Lebenswege früher Archäologinnen
Ein gut Theil Eigenheit
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Mir wohnt ein gut Theil Eigenheit inne, und so wenig ich von fremder Hand einen Stich an einer von mir gefertigten Handarbeit dulden würde, so wenig könnte ich in meine schriftlichen Arbeiten fremdes Machwerk einfließen lassen.
Dies schrieb Johanna Mestorf (1828–1909), eine selbstbewusste, geachtete Forscherin in einem Brief, 1865
Woran denken Sie beim Stichwort »Archäologie«?
An Reisen und schweißtreibende Arbeit in fernen Ländern? An High-Tech-Labore, in denen Wissenschaftler*innen den Artefakten ihre letzten Geheimnisse entreißen? Oder haben Sie abenteuerlustige Männer und spektakuläre Funde vor Augen? In den meisten populären Darstellungen erscheint archäologische Forschung als von Männern geprägt. Archäologinnen werden selten gezeigt.
Noch unsichtbarer sind die archäologisch arbeitenden Frauen des 19. und 20. Jahrhunderts. Manche von ihnen waren zu ihrer Zeit hoch angesehen. Ihre Studien wurden häufig zitiert und ihre Sammlungen besucht. Über die Jahrzehnte jedoch gerieten sie in Vergessenheit. Andere Archäologinnen sind von vornherein im Schatten geblieben. Sie restaurierten, dokumentierten und zeichneten Funde, sortierten und organisierten Sammlungen – oft unbezahlt und ungewürdigt. Dabei sind es diese Arbeitsschritte, die die prestigeträchtigere wissenschaftliche Bearbeitung von Fundmaterial überhaupt erst ermöglichen. Frauen trugen oft zu den Studien ihrer Kollegen bei, indem sie z. B. Zeichnungen anfertigten, Texte schrieben und redigierten oder Kataloge zusammenstellten. Dieses Engagement blieb in der Regel unsichtbar, es sei denn, es wurde ausdrücklich gewürdigt. Auf diese Weise wurden Beiträge von Frauen vergessen, marginalisiert oder den Leistungen von Ehemännern, Vätern oder Vorgesetzten zugeschlagen.
Frauen in der Archäologie
So mussten sich Archäologinnen oft eigene Wege in der Wissenschaft suchen. Viele von ihnen wurden zu Vorreiterinnen in interdisziplinären und neuen Arbeitsfeldern und prägten die Entwicklung des archäologischen Faches aktiv mit. In Museen stellten sie Sammlungen nach neuen Gesichtspunkten auf oder waren in der experimentellen Archäologie aktiv. Andere, wie Thea Haevernick (1899–1982), die Glasperlenspezialistin, nahmen sich mit Akribie wenig beliebter Themen an, oder suchten früh den Anschluss an die Naturwissenschaften, wie Elisabeth Schmid (1912–1994), die Tierknochenspezialistin. Hinzu kommen die vielen Zeichnerinnen, Übersetzerinnen, Fotografinnen und Bibliothekarinnen, die durch ihre Arbeit überhaupt erst eine Basis für Innovationen schufen.
Im Projekt AktArcha wurden die Lebenswege und Leistungen von Hunderten dieser archäologisch tätigen Frauen erforscht und sichtbar gemacht.
In den folgenden Kapiteln der Ausstellung lernen Sie anhand ausgewählter Themen und Biographien einige dieser Frauen kennen.
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Archäologin Maria Reiche bei ihrer Arbeit
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Herkunft/Rechte: Landesmuseum Württemberg | Foto: Ana Maria Cogorno, Maria Reiche Lineas & Geoglifos de Nasca, Lima, Peru
Die gebürtige Dresdnerin Maria Reiche (1903–1998) erforschte ab Ende der 1940er Jahre als erste Person überhaupt und erste Archäologin die berühmten prähistorischen Nazca-Linien in Peru (Südamerika).
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Titelseite von "Wörterbuch zur Vorgeschichte"
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Die ersten Altertumskundlerinnen entstammten dem Adel oder dem höheren Bürgertum und waren wohlhabend: Sie konnten ihren Neigungen und Interessen nachgehen. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein hingen die Möglichkeiten einer Frau vom gesellschaftlichen Stand und Vermögen der Familie ab, sowie von deren Bereitschaft, in die Bildung einer Tochter zu investieren.
Im 19. Jahrhundert waren Frauen in den Wissenschaften nicht gerne gesehen. Höhere Töchter wurden dazu ausgebildet, einen standesgemäßen Haushalt zu führen. Die Dame des Hauses sollte Fremdsprachen sprechen und den Hausherrn und die Gäste mit musikalischen Darbietungen und angenehmer Konversation unterhalten können. Ihre wissenschaftliche Expertise in den Archäologien erarbeiteten sie sich meist selbst.
In den ersten Jahren des Deutschen Kaiserreiches (1871–1918) war Mädchen der Zugang zu Gymnasien und Universitäten grundsätzlich verwehrt. Nicht viele Familien ermöglichten ihnen nach der Volksschule weiterführenden Privatunterricht. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts eröffneten die ersten Mädchengymnasien in Deutschland. Zur gleichen Zeit wurden an manchen Universitäten Gasthörerinnen zugelassen, dazu war aber die Genehmigung des jeweiligen Professors, teilweise auch der Fakultät oder des Rektors nötig – manchmal sogar des Landesministeriums.
Baden ließ Frauen 1899/1900 zum regulären Studium zu, Preußen erst 1909.
Die Weimarer Republik (1918–1933) brachte wichtige Meilensteine auf dem Weg zur Gleichberechtigung. 1918 erhielten Frauen das Wahlrecht in Deutschland.
Zwei Jahre später wurde auch die Habilitation für Frauen und Männer erstmals gleich geregelt: Frauen stand damit formal der Weg zu Professuren offen. Es dauerte aber über vierzig Jahre, bis ein Lehrstuhl in Klassischer Archäologie mit einer Frau besetzt wurde, in der Ur- und Frühgeschichte geschah dies noch später.
Es folgen die Biographien von vier Frauen, die sich mit Zähigkeit und Fleiß als Autodidaktinnen ihren Zugang zu Wissenschaft und Forschung selbst geschaffen haben.
