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GIGANTEN

Was machen die Götter auf der Heidecksburg?

Was ist unser Anliegen? - Vorwort

Die Erzählungen, Bildwelten und Darstellungsthemen der antiken Mythologie, die im Barock und Klassizismus zum Bildungskanon adeliger Schichten gehörten, sind uns heute kaum noch vertraut. Warum befinden sich Figuren der antiken Mythologie auf der Heidecksburg? Wie kamen Sie hierher? Wie war die Auseinandersetzung mit der Antike im Barock und im Klassizismus? Welche Geschichten und Inhalte erzählen und transportieren die Figuren?

Kinder aus einem Kurs der Kunstwerkstatt Rudolstadt e.V. und eine 7. Klasse der Friedrich-Adolf-Richter-Schule der AWO Rudolstadt haben sich zeichnerisch und in Form eines Hörbeitrags der Sagenwelt der griechischen und römischen Antike angenähert. Entstanden sind das Entdeckerheft „GIGANTEN“ und ein Audioguide von Kindern für Kinder, die das Entdecken der Kunstwerke im Residenzschloss Heidecksburg in Rudolstadt in Zukunft unterstützen werden. Ausgewählte Zeichnungen aus dem Kunstkurs zu Objekten aus dem Schloss, Illustrationen von Christiane Haas für das Heft und einige Hörbeiträge für den Audioguide sind vom 9. Dezember 2023 bis 7. April 2024 in einer Sonderausstellung präsentiert und hier dokumentiert.

Eine virtuelle Ausstellung von

Einleitung

Ist dir auch schon aufgefallen, dass super viele Nackte im Schloss zu sehen sind? Oft in fantastischen Welten auf Wolken, neben Tieren und mit Flügeln dargestellt?

Wie in anderen Schlössern des Barocks und Rokokos befinden sich in der Heidecksburg Figuren der antiken Sagenwelt. Sie wird als MYTHOLOGIE bezeichnet. Die GriechInnen und RömerInnen der Antike (vor 2500 bis 1800 Jahren) setzten sich durch Geschichten von GöttInnen mit der Welt und ihren Erscheinungen auseinander. Die Geschichten handeln von Leben und Tod, Liebe, Freundschaft und Verrat, oder den Jahreszeiten.

Lageplan Audioguide GIGANTEN, Zeichnung "Zeus-Audioguide" Klasse 7, Friedrich-Adolf-Richter-Schule Rudolstadt, Illustration Christiane Haas, Leipzig

01
Die Dioskurenköpfe in der Vorhalle

02
Castor und Polydeukes in der Vorhalle

Audioguide GIGANTEN - Castor und Polydeukes

Die Klasse 7 I. der Friedrich-Adolf-Richter-Schule der AWO Rudolstadt hatte sich im Herbst 2023 im Rahmen einer Projektwoche Darstellungen der Sagenwelt der griechischen und römischen Antike im Schloss Heidecksburg angenähert. Entstanden ist ein Audioguide von Kindern für Kinder, der das Entdecken der Kunstwerke in den Festräumen unterstützt.

Hier ist ein Ausschnitt mit der Geschichte der beiden unzertrennlichen Brüder Castor und Polydeukes zu hören.

Castor und Polydeukes (Pollux)/ Ildefonsogruppe in der Vorhalle, Martin Gottlieb Klauer, Gips, um 1792

03
Die neun Musen im Haupttreppenhaus

Audioguide GIGANTEN Die neun Musen, Teil 1

Die Klasse 7 I. der Friedrich-Adolf-Richter-Schule der AWO Rudolstadt hatte sich im Herbst 2023 im Rahmen einer Projektwoche Darstellungen der Sagenwelt der griechischen und römischen Antike im Schloss Heidecksburg angenähert. Entstanden ist ein Audioguide von Kindern für Kinder, der das Entdecken der Kunstwerke in den Festräumen unterstützt.

Hier ist ein Ausschnitt (Teil 1 der Musen) zu den Darstellungen der neun Musen im Hauptreppenhaus zu hören.

