecks […] und damit zeichnet er die Stelle der ihm zusagenden Materie an.“ Mitschriften und Textsammlungen entstehen für den persönlichen Gebrauch (Rhetorisch-grammatische Sammelhandschrift, Hs. 89). Professoren bereichern kontinuierlich den Bücherbesitz der Universitäten (‚Vocabularius ex quo‘, Hs. 53) und das Interesse an antiker Literatur findet in Humanistenhandschriften seine Wertschätzung (Sueton, 'De vita Caesarum', Hs. 372).
Hans-Jochen Schiewer
Rhetorisch-grammatische Sammelhandschrift
Diese Sammelhandschrift aus Papier ist um 1455-1457 im Gebiet des Oberrheins entstanden. Auf Bl. 38v beginnt die 'Rhetorica' des Humanisten Petrus Luder (1415-1472).
Informationen über die verwendeten Medien
Rhetorisch-grammatische Sammelhandschrift
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 89, Bl. 38v. Literatur: Hagenmaier (1974), S. 69-72.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
21,5 x 14,5 cm, 185 Blätter
Material/Technik
Papier
Identifikator
Hs. 89
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1455-1462
Ort
Oberrheingebiet
Johannes Hartlieb: Alexander
Diese Sammelhandschrift aus Papier aus dem Jahr 1460 enthält neben anderen Texten auch den deutschen Alexanderroman Johannes Hartliebs (um 1400-1468). Der Schriftsteller lebte in der Epoche des Humanismus, in der auch die Universität Freiburg gegründet wurde. Am Beispiel des Alexanderromans wird deutlich, dass von den zentralen Texten aus der "Welt des Hofes" - wie 'Willehalm' oder 'Wigalois' - in der humanistischen Universitätskultur insbesondere auch die antiken Stoffe wiederentdeckt wurden.
Informationen über die verwendeten Medien
Sammelhandschrift enthält: Secretum Secretorum, dt. Johannes Hartlieb Alexander, Bibelexzerpte, dt. Rezept
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Beschreibung
Die Handschrift Hs. 1500,17 gehört zur Sammlung Leuchte und enthält folgende Texte: Hildegard von Hürnheim: Secretum Secretorum (Bl. 2ra-61ra); Johannes Hartlieb: Alexander (Bl. 62ra-230vb); Bibelexzerpte (Bl. 232ra-232vb); deutsches Rezept (Bl. 233r). abgebildet: Vorderdeckel der Hs. 1500,17 Literatur: Schiewer (2002), S. 343 (Nr. 17).
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
30,5 x 21 cm, 237 Blätter
Material/Technik
Papier
Sprache
deutsch
Identifikator
Hs. 1500,17
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Hildgard von Hürnheim, Johannes Hartlieb Provenienz: Benediktinerabtei Sankt Georgenberg (Fiecht), Dr. Hans-Jörg Leuchte (Sammlung Leuchte)
Zeit
1460
Vocabularius Ex quo
Zwischen 1448 und 1452 ist dieses Vokabular aus Papier entstanden. Zu Beginn der einzelnen Buchstaben des Alphabets finden sich gerahmte Initialen mit kolorierten Federzeichnungen und ornamentalem und figürlichem Schmuck. Die Handschrift gehört zu den sammlungsgeschichtlich ältesten Objekten aus der Gründungszeit der Universität Freiburg.
Informationen über die verwendeten Medien
Vocabularius ex quo
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 53, Bl. 148v. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 24-25.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
21,5 x 15 cm, 203 Blätter
Material/Technik
Papier
Sprache
lateinisch, deutsch
Identifikator
Hs. 53
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Provenienz: Johannes Graf (Blienschweiler im Elsaß), der seine Bücher der Freiburger Artistenfakultät vererbte
Zeit
um 1448-1452
Oberrheinische Chronik
Die Sammelhandschrift aus Pergament ist vermutlich im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts in der Nordschweiz entstanden. Ihre Bedeutung liegt darin, dass sie den einzigen Textzeugen der 'Oberrheinischen Chronik' überliefert.
