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„Ein unglaublicher Frühling“

Kriegsende in Greven 1945

Stadtarchiv Greven
Heimatverein Greven e.V.

„Ein unglaublicher Frühling…“ schrieb die amerikanische Fotojournalistin Margret Bourke-White, die 1945 durch Deutschland reiste.



„Einen Sommersonntag, herrlich, wie im Mai, hatten wir heute… Die Leute haben schon Sommerkleidung an und viele gehen schon in Söckchen.“

(Tagebucheintrag von Anneliese Stöbis aus Greven-Reckenfeld)

24.03.1945



„Wir haben so herrliches, warmes Wetter, dass die Maikäfer jetzt schon im März herum fliegen.“

(Tagebucheintrag  von Anneliese Stöbis)

26.03.1945



„Die Natur ist wunderschön grün, wie im Mai. Es ist immer noch Sommerwetter.“

(Tagebucheintrag von Annelise Stöbis)

20.04.1945



In diesen Wochen endete für das Amt Greven der Zweite Weltkrieg; es wurde befreit und besetzt.

 Die Zeit des Neuanfangs und der Restauration begann.





Luftbild Greven-Dorf

Luftbild, bearbeitet von Thomas Knaup

Aus der Sammlung von

National Collection of Aerial Photography

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Quelle

NCAP-ACIU-106G-3952-4450

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Kurzbeschreibung
Luftbild Greven-Dorf 1945 mit Straßenbeschriftungen
Greven Innenstadt mit Beschriftung LR.jpg
Luftbild von Greven-Dorf (1945) mit Beschriftungen der Straßen

01

Haltung der Bevölkerung zum NS-Regime und Krieg



Abholung des Bischof von Galen durch katholische Jugendliche aus Greven-Dorf

Fotograf: unbekannt, Foto, 01.08.1943

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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StaG F1 Nr. 1331

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Kurzbeschreibung
Katholische Jugendliche holen Bischof von Galen ohne Wissen des Pfarrers in Sprakel ab.
StaG_F1_1331.jpg
Abholung des Bischof von Galen durch katholische Jugendliche aus Greven-Dorf (1943)


Milieu

Die Verwurzelung großer Bevölkerungsteile im katholischen Milieu, vor allem in den bäuerlich geprägten Gemeinden Greven links der Ems und Greven rechts der Ems oder im Arbeitermilieu des Dorfes Greven bzw. Reckenfelds, machte es der nationalsozialistischen Ideologie schwer, Fuß zu fassen. Aber auch in Greven gab es überzeugte Parteigenossen und NS-Anhänger sowie Mitläufer. Im Zuge der „Machtergreifung" kam es im Frühjahr 1933 und nach Lockerung der Aufnahmebedingungen 1937 zu großen Eintrittswellen in die NSDAP.



Besuch von Bischof von Galen in Greven, 1943

Ausschnitt aus einem Film von Wilhelm Kösters

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG_Abg.Hist._Nr.61

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Kurzbeschreibung
Wilhelm Kösters filmte heimlich den Besuch von Bischof Galen in Greven. Hier wird der Empfang vor St. Martinus gezeigt.
StaG_Abg.Hist._Nr.61(Galen).jpg
Wilhelm Kösters filmte heimlich den Besuch von Bischof von Galen in Greven. Hier wird der Empfang vor St. Martinus gezeigt (1943).


Grevener SS um 1935

Fotograf: unbekannt, Foto

Aus der Sammlung von

Heimatverein Greven

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Quelle

Heimatverein Greven

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Kurzbeschreibung
Grevener SS um 1935
StaG_F1_1347.jpg
Grevener SS um 1935

Ideologie

Soziale Eliten wurden im NS-Staat früh vereinnahmt und mit führenden Positionen in der örtlichen Parteihierarchie und/oder als Gemeindevertreter betraut. Das diente der NS-Politik dazu, alte soziale Strukturen zu sichern und der eigenen Macht verfügbar zu machen. Auf der anderen Seite erschien die Zusammenarbeit mit der NSDAP als eine Möglichkeit, alten Einfluss zu erhalten oder mäßigend einzuwirken. Viele passten sich an, um ihre Stellung in der Gesellschaft und im Beruf nicht zu verlieren. Die Entfernung des langjährigen Amtsbürgermeisters Hueske aus dem Amt war ein Beispiel für die Behandlung von Nichtangepassten. Opposition im totalitären System war gefährlich, wie zuerst Kommunisten und Sozialdemokraten erfahren mussten, aber auch alle anderen, die sich nicht konform verhielten.





Amtswalter der NSDAP-Ortsgruppe Greven-Dorf um 1935/1936

Fotograf: unbekannt, Foto

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Stadtarchiv Greven

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Kurzbeschreibung
Gruppenfoto: Amtswalter der NSDAP-Ortsgruppe Greven-Dorf, Verwaltung um 1935/36
Ortsgruppenleiter Ludger Kohlleppel (8. von links in der ersten Reihe) inmitten von Parteimitgliedern im Garten der Villa Biederlack an der Marktstraße.
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Amtswalter der NSDAP-Ortsgruppe Greven-Dorf um 1935/1936


Menschenmenge auf dem Marktplatz in Greven bei einer NS-Veranstaltung

Fotograf: unbekannt, Glasplattennegativ, ca. 1934, Greven

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG NG 062

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Kurzbeschreibung
Menschenmenge auf dem Marktplatz in Greven bei einer NS-Veranstaltung
NG-62.jpg
Menschenmenge auf dem Marktplatz in Greven bei einer NS-Veranstaltung um 1934

Akzeptanz in der Bevölkerung

Auch gewisse Erfolge der NS–Politik führten zu steigender Akzeptanz in der Bevölkerung.
Das Regime profitierte von dem wirtschaftlichen Aufschwung nach der Weltwirtschaftskrise und den außenpolitischen Erfolgen. Die Textilindustrie erlebte eine neue Blütezeit und die Bauern wurden als „Nährstand“ umworben.
Der September 1939 sah nicht die Kriegsbegeisterung des August 1914, aber die anfänglichen Siege beeindruckten weite Kreise, die sich in der Pflicht zum Vaterland sahen. Außerdem zeigte sich für viele der Krieg noch nicht als das, was er tatsächlich war: ein Angriffs- und Vernichtungskrieg.
Als sich jedoch der Krieg hinzog, mit dem Überfall auf die Sowjetunion die Opferzahlen an der Front stark anstiegen, die sich abzeichnende Niederlage mit „Stalingrad“ einen Namen bekam und der Bombenkrieg der Zivilbevölkerung stark zusetzte, sank die Stimmung zusehends.





Werkschar eines Grevener Textilbetriebs

Fotograf: unbekannt, Foto

Aus der Sammlung von

Heimatverein Greven

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Quelle

Sammlungen des Heimatsvereins Greven

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Kurzbeschreibung
Werkschar eines Grevener Textilbetriebs
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Werkschar eines Grevener Textilbetriebs (Zeitraum ca. 1933-1939)

02

Das Leben im Krieg



Beileidsbekundung Hachmann

Akte

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG B 3899 Nr. 34

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Der Amtsbürgermeister kondoliert der Familie Hachmann zum Tod ihres Sohnes kurz nach Kriegsbeginn.


Das Leben im Krieg

Die jungen Männer einer ganzen Generation wurden auch in Greven zum Kriegsdienst eingezogen: insgesamt mindestens 1.300. Viele fielen, blieben vermisst, gerieten in Gefangenschaft, kehrten spät heim. Sie fehlten in den Familien als Ehemänner und Väter, in den Betrieben und im gesellschaftlich-politischen Leben. Ein Leben, das immer härter von Einschränkungen und Lasten bestimmt wurde.

Die Wirtschaft wurde von Verbrauchsgüter- auf Kriegsgüterproduktion umgestellt. Die Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidung und Gütern des täglichen Bedarfs war rationiert und nur über Bezugsscheine möglich. Private Baumaßnahmen wurden stark eingeschränkt. Alle Rohstoff- und Fertigproduktbestände wurden erfasst und der Rüstungsproduktion zugeführt. Wegen des Mangels wurden aus Wohnungen, Betrieben und öffentlichen Gebäuden Metallgegenstände aller Art requiriert. 

Wohnraum war knapp – 1940 fehlten etwa 450 Wohnungen – und die Wohnungsnot wurde immer größer durch Einquartierung von Truppen, Zerstörung durch Luftangriffe und Belegung mit Evakuierten aus zerbombten Gebieten. Am 5.12.1943 wurden 1.185 untergebrachte Evakuierte an den Landrat in Münster gemeldet. 



Zeitungsartikel aus der Zeno vom 16.03.1939

Zeitung

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Emsdetten

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Quelle

Stadtarchiv Emsdetten Slg. Zg. Zeno, 16.03.1939

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Kurzbeschreibung
Grevener Nachrichten aus Zeno, 16.03.1939
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Grevener Nachrichten aus Zeno, 16.03.1939


Beilage der Zeno vom 17.03.1940.

Zeitung

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Emsdetten

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Quelle

Stadtarchiv Emsdetten Slg. Zg. Zeno, 17.03.1940

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Kurzbeschreibung
Zeitungsartikel zur Metallmobilisierung in der Beilage der Zeno vom 17.03.1940.
Zeno, 17.03.1940.jpg
Zeitungsartikel zur Metallmobilisierung in der Beilage der Zeno vom 17.03.1940.


