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Studiengang Kunstvermittlung und Kulturmanagement | Institut für Kunstgeschichte | HHU Düsseldorf
Bürgeruniversität


Robert Reinick "Bilderbude" zu Ludwig Richters Illustration "Bildermann", in: ABC-Buch 1854 (1. Aufl. 1845), vorgelesen von Jonas Friedrich Leonhardi

Ludwig Richter (1803–1884) (Illustration)
Robert Reinick (1805–1852) (Autor)
Jonas Friedrich Leonhardi (*1990) (Audio / Einsprechen des Textes)

Aus der Sammlung von

Privatbesitz

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© Privatbesitz (Bild) © Jonas Friedrich Leonhardi (Audio)

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100dpi_1854 kolorierte Ausgabe ABC-Buch_Bildermann Ausschnitt.jpg
Heran ihr alle, kommt heran, und hört euch uns're Einführung an! Vorgetragen von Jonas Friedrich Leonhardi.

Das Bilderbuch: "Ein Himmel auf Erden" – Die Illustration: "Eine Kunst für Kinder"

ABC-Bücher, Märchen, Fabeln, Sachbücher, Almanache. . . in enger Zusammenarbeit mit den zahlreichen Verlagen und Druckereien vor Ort nahmen Künstler im Umfeld der Kunstakademie in Düsseldorf Mitte des 19. Jahrhunderts am Aufschwung der bebilderten Kinderliteratur teil. Der Maler Gustav Süs beispielsweise entwickelte sich hier mit Otto Speckter in Hamburg zum beliebtesten Tier-Illustrator der Zeit. Der Maler Robert Reinick entdeckte seine literarische Berufung und brachte es zum meistgelesenen und am häufigsten vertonten Dichter seiner Generation. Johann Baptist Sonderland wiederum fand ein Nebeneinkommen in der Sachbuch-Illustration für Kinder.
Maler, Dichter und Komponisten schufen aufwändige Buchprojekte. Die Arbeit in Gemeinschaft entsprach dem Selbstverständnis der Düsseldorfer Künstler. In diesem Geist wirkte auch ein Künstler-Kreis im Umfeld der Dresdener Kunstakademie, als die Maler Eduard Bendemann und Julius Hübner aus Düsseldorf an die Elbe berufen wurden, Hugo Bürkner als Leiter des Ateliers für Holzschneidekunst und Robert Reinick ihnen folgten. In der Kinderbuch-Illustration arbeiteten sie eng mit alteingesessenen Künstlern zusammen. Maßgeblich war Ludwig Richter, der bis heute bekannteste deutsche Kinderbuch-Illustrator des 19. Jahrhunderts.
Richter erkannte früh die Möglichkeit, gerade in der Illustration für Kinder frei künstlerisch zu arbeiten und ein weites Publikum für seine Bilder zu begeistern. 
In diesem Sinne stellen wir Ihnen 11 illustrierte Kinderbücher aus der Mitte des 19. Jahrhunderts multimedial aufbereitet und um 23 weitere Leihgaben aus internationalen Sammlungen ergänzt vor. Bild und Schrift begleiten von Noëmi Krausz und Jonas Friedrich Leonhardi aus dem Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses eigens eingesprochene Texte und, von Nihal Azak (Sopran) und Nihan Ulutan (Klavier) an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf für Sie vertont,  die Einspielung von Robert Schumanns Ammenuhr!
Scrollen Sie senkrecht durch die fünf Ausstellungssektionen und blättern Sie mit den Pfeilen am unteren Rand Ihres Browser-Fensters durch die einzelnen Buch-Präsentationen und Unterthemen. Oben rechts gibt es ein kleines Navigationsmenü und Inhaltsverzeichnis. Ausstellung und Vermittlungsprogramm (einen Link finden Sie am Ende der Ausstellung) entwickelten Studierende am Kunsthistorischen Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Rahmen zweier Lehrveranstaltungen 2020/2021.



01

Entwerfen, Zeichnen, Drucken



Fritz von Uhde, Das Bilderbuch (The picture book I), Öl auf Leinwand, 1889

Fritz von Uhde (1848 - 1911), 1889

Aus der Sammlung von

Frye Art Museum

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© Frye Art Museum, Seattle; photo: Spike Mafford

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Fritz von Uhde, Das Bilderbuch (The Picture book I), Öl auf Leinwand, 60x49 cm, 1889.

Zuhause, in den eigenen Händen, wirken die Illustrationen von Kinderbüchern ganz selbstverständlich. Manche bleiben uns ein Leben lang fest im Gedächtnis, manche prägen die Vorstellung bestimmter Figuren über Generationen. Doch geht dem Betrachten ein aufwändiger Prozess voran:
Eine Skizze, in Bleistift vielleicht, wird weiterentwickelt – oft mit Feder und Tinte – und schließlich als Vorbild für den Druck ausgeführt. Der Illustrator legt Farben, Konturen, Übergänge von Licht und Schatten fest, ordnet endgültig Figur und Umraum. Für die ausgestellten Illustrationen folgte eine Kopie auf Steinplatten, um farbige Lithographien zu drucken, oder aber auf einen Holzstock, für Holzschnitte in Schwarz auf einfarbigem Untergrund.





Titelblatt, Düsseldorfer Jugend-Album 1856

Caspar Johann Nepomuk Scheuren (1810–1887) (Zeichnung)
ders. und Johann Baptist Sonderland (1805–1878) (Lithographie), 1854

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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© Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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1854 Titelblatt jugend-Album_100er.jpg
C. Scheuren / J.B. Sonderland, Titelblatt, Lithographie, in: Düsseldorfer Jugend-Album 1856.

Allein für diese Lithographie aus dem Düsseldorfer Jugend-Album präparierte Johann Baptist Sonderland (1805–1878) eine Steinplatte für die Strichzeichung und je eine für jede einzelne Farbe – Beige für den Hintergrund, Rot, Blau, Gelb, Grau, womöglich auch Grün für das Bildmotiv – genau nach Caspar Scheurens (1810–1887) Vorzeichnung.
Scheurens Blatt ist, wie die meisten Vorzeichnungen, nicht erhalten. Eine Vorstellung vom Verhältnis der Zeichnung zum Druck gibt die folgende Gegenüberstellung beider Stadien eines Titelblatts des Düsseldorfer Künstler-Albums, das parallel zum Düsseldorfer Jugend-Album im Verlag Arnz & Co. als Jahresschrift für Erwachsene erschien. Sonderland immitierte genau Darstellung und Technik der aquarellierten Federzeichnung. Nur auf wenige Details der Farbgebung verzichtete er.