Informationen über die verwendeten Medien
Oberrheinische Chronik
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
Die Sammelhandschrift enthält: Disputation wider die Juden (Bl. 1r-Bl. 38r), Oberrheinische Chronik (Bl. 41r-73r). abgebildet: Hs. 473, Bl. 41r. Literatur: Hagenmaier (1988), S. 116-117.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
12,5 x 9 cm, 77 Blätter
Material/Technik
Pergament
Sprache
deutsch
Identifikator
Hs. 473
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Provenienz: Salome Irmelein in Weil am Rhein, Friedrich August Eckstein, Franz Karl Grieshaber
Zeit
2. Viertel 14. Jh.
Ort
Schweiz (Nord)
Oberrheinische Chronik (Rastatt, 1850)
Der Freiburger Altgermanist und Handschriftensammler Franz Karl Grieshaber (1798-1866), in dessen Besitz die Handschrift der 'Oberrheinischen Chronik' (Hs. 473) war, hat diese im Jahr 1850 erstmals herausgegeben. Seine Edition widmete er dem befreundeten Handschriftensammler Joseph von Laßberg (1770-1855).
Informationen über die verwendeten Medien
Oberrheinische Chronik, älteste bis jetzt bekannte in Deutscher Prosa, aus einer gleichzeitigen Handschrift zum erstenmal herausgegeben
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
abgebildet: G 228,x, Titelseite
Angaben zum Objekt
Typ
Druck
Material/Technik
Papier
Sprache
deutsch
Identifikator
G 228,x
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Franz Karl Grieshaber
Zeit
1850
Ort
Raststatt
Gregor Reisch: Margarita philosophica
Der Freiburger Kartäuser Gregor Reisch (1470-1525) veröffentlichte seine 'Margarita Philosophica' in mehreren Ausgaben. Diese Inkunabel wurde 1504 von Johann Schott (1477-1548) in Straßburg gedruckt. Für die Handschriftenausstellung ist besonders die Abbildung auf Bl. 271b wichtig, da dies die älteste Stadtansicht Freiburgs im Druck ist.
Informationen über die verwendeten Medien
Gregor Reisch: Margarita philosophica
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
abgebildet: Ink. A 7315,d, Bl. 217b.
Gregor Reischs Margarita philosophica enthält die älteste Ansicht Freiburgs im Druck.
Angaben zum Objekt
Typ
Inkunabel
Abmessung/Umfang
329 ungezählte Blätter, zahlreiche Illustrationen
Material/Technik
Papier
Sprache
lateinisch
Identifikator
Ink. A 7315,d
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Gregor Reisch (VerfasserIn), Johann Schott (DruckerIn)
Zeit
1504
Ort
Straßburg
Gaius Suetonius Tranquillius: De vita Caesarum
Diese Pergamenthandschrift stammt aus Italien und wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts hergestellt. Zu Beginn der Viten, wie etwa auf dem abgebildeten Bl. 1r, stehen 4-6 zeilige polierte Goldinitialen mit blauem, grünem und rosafarbenem Grund.
Informationen über die verwendeten Medien
Gaius Suetonius Tranquillus: De vita Caesarum
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 372, Bl. 1r. Literatur: Hagenmaier (1980), S. 109.
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Abmessung/Umfang
25 x 16,5 cm, 146 Blätter
Material/Technik
Pergament
Sprache
lateinisch
Identifikator
Hs. 372
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Gaius Suetonius Tranquillus Provenienz: Franz Josef Bodmann, Joseph von Laßberg, Johann Leonhard Hug
Zeit
2. Hälfte 15. Jh.
Ort
Italien
05
Für das Ohr – Bücher zum Hören
Musikhandschriften gibt es seit rund zwölf Jahrhunderten. Die Universitätsbibliothek Freiburg dokumentiert mit ihren Beständen annähernd den gesamten Zeitraum.
Das 9. Jahrhundert markiert für die Musikgeschichte vielleicht eine noch größere Zäsur als für andere Disziplinen: Seit damals sind Melodieverläufe von Gesängen mit eigenen Schriftzeichen so festgehalten worden, dass man sie mit Notenzeichen oder kurz „Noten“ (Hs. 483,27,4) in der heutigen Musikausübung vergleichen kann. Während man aus vielen Kulturen Hinweise auf eine musikalische Ausführung und vereinzelt auch Tonzeichen kennt, so auch aus dem antiken Griechenland und Rom, sind die durchgängig notierten Handschriften, die traditionsbildend gewirkt haben, erst später entstanden. Ab dem 9. Jahrhundert erscheinen sie zunächst im Zusammenhang mit liturgischen Feiern des lateinischen Ritus, dann auch in Byzanz und andernorts.
Zunächst wurden die sogenannten Neumen gebraucht. Ohne sie wäre die aktuell gebräuchliche Notenschrift auf fünf Linien undenkbar, die sich über Jahrhunderte und teilweise parallel und in Übergangsformen mit den vielfältigen Neumennotationen herausgebildet hat. Gesangsstücke für die Liturgie überwiegen, aber stehen schon seit der Frühzeit nicht allein. Lieder zu diversen Anlässen oder sogar Merkverse, Zaubersprüche etc. sind ebenfalls mit Neumen versehen worden.