Einspruch gegen die Stilllegung des Textilbetriebes

Akte, 23.03.1942

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG Dep22 Nr. 30

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Kurzbeschreibung
Die Reichsstelle für Baumwollgarne und -gewebe fordert die Stilllegung vieler Betriebe der Textilindustrie. Die Grevener Baumwollspinnerei legt dagegen Einspruch ein.
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Die Grevener Baumwollspinnerei legt Einspruch gegen die Stilllegung des Betriebes ein. (23.03.1942)

Wirtschaft und Öffentlichkeit

Das Wirtschaftsleben litt neben der Rohstoffknappheit massiv unter Arbeitskräftemangel. Dieser sollte durch Erhöhung der Arbeitszeit, Frauenarbeit und durch Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter ausgeglichen werden. Die letzteren, etwa 1.500 Männer und 200 Frauen, vor allem aus den besetzten Ländern Polen und der Sowjetunion, wurden in Lagern untergebracht und mussten unter besonders schlechten Bedingungen leiden.

Die Textilindustrie wurde von der Regierung als weniger kriegswichtig angesehen und die Produktion der Grevener Firmen stark eingeschränkt. Auswärtige Firmen produzierten in den Gebäuden. Die Firma J. Schründer Söhne wurde sogar stillgelegt.

Staatliche Überwachung prägte immer mehr den Alltag im Krieg. Waren bisher nur Oppositionelle verfolgt worden, sollte nun die komplette öffentliche Meinung überwacht sowie Unmut und Unzufriedenheit durch abschreckende Strafmaßnahmen unterbunden werden.





Schadensmeldungen Luftschutzanlagen

Akte

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG B 4103 45

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Kurzbeschreibung
Ausschnitt aus einer Aufstellung des Amtsbürgermeisters zu Luftschutzlagemeldungen
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Ausschnitt aus einer Aufstellung des Amtsbürgermeisters zu Luftschutzlagemeldungen


Auswirkungen des Luftkriegs

Ab Januar 1945 führten die schlechte Versorgungslage, der Luftkrieg mit 1.100 registrierten Fliegeralarmen und 94 Luftkriegstoten, Evakuierungen, Dienstverpflichtungen und der Durchzug sich zurückziehender deutscher Truppenteile zu chaotischen Verhältnissen.

Am 24.03.1945 war das Amtsgebiet Greven mit über 5.000 Zivil- und Militärpersonen belegt. Die Schulen waren geschlossen und viele Betriebe standen still; die Landwirtschaft lag darnieder, ein geordnetes Ernährungs- und Versorgungssystem gab es nicht mehr.



Durch Luftmine zerstörtes Gehöft in Kanalnähe

Foto von Herbert Runde bearbeitet; Fotograf: Wilhelm Kösters, nachkoloriertes Foto

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG_Abg.Hist._Nr.61

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Kurzbeschreibung
Durch Luftmine zerstörtes Gehöft in der Nähe des Dortmund-Ems-Kanals.
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Durch eine Luftmine zerstörtes Gehöft in der Nähe des Dortmund-Ems-Kanals

Wandel im dörflichen Leben

Bericht eines Grevener Fabrikanten über die Nachtangriffe auf Münster zwischen dem 06. und 10.07.1941, die Greven sekundär betrafen:

Unaufhaltsam ergießt sich ein Strom von Flüchtlingen aus Münster in den Ort hinein, voll bepackte Autos, Fahrräder mit Anhängern, Säuglinge in ein paar Kissen gebettet, ohne Ende, ohne Ende!
Rote-Kreuz-Schwestern sorgen für Unterkunft eines Teiles dieser armen Leute...
Am Abend wiederholt sich das Spiel. Tausende von Menschen verlassen die Stadt und nehmen ihre kleinen Habseligkeiten mit ... In dem Chausseegraben der Straße nach Münster liegen viele Menschen und übernachten dort. Auf sämtlichen Bauernhöfen und in fast allen Häusern sind Flüchtlinge einquartiert..."

(Zitat aus "Greven 1918 - 1950" Band II S. 86)





Bomben auf den Dortmund-Ems-Kanal mit Glanedüker

Foto

Aus der Sammlung von

Imperial War Museums, London

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Quelle

IWM, C 4666

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Kurzbeschreibung
Am 2. Oktober 1944 haben schwere Bomben die Kanaldämme beider
Fahrten nördlich und südlich der Sicherheitstore getroffen.
In der alten Fahrt liegen zwei Schiffe auf Grund.
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Am 02.10.1944 haben schwere Bomben die Kanaldämme beider Fahrten nördlich und südlich der Sicherheitstore getroffen.


Bombenangriff 7.10.1944 Greven

Luftbild, bearbeitet von Thomas Knaup

Aus der Sammlung von

National Collection of Aerial Photography

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Quelle

NCAP_ACIU_106G_3952_4450

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Kurzbeschreibung
Bombenangriff 7.10.1944 auf Greven-Dorf
Bombenangriff 07.10.1944 GrevenLR.jpg
07.10.1944, 12:10 Uhr  Fliegeralarm in Greven


Bombenangriff 7.10.1944

Viermotorige Bomber warfen neun Sprengbomben (davon zwei Blindgänger) auf Voßkamp und das Gebiet zwischen Ems und Emsweg ab. Fenster und Dächer an fünf Gebäuden wurden beschädigt. Ein Rüstungsbetrieb war durch eine zerstörte Hochspannungsleitung ohne elektrische Energie.

"Kampf bis zur letzten Patrone?“

Greven in der Karwoche März 1945: Starke feindliche Kräfte rücken auf Greven vor; deutsche Einheiten haben den Auftrag die Emsbrücken zu verteidigen oder zu sprengen, Grevener Volkssturmkompanien sollen sie unterstützen. Münster, Coesfeld und Rheine sind bereits zerstört. Droht das auch Greven?

NS-Ortsgruppenleiter Ludger Kohlleppel will den Ort gemäß Führerbefehl zur „Festung“ machen und „bis zur letzten Patrone“ verteidigen. Er droht einem Bauern öffentliches Auspeitschen an, weil der seine letzten Pferde nicht abgeben will, einem anderen die standrechtliche Erschießung wegen Aushängens einer weißen Fahne. Auswärtige Volkssturmeinheiten drängt er zum bedingungslosen Kampf an den Emsbrücken und setzt sich dann selbst Richtung Kanal ab.

11 Zivilisten, 58 deutsche und 8 alliierte Soldaten sterben in den Kampfhandlungen um Greven, sinnlose Opfer eines fanatischen Nazis.

Die Chefs der vier Grevener Volkssturmkompanien wollen das Schlimmste verhindern. Sie unterstellen ihre Männer dem Ortskommandanten der Wehrmacht und einigen sich insgeheim mit ihm, sie nicht zu bewaffnen und einzusetzen. In Münster abgeholte Waffen verstecken sie. Der Grevener Volkssturm kommt nicht zum Einsatz. So können viele Leben gerettet werden.

Während diese vier Männer trotz ihres persönlichen Risikos die eigene Bevölkerung schützen, wagen andere sogar die Rettung von Zwangsarbeitern.

Der Schreiner Wilhelm Kösters bietet polnischen Arbeitern an, sich mit ihm in den Abwasserkanälen seines Betriebes zu verstecken.

Der Bauer Hermann Beckermann versteckt belgische Zwangsarbeiter auf dem Dachboden – während darunter deutsche Soldaten einquartiert sind - und versorgt sie bis zur Befreiung.



03

Befreiung: Ereignisse am Karfreitag (30.03.1945)



Vorrücken des 1. Canadian Parachute Batallion

Luftbild, bearbeitet von Thomas Knaup

Aus der Sammlung von

National Collection of Aerial Photography

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Quelle

NACP_ACIU_16_1530_3202

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Kurzbeschreibung
Luftbild mit Einzeichnungen über das Vorrücken der kanadischen und britischen Einheiten.
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Vorrücken des 1. Canadian Parachute Batallion


Vorrücken der kanadischen und britischen Einheiten

Gegen 18:00 Uhr rückten kanadische und britische Einheiten von Altenberge aus in Richtung Greven vor. Sie benutzten dabei die Altenberger Straße/ Nordwalder Straße und parallel in einer 2. Einheit über Hansell die heutige Hanseller Straße. Die Einheiten erreichten kurz vor 21:00 Uhr den Ortsrand von Greven.



Fahrzeuge eines kanadischen Battalions im Bahnhofsbereich

Fotograf: Charles H. Richer, Foto, 4. April 1945

Aus der Sammlung von

Library and Archives Canada

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Quelle

Library and Archives Canada/Department of National Defence fonds/PA-162852.

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Kurzbeschreibung
Fahrzeuge eines kanadischen Battalions im Bahnhofsbereich.
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Gepanzerte Kampffahrzeuge der Kanadier in Wartestellung im Bahnhofsbereich von Greven


Fundort des getöteten Soldaten

Luftbild, bearbeitet von Thomas Knaup

Aus der Sammlung von

National Collection of Aerial Photography

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Quelle

NCAP_ACIU_16_1530_3202

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Fundort des getöteten soldaten Nordwalder Str. LR.jpg
Fundort des getöteten Soldaten an der Nordwalder Straße


Deutscher Soldat auf der Nordwalder Straße

Ein deutscher Soldat, Theodor Dunker, der sich wahrscheinlich auf dem Rückzug befand, wurde auf der Nordwalder Straße kurz vor der Zufahrt zum Hof Sutthoff von den vorrückenden kanadischen und britischen Fallschirmjägern erschossen. Er wurde erst eine Woche später entdeckt und begraben.