Sibylle Mertens-Schaaffhausen, geb. Schaaffhausen
Die »Rheingräfin« gilt als erste Archäologin Deutschlands
* 1797 in Köln
† 1857 in Rom
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Zeichnung von Sybille Mertens-Schaaffhausen
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aus: H. Kier / F. G. Zehnder (Hrsg.), Lust und Verlust (Köln 1995)
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Sibylle Mertens-Schaaffhausen, auch bekannt als die „Rheingräfin“, wurde 1797 in Köln geboren. Zu einer Zeit, in der Frauen nicht studieren durften, hat sie sich bereits mit Archäologie beschäftigt und gilt als erste Archäologin Deutschlands.
Sie entstammte dem gehobenen Bürgertum. Freunde ihres Vaters weckten ihre Begeisterung für Antike und Archäologie. Sie schenkten ihr die ersten Objekte. In ihrem Haus hatte sie eine umfangreiche Sammlung von antiken Gegenständen angelegt.
Ihr Fachwissen erwarb sie sich durch Selbststudium und durch die Veranstaltung von wissenschaftlichen Salons, einer neuen Form der Wissensverbreitung im 18. und 19. Jahrhundert. Sie lud Fachgelehrte zu sich nach Hause ein, die von ihren Forschungen berichteten.
Sibylle führte eine unglückliche Ehe mit einem älteren Mann. 1828 traf sie in Köln auf Adele Schopenhauer, eine Schriftstellerin, Künstlerin und die Schwester des berühmten Philosophen. Die beiden verband eine innige Freundschaft. Diese entwickelte sich bald zu einer Liebesbeziehung und Lebensgemeinschaft, die fast 20 Jahre anhielt.
Nach dem Tod ihres Mannes zog sie 1845 nach Rom in eine Wohnung im Palazzo Poli, direkt über dem Trevi-Brunnen. In Rom nahm sie als erste Frau an Sitzungen des Instituto di Corrispondenza Archeologica teil und hielt einen Vortrag über antike Gemmen.
Ihre Kinder versteigerten ihre Sammlung rasch nach ihrem Tod.
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Palazzo Poli in Rom
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Deutsche Fotothek / Gustav Hildebrand
Sybille Mertens-Schaaffhausen lebte einige Jahre über dem berühmten Trevi-Brunnen im Palazzo Poli in Rom – sie selbst spricht über diese Jahre in Rom als die glücklichste Zeit in ihrem Leben.
Ida von Boxberg
Zeichenkunst und Forschung
* 1806 in Jüterborg
† 1893 in Zschorna
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Fotografie von Ida von Boxberg
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Ida von Boxberg wuchs als Kind einer adeligen Offiziersfamilie in Dresden auf. Lange bevor Frauen regulär studieren durften, beschäftigte sie sich mit den vorgeschichtlichen Epochen. Durch viele Reisen und einer Tätigkeit als Gesellschafterin entwickelte sie eine enge Beziehung nach Frankreich. Ida von Boxberg lebte einige Jahrzehnte in Frankreich und kam dort mit der französischen Forschung zur Altsteinzeit in Berührung. Erst mit 77 Jahren kehrte sie dauerhaft nach Sachsen zurück.
Sie gilt als wichtige Mittlerin zwischen der deutschen und französischen Forschung. Sie erforschte das Erve-Tal in der Région Pays de la Loire und führte Oberflächenbegehungen und Grabungen durch. Als begnadete Aquarellmalerin fertigte sie detailgetreue Zeichnungen der Fundorte und Funde an, die heute noch eine große Bedeutung für die Forschung haben.
Ida von Boxberg legte eine große Privatsammlung an. Diese enthielt neben archäologischen Funden auch Fossilien und naturkundliche Objekte. Die Sammlung vermachte sie nach ihrem Tod an Schloss Zschorna und den sächsischen König Albert. Einzelne Stücke sind heute in den Museen in Dresden und Leipzig zu sehen.
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Zeichnung der Höhle von Thévalles
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Sächsisches Staatsarchiv, Bestand Nr. 14011. Sammelmappe 1, Abschnitt 8
Skizze der Höhle von Thévalles. Detailgetreue Wiedergabe von Flusslauf, Gebäuden, Höhleneingängen und Fundplätzen.
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Zeichnung von Artefakten
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Sächsisches Staatsarchiv, Bestand Nr. 14011. Sammelmappe 4
Tuschezeichnungen der Funde von Ida von Boxberg.
Johanna Mestorf
»Größte Frau von Schleswig-Holstein« (Kaiser Wilhelm II.)
* 1828 in Bramstedt/Holstein
† 1909 in Kiel
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Fotografie von Johanna Mestorf
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Archiv der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte
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Archiv der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte
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Mir wohnt ein gut Theil Eigenheit inne, und so wenig ich von fremder Hand einen Stich an einer von mir gefertigten Handarbeit dulden würde, so wenig könnte ich in meine schriftlichen Arbeiten fremdes Machwerk einfließen lassen.
Johanna Mestorf in einem Brief an den Naturforscher Sven Nilsson, 1865
Fremdsprachen und altertumskundliches Wissen eignete sich Johanna Mestorf als Erzieherin in Schweden und auf Reisen in Südeuropa an.
Für die Übersetzung skandinavischer Fachliteratur und für eigene Artikel arbeitete sie sich in die Vorgeschichtsforschung ein. Ihr Forschungsschwerpunkt war die Vorgeschichte Schleswig-Holsteins. Hier gelten ihre Arbeiten als Meilenstein.
Sie korrespondierte mit führenden Gelehrten und nahm an Kongressen in ganz Europa teil – oft als einzige Altertumskundlerin unter Hunderten von Männern.
Ab 1873 arbeitete sie am Museum vaterländischer Alterthümer in Kiel als Kustodin, später wurde sie dessen Direktorin. Als eine der ersten Frauen in Deutschland erlangte sie ein solches Amt. 1899 verlieh Kaiser Wilhelm II. ihr den Titel „Professor“.
Mit Zähigkeit und Fleiß erarbeitete sie sich einen Ruf als exzellente Forscherin, obwohl sie nie an einer Universität studieren durfte. Trotz ihrer Arbeit am Museum (das sogar zur Universität Kiel gehörte) wurde noch 1884 ihr Antrag, als Gasthörerin Lehrveranstaltungen besuchen zu dürfen, abgelehnt.
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Titelseite von "Die vaterländischen Alterthümer Schleswig-Holsteins"
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Johanna Mestorf war maßgeblich daran beteiligt, dass viele archäologische Fundplätze in Norddeutschland frühzeitig untersucht und dauerhaft erhalten wurden.