Montage: C. Scheuren, Vorzeichnung für das Titelblatt des Düsseldorfer Künstler-Albums 1854 und C. Scheuren / J.B. Sonderland, Titelblatt des Düsseldorfer Künstler-Albums 1854 (Lithographie)

Caspar Johann Nepomuk Scheuren (1810–1887) (Zeichnung)
ders. und Johann Baptist Sonderland (1805–1878) (Lithographie), 1854

Aus der Sammlung von

Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig (Zeichnung),
Universitäts- und Landesbibliothek Braunschweig (Lithographie)

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© Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig (Zeichnung) © Universitäts- und Landesbibliothek Braunschweig (Lithographie)

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C. Scheuren / J.B. Sonderland, Titelblatt, Düsseldorfer Künstler-Album 1854, links Vorzeichnung, rechts Lithographie.


Otto Speckter, Illustration zum Märchen "Die Schneekönigin"

Otto Speckter (1807–1871), um 1845/46

Aus der Sammlung von

Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett

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© Hamburger Kunsthalle

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Kurzbeschreibung
Feder in Schwarz, Pinsel in Grau und Braun und Bleistift, 121x91 mm (Blatt)
Ausschnitt VZ Speckter 100.jpg

Je nach Künstler, Arbeitsteilung und Technik nimmt die Bilderfindung einen anderen Lauf: Der Entwurf des Hamburger Künstlers Otto Speckter (1807–1871) zu einem Märchen von Hans Christian Andersen lässt noch die Entwicklung der Bildidee erkennen. Im Spiel von Licht und Schatten agieren Kind, Vögel, Blüten. Doch manche Partie ist nur angedeutet.
Speckter arbeitete im Lithographie-Betrieb seines Vaters. Er übertrug diesen Entwurf vermutlich selbst für den Druck auf die Steinplatte. Erst auf dem Stein gab er mit Feder und Lithografietusche allen Details – Vogelfedern, Palmblättern – Form. Dunkelheiten, die in der Zeichnung mit dem Pinsel ausgeführt sind, ersetzte er durch dichte Schraffuren.
Anders als Sonderland übertrug Speckter die Komposition seitengleich auf die Druckplatte, so dass der Abzug im Buch zur Zeichnung seitenverkehrt ist:





Otto Speckter, Illustration zum Märchen "Die Schneekönigin", in: Hans Christian Andersen, Neue Mährchen, Bd. 2, Hamburg 1846

Otto Speckter (1807–1871), 1846, Hamburg

Aus der Sammlung von

Hamburger Kunsthalle (Zeichnung),
Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, Historische Sammlungen (Lithographie)

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© Hamburger Kunsthalle (Zeichnung), © Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, Historische Sammlungen (Lithographie)

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Montage Speckter.jpg
O. Speckter, Im Traumgarten (Die Schneekönigin), in: H. C. Andersen, Neue Märchen, Bd. 2, Hamburg 1846, links Vorzeichnung, rechts Lithographie.


Detail aus Gustav Süs, Landschaft mit Hahn und Huhn (Vorzeichnung einer Illustration zu: Der Wandertag)

Gustav Süs (1823–1881), Zeichnung, 1859

Aus der Sammlung von

Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig

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© Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig

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Detail Süs Wandertag Vorzeichnung.jpg

Eine dritte Variante zeigt eine Illustration von Gustav Süs (1823-1881) für die Fabel Der Wandertag: Auch Süs, mit Speckter der beliebteste Fabel-Illustrator der Zeit, führte die Vorzeichnung mit Feder und Pinsel aus, mit feinen Grauschattierungen.
Parallele Pinselstriche hinter dem dunklen Berg deuten Regen in weiter Ferne an. In der hier erstmals zugeordneten Lithographie fehlt dieses Detail. Sie wurde in einer Technik umgesetzt, welche die malerischen Qualitäten der Vorzeichnung nicht wiederholt: Statt mit Feder und Pinsel wurde die Zeichnung mit fettem Stift und Kreide auf die Steinplatte kopiert. Links und rechts sind je ein Stück des Bildes ergänzt.
Oder wurde die Vorzeichnung beschnitten?





Montage: Gustav Süs, Illustration zu "Der Wandertag", links Vorzeichnung, rechts Lithographie (Detail S. 5)

Gustav Süs (1823–1881), 1859

Aus der Sammlung von

Vorzeichnung: Herzog Anton Ulrich-Museum,
Lithographie: Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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Zeichnung: © Herzog Anton Ulrich-Museum Lithographie: © Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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Gustav Süs, Landschaft mit Hahn und Huhn_Montage.jpg
G. Süs, Der Wandertag, in: Düsseldorfer Jugend-Album 1859, links: Vorzeichnung, rechts: Lithographie.


Titelblatt, in: Hähnchen Kikeriki! Eine Historia zum Nutzen und Frommen der lieben Jugend

Gustav Süs (1823–1881) (Autor, Illustrator), 1853, Berlin

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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© Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
Berlin, Winckelmann & Söhne (Verlag)
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G. Süs, Titelblatt, Lithographie, in: Hähnchen Kikeriki! 1853.


Süs' freie Zeichenweise soll nicht täuschen: Auch er ließ sich, wie viele Illustratoren, von den Bildern anderer inspirieren. Sein Titelblatt für Hähnchen Kikeriki! zeigt ganz übliche Verzierungen: Ein Rahmen aus Geäst, "Stabwerk", darüber Arabesken, in denen kleine Tiere es sich bequem gemacht haben. Es sind Figuren aus der Fabel selbst.
Darunter lauschen Kinder einer alten Erzählerin.
Diese Personen finden sich nicht im Buch wieder. Das Motiv, bis hin zur Haltung der Frau und der Anordnung der Kindergruppen, folgt dem Vorbild einer älteren Illustration. Es war den kleinen Leser:innen sicherlich schon als Symbol der Kindererzählung, speziell des Märchens vertraut und dient ihnen hier zur Identifikation: Wie die Kinder im Bild werden sie selbst gleich einer Geschichte lauschen.



Titelblatt für die Große Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm

Ludwig Emil Grimm (1790–1863), Zeichnung, 1837

Aus der Sammlung von

Städtische Museen Hanau, Schloss Philippsruhe, Hanauer Geschichtsverein 1844 e. V.

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© Städtische Museen Hanau, Schloss Philippsruhe, Hanauer Geschichtsverein 1844 e. V.

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L. E. Grimm, Titelblatt-Entwurf zu den "Kinder- und Hausmärchen" der Gebrüder Grimm, vor 1837, Bleistift auf Papier, 240x200 mm.