Etwa eine Woche nach dem Einmarsch der Engländer kam Onkel Wilhelm Berkenheide zu uns und fragte mich um Rat, was man mit einem toten deutschen Soldaten machen könnte, der unbeerdigt an der Nordwalder Straße zwischen Hufelschulte und der Abfahrt nach Sutthoff im Straßengraben liege. Onkel Wilhelm und ich sind dann, ausgerüstet mit Schaufeln, rübergegangen und haben den Soldaten in die Zeltbahn gewickelt, die er bei sich trug. Vorher habe ich die linke Brusttasche seiner Feldbluse nach seinem Soldbuch untersucht. Es war aber kein Soldbuch mehr vorhanden. Vermutlich hat ein englischer Andenkenjäger, bevor er den Leichnam in den Graben schleppte, das Soldbuch an sich genommen. Wir fanden aber in einer Innentasche der Jacke ein kleines Notizbuch mit mehreren Adressen aus Nottuln. Der Soldat war vermutlich auf der Straße vor den anmarschierenden Engländern geflüchtet und durch einen Schuss in den Rücken getötet worden. Wir schaufelten sodann an einer Hecke zwischen der tiefliegenden Wiese zwischen dem Hof Hufelschulte und dem angrenzenden Gelände, wo heute eine Gärtnerei ist, ein ziemlich flaches Grab und legten den Toten hinein. Ein Transport zum Friedhof war so kurz nach dem Einmarsch der Engländer nicht möglich, da diese die Straßen für die Abwicklung ihres Nachschubs reserviert hatten. Einige Wochen später, als die Straßen auch wieder von Deutschen benutzt werden durften, bin ich dann mit dem Fahrrad nach Nottuln gefahren und habe mich mit dem Notizbuch des Toten im Pfarrhaus bei Dechant Bütfering gemeldet. Der sprach nach einem kurzen Durchblättern des Notizbuches die Vermutung aus, dass es sich um einen Sohn des Schneidermeisters Dunker aus der Burgstraße handeln müsse. Als ich dann die Familie Dunker aufsuchte, wurde das Notizbuch von den Eltern eindeutig als Eigentum ihres Sohnes erkannt. Dieser war noch ein paar Tagen vor dem Vormarsch der Engländer mit seiner Einheit durch Nottuln gekommen und hatte einen kurzen Besuch in seinem Elternhaus gemacht, um sich dann dem weiteren Rückzug seiner Einheit anzuschließen.
(Aus: Erinnerungen, Wilhelm Knaup Sen.)



Kanadische Soldaten auf der Bahnhofstraße

Fotograf: Charles H. Richer, Foto

Aus der Sammlung von

Library and Archives Canada

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Quelle

Library and Archives Canada/Department of National Defence fonds/PA-162860 .

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Kurzbeschreibung
Fahrzeuge des 1st Canadian Parachute Batallion stehen auf der Bahnhofstraße. Hinten links das Hotel Nettmann
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Kanadische Soldaten auf der Bahnhofstraße


Gefecht an der Kerkstiege

Um 21:00 Uhr erreichten kanadische Fallschirmjäger den Stadtrand von Greven. Sie verließen die Panzer einer britischen Einheit in Höhe des Hofes Schulze-Gronover. Eine Kompanie rückte zu Fuß in Richtung Bahnübergang, Bahnhofstraße und Emsinsel vor. Hier stoppten sie an der Stelle, weil sie vermuteten, dass die Brücke in Greven schon eingenommen worden sei. Vermutlich wurden die Soldaten nicht informiert, dass es noch eine weitere Brücke gab.

Ein 24-jähriger deutscher Leutnant wurde daraufhin beauftragt den besetzten Bahnübergang mit einem Stoßtrupp wieder freizukämpfen. In Höhe der Kerkstiege wurde dieser Stoßtrupp von den Kanadiern beschossen. Die deutschen Soldaten mussten sich auf die Emsinsel zurückziehen. Einige versuchten, sich über die Biederlackstraße in Richtung Süden abzusetzen. 



Überquerung des Bahnübergangs

Fotograf Charles H. Richer, Foto, 4. April 1945

Aus der Sammlung von

Library and Archives Canada

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Quelle

Library and Archives Canada/Department of National Defence fonds/PA-162859 .

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Kurzbeschreibung
Eine Gruppe des 1 Canadian Parachute Battalion rückt über die Bahnlinie auf die Emsbrücke Wierlemann vor.
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Eine Gruppe des 1st Canadian Parachute Battalion rückt über die Bahnlinie auf die Emsbrücke Wierlemann vor.


Die Gronenburg

Luftbild, bearbeitet von Thomas Knaup, 22.02.1945 10:15 Uhr

Aus der Sammlung von

National Collection of Aerial Photography

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NCAP_NARA_US33_1120

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Kurzbeschreibung
Von einer Maschine der USAAF aufgenommenes Aufklärungsbild vom 22.02.1945 um 10:15 Uhr. Es zeigt den Waldbereich der Gronenburg.
1945.02.22 - Greven l. d. Ems - Gronenburg LR.jpg
Luftaufnahme der Gronenburg


Sprengung des Munitionslagers in der Gronenburg

Beim Vorrücken haben vermutlich die alliierten Verbände das rechts von der heutigen Hanseller Straße in der Gronenburg gelegene Munitionslager übersehen. Die Mannschaft des Munitionslagers fing um 22:30 Uhr damit an, das Munitionslager zu sprengen. Ein Teil der Einheit flüchtete in Richtung Osten, der andere Teil geriet in Kriegsgefangenschaft. Die Explosionen dauerten bis zum folgenden Tage an.
Durch die Sprengung des Munitionsdepots entstanden im gesamten Stadtgebiet Schäden an Gebäuden. Die Druckwellen zerstörten vielfach Fensterscheiben und ließen Dachpfannen von den Dächern herunterfallen.

04

Befreiung: Ereignisse am Karsamstag (31.03.1945)



Emsinsel

Luftbild, bearbeitet von Thomas Knaup

Aus der Sammlung von

National Collection of Aerial Photography

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Quelle

NCAP_ACIU_106G_3952_4450

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Kurzbeschreibung
Luftbild der Emsinsel mit der Wierlemann- und der Flutbrücke
Emsinsel.jpg
Luftaufnahme der Emsinsel


Wierlemannbrücke und Emsinsel

In der Nacht zum Karsamstag (31.03.1945) sprengte ein Sprengkommando der Wehrmacht die Wierlemannbrücke zwischen der Emsinsel und der heutigen Kardinal-von-Galen-Straße. Der deutsche Stoßtrupp des jungen Leutnants saß somit zusammen mit nachgerückten kanadischen Einheiten auf der Emsinsel fest. Nur zwei Männern gelang es, über die Fußgängerbrücke in den Ort zurückzukehren. Eine Stunde später wurde auch die Schönefliethbrücke gesprengt.



Die Schönefliethbrücke

Fotograf: Fotohaus Overkamp., Foto (nachkoloriert von Thomas Knaup)

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG_F1_757

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Kurzbeschreibung
Die Schönefliethbrücke nach der Zerstörung 1945 (nachkoloriert von T. Knaup)
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Die Schönefliethbrücke nach der Zerstörung 1945


Fußgängerbrücke

Luftbild, bearbeitet von Thomas Knaup

Aus der Sammlung von

National Collection of Aerial Photography

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NCAP_ACIU_106G_3952_4450

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Kurzbeschreibung
Luftbild mit der Fußgängerbrücke über die Ems zwischen Bahnhof und Emsweg.
Vorstoß der Briten u. Kanadier über die Fußgängerbrücke LR.jpg
Luftaufnahme der Fußgängerbrücke


Überquerung der Ems über die Fußgängerbrücke

Daraufhin kundschaftete das nachgerückte britische 9. Parachute Battalion andere Möglichkeiten zur Überquerung der Ems aus. Die erste Kompanie stellte fest, dass die offenbar unverteidigte Fußgängerbrücke am Emsweg in Richtung Bahnhof unzerstört war. 

Erst gegen 05:30 Uhr rückten zwei Spähtrupps bis zur Lindenstraße/Friedenstraße vor. Es gab noch keinen Widerstand deutscher Einheiten. Die zweite Kompanie folgte eine Stunde später über die Fußgängerbrücke und wurde dabei von deutschen Verteidigern, die an der Wierlemannbrücke standen, entdeckt und von dort beschossen.

Um 10:30 Uhr versuchten dann zwei deutsche Offiziere, die noch intakte Fußgängerbrücke zu sprengen. Sie wurden jedoch von einer anderen britischen Einheit durch Sperrfeuer daran gehindert.



Fußgängerbrücke über die Ems

Postkarte nachkoloriert durch T. Knaup

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG Dep 118 Nr. 68

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Kurzbeschreibung
Postkarte von der Fußgängerbrücke vor der Zerstörung im Jahr 1945. Die Brücke wurde Anfang der 30er Jahre gebaut, um eine schnellere Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Bahnhof und Zentrum von Greven-Dorf zu ermöglichen.
Fussgängebrücke alt-Colorized.jpg
Die Fußgängerbrücke in Greven vor der Zerstörung 1945

Die "Bailey"-Brücke

In den frühen Morgenstunden wurden Pioniere der 3. Parachute Brigade angefordert, um eine Behelfsbrücke - eine „Baileybrücke"  - als Ersatz für die gesprengte Wierlemannbrücke über die Ems zu schlagen. Die Errichtung der Brücke erfolgte trotz heftiger Gegenwehr der deutschen Verteidiger auf der östlichen Seite der Ems. Schnell konnte der erste Teil des Aufbaus beendet werden. Dadurch konnten hier die ersten Fallschirmjäger über die Brücke und im weiteren Verlauf über den Niederort ins Zentrum von Greven gelangen.