Julie Schlemm
Autorin des ersten Wörterbuches der Vorgeschichte
* 1850 in Berlin
† 1944 in Berlin
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Fotografie von Julie Schlemm
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Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte BGAEU
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... vortreffliches Nachschlagebuch (…), ein unentbehrliches Handbuch, das mit seiner literarischen Fundgrube einem jeden Prähistoriker willkommen sein wird ...
Zitat zu ihrem Wörterbuch (Rezension von Hubert Schmidt (1864–1933), ein deutscher Prähistoriker, Kustos bei der vor- und frühgeschichtlichen Abteilung der Berliner Museen und Professor an der Universität Berlin)
Julie Schlemm, Archäologin aus Leidenschaft, schrieb 1908 das „Wörterbuch zur Vorgeschichte“, eine fast 700 Seiten lange und mit 2.000 selbstgezeichneten Abbildungen versehene enzyklopädische Sammlung von Objekten. Ursprünglich schrieb sie es für ihre eigene Weiterbildung, da Frauen damals noch nicht studieren durften, veröffentlichte sie es dann doch, um das Thema anderen Interessierten nahezubringen. Das Nachschlagewerk wurde sehr gut rezensiert und häufig zitiert, sogar international.
Dennoch ist Julie Schlemm heutzutage größtenteils vergessen: Wenige Jahre nach der Publikation kamen andere Nachschlagewerke von akademisch ausgebildeten Männern auf den Markt, welche sie und ihr Werk in den Schatten drängten.
Bekannt ist, dass sie immerwährendes Mitglied der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte (BGAEU) war. Sie war finanziell unabhängig und konnte sich somit private Reisen und Forschungen erlauben.
Auch für Publikationen anderer Forscher zeichnete sie Abbildungen, rezensierte, kopierte und fotografierte. Weiterhin betreute sie ab 1905 die Typenkarten der Prähistorischen Sammlung des Museums für Völkerkunde in Berlin und hatte ein wichtiges Amt in der Sammlung für deutsche Volkskunde inne.
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Titelseite von "Wörterbuch zur Vorgeschichte"
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Prospekt des Verlags Dietrich Reimer zur Bekanntmachung des kürzlich erschienenen "Wörterbuch zur Vorgeschichte" von Julie Schlemm.
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Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
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Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Foto: Elke Estel/Hans-Peter Klut
Im 19. Jahrhundert grenzten sich die archäologischen Fächer sukzessive voneinander ab. Wichtige Impulse zu ihrer Entwicklung kamen aus den Altertumsvereinen. Frauen waren von Anfang an mit dabei. Vor etwas mehr als 100 Jahren erhielten Frauen Zugang zur Universität.
Die erste Frau, die ein Archäologiestudium abschloss, war Elvira Fölzer (1868–1937): Sie promovierte 1906 in Bonn, ein Jahr vor Margarete Bieber (1879–1978). Bis zum Ersten Weltkrieg folgten ihnen drei klassische Archäologinnen. 1928 verteidigte Hildegard Knack (1902–1945) in Jena als erste Frau in der ur- und frühgeschichtlichen Archäologie ihre Doktorarbeit.
Studieren war kostspielig: Lebensunterhalt und akademische Gebühren mussten finanziert werden. Die ersten Studentinnen kamen daher aus wohlhabenden Familien oder hatten eigenes Vermögen. Waldtraut Schrickel (1920–2009) etwa bezahlte 200 Reichsmark (entspricht heute ca. 920 €) allein für die Zulassung zur Promotion 1944.
Es folgen die Biographien von zwei Frauen, deren Lebenswege von zahlreichen Hindernissen geprägt waren und die doch auf ihre Weise immer wieder die Ersten waren.
Margarete Bieber
Erste habilitierte Archäologie-Professorin Deutschlands
* 1879 in Schönau (Westpreußen)
† 1978 in New Canaan (CT, USA)
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Fotografie von Margarete Bieber
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Deutsches Archäologisches Institut. Abteilung Athen, Signatur D-DAI-ATH-1973-1146
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Seien Sie, liebe Frau Professor, überzeugt, daß wir allezeit mit Freude und Stolz uns Ihre Schüler nennen werden.
Offener Brief von 49 Studierenden bei ihrer Entlassung, 1933
Margarete Bieber schloss 1901 als erste Frau in Westpreußen das Abitur ab. An der Universität in Berlin entdeckte sie ihre Liebe zur Antike – als Gasthörerin, da Frauen damals noch nicht offiziell studieren durften. Sie wechselte nach Bonn, wo sie 1907 promovierte.
Danach folgten ein Reisestipendium und Studien in Rom sowie Athen. 1913 wurde sie als erste Frau korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts. Mit Beginn des 1. Weltkrieges musste sie nach Deutschland zurückkehren, wo sie die Vertretung des Lehrstuhls in Berlin übernahm – bis der berufene Nachfolger ihr dies untersagte. Bieber bot daraufhin auf Bitten ihrer Studierenden private Kurse an.
1919, ein Jahr vor der offiziellen Zulassung von Frauen, begann sie ihre Habilitation in Gießen, wo sie 1923 zur außerplanmäßigen außerordentlichen Professorin ernannt wurde – als zweite Frau in Deutschland und erste Archäologin. Ab 1928 leitete sie dort das Institut für Altertumswissenschaften. Doch 1933 wurde sie entlassen: Bieber galt nach den NS-Rassengesetzen als Jüdin. Mit ihrer Haushälterin (und vermutlichen Lebenspartnerin) und ihrer Adoptivtochter emigrierte sie in die USA, wo sie unter anderem in Princeton lehrte – auch hier als erste Frau in dieser Position.
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Margarete Bieber in antiker Kleidung
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aus: Griechische Kleidung / Margarete Bieber (1928). Fotografin: Jane van Heuckelum-Rodenwaldt
Biebers Forschungsschwerpunkte waren antike Kleidung, Theater und Skulptur sowie Beiträge zur Antikenrezeption.
Gertrud Dorka
Von der Lehrerin zur Museumsdirektorin
* 1893 in Orlau (heute Orłowo, Polen)
† 1976 in Berlin
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Fotografie von Gertrud Dorka
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Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte
… die in Prähistoriker-Kreisen berühmteste Berliner
Trümmerfrau …
Zitat von Heike Wegner aus dem Buch von J. Fries und D. Gutsmiedl-Schümann (Hrsg.), Ausgräberinnen, Forscherinnen, Pionierinnen, 2013
Als Lehrerin in Berlin besuchte Gertrud Dorka Fortbildungen für Lehrkräfte: Die Kurse über heimische Altertümer und Museumsseminare mit Bestimmungsübungen und Lehrgrabungen brachten sie zur Archäologie.