Was sich in einer geschätzt mittleren fünfstelligen Anzahl von Handschriften des späteren Mittelalters als die typische Notenschrift auf Linien deutlich erkennen lässt, gründet mithin auf diversen Voraussetzungen und, gemessen an heutigen Einordnungen, mannigfaltigen Übergangsformen. Eine spezifische Instrumentalmusik ist später als die Vokalmusik zur Schrift gelangt. So bieten die frühen Dokumente nicht nur Hinweise auf Töne, sondern auch auf die Textartikulation.
Die in der Universitätsbibliothek Freiburg aufbewahrten Musikhandschriften sind nicht mit den herausragenden Sammlungen andernorts, etwa in St. Gallen, vergleichbar, bieten aber Einblicke in verschiedene Bereiche. In der Stadt Freiburg selbst haben die Klöster die musikalische Überlieferung entscheidend geprägt. Aus ihnen sind unterschiedliche Musikhandschriften erhalten. Das Münster, die vormalige Stadtpfarrkirche, kann mit zahlreichen Bilddarstellungen zur Musik aufwarten.
Stefan Häussler
Graduale
Das Graduale aus Pergament stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist kostbar ausgestattet mit Zierinintialen, Lombarden, Fleuronnée und figürlichem Schmuck in Deckfarbenmalerei von hoher Qualität. Eingebunden ist die Handschrift in einen aufwändigen Ledereinband mit Messingbuckeln und Schließen aus dem 17. Jahrhundert. Die aufgeschlagene Seite 4r zeigt den Tractus 'Quasi stella'.
Informationen über die verwendeten Medien
Graduale
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
Bei der "Langen Nacht der Handschriften" in der Universitätsbibliothek gab es zur Hs. 1132 einen Vortrag des Musikwissenschaftlers Stefan Häussler. abgebildet: Hs. 1132, Bl. 4r. Literatur: Gottwald (1979), S. 61-63.
Angaben zum Objekt
Typ
Musikhandschrift
Abmessung/Umfang
9 x 38 cm, 237 Blätter
Material/Technik
Pergament
Sprache
lateinisch
Identifikator
Hs. 1132
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Dominikaner
Zeit
1. Hälfte 14. Jh.
Fragment aus Antiphonarium
Das erhaltene Doppelblatt aus Pergament ist im 12. / 13. Jahrhundert entstanden. Interessant sind die verwendete gotische Minuskel sowie die St. Galler Neumen.
Informationen über die verwendeten Medien
Fragment aus Antiphonarium
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 483,27,4, Bl. 1r. Literatur: Gottwald (1979), S. 35.
Bezug zu: Hermann der Lahme
Angaben zum Objekt
Typ
Fragment
Thema
Musikhandschrift
Abmessung/Umfang
8,5 x 6,5 cm, 1 Doppelblatt
Material/Technik
Pergament
Sprache
lateinisch
Identifikator
Hs. 483,27,4
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Provenienz: Franz Karl Grieshaber
Zeit
12. / 13. Jh.
Fragment aus Hymnar
Dieses Fragment stammt aus einer reich verzierten Pergamenthandschrift aus dem 14. Jahrhundert. Die Abbildung einer Nonne könnte darauf hinweisen, dass das Hymnar in einem Frauenkloster entstanden ist. Die reich geschmückte historisierte Initiale erzählt von der Erschaffung von Sonne, Mond und Erde sowie der Erschaffung Adams.
Informationen über die verwendeten Medien
Fragment aus Hymnar
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
abgebildet: Hs. 694, Bl. 1. Literatur: Gottwald (1979), S. 36.
Angaben zum Objekt
Typ
Fragment
Thema
Musikhandschrift
Abmessung/Umfang
19,5 x 14 cm, 1 Blatt
Material/Technik
Pergament
Sprache
lateinisch
Identifikator
Hs. 694
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Provenienz: Johann Leonhard Hug
Zeit
2. Hälfte 14. Jh.
06
Impressionen der "Langen Nacht der Handschriften"
Informationen über die verwendeten Medien
Foto Ausstellungsbereich
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
Foto: Jörg Blum (Universitätsbibliothek Freiburg)
Informationen über die verwendeten Medien
Foto Ausstellung Vitrine: Für das Auge Bücher zum Schauen (Hs. 24 Psalterium)
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
Foto: Jörg Blum (Universitätsbibliothek Freiburg)
Informationen über die verwendeten Medien
Foto Ausstellung Vitrine: Für das Auge Bücher zum Schauen (Hs. 498 Geissinger)
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
Foto: Jörg Blum (Universitätsbibliothek Freiburg)
07
Bibliographie
- Albert, Peter Paul: Felizian Geißinger und seine Inschriftensammlung vom Freiburger Münster. In: Freiburger Münsterblätter: Halbjahrsschrift für die Geschichte und Kunst des Freiburger Münsters, 13. Jahrgang (1917), S. 39–45.
