Vom Kalten Krieg zum europäischen Umbruch
Das Institut für Europäische Geschichte 1950–1990
Eine virtuelle Ausstellung von
01
Einführung
Vom Kalten Krieg zum europäischen Umbruch.
Das Institut für Europäische Geschichte 1950–1990
Die Ausstellung führt in die Entwicklung des Instituts für Europäische Geschichte vom Kalten Krieg bis zum europäischen Umbruch von 1989/1990 ein. Aus den französisch-deutschen Gründungsimpulsen leiten sich Auftrag und Struktur des Instituts mit seinen beiden Abteilungen für »Universalgeschichte« und für »Abendländische Religionsgeschichte« ab. In den 1950er-Jahren suchte das Institut seine »europäische Mission« zu legitimieren und mußte mit der »Last« des Nationalsozialismus umgehen. Unter dem Dach der Domus Universitatis entfaltete sich das Arbeiten und Leben der Institutsangehörigen. Schrittweise etablierte sich das Institut als internationale Drehscheibe der Wissenschaft. Die beiden Abteilungen profilierten sich in der Forschung. Und seit den 1960er-Jahren war das Institut für Europäische Geschichte für Wissenschaftler/innen aus dem »Ostblock« ein »Fenster zum Westen«.
Gliederung
- Einführung
- Der französisch-deutsche Gründungsimpuls
Ein »Schuman-Plan der Geschichtsforschung« und ein europäisches Geschichtsbuch - Die Doppelstruktur
»…von der Grundkonzeption her aufeinander bezogen« – ein Institut, zwei Abteilungen - Legitimierungen
Ein Kalter Krieg um »das gemeinsame europäische Erbe« - Lasten
Selbst-Entnazifizierung und Wiedereingliederungshilfe – ein Europa-Institut und der Nationalsozialismus - Der Ort und die Menschen
Die Domus Universitatis als Arbeits- und Wohngemeinschaft - Etablierung und Ausbau
Eine »Forschungsgemeinschaft mit inter- oder übernationalem Charakter« - Profilierungen I
Ein »katholischer« Luther – Konfessionskonflikt, Zensur und Ökumene - Profilierungen II
Ein neues Bild vom Alten Reich – Rechtsordnung und politisch-soziales System - Aufbrüche
Wissenschaft als Ostpolitik – »Kaffeerunden« vor und hinter dem Eisernen Vorhang
Das Institut im Überblick
Aufbau
Das Institut für Europäische Geschichte wurde 1950 als selbstständiges Forschungsinstitut gegründet. Es vergibt Stipendien an jüngere Wissenschaftler/innen aus dem In- und Ausland, die im Institutsgebäude forschen und leben. Das Institut gliedert sich in die Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte und die Abteilung für Universalgeschichte, seit 2019 erweitert um einen Bereich für Digitale historische Forschung. Die Abteilungen bestehen aus wissenschaftlichen Beschäftigten und werden von einer Direktorin bzw. einem Direktor geleitet. Zudem wirbt das Institut »Drittmittel« für weitere Forschungsprojekte ein. Eine öffentlich zugängliche Spezialbibliothek unterstützt die Forschungen am Institut.
Informationen über die verwendeten Medien
Organigramm des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte
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Angaben zum Objekt
Typ
Eigenproduktion
Material/Technik
digitale Grafik
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
2020
Trägerschaft und Finanzierung
Das Institut für Europäische Geschichte, eine Stiftung bürgerlichen Rechts, finanzierte sich in den ersten Jahren aus Zuwendungen der französischen Militärregierung. 1953 übernahm das Land Rheinland-Pfalz die Finanzierung. Zwischen 1957 und 1976 wurde das Institut von der Gemeinschaft der Länder gefördert, bevor es wieder in die alleinige Finanzierung des Landes Rheinland-Pfalz überging, die weiterhin durch Stipendienmittel des Bundes ergänzt wurde. 2012 wurde das Institut in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern aufgenommen und ist – nunmehr als »Leibniz-Institut für Europäische Geschichte« – Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
Informationen über die verwendeten Medien
Logos des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Leibniz-Gemeinschaft
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Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz; Bundesministerium für Bildung und Forschung; Leibniz-Gemeinschaft
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Meilensteine 1950 bis 1990
- 22.–26.03.1949
II. Internationales Historikertreffen in Speyer (mit Fritz Kern und Joseph Lortz) - 20.04.1949
Erster Hinweis auf geplante Gründung eines »Instituts für Kultur- und Religionsgeschichte« mit zwei Abteilungen für »Allgemeine Kulturgeschichte« und für »Europäische Religionsgeschichte« unter Leitung von Fritz Kern und Joseph Lortz - 25.04.1950
Fritz Kern und Joseph Lortz zu Direktoren des Instituts ernannt; französische Militärregierung übernimmt Finanzierung für 1950 - 21.05.1950
Tod Fritz Kerns - 06.06.1950
Bezug der provisorischen Institutsräume (Am Höfchen 5) - 13.11.1950
Vorträge zur Eröffnung des Instituts - 1951
Erster Stipendiat am Institut - März 1951
Landtag Rheinland-Pfalz genehmigt Etat des Instituts - 14.04.1951
Martin Göhring Direktor des Instituts, Abteilung für Universalgeschichte - 23.04.1951
Ministerrat Rheinland-Pfalz genehmigt Stiftungsurkunde des Instituts vom 19.04.1951 - 29.05.1951
Vorträge zur Eröffnung der Abteilung für Universalgeschichte - 26.06.1951
Institut erhält dauerhaftes Nutzungsrecht der Domus Universitatis - 09.–11.10.1951
Deutsch-französische Tagung im Institut (Richtlinien für den Geschichtsunterricht) - 1952
Erster Band der »Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz« - 1953
Erste Stipendiatin am Institut - 17.01.1953
Eröffnung der Domus Universitatis - 02.–06.11.1953
Kongress zu Bernhard von Clairvaux - 16.–20.03.1955
Kongress »Europa – Erbe und Auftrag« - Ende 1960
Wohnheim im Dachgeschoss bezugsfertig - 08.11.1961
Vortrag »Luthers Thesenanschlag. Tatsache oder Legende?« von Erwin Iserloh - 1963
Erster Stipendiat aus der Tschechoslowakei am Institut - 1965
Erste Stipendiatin aus Polen am Institut - 1966
Erste Stipendiatin im Wohnheim - 22.03.1968
Wissenschaftliche Mitarbeiter der Abteilung Universalgeschichte fordern kollegiale Leitung - 15.10.1968
Karl Otmar von Aretin Direktor des Instituts, Abteilung für Universalgeschichte - 1969
Direktorenwohnung im zweiten Obergeschoss in Wohnheimzimmer umgewandelt - 20.–22.05.1970
Erste Tagung (»Die portugiesische Ära der Kolonisations- und Entdeckungsgeschichte«) seit 1955 - 02.07.1973–05.10.1974
Vortragsreihe »Zum ›Memorandum‹ ökumenischer Universitätsinstitute« - 14.–21.10.1973
Erstes Deutsch-sowjetisches Historikerkolloquium in Mainz (weitere
1975 in Leningrad, 1979 in München, 1981 in Moskau) - 1975
Erstes »Beiheft« der »Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte« - 1975–1981
DFG-Forschungsschwerpunkt Mainz/Gießen »Deutsche Sozial- und Verfassungsgeschichte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit« - 01.04.1976
Peter Meinhold Direktor des Instituts, Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte - 1978–1983
Forschungsschwerpunkt »Die Interdependenz politischer und wirtschaftlicher Entwicklung in der Innen- und Außenpolitik des Versailler Staatensystems 1919–1939«, gefördert durch Volkswagen-Stiftung - 11.–15.10.1978
Tagung »Der Berliner Kongreß von 1878« - 18.09.1980–26.03.1981
Vortragsreihe »Die Vielfalt der Religionen und die Probleme der Gegenwart« - 01.04.1981
Peter Manns Direktor des Instituts, Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte - 05.12.1981–07.02.1985
Vortragsreihe zum Luther-Jubiläum 1983 - 12.–14.04.1984
Erste Tagung deutscher und nordamerikanischer Frühneuzeithistoriker/innen in Chicago - 1985–1989
Forschungsprojekt »Deutschland und die Französische Revolution«, gefördert durch Volkswagen-Stiftung - 1988–1989
Wissenschaftsrat evaluiert Institut - 01.12.1990
Vortrag von Winfried Schulze (»Das Mainzer Paradoxon«) zur Gründung des Instituts aus Anlass seines 40-jährigen Bestehens
Direktoren und Direktorin des (Leibniz-) Instituts für Europäische Geschichte
Jahrzehntelang wurde das Institut im Nebenamt von aktiven oder bereits pensionierten Universitätsprofessoren geleitet. 1995 wurde eine hauptamtliche Leitungsposition im Haushalt verankert; 2008 folgte die zweite. Seitdem werden die Direktorinnen und Direktoren auf Professuren an der Johannes Gutenberg-Universität berufen. Dort können sie lehren und u.a. Promotionen betreuen, sind ansonsten aber für die Leitung des Instituts freigestellt.
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Amtszeiten der Direktorin und der Direktorin
Zeitleiste
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Beschreibung
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Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Berger, Joachim
Zeit
2020
Weitere Informationen
Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte
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Joseph Lortz
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Rechteinformation
Klaus Benz
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Foto
Material/Technik
Foto
Identifikator
776
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Benz, Klaus
Zeit
1972
Joseph Lortz (1887–1975)
Studium der katholischen Theologie und Philosophie in Rom und Fribourg/Schweiz 1907–1913
Promotion in Rom (Dr. phil.) 1910 und Bonn (Dr. theol.) 1920
Priesterweihe 1913
Habilitation in Würzburg 1923
Professur in Braunsberg/Ostpreußen 1929–1935 und Münster 1935–1950
Außerordentliche Professur für Abendländische Religionsgeschichte, JGU Mainz, Philosophische Fakultät 1950–1956
Direktor des Instituts 1950–1975 (mit Nebenvergütung)
Hauptwerke: Geschichte der Kirche in ideengeschichtlicher Betrachtung (1933, 21. Aufl. 1964); Die Reformation in Deutschland (1939/1940, 6. Aufl. 1982); Europa und das Christentum (Hg., 1959). | Lit.
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Peter Meinhold
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
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Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
unbek.
Zeit
o.D.
Peter Meinhold (1907–1981)
Studium der evangelischen Theologie in Tübingen, Bethel und Berlin 1925–1934
Lizenziat in Berlin 1934
Habilitation in Berlin 1935
Professur in Kiel 1936–1976
Direktor des Instituts 1976–1981 (mit Nebenvergütung)
Hauptwerke: Ökumenische Kirchenkunde (1962); Geschichte der kirchlichen Historiographie (1967); Die Religionen der Gegenwart (1978) | Lit.
Peter Manns (1923–1990)
Studium der katholischen Theologie in Würzburg, Bonn und Mainz 1941/1945–1951
Priesterweihe 1951
Subrektor des Bischöflichen Konvikts Mainz 1952–1959
Promotion in Mainz 1968
Honorarprofessur für Geschichte der christlichen Spiritualität, JGU Mainz 1976
Am Institut tätig als Stipendiat 1953–1955, wiss. Mitarbeiter 1955–1981 (nebenamtlich 1955–1959) und Direktor 1981–1990 (übertariflich ausgebaute wiss. Mitarbeiterstelle)
Hauptwerke: Die Heiligen in ihrer Zeit (Hg., 1967); Lutherforschung heute (1967); Martin Luther (1982) | Lit.
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Peter Manns
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
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Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Identifikator
516
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
unbek.
Zeit
o.D. [um 1981]
Gerhard May (1940–2007)
Studium der evangelischen Theologie, Philosophie und Byzantinistik in Wien, Heidelberg, Basel und Oxford 1958–1965
Promotion in Wien 1964
Ordination zum Pfarrer der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Österreich 1967
Habilitation an LMU München 1972
Professur JGU Mainz 1979–2005
Direktor des Instituts 1994–2004 (mit Nebenvergütung)
Hauptwerke: Das Marburger Religionsgespräch 1529 (Hg., 1970); Schöpfung aus dem Nichts (1978); Markion (2005) | Lit.
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Gerhard May
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
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Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
unbek.
Zeit
2004
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Irene Dingel
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Rechteinformation
Stefanie Wetzel
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Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Wetzel, Stefanie
Zeit
2017
Irene Dingel (geb. 1956)
Studium der evangelischen Theologie und der Romanistik in Heidelberg und Paris 1974–1981
Promotion in Heidelberg 1986
Habilitation in Heidelberg 1993
Vertretungsprofessur, dann Professur in Frankfurt/M. 1994–1998
Professur JGU Mainz seit 1998
Direktorin des Instituts seit 2005 (seit 2008 im Hauptamt)
Hauptwerke: Concordia controversa. Die öffentlichen Diskussionen um das lutherische Konkordienwerk (1996); Reformation (2016); Controversia et Confessio (Hg., 2008ff.)
Abteilung für Universalgeschichte
Fritz Kern (1884–1950)
Studium der Rechtswissenschaften in Lausanne und der Geschichte in Tübingen und Berlin 1902–1906
Promotion in Berlin 1906
Habilitation in Kiel 1909
Professuren in Frankfurt/M. 1914–1922 und Bonn 1922–1947
Tätigkeit für Auswärtiges Amt und Generalstab des Feldheeres 1914–1918
1945–1948 Exil in der Schweiz
Am 24.04.1950 zeitgleich mit Joseph Lortz zum Direktor des Instituts ernannt; am 21.05.1950 vor Eröffnung des Instituts verstorben.
Hauptwerke: Gottesgnadentum und Widerstandsrecht im früheren Mittelalter (1914); Historia Mundi, Bd. 1 (1952); Der Beginn der Weltgeschichte (1953) | Lit.
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Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Bleibtreu, Dorothea
Zeit
1943
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Martin Göhring
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
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Typ
Foto
Teil von
Frontispiz aus: Schulin, Ernst (Hg.), Gedenkschrift Martin Göhring. Studien zur europäischen Geschichte, Wiesbaden 1968
Material/Technik
Foto
Identifikator
IEGV 50
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
unbek.