Gegen 12:45 Uhr brach die Brücke unter dem Gewicht eines schweren Panzers zusammen. Bis dahin hatten lediglich zwei Panzerspähwagen das östliche Ufer der Ems erreichen können. Der weitere Vormarsch britischer Einheiten mit schwerem Gerät verzögerte sich. Am Abend war die Brücke soweit repariert, dass die Truppen die Ems passieren konnten. 





Beschädigter Kirchturm St. Martini

Fotograf: unbekannt

Aus der Sammlung von

Heimatverein Greven

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Quelle

Fotosammlung Günter Gronotte

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Kurzbeschreibung
Beschädigter Kirchturm St. Martini (nachkoloriert von T. Knaup)
1945.03.31 beschädigter Martinikirchturm.jpg
Beschädigter Kirchturm St. Martini

Beschuss des Martinikirchturms durch die Flakstellung Maestrup

Nachdem ein Unteroffizier in Begleitung eines Wachtmeisters und eines Soldaten den Bauern Lippmann in Nähe der Flakstellung „Maestrup" vermeintlich ohne nachvollziehbaren Grund auf dessen Hof erschossen hatte, fing die Flakstellung um 09:12 Uhr am Karsamstag an, in die Ortsmitte von Greven zu schießen. Hierbei wurde der Turm der Martinikirche erheblich beschädigt.
Die britische Artillerie hatte sich auf die „Maestruper“ Flakstellung eingeschossen. Es dauerte ca. eine Stunde, bis der Beschuss der Ortsmitte durch die deutsche Flak beendet war. Die Angehörigen der Flakstellung igelten sich ein und warteten auf die weiter vorrückenden alliierten Einheiten. Später kam es hier zu erneuten Kampfhandlungen.
Am frühen Morgen des folgenden Tages (01.04.1945) kam es zu einem Gefecht zwischen vorrückenden britischen Truppen und der Besatzung der Flakstellung. Hierbei wurden drei deutsche Soldaten getötet, darunter ein 16-jähriger Flakhelfer. 50 Mann der Flakbatterie werden gefangen genommen. Zwei britische Soldaten wurden verletzt und einer getötet.




Maestruper Flakstellung

Aus der Sammlung von

National Collection of Aerial Photography

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Quelle

NCAP_NARA_US33_2371_1122

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Kurzbeschreibung
Luftbild mit eingezeichneter Entfernung der Flakstellung in Maestrup zum Martinikirchturm (ca. 2010m) und der Flak-Batterie
1945.03.31 - Beschuss des Martini-Kirchturms durch die Maestruper Flak LR.jpg
Die Flakstellung in Maestrup

Flakbatterie und Feldflugplatz in Wentrup

Die von US-amerikanischen Aufklärern gemachte Aufnahme zeigte deutlich die deutsche Flakbatterie in der Bauernschaft Wentrup, die wahrscheinlich im Zeitraum zwischen Ende Dezember 1944 und dem 22.02.1945 zur Abwehr von Angriffen auf den Dortmund-Ems-Kanal entstand.
Nachdem die britisch-kanadischen Truppen Greven befreit hatten, wurden in der Nacht zum Ostersonntag (01.04.1945) an den östlichen Ausfallstraßen vorgeschobene Stützpunkte eingenommen. An der Hüttruper Straße dürfte dies im Bereich des Menningbäumer Baches gewesen sein. Dort wurden sie überraschend von der Besatzung der Wentruper Flakstellung mit Handwaffen und Schnellfeuerartillerie beschossen. Nach der Gefangennahme eines deutschen Soldaten gegen 04:10 Uhr hatten die Alliierten Kenntnis über die deutschen Stellungen. Es wurde berichtet, dass gegen 05:20 Uhr 30 deutsche Soldaten gefangen genommen wurden, nach der  Meldung des 12 Battalion Yorkshire Parachute Regiment waren es sogar 65 Gefangene. Die Einnahme dieser Stellung verlief ohne Blutvergießen.
Wenige hundert Meter weiter erstreckte sich ein provisorischer Landeplatz des Jagdgeschwaders 26 „Schlageter“. Dieser Platz wurde zum Ende des Jahres 1944 für kurze Zeit zum Standort von vier Staffeln von Jagdflugzeugen des Typus Focke Wulf 190. Aufgrund der schlechten Bodenverhältnisse wurde von dort nie ein Einsatz geflogen und schon am 14.11.1944 wurden die vier Staffeln nach Fürstenau verlegt. Ein Teil der Ausrüstung und wenige Personen des Flugplatzkommando verblieben bis Ende März 1945 vor Ort, um für einen eventuelle schnelle Wiederinbetriebnahme des Landeplatzes sorgen. Dazu kam es nicht mehr.





Wentruper Flakstellung

Luftbild, bearbeitet von Thomas Knaup

Aus der Sammlung von

National Collection of Aerial Photography

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Quelle

NCAP NARA US33-2364-2194

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Kurzbeschreibung
Luftbild von Wentruper Mark, Hüttruper Str. und Panekokenkamp mit Einzeichnungen zur Flakstellung und dem möglichen Standpunkt des britischen Gefechtsstandes
Wentruper Mark Flakstellung LR.jpg
Deutsche Flakbatterie in der Bauerschaft Wentrup


Tote deutsche Soldaten in einer Straße in Greven.

Foto im Buch Philip Rogers: Journal d’un officier de l’Intelligence Service, Bruxelles November 1946.

Aus der Sammlung von

Villa ten Hompel

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Quelle

VtH-Lit 003 3719

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Kurzbeschreibung
Philip Rogers war Major im Service de renseignement de L’Armee Anglais (Englischer Nachrichtendienst) und hielt seine Eindrücke in Journal d’un officier de l’Intelligence Service (1946) fest.
philip rogers klein.jpg
Philip Rogers war Major im Englischen Nachrichtendienst und hielt seine Eindrücke in Journal d’un officier de l’Intelligence Service (1946) fest.


Eindrücke von Philip Rogers

"Am letzten Märztag verließen wir Billerbeck Richtung Greven. In dieser Stadt hatten schwere Kämpfe stattgefunden; die Leichen deutscher und kanadischer Soldaten lagen auf dem Pflaster, ihre Rucksäcke, ihre Ausrüstung und ihre Waffen waren völlig zerstreut. Die Deutschen hatten die Brücken über den Fluss, der durch die Stadt fließt, gesprengt und unsere Pioniere hatten angefangen eine Bailey-Brücke aufzubauen, um eine der zerstörten Brücken zu ersetzen, als plötzlich mit einigen Sekunden Abstand vier 8,8-Geschosse in unmittelbarer Nähe mit großem Explosionslärm einschlugen. Ich befand mich auf der Straße etwa 100 Yards entfernt, glücklicherweise an einem Abhang. Einer meiner Unteroffiziere war bei mir. Wir warfen uns gleichzeitig hin, um uns in Deckung zu bringen, aber glücklicherweise fiel keine Granate mehr. Zweifellos waren wir mit knapper Not entkommen. Wir verließen das Gebiet an der Brücke so schnell wie möglich, weil jeden Augenblick ein neuer Beschuss kommen konnte und wir aus Erfahrung  den größten Respekt vor der Treffsicherheit der deutschen Artillerie hatten. Die Feindwaffen waren im Grevener Gebiet sehr aktiv; kurz nachdem wir wieder zu unserer Einheit gestoßen waren und wir auf einer Hauptstraße gerade außerhalb der Stadt nach Unterkunft in einem Gebäude suchten, nahmen die Deutschen ihr Bombardement wieder auf. Wir sahen eine neue Salve der 8,8 auf einem Feld etwa 300 Yards von uns entfernt einschlagen. Erdklumpen flogen hoch zum Himmel in einer Linie parallel zur Straße, auf der es von Fahrzeugen wimmelte. Die Deutschen versuchten offensichtlich sie zu treffen. Alle Fahrzeuge fuhren sofort schneller, alles hatte keine andere Hoffnung als der Gefahrenzone schnellstmöglich zu entfliehen."

aus Philip Rogers: Journal d’un officier de l’Intelligence Service, Bruxelles November 1946, S. 166; übersetzt von T. Tillmann.

05

Weitere Ereignisse in und um Greven-Dorf



Luftbild Reckenfeld

Luftbild, bearbeitet von Thomas Knaup

Aus der Sammlung von

National Collection of Aerial Photography

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Quelle

NCAP-ACIU-106G-4816

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Reckenfeld.jpg
Auf der Luftbildaufnahme vom 15.03.1945 sind deutlich die Folgen der Einsätze zu sehen. Sie konzentrieren sich auf den Bereich der Eisenbahnlinie.


Reckenfeld

Auch Reckenfeld wurde von den Alliierten bombardiert. In der Chronik der Stadt Greven über die Luftangriffe auf das Gebiet des Amtes Greven sind für den Ort Reckenfeld folgende Einträge festgehalten:
Vom 24.10.1944 bis zum 03.02.1945 gab es sieben Luftangriffe mit insgesamt 12 Toten und 30 Verletzten.
Am 13.02.1945 wurde erneut die Bahnlinie im Bereich Herbern/Reckenfeld angegriffen. 120 Sprengbomben wurden abgeworfen und eine Person wurde verletzt. Das Bahnhofsgebäude in Reckenfeld und zwei Höfe waren zerstört. Sechs Gehöfte waren mittelschwer und vier weitere leicht beschädigt.
Fünf Tage später, am 21.02.45, kam es zu einem Tieffliegerangriff auf einen Zug in Reckenfeld. Am 01.04.1945 rückten die Alliierten Truppen auch nach Reckenfeld vor, wie es anschaulich im Tagebuch von Frau Stöbis beschrieben wird.

