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Verklärt, begehrt, vergessen

Frauen in der frühen Plakatgestaltung

Eine virtuelle Ausstellung von

Verklärt, begehrt, vergessen

Frauen haben die Wende zum 20. Jahrhundert in Europa und den USA entscheidend geprägt. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts waren die gesellschaftlichen Rollen streng verteilt: Weder mit Wahl- noch mit Selbstbestimmungsrechten ausgestattet, kümmerten sich Frauen um Haus und Familie, während Männer das öffentliche Leben lenkten. Mit der Industrialisierung begann jedoch ein Wandel in der westlichen Welt. Durch neue Mobilitätsformen, Kommunikationswege und Erfindungen wurden alte Werte Stück für Stück aufgebrochen. Fahrradfahrend konnten Frauen erstmals alleine Strecken zurücklegen, neue Medien wie der Fotoapparat ermöglichten Zugang zu künstlerischen Tätigkeiten, man frönte neuen Freizeitaktivitäten wie Sport und Urlaubsreisen, ging ins Theater, Varieté und Café. Zugleich organisierten sich Frauen in Verbänden und forderten allerorts mehr Mitbestimmung.

Auch wenn diese Freiheiten bestimmten sozialen Schichten vorbehalten waren und zunächst wenig an der strukturellen Benachteiligung änderten: Der Wandel im Rollenbild der Frau und gewisse emanzipatorische Errungenschaften gehören zu den wichtigsten Neuerungen der Epoche um 1900. Die Ausstellung „Verklärt, begehrt, vergessen“ verfolgt die Entwicklung anhand zeitgenössischer Plakatkunst – von „Werbedame“ bis „Neue Frau“. Die letzten Kapitel stellen Frauen vor, die als Künstlerinnen selbst Plakate entwarfen: Sie sind Pionierinnen der Designgeschichte.

Für alle Verfahren der Graphik eignet sich, wie die Erfahrung gezeigt hat, die Frau. Mannigfache Preisausschreiben, in denen die Frau mit dem Mann konkurrierte, haben erwiesen, dass sie den Wettkampf nicht zu scheuen braucht. […] So soll auch die Arbeit der Frau weiter gedeihen und Erfolge erringen, ihrem Geschlecht zum Stolze.

Ilse Schütze-Schur, Lotte Klopsch: Angewandte und dekorative Graphik, in: Die Frau in Haus und Beruf, Ausstellung des Deutschen Lyceum-Clubs, Berlin 1912, S. 27

Die „moderne Eva“?

Sie wendet sich ab von dem Mann, der sie auf Knien anfleht, zu bleiben. Auch der Versuchung in Form einer übergroßen Schlange winkt sie lächelnd ab. Hat diese Frau sich von ihrer gesellschaftlich vorbestimmten Rolle als Ehegattin und Hausfrau befreit? Die im Plakat beworbene Operette von Jean Gilbert, 1911 in Berlin uraufgeführt, handelt von einer damals raren Spezies: der emanzipierten Berufstätigen. Sie sträubt sich zunächst, ihre Eigenständigkeit für die Ehe aufzugeben. Doch das Ende ist ernüchternd: Sie kommt zu dem Schluss, den für sie vorgesehenen Platz besser nicht zu verlassen. Der Umsturz der traditionellen Hierarchie der Geschlechter – um 1900 bereits als sanfte Bedrohung thematisiert – wird abgewendet.

Die „femme fatale“?

Die erotisch-verführerische Frau, die Männern Unheil bringt, taucht als Typus schon in antiken und biblischen Erzählungen auf – ob als Circe, Delila oder Eva. In Anlehnung an Franz von Stucks Gemälde „Die Sünde“ von 1893 reproduziert Hans Rudi Erdt in dieser Plakatwerbung für eine Operette das stereotype Bild und liefert damit einen initialen Gedankenimpuls: Wer über Frauendarstellungen und Werbung spricht, kommt um den Begriff der „Verführung“ quasi im doppelten Sinne nicht herum.