Das Urbild dieser Kinderschar zu Füßen einer alten Frau, die mit zur Rede erhobenen Hand erzählt, dürfte dieses sein: Der jüngste Bruder Grimm, Ludwig Emil (1790–1863), entwarf es als Titelblatt einer Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen, die seine Brüder Jacob und Wilhelm mit Hilfe der alten "Märchenfrau" Dorothea Viehmann zusammengetragen hatten.
Grimms Zeichnung ist mit Stabwerk, Arabesken und, darin geborgen, Figuren, Tieren und Objekten verziert. Jene fügen sich zu durchdachter Symbolik zusammen. Mit der Figurengruppe unten schuf Grimm ein Porträt Viehmanns und zugleich die Darstellung einer Geschichtenerzählerin schlechthin.
Allerdings kam das Bild nicht wie geplant im Buch zur Umsetzung. Nur als Einzelblatt wurde der Entwurf gedruckt. Dass Gustav Süs diesen Druck zum Vorbild nahm, ist wenig wahrscheinlich. Vielmehr dürfte er das folgende Bild gekannt haben:



Ludwig Richter, Titelblatt, 
in: Ludwig Bechstein’s Märchenbuch, Leipzig (Wigand) 1853 (12. Aufl.)

Ludwig Richter (1803–1884) (Illustration), 1853

Aus der Sammlung von

Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, Historische Sammlungen

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© Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, Historische Sammlungen

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100dpi_Richter, Titelblatt zu Ludwig Bechstein’s Märchenbuch, Leipzig 1853 (11. Aufl.)_Leihgabe HU Berlin.jpg
L. Richter, Titelblatt, 
Holzschnitt, in: Ludwig Bechstein’s Märchenbuch, Leipzig (Wigand) 1853 (12. Aufl.).


Ludwig Richter griff Emil Grimms Komposition erstmals 1845 im Titelblatt für die Märchensammlung Ludwig Bechsteins auf. Vergleichen Sie einmal die einzelnen Gruppen der Kinder bei Richter und Grimm! Von Richters Bild leitet sich wiederum Gustav Süs' Szene leicht ab.

Richter selbst hatte gegenüber seinem Verleger Georg Wigand in Leipzig den Wunsch geäußert, Bechsteins Märchenbuch vollständig zu illustrieren und auch Andersens Märchen zu bebildern. 1853 erschienen erstmals seine 174 Holzschnitte zu Bechsteins Band. Diese Bilder gelten als Grund des enormen Erfolgs jener Märchensammlung, die im 19. Jahrhundert mehr Leser:innen fand als die der Brüder Grimm. Sie etablierten zudem Richter als Kinderbuch-Illustrator.
Das Titelblatt-Motiv der alten Märchenerzählerin von 1845 passte Richter in späteren Ausgaben und auch für andere Kontexte an.



Ausschnitt aus dem Titelblatt zu Robert Schumann "Märchen-Bilder. Vier Stücke für Pianoforte und Viola", Kassel (Luckhardt) 1852

Ludwig Richter (1803–1884) (Illustration)

Aus der Sammlung von

Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck

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© Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck

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Ausschnitt Schumann Titel Mährchenbilder.jpg
(Nach?) L. Richter, Titelblatt zu Robert Schumann "Mährchen-Bilder. Vier Stücke für Pianoforte und Viola", Kassel (Luckhardt) 1852 (Ausschnitt).


1853 wird Richters Märchenerzählerin auf einem Notendruck von Robert Schumanns Mährchen-Bilder wiederholt – im selben Jahr erschien Gustav Süs Titelblatt zu Hähnchen Kikeriki!, das dieselbe Figurengruppe aufgreift. Das Motiv war bereits zu einer symbolkräftigen Darstellung des Märchens an sich geworden, die jede:r Betrachter:in verstand.
Richter und Schumann kannten sich zu diesem Zeitpunkt seit mehreren Jahren, sie hatten für verschiedene Publikationen zusammengearbeitet. Richter schuf zu einigen Kompositionen Schumanns, die sich an junge Klavierspieler richten, eigens die Titelillustrationen.

Schumann, Sonderland, Süs, Richter, die Verlage Arnz&Co. und Wigand, Arabesken, Stabwerk, Fabeln, Bild-Transformationen, Kompositionen für Kinder: in den folgenden "Ausstellungsräumen" begegnet Ihnen all dies wieder.
(AS)

02

Fabulieren, Spielen, Musizieren

Buchvergnügen
Vier Buchbeispiele geben Anregung zum vergnüglichen Lesen, zum eigenen Spiel der Kinder – und zum Singen! Kennen Sie das Abendlied, Kein schöner Land in dieser Zeit...? Der Schriftsteller Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803–1869) und der Komponist Johann Peter Cornelius d’Alquen (1800–1863) arbeiteten an diesem Lied zusammen, wie auch für einige Kinderbücher. Hören und schauen Sie hinein!


Die Bücher nehmen Sie mit in die Bildwelt des Illustrators Gustav Süs (1823–1881): Eine kurze Tiergeschichte mit farbigen, leicht überschaubaren Szenen vom Lande. Eine komplexe Fabel mit zarten Kompositionen in schwarz-weiß. Eine kleine Sammlung von Theaterstücken für Kinder, von ganzseitigen Farblithographien begleitet. Und zuletzt die Fortsetzung dieses Bandes, deren Illustrationen in kleinem Format wenige Details herausgreifen.
Stets sind Tiere die Protagonisten. In diesem Genre der Tier-Illustration war Süs einer der erfolgreichsten und beliebtesten Künstler seiner Zeit. Dazu mag auch die gestalterische Bandbreite beigetragen haben, mit der er Elemente des Zeitstils behutsam aufgriff und menschliche Verhaltensweisen humorvoll interpretierte. Über Stationen an der Kunstakademie in Kassel und an der Städelschule in Frankfurt war er 1850 an die Düsseldorfer Akademie gekommen. Er integrierte sich in das Künstlerleben vor Ort und blieb in der Stadt, arbeitete als Illustrator jedoch mit Verlagen weit über ihre Grenzen hinaus zusammen.





Titelblatt, in: Hähnchen Kikeriki! Eine Historia zum Nutzen und Frommen der lieben Jugend

Gustav Süs (1823–1881) (Autor, Ilustrator), 1853, Berlin

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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© Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
Berlin, Winckelmann & Söhne (Verlag)

Gustav Süs, Hähnchen Kikeriki! Eine Historia zum Nutzen u. Frommen der lieben Jungend, Berlin (Winckelmann&Söhne) 1853

Ein ungezogener Sohn, eine gefährliche Reise, waschechte Banditen – und ein bitterböses Ende. Der Düsseldorfer Illustrator Gustav Süs (1823–1881) erzählt in der 1853 veröffentlichten Historia zum Nutzen und Frommen der lieben Jugend eine spannende Fabel mit schaurig-makabrem Ausgang. Die handelnden Personen sind allesamt Tiere und die Leser:innen folgen dem Hähnchen namens Kikeriki, das gegen den Willen seiner Hühnermutter aus der heimatlichen Idylle ausbricht, sich auf seiner Wanderschaft mit Schurken einlässt und schließlich im Kerker und als Brathähnchen auf dem Mittagstisch der Gerichtsbeamten endet. Die intendierte Botschaft ist auch für die junge Leserschaft offensichtlich. Süs‘ Illustrationen veranschaulichen eindrücklich das tragische Schicksal des Hähnchens – sehen Sie selbst!