Zeit
1968
Martin Göhring (1903–1968)
Studium der Geographie, Germanistik, Geschichte und Philosophie in Tübingen, Paris, Halle und Kiel 1927–1932
Promotion in Kiel 1932
Habilitation in Kiel 1938
Dozentur in Halle 1939–1940
Tätigkeit für das Auswärtige Amt in Paris 1940–1943
Außerordentliche Professur in Straßburg 1943–1944
Gastprofessur in Stuttgart 1948–1960
Professur in Gießen 1961–1968
Direktor des Instituts 1951–1968 (außertarifliche Vergütung, seit 1958 entsprechend einer ordentlichen Professur, seit 1961 mit Nebenvergütung)
Hauptwerke: Die Ämterkäuflichkeit im Ancien Régime (1938); Weg und Sieg der modernen Staatsidee in Frankreich (1946); Geschichte der großen Revolution (1950/1951) | Lit.
Karl Otmar von Aretin (1923–2014)
Studium der Geschichte und Kunstgeschichte an LMU München 1946–1952
Promotion in München 1952
Stipendiat des Instituts 1953–1958
Habilitation in Göttingen 1962
Professur in Darmstadt 1964–1988
Direktor des Instituts 1968–1994 (mit Nebenvergütung)
Hauptwerke: Heiliges Römisches Reich 1776–1806 (1967); Nation, Staat und Demokratie in Deutschland (1993); Das Alte Reich 1648–1806 (1993–1997) | Lit.
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Karl Otmar von Aretin
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Identifikator
516
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
unbek.
Zeit
o.D. [vor 1981]
Heinz Duchhardt (geb. 1943)
Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Kunstgeschichte in Mainz, Bonn und Wien 1963–1968
Promotion in Mainz 1968
Habilitation in Mainz 1974
Professuren in Mainz 1977, Bayreuth 1984–1988 und Münster 1988–1995
Professur JGU Mainz 1995–2011
Direktor des Instituts 1994–2011 (seit 1995 im Hauptamt)
Hauptwerke: Protestantisches Kaisertum und Altes Reich (1977); Balance of Power und Pentarchie (1997); Eine Karriere im Zeichen der Umbrüche: Der Historiker Martin Göhring (2018) | Lit.
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Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
unbek.
Zeit
2017
Weitere Informationen
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Johannes Paulmann
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Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Stehle, Angelika
Zeit
2017
Johannes Paulmann (geb. 1960)
Studium der Neueren Geschichte, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und Englischen Literaturwissenschaft an LMU München und in Leicester 1980–1986
Promotion in München 1991
Habilitation in München 1999
Professur an International University Bremen (jetzt Jacobs University) 2002–2006 und in Mannheim 2006–2011
Professur JGU Mainz seit 2011
Direktor des Instituts seit 2011 (im Hauptamt)
Hauptwerke: Pomp und Politik: Monarchenbegegnungen in Europa (2000); Dilemmas of Humanitarian Aid (Mit-Hg., 2016); Globale Vorherrschaft und Fortschrittsglaube. Europa 1850–1914 (2019)
02
Der französisch-deutsche Gründungsimpuls
Ein »Schuman-Plan der Geschichtsforschung« und ein europäisches Geschichtsbuch
Bei der Gründung des Instituts für Europäische Geschichte wirkten unterschiedliche Kräfte zusammen: Die französische Militärregierung förderte Einrichtungen, die der »Umerziehung« der Deutschen zur Demokratie und der Verständigung mit Frankreich dienen sollten. Den Nationalismus überwinden wollten nach 1945 auch deutsche Historiker. Einige setzten dabei auf ein »christliches Europa«, andere auf die Geschichte der gesamten Menschheit. Ein unabhängiges Forschungsinstitut sollte diese neuen Geschichtsbilder etablieren. Franzosen und US-Amerikaner stellten die Mittel bereit.
Konstellationen
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Postleitkarte mit Länder- und Zonengrenzen
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Rechteinformation
Urheber: Columbus Verlag Paul Oestergaard KG
Angaben zum Objekt
Typ
Karte
Abmessung/Umfang
H: 40,0 cm; B: 30,0 cm
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
EB-Nr. 1995/10/0125
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Columbus Verlag Paul Oestergaard KG (Hg.)
Zeit
1949
Ort
Berlin
Weitere Informationen
Die »Besatzungsmächte« Frankreich und USA wirkten bei der Gründung des Instituts für Europäische Geschichte mit dem jungen Land Rheinland-Pfalz zusammen. | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Bezeichnungen des zu gründenden Instituts (1949–1950)
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Beschreibung
»›Institut für Kultur- u. Religionsgeschichte‹ an der Universität Mainz« mit zwei Abteilungen für »Allgemeine Kulturgeschichte« und für »Europäische Religionsgeschichte«: Masch. Notiz (Durchschl.) 20.04.1949. Universitätsarchiv Mainz Best. 7-266. Vgl. dazu Lautenschläger, Gabriele, Joseph Lortz (1887–1975). Weg, Umwelt und Werk eines katholischen Kirchenhistorikers, Würzburg 1987, S. 405. »Institut international d’histoire«, »Internationales Institut für Geschichte«: Fritz Eichholz, Kurator JGU, an Raymond Schmittlein, Inspecteur Général Chef de la Division de l’Education Publique in Baden-Baden, Mainz 13.05.1949. Universitätsarchiv Mainz Best. 65-191 (frz. Ausfertigung/masch. Durchschl.; dt. Konzept/masch.). »das Auslandsinstitut«. August Reatz, Rektor JGU, an Joseph Lortz, 30.06.1949 (masch. Durchschl.). Universitätsarchiv Mainz Best. 7-266. »Institut für Internationale Geschichte«: Aktennotiz Fritz Eichholz, Kurator JGU, 12.07.1949. Universitätsarchiv Mainz Best. 65-191. »Institut für Universalgeschichte und ökumenische Forschung«: Mathilde Gantenberg (Staatssekretärin im Kultusministerium Rheinland-Pfalz) an Joseph Lortz, Koblenz 20.08.1949. Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Archiv 1240. »Historisches Institut in Mainz«: Fritz Kern an Hans Erich Stier, 02.10.1949. Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Archiv 1350. »Institut für Kultur- und Religionsgeschichte«: Hellmut Isele, Rektor JGU, an Fritz Eichholz, Kurator JGU, Mainz 26.10.1949. Universitätsarchiv Mainz Best. 65-0191. »Institut d’Histoire universelle à Mayence«: Raymond Schmittlein an Joseph Lortz, Mainz 03.11.1949. Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Archiv 1240. »Institut für Intereuropäische Geschichtsforschung«: Arnold Schmitz (Dekan Phil.Fak.) an Hellmut Isele (Rektor JGU), 22.12.1949 (Kp.). Universitätsarchiv Mainz Best. 07-120, Bl. 312. »Institut für Universalgeschichte und abendländische Religionsgeschichte«. Satzungsentwurf, mit hs. Korrekturen von Joseph Lortz, o.D. (Ende 1949). Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Archiv 1240. »Institut für Europäische Geschichte« mit Abteilungen »Universalgeschichte« und »Abendländische Religionsgeschichte«: Joseph Lortz an Mathilde Gantenberg (Staatssekretärin im Kultusministerium Rheinland-Pfalz), Mainz 15.12.1949. Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Archiv 1350.
Angaben zum Objekt
Typ
Eigenproduktion
Material/Technik
digitale Grafik
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
2020
Die Akteure hatten unterschiedliche Vorstellungen von dem neuen Institut. Ende 1949 erhielten die beiden Abteilungen mit der »europäischen Geschichte« ein gemeinsames Dach.
Der »Geist von Speyer«: neue Geschichtsentwürfe und »Entgiftung« der Schulbücher
In Speyer fanden zwischen 1948 und 1950 vier internationale Historikergespräche statt. Man war sich einig, die Schulbücher zu »entgiften« und ein europäisches Geschichtsbuch vorbereiten zu wollen. Die deutschen Teilnehmer/innen wandten sich mehrheitlich gegen das bis dahin vorherrschende Geschichtsbild, das auf den nationalen Machtstaat preußischer Prägung ausgerichtet war. Viele von ihnen orientierten sich am (katholisch geprägten) Ideal eines »christlichen Europa« bzw. »Abendlands«.
Informationen über die verwendeten Medien
Raymond Schmittlein und der französische Finanzminister Alain Poher in der »Direction de l’Éducation Publique« in Baden-Baden
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
738
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1948
Ort
Baden-Baden
Der Germanist Raymond Schmittlein war in der französischen Besatzungszone für den Aufbau einer Wissenschaft unter demokratischen Vorzeichen zuständig. Er steuerte die Speyrer Historikergespräche und betrieb u. a. die Gründung der Mainzer Universität und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur. | Lit.
Der Belgier Henri Grégoire prägte die Speyrer Historikergespräche. Fritz Kern wollte ihn und seine universalhistorische Zeitschrift »La Nouvelle Clio« an das neue Mainzer Institut binden. | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
La Nouvelle Clio
Revue mensuelle de la decouverte historique
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Typ
Zeitschrift
Teil von
1 (1949) Nr. 1–2, mit handschriftlichen Ergänzungen Fritz Kerns (»Institut für Europäische Geschichte, Mainz«)
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
1240
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1949
Ort
Brüssel
Anfangs arbeitete das Mainzer Institut an der »Revision« der Schulgeschichtsbücher mit. Schließlich übernahm das »Internationale Institut für Schulbuchverbesserung« in Braunschweig diese Aufgabe. | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Deutschland – Frankreich – Europa
Die Deutsch-Französische Verständigung und der Geschichtsunterricht
Aus der Sammlung von
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Typ
Buch
Identifikator
EP 554
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Eckert, Georg; Schüddekopf, Karl (Hg.)
Zeit
1953
Ort
Baden-Baden
Ein alle Gegensätze überwölbendes Zukunftsprogramm? Menschheitsgeschichte und ökumenische Forschungen
Auch der Bonner Kulturhistoriker Fritz Kern hatte den Zweiten Weltkrieg als Zivilisationsbruch erfahren. »Heilung« erhoffte er sich durch ein erneuertes Geschichtsverständnis, das religiös verankert war. Mit dem neuen Institut wollte er sein Projekt einer Weltgeschichte verwirklichen. Einen Partner fand er in dem katholischen Kirchenhistoriker Joseph Lortz. Dieser strebte die Einrichtung eines konfessionsübergreifenden »Instituts für Erforschung der Reformation« an.
| Lit.
Fritz Kern wollte das neue »Historische Institut in Mainz« auf drei Pfeilern aufbauen: universalgeschichtliche Synthesen, ökumenische Forschungen und geschichtspädagogische Aufgaben. | —› Volltext | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Brief an Hans Erich Stier
Aus der Sammlung von
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Typ
Brief
Material/Technik
masch./Papier
Identifikator
1350
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Fritz Kern
Zeit
02.10.1949
Ort
Belfaux
Informationen über die verwendeten Medien
Zeittafel
Aus der Sammlung von
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Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Teil von
Historia Mundi. Ein Handbuch der Weltgeschichte in zehn Bänden. Begründet von Fritz Kern […], herausgegeben von Fritz Valjavec unter Mitwirkung des Instituts für Europäische Geschichte in Mainz, Bd. 1: Frühe Menschheit
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
EB 69-1
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1952
Ort
München
Im ersten Band der »Historia Mundi« führte Kern sein Programm einer religiös gebundenen Menschheitsgeschichte aus. Nach seinem Tod erschien das Werk nur noch formal unter »Mitwirkung des Instituts für Europäische Geschichte«. | Lit.
Wie erklärt die historische Besinnung unsere gegenwärtige Not, welche Heilung, welche Hoffnung legt sie nahe? … der Glauben an das göttliche Gericht [bestand] lange Zeit vor Israel bei den Primitiven …; er reicht in die älteste Schicht der Menschheit … zurück; und dieser Glaube war unseren Vorfahren der ersten Stunde zu eigen.
Fritz Kern | Die Lehren der Kulturgeschichte über die menschliche Natur, in: Historia Mundi, Bd. 1 | 1952 | S. 11.
Informationen über die verwendeten Medien
Brief an Fritz Kern
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Angaben zum Objekt
Typ
Brief
Material/Technik
hs. (Entwurf)/Papier
Identifikator
1240
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Lortz, Joseph
Zeit
28.04.1949
Ort
Münster
Joseph Lortz skizzierte das Programm der Abteilung für »Europäische Religionsgeschichte«. Er wollte sich auf das »Gegen- und Miteinander« der katholischen und der evangelischen Konfessionen konzentrieren.
Der Titel für die Religions-Abteilung ist vielleicht etwas weit. Da es sich um europäische Kräfte in einem spezif. Sinn handelt, wird ja wohl niemand die Erforschung u. wissenschaftliche Lenkung der jüdischen Religion unter das Programm subsummieren wollen … [A]ls europäisch bestimmend [bleibt] übrig nur Katholizismus und Reformatorischer Glaube. Inhalt, Gegen- und Miteinander dieser Kräfte im Gesamt des europäischen Schicksals zu studieren (im Hinblick auf die notwendige europäische Einheit; so weit ein [gestr.: solches] Ziel der freien Wissenschaft gestellt werden darf) wäre Gegenstand der ›Religions‹ Abteilung des zu gründenden Instituts. War das ungefähr auch Ihre Meinung?
Joseph Lortz an Fritz Kern | 28.04.1949 (Entwurf) | —› Handschrift
»Eine Laune der Besatzungsmacht«?* Umerziehung, Wiederaufbau, Versöhnung
Die Pläne der deutschen Historiker ließen sich verwirklichen, weil die französischen und US-amerikanischen »Besatzungsmächte« sie unterstützten. Das Institut war für sie ein Element des Wiederaufbaus: Westdeutschland sollte auch bildungspolitisch in eine antikommunistische Allianz eingebunden werden. Franzosen und Amerikaner finanzierten mit enormen Summen den Wiederaufbau eines Gebäudes für das Institut.
* Handelsblatt, 15.04.1955, zit. bei Winfried Schulze / Corine Defrance, Die Gründung des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Mainz 1992, S. 28.
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Zitat aus: Nicht nur Metropole des Weins
Zur Einweihung des Mainzer »Instituts für Europäische Geschichte«
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Beschreibung
Vgl. Schulze, Winfried / Defrance, Corine, Die Gründung des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Mainz 1992, S. 8, 28.