01
„Werbedamen“: Verführung und Begehrlichkeit

„Werbedamen“

Ob Lampenöl, Zigarettenpapier oder Versicherungen – kaum etwas scheint sich nicht besser zu verkaufen, wenn eine Frau es anpreist. Doch wann entstand eigentlich dieser Gedanke? Der Blick auf die Anfangszeit der modernen Werbung zwischen 1880 und 1900 zeigt: Hier liegen die Ursprünge einer Produktreklame, die – auch bei gemischten oder rein männlichen Zielgruppen – auf die Kunst der (weiblichen) Verführung setzt. Dabei ging es kaum darum, ob die Dargestellte tatsächlich mit dem Produkt zu tun hat, sondern vielmehr um ihre „dekorativ“ und „verlockend“ gesehene Präsenz. Ein Vorreiter dieser Idee war der französische Plakatkünstler Jules Chéret. Er erfand sogar einen eigenen Frauentypus dafür, sogenannte „Cherettes“, die er elegant und lebenslustig in Szene setzte. Bald kamen solche „Werbedamen“ international zum Einsatz. Als Verkörperungen von jugendlicher Kühnheit, grazilem Schick oder mondäner Kennerschaft sind sie positiv konnotiert. Doch ist der Grat zur Abwertung schmal, wenn die Frau auf ihre sinnlichen, vermeintlich verführerischen Attribute reduziert wird oder als schmückendes Beiwerk fungiert.  

02
Konsumentinnen: Werbung für weibliche Zielgruppen

Konsumentinnen

Mit dem Aufkommen neuer Produkte in einer industrialisierten Konsumwelt wurden vermehrt auch Frauen als Konsumentinnen angesprochen. Die Bilder in der Werbung suggerierten der modernen Frau, dass sie sich nur mit Genussmitteln und Luxusgütern wie Champagner und Pelzen umgeben müsse, um ein Lebensgefühl von Eleganz, Fröhlichkeit und Sinnlichkeit zu erreichen. Beworben wurden auch Beschäftigungsmittel der Bildungsbürgerin, wie Bücher, Zeitschriften und Klaviere; und mit Mode, Schmuck oder Schminke wurde der Schönheitsdrang angesprochen. Doch auch Produkte für den Haushalt wurden reklametechnisch auf Frauen gemünzt, da dieser weiterhin als ihr Verantwortungsbereich galt. Egal wofür: Werbung für weibliche Zielgruppen diente dazu, Verkäufe anzukurbeln. Die Lebensrealität der meisten Frauen war jedoch alles andere als luxuriös – ein in der Reklame gekonnt überspielter Zustand.

03
Verklärte Blicke: Schönheit und Allegorie

Verklärte Blicke

Von Blumen umrankt, der Blick verträumt: Ein beliebter Frauentypus in der Plakatwerbung um 1900 war die makellos Schöne. Ihre Attraktivität stand bildhaft für die beworbenen Produkte und wurde, mit Symbolen und Attributen verknüpft, nicht selten zur Allegorie: Lilien, helle Haut und weiße Wäsche stehen für Reinheit, Blüten und ätherische Winde für Vergänglichkeit. Vor allem Abstrakteres, wie Kunst oder Literatur, fand in der Reklame oft Ausdruck in allegorischen Frauenfiguren, die etwa mit Harfe, Palette oder Schreibfeder die schönen Künste personifizierten. Diese Darstellungen wurden maßgeblich durch den Jugendstil geprägt. Mit der Abwendung vom industriellen Zeitalter fand gleichzeitig eine Hinwendung zur Natur statt – traditionell als weibliche Sphäre angesehen. Im Gegensatz dazu wurde die Kultur als männlich charakterisiert. Die Problematik der polarisierenden Aufteilung ergibt sich aus der Bewertung der Natur als sanft, schmückend und primitiv. Verklärte, stereotypisierende Bilder dieser Art schränkten den weiblichen Handlungsspielraum ein – schwer vorstellbar, dass die hier dargestellten Schönheiten ein Mitspracherecht fordern, einen Beruf ergreifen oder die eigene Meinung vertreten. Während die Frauen als Allegorien der Künste überhöht wurden, war ihre Lebensrealität das Gegenteil: Zur Kunstausbildung waren sie in der Regel nicht zugelassen.

Das Produkt selbst ist auf diesem Plakat nicht zu sehen – nur eine junge Frau im weißen Kleid, umstrahlt von einem Lichtkranz und gekrönt von zwei Worten: Sunlicht-Seife. Die tugendhaften Eigenschaften, die laut Werbebotschaft von der Frau auf das Produkt zu übertragen sind, werden am unteren Rand vorgegeben: Reinheit, Frische, Sparsamkeit. Der Widerspruch ist evident: Sorgt die Frau für saubere Wäsche und Haushalt, wird sie kaum so frisch und rein daherkommen. Die Idealisierung von unbefleckter Wäsche und körperlicher Reinheit reflektiert zudem ein problematisches Bild von Weiblichkeit, das die menstruierende Frau als essentiell „unsauber“ ansieht – erst mit Seife kann sie ihre angebliche natürliche Unreinheit abstreifen. 