Illustration („Bald krochen nun mit einem Male...“), in: Hähnchen Kikeriki! Eine Historia zum Nutzen und Frommen der lieben Jugend 

Gustav Süs (1823–1881) (Autor, Illustrator), 1853, Berlin

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
Winckelmann & Söhne (Verlag)
Bildschirmfoto 2021-03-30 um 11.18.20.png
G. Süs, Illustration zu „Bald krochen nun mit einem Male...“, Lithographie, in: Hähnchen Kikeriki! 1853.

Gustav Süs zeigt uns hier eine heile Hühnerstall-Idylle. Hähnchen Kikeriki und seine Schwester sind gerade geschlüpft und lernen ihre Mutter kennen. 

Der Düsseldorfer Künstler verwendete für seine Illustrationen das Verfahren der Lithographie. Das Hähnchen Kikeriki ist unter den ausgestellten Büchern mit Illustrationen von Süs das einzige mit farbigen Lithographien, die stets über eine beige Tonplatte gedruckt wurden. Die Bildästhetik ähnelt anderen farbigen Illustrationen aus Kinderbüchern, die Mitte des 19. Jahrhunderts erschienen sind: Helle, teilweise an den Rändern verblassende Farben, klare Figurenumrisse, kleinteilige Details – besonders im Federkleid des Huhns – und das bereits erwähnte Idyllen-Motiv. Mit Licht und Schatten modelliert Süs vor allem die Plastizität der menschlichen und tierischen Figuren. Die Illustration begleiten einfache, heitere Verse:

„Die Mutter führte Beide fort,
Zur grossen schönen Wiese dort;
Da schien die Sonne warm und hell,
Die Kleinen wuchsen sichtbar schnell“ 

Doch trotz aller Idylle fällt sogleich die sehr dunkel gehaltene Axt auf einer Art Richtblock auf, die im unteren rechten Bildrand zu sehen ist. Möglicherweise ein düsteres Vorzeichen auf das Schicksal des kleinen Hähnchens? Mit einem Klick auf die Lupe erhaschen Sie einen genaueren Blick auf eine mögliche Vorboten-Szene: Zwei Hühner stehen vor einem primitiven Steinkreuz.





Illustration („O, bleib’ im Land, nähr redlich Dich!“), in: Hähnchen Kikeriki! Eine Historia zum Nutzen und Frommen der lieben Jugend 

Gustav Süs (1823–1881) (Autor, Illustrator), 1853, Berlin

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Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
Winckelmann & Söhne (Verlag)
Bildschirmfoto 2021-03-30 um 11.18.37.png
G. Süs, Illustration zu „O, bleib’ im Land, nähr redlich Dich!“, Lithographie, in: Hähnchen Kikeriki! 1853.
Das Übel nimmt seinen Lauf. Der Protagonist Kikeriki leistet Ungehorsam und reißt trotz eindringlicher Warnungen von zu Hause aus. Mit im Bunde ist der schurkische Kater, der bereits auf dem Frontispiz des Buches zu sehen ist und einen bösen Blick innehat. Weitere düstere Vorboten, wie die tote Taube im Vordergrund, mehren sich.
 
„ 'O, bleib‘ im Land, nähr redlich Dich!‘
So warnt das Huhn recht mütterlich;
Doch Kikeriki, der böse Sohn,
Lief heimlich eines Tag‘s davon“
 
Im Gegensatz zur vorherigen Illustration finden sich hier bereits deutlich kräftigere Farben, sowie eine wildere Natur mit wuchernden Heckensträuchern, Wurzeln und Unkraut am Wegrand. Die inhaltliche Abkehr von der heilen Heimatwelt manifestiert sich damit ein Stück weit in der Gestaltung der Szenerie.




Illustration („Ganz sicher glaubte er zu sein“), in: Hähnchen Kikeriki! Eine Historia zum Nutzen und Frommen der lieben Jugend

Gustav Süs (1823–1881) (Autor, Illustrator), 1853, Berlin

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Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
Winckelmann & Söhne (Verlag)
Bildschirmfoto 2021-03-30 um 11.18.52.png
G. Süs, Illustration zu „Ganz sicher glaubte er zu sein...“, Lithographie, in: Hähnchen Kikeriki! 1853.
Kikeriki entgeht nur knapp einem Mordanschlag! Doch zu früh gefreut: Weil sich das Hähnchen mit den Mördern, Kater und Eule, eingelassen hat, wird es verhaftet und eingekerkert. Süs‘ Illustration bietet eine Menge unheimlicher Details, wie die erhängten Tiere oder die Pistolen. Außerdem erhalten die Tiere mehr und mehr menschliche, sogar böse anmutende Gesichtszüge.
 
„Doch Mörder waren Katz‘ und Eule,
Denn kaum schlief er, nach kurzer Weile,
So packten sie ihn mörderlich an,
Und schrie‘n: 'Nun stirb, du dummer Hahn.‘ “
 
In dieser Illustration, die den weiteren moralischen Verfall des Hähnchens zeigt, nehmen nun endgültig dunkle Farben überhand. Mit aller Deutlichkeit zeigt Süs hier die ersten Konsequenzen auf, die ungehorsames Handeln mit sich bringt.




Illustration („Und viele Vöglein, jung und alt...“), in: Hähnchen Kikeriki! Eine Historia zum Nutzen und Frommen der lieben Jugend 

Gustav Süs (1823–1881) (Autor, Illustrator), 1853, Berlin

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Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
Winckelmann & Söhne (Verlag)
Bildschirmfoto 2021-03-30 um 11.19.24.png
Gustav Süs, Illustration zu „Und viele Vöglein, jung und alt...“, Lithographie, in: Hähnchen Kikeriki! 1853.
Alles Flehen der armen Hühnermutter half nichts: Kikeriki wird der Komplizenschaft mit den Mordbuben überführt und vom Richter Fuchs zum Tode verurteilt. Süs geht hier so weit, es als Brathähnchen auf dem Mittagstisch der Gerichtsgesellschaft darzustellen. Das gesamte Vogelvolk trauert und errichtet dem Hähnchen ein Erinnerungs- bzw. Mahnmal, das sich auch an die menschlichen Leser:innen richtet und die Moral der Geschichte deutlich wiedergibt:
 
„ ‚Ihr Kinder, gross und klein,
Müsst folgsam stets den Eltern sein.‘ “




Illustration („Der Hahn bald vor dem Richter stand...“), in: Hähnchen Kikeriki! Eine Historia zum Nutzen und Frommen der lieben Jugend 