Angaben zum Objekt
Typ
Zeitungsartikel
Teil von
DIE ZEIT
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
Best. 65-186
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Lewalter, Christian E.
Zeit
22.01.1953
John McCloy war der höchste Vertreter der Siegermacht USA in der Bundesrepublik Deutschland. Er förderte Einrichtungen, welche die junge Demokratie in Westdeutschland stärken sollten. Das neue Institut für Europäische Geschichte sei dazu berufen, einen »Schuman-Plan der Geschichtsforschung« zu schaffen.
Informationen über die verwendeten Medien
23. April 1951. Rede des amerikanischen Hochkommissars, Mr. John J. McCloy, vor der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
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Typ
Broschüre
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
1531
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
McCloy, John
Zeit
1951
Ort
München
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US-Hochkommissar John McCloy übergibt Joseph Lortz am 23.04.1951 eine Spende über 400.000-Mark zum Aufbau des Instituts.
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Typ
Film
Teil von
Ausschnitt aus: Welt im Film 309/1951
Material/Technik
Tonfilm, s/w
Identifikator
Bestand Film: https://www.filmothek.bundesarchiv.de/video/583741
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1951-05-04
Weitere Informationen
Die Kinowochenschau »Welt im Film« wandte sich vor allem an die in Deutschland stationierten US-Soldaten. Diese wurden auf die amerikanische Unterstützung des Wiederaufbaus eingeschworen.
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Quittung über Scheck-Einreichung i.H. v. 400.000 DM, Rheinische Kreditbank, Filiale Mainz: Der Kurator der Johannes Gutenberg-Universität für Sonderkonto »Domus universitatis (Institut für europäische Geschichte)«
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Typ
Scheckquittung
Material/Technik
Druck; masch./Papier
Identifikator
1531
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
25.04.1951
03
Die Doppelstruktur
»…von der Grundkonzeption her aufeinander bezogen«* – ein Institut, zwei Abteilungen
1957 wurde das Institut für Europäische Geschichte in die gemeinsame Finanzierung der Länder aufgenommen. Erst jetzt war es finanziell und organisatorisch abgesichert. In der prekären Phase zuvor hatte sich ein Gegensatz zwischen Joseph Lortz und Fritz Kerns Nachfolger Martin Göhring verfestigt. Pläne, das Institut zu erweitern und sein Forschungsprofil abzurunden, verliefen im Sand. Die Abteilungen entwickelten ihr jeweils eigenes Profil. Göhrings Nachfolger Karl Otmar von Aretin bemühte sich nach 1968 um die »Aussöhnung beider Abteilungen«.
* Fritz Kern und er seien sich einig gewesen, dass die beiden Abteilungen »von der Grundkonzeption her aufeinander bezogen sein sollten«. Joseph Lortz an Martin Göhring, Mainz 09.11.1956 (Kz.), Bl. 4. IEGA 730.
Prekäre Existenz und späte Sicherung
Die ersten Jahre waren durch finanzielle Unsicherheit geprägt. Außerdem musste sich das Institut als »Franzosen«-Gründung rechtfertigen und geriet zwischen die konfessionspolitischen Fronten, die in Rheinland-Pfalz nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufbrachen.
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Länderfinanzierte Einrichtungen nach dem Königsteiner Staatsabkommen (Stand 1949)
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Beschreibung
Bearbeitung: Barget, Monika; Schulze-Selmig, Jannik Datengrundlage: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen, 1950 Nr. 37, S. 179–184, URL: http://starweb.hessen.de/cache/GVBL/1950/00037.pdf. Basiskarte: Kunz, Andreas; Moeschl, Joachim R., Länder der Bundesrepublik 1949, Mainz 2004, ieg-maps.de, http://dx.doi.org/10.25359/ISSN.1614-6352.MAP356.
Angaben zum Objekt
Typ
Karte
Material/Technik
digitale Karte
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schulze-Selmig, Jannik; Barget, Monika; Kunz, Andreas; Moeschl, Robert
Zeit
2020
Über 60 Forschungseinrichtungen von überregionaler Bedeutung wurden von den Bundesländern gemeinsam finanziert – das Mainzer Institut seit 1957. | —› interaktive Karte | Lit.
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Genehmigungsurkunde über die Stiftung »Institut für Europäische Geschichte«, Mainz 24.04.1951; Satzung des Instituts für Europäische Geschichte, 19.04.1951
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Typ
Periodikum
Teil von
Staatsanzeiger Rheinland-Pfalz, Nr. 15, 12.04.1953, S. 3f.
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
1531
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
12.04.1953
Die Landesregierung genehmigte die Einrichtung des Instituts im April 1951, kurz vor Martin Göhrings Amtsantritt. Die Satzung trat erst zwei Jahre später in Kraft. | —› Volltext | Lit.
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Umstrittenes »Institut für europäische Geschichte«
Die Klarstellung politischer Zeitgeschichte ist vordringlich – Die Reformationsgeschichte als Prüfstein
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Typ
Zeitungsartikel
Teil von
Die Freiheit: Organ der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
Material/Technik
Druck/Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
23.01.1954
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Todesanzeige Fritz Kern
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Typ
Anzeige
Material/Technik
Druck/Karton
Identifikator
1455
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
25.05.1951
Fritz Kern starb knapp vier Wochen nach seiner Ernennung. In der Todesanzeige tilgte Lortz, nun alleiniger Direktor, den Hinweis, dass die Abteilung für Universalgeschichte in Kerns Sinn weitergeführt werde. | Lit.
Erst ein Jahr nach Kerns Tod wurde 1951 mit Martin Göhring ein Nachfolger berufen. Zwischenzeitlich hatte Lortz den Aufbau seiner eigenen Abteilung vorangetrieben.
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Telegramm an Fritz Eichholz, Kurator JGU
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Typ
Telegramm; Brief
Material/Technik
Druck; handschr./Papier
Identifikator
Best. 65-191
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Lortz, Joseph
Zeit
26.05.1951
Ort
Honnef
Pragmatische Zweigleisigkeit
Mit Kerns Tod hatte sich sein universales Programm erledigt, »Menschheitsgeschichte« mit »ökumenischen Forschungen« zu verbinden. Die beiden Abteilungen konzentrierten sich fortan auf die politische Geschichte Europas und auf die Reformationsgeschichte. Lortz suchte vergeblich, das gesamte Institut auf ein »christliches Geschichtsbild« festzulegen.
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Bericht über das Institut für Europäische Geschichte
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Typ
Aktenstück
Material/Technik
hektogr./Papier
Identifikator
1240
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Lortz, Joseph; Göhring, Martin
Zeit
22.10.1957
Ort
Mainz
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Institut für Europäische Geschichte
Von seiner Bedeutung in seiner Zeit
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Typ
Zeitungsartikel
Teil von
Allgemeine Zeitung
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
1350
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Na. [Dr. Nacken]
Zeit
22.02.1951
»im Grundsätzlichen … wirklich unversöhnlich«?* Konflikte und Annäherungen
Zwischen Joseph Lortz, einem (katholischen) Kirchenhistoriker, und Martin Göhring, einem Experten für Frankreich im 18. Jahrhundert, taten sich früh Differenzen auf. Sie stritten sich um die inhaltliche Ausrichtung des Instituts, ihre Gleichrangigkeit und Entscheidungskompetenzen, die finanzielle Ausstattung, den Umgang mit den Stipendiat/innen und die Regeln des Zusammenlebens im Institutsgebäude.
* »… halte ich unsere Standpunkte im Grundsätzlichen für wirklich unversöhnlich«. Joseph Lortz, Notiz über Besprechung mit Martin Göhring, o. D. [hs. dat. Ende 1955, Typoskript], Bl. 2. IEGA 730. | Lit.
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Briefwechsel
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Beschreibung
Vgl. Duchhardt, Heinz, Eine Karriere im Zeichen der Umbrüche. Der Historiker Martin Göhring (1903–1968) in seiner Zeit, Stuttgart 2018, S. 132–144.
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Typ
Brief
Material/Technik
masch./Papier
Identifikator
730
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Lortz, Joseph; Göhring, Martin
Zeit
1953–1956
Vierzig Jahre später erinnerte sich Karl Otmar von Aretin an den Konflikt während seiner Zeit als Stipendiat am Institut (1953–1958).
Dieser Aufsatz [zur Festschrift Lortz, 1958] hätte mich beinahe mein Stipendium im Mainz gekostet: Göhring, der mit Lortz innig verfeindet war, zeigte sich empört über meinen Abstecher in die andere Abteilung des Mainzer Institutes zu den sog. »Heiligen«.
Karl Otmar von Aretin | Wege und Umwege zur Geschichte, in: H. Lehmann, O. G. Oexle (Hg.), Erinnerungsstücke | Wien u. a. 1997 | S. 9–21, 16 | Lit.
Der liberale Katholik und Frühneuzeithistoriker Aretin war an kirchengeschichtlichen Fragestellungen interessiert. Seinem 35 Jahre älteren Mitdirektor Joseph Lortz zollte er Respekt.
Ich sah [beim Amtsantritt 1968] meine erste Aufgabe darin, die Aussöhnung beider Abteilungen in die Wege zu leiten. Das ist voll + ganz gelungen.
Karl Otmar von Aretin | Rede am Symposium »In Memoriam Joseph Lortz – 25 Jahre Institut für Europäische Geschichte« | 06.12.1975 | IEGA 672 | Lit.
Die späteren Direktoren Peter Manns und Karl Otmar von Aretin kannten sich seit den 1950er-Jahren aus ihrer gemeinsamen Zeit als Stipendiaten. Sachlichen Differenzen wussten sie (auch) mit Humor zu begegnen.
P.S. Deine Rechenkünste entsprechen wohl nicht den Regeln Adam des Riesen! | Manns an Aretin, 23.10.1987
Aus Deinem Brief vom 30. Oktober geht hervor – und die Bemerkung kann ich mir doch nicht verkneifen –, daß Ihr nicht nach Adam Riese, sondern nach den himmlischen Heerscharen rechnet. Aber nichts für ungut. | Aretin an Manns, 04.11.1987
Karl Otmar von Aretin, Peter Manns | Briefwechsel über Bewirtschaftung des Wohnheims | 1987 | IEGA 590
Claus Scharf erinnert sich an die Konflikte und Annäherungsversuche der Abteilungen. Der Osteuropahistoriker war von 1965 bis 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut.
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Erinnerungen
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Beschreibung
Claus Scharf erinnert sich an die Konflikte und Annäherungsversuche der Abteilungen. Der Osteuropahistoriker war von 1965 bis 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut.
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Typ
Zeitzeugeninterview
Material/Technik
Audio
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Scharf, Claus
Zeit
2020
Gescheiterte Erweiterungen
Schon in der Gründungsphase spielte die französische Militärregierung mit dem Gedanken, das Institut um zwei Abteilungen zu erweitern. Damit sollte die Gründungsmotivation eingelöst werden, die europäische Geschichte umfassend neu zu schreiben. Göhring und Lortz waren sich jedoch über die Besetzung und Ausrichtung der neuen Abteilungen nicht einig. Letztlich fehlte es an der Finanzierung. Spätere Erweiterungspläne teilten dieses Los.
Durch Errichtung zweier Nebenabteilungen für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, sowie für Kulturgeschichte – man könnte auch an Völkerrecht denken –, würde die Basis wesentlich erweitert und die Ausstrahlungsmöglichkeit entsprechend gesteigert werden.
Martin Göhring | Denkschrift zu dem Plane, die Grundlagen des Instituts für Europäische Geschichte durch Angliederung von zwei Abteilungen zu erweitern | [1952] | —› Volltext | Lit.
Im Jahr 1973 wollte Joseph Lortz verhindern, dass der evangelische Theologe Ferdinand Hahn (1926–2015), Professor für Neues Testament in Mainz, das Angebot einer anderen Universität annahm. Lortz schlug vor, für Hahn innerhalb seiner Institutsabteilung einen eigenen »Forschungsbereich für frühes Christentum und Geschichte der Exegese mit besonderer Berücksichtigung der heutigen ökumenischen Forschung« einzurichten. Aretin vermutete, dass das Kultusministerium in Hahn einen Nachfolger für den mittlerweile 85 Jahre alten Lortz sah. Doch mit dem neutestamentlichen Theologen würden sich »die beiden Abteilungen weiter auseinanderentwickeln«. Lortz lenkte ein: Seine Abteilung müsse den »Charakter einer geschichtlichen Forschungsstätte« behalten. Aretin hatte seinerseits einen »Forschungsplan einer Unterabteilung der universalgeschichtlichen Abteilung« für die Geschichte des Heiligen Römischen Reichs vorgelegt. Für beide Erweiterungen fehlte schließlich das Geld.
Joseph Lortz an den rheinland-pfälzischen Kultusminister Bernhard Vogel, 02.04.1973. | Aretin an Vogel, 22.05.1973. | Lortz an Vogel, 05.06.1973 | IEGA 590
04
Legitimierungen
Ein Kalter Krieg um »das gemeinsame europäische Erbe«*
Die Gründung des Instituts war mit hohen Erwartungen verknüpft. Es sollte auf wissenschaftlichem Weg auf ein einiges Europa hinarbeiten. Auf welchen Grundlagen dieses Europa aufbauen sollte, war umstritten. Zwischen 1953 und 1956 veranstalteten beide Abteilungen öffentliche Vortragsreihen und je einen großen Kongress zum Thema Europa. Dabei zeigten sich weltanschauliche Gegensätze zwischen den Direktoren. Erst nach dem Umbruch von 1989/1990 wurde im Institut wieder grundsätzlich über »Europa« nachgedacht.
* Joseph Lortz, Religionsgeschichte und Abendländische Einheit, in: Theodor Heuss, Martin Göhring, Joseph Lortz, Drei Reden, Mainz 1953, S. 15–60, 25.