04
Gefeiert: Stars der Bühne

Stars der Bühne

Während es sich bei „Werbedamen“ meist um anonyme Typen handelt, gab es auch individuelle Persönlichkeiten in der Plakatkunst: die Diven der Bühne. Weibliche Stars wie die Schauspielerin Sarah Bernhardt oder die Tänzerinnen Jane Avril und Loïe Fuller waren in der Belle Epoque weit über die Grenzen von Paris hinaus berühmt. Zu Ikonen stilisiert, wurden ihre Auftritte in Tanzlokalen, Kabaretts und Theatern – etwa dem Berliner Varieté „Wintergarten“ – von großem Medien- und Werberummel begleitet. Ihre eigenständig entwickelte und dargebotene Bühnenkunst ist kreativer Ausdruck einer weiblichen Unabhängigkeit und Selbstermächtigung, die außerhalb der darstellenden Künste rar war. Sie ist auch eine Form der Rebellion gegen eine Reduzierung der Frau zum Objekt des männlichen Blicks, Rampenlicht hin oder her. Diese Stars waren mehr als nur die Musen von Plakatkünstlern wie Alfons Mucha oder Henri de Toulouse-Lautrec – ein Aspekt, der bis heute in der Plakatgeschichte allzu schnell in Vergessenheit gerät.

05
Ausbruch üben: Identität und Rollenspiele

Identität und Rollenspiele

Die Zeit um 1900 legte in Deutschland den Grundstein für jene Emanzipierung der Frauen, die nach dem Ersten Weltkrieg große Umbrüche brachte. Befähigt durch das frisch erstrittene Recht auf universitäre Bildung, ergriffen viele Frauen erstmals Berufe. Mit dem Ausbruch aus alten Rollenbildern veränderte sich auch das äußere Erscheinungsbild; das Anfechten alter Macht- und Gesellschaftsstrukturen machte Kleidung zu einem Politikum. Es ging nicht mehr nur um Schönheit oder Praktikabilität, sondern um die Zurschaustellung progressiver Werte. Einige Frauen, vor allem Städterinnen, kleideten sich, wie es bisher für Männer vorgesehen war, andere begannen, für ihre Sexualität einzustehen, gar damit zu spielen. Es bildete sich erster öffentlicher Widerstand gegen mediale Vereinnahmung der Frau als Objekt der Begierde. Für die Mehrheit der Frauen jener Epoche fand das revolutionäre Spiel mit Identität und Rolle jedoch vor allem im Theater oder auf der Leinwand statt – ihr Alltag war geprägt von konservativen, nicht selten prekären Realitäten.

06
Sportlich und Mobil: Die Neue Frau

Die Neue Frau

Während das Fahrrad um 1900 für Männer einen Fortbewegungsmodus unter vielen darstellte, war es für Frauen eine der ersten Möglichkeiten, weitere Strecken alleine und selbstständig zurückzulegen. In der patriarchal dominierten Gesellschaft waren Rad fahrende Frauen zunächst verpönt: Sie seien nicht zum Radeln gemacht und ihre Kleider würden sich verfangen; auch Gesundheitsrisiken und moralische Verwerflichkeit wurden dem Fahrrad nachgesagt. Das Gegenteil war schnell bewiesen. Das neue Verkehrsmittel veränderte Mobilität ebenso wie Bekleidung von Frauen, die zunehmend auf einengende Korsetts und bauschige Röcke verzichteten. In Werbemedien waren seit Erfindung des Automobils außerdem vermehrt Autofahrerinnen zu sehen – in der Realität jedoch eine Rarität, da das Auto im Gegensatz zum Fahrrad ein teures Privileg darstellte. Eigene Interessen zu verfolgen erlaubte nach und nach auch der Freizeitsport. Gemeinsam war diesen Neuerungen ein Ausbruch aus der häuslichen Sphäre: Wo es zuvor wenig Austausch oder Selbstverwirklichung gegeben hatte, erkämpften sich Frauen mittels neuer Mobilität zunehmend die Teilnahme am öffentlichen Leben.