Gustav Süs (1823–1881) (Autor, Illustrator), 1853, Berlin

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Kurzbeschreibung
Winckelmann & Söhne (Verlag)
Bildschirmfoto 2021-03-30 um 11.19.10.png
G. Süs, Illustration zu „Der Hahn bald vor dem Richter stand...“, Lithographie, in: Hähnchen Kikeriki! 1853.
In dieser Illustration zeigen sich einige persönliche Vorlieben des Illustrators bezüglich der Darstellung und Auswahl von Tiercharakteren. Wir blicken in eine Zelle, die Süs sowohl trist, als auch äußerst räumlich inszeniert hat. Insbesondere die Licht- und Schattenverhältnisse vermitteln ein realistisches Bild des schummrigen, verwinkelten Kerkers, in den das Hähnchen geraten ist. Am rechten Bildrand fällt der Blick auf eine kleine, leicht gewundene Treppe, auf der einer der Affen als Kerkermeister den Raum verlässt. Doch halt! - ist es ein Affe oder doch ein Mensch? Bis auf die Beine und Füße lässt Süs die Unterschiede zwischen Mensch und Tier hier stark verschwimmen, sodass die Bestrafung, die Kikeriki erleidet, den Betrachter:innen noch grausamer vorkommt. Das Hähnchen befindet sich im Zentrum der Illustration und macht einen wahrlich mitleiderregenden Eindruck. Süs gelingt es hier, dessen prekäre Lage authentisch darzustellen. Als Leser:in nimmt man dadurch Anteil an der Verzweiflung des Hähnchens, das, in typischer Hühnermanier und gleichzeitig menschlich-vertraut, den angeketteten Fuß hebt. Vielleicht um einen aussichtslosen Befreiungsversuch zu wagen, vielleicht um sich seiner ihm unwirklich erscheinende Situation zu vergegenwärtigen.
 
In der Sekundärliteratur wird erwähnt, dass Süs neben der generellen Darstellung von Hühnern eine Schwäche dafür hatte, eben jene in dramatische Situationen zu bringen – angesichts Kikerikis Schicksals ist diese Vermutung nicht wunderlich. Ein weiteres, wiederkehrendes Tier in Süs‘ Geschichten ist die Schwalbe, die hier und in anderen Geschichten eine positive Rolle spielen und wichtige Botschaften übermitteln. Einen ganz eigenen Auftritt erhält sie in einem Theaterstück in der Kinder-Schaubühne, die auf den folgenden Seiten präsentiert wird.
 
Die klare Rollenverteilung zwischen Gut und Böse unterstreicht Süs abermals durch die Farbgebung der Illustration. Während der Affe als ausführende Kraft der Bestrafung bzw. Schicksalsgehilfe beinahe nur noch von gräulichen Tönen umrissen wird, sitzt eine Schwalbe vor dem Kerkerfenster, das als einzige Lichtquelle der hellste Punkt im Raum ist. Auch das Federkleid des Hähnchens leuchtet in diesem Licht so farbenprächtig wie selten – der Protagonist fügt sich seinem Schicksal und akzeptiert die Konsequenzen seiner schlechten Entscheidungen.




Montage von Titelblättern von "Hähnchen Kikerik!" und "Froschküster Quak"

Gustav Süs (1823–1881) (Autor, Illustrator)

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TitelBilderzusammenKikerikiQuak.jpg
G. Süs, Titelblätter zu "Hähnchen Kikeriki" 1853 und "Froschküster Quak" 1862.

Sowohl das Motiv des Wanderns, als auch die moralische Lehre sind zentrale Motive in vielen von Süs‘ Erzählungen. Selten ergeht es einem Tier jedoch so schlecht wie dem armen Hähnchen Kikeriki. Eine Lehre enthält aber auch die folgende Geschichte, die sich jedoch deutlich weniger an junge Kinder richtet… 
(IB)





Titelblatt in: Froschküster Quak

Gustav Süs (1823–1881) (Autor, Illustrator), Joseph Roloffs (1833–1899) (Holzschneider), 1862 dat., Glogau

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Kurzbeschreibung
C. Flemming (Verlag), Richard Brendamour (Xylografische Anstalt), C. Grumbach (Druckerei)

Gustav Süs,
 Froschküster Quak. 
Eine Historia für Jung und Alt, 
Glogau (C. Flemming) 1862

    



Titelblatt zu "Froschküster Quak", Detail

Gustav Süs (1823–1881) (Autor, Illustrator), Joseph Roloffs (1833–1899) (Holzschneider), 1862 dat., Glogau

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Kurzbeschreibung
C. Flemming (Verlag), Richard Brendamour (Xylografische Anstalt), C. Grumbach (Druckerei)
Bildschirmfoto 2021-03-30 um 11.54.59.png
G. Süs, Titelblatt, Holzschnitt, in: Froschküster Quak 1862, Detail.


„Bleibe im Lande und nähre dich redlich“


So warnt nicht nur das Huhn das Hähnchen Kikeriki (Düsseldorf 1853, S. 23), sondern so steht es ebenfalls auf dem Titelblatt zu Gustav Süs‘ (1823-1881)  Froschküster Quak. Die Zeilen, die hier die Moral der Geschichte bereits vor dem Lesen des Buchs verdeutlichen, entstammen jedoch statt Süs‘ Feder dem Psalm 37, 3 (LUT).



Vignette zu Kapitel 10

Gustav Süs (1823–1881) (Autor, Illustrator), Joseph Roloffs (1833–1899) (Holzschneider), 1862 dat., Glogau

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© Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
C. Flemming (Verlag), Richard Brendamour (Xylografische Anstalt), C. Grumbach (Druckerei)
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G. Süs, Vignette zu Kapitel 10, Holzschnitt, in: Froschküster Quak 1862, S. 83.


Innerhalb der Geschichte wird diese Moral in den zwei Büchern ähnlich vermittelt, denn Quak ist wie Kikeriki der tierische Protagonist der Geschichte und die Identifikationsfigur für die Leser:in, stellvertretend für jene macht er lehrreiche Erfahrungen. Die Handlung basiert auf dem Epos Froschmeuseler (erstmals 1595 erschienen) von Georg Rollhagen (1542–1609). Geschildert ist sie in Paar- und Kreuzreimen. In bildlicher Sprache wird die idyllische Schönheit der heimischen Natur betont. Zu Anfang der Erzählung lebt der Froschküster heiter gemeinsam mit weiteren Fröschen, unternimmt dann jedoch alleine eine Reise in den glorifizierten Süden, auf der er weiteren Tieren begegnet und die brutale Realität der Natur erlebt. Zum Zeitpunkt seiner Rückkehr hat Quak gelernt seine Heimat zu schätzen und sich auf Gott zu besinnen:


„Ich sehe darin Gottes Macht. 
Ihm dank‘ ich, daß durch manches Leid
Er mir die Lehre hat gegeben:
Daß man durch Schmerzen erst zu Freud, 
Gelanget hier in diesem Leben.
Ich will mein Reisen nicht bereu’n
Doch soll es mir ’ne Warnung sein“

Die Moral des Buchs ist folglich von der Betrachtung des Titelblatts bis zur letzten Seite deutlich und wird von dem Abenteuer Quaks getragen. Einzelne Elemente, wie die Berufung des Protagonisten als Küster, und die zentrale Rolle der Schule in der Idylle der Froschkultur, unterstreichen die Ausrichtung der gesamten Handlung auf die zentrale Moral.