Bericht von Anneliese Stöbis über die Bombardierung Reckenfelds

Annelise Stöbis (*1915) hat die Bombardierung in Reckenfeld hautnah miterlebt und in ihrem Tagebuch festgehalten. Ihr Sohn Joachim Stöbis hat ihre Berichte zusammengestellt und im "Grevener Bote Nr. 15" (Herausgeber: Heimatverein Greven) veröffentlicht. 

Hier ein Auszug vom 16.02.1945 über die Bombardierung Reckenfelds:
Solange Krieg ist, haben wir noch nicht so einen Tag erlebt wie heute. Wir saßen im Bunker. Der Bunker war ganz voll Menschen. Auf einmal dröhnte es furchtbar, dass einem Hören und Sehen verging und der Staub wirbelte hoch, jeder dachte, nun ist das Leben zu Ende. Als wir aus dem Bunker heraus kamen war die ganze Luft graublau vor lauter Pulverstaub. Kurz darauf erfuhren wir, dass der Bahnhof einen Volltreffer bekommen hatte. Mehrere Bauernhäuser wurden vernichtet und Masten und Drähte bildeten ein wildes Durcheinander. Mehrere Häuser in der Bahnhofstraße haben keine Scheiben mehr und die Gardinen hängen zerrissen davor. An der Bahn ist der Güterschuppen, die Wohnung des Gastwirtes und das Stellwerk vollständig vernichtet. Die Feindflugzeuge kamen zienlich tief, dass man sie gut zählen konnte. Plötzlich stand genau über uns ein Angriffszeichen und im nächsten Augenblick war die Hölle los. Über uns wurden die Bomben ausgeklinkt und das Ziel war die Bahnstrecke. 30 - 40 Flugzeuge warfen ihre hier an der Bahn ab. Sie bombardierten an dem Tage die Bahnstrecke von Rheine bis Münster aber nur in gewissen Abständen. Der Angriff dauerte drei bis fünf Minuten. Bei den Bauern musste viel Vieh abgeschlachtet werden. Mittags um 2 Uhr war der Angriff und etliche Stunden danach kamen die Tiefflieger und schossen hier herum. An dem Tage konnten die Menschen alle nicht mehr arbeiten vor Aufregung. Es war auch entsetzlich. Der Herr hat unseren Ort bewahrt, denn es ist nicht einer zu Tode gekommen. Wir danken unserem Herrn und Heiland für seine wunderbare Bewahrung. Er hat seine schützende Hand über uns gehalten, damit uns kein Leid geschehen konnte. - Die Bahnstrecke wurde kaum getroffen, denn am gleichen Tag fuhr schon wieder ein Zug von Münster nach Rheine. 





Luftbild Gimbte

Luftbild, bearbeitet von Thomas Knaup, 23.06.1943

Aus der Sammlung von

National Collection of Aerial Photography

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Quelle

NCAP-ACIU-D-0732

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Gimbte LR.jpg
Luftbildaufnahme von Gimbte (1943)


Gimbte

Für die alliierten Bomber waren im Amtsgebiet Greven die Eisenbahnlinie Münster – Rheine und der Dortmund-Ems-Kanal wichtige strategische Ziele. Am Kanalübergang bei Gelmer, der genau auf der Grenze zwischen Münster und Greven liegt, erfolgte dann auch der erste Bombenangriff, der im Grevener Amt registriert wurde.
Während der weiteren Kriegsjahre gab es wiederholte Angriffe auf den Kanalübergang und im Umfeld von Gimbte. Zwei britische Panzerspähwagen erreichten mit einer starken Kampfpatroullie des 6. Airborne Armoured Recce Regiments die Ortschaft Gimbte. Am östlichen Ortausgang trafen sie auf ein Fahrzeug mit einem 8,8 Geschütz, das in Richtung Osten flüchtete.

Am Dienstag nach Ostern, 03.04.1945, erfolgte dann die „Besetzung“ von Gimbte durch eine britische Einheit. Sie ruhten sich vermutlich zwei Tage aus und zogen dann am 06.04.1945 weiter. Zuvor war der Landwirt Kaup zum Bürgermeister von Gimbte ernannt worden.



Arbeitsdienstlager der NSDAP

1935/1936

Aus der Sammlung von

Heimatverein Greven

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Quelle

02 1935b H1 25

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02 1935b H1 25.jpg
Im Hassel zwischen Greven und Gimbte bestand in der 1930er Jahren ein Arbeitsdienstlager. Aufnahme um 1935/36

Tieffliegerangriff auf Lager des Reichsarbeitsdiensts

Am 23.01.1945 kam es zu einem Tieffliegerangriff auf ein Lager des Reichsarbeitsdienstes bei Gimbte. Drei Tiefflieger beschossen das Lager mit Raketen und Bordwaffen. Eine Baracke wurde zerstört und eine Person leicht verletzt. Welches der drei Lager des RAD in Gimbte hier beschossen wurde, ist unbekannt.





Dortmund-Ems-Kanal mit Glanedüker

Royal Air Force official photographer
Devon, Stanley (Flight Lieutenant)
Hensser H (F/O) - from 13 December 1939
Daventry, Bertrand John Henry (Flight Lieutenant), Foto

Aus der Sammlung von

Imperial War Museums, London

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Quelle

IWM, C 4665

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Kurzbeschreibung
Anfang September 1944: Dortmund-Ems-Kanal mit Glanedüker .
N2_17,09.jpg
Der Dortmund-Ems-Kanal mit Glanedüker, Anfang September 1944. Hier erkennt man deutlich den mit Tarnnetzen abgespannten Ladbergener Bach (Glane).


Dortmund-Ems-Kanal

Der Dortmund-Ems-Kanal hatte als bedeutender Transportweg eine hohe strategische Bedeutung, so dass er auch bei Greven immer Ziel von Luftangriffen wurde. So wurde die Kanalüberführung (KÜ) bei Fuestrup schon im Frühjahr 1940 getroffen. Es wird vermutet, dass man weitere Angriffe auf dieses Ziel aufgrund der hohen Flakkonzentration rings um Münster und auch im Bereich des KÜ als zu gefährlich ansah. Aufgrund dessen wurde verstärkt der Glanedüker zwischen Ladbergen und Hüttrup ins Visier genommen: Der erste Großangriff fand dann am 23.09.1944 in den späten Abendstunden statt. Zwischen 22:35 Uhr und 22:55 Uhr warfen 103 britische Bomber insgesamt 512 Tonnen Bomben über dem Zielgebiet ab. Der Düker wurde hierbei wohl nicht getroffen. Aber schwerste Bomben haben die Kanaldämme beider Fahrten so stark beschädigt, dass das Wasser aus beiden Fahrrinnen komplett auslief. Mit Hilfe von 3.000 Arbeitern wurde anschließend versucht, den Kanal wieder schiffbar zu machen.

Am 04.11.1944 gegen 20:00 Uhr erfolgte der nächste Großangriff der Royal Air Force (RAF). Der Glanedücker und die Kanaldämme wurden getroffen. Abermals lief der Kanal leer. Kurz bevor die Reparaturarbeiten im November 1944 beendet waren, kam es erneut zu einem Angriff. Bei diesem dritten Großangriff am 22.11.1944 wurden zielgenau alle Bomben im Bereich der Kanaldämme abgeworfen. Auf Grevener Gebiet fiel keine Bombe.

Es folgten weitere Angriffe. Auch Maschinen der US-Luftwaffe warfen bei Tageslicht eine große Anzahl schwerer Bomben ab. Immer wieder versuchte man, die Schäden schnellstmöglich zu beheben, was auch erstaunlicherweise gelang. Ein paar Tage später am 01.01.1945 erfolgte der nächste Tagesangriff gegen 10:15 Uhr. Aufgrund der verstärkten Flakabwehr war dieser Angriff wohl nicht mehr so zielgenau. Die neuen Flakbatterien bei Maestrup und Wentrup und im Bereich Ladbergen sorgten für Abwürfe, die sich auch auf die östlichen Teile des Amtsgebietes von Greven verstreuten. Fünf Wochen später war der Kanal jedoch schon wieder nutzbar.

In der Nacht vom 07. auf den 08.02.1945 griffen wieder britische Bomber an: Neben Greven-Dorf wurden auch die reparierten Dämme des Kanals erneut getroffen. Der letzte Großangriff der RAF erfolgte am späten Abend des 03.03.1945. Hierbei wurden über 1.000 Tonnen an Bomben abgeworfen. Die Bauerschaft Schmedehausen wurde bei den alliierten Bombenangriffen immer wieder heftig getroffen. Zahlreiche Gehöfte wurden zerstört oder beschädigt. Laut Aufzeichnungen gab es nur wenige verletzte Personen. Nach Kriegsende konnte der Kanal erst am 25.02.1946 wieder für die Schifffahrt freigegeben werden.