Ab 1930 studierte sie Anthropologie, historische Geografie und Prähistorie in Berlin. Doch wurde ihre Dissertation mit fadenscheiniger Begründung abgelehnt: offensichtlich legte ihr der Leiter des Reichsbundes für Deutsche Vorgeschichte Steine in den Weg. Erst ein Wechsel nach Kiel ermöglichte die Promotion. Eine Karriere am dortigen Museum lehnte sie aber ab, da sie der NSDAP hätte beitreten müssen – und kehrte zum Beruf der Lehrerin zurück.
Politisch unbelastet übernahm sie nach dem Zweiten Weltkrieg die Leitung des Museums für Vor- und Frühgeschichte in Berlin und war damit als erste Frau Direktorin eines staatlichen Museums in Deutschland. In der Nachkriegszeit sicherte sie die kriegsbeschädigten Sammlungen und ermöglichte Ausstellungen. Sie leitete zudem die Bodendenkmalpflege, organisierte über Zonengrenzen hinweg archäologische Zusammenarbeit, ließ Funde naturwissenschaftlich analysieren und publizierte die Auswertung.
1958 ging sie auf Drängen ihres Nachfolgers in den Ruhestand.
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Gertrud Dorka und Karl Instinsky bei der Fundbergung
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Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte
Gertrud Dorka und Hilfsrestaurator Karl Instinsky bei der Bergung von Funden im Martin-Gropius-Bau.
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Reichsminister Rust
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Alfred Göhner, Stadtarchiv Tübingen
Die wechselvolle politische Geschichte Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert wirkte sich massiv auf die Bildungschancen von Mädchen und die Frauenerwerbstätigkeit aus. Wer beruflich erfolgreich sein wollte, musste sich mit dem jeweiligen politischen System mindestens arrangieren. Manche engagierten sich aktiv im Dienste einer Ideologie, wie, zumindest anfangs, Liebetraut Rothert (1909–2005) im Nationalsozialismus.
Andere, wie Margarete Bieber, Elisabeth Jastrow (1890–1981) oder Hermine Speier (1898–1989), waren gezwungen, sich zu verstecken oder zu emigrieren.
Während des Zweiten Weltkriegs übernahmen Frauen zunehmend Verantwortung an den Universitäten, Museen und in der Denkmalpflege. Nach 1945 mussten viele von ihnen ihre Positionen zugunsten von Kriegsrückkehrern räumen – insbesondere in den westlichen Besatzungszonen und der BRD. Manch eine setzte die archäologische Arbeit im Ehrenamt fort.
Es folgen die Biographien von vier Frauen, deren Karriere vom Nationalsozialismus – direkt oder indirekt – beeinflusst wurde.
Liebetraut Rothert
Von NS-Archäologie über Denkmalpflege zum Bergbau
* 1909 in Marienwerder/Westpreußen (heute Kwidzyn, Polen)
† 2005 in Berlin
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Fotografie von Liebetraut Rothert
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Montanhistorisches Dokumentationszentrum des Deutschen Bergbau-Museums Bochum (montan.dok)/Bergbau-Archiv Bochum (BBA) 20/4717, Nr. 33
... diplomatischer, oft herzlicher und fachlich Gewinn bringender Umgang mit Gleichgesinnten, Laien und Wissenschaftlerkollegen ...
So beschreibt die Archäologin Henny Piezonka die Forscherin
Liebetraut Rothert studierte Ur- und Frühgeschichte, Geologie und Kunstgeschichte. Nach ihrer Promotion 1935 profitierte sie davon, dass nationalsozialistisch ausgerichtete Institutionen Frauen einstellten, während Universitäten ihnen mit Vorbehalten begegneten. Rothert arbeitete für die Reichsgemeinschaft für Deutsche Volksforschung und das Amt Rosenberg: u.a. erstellte sie Ausstellungen und Lehrmittel zur deutschen Vorgeschichte. In dieser Zeit schrieb sie einige stark ideologisierte Artikel.
Weniger politisch waren spätere Tätigkeiten beim Brandenburgischen Landesamt und als Museumsleitung in Cottbus. Trotzdem gelang es ihr, als ihre Ehe 1948 scheiterte, als alleinerziehende Mutter in der jungen Bundesrepublik nicht, an die beruflichen Erfolge anzuknüpfen.
Erst 1953 fand sie eine neue Anstellung bei der Zeitschrift "Die Grubenlampe" in Bochum, wo sie als Archivarin, Redakteurin und Forscherin tätig war. Auch im Ruhestand blieb sie wissenschaftlich aktiv: 1976 erschien ihr Buch über Arbeitsverhältnisse im Ruhrbergbau des 19. Jahrhunderts.
Gerta Blaschka, geb. Schneider
Zwischen Pfahlbauten und Nationalsozialismus
* 1908 in Mannheim
† 1999 in Neustadt a. d. Saale
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Fotografie von Gerta Blaschka
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Archiv Pfahlbaumuseum
Bereits als Jugendliche nahm Gerta Blaschka, geb. Schneider an Ausgrabungen in den Federseegebieten teil.
Sie studierte eine breite Mischung aus VWL, Sprachen, Vorgeschichte, Geografie, Geologie und Klassischer Archäologie. Ihr Studium führte sie über viele Stationen auch nach Tübingen, wo sie als zweite Frau im Fach überhaupt im Jahr 1933 über das Thema „Der vorgeschichtliche Wagen in Deutschland“ promovierte.
Schon früh der NSDAP beigetreten, prägte die Politik ihren Lebensweg stark. Sie war Mitarbeiterin im Amt Rosenberg unter Hans Reinerth, redigierte dessen Schriften und war zuständig für seine Grabungsorganisation. Unter anderem führte sie Kriegsgrabungen in den besetzten Gebieten durch.
Ihr Leben und Wirken war eng mit dem Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen verknüpft. Sie koordinierte nach dem Zweiten Weltkrieg federführend den Aufbau der Freilichtanlage des Pfahlbaumuseums und übernahm dessen Leitung während der Internierung Reinerths.
Entgegen vieler ihrer männlicher Kollegen, konnte sie danach keinen festen Fuß mehr in der Archäologie fassen und arbeitete als Bibliothekarin im Institut für angewandte Geodäsie in Frankfurt a. Main.