Montage eines Frontispiz aus den "Kinder-Comödien" und des Titelblatts von "Froschküster Quak"

Gustav Süs (1823–1881) (Autor, Illustrator)

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Montage Frontispiz Kinder-Comödien und Froschküster Quak.jpg
G. Süs, Frontispiz in "Kinder-Comödien" Bd. 1, 1870, und Titelblatt in "Froschküster Quak" 1862, Holzschnitte.


Froschküster Quak unterscheidet sich in Inhalt und visueller Gestaltung von Hähnchen Kikeriki und auch von der Kinder-Schaubühne und von den Kinder-Comödien, die ebenfalls von Gustav Süs illustriert wurden und in dieser Ausstellung gezeigt werden. Auf dem Einband als Historia für Jung und Alt tituliert, werden Kinder und Jugendliche zwar in die Zielgruppe eingeschlossen, jedoch ist der Großteil der Seiten nicht bebildert und die Schrift ist sehr klein gesetzt, welches junge Leser:innen zu überfordern vermag.

Doch auch die Illustrationen unterscheiden sich von anderen Werken Süs

Die monochromen Darstellungen wirken im Vergleich zu anderen Illustrationen von
Süs verschlungener und detaillierter, da viele einzelne Formen in geringer Größe und ohne deutliche Umrandungen in eine dynamische Komposition gebettet sind. So umfasst ein Bildausschnitt im Froschküster Quak eine Vielzahl an Details, die nur durch eingehende Betrachtung wahrgenommen werden können. Die Feinheit des Lineaments ist ein weiterer bedeutender Faktor der Unterscheidung, denn die feinen und dichtgesetzten Linien modellieren zarte Grauabstufungen, anstatt harsche Konturen zu bilden.



Vignette zu Kapitel 3, in: "Froschküster Quak", S. 21

Gustav Süs (1823–1881) (Autor, Illustrator), Joseph Roloffs (1833–1899) (Holzschneider), 1862 dat., Glogau

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Kurzbeschreibung
C. Flemming (Verlag), Richard Brendamour (Xylografische Anstalt), C. Grumbach (Druckerei)
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Gustav Süs, Vignette zu Kapitel 3, in: "Froschküster Quak", S. 21


Eine weitere Auffälligkeit der Illustrationen in Froschküster Quak sind die Vignetten und das Einfügen des Monogramms des Künstlers, beides gibt es in den anderen hier ausgestellten Büchern von Süs nicht. Diese Rahmung der Illustrationen setzt Süs aus Objekten zusammen, die Teil der dargestellten Szene sind. Jedoch formt er diese so um, dass sie weniger im Bezug zur Handlung stehen, sondern vielmehr als ästhetisches Stilmittel fungieren. Als Beispiel lässt sich die Illustration auf Seite 21 nennen. Die Frösche sind frontal nebeneinander dargestellt, da sie so die Form der Vignette unterstützen, statt die realistische Anordnung eines Konzerts zu simulieren. In Kombination mit der prominenten Position der Initialen „G S“ im oberen Zentrum der Rahmung, lässt sich auf eine Betonung des Künstlerstolzes des Illustrators schließen, der über die Vermittlung der Handlung hinaus reicht.
(LJD)



Einband, Kinder-Schaubühne

Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio (1803–1869), Pseudonym "Wilhelm von Waldbrühl" oder auch "Dorfschulmeister Wedel" (Autor); Gustav Süs (1823–1881 ) (Illustrator); Johann Peter Cornelius d’Alquen (1800–1863) (Komponist); Königl. Hofbuchdruckerei von C. C. Meinhold & Söhne (Druckerei und Verlag)

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Privatbesitz

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Publikation mit freundlicher Genehmigung von Reiss & Sohn

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Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio, Kinder-Schaubühne, Dresden (C. C. Meinhold&Söhne) 1864

 



Einband, Kinder-Schaubühne

Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio (1803–1869), Pseudonym "Wilhelm von Waldbrühl" oder auch "Dorfschulmeister Wedel" (Autor); Gustav Süs (1823–1881 ) (Illustrator); Johann Peter Cornelius d’Alquen (1800–1863) (Komponist); Königl. Hofbuchdruckerei von C. C. Meinhold & Söhne (Druckerei und Verlag)

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Publikation mit freundlicher Genehmigung von Reiss & Sohn

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G. Süs, Einband, Lithographie, in: Kinder-Schaubühne 1864.
Allgemeine Beschreibung des Mediums 

Das Buch Die Kinder-Schaubühne umfasst 62 Seiten mit sieben ganzseitigen Farblithographien und zwei Musikbeilagen. Vermutlich wurde es 1864 in Dresden bei der Königl. Hofbuchdruckerei von C. C. Meinhold & Söhne gedruckt und publiziert. Der Autor Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803–1869) hat zusammen mit dem Illustrator Gustav Süs (1823–1881) und dem Komponisten Johann Peter Cornelius d’Alquen (1800–1863) an dieser Publikation gearbeitet.
In acht kurzen Tiergeschichten, die in Form von kleinen Theaterstücken geschrieben sind, werden den Kindern ähnlich wie bei klassischen Fabeln moralische Werte vermittelt. Ein wesentlicher Unterschied ist jedoch, dass mit Hilfe dieses Buches die jungen Leser:innen dazu eingeladen werden, die Geschichten in Form eines Rollenspiels zu Hause oder im Freien auch noch aufzuführen. Als Hilfestellung für diese Inszenierung hat von Zuccalmaglio die Theaterstücke in sich reimenden Versen verfasst und vorab die beteiligten Figuren genannt.
Zur Einstimmung auf die jeweilige Handlung und mögliche Darstellungsszenarien wird jedem Stück eine ganzseitige Farblithographie vorangestellt. Während oben ein Spruchband anzeigt, um welches Stück es sich bei der Darstellung handelt, zeigt ein zentrales Medaillon eine entsprechende Tierszene. Kinder, die sich bereits für die Handlung als Tiere verkleidet haben, rahmen den unteren Bildbereich. Prüfend schauen einige von ihnen zum Medaillon, um sowohl ihre Verkleidung als auch den Aufbau der Requisiten mit den “Fabel-Szenen” zu vergleichen.
Der Bezug zu Theateraufführungen wird auch auf dem Deckblatt, das in der Ausstellung aus einer Privatsammlung ergänzt wurde, veranschaulicht. Freundlich strahlend, laden musizierende Kinder dazu ein, sich die Aufführung ihrer verkleideten Freunde unter dem Kronleuchter im heimischen Wohnzimmer oder aber zwischen Hecken im Freien anzusehen. 





