Gestohlene Heimat
Schülerinnen und Schüler des Burgau-Gymnasiums geben Dürener Opfern des Nazi-Regimes eine Stimme
Eine virtuelle Ausstellung von
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Gegen das Vergessen!
Gegen das Vergessen!
Die Projektarbeit mit Schülerinnen und Schülern der Dürener Schulen ist ein Teil der Museumsarbeit, die dem Team des Stadtmuseums Düren ganz besonders am Herzen liegt. Schließlich ist die Lokalgeschichte aus den regulären Lehrplänen der Schulen inzwischen nahezu verbannt und kommt – wenn überhaupt – nur noch in einzelnen Schlaglichtern des Unterrichts vor. Doch sind die Erkenntnis und das Verständnis dafür, dass sich die meisten Themen aus dem Geschichtslehrbuch durchaus auch in der eigenen Heimatstadt und deren Historie nachvollziehen lassen, wichtig.
Anhand der Geschichte von Orten und Menschen, die einen Bezug zum eigenen Leben haben, lässt sich manches besser nachvollziehen, werden gar größere Faszination und Identifikation geweckt. Somit bietet sich durch Projekte zur Lokalgeschichte die Chance, bei Schülerinnen und Schülern ein Verständnis und im Idealfall auch eine Begeisterung für dieses wichtige Fach zu wecken, die ein Schulbuch mit allgemeinen Daten und Fakten zum Weltgeschehen nicht im gleichen Maße erreicht. Der Geschichte buchstäblich ein Gesicht zu geben und Zeitzeuginnen und Zeitzeugen bestimmter Ereignisse eine Stimme zu verleihen, ist das erklärte Ziel. „Geschichte hat etwas mit mir zu tun und ich bin Teil der Stadtgeschichte“ – diese Erkenntnis möchte das Stadtmuseum Düren bei Kindern und Jugendlichen wecken.
Projekt zur jüdischen Geschichte Dürens
Im August 2024 konnte im Rahmen der Kooperation zwischen dem Dürener Burgau-Gymnasium und dem Stadtmuseum Düren ein gemeinsames Projekt realisiert werden. Dieses wurde ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Dürener RKP-Stiftung. Unmittelbar nach den Sommerferien besuchten neun Schülerinnen und Schüler dieser Dürener Schule das Stadtmuseum im Rahmen der schulischen Projekttage. Gemeinsam wurde drei Tage lang rund um den Themenkomplex Schicksal und Deportation von Dürener Jüdinnen und Juden in der NS-Zeit gearbeitet. Ziel war die Erstellung einer digitalen Ausstellung.
Einführung ins Projektthema
Los ging es für die Jugendlichen mit einer kleinen Einführung in die jüdische Geschichte Dürens. Dazu fand zunächst ein Rundgang entlang der in der Dürener Innenstadt verlegten Stolpersteine statt. Ludger Dowe, ein langjähriger Experte für diese Thematik, begleitete die Gruppe und berichtete von den persönlichen Schicksalen hinter den goldfarbenen Gedenktafeln, die sich an vielen Stellen finden lassen. Das Projekt des Künstlers Gunther Demnig, das 1992 begann, soll an die Menschen erinnern, die Opfer des nationalsozialistischen Regimes wurden. Zumeist vor den ehemaligen Wohnhäusern verlegt, sollen die Stolpersteine zum Lesen, Innehalten und Gedenken anregen.
Vortrag zum Thema Deportationen
Wieder zurück im Stadtmuseum lauschte die interessierte Projektgruppe einem Kurzvortrag von Bernd Hahne, der über Vorbereitung, Ablauf und Ziel der Deportationen von jüdischen Menschen aus Düren referierte. Im Anschluss konnte die eigentliche Projektarbeit beginnen.
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Drei Gruppen - drei Themen
Kindertransporte nach Großbritannien
Die Schülerinnen und Schüler, die zwischen 17 und 18 Jahre alt sind, fanden sich in drei Gruppen zusammen, von denen jede einen anderen Aspekt jüdischer Schicksale aus Düren und Umgebung erarbeiten sollte.