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Gerta Blaschka auf der Ausgrabungsstätte
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Archiv Pfahlbaumuseum
Gerta Schneider im Winter 1939 auf der Ausgrabungsstätte „Wasserburg Buchau“ bei der Holzprobenentnahme.
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Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen
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Fotograf*in: Willy Pragher | Digitalisierung: Landesarchiv Baden-Württemberg
Gerta Schneider prägte den Wiederaufbau der Außenanlage des Pfahlbaumuseums in Unteruhldingen maßgeblich.
Senta Rafalski-Giering, geb. Giering
Von Schloss Hohentübingen bis nach Tansania und wieder zurück
* 1911 in Berlin
† 1996 in Tübingen
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Fotografie von Senta Rafalski-Giering
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Universität Tübingen
Für ihre Promotion über „Nordische Feuersteindolche“ radelte sie durch Norddeutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen um Vergleichsfunde zusammenzustellen.
Durch die Weigerung, ihrem eng mit der NSDAP verbundenen Doktorvater Hans Reinerth nach Berlin zu folgen, konnte sie keinen Fuß auf dem deutschen Arbeitsmarkt fassen.
Senta Giering ging 1936 nach Tansania, zunächst als Hausmädchen und Hauslehrerin, dann auf Ausgrabungen des Ehepaares Kohl-Larsen des Geologischen Instituts der Universität Tübingen, um Geld für die Publikation ihrer Promotion zu verdienen.
Dort lernte sie ihren Mann kennen und bekam mit ihm zwei Kinder. Die Familie kam während des Zweiten Weltkrieges in ein britisches Internierungslager und wurde anschließend nach Deutschland repatriiert. 1952 wanderten sie nach Italien aus.
34 Jahre lang war Senta Rafalski-Giering nicht in der Archäologie tätig, bis sie nach dem Tod ihres Mannes mit über 60 Jahren an das Archäologische Institut in Tübingen zurückkehrte, um die Funde aus ihrer Zeit in Tansania aufzuarbeiten und zu veröffentlichen.
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Postkarte von Schloss Hohentübingen
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Digitalisierung: Tübingen UB
Blick auf Schloss Hohentübingen. Seit den 1920er Jahren ist das Institut für Vor- und Frühgeschichte in den Räumlichkeiten des Schlosses angesiedelt. Lange Zeit Studien- und Arbeitsort von Senta Rafalski-Giering.
Hedwig Küthmann, geb. Kusel
Archäologenpaar zwischen Beruf und Familie
* 1892 in Karlsruhe
† 1967 in Heidelberg
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Titelseite der Dissertation "Die Frankfurter Museen"
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Carl Winter Verlag
Es kommt ja auch nicht allzuoft vor, dass zwei im Museumsdienst stehende Menschen einander heiraten. Ich bin sehr glücklich, an meiner Braut eine Gefährtin auch auf dem Fachgebiete gefunden zu haben, zumal wir uns auf dem der Antike kennen gelernt hatten. Leider können wir unseren Brautstand noch nicht ungetrübt genießen, da auf beiden Seiten Berufsinteressen uns noch hindern […]. Aber zum 1. Dez. verlässt meine Braut Hamburg, um sich im elterlichen Hause zu Karlsruhe dem Haushalte etwas mehr zu widmen.
Zitat aus dem Brief von Carl Küthmann an seinen Doktorvater Adolf Erman, Hannover, 03.11.1920
Hedwig Kusel stammte aus einer angesehenen badischen Juristenfamilie. Sie studierte Klassische Archäologie, Alte Geschichte, Altphilologie und Kunstgeschichte und verbrachte ein Auslandssemester in England. Ihr Studium schloss sie 1917 mit der Dissertation in Heidelberg ab. Im Anschluss bearbeitete sie Teilbestände der Antikensammlung des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg.
Hedwig Küthmann hat nie fest und bezahlt als Archäologin gearbeitet und nach ihrer Heirat mit dem Ägyptologen Carl Küthmann 1921 nur noch einen nachweisbaren archäologischen Aufsatz verfasst.
Hedwig Küthmann folgte ihrem Mann nach Hannover, wo dieser ab 1920 Direktor des Kestner-Museums war. Doch aufgrund von Hedwigs jüdischer Abstammung wurde er 1938 entlassen. Die Familie lebte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in der Nähe der Schweizer Grenze, immer bereit zur Flucht. Ihr Mann kehrte im Herbst 1945 nach Hannover zurück, doch Hedwig Küthmann blieb dauerhaft in Süddeutschland und arbeitete unentgeltlich in der Universitätsbibliothek Basel.
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Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Weimar
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H. Arnold, Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Weimar
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Frauen im geteilten Deutschland auf unterschiedliche Weise rechtlich und strukturell benachteiligt. In der Bundesrepublik schlossen sich Familiengründung und Karriere gegenseitig weitgehend aus. Bis 1958 hatte der Ehemann das alleinige Bestimmungsrecht über seine Ehefrau und Kinder. Politisch war die langfristige Vollzeiterwerbstätigkeit von Frauen nicht erwünscht.
Hochqualifizierte Tätigkeiten übten nur wenige verheiratete Frauen aus. Kinderbetreuungsmöglichkeiten waren rar, und gesellschaftlich waren arbeitende Mütter oft nicht akzeptiert.
In der DDR (1949–1990) waren zwar die meisten Frauen berufstätig und im Bildungssystem nominell gleichberechtigt, aber in der Archäologie waren Frauen bei der Vergabe der wenigen Studienplätze im Nachteil, da sich Männer durch freiwillig verlängerten Wehrdienst die Vorimmatrikulation sichern konnten.
Es folgen die Biographien von vier Frauen, die in den politischen Systemen nach dem Zweiten Weltkrieg wissenschaftlich Fuß fassen mussten.
Waldtraut Schrickel
Berufliche Wege in Ost und West
* 1920 in Gräfentonna
† 2009 in Dresden
... eine außergewöhnlich tatkräftige Fachvertreterin […]
mit Sachverstand, Realitätssinn und unbestechlicher Menschenkenntnis ...
Dies schrieb der Archäologe Joseph Maran in einem Nachruf auf die Forscherin
Waldtraut Schrickel hat eine deutsch-deutsche Biographie. Promoviert zu einem Thema der mittelalterlichen Geschichte begann ihre wissenschaftliche Karriere als Volontärassistentin am Vorgeschichtlichen Museum der Universität Jena. Ihre NSDAP-Parteizugehörigkeit zwischen 1941–1943 fiel unter die Jugend-Amnestie und hatte keine Auswirkung auf ihre archäologische Karriere.