07
Sichtbar machen: Frauen im Kunstbetrieb

Frauen im Kunstbetrieb

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Frauen, ihr Recht auf eine Wahlstimme, Bildung und Erwerbstätigkeit einzufordern. Da gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch Scheidungen möglich wurden, eröffnete sich eine Perspektive außerhalb der Ehe und als Hausfrau – wenngleich es schwer blieb, sie gegen materielle Abhängigkeit und konventionellen Druck durchzusetzen. Neue Forderungen wurden auch in Bezug auf künstlerisches Arbeiten laut. Vom Besuch staatlicher Kunstakademien ausgeschlossen, konnten Frauen sich nicht in gleichem Maße wie ihre männlichen Kollegen ausbilden. Daher schufen sie eigene Räume, in denen sie sich vernetzten und präsentierten. Sie organisierten sich in Frauenclubs und -vereinen, um für ihre Rechte im von Männern dominierten Kunstbetrieb zu kämpfen und sichtbar zu werden. Sie setzten Zeichen gegen die herrschende Auffassung, dass „Frauenkunst“ nur untergeordnete künstlerische Bereiche bediene und das „Künstlergenie“ allein im Manne existiere.

Die Zeit um 1900 war auch die Zeit der Fotografinnen. Im Zuge der späten Industrialisierung waren leichtere und günstigere Fotokameras auf den Markt gekommen, die einem breiteren Kreis das Fotografieren ermöglichten. Da es noch keine Fotografie-Ausbildung gab, hatten Frauen und Männer die gleichen Voraussetzungen – anders als beispielsweise bei der Malerei, deren Studium für Frauen stark eingeschränkt war. Mit handlichen Kameras ausgerüstet, zogen die Fotografinnen durch heimische und bereiste Gefilde und hielten ihre Eindrücke fest. Einige Frauen eröffneten eigene Fotostudios, in denen sie Portraits und andere Auftragsarbeiten ausführten und so selbstständig ihren Lebensunterhalt verdienen konnten. Dieses Werbeplakat für den Fotofachvertrieb Ivens & Co., mit Zweigstellen in Utrecht und Amsterdam, zielt auch auf den neuen weiblichen Markt ab.

08
Plakatkünstlerinnen um 1900

Plakatkünstlerinnen um 1900

Frauen, die um 1900 professionell künstlerisch arbeiten wollten, hatten Hürden an vielen Fronten zu überwinden. Da war zunächst die Ausbildung: Von staatlichen Akademien und Universitäten waren sie – trotz lauter Proteste – bis 1919 weitgehend ausgeschlossen. Dagegen hatten kunstgewerbliche Schulen weniger Prestige, aber auch lockerere Zulassregeln. Für viele Frauen war dies ein zentraler Grund, sich in angewandten Feldern auszubilden. Da ein Studium der Malerei oder Bildhauerei nur an privaten Kunstschulen oder im Einzelunterricht möglich war, konnten es sich ausschließlich wohlhabende Frauen leisten. Daraus ergibt sich unter den Künstlerinnen um 1900 eine demografische Tendenz zur reichen Bildungsbürgerin oder Adligen.

Wer eine künstlerische Ausbildung erreicht und einen professionellen Werdegang im Sinn hatte, musste mit weiteren gesellschaftlichen Widerständen rechnen: gegen berufstätige Frauen im Allgemeinen wie auch gegen Künstlerinnen im Speziellen. Auf beiden Ebenen wurden emanzipatorische Bewegungen als Angriff auf patriarchalisches Hierarchiedenken verstanden. Heirat und Kinder drängten Frauen zusätzlich in die Rolle der Ehefrau und Mutter, ohne Raum für eine kunstschaffende Karriere. Diejenigen, die an der Kunst festhalten konnten, fanden oft über die Malerei oder Zeichenkunst zur Gebrauchsgrafik. Dies ist jedoch eine Tendenz, die in der frühen Plakatkunst bei Frauen wie auch Männern zu beobachten ist: Aufträge im Grafischen sicherten den Brotverdienst. Da Frauen sie aufgrund von Vorbehalten wesentlich härter erkämpfen mussten, organisierten sich viele in Netzwerken.

Wie wenige Frauen es vor 1914 schafften, als Grafikerinnen oder Plakatkünstlerinnen Aufträge zu erhalten, zeigt die Statistik des Projekts „Frühe Plakate“ an der Kunstbibliothek, dem diese digitale Ausstellung entspringt: nur 40 weibliche Gestalterinnen sind vertreten, gegenüber 957 Männern. In vielen Fällen sind Leben und Werk der Pionierinnen bis heute schlecht erforscht; nicht selten gingen ihre Arbeiten verloren, wurden im Krieg zerstört oder männlichen Kollegen zugeschrieben.