Die erste Gruppe befasste sich mit den Briefen von Helga Leiser, die im Juni 1939 im Alter von 13 Jahren von ihrer Familie im Rahmen der Kindertransporte ganz alleine nach Großbritannien geschickt wurde. Dies war möglich, da England sich in Folge der Reichspogromnacht des 9. November 1938 (übrigens als einziges Land Europas) bereit erklärt hatte, 10.000 jüdische Kinder aus Deutschland aufzunehmen, um diese vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu schützen. Über mehrere Jahre schrieben verschiedene Familienmitglieder aus Drove an die kleine Helga und berichteten über die sich stetig zuspitzende Situation in der Heimat. Leider sind nur diese Briefe, nicht aber Helgas Antwortschreiben erhalten, dennoch ist es möglich, auch Einiges über das Befinden und die Gedanken des Kindes, das sich völlig alleine und fernab von Familie und Heimat befand, aus den Schreiben von Mutter, Tante und Freundinnen herauszulesen. Helga Leiser überlebte dank der Initiative ihrer Familie, während die in Drove zurückgebliebenen Verwandten durch die Nationalsozialisten ermordet wurden.
Nach England gerettet - das Schicksal des Drovener Mädchens Helga Leiser
Das Schicksal der jüdischen Familie Leiser aus Drove (heute ein Ortsteil der Gemeinde Kreuzau im Kreis Düren) nahm während des Zweiten Weltkrieges eine tragische Wendung.
Die junge Helga musste im frühen jugendlichen Alter aus Deutschland fliehen, um in Sicherheit zu sein. Dabei half eine Hilfsorganisation, welche 10.000 jüdische Kinder in England unterbrachte, darunter auch Helga. Doch das junge Mädchen musste ganz alleine diese Reise antreten. Helga wurde nicht nur von ihren Eltern, sondern auch von ihren Freundinnen, Schulkameradinnen, Nachbarn, anderen Verwandten und allem getrennt, das sie bis dahin gekannt hatte.
Einige der jüdischen Kinder aus Deutschland, die nach England gebracht wurden, hatten Glück mit ihren Pflegefamilien, während andere Schwierigkeiten hatten oder sogar schlecht behandelt wurden. Helga wurde von ihrer Cousine Lore Bronne in London aufgenommen und lebte einen Monat lang bei deren Familie, bevor sie in ein Kinderheim umzog. Das Mädchen aus Drove hielt durch Briefe Kontakt zu ihrer Familie, doch durch den Krieg und die Zensur des nationalsozialistischen Regimes gingen viele Briefe verloren. Dies führte zu langen Phasen ohne Nachrichten auf beiden Seiten und damit zu großer Sorge und Ungewissheit.
Die heute noch erhaltenen Briefe der Eltern aus den Jahren 1939 bis 1942 geben Aufschluss über Helgas Erlebnisse und wie sich die Lage in Deutschland für Jüdinnen und Juden nach und nach verschlechterte.
"Liebes Hümmelein"
Brief von vom 3. Dezember 1939. Helgas Vater Isidor Leiser berichtet seiner Tochter darin von den Hoffnungen der Familie, bald in die USA ausreisen zu können.
Brief von Tante Jutta
"Meine liebe Hum" - Brief von Helgas Tante Jutta vom 24. Juli 1939. Sie bedankt sich darin bei ihrer Nichte für Briefe und Karten aus England und beschwört diese, sich keine Sorgen zu machen, weil alles gut werde.
Interpretation der Briefe
In den Briefen heißt es oft, Helga solle sich keine Sorgen machen, es wird immer wieder betont, es seien alle gesund und alle hätten genug zu essen. Die Realität wird aber sehr wahrscheinlich anders ausgesehen haben. Vermutlich hatten Helgas Familienmitglieder und Freunde eben nicht genug zu essen. Doch die negativen Wahrheiten haben Helgas Eltern ihrer Tochter in diesem Szenario vorenthalten, damit ihre Tochter sich nicht so viele Gedanken darüber machte.