Dortmund-Ems-Kanal am 04.11.1944

Luftbild, bearbeitet von T. Knaup, 04.11.1944

Aus der Sammlung von

Imperial War Museums, London

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Quelle

IWM C 4768

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Kurzbeschreibung
Dortmund-Ems-Kanal, Sicherheitstore nördlich des Glanedükers,
nach dem 04. Nov. 1944
DEK nach 4. November 44..jpg
Sicherheitstore nördlich des Glanedükers nach dem 04.11.1944


Dortmund-Ems-Kanal am 25.12.1944

Luftbild bearbeitet durch T. Knaup, 25.12.1944

Aus der Sammlung von

Imperial War Museums, London

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Quelle

IWM CL 1755

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Kurzbeschreibung
Dortmund-Ems-Kanal, nahezu wiederhergestellten westlichen neuen
Kanalarm, zerstörter Glanedüker des alten Kanalarms deutlich erkennbar (25.12.1944)
DEK 25.12.jpg
Der nahezu wiederhergestellte westliche Kanalarm und der zerstörte Glanedüker am 25.12.1944.


Collage Luftbilder Nordvietel

Collage aus 2 Luftbildern, hergestellt und bearbeitet von Thomas Knaup

Aus der Sammlung von

National Collection of Aerial Photography

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Quelle

oberes Bild: NCAP-ACIU-106G-3952-4450 unteres Bild: NCAP-NARA-US33-2364-1200

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Collage.jpg
Luftaufnahmen des Nordviertels vor und nach den Bombentreffern


Nordviertel

Ziel der Briten in der Nacht vom 07. auf den 08.02.1945 war definitiv die Bombardierung des Glane-Dükers am Dortmund-Ems-Kanal. Man wollte den Kanal leeren, um weitere Transporte unmöglich zu machen. Die Bomber hatten nur Sprengbomben und Luftminen geladen. Bei einem Angriff auf Städte wurden zu der Zeit normalerweise immer Brandbomben mitgeführt.
Aufgrund des schlechten Wetters gab es scheinbar keine, bzw. nur geringe Sicht zum Boden. Daher kam es wohl zu einem ungenauen Abwurf der Zielmarkierungen. Es kam bei einigen Bomberbesatzungen wohl zu planlosen Abwürfen, die dann auch das Grevener Nordviertel trafen.

Insgesamt starben aufgrund der Bombenabwürfe 9 Personen: 2 Frauen, 4 Kinder, 3 Männer, darunter ein französischer Kriegsgefangener. Eine weitere Frau erlag ca. 14 Tage später ihren Verletzungen.
Es wurden 16 Personen verletzt: 8 Frauen, 8 Männer, davon 3 Zwangsarbeiter. 27 Wohnhäuser und 2 Gehöfte wurden vollständig zerstört. 23 Wohnhäuser und 2 Gehöfte schwer beschädigt. 88 Wohnhäuser wurden leicht beschädigt. Aus 60 Häusern mussten 180 Personen evakuiert werden.
Weiterhin wurden mehrere Industriebetriebe zum Teil schwer beschädigt. Unter anderem Gebäude der AEG Greven, der Buntspinnweberei Gebr. Schründer und auch der Firma Anton Cramer Co. Es folgten entsprechende wochenlange Produktionsausfälle.



Inschrift Haus Brookstraße 23 in Greven.

Fotograf: Thomas Knaup, Foto, Das Foto wurde 2021 aufgenommen.

Aus der Sammlung von

Privatarchiv Thomas Knaup

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Quelle

Privatarchiv Thomas Knaup.

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Kurzbeschreibung
Inschrift: Haus Brookstraße 23 in Greven.
IMG_4395 (2).jpg
Tafel am Haus Brookstraße 23


Brookstraße 23

Neben den vielen Bomben, die im Nordviertel abgeworfen wurden, fielen auch einige auf den Bereich links der Ems. Hier traf es das Umfeld Emsdettener Straße, heutige Brookstraße und heutiger Middelbrink. Damals hieß die „Brookstraße“ noch Westerode und den Middelbrink gab es noch nicht. Eine Kette von vermutlich zehn Bomben zerstörte bzw. beschädigte dort mehrere Gebäude stark.

Elli Buschschlüter geb. Vennemann ist heute 91 Jahre alt. Sie hat damals als 14-jährige die schreckliche Nacht im Luftschutzkeller des Hauses Westerode 90 (heute Brookstraße 23) hautnah miterlebt. Schon vor vielen Jahren hat sie ihre Erinnerungen hierzu aufgeschrieben:

Bei Vennemanns hatte die Gemeindeverwaltung schon Jahre zuvor einen Kellerraum so weit präpariert und gesichert, dass man ihn als öffentlichen Schutzraum deklarierte.
Insgesamt kamen in diesem Kellerraum neben Elli und ihren Eltern noch 18 weitere Personen unter. Alle Personen im Keller merkten in dieser Nacht, dass es anders war. Die Flak schoss immer heftiger. Das Licht fiel aus. Es wurden Kerzen angezündet. Noch nie wurde so heftig geschossen und noch nie war es so laut gewesen. Alle im Keller bekamen Angst und spürten, dass etwas passiert war.
Es waren sieben Bomben rund um Elli´s Wohnhaus gefallen. Alle hatten einen Zeitzünder. [...] kurze Zeit später bebte dann der Kellerboden und eine mächtige Detonation erschütterte das ganze Haus. Ein Teil des Gebäudes fiel über dem Luftschutzraum in sich zusammen. Der Zeitzünder hatte die Bombe explodieren lassen. Die Kerzenlichter gingen aus und Kalkstaub und Dreck schwebten in der Luft. Man bekam fast keine Luft mehr. Der Kellerboden war geborsten und es drang Grundwasser ein. Es kam nun zu weiteren Explosionen. Die Zeitzünder lösten aus. Das ganze Haus brach in sich zusammen. Das Wasser stieg immer höher. Die Luft konnte man kaum atmen.
[...]
Nach fast sechs Stunden und fünf Metern durch den Schutt konnte Elli´s Vater wieder frische Luft atmen und das Tageslicht sehen. Als nächste kroch dann Elli durch den Tunnel. Die übrigen Eingeschlossenen kamen nun auch nacheinander durch den Tunnel nach draußen. Alle waren gerettet. Hilfe von außen kam nicht, weil alle glaubten, dass in dem Keller niemand überlebt hätte. Außerdem hatten alle Angst, dass noch weitere Zeitzünderbomben hochgehen würden. Das Haus der Familie Vennemann war zerstört. 
[...]
Erst 1948 konnte das zerstörte Haus wieder aufgebaut werden. Eine Tafel über dem Hauseingang erinnert jeden Besucher an die schreckliche Nacht im Februar, die 21 Personen fast das Leben gekostet hatte.




Collage Luftbilder Brookstraße

Collage aus 2 Luftbildern, hergestellt und bearbeitet von Thomas Knaup

Aus der Sammlung von

National Collection of Aerial Photography

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oberes Luftbild: NCAP-ACIU-16-1530-3202 unteres Luftbild: NCAP-NARA-US33-2364-1202

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Kurzbeschreibung
Das obere Luftbild zeigt die Brookstraße, welches am 25.12.1944 von der RAF gemacht wurde.
Das untere Luftbild wurde am 14.02.1945 von der USAAF aufgenommen und zeigt die Bombenkrater.
Collage Brookstr.jpg
Das obere Luftbild zeigt die Brookstraße am 25.12.1944. Das untere Luftbild wurde 14.02.1945 aufgenommen und verdeutlicht die Zerstörung.

06

Zeitzeugenberichte aus Greven

1945 der Krieg war endlich vorbei - Not macht erfinderisch

Unsere Nachbarsfrau T. K. war Kriegerwitwe und hatte vier Kinder zu versorgen. Deshalb hatte sie bei Offizieren der Besatzungsmacht eine Stelle als Waschfrau angenommen. Die Offiziere hatten sich in einem Haus an der Königstraße einquartiert.

Diese Arbeit wurde mit Naturalien wie Mehl, Fett, Zucker usw. bezahlt. Die schmutzige Wäsche musste abgeholt werden und gewaschen und gebügelt wieder hingebracht werden. Frau K. packte die saubere Wäsche immer in ein Bettuch zu einem großen Paket zusammen. Meistens war es die Aufgabe der ältesten Tochter diese hinzubringen. Da Anni zu meinen Freundinnen zählte, half ich ihr manchmal. Wir mussten die fertige Wäsche immer am Hintereingang des Hauses bei dem Koch abgeben. Der Koch war ein wohlbeleibter, gutmütiger, dunkelhäutiger Mensch. Er schenkte uns immer ein Kaugummi oder ein Stückchen Schokolade. Auf dem ziemlich langen Fußmarsch durch die Wöste kam uns dann folgende Idee: Wenn wir aus dem einen Paket zwei machen würden, dann würden wir vielleicht die doppelte Menge an Süßigkeiten bekommen. In der Wöste wurde nun das Paket auseinander genommen und zwei Wäschepakete daraus gemacht. Während ich mich mit dem einen Paket hinter der Mauer versteckte, klopfte Anni an die Tür und sagte freundlich: Good morning, das war das Einzige war wir gelernt hatten. Sie gab die Wäsche ab und bekam natürlich ein Stück Schokolade. Ich wartete ca. eine Viertelstunde und machte das Gleiche. Auch ich bekam Schokolade.