Sie habilitierte 1952 als erste Frau in der DDR im Fach Ur- und Frühgeschichte in Jena mit einer Studie zu vorgeschichtlichen Felsgeräten und wurde Dozentin. Daneben kümmerte sie sich um die Neuordnung der archäologischen Sammlung und war als Kreisbodendenkmalpflegerin für vier thüringische Kreise zuständig.
1958 ging sie zu einer Tagung in der Bundesrepublik Deutschland und kehrte nicht mehr zurück in die DDR. Obwohl sie in Forschung und Lehre vielseitig versiert war, erwies sich der Neuanfang im Westen sehr schwierig und als Karriereeinbruch für sie.
Zunächst mit Ausgrabungen und Redaktionstätigkeiten sich über Wasser haltend, wurde sie 1961 Assistentin in Heidelberg – eine untergeordnete Stellung, die nicht ihrer Qualifikation entsprach. Sechs Jahre später wurde sie zur außerplanmäßigen Professorin berufen. Das bedeutete, dass sie zwar den Titel führen durfte, dafür aber nicht bezahlt wurde. Sie durfte keine Abschluss- oder Doktorarbeiten betreuen, um nicht mit dem Lehrstuhlinhaber in Konkurrenz zu treten. Deshalb konnte sie auch nie wissenschaftlichen Nachwuchs um sich sammeln.
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Postkarte mit Bild der Stadt Heidelberg
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Blick über die Stadt Heidelberg am Neckar, die lange das Leben und Wirken von Waldtraut Schrickel geprägt hat.
Irmgard Elisabeth Woldering
Karriere am Kestner-Museum
* 1919 in Osnabrück
† 1969 in Hannover
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Fotografie von Irmgard Elisabeth Woldering
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Museum August Kestner Hannover, Fotograf: Christian Rose
Aber auf dem Adressumschlag tastet die Unsicherheit nach einer amtlichen Form für die gleichberechtigte Frau. Die Versuche pendeln zwischen „Fräulein Direktor“ und „Frau Direktorin“. Und die Frauen? Die älteren, die kämpfen mussten um ihr Recht, sind ehrlich stolz. Für ihre eigene Generation aber sagt Irmgard Woldering: „Suffragetten-Ideen gibt es heute nicht mehr. Als Ägyptologin war ich auf wissenschaftlichen Kongressen ohnedies meistens die einzige. Um Anerkennung habe ich nie zu ringen brauchen.
Zitat aus „Die Zeit“, Rubrik ‚Das Frauenporträt‘, 13.04.1955
Irmgard Woldering absolvierte ihr Studium der Ägyptologie an den Universitäten München, Münster und Berlin, das sie 1950 mit der Promotion abschloss. Gefördert von ihren Eltern probierte sie zunächst verschiedene Studienfächer aus, darunter Kunstgeschichte und Philosophie. Die Eltern nannten diese Probezeit »als Luxusdampfer auf dem Meer der Wissenschaft herumschwimmen«.
Ihre Karriere begann 1950 als Volontärin im Kestner-Museum. Obwohl sie »niemals in einer Museumsstellung ‚mumifiziert‘« werden wollte, blieb sie nach dem Volontariat Hannover und dem Kestner-Museum treu. 1952 übernahm sie die wissenschaftliche Leitung der Ägyptischen Sammlung. Mit dem Ausscheiden des alten Direktors wurde sie 1955 unter 23 Bewerbern ausgewählt, die Gesamtleitung des Museums zu übernehmen. Bis zu ihrem frühen Tod mit nur 50 Jahren hatte sie diese inne. Unter ihrer Leitung entwickelte sich das ‚Kestner‘ zu einem lebendigen modernen Museum mit den ersten Großausstellungen und bis dahin nicht gekannten Besucherzahlen.
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Irmgard Elisabeth Woldering bei Bauarbeiten im Kestner-Museum
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Museum August Kestner Hannover
Direktorin Irmgard Woldering inspiziert den Fortschritt der Bauarbeiten im Kestner-Museum.
Margret Honroth
Zweite Archäologin in Festanstellung am Landesmuseum Württemberg
* 1937 in Hannover
† 2020 in Bonn
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Fotografie von Margret Honroth
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Foto: unbekannt, Reproduktion: Landesmuseum Württemberg
Sie hat durch Neuerwerbungen von römischen Kaiserportraits und Werken der klassisch griechischen Kunst entscheidende Schritte dazu getan, die Sammlung abzurunden und in ihrem Wert so zu steigern, dass sie die Bedeutung der klassischen antiken Kunst im Rahmen der gesamten Sammlungen des Württembergischen Landesmuseums zu repräsentieren vermag.
Dr. Claus Zoege von Manteuffel, damaliger Direktor des LMW, über Margret Honroth, 1981
In ihrer 1966 an der Universität Bonn abgeschlossenen Doktorarbeit befasste Margret Honroth sich mit „Stadtrömischen Girlanden“. Anschließend war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Pergamongrabung des Deutschen Archäologischen Instituts.
Von 1968 bis zu ihrem Ruhestand 2002 war Honroth am Landesmuseum Württemberg in Stuttgart beschäftigt; zunächst als Volontärin, seit 1972 als Konservatorin.
Sie baute aktiv die Sammlung der Klassischen Antike in der Archäologischen Abteilung aus. Ihre Aufgabe war es Ankäufe im Bereich der römischen Kaiserporträts und der klassisch griechischen Kunst zu tätigen.
Sie realisierte auch Sonderausstellungen. Die bedeutendste war 1994 jene zum „Frühen Glas der Alten Welt“ anlässlich der von ihr initiierten Erwerbung der Sammlung Ernesto Wolf. Über ihre Pensionierung hinaus erforschte sie die Glassammlung des Landesmuseums.
Honroth war eine der beiden ersten, fest am Landesmuseum Württemberg tätigen Archäologinnen.
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Fotografie von antikem Glas
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Landesmuseum Württemberg, Hendrik Zwietasch
Antikes Glas wurde zum Spezialgebiet von Margret Honroth. Im Landesmuseum Württemberg betreute sie die antiken Gläser der Sammlung Ernesto Wolf.
