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Jüdisches Bornheim

Ein Wegweiser durch die Geschichte der Juden in der Stadt Bornheim

Eine virtuelle Ausstellung von

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Anfänge der Juden in Bornheim

Einsetzende Gleichberechtigung

Die kurze Gleichstellung der linksrheinischen Juden unter Napoleon wurde noch unter dem Franzosen nach kurzer Zeit durch das sogenannte "Schändliche Dekret" wieder eingeschränkt. Erst 1847 erhielten die Juden in Preußen die volle Freizügigkeit. Bis zur ihrer endgültigen Gleichberechtigung dauerte es für die Bornheimer Juden noch bis in das Jahr 1869. In diesem Jahr wurde sie für Preußen mit dem „Gesetz betreffend die Gleichberechtigung der Konfessionen in bürgerlicher und staatsbürgerlicher Beziehung“ vollends erreicht. Das Gesetz galt zunächst für den Norddeutschen Bund und mit der Reichsgründung von 1871 für das gesamte Deutsche Reich.

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Die Familie Koppel

Auf den Spuren jüdischer Geschichte in Bornheim-Ort

Schülerinnen und Schüler der Europaschule Bornheim nehmen uns in diesem Video mit auf eine Zeitreise in die Geschichte der Juden in Bornheim-Ort. Sie stellen die heutige Secundastraße als ehemaliges Zentrum jüdischen Lebens vor und machen uns mit der jüdischen Familie Koppel bekannt, die Bornheim lange Zeit mitgestaltete. Auch zur Verfolgung und Ausgrenzung von Juden in Bornheim und dem traurigen Schicksal von Martha, Moses und Sibilla Katz, die im Holocaust ermordet wurden, haben die Schülerinnen und Schüler recherchiert.

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Jüdisches Leben an der heutigen Secundastraße

Die Synagogengemeinde

Das preußische Gesetz über die Verhältnisse der Juden von 1847 gewährte den jüdischen Gemeinden den Status von Körperschaften des öffentlichen Rechts. Auf der Grundlage des Gesetzes wurde am 12. April 1855 die Synagogengemeinde Wesseling mit den Spezialsynagogengemeinden Wesseling, Hersel und Bornheim gegründet. 1864 beschloss der Gemeindevorstand die Verlegung der Gemeinde in das zentraler gelegene Bornheim, wo mittlerweile auch die meisten Juden lebten. 1868 konstituierte sich die Gemeinde unter dem Namen „Synagogengemeinde Bornheim“ neu.

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Die neue Synagoge an der Königstraße

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Jüdische Friedhöfe

Bet Hachajim - Haus des Lebens

Friedhöfe werden im Judentum "Bet Hachajim" (Haus des Lebens) oder "Bet Haolam" (Haus der Ewigkeit) genannt. Die Begräbnisstätten werden nicht eingeebnet, sondern sollen die Verstorbenen bis zum jüngsten Tag beherbergen. Anstatt vergänglicher Blumen werden traditionell kleine Steine auf die Gräber gelegt. Männliche Besucher werden gebeten eine Kopfbedeckung zu tragen. Die Inschriften der Grabmale sind auf älteren Steinen ausschließlich auf Hebräisch. Im Laufe der Zeit nimmt der deutsche Schriftanteil aber immer weiter zu. Dabei bestehen die Inschriften meist aus einer Einleitungsformel, einer Eulogie (Lob auf den Verstorbenen) und einem Schlusssegen.

Aufgrund ihrer wertvollen Informationen zur Geschichte der jüdischen Gemeinden und deren Mitglieder werden jüdische Friedhöfe oft als "Freilicht-Archive" bezeichnet. Vielerorts, so auch in Bornheim, sind sie die letzten authentischen Zeugnisse der in der NS-Zeit vernichteten Gemeinden im öffentlichen Raum.

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Stolpersteine

Kleine Denkmäler

Bei den vom Künstler Gunter Demnig gestalteten Stolpersteinen handelt es sich um Messingschilder mit den Namen und Schicksalsdaten der Menschen, die Opfer des nationalsozialistischen Regimes geworden sind. Diese Messingschilder werden vor den ehemaligen Wohnorten der Opfer in die Bürgersteige eingelassen, wo sie die Erinnerung wachhalten.

Seit 2005 hat der Rat der Stadt Bornheim beschlossen, sich an der Aktion zu beteiligen. Im Jahr darauf wurden die ersten Steine verlegt. Mittlerweile erinnern die kleinen Denkmäler in den Ortsteilen Bornheim-Ort, Roisdorf, Walberberg, Hersel, Widdig, Waldorf, Merten und Sechtem an ehemalige jüdische Mitbürger.