Einig gegen die »Bedrohung aus dem Osten«:* Antikommunismus und Westbindung
Die Rede vom »Abendland« hatte nach dem Ersten Weltkrieg die heile Welt einer (angeblich) geeinten Christenheit im Mittelalter beschworen. Der Europadiskurs der 1950er-Jahre ließ dieses Ideal wieder aufleben. Im Zeichen des Kalten Kriegs wurden Europa und das »Abendland« gegen die politische und gesellschaftliche »Bedrohung« des Kommunismus mobilisiert, um die Bundesrepublik an den »Westen« anzubinden – auch im Mainzer Institut.
* Joseph Lortz, Religionsgeschichte und Abendländische Einheit, in: Theodor Heuss, Martin Göhring, Joseph Lortz, Drei Reden, Mainz 1953, S. 15–60, S. 21. | Lit.
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Ostmitteleuropa im Umbau, [Ausschnitt:] Nach dem zweiten Weltkrieg
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Typ
Karte
Teil von
Eugen Lemberg, Osteuropa und die Sowjetunion. Geschichte und Probleme der Welt hinter dem Eisernen Vorhang, S. 242
Abmessung/Umfang
8x5 cm
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
UU 38
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1950
Informationen über die verwendeten Medien
Einladung zum Vortrag von Franz Joseph Strauß MdB (Bonn) zum Thema »Europäische Einigung und europäische Verteidigung. Staatliche Souveränität und überstaatliches Heer«
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Typ
Plakat
Abmessung/Umfang
H: 42 cm B: 29,7 cm
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
324
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
17.07.1952
Informationen über die verwendeten Medien
Einladung zum Vortrag von Fedor Stepun (München) zum Thema »Bolschewismus und europäische Abwehrkräfte«
Aus der Sammlung von
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Typ
Plakat
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
324
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
17.02.1956
Ort
H: 42 cm B: 29,7 cm
Der Philosoph und Soziologe Fedor Stepun war 1922 aus der Sowjetunion ausgewiesen worden. In Reden und Veröffentlichungen warnte er vor der »bolschewistischen Gefahr«. | Lit.
»Glaube gegen Unglaube«:* das christliche Europa und die Moderne
Wie andere konservative Katholiken lehnte Joseph Lortz die Ideen der Aufklärung und eines (religionskritischen) Liberalismus ab. Er sah die christlichen Werte durch Subjektivismus, Materialismus und Relativismus gefährdet. Europa werde zwischen sowjetischem Kollektivismus und amerikanischem Individualismus zerrieben. Es werde entweder wieder christlich werden oder untergehen.
* Joseph Lortz, Vorwort, in: ders. (Hg.), Europa und das Christentum. Drei Vorträge, Wiesbaden 1959, S. 1–13, 4.
Bei der Eröffnung des Institutsgebäudes und in der Vortragsreihe »Europa und das Christentum« entfaltete Joseph Lortz seine Auffassungen von der »Notwendigkeit eines christlichen Europas« im »Streben nach der Einheit« der Konfessionen. | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Einladung zum Vortrag von Joseph Lortz zum Thema »Europäische Einheit ohne Christentum?«
Aus der Sammlung von
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Typ
Plakat
Abmessung/Umfang
H: 42 cm B: 29,7 cm
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
40
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
23.11.1955
Die Gefahr der geistigen Vernichtung (nicht nur aus dem Osten) ist noch nicht gebannt. … Der Bolschewismus hat seine besten Bundesgenossen im westlichen Denken und Leben selbst. … [D]ie allgemeine Lage der westlichen Welt [ist] weithin doch gekennzeichnet durch eine bedrohliche, gefährliche Vermaterialisierung und geistige Unsicherheit, Zersplitterung und Instinktlosigkeit, durch ein Nebeneinander, Durcheinander und Gegeneinander der Meinungen; durch Standpunktlosigkeit, vordergründiges, oberflächliches Denken und Operieren; kurzum durch einen ausgesprochenen Zustand der moralischen und geistigen Schwäche. … [W]ir haben es … zu tun mit dem Ausdruck der modernen subjektivistischen, bindungslosen Willkür.
Joseph Lortz | Religionsgeschichte und Abendländische Einheit, in: Theodor Heuss, Martin Göhring, Joseph Lortz, Drei Reden | Mainz 1953 | S. 15–60 | –› Volltext
1953 veranstaltete Joseph Lortz einen Kongress zu Bernhard von Clairvaux, einer Zentralfigur des Zisterzienserordens. Damit wollte er die christliche Prägung des »Abendlands« durch die europaweit vernetzten Mönchsorden aufzeigen. | Lit.
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800-Jahr-Feier Bernhard von Clairvaux (+ 1153). Donnerstag, den 5. November 1953 im Stadttheater Mainz
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Beschreibung
.
Angaben zum Objekt
Typ
Plakat
Abmessung/Umfang
H: 59,4 cm B: 42 cm
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
1488
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1953
Ort
Mainz
Der Bernhard-Kongress 1953 war ein Großereignis in der Region; der Europa-Kongress von 1955 erzielte ein überregionales Medienecho.
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Rechnung über 125 Zigarren und 200 Zigaretten
Aus der Sammlung von
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Typ
Rechnung
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
1488
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Zigarren Betzelt, Mainz
Zeit
04.11.1953
Ort
Mainz
»Im Zeichen der Freiheit«:* ein plurales Europa?
Martin Göhring, ein Kenner der (Vor-)Geschichte der Französischen Revolution, wertete die Aufklärung und deren individualistischen Freiheitsbegriff positiver. Europa sollte den Anschluss an die westliche Welt mit den USA suchen. Der große Kongress »Europa – Erbe und Aufgabe« zeichnete ein vielstimmiges Europabild. Lortz reagierte mit der Vortragsreihe »Europa und das Christentum«.
* Martin Göhring, Eröffnungsansprache, in: Theodor Heuss, Martin Göhring, Joseph Lortz, Drei Reden, Mainz 1953, S. 5–14, 12.
Bei der Eröffnung des Institutsgebäudes band Göhring Europa an die freiheitlichen Traditionen des »Westens«. Auf Lortz’ Vortrag »Europäische Einheit ohne Christentum?« antwortete er Anfang 1956 mit einem Vortrag zu den Anfängen des »modernen Verfassungsstaats«. | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Einladung zum Vortrag von Martin Göhring zum Thema »Montesquieu: Historismus und moderner Verfassungsstaat«
Aus der Sammlung von
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Typ
Plakat
Abmessung/Umfang
H: 42 cm B: 29,7 cm
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
324
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
19.01.1956
Erscheint in der Tat neben dem christlichen Gedanken der Freiheitsbegriff, im weitesten Sinne gefaßt, als tragendes Element der abendländischen Geschichte, so kann sich diese nicht auf Europa beschränken, sondern ihr Bereich ist bestimmt durch die Weite der Ausstrahlung des abendländischen Geistes. Wer möchte behaupten, daß er in Amerika weniger gestaltend wirkte als in Europa selbst? Wir gehören in einen Kulturkreis. Ein WASHINGTON und ein JEFFERSON sind von LOCKE und ROUSSEAU nicht zu trennen, und es hat einen tiefen Sinn, daß einst in Paris FRANKLIN, der vergötterte Herold Amerikas, und VOLTAIRE, der große Europäer und Aufklärer, … sich die Hände reichten und damit sich die alte und die neue Welt im Zeichen der Freiheit grüßten.
Martin Göhring | Eröffnungsansprache, in: Theodor Heuss, Martin Göhring, Joseph Lortz, Drei Reden | Mainz 1953 | S. 5–14 | –› Volltext
Informationen über die verwendeten Medien
Geistige Potenz Europas?
Betrachtungen zum Mainzer Internationalen Europa-Kongreß
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Typ
Zeitungsartikel
Teil von
Der Tagesspiegel
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
724
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Kudszus, Hans
Zeit
24.03.1955
Die Vorträge auf dem Kongress »Europa – Erbe und Aufgabe« (März 1955) sahen Europa geprägt durch Christentum, Humanismus oder auch durch Römisches Recht und den Rationalismus der Aufklärung. Dieses plurale Europabild wurde in der Presse kritisch kommentiert. | Lit.
—› Volltext Tagesspiegel
—› Volltext Neue Züricher Zeitung
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Brief an Mathilde Gantenberg
Aus der Sammlung von
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Typ
Brief
Material/Technik
masch./Papier
Identifikator
724
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Lortz, Joseph
Zeit
09.04.1955
Ort
Mainz
Lortz beschwerte sich bei der CDU-Politikerin Mathilde Gantenberg, die das Institut mit eingerichtet hatte, über Göhrings Europa-Kongress. Danach führten beide Abteilungen über 15 Jahre lang keine größeren Tagungen durch.
05
Lasten
Selbst-Entnazifizierung und Wiedereingliederungshilfe – ein Europa-Institut und der Nationalsozialismus
Joseph Lortz und Martin Göhring stehen exemplarisch für die Herausforderung, ein Wissenschaftssystem unter freiheitlich-demokratischen Vorzeichen aufzubauen – mit Personen, die den Nationalsozialismus mitgetragen hatten. Beide waren 1933 bzw. 1935 in die NSDAP eingetreten. Der ältere, bereits etablierte Professor hatte sich für eine Verbindung von katholischer Kirche und NS-Regime ausgesprochen, der Jüngere die Chancen auf eine akademische Karriere genutzt. Als Direktoren eines Europa-Instituts gingen sie unterschiedlich mit der »Last« des Nationalsozialismus um.
Bündnisse schmieden – sich distanzieren – schweigen
Joseph Lortz sah 1933 im neuen NS-Regime einen »Bundesgenossen« der katholischen Kirche im Kampf gegen die »Moderne«. Seit 1937 distanzierte er sich von diesen Hoffnungen. Im Entnazifizierungsverfahren »entlastet«, schwieg Lortz danach zu seiner Rolle im Nationalsozialismus. Die Einigung des deutschen Volkes, die er sich 1933 erhofft hatte, ersetzte Lortz nun durch die Vision eines geeinten christlichen Europa.
Informationen über die verwendeten Medien
Katholischer Zugang zum Nationalsozialismus
Aus der Sammlung von
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Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Identifikator
Best. 13-090
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Lortz, Joseph
Zeit
1933
Ort
Münster
1933 legte Lortz »grundlegende Verwandtschaften« zwischen »katholischen Grundhaltungen« und dem »Nationalsozialismus« dar. Denn dieser sei »wesenhaft antibolschewistisch, antiliberalistisch und antirelativistisch« und betone das »Vorrecht der Gemeinschaft vor dem Individuum«. | Lit.
Als Lortz 1949 an die Universität Mainz berufen werden sollte, musste er sich für seinen »Katholischen Zugang zum Nationalsozialismus« rechtfertigen.
Ich hätte nicht geglaubt, dass ich ausgerechnet nach Mainz noch derartige Aufklärungen zu geben hätte. Schliesslich bin ich ja doch in V [= in die Kategorie »entlastet«] eingestuft. …
Kürzlich traf ich den Vorsitzenden der Vereinigung der Naziverfolgten. Und er gab mir vielleicht das beste Stichwort für die historisch korrekte Beurteilung von pronazistischen Aeusserungen aus der damaligen Zeit: er sagte wörtlich: es war, wenn man ueberhaupt wirken wollte, absolut notwendig, dass man die Sklavensprache dieser Mach[t]haber sprach.
| Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Brief an Arnold Schmitz (Dekan der Philosophischen Fakultät der JGU Mainz)
Aus der Sammlung von
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Typ
Brief
Material/Technik
masch./Papier, hs. uz.
Identifikator
Best. 13-090
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Lortz, Joseph
Zeit
12.12.1949
Ort
Münster
Informationen über die verwendeten Medien
Unbedenklichkeitsbescheinigungen für Joseph Lortz
Aus der Sammlung von
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Typ
Aktenstück
Material/Technik
masch. (Durchschlag)/Papier
Identifikator
Best. 13-090
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Galen, Clemens August von, Bischof von Münster; Kaller, Maximilian, Bischof von Ermland/Ostpreußen
Zeit
14.07.1945; 30.08.1946
Ort
Wiedenbrück
Im Entnazifizierungsverfahren in Münster war Lortz »entlastet« worden. Dafür hatte er über 40 Schreiben von teils prominenten Personen, sogenannte »Persilscheine«, organisiert. Diese legte er bei der Berufung nach Mainz erneut vor. | —› Volltext | Lit.
Mitmachen – neu orientieren – weg-schreiben
Martin Göhring war für die Archivkommission des Auswärtigen Amtes und als Professor für »Politische Auslandskunde, insbesondere Westeuropas«, an der »Reichsuniversität« Straßburg tätig gewesen. 1945 interpretierte er als »Stunde Null«. Nun wollte er an der historisch-politischen Bildung zur Demokratie mitwirken. Der Frankreichspezialist orientierte sich auf die deutsche Zeitgeschichte um.
| Lit.
Göhring wollte erklären, wie die deutschen Eliten das »Erbe« Bismarcks verspielt und so den Aufstieg Hitlers möglich gemacht hatten. | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Bismarcks Erben 1890–1945
Deutschlands Weg von Wilhelm II. bis Adolf Hitler
Aus der Sammlung von
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Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
NA 218
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Göhring, Martin
Zeit
1958
Ort
Wiesbaden
Informationen über die verwendeten Medien
Alles oder nichts
Zwölf Jahre totalitärer Herrschaft in Deutschland
Aus der Sammlung von
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Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
OS 642-1
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Göhring, Martin
Zeit
1966
Ort
Tübingen
Göhrings Bücher zum Nationalsozialismus hatten auch eine entlastende Funktion: Ein verbrecherisches Regime habe das deutsche Volk systematisch entmündigt. | Lit.
Ein Auffangbecken für (ehemalige) Nationalsozialisten?
Martin Göhring blieb dem Kreis der Historiker verbunden, die mit ihm Karriere gemacht hatten. Als Direktor des Instituts zeigte er wenig Berührungsängste zu Kollegen, die sich für das NS-Regime exponiert hatten. Einige, die keine Anstellung an Universitäten mehr erhielten, wurden als Stipendiaten gefördert oder als Mitarbeiter eingestellt. Außerdem bot das Institut der Ranke-Gesellschaft eine Bühne.