Euterpe, die Muse der Musik, Friedrich Wilhelm Doell und Franz Kotta, Basrelief in poliertem Gips, um 1800
Erato, die Muse der Lyrik (Gedichte), Friedrich Wilhelm Doell und Franz Kotta, Basrelief in poliertem Gips, um 1800

Audioguide GIGANTEN Die neun Musen, Teil 2

Hier ist ein Ausschnitt (Teil 2 der Musen) zu den Darstellungen der neun Musen im Hauptreppenhaus zu hören.

04
Venus und Adonis in den Festräumen

Venus und Adonis, Kamingemälde im Roten Eckkabinett der Festräume, Carl Christlieb Reinthaler, 1751

Audioguide Venus und Adonis

Der junge und wunderschöne Adonis wurde von vielen GöttInnen begehrt. In der römischen Mythologie war er der Geliebte von Venus, in der griechischen von Aphrodite. Er war der Gott der Schönheit und des Pflanzenwachstums. Bei der Jagd wurde Adonis vom eifersüchtigen Kriegsgott Ares getötet, der sich in einen wütenden Eber verwandelt hatte. Die tieftraurige Aphrodite verwandelte seine Blutstropfen, die sich mit ihren Tränen mischten, in Adonisröschen. Als Adonis im Totenreich angekommen war verliebte sich Persephone, die Frau von Hades, dem Herrscher der Unterwelt in ihn. Nun stritten sich beide Frauen um Adonis und der Göttervater Zeus wurde gerufen um den Streit zu beenden. Er entschied, dass Adonis einen Teil des Jahres in der Unterwelt und einen anderen Teil im Sonnenlicht und damit bei Aphrodite leben durfte...

05
Deckengemälde "Der Götterrat" im Festsaal

Audioguide Der Götterrat

Innerhalb von drei Wochen stellte der Künstler Lorenz Deisinger gemeinsam mit seiner Werkstatt das riesige Deckengemälde "Der Götterrat" fertig. Sein Auftraggeber Fürst Johann Friedrich von Schwarzburg-Rudolstadt wünschte sich eine Versammlung der griechischen und römischen Götter auf den luftigen Wolken des Olymps. Der Olymp ist das höchste Gebirge Griechenlands und in der Mythologie der Sitz der Götter. Der Fürst wollte mit dieser vergleichenden Darstellung alle Betrachter daran erinnern, dass seine Familie erst kurz vorher in den mächtigen Kreis der Reichsfürsten aufgenommen worden war.

Der Götterrat, Deckengemälde im Festsaal, Johann Lorenz Deisinger, 1744
Nackheit in der Kunst des Barock, Illustration von Christiane Haas für das Entdeckerheft "GIGANTEN", Leipzig, 2023

Farbigkeit und Muster von antiken Skulpturen

In der Antike haben Künstler viele Skulpturen bunt bemalt, um sie noch realistischer und lebendiger wirken zu lassen. Die meisten, die sich bis heute erhalten haben, sind jedoch nicht mehr bemalt, weil die Farben im Laufe der Zeit verblast sind oder sich zersetzt haben. Dadurch wirken manche Figuren und vor allem Gesichter eher leblos. Es gibt jedoch einige wenige Skulpturen, bei denen die Farben erhalten geblieben sind. Moderne Untersuchungsmethoden wie Infrarotstrahlung, chemischen Analysen und 3D-Rekonstruktionen werden heute eingesetzt, um zu verstehen wie sie ausgesehen haben könnten. Die Untersuchungen zeigen, dass die Skulpturen komplett bunt bemalt waren, Haut, Haare, Augen und Gewänder waren strahlend bunt und oft gemustert.

In der Zeit der Ausgrabungen antiker Stätten und der Anfertigung von Nachbildung aus Gips, vor rund 250 Jahren, wurden weiße Skulpturen als edler empfunden. Deshalb sind auch die Abgüsse im Schloss einfarbig weiß, gelblich oder grau.