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klassisch konsumieren

Bertuch und das Journal des Luxus und der Moden

Die Zeitschrift war kein reines Modemagazin. Ihre Themenvielfalt umfasste neben neuen Trends des Wohnens und Kleidens auch aktuelle Berichte aus Politik und Gesellschaft sowie unterhaltsame Beiträge zu Literatur, Theater, Bildung und Erziehung, Reisen, Gärten und anderen Aspekten einer sehr weit gefassten Konsumkultur.
Auch Gastbeiträge, Leserzuschriften, Kommentare der Redaktion und Werbeanzeigen wurden veröffentlicht.
Zum fortschrittlichen Konzept des Journals gehörte ein Korrespondenz-Netzwerk, das aus den Modemetropolen Europas berichtete. Zudem wurden geschickt Inhalte anderer Modezeitschriften verwertet.

Besonders attraktiv war das Magazin auch dank der insgesamt 1.493 Illustrationen. So gelang es dem Journal  über 42 Jahre seine Leserschaft zu inspirieren, zu unterhalten und zu bilden – sowohl in adeligen als auch in bürgerlichen Kreisen.

In den folgenden Kapiteln können Sie eintauchen in die Warenwelt des Weimarer Modemagazins! Entdecken Sie klassische und kuriose, funktionale und verschwenderische, vielleicht auch zeitlos schöne Designs.
Die Illustrationen werden ergänzt durch eingesprochene Textauszüge der originalen Produktbeschreibungen.

01
wohnen

„Ein Meuble muß einfach und schön von Form,
bequem und zweckmäßig zum Gebrauch,
dauerhaft und sauber gearbeitet,
und gut von Materie seyn, wenn man es für vollkommen erkennen soll."

Journal des Luxus und der Moden, Januar, 1786

Das ideale Möbelstück wird bereits in der ersten Ausgabe des Journals definiert. Diese Auffassung von der Schönheit der funktionalen Form sollte später ins Zentrum des Bauhaus-Designs rücken.

„Sopha oder Türkisches Canapee“, aus: Journal der Moden, Jahrgang 1 (1786), April, Tafel 13

02
kleiden

Die farbigen Illustrationen waren nicht nur ein Erfolgsfaktor des Journals, ihre Darstellung und Beschreibung diente auch der Nachfertigung - sie ermöglichen es noch heute, beispielsweise Kleider historisch getreu nachzuschneidern.

Die hier abgebildeten Modelle wurden von Enthusiastinnen der Weimarer Klassik aus der Schweiz, Tschechien und Deutschland gefertigt.

03
gestalten