Werner Frauendienst (1901–1966) wirkte als Historiker an der nationalsozialistischen Geopolitik mit. Vor 1945 war er an der Universität Halle und für das Auswärtige Amt in der »Außenpropaganda« tätig. 1950 wurde er in der DDR wegen »Unterstützung des Naziregimes« zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. 1952 amnestiert, floh Frauendienst in die Bundesrepublik. Martin Göhring, der ihn aus Halle und Paris kannte, stellte Frauendienst 1954 am Institut für Europäische Geschichte ein. Dort war er für die »Pflege der deutsch-französischen Verständigung« zuständig.
| Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Werner Frauendienst
Aus der Sammlung von
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Typ
Foto
Teil von
Personalbogen Werner Frauendienst (1953)
Material/Technik
Digitalisat
Identifikator
Rep. 11, PA 6228
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
[1939–1942]
Weitere Informationen
Informationen über die verwendeten Medien
Die Überwindung von Versailles: öffentliche Antrittsvorlesung, gehalten am 17. November 1938 nach der Berufung auf den Lehrstuhl für neuere Geschichte
Aus der Sammlung von
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Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
LG 47
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Frauendienst, Werner
Zeit
1939
Ort
Halle/S.
Frauendienst schloss seine Antritssvorlesung in Halle mit dem Ausruf:
Deutschland ist frei, groß und stark geworden.
Heil Hitler!
| Lit.
Martin Göhring sprach gegenüber Wilhelm Schüssler wohlwollend über Frauendienst. Diesem tue es leid, einen unpassenden Brief geschrieben zu haben.
Nun, ich denke, einem Mann, der so viel mitgemacht hat wie er und dessen innere Anständigkeit uns allen ja bekannt ist, wird man einen kleinen Fehltritt … verzeihen können.
Martin Göhring | Brief an Wilhelm Schüssler | 05.12.1953 | IEGA 138
Schüssler, der 1941 den deutschen Angriff auf die Sowjetunion gerechtfertigt hatte, gründete 1950 die Ranke-Gesellschaft mit. | Lit.
In der Ranke-Gesellschaft versammelten sich (ehemalige) nationalsozialistische Historiker, die sich gegen die Geschichtsbilder der »Siegermächte« wandten. 1953 tagte die Gesellschaft auf Kosten des Instituts in Mainz. | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Einladung zu einem »geselligen Beisammensein« im Institut für Europäische Geschichte am 18. April 1953 anläßlich der Jahrestagung der Ranke-Gesellschaft
Aus der Sammlung von
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Angaben zum Objekt
Typ
Karte
Abmessung/Umfang
H: 10,5 cm B: 14,85 cm
Material/Technik
Druck/Karton
Identifikator
200
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Göhring, Martin; Lortz, Joseph
Zeit
10.04.1953
06
Der Ort und die Menschen
Die Domus Universitatis als Arbeits- und Wohngemeinschaft
Das Institut für Europäische Geschichte wurde buchstäblich auf den Ruinen des Zweiten Weltkriegs errichtet, den Deutschland begonnen hatte. Die wieder aufgebaute Mainzer »Alte Universität« sollte eine internationale Gemeinschaft beherbergen: Hier lebten unter einem Dach nicht nur Direktoren und Hausmeister (mit ihren Familien), sondern auch die Stipendiat/innen. Deren Wohnheim wurde erst Mitte der 1960er-Jahre für Frauen geöffnet. 1968 durchzog selbst die ehrwürdige Domus Universitatis ein rebellischer Geist, der flache Hierarchien im Institut etablieren wollte.
Auferstanden aus Ruinen: Wiederaufbau Europas im Zentrum von Mainz
Im Mai 1949 kam der Kurator der JGU Fritz Eichholz auf sein »altes Projekt« zurück, die Domus Universitatis von der Stadt Mainz zurückzukaufen, um dort das »Internationale Institut für Geschichte« unterzubringen. Für die Finanzierung des Auf- und Ausbaus sorgte Eichholz’ Schwager, der französische Kulturbeauftragte Raymond Schmittlein. Durch einen Vertrag vom 26. Juni 1951 erhielt das Institut das Recht, für die Dauer seines Bestehens das Gebäude zu nutzen.
Mainz war am Ende des Zweiten Weltkriegs zu großen Teilen zerstört. Vor der Domus Universitatis endeten Güterzugschienen, um dort Schutt abzuladen. | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
(Luftaufnahme) Domus Universitatis und Mainzer Innenstadt nach Luftangriff 1945
Aus der Sammlung von
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Typ
Foto
Material/Technik
Digitalisat
Identifikator
S03-473
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
unbek.
Zeit
o.D. [vor 1952]
Das zwischen 1615 und 1618 erbaute Renaissancegebäude der »Alten Universität« wurde bei einem Luftangriff 1945 schwer beschädigt.
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Domus Universitatis (südliches Portal)
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Philipp Münch
Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Material/Technik
Digitalisat
Identifikator
S03-10632
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Münch, Philipp
Zeit
o.D. [vor 1952]
Informationen über die verwendeten Medien
Domus Universitatis
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Philipp Münch
Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Material/Technik
Digitalisat
Identifikator
S03-10636
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Münch, Philipp
Zeit
o.D. [vor 1952]
Für den Wiederaufbau wurden 1951 etwa 1,3 Millionen DM veranschlagt. Vorgesehen waren ein »Konferenzzimmer« sowie Räume für eine Bibliothek, für Stipendiat/innen, für Gastforschende – und die Direktoren. | —› Volltext | Lit.
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»Domus Universitatis« in neuem Glanz
Markantes Bauwerk mitten im alten Mainz. Stätte wissenschaftlicher Arbeit im europäischen Geist / Moderne Räume in fünf Stockwerken
Aus der Sammlung von
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Typ
Zeitungsartikel
Teil von
Allgemeine Zeitung
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
Best. 65-186
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Na. [Dr. Nacken]
Zeit
1951-11-10–11
Beim »Weihefest« der Domus Universitatis am 17. Januar 1953 war das Gebäude noch unverputzt.
Bei der Feier an der Universität Mainz wurde Bundespräsident Theodor Heuss (im Sessel) links von Adolf Dabelow (Rektor der JGU) sowie rechts von Peter Altmeier (Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz) und den Institutsdirektoren Martin Göhring und Joseph Lortz eingerahmt. | Lit.
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Eröffnung des Institutsgebäudes in Mainz
Aus der Sammlung von
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Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Identifikator
672
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
17.01.1953
Gemeinschaft unter einem Dach: Stipendiat/innen, Direktoren und Hausmeister(familien)
Angesichts der Wohnungsnot im Mainz der Nachkriegszeit schien es selbstverständlich, dass das Institutsgebäude Wohnraum bieten sollte – für die Direktoren, für die wissenschaftlichen Gäste und für die Bediensteten. Zwischen diesen heterogenen Mietparteien – dem katholischen Priester Lortz, der Familie Göhring, den jungen Stipendiat/innen und der Hausmeisterfamilie – gab es reichlich Anlass für Konflikte.
Informationen über die verwendeten Medien
Joseph Lortz in seinem Arbeitszimmer
Aus der Sammlung von
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Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Identifikator
1090
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
[um 1970]
Der Ordinarius Lortz ließ sich seine Dienstwohnung – einschließlich einer »Kammer« für seine Bedienstete – ganz nach seinen Vorstellungen einrichten.
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Joseph Lortz im Konferenzraum
Aus der Sammlung von
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Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Identifikator
1090
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
[um 1970]
Mit 62 Jahren zum Direktor auf Lebenszeit berufen, prägte Joseph Lortz noch als über 80-Jähriger das (wissenschaftliche) Leben im Institut.
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Wohnheimzimmer
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Identifikator
516
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
[um 1981]
Ende 1960 wurde im Dachgeschoss ein Wohnheim mit zehn Zimmern eingerichtet. Nach 1968 wurde auch die ehemalige Wohnung der Familie Göhring im zweiten Stock in Wohnheimzimmer umgewandelt.
Die Gemeinschaftsküchen im Wohnheim sind kommunikative Zentren der internationalen Stipendiat/innen-Gemeinschaft.
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Wohnheimküche
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Identifikator
516
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
[um 1981]
Informationen über die verwendeten Medien
Arbeitsplatz in der Bibliothek
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Identifikator
516
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
[um 1981]
Die Forschungsbibliothek des Instituts wurde in der ehemaligen Aula der »Alten Universität« eingerichtet. Dafür wurde in den höchsten Raum des Gebäudes ein zweistöckiges Regalsystem eingezogen.
Priester und Amazonen: Frauen erobern das Wohnheim
In den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten kamen nur wenige Stipendiatinnen an das Institut. Sie wurden in meist möblierten Zimmern in Mainz und Umgebung untergebracht. Das 1960 eröffnete Wohnheim im Institutsgebäude blieb ihnen anfangs verschlossen: Vor allem Joseph Lortz vertrat das Ideal einer klosterähnlichen Gemeinschaft männlicher Gelehrter.
Vergeblich versuchte eine wissenschaftliche Mitarbeiterin eine Stipendiatin im neu eingerichteten Wohnheim unterzubringen.
My hope to smuggle you in our new »Wohnheim« has failed, as there are already some people living there my request for you has been turned down.
| Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Brief an Carolyn T. Mahany
Aus der Sammlung von
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Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Brief
Material/Technik
masch. (Durchschlag)/Papier
Identifikator
1217
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Brockdorff, Silvia von
Zeit
16.09.1960
Ort
Mainz
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat aus: Anfrage an das Institut für Europäische Geschichte
(mit Antwort vom 24.06.1964)
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Rechteinformation
Universitätsarchiv Mainz
Angaben zum Objekt
Typ
Aktenstück
Material/Technik
masch./Papier
Identifikator
Best. 65-189
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vorprüfungsstelle der Obersten Landesbehörden beim Rechnungshof
Zeit
11.09.1961
Ort
Mainz
1966 organisierte der wissenschaftliche Mitarbeiter Claus Scharf für eine Stipendiatin ein Zimmer, das bisher Gästen der Direktoren vorbehalten war. Seit dieser Zeit durften auch Wissenschaftlerinnen im Institutsgebäude wohnen – die »Swinging Sixties« waren in Mainz angekommen.
Informationen über die verwendeten Medien
Erinnerungen
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Beschreibung
Der wiss. Mitarbeiter Claus Scharf organisierte 1965 für eine Stipendiatin ein Zimmer, das bisher Gästen der Direktoren vorbehalten war.
Angaben zum Objekt
Typ
Zeitzeugeninterview
Material/Technik
Audio
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Scharf, Claus
Zeit
2020
1968: Revolten in Mainz?
Der »Geist von 1968« erfasste nicht nur die Stipendiat/innen, von denen sich manche in die damalige Protestbewegung einreihten. Auch die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Abteilung für Universalgeschichte probten den Aufstand. Nach dem Tod Martin Göhrings wollten sie ein kollegiales Führungsmodell etablieren. Der neue Direktor Karl Otmar von Aretin wehrte den Angriff auf seine Befugnisse energisch ab.
Der britische Historiker Nicholas Hope erinnerte sich 1984 (anlässlich der Pensionierung des Bibliothekars Hugo Lacher) an seine bewegte Stipendiatenzeit in Mainz in den Jahren 1968 und 1969.
Informationen über die verwendeten Medien
Brief an Hugo Lacher, Bibliothekar, anlässlich dessen Pensionierung
Aus der Sammlung von
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Angaben zum Objekt
Typ
Brief
Material/Technik
masch./Papier
Identifikator
314
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Hope, Nicolas Martin
Zeit
o.D. [1984]
Ort
Glasgow
Die wissenschaftlichen Mitarbeiter schlugen dem Verwaltungsrat vor, die Geschäfte ihrer Abteilung selbst zu führen, begleitet nur von einem »engeren Beirat«, der zweimal jährlich über Personalangelegenheiten und Veröffentlichungen entscheiden sollte. | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Memorandum der wissenschaftlichen Mitarbeiter der universalgeschichtlichen Abteilung des Instituts für Europäische Geschichte gerichtet an den Verwaltungsrat
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Aktenstück
Material/Technik
masch. (hektografiert)/Papier
Identifikator
1367
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Dreitzel, Horst; Lippelt, Helmut; Scharf, Claus
Zeit
22.03.1968
Ort
Mainz
Aretin entließ nach seinem Amtsantritt zwei Verfasser des »Memorandums«. Der dritte, Claus Scharf, konnte bleiben.
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Erinnerungen
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Beschreibung
Karl Otmar von Aretin entließ nach seinem Amtsantritt 1968 zwei wissenschaftliche Mitarbeiter der Abteilung für Universalgeschichte. Der dritte, Claus Scharf, konnte bleiben.
Angaben zum Objekt
Typ
Zeitzeugeninterview
Material/Technik
Audio
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Scharf, Claus
Zeit
2020
07
Etablierung und Ausbau
Eine »Forschungsgemeinschaft mit inter- oder übernationalem Charakter«*
Das Mainzer Institut war mit dem Auftrag gegründet worden, sich international zu vernetzen. Ein elitär angelegter Förderverein scheiterte (auch) an zu hohen Erwartungen. Doch das internationale Stipendienprogramm wurde zu einem Pfeiler der Institutsarbeit. In der alltäglichen Begegnung unterschiedlichster Wissenschaftstraditionen löste das Institut seinen »völkerverständigenden« Gründungsimpuls ein. Es wurde zu einem internationalen Knoten der westdeutschen Geisteswissenschaften im Kalten Krieg. Mit Tagungen und Publikationen suchte das Institut diese Internationalisierung seit den 1970er-Jahren weiter zu befördern.
* »die aufzubauende Forschungsgemeinschaft [müsste] schon nach aussen hin gleichsam inter- oder übernationalen Charakter haben«. Martin Göhring an Raymond Schmittlein, 12.01.1952. IEGA 136.
Gescheiterte Vernetzung: die »Gesellschaft Europäischer Geschichtsfreunde«
Anlässlich der Eröffnung der Domus Universitatis wurde am 17. Januar 1953 die Gründung einer »Gesellschaft Europäischer Geschichtsfreunde« verkündet. Mit hohem Aufwand warben die Direktoren um »hochrangige« Mitglieder. Damit erhofften sie sich auch, das Institut finanziell abzusichern. Etwas bescheidener trat schließlich eine »Gesellschaft der Freunde des Instituts für Europäische Geschichte« ins Leben. Um 1960 schlief sie wieder ein.