Gepaart waren diese beschönigenden Aussagen von Helgas Eltern ebenso mit der Hoffnung, dass sie alle bald wieder vereint wären und nach Amerika gelangen könnten. Gegen Ende ihres Briefaustausches merkt man jedoch, dass diese Hoffnung zunehmend schwand und die Lage sich stetig verschlechterte. Einige Beispiele:
„[...] Wir [haben] eine neue Adresse bekommen“ ist ein Euphemismus für die zwangsweise Unterbringung von Helgas Familie in einem sogenannten "Judenhaus", also einem Sammelhaus ( meist ein Einfamilien-Wohnhaus), in dem zahlreiche jüdische Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht wurden. Helgas Eltern mussten z. B. mit 26 Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern leben.
Ein weiterer Hinweis auf die sich stetig verschlechternde Lage in Drove ist die Tatsache, dass Helgas Eltern um die Zusendung von Lebensmitteln und Geld baten. Diese Bitten waren an Albert Vohs (Bruder der Mutter) gerichtet, denn unter Erwachsenen trauten sie sich offenbar, solche Bitten zu äußern. Hingegen waren die Briefe an die Tochter immer so formuliert, dass diese sich möglichst keine Sorgen machte.
Brief an Tante Helene
Sibilla, genannt Billa Leiser thematisiert in diesem Brief, dass die Familie bald "eine neue Adresse" bekäme und sich eine Weile nicht melden könnte, die Adressatin sich aber keine Sorgen zu machen bräuchte.
Postkarte vom 9. April 1942
Postkarte von Isidor und Sibilla Leiser an Albert Vohs, deren Bruder in Dänemark, vom 9. April 1942. Helgas Eltern bitten darin um die Zusendung von Geld und Lebensmitteln.
Weiterleben - Helga Leiser nach dem Zweiten Weltkrieg
"[Nachdem] ich in ein anderes Heim überführt [wurde], wo ich bis 1947 blieb […], [wanderte] ich in die USA aus […]."
Nach dem Krieg erhielt Helga die schreckliche Nachricht vom Tod ihrer Eltern und Tante, jedoch ist unbekannt, ob diese im Ghetto oder Vernichtunglager starben. Dieser Verlust hinterließ tiefe psychische Wunden, die sie ihr Leben lang begleiteten. Die ständige Angst und Unsicherheit führten zu einer schweren Depression, die ihr soziales und berufliches Leben stark beeinträchtigte.
Helga beantragte finanzielle Unterstützung aus einem Hilfsfonds für verfolgte Jüdinnen und Juden, um die Kosten ihrer langjährigen psychotherapeutischen Behandlung zu decken. Ihr Lebenslauf zeigt die verheerenden Auswirkungen der NS-Verfolgung auf ein individuelles Leben und unterstreicht die Notwendigkeit von Unterstützung für Überlebende und ihre Nachkommen.
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Nörvenicher Schicksale
Die jüdische Gemeinde von Nörvenich
Die zweite Schülergruppe des Burgau-Gymnasiums befasste sich mit den Schicksalen jüdischer Menschen aus der Gemeinde Nörvenich. Sie erarbeitete am Beispiel der jungen Martha Haase die unglaubliche Flut an Vorschriften, Einschränkungen und Verboten, die jüdische Menschen ab 1933 zunehmend isolieren und ausgrenzen sollte und die schließlich in ihrer systematischen Ermordung gipfelte. Anhand von biographischen Skizzen, historischem Bildmaterial und Originaldokumenten gelang es, den in Grundzügen bereits aus dem Geschichtsunterricht bekannten Vorgängen ein ganz konkretes Dürener bzw. Nörvenicher Gesicht zu geben.
Umschreibungen der Grausamkeit
Die Nazionalsozialisten verwendeten häufig euphemistische Worte für ihre schlimmen Verbrechen, wie in dem Brief vom Dürener Landrat zu der grausamen Zwangsumsiedlung der Jüdinnen und Juden deutlich wird. Der Verfasser des Textes benennt die erzwungene Räumung aller jüdischen Wohnungen als Umsiedlung. Dieses Wort wirkt so, als würden die jüdischen Bürgerinnen und Bürger an einen schönen Ort gebracht, was aber nicht der Realität entsprach.