Da dieses Täuschungsmanöver einige Wochen prima geklappt hatte, wurden wir dreister. Wir nahmen noch eine Freundin mit und machten aus dem einen Paket drei Pakete. Während Anni ihr Paket ablieferte, warteten wir hinter der Mauer. Plötzlich kam unser Sponsor aus der Tür und rief: Come out. Wir waren aufgefallen und unsere dreifache Bezugsquelle war versiegt. Aber der Koch war nicht nachtragend. Wenn wir die Wäsche ablieferten, grinste er nur und wir bekamen von ihm nach wie vor ein Stück Schokolade oder ein Kaugummi und Frau K. durfte weiterhin die Wäsche waschen.

Bericht von lnge Westhäusler, geb. Duibjohann





Inge Westhäusler (1945)

Fotograf: unbekannt., Foto

Aus der Sammlung von

Privatarchiv Inge Westhäusler

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Quelle

Sammlung Zeitzeugenberichte Heimatverein Greven.

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Kurzbeschreibung
Inge Westhäusler als Mädchen (1945).
DSC03674 neue Groesse-Colorized (1).jpg
Inge Westhäusler geb. Dübjohann, geboren 1936, erlebte das Kriegsende 1945 im Süden von Greven.


Bericht Inge Westhäusler

Herbert Runde (Heimatverein Greven), Tonspur

Aus der Sammlung von

Heimatverein Greven

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Quelle

Sammlung Zeitzeugenberichte Heimatverein.

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Kurzbeschreibung
Inge Westhäusler berichtet über ihre Erlebnisse, als die Alliierten nach Greven kamen.
Inge Westhäusler berichtet über ihre Erlebnisse als die Alliierten in Greven eintrafen.


Inge Westhäusler (2021)

Fotograf: Herbert Runde.

Aus der Sammlung von

Heimatverein Greven

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Quelle

Sammlung Zeitzeugenberichte Heimatverein.

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Kurzbeschreibung
Inge Westhäusler (2021).
Inge Westhäusler DSC03665b.jpg
Inzwischen ist sie 85 Jahre alt und lebt noch immer im Grevener Süden.


Bericht Heinz Schwinger

Aus der Sammlung von

Heimatverein Greven

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Quelle

Sammlung Zeitzeugenberichte Heimatverein

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Kurzbeschreibung
Heinz Schwinger berichtet über die Räumung des Nordviertels.


Heinz Schwinger über die Befreiung Grevens und seine Erlebnisse bei der Räumung des Nordviertels



Heinz Schwinger

Fotograf: Herbert Runde.

Aus der Sammlung von

Heimatverein Greven

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Quelle

Sammlung Zeitzeugenberichte Heimatverein Greven.

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Kurzbeschreibung
Heinz Schwinger (2021).
Heinz Schwinger 2.jpg
Heinz Schwinger (geboren 1929) ist inzwischen stolze 92 Jahre alt.


Ludger Hidding (1945)

Aus der Sammlung von

Privatarchiv Ludger Hidding

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Quelle

Sammlung Zeitzeugenberichte Heimatverein Greven.

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Kurzbeschreibung
Ludger Hidding (1945).
Ludger Hidding 19452021_03_01_14_53_420001b (neue Groesse).jpg
Ludger Hidding 1945


Ludger Hidding berichtet über die Sprengung der Gronenburg



Bericht Ludger Hidding

Herbert Runde (Heimatverein Greven)., Tonspur

Aus der Sammlung von

Heimatverein Greven

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Quelle

Sammlung Zeitzeugenberichte Heimatverein Greven.

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Kurzbeschreibung
Ludger Hidding berichtet über die Sprengung der Gronenburg.
Ludger Hidding berichtet über die Sprengung der Gronenburg


Ludger Hidding (2020)

Fotograf: Ulrich Hidding

Aus der Sammlung von

Privatarchiv Ludger Hidding

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Quelle

Sammlung Zeitzeugenberichte Heimatverein Greven.

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Kurzbeschreibung
Ludger Hidding (2020)
Ludger Hidding 20202021_03_01_14_54_070001b.jpg
Ludger Hidding (geboren 1939) ist inzwischen 82 Jahre alt.

07

Ausblick



Amtsbürgermeister Wilhelm Vorndamme

Foto

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG F1 1268

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Kurzbeschreibung
Amtsbürgermeister Wilhelm Vorndamme (ca. 1935)
F1-1268.jpg
Amtsbürgermeister Wilhelm Vorndamme (ca. 1935)

Verhaftung von Bürgermeister Vorndamme

Der Amtsbürgermeister Wilhelm Vorndamme wurde schon am Nachmittag des 31.03.1945 oder am frühen Vormittag des 01.04.1945 in seinen Diensträumen von britischen Offizieren aufgesucht und offiziell seines Amtes enthoben. Er wurde sofort durch den Oberregierungsrat Paul Braschoß ersetzt. Ab dem 04.04.1945 musste sich Vorndamme auf Anordnung der Militärregierung täglich um 12:00 Uhr auf dem Polizeibüro melden und wurde unter Hausarrest gestellt. Erst am 23.05.1945 wurde er verhaftet, ins Zuchthaus nach Münster gebracht und bis zum 14.04.1947 im Lager Staumühle interniert. Im Entnazifizierungsprozess wurde er zunächst in Kategorie III (weniger bedeutender Übeltäter/Aktivist) und nach einem Berufungsverfahren 1947 in Kategorie IV (Parteigänger/Mitläufer) eingestuft. In der Regel wurden wichtige NS-Funktionäre aus Verwaltung und Wirtschaft in Greven erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges verhaftet.





Ortsgruppenleiter Ludger Kohlleppel

Fotograf: unbekannt., Foto, 1938

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG N2 98

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Kurzbeschreibung
Ortsgruppenleiter Ludger Kohlleppel
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Ortsgruppenleiter Greven-Dorf Ludger Kohlleppel (1938)

Ortsgruppenleiter Ludger Kohlleppel

Der Grevener Lehrer Ludger Kohlleppel wurde 1935 Ortsgruppenleiter der NSDAP in Greven-Dorf, während des Krieges im ganzen Amt. Seine Schüler erzog er zur Begeisterung für die „Sache“. Wer sich nicht dazu bekannte, wurde vor der Klasse gedemütigt. Die katholische Kirche bekämpfte er besonders. Er ließ die Hitlerjugend während der Gottesdienste marschieren, damit sie nicht Messdiener sein konnten. Priester überzog er mit schweren aber haltlosen Anschuldigungen, die diese fast ins Konzentrationslager gebracht hätten. Missliebige Personen ließ er auch bespitzeln. Nicht wenige wurden aus nichtigen Gründen polizeilich verfolgt, aus Ämtern gedrängt, einige der Gestapo übergeben und inhaftiert.
Kurz nach seinem Amtsantritt wurde ein jüdischer Kaufmann gewaltsam durch die Stadt geführt und schwer misshandelt.

Dass seine Autorität nicht immer respektiert wurde, versuchte er durch allzu forsches Auftreten mit Uniform und Pistole zu verbergen.

Vor der Besetzung Grevens forderte er unbedingten Durchhaltewillen von Militär und Bevölkerung und wollte dann am Kanal eine neue Verteidigungslinie aufbauen.
Seitdem gilt er als verschollen.



Traurige Bilanz und eine Folge

780 Grevener fielen, starben in Gefangenschaft oder gelten als vermisst, eine ganze Generation. 922 waren Ende 1946 noch in Kriegsgefangenschaft. In Greven selbst fanden 59 Zivilpersonen, 69 deutsche, 65 alliierte Soldaten den Tod. 1.515 Gebäude im Amtsgebiet Greven waren beschädigt, die meisten leicht (etwa 1.000) bis mittelschwer und 57 schwer bzw. wurden zerstört. Betriebe waren weniger betroffen. Die Produktion konnte schnell wieder aufgenommen werden. Äcker, Wiesen und Wald lagen teilweise brach. Straßenverbindungen waren durch die Zerstörung der meisten Brücken über Ems und Kanal stark gestört, während der Bahnbetrieb schnell wieder lief.

Im Vergleich zu den Städten ringsum waren die Zerstörungen in Greven relativ gering. Gerade das führte aber zu einer Entscheidung der Besatzungsmächte, die für die Bevölkerung eine schwere Belastung bedeutete: die Errichtung zweier Displaced Persons-Camps.



Die Displaced-Persons-Camps

Ein besonderes Problem stellte die Unterbringung, Versorgung und Rückführung der zahlreichen „Displaced Persons“ dar. Das waren Ausländer, Kriegsgefangene, ehemalige Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge, aber auch baltische Flüchtlinge vor der Roten Armee, die nicht ohne Hilfe in ihre Heimatländer zurückkehren konnten.
Während in Warendorf ein Gestüt und in Münster eine Kaserne als Auffanglager genutzt wurden, mussten am 04.04.1945 in Greven-Dorf das Nordviertel und weitere Straßenzüge sowie am 18.05.1945 die Blöcke A und B in Reckenfeld geräumt werden.
Bei den Betroffenen löste das große Not und Wut aus, aber selbst organisierter Widerstand war nicht erfolgreich. Betroffene wurden zum Teil in Behelfsheimen untergebracht. Erst ab Sommer 1947 wurden beschlagnahmte Häuser schrittweise wieder zurückgegeben, das letzte am 13.05.1950.