Die »Gesellschaft Europäischer Geschichtsfreunde« wurde mit ähnlich hohen Erwartungen aufgeladen wie das Institut insgesamt – auch durch Bundespräsident Theodor Heuss. Seine Rede wurde in vielen westdeutschen Zeitungen zitiert.
Informationen über die verwendeten Medien
Zitate von Bundespräsident Theodor Heuss zur Eröffnung der Domus Universitatis und Gründung der »Gesellschaft der Freunde des Instituts für Europäische Geschichte«
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Beschreibung
»Eine »lebendige und enge Beziehung zwischen Geschichtswissenschaft und öffentlichem Leben«, aus: Heuß weiht Domus Universitatis. Gründung der »Gesellschaft europäischer Geschichtsfreunde« in Mainz, in: Der Mittag – Zeitung für Rhein und Ruhr, 18.01.1953. »Die Geschichtsbücher revidieren«, aus: Die Geschichtsbücher revidieren. Professor Heuss weiht Haus für Europäische Geschichtsforschung ein, in: Frankfurter Neue Presse, 19.01.1953. »ein von Ressentiments freies Geschichtsbild«, aus: Mainzer Institut für europäische Geschichte weiht sein neues Heim ein. Heuss fordert ein von Ressentiment freies Geschichtsbild, in: Die Neue Zeitung. Die amerikanische Zeitung in Deutschland (Frankfurt/M.), 19.01.1953. »Schluß mit der Nationalisierung der Wissenschaften!«, aus: »Schluß mit der Nationalisierung der Wissenschaften!« In Mainz wurde »Gesellschaft der europäischen Geschichtsfreunde« gegründet, in: Die Freiheit. Zeitung für sozialen und kulturellen Fortschritt, 19.01.1953. »Eine neue Art des historischen Denkens«, aus: Wieder »Domos Universitas [sic!]«. Festakt in Mainz – »Institut für europäische Geschichte« gegründet, in: Die Welt, 19.01.1953. Nach den Zeitungsausschnitten in IEGA 720.
Angaben zum Objekt
Typ
Eigenproduktion
Material/Technik
digitale Grafik
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
2020
Zukunftsweisend war das Programm, junge Wissenschaftler/innen verschiedenster Prägung am Institut zusammenzubringen.| —› Volltext | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Institut für Europäische Geschichte und Gesellschaft der Freunde des Instituts für Europäische Geschichte e.V.
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Broschüre
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
672
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1953
Neben seiner Hauptaufgabe, der eigenen wissenschaftlichen Forschung, beschreitet das Institut für Europäische Geschichte einen grundsätzlich neuen Weg. Junge Historiker aus allen Ländern Europas und Amerikas sollen auf Grundlage von Jahresstipendien gemeinsam leben und forschen und in internationalen Arbeits- und Forschungsgemeinschaften zusammengefaßt werden … . Das tägliche Zusammenlegen, der dauernde Gedankenaustausch, gegenseitige Anregung werden jeden einzelnen von ihnen bereichern und zu toleranter und universaler Denkart führen.
Institut für Europäische Geschichte und Gesellschaft der Freunde des Instituts für Europäische Geschichte e. V. | 1953
Kollektive Individualförderung: das internationale Stipendienprogramm
Schon die ersten Gründungspläne sahen vor, jüngere Forschende – »etwa je zur Hälfte Deutsche und Austausch-Ausländer« – als Stipendiat/innen in Mainz zu fördern. Diese Idee wurde kontinuierlich zu einem Programm ausgebaut. Das Auswärtige Amt finanzierte Stipendien für Forschende aus anderen Ländern. Bis 1990 waren etwa 570 jüngere Forschende mit Förderung des Instituts oder anderer Geldgeber in Mainz. Etwa 100 von ihnen kamen mehrmals ans Institut.
| Lit.
In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden Stipendiat/innen mitunter mehrere Jahre lang gefördert. Seit der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre nahm die Zahl der Aufenthalte zu, die sich durch andere Quellen finanzierten. Zwischen 1978 und 1983 schlägt die Kurve vor allem durch ein großes Forschungsprojekt zu Politik und Wirtschaft in der Zwischenkriegszeit nach oben aus.
Informationen über die verwendeten Medien
Anzahl der Forschungsaufenthalte am Institut pro Jahr (1950–1990)
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Eigenproduktion
Material/Technik
digitale Grafik
Identifikator
Datengrundlage: https://github.com/ieg-dhr/ieg-jubilee/tree/master/statistics
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vasques Filho, Demival; Berger, Joachim
Zeit
2020
Vor dem digitalen Zeitalter rekrutierte das Institut seine Stipendiat/innen durch persönliche Kontakte und durch das wachsende Netzwerk der Ehemaligen. Die Mehrzahl kam aus Europa. Doch es gelang, Forschende aus allen Kontinenten nach Mainz zu ziehen.
Nur relativ wenige Professoren – darunter keine Frau – brachten mehrere ihrer »Schüler(innen)« in Mainz unter.
Informationen über die verwendeten Medien
Geographische Verteilung (Forschungsaufenthalte | Kontinente nach Staatsangehörigkeit) 1950–1990
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Eigenproduktion
Material/Technik
digitale Grafik
Identifikator
Datengrundlage: https://github.com/ieg-dhr/ieg-jubilee/tree/master/statistics
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vasques Filho, Demival; Berger, Joachim
Zeit
2020
Die »europäischen« Stipendiat/innen kamen aus allen geographischen Regionen Europas und aus Mitgliedsstaaten aller politischen Machtblöcke.
Informationen über die verwendeten Medien
Politische Zuordnung in Europa (Forschungsaufenthalte | Machtblöcke nach Staatsangehörigkeit) 1950–1990
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Eigenproduktion
Material/Technik
digitale Grafik
Identifikator
Datengrundlage: https://github.com/ieg-dhr/ieg-jubilee/tree/master/statistics
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vasques Filho, Demival; Berger, Joachim
Zeit
2020
Mehrsprachige Wissenschaftskommunikation: Tagungen und Publikationen
Seit Mitte der 1970er-Jahre veranstaltete das Institut Tagungen, deren Beiträge in einer neuen Unterreihe seiner »Veröffentlichungen« publiziert wurden. Dort erschienen auch englisch- und französischsprachige Arbeiten sowie Übersetzungen aus anderen Sprachen, um sie in der deutschsprachigen Wissenschaft bekannt zu machen.
Informationen über die verwendeten Medien
Kolloquium »Die verfassungsrechtliche Stellung der Kreisassoziationen nach 1648«, 15./16.06.1973
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Programm
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
217
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1973
Die ersten Kolloquien hatten einen kleinen Kreis an Teilnehmenden vor allem aus dem deutschsprachigen Raum. Zunehmend gelang es, Mittel von Fördereinrichtungen einzuwerben, um größere Tagungen zu finanzieren. | Lit.
Der erste Tagungsband (1975) brachte vier Aufsätze auf 120 Seiten. Das siebte »Beiheft« (1982) enthielt über 30 teils englischsprachige Beiträge auf 539 Seiten.
Informationen über die verwendeten Medien
Der Kurfürst von Mainz und die Kreisassoziationen 1648–1746
Zur verfassungsmässigen Stellung der Reichskreise nach dem Westfälischen Frieden
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Teil von
Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beiheft 2
Material/Technik
Druck/Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Aretin, Karl Otmar von (Hg.)
Zeit
1975
Ort
Wiesbaden
Jerzy Holzer war 1965/1966 als erster Stipendiat aus Polen am Institut. 1975 erschien als »Beiheft 1« in deutscher Übersetzung eine gekürzte Fassung seiner Dissertation.
Informationen über die verwendeten Medien
Parteien und Massen
Die politische Krise in Deutschland 1928–1930
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Teil von
Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beiheft 1
Material/Technik
Druck/Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Holzer, Jerzy
Zeit
1975
Ort
Wiesbaden
Informationen über die verwendeten Medien
Collage der Titelblätter von: Class, religion, and local politics in Wilhelmine Germany. The Centre Party in Württemberg before 1914 Le gouvernement allemand et le clergé catholique lorrain de 1890 à 1914
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Teil von
Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beiheft 9 Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beiheft 11
Material/Technik
Druck/Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Blackbourn, David Favrot, Brigitte
Zeit
1980 1981
Ort
Wiesbaden
08
Profilierungen (I)
Ein »katholischer« Luther – Konfessionskonflikt, Zensur und Ökumene
Zehn Jahre vor Gründung des Instituts für Europäische Geschichte hatte Joseph Lortz »Die Reformation in Deutschland« (1939/1940) veröffentlicht. Das Institut profitierte vom Erfolg und der Wirkung des Werks. Es geriet aber auch in die Kontroversen um weitere Auflagen des Buchs hinein, das nach dem II. Vatikanischen Konzil in vier Sprachen übersetzt wurde. Lortz’ Nachfolger stellten sich der Herausforderung, sein »Erbe« in ökumenischer Absicht weiterzuentwickeln und darüber hinauszugehen.
»Die Reformation in Deutschland«: Longseller und Streitobjekt
Mit dem Ziel, die »Glaubensspaltung« historisch zu erklären und damit überwinden zu helfen, zeigte Lortz Verständnis für die religiösen Anliegen Martin Luthers. Widerspruch aus der katholischen Kirche blieb nicht aus. Zugleich bereitete Lortz’ Reformationsdeutung die ökumenische Öffnung der katholischen Kirche auf dem II. Vatikanum (1962–1965) mit vor.
Informationen über die verwendeten Medien
Ausbreitung der Reformation
Aus der Sammlung von
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Angaben zum Objekt
Typ
Karte
Teil von
Joachim Kurd Niedlich, Religionsgeschichtliche Tabellen unter besonderer Berücksichtigung der religionsgeschichtlichen Entwicklung zum und im Christentum, Tafel VIII zu S. 108
Abmessung/Umfang
23x32,5 cm
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
4°AC 11
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
[1908]
Ort
Leipzig
Bis zu Lortz’ »Reformation« hatte die katholische Kirchengeschichtsschreibung Martin Luther und seine Kirchenkritik kategorisch verurteilt. Deren Folgen – die »Ausbreitung der Reformation« – lehnte natürlich auch Lortz ab. | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Die Reformation in Deutschland, Bd. 1
Aus der Sammlung von
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Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
4° NI 68-1
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Lortz, Joseph
Zeit
1939
Ort
Freiburg/Br.
Lortz’ »Reformation« wurde bis 1962 dreimal neu aufgelegt. Zwischen der 3. und der 4. Auflage (1949/1962) entzündeten sich Auseinandersetzungen zwischen der römischen Kurie, der Berliner Nuntiatur und dem Bistum Freiburg, das für die Druckfreigabe zuständig war. | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Collage der Titelblätter von: Historia de la Reforma The Reformation in Germany La Réforme de Luther La Riforma in Germania
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Teil von
je Bd. 1
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
Ka 12f-1 Ka 12a-1 Ka 12b-1 Ka 12e-1
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Lortz, Joseph
Zeit
1963 / 1968 / 1970 / 1979
Ort
Madrid / London / Paris / Mailand
1963 begann die späte europäische Rezeption eines Buchs, das seit 1939/1940 weitgehend unverändert geblieben war. Das deutsche Publikum hatte die »Reformation« damals vorrangig aus der Perspektive nationaler Einheit wahrgenommen. | Lit.
Lortz’ Reformationsgeschichte war in den 1970er-Jahren für den Doktoranden Rolf Decot immer noch maßgebend. Der katholische Kirchenhistoriker war Stipendiat und von 1977 bis 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut.
Informationen über die verwendeten Medien
Erinnerungen
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Beschreibung
Lortz’ Reformationsgeschichte war in den 1970er-Jahren für den Doktoranden Rolf Decot immer noch maßgebend. Der katholische Kirchenhistoriker war Stipendiat und von 1977 bis 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut.
Angaben zum Objekt
Typ
Zeitzeugeninterview
Material/Technik
Audio
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Decot, Rolf
Zeit
2020
Römische Spione und evangelische Kritik an der Mainzer »Gegenreformation«
Nach Lortz’ Überzeugung sollte das Institut durch seine historische Forschung dazu beitragen, der konfessionellen »Spaltung« Europas entgegenzuwirken. Dadurch wurde das Institut in die interkonfessionellen Spannungen der 1950er-Jahre hineingezogen. Einigen Katholiken ging Lortz’ Verständnis für Luther zu weit. Protestantische Stimmen witterten gegenreformatorische Absichten.
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Erklärung
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Aktenstück
Material/Technik
masch./Papier
Identifikator
1329
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Michael, Horst
Zeit
21.02.1952
Ort
Mainz
Horst Michael war 1950 bis 1952 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut. Zum Katholizismus konvertiert, wandte er sich – unter Pseudonym – gegen die Lortz’sche Reformationsdeutung. Als sein »Chef« das herausfand, musste sich Michael schriftlich verpflichten, künftig nur mit seiner Zustimmung zu publizieren. | Lit.
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Offizielle Gegenreformation heute?
Das »Institut für Europäische Geschichte« in Mainz
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Rechteinformation
Universitätsbibliothek Mainz
Angaben zum Objekt
Typ
Aufsatz
Teil von
Weg und Wahrheit. Evangelisches Kirchenblatt für Hessen 34 (1951), S. 275–276
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
Pb 90
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Bergér, Wilhelm
Zeit
1951
Ein hessen-nassauischer Oberkirchenrat warf Lortz vor, mit dem Institut an einer katholischen »Gegenreformation« zu arbeiten, um die Protestanten in die katholische Kirche zurückzuholen. | —› Volltext | Lit.
Über Lortz hinaus? Abstand vom II. Vatikanum – neue ökumenische Perspektiven
Seit dem II. Vatikanum äußerte sich Lortz kritisch gegenüber der »progressiven« Entwicklung seiner Kirche und den ökumenischen Bewegungen. Seine Nachfolger gingen unterschiedlich mit diesem »Erbe« um: Der Protestant Peter Meinhold nahm neben der Herausbildung der christlichen Bekenntnisse auch die »Vielfalt der Religionen« in den Blick. Der Katholik Peter Manns vertiefte sich in die Theologie Martin Luthers.