Vorwort, S. 1, in: Kinder-Schaubühne, vorgelesen von Jonas Friedrich Leonhardi

Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio (1803–1869), Pseudonym "Wilhelm von Waldbrühl" oder auch "Dorfschulmeister Wedel" (Autor)
Jonas Leonhardi (*1990) (Audio / Einsprechen des Textes)

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© Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (Bild) © Jonas Leonhardi (Audio)

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Kurzbeschreibung
Dresden (Meinhold & Söhne) 1864
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A. W. F. von Zuccalmaglio, Vorwort, in: Kinder-Schaubühne 1864, gelesen von Jonas Friedrich Leonhardi.
“Der Kinderfreund"

Die Verbindung aus Fabel und Theaterstück stellt eine Besonderheit dieses Buches dar. Auch auf das ->Vorwort soll an dieser Stelle hingewiesen werden. Auf Augenhöhe und in direkter Ansprache richtet sich Anton Wilhelm von Zuccalmaglio an seine junge Leserschaft.
Er betont, dass das vorliegende Buch, ein kleines Weihnachtsgeschenk, den Kindern auch neben dem Weihnachtsfest “kleine häusliche Feste” bereiten soll. Auch das Thema der Fabeln greift er auf und stellt einige Tiere mit ihren jeweiligen Charaktereigenschaften vor:
Der schreckliche Wolf, der listige Fuchs, der treue Hund, die falsche Katze und der lustige Kuckuck. Von
Zuccalmaglio berichtet, dass er die Kinder bei ihren Spielen belauschte und ihnen gerne eine Hilfestellung leisten möchte. So habe er die Geschichten in Versen gereimt, damit die Texte einfacher auswendig gelernt werden könnten. Auch für die benötigten Verkleidungen und Requisiten berät von Zuccalmaglio sowie der “längst liebgewonnene” Gustav Süs mit seinen detailreichen Darstellungen die kleinen Freunde.
An dieser Stelle des Vorwortes wird nicht nur das freundschaftliche Verhältnis von von
Zuccalmaglio und Süs deutlich, sondern auch auf Süs bisherige Publikationen, sowohl Bücher als auch Illustrationen, verwiesen.
Für das Kostüm des Fuchses empfiehlt von
Zuccalmaglio beispielsweise “einen roten buschigen Schweif und eine Pelzkappe von gleicher Farbe”. Für die Wahl des Aufführungsortes sei es von Vorteil, durch einfache Hilfsmittel, wie zum Beispiel einen Teppich oder einige Blumentöpfe, eine Abgrenzung zwischen dem Bühnen- und Publikumsbereich einzurichten.
Die von dem Komponisten Johann Peter Cornelius
d’Alquen komponierten Musikbeilagen Lied der Hunde und Gesang der Schwalben sind zwar für mehrere Stimmen angelegt, jedoch listet von Zuccalmaglio auch hier verschiedene Aufführungsformen auf, sodass die Lieder auch mit wenigen Sänger:innen gesungen werden können.
Lauschen Sie dem vorgetragenen Vorwort oder blättern Sie in den entsprechenden Seiten des Digitalisates, um zu erfahren, welche weiteren (geheimen) Tipps den Kindern für die ideale Aufführung ihrer Stücke gegeben werden!
Der Aufbau und die inhaltliche Gestaltung des Vorwortes zeigen von Zuccalmaglios besonderen Bezug zu Kindern.
Von Zuccalmaglio war nicht nur Schriftsteller. Vor seinem Studienbeginn war er ins Militär eingetreten. Um sich dort einen Ausgleich zu schaffen, widmete er sich unter dem Pseudonym “Wilhelm von Waldbrühl” (benannt nach seinem Geburtsort) und ferner “Dorfküster Wedel” der Dichtung. Sein jüngerer Bruder Vincenz von Zuccalmaglio (1806–1876) war ebenfalls u. a. als Schriftsteller tätig. Sein Pseudonym lautete “Montanus” oder “Bergischer Fuhrmann”. Zusammen begannen sie in Heidelberg das Studium der Rechts- und Staatswissenschaft. Aus Geldmangel mussten beide dies jedoch abbrechen. Prägend für Anton Wilhelm von Zuccalmaglios weiteren Lebensweg war aber die Mitgliedschaft in dem Heidelberger Singkreis  um Prof. Anton Friedrich Justus Thibaut (1772–1840). Auf dessen Anraten begann er, eine Sammlung von Volksliedern anzulegen. Ein Schriftwechsel mit den Komponisten Robert Schumann (1810–1856) und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) überliefert, dass von Zuccalmaglio zusammen mit Schumann eine neue Musikauffassung anstrebte. Um sich nach dem Studienabbruch seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete er als Hauslehrer. Unter anderem war er bei dem russischen Fürsten Gortschakow in Warschau tätig. Die persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Kindern und ihrer Erziehung bildeten die Grundlage für die Entstehung des hier ausgestellten Buches. Als Kulturvermittler unterschiedlicher sozialer Schichten wollte der Autor nicht nur Sachkenntnisse vermitteln, sondern auch die moralische Bildung vorantreiben.
Nach Anton Wilhelm von Zuccalmaglios Tod setzte sein Bruder Vinzenz dessen Bestreben fort und veröffentlichte die erweiterte Textsammlung Kinder-Comödien (1870). Auch dieses Buch wird in dieser Ausstellung vorgestellt.





Frontispiz, Tafel "Die Schwalben", in: Kinder-Schaubühne; Dialog vorgelesen von Noëmi Krausz und Jonas Friedrich Leonhardi

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator)
Noëmi Krausz (*1995) und Jonas Friedrich Leonhardi (*1990) (Audio / Einsprechen der Texte)

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© Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (Bild) © Noëmi Krausz und Jonas Friedrich Leonhardi (Audio)

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Kurzbeschreibung
Dresden (Meinhold & Söhne) 1864
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G. Süs (Illustration), A. W. F. von Zuccalmaglio (Text), "Die Schwalben", in: Kinder-Schaubühne 1864, gelesen von Noëmi Krausz und Jonas Leonhardi.

“Die Schwalben”

Anstatt
dem betreffenden Stück direkt vorangestellt zu sein, wird die Illustration der Schwalben zu Beginn des Buches als Frontispiz präsentiert. Gemeinsam mit der Partitur von dem Gesang der Schwalben, die am Ende des Buches eingebunden ist, rahmt das Bild die Publikation.