Dass diese Frauen allen Schwierigkeiten zum Trotz in der Plakatgestaltung arbeiteten, macht ihre Biografien – von denen wir in den nächsten Kapiteln einige skizzieren – umso faszinierender. Doch hier vorab eine vollständige Liste der Namen aller frühen Plakatkünstlerinnen, die in der Sammlung Grafikdesign der Kunstbibliothek vertreten sind.

Wir hoffen, damit weitere Forschung anzustoßen und dem Vergessen entgegenzuwirken.

Wera von Bartels-Heimburg (1886–1922) | Lina Burger (1856–1942) | Marguerite Burnat-Provins (1887–1952) | Hedwig Casprzig (1886–1958) | Gertrud Caspari (1873–1948) | Mabel Dearmer (1872–1915) | Wilhelmina Cornelia Drupsteen (1880–1966) | Clementine Hélène Dufau (1869–1937) | Margarethe Friedlaender (tätig um 1911) | Alice Greinwald-Clarus (1887–1925) | Grete Gross (tätig um 1913–1936) | Dora Hauth (1889–1957) | Leonore Hiller (1881–1957) | Ellen Elisabeth Houghton (1853–1922) | Hanna Klose-Greger (1892–1973) | Aenne Koken (1885–1919) | Käthe Kollwitz (1867–1945) | Maria La Roche (1870–1952) | Florence Lundborg (1871–1949) | Johanna M. (tätig um 1913) | Hildegard von Mach (1873–1950) | Blanche McManus (1870–1935) | Lika Marowska (1889–1967) | Alice C. Morse (1863–1961) | Dorothea Mönkemeyer-Corty (1890­–1970) | Ethel Reed (1874–1912) | Charlotte Rollius (tätig um 1907) | Lina von Schauroth (1890–1970) | Minnie Schulz (tätig um 1913) | Ilse Schütze-Schur (1868–1923) | Gertrud Steinbach (geb. 1871) | M. Louise Stowell (1861–1930) | Kasia von Szadurska (1886–1942) | Margit Téry (1892–1977) | Ilse Thüme (tätig um 1914) | Zdenka Vorlová-Vlčková (1872–1954) | Anna von Wahl (1861–1938) | Christa von Wahl (tätig um 1910) | Frieda Weinberg-Röhl (tätig um 1910–1926) | Käthe Wolff (1882–1968) | Julie Wolfthorn (1883–1944)

 

 (Hier geht es zur Sammlung mit den Werken aller Plakatkünstlerinnen)

Die Bilderfülle von Frauenmotiven in der Kunst und das reale Schattendasein von Frauen in den Institutionen der Reformmoderne klaffen […] extrem auseinander.

Gerda Breuer: Gender und Kreativität – Zur Professionalisierung des Berufs der Grafik-Designerin in der Moderne, in: Gerda Breuer, Julia Meer (Hg.): Women in Graphic Design, Berlin 2012, S. 88

09
Frühe Plakate: Gestalterinnen aus Deutschland

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Frühe Plakate: Internationale Gestalterinnen

„Frühe Plakate 1840–1914“ in der Kunstbibliothek

Werbemedien spielen eine zentrale Rolle in der Prägung visueller Denkmuster. Ein gefördertes Projekt ermöglichte 2021/22 erstmals die digitale Bestandsaufnahme aller Plakate und Plakatentwürfe aus den Jahren 1840 bis 1914 in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin. In ihrer internationalen Vielfalt eröffnen die Plakate ein Panorama der visuellen Kommunikation: Sie illustrieren Design-, Reklame- und Druckgeschichte am Übergang von Historismus und Jugendstil zum Sachplakat, stellen zugleich aber auch wertvolle Dokumente der Zeit- und Kulturgeschichte dar. Als Bildquellen einer von Industrialisierung, medialen Revolutionen und kolonialistischer Weltsicht geprägten Epoche stehen sie Forscher*innen künftig online zur Verfügung unter

recherche.smb.museum

Die Online-Ausstellung „Verklärt, begehrt, vergessen – Frauen in der frühen Plakatgestaltung“ entstand aus einer ersten Auswertung der nun vollständig erfassten Bestände. Sie versteht sich als Anregung für weitere Forschungen, vor allem zu den bislang wenig bekannten Namen.

Hier geht es zur Sammlung aller von Frauen gestalteten Plakate. 

Das Digitalisierungsprojekt wurde durch die Deutsche Digitale Bibliothek im Rahmen des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geförderten Programms NEUSTART KULTUR ermöglicht.