Räumungsbekanntmachung der Amtsverwaltung auf Befehl der Militärregierung für die Barkenstraße

Akte

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG B 4232_114

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Kurzbeschreibung
Räumungsbekanntmachung der Amtsverwaltung auf Befehl der Militärregierung für die Barkenstraße
StaG_B 4232_114.jpg
Räumungsbekanntmachung der Amtsverwaltung auf Befehl der Militärregierung


Water Points in Every Houses in Camp Greven - Westf. Following Instructions of Dr. A. Vanags, S.M.O. 60. D.P.A.C.S. Established by Vold. Plavenieks, Latvian-Techn. (Ing. T.H. Lettland). [mit Straßenverzeichnis des Ausländerlagers (Displaced Persons) und farbigen Markierungen der verschiedenen Wasseranschlüsse]

Rahmenkarte, 1947

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG KartenPläne 569

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Kurzbeschreibung
Water Points in Every Houses in Camp Greven - Westf. ]
StaG_KartenPläne_569.jpg
Übersicht über das DP-Lager im Norden von Greven (1947)


Baracke Hemeweg / In den Bergen

Fotograf unbekannt., Foto

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG FRepro 251

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Kurzbeschreibung
Eine Baracke (Hemeweg/In den Bergen)
ScanFRepro_0251.jpg
Baracke eines Behelfsheimes im Norden von Greven (Hemeweg / In den Bergen)


Räumungsbekanntmachung der Amtsverwaltung auf Befehl der Militärregierung für die Blöcke A und B u.a. in Reckenfeld

Akte

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG B 4251_2

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Kurzbeschreibung
Räumungsbekanntmachung der Amtsverwaltung auf Befehl der Militärregierung für die Blöcke A und B u.a. in Reckenfeld
Befehl der Militärregierung an den Bürgermeister zur Räumung der Blöcke A und B u. a. in Greven Reckenfeld
Räumungsbefehl der Militärregierung an den Grevener Bürgermeister


Räumungsbekanntmachung der Amtsverwaltung auf Befehl der Militärregierung für die Blöcke A und B u.a. in Reckenfeld

Akte

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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Quelle

StaG B 4251_2

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Kurzbeschreibung
Räumungsbekanntmachung der Amtsverwaltung auf Befehl der Militärregierung für die Blöcke A und B u.a. in Reckenfeld
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Räumungsbekanntmachung der Amtsverwaltung auf Befehl der Militärregierung für die Blöcke A und B u.a. in Reckenfeld.


60. D.P. Assembly Center "Reckenfeld" Westf. Water Points in Every Houses in Camp. "A." and "B." Following Instructions of Dr. A. Vanags S.M.O. 60. D.P.A.C's. Established By: Vold. Plavenieks,

Inselkarte, 1947

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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StaG KartenPläne 566

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Kurzbeschreibung
60. D.P. Assembly Center "Reckenfeld" Westf. Water Points in Every Houses in Camp. "A." and "B."
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Übersicht über das DP-Lager in Reckenfeld (1947)


Litauische DPs

Fotograf: unbekannt., Foto

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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StaG Dep 09 Nr.1_5

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Kurzbeschreibung
Litauische DPs mit ehem. Litauischen Polizeipräsidenten (r.), zwei kath. Geistlichen und den Dolmetscherinnen Mölleney (l.) und Held (3.v.l.).
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Litauische DPs mit ehem. Litauischen Polizeipräsidenten (r.), zwei kath. Geistlichen und den Dolmetscherinnen Mölleney (l.) und Held (3.v.l.)


DP-Registrierkarte

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven

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StaG _AbgHist_189_D126

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StaG_AbgHist_189_D126-1.jpg
Displaced Persons Registerkarte


Abrechnung der Firma Klemann & Papenbrock über Luftschutzmaßnahmen und den Bau von Behelfsheimen.

Akte

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Stadtarchiv Greven

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StaG B 4201_62

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Kurzbeschreibung
Eine Abrechnung der Firma Klemann & Papenbrock über den Bau von Behelfsheimen in der Gneisenau- und Schweringstraße
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Rechnung über Luftschutzmaßnahmen und den Bau von Behelfsheimen

Politischer Neuanfang und "Restauration"

Die Alliierten hatten den Kampf gegen Willkürherrschaft und Weltmachtstreben sowie für die Beseitigung der NS-Ideologie und die Etablierung eines Rechtsstaates geführt. Von der Gewaltherrschaft war das Land befreit, aber vordringlich galt es, Wohnen und Versorgung für die deutsche Bevölkerung sicherzustellen. Dafür wurde eine funktionierende Verwaltung gebraucht.

Wie überall wurde auch in Greven nur deren Spitze abgelöst – die NSDAP war sowieso verboten – und durch nicht nationalsozialistisch gesinnte Personen ersetzt: Amtsbürgermeister Wilhelm Vorndamme wurde direkt nach der Besetzung seines Amtes enthoben, der Nachfolger Paul Braschoß am 13.08.1945. Der 1934 von den Nazis abgesetzte Amtsbürgermeister von Emsdetten, Johannes Berlage, wurde eingesetzt. Von den Beamten und Angestellten wurden drei endgültig entlassen und 27 nach einem Entnazifizierungsverfahren wieder eingestellt. Der Landrat des Kreises Münster-Land begründete die insgesamt geringe Entfernung der Belasteten aus dem Dienst damit, dass sonst die gesamte Verwaltung zusammengebrochen wäre.

Am 15.09.1945 wurden politische Parteien auf Kreisebene wieder zugelassen. Bis zum Jahresende gründeten sich die CDU, KPD, SPD, das Zentrum und die FDP. Sie bildeten das Parteiengefüge von vor 1933 ab.

Genau ein Jahr später (15.09.1946) fanden die ersten freien Kommunalwahlen statt. 222 Bürger waren als „politisch Vorbelastete“ (713 hatten der NSDAP angehört) vom Wahlrecht ausgeschlossen. Das Zentrum und die CDU gewannen eine überwältigende Mehrheit.

Eine „Stunde Null“ hat es in Greven nicht gegeben, sondern einen langsamen und behutsamen Übergang mit deutlichem Hang zur "Restauration" der alten Eliten. Das entsprach auch der allgemeinen Entwicklung in Westfalen.





Ergebnisse Wahl zur Amts- und Gemeindevertretung Greven am 15. September 1946

Akte

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven
StaG B 3718

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StaG B 3718

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Kurzbeschreibung
Ergebnisse Wahl zur Amts- und Gemeindevertretung
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Ergebnisse Wahl zur Amts- und Gemeindevertretung Greven am 15. September 1946


Ergebnisse Wahl zur Amts- und Gemeindevertretung Greven am 15. September 1946

Akte

Aus der Sammlung von

Stadtarchiv Greven
StaG B 3718

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Quelle

StaG B 3718

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Kurzbeschreibung
Ergebnisse Wahl zur Amts- und Gemeindevertretung
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Zweite Seite der Ergebnisse

Literaturverweise

  • Detlef Dreßler/Hans Galen/Christoph Spieker: Greven 1918-1950. Republik, NS-Diktatur und ihre Folgen. 2 Bde. 1. Auflage Greven 1991, 2. erw. Aufl. Greven 1994.
  • Grevener Heimatverein [HRSG.]: Grevener Bote. Die Grevener Emsinsel. Erinnerung an einen verlorengegangenen Dorfteil (Band 14), Greven 2012.
  • Grevener Heimatverein [HRSG.]: Grevener Bote. Dokumente zum Nationalsozialismus und zur Nachkriegszeit in Greven (Band 15), Greven 2012.
  • Klaus Brenken: Die Aufarbeitung lokaler NS-Geschichte am Beispiel Greven, in: Grevener Geschichtsblätter 8 (2014/2015), S. 4-23.
  • Joseph Prinz: Greven an der Ems, 1. Auflage Greven 1950 (Reprint 2006), 2. Aufl. Greven 1976/77.
  • Stefan Schröder: Displaced Persons im Landkreis und in der Stadt Münster 1945 - 1951 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen XXII), Münster 2005.
  • Stefan Schröder: Zwangsarbeiter und Displaced Persons in fotografischer Überlieferung, in: Westfälische Forschungen 58 (2008), S. 471-487.


Eine virtuelle Ausstellung von

Diese Ausstellung war eine Zusammenarbeit zwischen dem Stadtarchiv Greven und dem Heimatverein Greven. Besonderen Dank für die freundliche Unterstützung gilt Inge Westhäusler, Ludger Hidding und Heinz Schwinger für die Interviews sowie an das Stadtarchiv Emsdetten, dem Imperial War Museum in London, der Library and Archives of Canada in Ottowa, der National Collection of Aerial Photography in Edinburgh sowie der Volksbank in Greven.

Team

An dem Projekt wirkten Thomas Knaup, Herbert Runde, Theo Tillmann, Lena Böing und Anna Lindenblatt mit.

Erstellt mit :
DDB Studio
Ein Service von:
DDB Studio

Diese Ausstellung wurde am 29.04.2021 veröffentlicht.



Impressum

Die virtuelle Ausstellung „Ein unglaublicher Frühling“  wird veröffentlicht von:

Stadtarchiv Greven und in Kooperation mit 

Heimatverein Greven e. V.
Heimathaus in der Alten Post
Alte Münsterstraße 8
48268 Greven

(0 25 71) 56 99 261
Vorsitzender des Heimatvereins Greven e. V.:
Herbert Runde
info@heimatverein-greven.de


Stadtarchiv Greven
Rathausstr. 6
48268 Greven


gesetzlich vertreten durch
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Rathausstr. 6
48268 Greven

Telefon: 02571/920358, -458
Fax: 02571/9206358
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Inhaltlich verantwortlich:
Für die Bereiche des Stadtarchivs:
 
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Stadt Greven
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Kurator*innen:

Anna Lindenblatt, (Stadtarchiv)
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Theo Tillmann (Heimatverein)
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