In seiner letzten Veröffentlichung kritisierte Joseph Lortz Tendenzen in der ökumenischen Bewegung. Diese hatte sich mit der Konferenz von Bangkok 1972/1973 von der Idee einer von Europa ausgehenden »Weltmission« emanzipiert. | Lit.
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Joseph Lortz
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Identifikator
1090
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
unbek.
Zeit
o.D. [um 1972]
Der Methodist Philip Potter aus Dominica (Karibik) hatte die Weltmissionskonferenz von Bangkok organisiert. Lortz griff ihn in »Ökumenismus ohne Wahrheit?« als »Mann der vielen Wurzeln« und des »Ausgleichs« an. | Lit.
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Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Identifikator
925-8110
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Mieremet, Rob / Anefo
Zeit
16.08.1972
Ort
Utrecht
Weitere Informationen
[E]ine akute Bedrohung des heutigen Ökumenismus …: die Gefahr seiner Pervertierung (und damit Selbstauflösung) durch verschiedene Formen der Säkularisierung …. Ökumenisch schädlich ist jeder sich ausbreitende dogmatische Minimalismus. … Ganz besonders wichtig, aber auch gefährlich sind Programme und Impulse des weltweit wirkenden ›Ökumenischen Rates der Kirchen‹ (ÖRK) geworden. … [D]as Suchen nach Wahrheit steht … nicht mehr an erster Stelle … Im Vordergrund stehen neue Themen wie Friedensstrategie, Gewalt, Revolution, soziale Gerechtigkeit, Kampf gegen Kolonialismus, Umverteilung von Macht, Neuorganisation der internationalen Politik, Kampagnen gegen (›weißen‹) Rassismus und Faschismus, Begegnung mit dem Kommunismus … kurz, eine gefährlich einseitige ›Humanisierung‹ der christlichen missionarischen Aufgabe. … [Die Weltmissionskonferenz von Bangkok] … war tief geprägt von Adogmatismus, Relativismus und Synkretismus. … [I]m Ganzen wurde das wesentliche Heil, die Bekehrung des Menschen von seinen Sünden durch den Sühnetod Christi, allzu sehr von dem … Ruf nach allgemeiner ›Befreiung‹ überdeckt.
Joseph Lortz | Ökumenismus ohne Wahrheit? | Münster 1975 | S. 5, 21, 24f., 28, 30.
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Vortragsreihe »Zum ›Memorandum‹ ökumenischer Universitätsinstitute«
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Plakat
Abmessung/Umfang
H: 29,7 cm B: 21 cm
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
37
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1973
Noch zu Lebzeiten von Lortz schaltete sich das Institut mit einer Vortragsreihe in eine aktuelle ökumenische Diskussion – um die gegenseitige Anerkennung kirchlicher Ämter – ein.
Mit der Formel von Martin Luther als »Vater im Glauben« – Luthers Glaube könne alle Christen in ihrem Glauben anleiten – wollte Peter Manns an Lortz anknüpfen und zugleich über ihn hinausgehen. | Lit.
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Einladung zum Vortrag »Luther: Vater im Glauben« von Peter Manns
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Beschreibung
Mit der Formel von Martin Luther als »Vater im Glauben« – Luthers Glaube könne alle Christen in ihrem Glauben anleiten – wollte Peter Manns an Lortz anknüpfen und zugleich über ihn hinausgehen.
Angaben zum Objekt
Typ
Plakat
Abmessung/Umfang
H: 42 B: 29,70 cm
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
34
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
05.12.1981
Rolf Decot erinnert sich an die ökumenischen Ansätze Peter Meinholds und an Peter Manns’ Lutherstudien. | Lit.
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Erinnerungen
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Beschreibung
Der katholische Kirchenhistoriker Rolf Decot erinnert sich an die ökumenischen Ansätze Peter Meinholds und an Peter Manns’ Lutherstudien. Decot war von 1977 bis 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Europäische Geschichte.
Angaben zum Objekt
Typ
Zeitzeugeninterview
Material/Technik
Audio
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Decot, Rolf
Zeit
2020
09
Profilierungen (II)
Ein neues Bild vom Alten Reich – Rechtsordnung und politisch-soziales System
Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der nationale Machtstaat unter preußischer Führung nicht mehr als Endziel deutscher Geschichte gelten. Nun rückten föderale und rechtsstaatliche Traditionen in den Blick. Dadurch wurde das Heilige Römische Reich interessant. Wie hatte dieses komplexe Gebilde so lange funktionieren können? Karl Otmar von Aretin trug von Mainz aus entscheidend dazu bei, dass sich ein neues Bild vom »Alten Reich« etablierte.
Patrioten und Verräter: Aretins »Zugang zum Wesen des Alten Reichs«
Aretin maß das Handeln von Personen daran, ob sie ihrer historischen Verantwortung gerecht geworden seien. Seine Familiengeschichte hatte ihn geprägt – der Schwiegervater war als Beteiligter am 20. Juli 1944 hingerichtet worden. Persönliche Wertungen durchziehen auch seine Habilitationsschrift über das Ende des Alten Reichs, die das Institut förderte und veröffentlichte. Zugleich wollte Aretin die Strukturen des Reichs erklären. In den 1990er-Jahren legte er eine dreibändige Gesamtdarstellung vor.
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Karte des Heiligen Römischen Reiches 1648
[basierend auf einer Karte aus Putzger – Historischer Weltatlas, 89. Auflage, 1965]
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Typ
Karte
Material/Technik
digitale Karte
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Ziegelbrenner
Zeit
11.02.2007
Weitere Informationen
Vor der Neubewertung des Alten Reichs herrschte das Bild vom »Flickenteppich« vor – das zersplitterte Reich sei den Nachbarn, vor allem dem »absolutistischen Nationalstaat« Frankreich, schutzlos ausgeliefert gewesen. | Lit.
Ein verantwortungsloses Führungspersonal am Wiener Kaiserhof habe die Auflösung des Reichs in Kauf genommen. Ähnlich deutlich wertete Aretin in seinen Arbeiten zum Ende der Weimarer Republik und zum Nationalsozialismus. | Lit.
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Heiliges Römisches Reich 1776–1806.
Reichsverfassung und Staatssouveränität, 2 Tle.
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
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Typ
Buch
Teil von
Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz 38
Material/Technik
Druck/Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Aretin, Karl Otmar von
Zeit
1967
Ort
Wiesbaden
Insbesondere für das Reich war das Dreigestirn Kaiser Franz – [sein ehemaliger Vertrauter und Erzieher] Colloredo – [Minister] Thugut von verheerenden Folgen. Die fatale Apathie des Kaisers, gesteigert durch die geschäftige Unfähigkeit Colloredos und schließlich gehalten von der Immoralität eines finsteren Einzelgängers, dessen Geschäftstüchtigkeit von einer, jeder Tiefe entbehrenden Routine getragen war, gehören zu den unglücklichsten Regierungskonstellationen der Geschichte. Hier war kein Raum für eine Politik, die bereit gewesen wäre, den Besonderheiten des Reiches Rechnung zu tragen.
Karl Otmar von Aretin | Heiliges Römisches Reich 1776–1806 | Wiesbaden 1967 | Tl. 1, S. 276f.
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Friedrich der Große, mit ausführlichen Korrekturanweisungen Menzels. Zu Scherr's Germania (Ausschnitt)
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Typ
Druckgraphik
Material/Technik
Holzstich
Identifikator
340-1905
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Menzel, Adolph von
Zeit
1878
Der Bayer Aretin wandte sich entschieden gegen ein preußenzentriertes Geschichtsbild. In der Außenpolitik Friedrichs des Großen sah er »einen lange nachwirkenden Ungeist, den bösen Geist von Sanssouci«. | Lit.
Der Frühneuzeithistoriker Heinz Duchhardt würdigt Aretins Beitrag zur Neubewertung des Alten Reichs.
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Erinnerungen
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Beschreibung
Der Frühneuzeithistoriker Heinz Duchhardt würdigt Karl Otmar von Aretins Beitrag zur Neubewertung des Alten Reichs.
Angaben zum Objekt
Typ
Zeitzeugeninterview
Material/Technik
Audio
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Duchhardt, Heinz
Zeit
2020
Öffnung: lange Dauer, Systemdenken, soziale Strukturen
Mit anderen deutschen Frühneuzeithistorikern initiierte Aretin ein großes Forschungsprojekt. Es untersuchte mit der Verfassung des Reichs auch Personen und Netzwerke. Dadurch erschien das Alte Reich in einem neuen Licht. Neben der alten Lehnsordnung mit dem Kaiser an der Spitze etablierte sich eine Rechts- und Friedensordnung sowie ein »politisch-soziales System«. Dieses wurde durch überregionale Patronage- und Klientelbeziehungen gesteuert und durch (konfessionelle) Bündnisse und die Institution der Reichskreise verklammert.
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Antrag an die Deutsche Forschungsgemeinschaft auf Einrichtung eines Forschungsschwerpunkts »Strukturanalyse des Heiligen Römischen Reiches im späten Mittalter und in der frühen Neuzeit«
[Auszug S. 1]
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Typ
Aktenstück
Material/Technik
masch. (hektografiert)/Papier
Identifikator
285
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Aretin, Karl Otmar von; Moraw, Peter; Press, Volker
Zeit
22.02.1974
Ort
Mainz
Von 1975 bis 1981 koordinierte das Institut das DFG-Schwerpunktprogramm »Deutsche Sozial- und Verfassungsgeschichte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit«.
Das Vorhaben zielte auf eine »Strukturanalyse des Reichskörpers« an und wollte »ältere Irrwege« der deutschen Geschichtsforschung vermeiden:
1. Die Zäsur zwischen mittelalterlicher und neuerer Geschichte
2. Die Scheidung von Reichs- und Landesgeschichte
3. Die Verwendung des Anstaltsstaatsmodells des 19. und 20. Jahrhunderts als Verständnisgrundlage für das spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Reich
4. Die Absonderung der politischen Geschichte, der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, der Rechtsgeschichte usw. voneinander.
Das Projekt … soll auch dazu beitragen, mit der Forschung in Westeuropa Schritt zu halten.
| Lit.
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Reichskreise 1648
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte / A. Kunz 2013
Angaben zum Objekt
Typ
Karte
Material/Technik
digitale Karte
Identifikator
IEG-Maps
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Kunz, Andreas; Moeschl, Joachim Robert
Zeit
2013
Ort
Mainz
Auch die Reichskreise wurden neu bewertet: In den kleinräumigen Gebieten im Westen und Süden des Alten Reichs koordinierten diese föderativen Einrichtungen die Reichsverteidigung, Verkehr und Straßenbau sowie Wirtschaft und Handel. | Lit.
Etablierung und Internationalisierung
Wichtige Ergebnisse aus dem DFG-Schwerpunktprogramm wurden in der Schriftenreihe des Instituts publiziert und so international wahrgenommen. Auch die US-amerikanische Geschichtswissenschaft interessierte sich seit den 1960er-Jahren für das scheinbar archaische Gebilde des »Old Reich«. Auf Tagungen in Chicago und Mainz diskutierten nordamerikanische Historiker/innen mit ihren deutschen Kolleg/innen die neuen Perspektiven der Reichsforschung (1984/1986). Auf deutscher Seite war das Institut für Europäische Geschichte federführend.
Informationen über die verwendeten Medien
»Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz«
Unterreihe »Beiträge zur Sozial- und Verfassungsgeschichte des Alten Reiches«
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Material/Technik
Foto
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
2020
1977 bis 2007 erschienen 18 Titel der »Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte« zugleich als »Beiträge zur Sozial- und Verfassungsgeschichte des Alten Reiches«.
Band 1 der neuen Unterreihe war 1977 Heinz Duchhardts Habilitationsschrift »Protestantisches Kaisertum und Altes Reich«.
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Erinnerungen
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Beschreibung
1977 erschien Heinz Duchhardts Habilitationsschrift »Protestantisches Kaisertum und Altes Reich« als Band 1 der neuen Unterreihe »Beiträge zur Sozial- und Verfassungsgeschichte des Alten Reiches«.
Angaben zum Objekt
Typ
Zeitzeugeninterview
Material/Technik
Audio
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Duchhardt, Heinz
Zeit
2020
Informationen über die verwendeten Medien
Tagungsprogramm »Politics and Society in the Holy Roman Empire, 1500–1800. Journal of Modern History. The University of Chicago. April 12–14, 1984«
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Typ
Programm
Abmessung/Umfang
28x22 cm
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
1654
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1984
Informationen über die verwendeten Medien
Brief an Karl Otmar von Aretin
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Brief
Material/Technik
masch./Papier
Identifikator
1654
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Ingrao, Charles
Zeit
07.06.1983
Ort
West Lafayette
Auf den internationalen Tagungen der 1980er-Jahre wurde eine pragmatische Zweisprachigkeit praktiziert. | Lit.
Als Nachfolger Aretins führte Heinz Duchhardt die amerikanisch-deutschen Tagungen am Institut fort.
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Erinnerungen
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Beschreibung
Als Nachfolger Karl Otmar von Aretins führte Heinz Duchhardt die amerikanisch-deutschen Tagungen am Institut fort.
Angaben zum Objekt
Typ
Zeitzeugeninterview
Material/Technik
Audio
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Duchhardt, Heinz
Zeit
2020
10
Aufbrüche
Wissenschaft als Ostpolitik – »Kaffeerunden« vor und hinter dem Eisernen Vorhang
Mit seinem internationalen Stipendienprogramm schuf das Institut für Europäische Geschichte wissenschaftliche Kontaktzonen zwischen West und Ost. Zudem beteiligte sich das Institut maßgeblich an Initiativen zur wissenschaftspolitischen »Entspannung«. Die wissenschaftliche Kooperation blieb freilich durch ideologische Gegensätze und politische Rücksichten geprägt. Seit dem europäischen Umbruch von 1989/1990 hat sich die »brückenbauende« Rolle des Mainzer Instituts grundlegend gewandelt.