Durch das verharmlosende Wort "Umsiedlung" wirkt der ganze Text anders auf die Leserinnen und Leser. Das Ausmaß dessen, was sich dahinter verbirgt, wird für die Leserin/den Leser nicht deutlich bzw. wird bewusst verschleiert. Man bekommt ein viel zu wenig klares Verständnis von den weitreichenden Straftaten der Nazionalsozialisten und der Brutalität der sogenannten "Umsiedlungen". Die jüdische Bevölkerung wurde unmenschlich behandelt. Sie wurde enteignet und mussten ihre Möbel bis auf das Nötigste der GeStaPo übergeben. Darüber hinaus musste der ganze Umzug, der ja erzwungen wurde und nicht freiwillig geschah, privat oder über die jüdische Gemeinde finanziert werden. Der ehemalige Grundbesitz wurde von einem Treuhänder (Rechtsanwalt Dorr, Düren) verwaltet, und die ehemaligen Wohnsitze an "Deutsche Volksgenossen" (Mitglieder der Volksgemeinschaft) vermietet oder verkauft.
Briefe aus der "Gerstenmühle"
Als besonders bewegend und eindrücklich wurden dabei zwei Originalbriefe empfunden, die Martha Haase 1942 aus dem Dürener Sammellager in der Gerstenmühle an ihre Nachbarin schrieb. Während einer dieser Briefe zahlreiche Informationen zur unvorstellbaren Situation der jüdischen Menschen offenbart, die vor ihrer Deportation in diesem ruinösen Fabrikgebäude im Dürener Westen zusammengepfercht wurden, wurde der zweite Brief unmittelbar vor dem Abtransport von Martha und ihrem Mann Walter verfasst. Sie verabschiedet sich darin, von dunklen Vorahnungen beschlichen, von ihrer Freundin und Nachbarin, offenbar überzeugt davon, niemals nach Hause zurückkehren zu können.
Diese Annahme bestätigte sich im Folgenden. Martha Haase wurde, wie so viele andere Menschen, vom Dürener Bahnhof aus in den Osten deportiert und ermordet. Ihr genaues Schicksal bleibt im Ungewissen, sie wurde am 8. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht, für tot erklärt.
Brief aus der Gerstenmühle
Der folgende Brief wurde am 18. Oktober 1941 von Martha Haase an ihre Nachbarin geschrieben. Martha war Jüdin und wurde einige Tage zuvor gezwungen, ihre Wohnung zu verlassen. Daraufhin wurde sie in der Gerstenmühle (ein Sammellager im Süden von Düren) einquartiert.
Einige Tage nach diesem Brief wurde Martha mit anderen Jüdinnen und Juden in das Ghetto nach Litzmannstadt (heute Lodz) deportiert. In dem Brief schrieb Martha "Was können sie uns noch tun?". Diese Frage deutet auf die seit 1933 beginnende und sich bis 1941 zunehmend verschärfende Entrechtung der Jüdinnen und Juden hin. Ab dem 29. März 1936 fing alles damit an, als sie ihre demokratischen Grundrechte verloren. Daraufhin folgte ein Berufsverbot für fast alle Berufe und jüdische Kinder durften nicht mehr in die Schule gehen. Ende 1938 wurden die jüdischen Geschäftsinhaber und Immobilienbesitzer enteignet. Ab dem 1. Januar 1939 mussten jüdische Menschen Kennkarten mit einem großen "J" mit sich führen. Zusätzlich mussten sie neue Vornamen annehmen: Sara für Frauen, Israel für Männer, damit man sie auf Anhieb als Juden erkennen konnte. Ab dem Kriegsbeginn im September 1939 wurden Lebensmittel rationiert, wobei die jüdische Bevölkerung am wenigsten bekam. Bis 1941 wurden die Häuser der jüdischen Familien bewacht. Viele jüdische Nörvenicher mussten Zwangsarbeit leisten. Ab dem Frühjahr 1941 folgten die ersten Deportationen.