Sigrid Dušek
Landesarchäologin in Thüringen
* 1937 in Erfurt
† 2007 in Erfurt
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Fotografie von Sigrid Dušek
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Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Weimar
Sigrid Dušek studierte Ur- und Frühgeschichte, promovierte 1970 und habilitierte 1993.
Ende der 1960er zog sie in die Tschechoslowakei, wo sie mit ihrem Mann Ausgrabungen an einem eisenzeitlichen Fürstensitz leitete. Durch die Ergebnispublikation erreichte sie den Grad „Kandidat der Wissenschaften“, was einem weiteren Doktorgrad entsprach.
Als Abteilungsleiterin der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Nitra sowie später als stellvertretende Leiterin des Museums für Ur- und Frühgeschichte in Weimar setzte sie für die archäologische Forschung technische Neuerungen durch und etablierte EDV-gestütztes Arbeiten.
Da sie nie eine politische Stellung innehatte, galt sie als wenig belastet. Dies ebnete ihr den Weg in die oberste Führungsetage. 1994 wurde sie Landesarchäologin von Thüringen – als eine der ersten Frauen bundesweit. Sie schuf ein modernes archäologisches Landesamt, mit fächerübergreifendem Forschungsansatz und archäochemischem Labor. In den bewegten Zeiten nach 1989 bewahrte sie das Museum vor Stellenabbau und initiierte seine Sanierung sowie eine neue Dauerausstellung.
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Sigrid Dušek vor einem Brennofen
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Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Weimar
Sigrid Dušek mit neu gefertigten Tongefäßen bei Brennversuchen an einem rekonstruierten Ofen.
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Sigrid Dušek erklärt Museumsbesucher*innen
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Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Weimar
Sigrid Dušek an einem rekonstruierten Brennofen. Sie zeigte großes Engagement für die interdisziplinäre Forschung und die experimentelle Archäologie.
05
Und heute?
Vor gut einem Jahrhundert erkämpften sich Frauen den geregelten Zugang zu den deutschen Universitäten und damit auch zum Archäologiestudium. Zuvor musste jede archäologisch interessierte Frau ihren eigenen Weg finden, Wissen zu erwerben und als Fachfrau anerkannt zu werden.
Heute stehen die verschiedenen archäologischen Studiengänge allen Frauen offen und erfreuen sich, wie die Zahlen zeigen, großer Beliebtheit. Auch wenn mit dem Berufseinstieg die Frauenquote abnimmt, zeigen die hier dargestellten Lebensgeschichten, wie es Frauen – auch durch schwierige Zeiten hindurch – gelungen ist, in der Archäologie Fuß zu fassen.
Heutige Archäologinnen in Zahlen
Inzwischen studieren mehr Frauen als Männer Archäologie. So lag beispielsweise in den letzten 18 Jahren die Frauenquote immer etwa zwischen 50 und 60 %. Auch zeigt eine Studie, dass in Deutschland der Frauenanteil bei den archäologisch Arbeitenden von 32,7 % (2008) auf ca. 43 % (2014) gestiegen ist. Dennoch sind Frauen in einflussreichen Positionen deutlich unterrepräsentiert. Nur rund 38,9 % der 135,9 Professor*innenstellen für Archäologie in Deutschland haben aktuell (August 2025) Frauen inne.
Laut der ICOM-Mitarbeiterzufriedenheitsstudie 2024 stellen Frauen den Großteil der Belegschaft in Museen (71 %). Auch Leitungspositionen werden hier immer mehr von Frauen eingenommen, zuletzt stieg die Zahl von weiblichen Führungskräften im Museum auf rund 40 %. Das Verhältnis gegenüber den männlichen Führungskräften ist dennoch nur ausgeglichen trotz der signifikant höheren Zahl an Mitarbeiterinnen.
#IchbinHanna
Als Protest gegen das Wissenschaftszeitvertragsgesetz entstand 2021 unter dem Hashtag #IchbinHanna ein spontaner Twitter-Trend.
Kritisiert wurde dabei die ungenügende Anzahl unbefristeter Stellen im wissenschaftlichen Bereich, während gleichzeitig befristete Arbeitsverhältnisse nur für eine bestimmte Höchstdauer vergeben werden dürfen. Forschende stehen somit vor dem Problem, nach einer Reihe befristeter Verträge keine Möglichkeit mehr zu haben, weiter in der Wissenschaft zu arbeiten.
Zudem erschwert die prekäre Arbeitssituation eine langfristige Lebens- und Familienplanung. Wie die Erfahrungsberichte unter dem Hashtag zeigen, setzen sich viele junge Forschende in universitären Disziplinen mit der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auseinander, die gerade für Frauen eine große Belastung darstellen kann.
#IchBinHanna erreichte zeitweise mehrere Tausend Tweets pro Stunde. Die Protestbewegung erregte große mediale sowie politische Aufmerksamkeit und führte zu nachhaltigen Diskussionen in der akademischen Welt.
»Mir wohnt ein gut Theil Eigenheit inne.«
Was Johanna Mestorf im Jahr 1865 über sich selbst sagte, ist auch im 21. Jahrhundert aktuell: Nach wie vor müssen archäologisch arbeitende Frauen individuelle Wege finden, um strukturelle Hürden zu meistern. Hinzukommt die Schwierigkeit, einen archäologischen Beruf mit einem Privatleben und gesellschaftlich erwarteter Care-Arbeit zu verbinden.
Für die Vergangenheit hat die Ausstellung einige dieser individuellen Geschichten vorgestellt. Gleichzeitig möchte sie andere Frauen ermutigen, an die bereits begonnenen gesellschaftlichen Umstrukturierungen anzuknüpfen und in der Zukunft ebenfalls ihren eigenen Weg in der Archäologie zu gehen.
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Archäologin Maria Reiche bei ihrer Arbeit
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Herkunft/Rechte: Landesmuseum Württemberg | Foto: Ana Maria Cogorno, Maria Reiche Lineas & Geoglifos de Nasca, Lima, Peru
06
Das Projekt AktArcha und die Museumsausstellungen
Die in dieser virtuellen Ausstellung gezeigten Biografien und Inhalte sind eine verkürzte Form der Ausstellung „Ein gut Theil Eigenheit“ – Lebenswege früher Archäologinnen. Diese ist das Produkt des Forschungs- und Vermittlungsprojektes „Akteurinnen archäologischer Forschung zwischen Geistes- und Naturwissenschaften: im Feld, im Labor, am Schreibtisch“ – kurz „AktArcha“.