Tauwetter und Eiszeiten: Wissenschaftler/innen aus dem »Ostblock« am Institut
Das Stipendienprogramm des Mainzer Instituts brachte Forschende und deren Einrichtungen über die politischen Machtblöcke hinweg in Kontakt. In den Forschungskolloquien (»Kaffeerunden«) und im Wohnheim trafen unterschiedliche politische, gesellschaftliche und religiös-säkulare Wertvorstellungen aufeinander. Diese Auseinandersetzung konnte bestehende Differenzen verstärken, aber auch wechselseitiges Verständnis befördern
Informationen über die verwendeten Medien
Militärische Zusammenschlüsse im Kalten Krieg
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Typ
Karte
Material/Technik
digitale Karte
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
San Jose
Zeit
2006
Weitere Informationen
Informationen über die verwendeten Medien
Internationale Vernetzung akademischer Institutionen durch das Institut 1950–1990
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Beschreibung
Die Grafik konstruiert Verbindungen zwischen solchen Einrichtungen, aus denen mindestens zwei Personen gleichzeitig am Institut waren.
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Typ
Eigenproduktion
Material/Technik
digitale Karte
Identifikator
Datengrundlage: https://github.com/ieg-dhr/ieg-jubilee/tree/master/statistics
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vasques Filho, Demival; Berger, Joachim
Zeit
2020
Die Grafik zeigt Verbindungen zwischen solchen Einrichtungen, aus denen mindestens zwei Personen gleichzeitig am Institut waren. So »vernetzte« das Institut beispielsweise Forschende der Universitäten von Berkeley (USA) und London (UK) mit solchen aus Budapest (Ungarn), Posen (Polen) und Prag (CSSR).
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Stipendiat/innen aus dem »Ostblock« nach Staatsangehörigkeit (kumulativ)
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Beschreibung
Die Grafik addiert die Forschungsaufenthalte pro Staat Jahr für Jahr hinzu.
Angaben zum Objekt
Typ
Eigenproduktion
Material/Technik
digitale Karte
Identifikator
Datengrundlage: https://github.com/ieg-dhr/ieg-jubilee/tree/master/statistics
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vasques Filho, Demival; Berger, Joachim
Zeit
2020
Die Grafik addiert die Forschungsaufenthalte pro Staat Jahr für Jahr hinzu. Sie zeigt unter anderem, dass, nach der Niederschlagung des »Prager Frühlings« (1968), erst 1975 wieder Forschende aus der CSSR ans Institut kamen. Die Verhängung des Kriegsrechts in Polen (1981–1983) schlug sich hingegen nicht sichtbar nieder. | Lit.
Pioniere aus Prag und Sofia
Die Stipendiat/innen aus dem »Ostblock« waren häufig bereits etabliert. Das Institut förderte mit ihnen also nicht nur den »Nachwuchs«, sondern folgte auch wissenschaftspolitischen Überlegungen. Ihre Karrieren nach den Mainzer Aufenthalten verliefen unterschiedlich. Wer linientreu war und blieb, und wer zum Dissidenten (gemacht) wurde, ist noch zu erforschen. Einige der Stipendiat/innen veröffentlichten »zuhause« ihre Erfahrungen mit der bundesrepublikanischen Wissenschaftslandschaft.
Anfang der 1960er-Jahre fragte man sich am Institut, ob es politisch bedenklich sein könnte, Stipendiat/innen aus »sozialistischen« Staaten aufzunehmen.
Ist über Herrn Černý etwas bekannt, was seiner Aufnahme im Institut für Europäische Geschichte entgegen stünde?
Herr Cerny ist in unserem Amte noch nicht bekannt geworden. Auch beim Bundesministerium des Innern ist … noch kein Sichtvermerksantrag von ihm eingegangen.
Martin Göhring | Korrespondenz mit Bundesamt für Verfassungsschutz | Mainz 17.12.1962; Köln 21.12.1962 | IEGA StipAkten
Bohumil Černý kam 1963 als erster Stipendiat aus der CSSR ans Institut. Anschließend veröffentlichte er einen Reisebericht (»Zwischen Elbe und Rhein«), der in westdeutschen Medien viel beachtet wurde. Černý wurde nach eigenen Angaben nach 1968 aus seiner Stellung an der Akademie der Wissenschaften in Prag entlassen.
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Mezi Labem a Rýnem
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Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
OW 153
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Černý, Bohumil
Zeit
1965
Ort
Prag
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat aus: Eine exotische Gegend
Die Bundesrepublik aus der Sicht eines tschechischen Besuchers
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
Dabei: Überschrift von K. H. J., Ein Tscheche sieht Deutschland, in: DIE ZEIT, 17.09.1965.
Angaben zum Objekt
Typ
Zeitungsartikel
Teil von
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
Stip.akten Abt. II, Bohumil Černý
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Razumovsky, Andreas
Zeit
23.09.1965
Petko M. Petkov aus Sofia war 1980 der erste Stipendiat aus Bulgarien. Später berichtete er dort über die westdeutsche Forschung zu Südosteuropa.
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Vom Staatsarchiv in Sofia ans Mainzer Institut
Erster Forschungshistoriker aus Bulgarien in Mainz / Promotion über deutsche Beziehungen
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Rechteinformation
Universitätsarchiv Mainz
Angaben zum Objekt
Typ
Zeitungsartikel
Teil von
Mainzer Allgemeine Zeitung
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
Best. 70-211
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
kö.
Zeit
15.01.1981
Informationen über die verwendeten Medien
Izučavane na istorijata na Jugoiztočna Evropa vŭv FRG
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
Übersetzung des Zitats: Mariya Baramova/Sofia (Stipendiatin des Instituts für Europäische Geschichte 2006/2007).
Angaben zum Objekt
Typ
Aufsatz
Teil von
Istoričeski pregled 3, S. 144-147
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
ZIS 2
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Petkov, Petko
Zeit
1982
Annäherung und Blockade: die deutsch-sowjetischen Historikertreffen
Um Forschenden aus den »sozialistischen« Staaten weiter Aufenthalte am Mainzer Institut zu ermöglichen, initiierte Karl Otmar von Aretin für den Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands vier Treffen westdeutscher und sowjetischer Historiker/innen (1973 bis 1981). Dabei galt es nicht geringe diplomatische Hürden zu überwinden. Der wissenschaftliche Ertrag der Tagungen war überschaubar. Das Stipendienprogramm des Instituts profitierte jedoch nach Aretins Einschätzung davon.
Über das 1. deutsch-sowjetische Historikertreffen in Mainz (14.–21.10.1973) berichtete die Presse ausführlich. Es mischten sich Kritik – Kontroverses sei ausgespart worden – mit Hoffnungen, dass die sowjetischen Archive für westdeutsche Forschende geöffnet werden könnten. | Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
»Einig im Zählen der Fliegenbeine«
Erste gemeinsame Tagung bundesrepublikanischer und sowjetischer Historiker
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
sowie Zitate aus: Peter Diehl-Thiele | Die Freiheit des Details | Frankfurter Allgemeine Zeitung | 22.10.1973; Claus Leggewie | Wissenschaft im Dienste der Staatsräson | Frankfurter Rundschau | 23.10.1973
Angaben zum Objekt
Typ
Zeitungsartikel
Teil von
Darmstädter Echo
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
220
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Baum, Karl-Heinz
Zeit
22.10.1973
Informationen über die verwendeten Medien
Deutschland und Russland im Zeitalter des Kapitalismus
Erstes deutsch-sowjetisches Historikertreffen in der Bundesrepublik Deutschland, 14.–21. Oktober 1973
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Teil von
Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beiheft 3
Material/Technik
Druck/Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Aretin, Karl Otmar von; Conze, Werner (Hg.)
Zeit
1977
Ort
Wiesbaden
Moskau gegen Mainz auf dem »Berliner Kongress«
Der Berliner Kongress hatte 1878 eine neue Ordnung für Südosteuropa ausgehandelt. 100 Jahre später veranstaltete das Institut dazu eine wissenschaftliche Tagung mit Expert/innen aus Ost- und Westeuropa. Die sowjetische Delegation sagte ihre Teilnahme jedoch kurzfristig ab. Stein des Anstoßes war eine begleitende Ausstellung im Mainzer Landtag. Dafür zeichnete die Stiftung Preußischer Kulturbesitz verantwortlich – diese trug aus sowjetischer Sicht den westdeutschen »Revanchismus« im Namen. Der Eklat brachte dem Institut mediales Interesse.
| Lit.
Informationen über die verwendeten Medien
Moskau boykottiert Mainz
Ostblockländer sagen Teilnahme an Historiker-Tagung ab
Aus der Sammlung von
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Beschreibung
Mit Zitaten aus: twa. | Ostblock brüskiert Historiker-Kongreß | Stuttgarter Zeitung | 12.10.1978 Mainzer Eklat | Frankfurter Allgemeine Zeitung | 13.10.1978
Angaben zum Objekt
Typ
Zeitungsartikel
Teil von
in: Allgemeine Zeitung Mainz
Material/Technik
Druck/Papier
Identifikator
62
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Lö.
Zeit
12.10.1978
Ort
Mainz
Informationen über die verwendeten Medien
Der Berliner Kongress von 1878
Die Politik der Großmächte und die Probleme der Modernisierung in Südosteuropa in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Teil von
Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beiheft 7
Material/Technik
Druck/Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Melville, Ralph; Schröder, Hans-Jürgen (Hg.)
Zeit
1982
Ort
Wiesbaden
1989/1990
Rück- und Ausblick
Informationen über die verwendeten Medien
Programm der Festveranstaltung aus Anlaß des vierzigjährigen Bestehens des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, 30. November und 1. Dezember 1990
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Angaben zum Objekt
Typ
Programm
Material/Technik
Druck/Karton
Identifikator
365
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1990
Ort
Mainz
Am 1. Dezember 1990 feierte das Institut für Europäische Geschichte sein vierzigjähriges Bestehen – am Vortag der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl. Die Redner wiesen zwar die hohen Erwartungen an das Institut aus seiner Gründungszeit zurück. Zugleich verliehen sie diesen alten Erwartungen in der damaligen Umbruchsituation in Europa eine neue Aktualität.
Der europäische Auftrag bleibt. Das neue Europa braucht nicht nur bessere ökonomische und politische Strukturen, sondern muß sich auf seine Herkunft und seine Wurzeln besinnen. Es hat einen Kulturauftrag, der nicht ohne seine großen Überlieferungen erfüllt werden kann. Nach vierzig Jahren wird die Notwendigkeit eines solchen Instituts nur noch dringlicher. Wenn es nicht schon gegründet wäre, man müßte es erfinden.
Karl Lehmann, Bischof von Mainz | Grußwort beim Festempfang am 01.12.1990 | IEGA 365
Kernbestand aber blieb die glücklichste Idee der frühen Jahre: Durch die gemeinsame Arbeit junger deutscher und ausländischer Historiker die Grundlagen für eine neues Verhältnis der europäischen Staaten zu schaffen. … An ihr muß auch festgehalten werden, auch unter den neuen politischen Vorzeichen. Es bedarf wahrlich keiner großen Phantasie, um sich das Institut als gesunden Kern neuer Aktivitäten zur weiterhin defizitären europäischen Geschichtsforschung vorzustellen… . Europa ist eher eine Erfahrung praktischer Zusammenarbeit in Forschung und Ausbildung, nicht aber eine den öffentlichen Diskurs prägende und orientierende historische Erfahrung. Hier bedarf es noch erheblicher Anstrengungen… .
Winfried Schulze | »Das Mainzer Paradoxon« | Gedruckte Fassung des Festvortrags am 01.12.1990 | Lit.
Ende
(Fortsetzung folgt)
Eine virtuelle Ausstellung von
Zitierempfehlung
Vom Kalten Krieg zum europäischen Umbruch. Das Institut für Europäische Geschichte 1950–1990. Eine Ausstellung des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte (IEG) Mainz, hg. v. Joachim Berger, Berlin-Mainz 2020-09-12, URL: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/ieg2020.
Die Ausstellung ist auch als Tafelausstellung im Konferenzraum des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte (Alte Universitätsstraße 19, 55116 Mainz) zu sehen. Anmeldung unter info@ieg-mainz.de, +49 (0) 6131 39 393 70.
Team
Dr. Joachim Berger
Konzeption, Organisation, Texte: Joachim Berger
Gestaltung Tafelausstellung, Collagen Virtuelle Ausstellung: Susanne Hartmann, media | machine GmbH, Mainz
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Juliane Schwoch
Textredaktion: Sabine Mischner
Bildbearbeitung virtuelle Ausstellung: Stefanie Mainz
Fotovorlagen: Linda de Wilde
Rechteanfragen, Objekterfassung für virtuelle Ausstellung: Sophie Treins
Beratung Forschungsdatenmanagement: Fabian Cremer
Zeitzeugeninterviews | Transkription: Anne Heumann
Zeitzeugeninterviews | Schnitt: Leonie Berger
Recherchen Stipendienprogramm/Alumni: Linda de Wilde, Jannik Schulze-Selmig
Schaubilder Stipendienprogramm: Demival Vasques Filho
Im IEG halfen zudem Monika Barget, Ines Grund, Percy Latzke, Barbara Müller, Markus Müller, Annette Reichardt und Thomas Weller auf vielfältige Weise bei der Realisierung der Ausstellung mit.
Unser freundlicher Dank gilt Uta von Aretin (München), Mariya Baramova (Sofia), Nicholas Martin Hope (Glasgow), Charles Ingrao (West Lafayette, IN), Frank Hüther (Universitätsarchiv JGU Mainz) und Simone Lauderbach (JGU Mainz), dem Journalistischen Seminar der JGU Mainz (Marisa Santos und Lea Balkau) für die Unterstützung bei den Zeitzeugeninterviews, Lidia Westermann (Deutsche Digitale Bibliothek) für ihre Unterstützung bei der Virtuellen Ausstellung sowie allen Personen und Institutionen, die digitale Reproduktionen für die Austellung zur Verfügung stellten.
Besonders herzlich gedankt sei den Zeitzeugen Rolf Decot, Heinz Duchhardt und Claus Scharf.
Impressum
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG)
Alte Universitätsstraße 19
55116 Mainz
Deutschland
durch den Vorstand, Prof. Dr. Irene Dingel und Prof. Dr. Johannes Paulmann
+ 49 (0) 6131 39 393 50
info [at] ieg-mainz.de
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Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen
Die Deutsche Digitale Bibliothek verlinkt die virtuelle Ausstellung auf ihrer Internetseite https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/virtuelle-ausstellungen.
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