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Opfer vs. Täter
Eine Deportation aus Sicht von Täter und Opfer
Die dritte Gruppe der Burgau-Schülerinnen und Schüler las einen der wenigen Augenzeugenberichte, die über den Ablauf einer Deportation existieren.
Das Besondere hier war, dass es über eine spezielle Zugfahrt in den Osten – im Dezember 1941 in das Ghetto in Riga – sowohl den Bericht einer jungen jüdischen Frau gibt, die aus Düsseldorf deportiert wurde, als auch den Bericht des befehlshabenden „NS-Transportführers“. Legt man diese beiden Dokumente nebeneinander, lässt sich dieses Ereignis sowohl aus Opfer- als auch aus Tätersicht nachvollziehen.
Wie durch ein Wunder überlebte die junge Frau den nationalsozialistischen Terror und emigrierte später in die USA. Über ihre Fahrt ins Rigaer Ghetto und das über Jahre andauernde Grauen, das sie niemals wieder losließ, schrieb sie später ein Buch, das den Schülerinnen und Schülern ebenfalls zur Verfügung gestellt wurde.
Eine Deportation aus Täter- und Opferperspektive
Gegenüberstellung der Berichte über die Deportation ins Ghetto Riga - aus der Sicht der Jüdin Hilde Sherman und des NS-Schutzpolizist Paul Salitter.
Zeit der gemischten Gefühle
Das Ende einer Odysee? - So erlebte Hilde Sherman die Zeit nach ihrer Befreiung aus den Fängen der Nationalsozialisten.
05
Aus der Vergangenheit lernen?
Fazit: „Projekt verlängern“
Am letzten Tag der Projektwoche hatte die Gruppe die Möglichkeit, mit der freien Journalistin Helga Hermanns, die auch häufig im WDR zu hören ist, im Stadtmuseum zusammen zu arbeiten. Gemeinsam mit dieser professionellen Sprecherin vertonten die Schülerinnen und Schüler ihre zuvor eigenständig formulierten Ergebnistexte sowie ausgewählte Originalquellen. Im Anschluss wurden die erarbeiteten Inhalte in diese neue digitale Ausstellung eingespeist.
Eine kleine Feedback-Runde am Ende der Projekttage brachte einen erfreulichen Abschluss der intensiven gemeinsamen Arbeit. So wünschte sich ein Schüler gar, die Projekttage hätten länger gedauert, damit man noch tiefer in die Themen hätte einsteigen können. Auch die Erfahrung, einmal mit Originalquellen zu arbeiten und der starke Bezug zur eigenen Heimat wurden als positiv empfunden. Einige Schülerinnen und Schüler berichteten von Gesprächen mit ihren Familien über die Zeit des Nationalsozialismus und reflektierten ihr Nachdenken über deutliche Parallelen der Ereignisse ab 1933 zu aktuellen Geschehnissen.
Aus der Vergangenheit lernen?
Das Team des Stadtmuseums Düren dankt den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern, die sich freiwillig für dieses Projekt gemeldet hatten, für ihre engagierte und motivierte Arbeit, viele interessante Rückfragen, Gespräche und Diskussionen im Kontext dieses besonderen Themas.
Es ist den Museumsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern wichtig, die Dimensionen des unbeschreiblichen Menschenhasses, der sich nicht erst seit den 1930er Jahren in der Mitte der Gesellschaft ausbreiten konnte, zu verdeutlichen.
Gleichzeitig wurden im Laufe des Projektes gefährliche Parallelen der Intoleranz und Verachtung gegenüber Minderheiten in unserer Zeit immer wieder deutlich. Ist es möglich, aus der Vergangenheit zu lernen? Wenn ja, dann nur, wenn man diese Vergangenheit auch kennt. Dafür – und gegen das Vergessen – werden mit Projekten dieser Art die Grundsteine gelegt.