- Backes, Martina; Nemes, Balázs J.: Buochmeisterinne: Handschriften und Frühdrucke aus dem Dominikanerinnenkloster Adelhausen. Katalog zur Ausstellung, 13. März bis 13. Juni 2021, Stadtgeschichtliches Museum Freiburg. 1. Auflage. Freiburg im Breisgau, Stadtarchiv 2021.
- Freiburger Büchergeschichten. Handschriften und Drucke aus den Beständen der Universitätsbibliothek und die neue Sammlung Leuchte. Ausstellung in der Universitätsbibliothek der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zur Ringvorlesung "Freiburger Büchergeschichten" vom 26. April bis zum 20. Juli, veranstaltet vom Mittelalterzentrum in Verbindung mit der Universitätsbibliothek und dem Stadtarchiv. Hg.v. Carola Redzich, Hans-Jochen Schiewer, Gregor Wünsche. Freiburg 2007.
- Gottwald, Clytus: Die Musikhandschriften der Universitätsbibliothek und anderer öffentlicher Sammlungen in Freiburg im Breisgau und Umgebung. Wiesbaden 1979.
- Hagenmaier, Winfried: Die deutschen mittelalterlichen Handschriften der Universitätsbibliothek und die mittelalterlichen Handschriften anderer öffentlicher Sammlungen in Freiburg im Breisgau und Umgebung. Wiesbaden 1988.
- Hagenmaier, Winfried: Die lateinischen mittelalterlichen Handschriften der Universitätsbibliothek Freiburg im Breisgau. Wiesbaden 1974.
- Hagenmaier, Winfried: Die lateinischen mittelalterlichen Handschriften der Universitätsbibliothek Freiburg im Breisgau. Wiesbaden 1980.
- Hagenmaier, Winfried: Die abendländischen neuzeitlichen Handschriften der Universitätsbibliothek Freiburg im Breisgau. Freiburg 1996.
- Sack, Vera: Die Inkunabeln der Universitätsbibliothek und anderer öffentlicher Sammlungen in Freiburg im Breisgau und Umgebung. Wiesbaden 1985.
- Schiewer, Hans-Jochen : Die Sammlung Leuchte. Eine Berliner Privatbibliothek mittelalterlicher deutschsprachiger Handschriften. In: Die Präsenz des Mittelalters in seinen Handschriften. Ergebnisse der Berliner Tagung in der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, 6.-8. April 2000. Hg.v. von Hans-Jochen Schiewer, Karl Stackmann, Tübingen 2002, S. 337-349.
- Verborgene Pracht. Katalog der Ausstellung des Augustinermuseums Freiburg in der Universitätsbibliothek Freiburg, 8. Juni - 28. Juli 2002. Lindenberg 2002.
Eine virtuelle Ausstellung von
Team
Prof. Dr. Martina Backes
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Jochen Schiewer
Christine Schulte M.A.
Dr. Marcus Schröter
Isolde Teufel
Die Kuratorinnen und Kuratoren danken Herrn Dr. Stefan Häussler für seinen einführenden Text zum Ausstellungsbereich "Für das Ohr - Bücher zum Hören".
Ein weiterer Dank gilt Herrn Dr. Christoph Mackert und der Universitätsbibliothek Leipzig, die für die Webseite der Handschriftentagung und für die Titelseite dieser virtuellen Ausstellung eine Ranke aus ihrer 'Biblia latina' (vulgata) mit Praefationen (Ms 6) zur Verfügung gestellt hat.
Schließlich hätten weder die reale noch die virtuelle Ausstellung ohne das Team des Dezernats Historische Sammlungen, Digitalisierung, Bestandserhaltung in der Form verwirklicht werden können.
Impressum
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79016 Freiburg im Breisgau
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Die Deutsche Digitale Bibliothek verlinkt die virtuelle Ausstellung auf ihrer Internetseite https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/virtuelle-ausstellungen.
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