Als museale Sonderausstellung war „Ein gut Theil Eigenheit“ – Lebenswege früher Archäologinnen im Museum August Kestner in Hannover sowie im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart zu sehen und wurde dafür um weitere Biografien dortiger Archäologinnen ergänzt.
Zum Abschluss dieser virtuellen Ausstellung folgen ein kurzer Überblick über das Projekt AktArcha, dessen intensiven Forschungen diese Ausstellung zu verdanken ist, sowie ein Einblick in die beiden Ausstellungen in Hannover und Stuttgart.
Das Projekt AktArcha
von Doris Gutsmiedl-Schümann und Elsbeth Bösl
AktArcha war ein interdisziplinäres Projekt an der Schnittstelle von Archäologie, Geschlechter- und Wissenschaftsgeschichte sowie Public History. Es wurde vom damaligen Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Förderlinie „Frauen in Wissenschaft, Forschung und Innovation: Leistungen und Potenziale sichtbar machen, Sichtbarkeit strukturell verankern. Innovative Frauen im Fokus“ gefördert.
Die Zielsetzung der Förderlinie lautet: Frauen und ihre Leistungen sichtbar machen, Chancengerechtigkeit fördern, positive Rollenvorbilder generieren.
Verankert war das Projekt an der Universität der Bundeswehr München.
Das Projekt hatte drei Säulen: 1. historisch-biografische Forschung über Frauen, die seit dem 18. Jahrhundert in den archäologischen Fächern tätig waren, 2. zeitnahe Bereitstellung der Forschungsdaten für die Wissenschaftsgemeinschaft sowie 3. gezielte Vermittlung der Ergebnisse an eine breitere Öffentlichkeit.
Durch die Kombination von biografischen und sozialgeschichtlichen Methoden der Wissenschaftsgeschichte konnte AktArcha zeigen, wie Geschlecht und weitere soziale Kategorien historisch den Zugang von Frauen zur Wissenschaft sowie deren Wahrnehmung und Karrieren beeinflussten.
Der historisch-biografische Zugang eignete sich besonders für die Wissenschaftskommunikation. AktArcha nutzt dazu einen Blog, Social Media und die Inhalte dieser Ausstellung in unterschiedlichen Versionen. Ausgewählte Wissenschaftlerinnenbiografien ermöglichen es, sich der Fachgeschichte auf eine sehr persönliche, emotionale und zugleich kognitive Weise zu nähern. Wichtig ist dabei allerdings ein stark kontextualisierter und kritischer Zugang zu weiblichen Lebens- und Schaffenswegen.
Das Projekt AktArcha ist im August 2024 zu Ende gegangen, doch den Blog „AktArcha. Akteurinnen archäologischer Forschung und ihre Geschichte(n)“ betreiben wir weiter. Eine kollektivbiografische Monografie ist in Planung. Zudem stehen wir im Austausch mit anderen Forschungs- und Vermittlungsprojekten, die sich der Sichtbarmachung von Frauen und der historisch-biografischen Forschung widmen.
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Logo von AktArcha
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AktArcha
Die Sonderausstellung im Museum August Kestner, Hannover
Laufzeit: 19.05.2023 bis 14.01.2024
Um das Thema im Museum August Kestner zeigen zu können, erweiterte die dortige Kuratorin für Antike Kulturen, Dr. Viola Siebert, die Posterausstellung zur musealen Sonderausstellung. Aus den Postern wurden große Wandportraits der Archäologinnen. Für jede Wissenschaftlerin entwarf sie ein Ausstellungsheft mit vertiefenden Informationen und weiteren Abbildungen. Dieses wurde auf einem Sockel unter dem jeweiligen Porträt der Archäologin den Besucher*innen präsentiert.
Dr. Viola Siebert ergänzte die neun Archäologinnen der Posterausstellung um zwei weitere Frauen: Hedwig Küthmann und Irmgard Woldering. Beide Archäologinnen spielten eine große Rolle in der Geschichte des Museums August Kestner. Sie werden in der vorliegenden Ausstellung näher vorgestellt.
Die Sonderausstellung im Landesmuseum Württemberg, Stuttgart
Laufzeit: 19.07.2024 bis 09.03.2025
Dr. Astrid Fendt, Leiterin der Abteilung Archäologie am Landesmuseum Württemberg, holte die museale Sonderausstellung von Hannover nach Stuttgart. Dort wurde sie im Ständesaal des Landesmuseums ausgestellt. Gemeinsam mit der Volontärin Mirjana Rapp ergänzte sie die Ausstellung um drei weitere Archäologinnen aus Baden-Württemberg: zwei der ersten Archäologinnen der Universität Tübingen, Gerta Blaschka und Senta Rafalski, zudem Margret Honroth, eine der beiden ersten Archäologinnen in Festanstellung am Landesmuseum Württemberg.
Am Standort Stuttgart wurden zwei Mitmachstationen und ein Lesebereich in die Ausstellung integriert, mit Literatur von und über diese sowie weitere Frauen in der Archäologie. Romane und Fachbücher luden die Besucher*innen zum Verweilen und Vertiefen ein.
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Ausstellungsraum im Landesmuseum Württemberg
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Landesmuseum Württemberg, Jonathan Leliveldt, Alexander Lohmann
"Ein gut Theil Eigenheit – Lebenswege früher Archäologinnen", Blick in die Ausstellung im Landesmuseum Württemberg.
Eine virtuelle Ausstellung von
Team
PD Dr. Elsbeth Bösl
PD Dr. Doris Gutsmiedl-Schümann
Ausstellung Hannover:
Dr. Viola Siebert
Ausstellung Stuttgart:
Dr. Astrid Fendt
Mirjana Rapp M.A.
Konzept & Texte: PD Dr. Elsbeth Bösl (Universität der Bundeswehr München), PD Dr. Doris Gutsmiedl-Schümann (Universität der Bundeswehr München), Dr. Michaela Helmbrecht (Archäotext)
Ergänzung Hannover: Dr. Viola Siebert (August Kestner Museum)
Ergänzung Stuttgart: Dr. Astrid Fendt, Mirjana Rapp M.A. (beide LMW)
Umsetzung & Texte DDB: Lucie Böttger M.A., Mirjana Rapp M.A., Helen Kapeller M.A., Elianor Sket, Luise Wolff (alle LMW)
Redaktion: Hanna Warth-Geraci M.A.
Impressum
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Die Deutsche Digitale Bibliothek verlinkt die virtuelle Ausstellung auf ihrer Internetseite https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/virtuelle-ausstellungen.
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