Die Handlung entspinnt sich als Dialog zwischen Herrn Spatz und Frau Schwalbe. An einem späten Tag im Herbst unterhalten sich die beiden, Frau Schwalbe zieht es in die Ferne, in den Sommer, sie fürchtet den Winter. Herr Spatz kann diese Sehnsucht nicht nachvollziehen, er bleibt ganzjährig lieber zuhause bei seinen Freunden Fink und Meise. Er warnt Frau Schwalbe vor dem Geier und dem Sturm und rät ihr, lieber in ihrem behaglichen zuhause zu bleiben. Aber Frau Schwalbe liebt den Frühling zu sehr, sodass sie gerne ihr Nest aufgibt und alle Gefahren in Kauf nimmt. So bleibt den beiden nur noch Abschied zu nehmen. Begleitet von einer Reihe von Schwalben, die schwer bepackt ebenfalls aufbrechen und ein Abschiedslied singen, zieht Frau Schwalbe davon. 

Das gemeinsame Abschiedslied Gesang der Schwalben umfasst vier sechszeilige Strophen. Darin verabschieden sich die Schwalben von allen anderen Vögeln und Dingen vom Winter. Sie fliegen Richtung Sonne und Frühling und versprechen ein Wiedersehen, sobald der Frühling wieder einkehrt.

Die Moral der Geschichte soll den Kindern die Freiheit, ihren eigenen Zielen und Träumen zu folgen, verdeutlichen. Außerdem wird den Kindern spielerisch vermittelt, dass man auch verschiedene Meinungen zu einem Thema haben kann und dies ebenfalls in Ordnung ist.





"Gesang der Schwalben", Partitur 1. Seite, in: Kinder-Schaubühne

Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio (1803–1869), Pseudonym "Wilhelm von Waldbrühl" oder auch "Dorfschulmeister Wedel" (Autor); Johann Peter Cornelius d’Alquen (1800–1963) (Komponist)

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Kurzbeschreibung
Dresden (Meinhold & Söhne) 1864
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A. W. F. von Zuccalmaglio / C. d’Alquen "Gesang der Schwalben", in: Kinder-Schaubühne 1864.
Das gemeinsame Abschiedslied ->Gesang der Schwalben umfasst vier sechszeilige Strophen. Darin verabschieden sich die Schwalben von allen anderen Vögeln und Dingen vom Winter. Sie fliegen Richtung Sonne und Frühling und versprechen ein Wiedersehen, sobald der Frühling wieder einkehrt




Tafel "Die Mäuschen", in: Kinder-Schaubühne 1864; Dialog vorgelesen von Noëmi Krausz und Jonas Friedrich Leonhardi

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator)
Noëmi Krausz (*1995) und Jonas Friedrich Leonhardi (*1995) (Audio / Einsprechen des Textes)

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© Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (Bild) © Noëmi Krausz und Jonas Friedrich Leonhardi (Audio)

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Kurzbeschreibung
Dresden (Meinhold & Söhne) 1864
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G. Süs (Illustration), A. W. F. von Zuccalmaglio (Text), "Die Mäuschen", in: Kinder-Schaubühne 1864, gelesen von Noëmi Krausz und Jonas Leonhardi.
"Die Mäuschen”

Wie uns die Farblithographie zeigt, benötigen die Kinder, ausgestattet mit einem grauen Umhang sowie einer kleinen Öhrchenhaube, nur noch einen auf die Seite gelegten Stuhl mit geflochtener Sitzfläche und einen Regenschirm. Schon kann die Geschichte präsentiert werden.

Zwei kleine Mäuse, Knipper und Knupper, stehen vor einer Höhle. In dieser liegt ein Stück Speck - eine Mäusefalle. Das Mäuslein Knipper erkennt die Gefahr und warnt Knupper, der sich den Speck holen will. Knupper kann der Verlockung nicht widerstehen und nimmt Knipper nicht ernst. Er steigt in die Höhle hinein - schnapp, die Falle schlägt zu! Knupper bittet Knipper verzweifelt um Hilfe, doch dieser geht lieber wieder zurück in sein sicheres Mäuseloch.  

Als Moral der Geschichte wird den Kindern vermittelt, dass man besser auf den Rat von anderen hören und Versuchungen widerstehen sollte.





Montage von Dialog "Die Mäuschen", S. 1–2, in: Kinder-Schaubühne

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator)

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Dresden (Meinhold & Söhne) 1864
Montage Schaubühne Mäuschen Text.jpg


Tafel "Der Esel, dem zu wohl ist", in: Kinder-Schaubühne

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator)

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Kurzbeschreibung
Dresden (Meinhold & Söhne) 1864
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G. Süs, Der Esel, dem zu wohl ist, in: Kinder-Schaubühne 1864.
“Der Esel, dem zu wohl ist”

Die Ziegen Lämmi und Hali entdecken einen vereisten Teich in einer verschneiten Landschaft. Lämmi will voller Euphorie gemeinsam mit Hali über das Eis laufen und unter der Glasdecke die bunten Fische beobachten. Hali erinnert Lämmi an die Warnung der Mutter vor der Gefahr des Eises. Der Esel kommt dazu und verspottet die Zieglein, dass diese sich nicht auf das Eis trauen. Voller Leichtsinn stolziert der Esel auf dem Eis und fällt hinein. Verzweifelt bittet er die beiden um Hilfe. Diese laufen los, um ihren Herrn zur Unterstützung zu holen. Der Esel traut den beiden nicht und befürchtet, von ihnen im Stich gelassen zu werden. Alleingelassen bereut er seine Leichtsinnigkeit und dass er für sie auf das Eis gegangen war.

Wie bei allen anderen Illustrationen wird auch hier die zentrale Szene der Handlung dargestellt. Am unteren Bildrand liegt das verkleidete Eselchen alleine auf der Eisfläche, während die zwei Kinder-Ziegen über seinen Leichtsinn herzlich lachen. In dem Medaillon sind dagegen die davonlaufenden Ziegen zu sehen, während der Esel auf der Eisfläche liegt. 

Anhand ->dieser Geschichte wird den Kindern vor Augen geführt, dass man durch Übermut leicht zu Schaden kommen kann, denn Hochmut kommt vor dem Fall. Auch noch heute begegnet uns diese Esel-Geschichte in Form der Redewendung: „Wenn es dem Esel zu wohl ist/wird, geht er auf’s Eis (tanzen)” (J-MG, TS)





Schutzumschlag von: Kinder-Comödien, Bd. 1

Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803–1869) (Autor); Vincenz von Zuccalmalio (1806-1876) (Herausgeber und Autor des Vorworts); Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Kurzbeschreibung
Köln / Neuss (L. Schwann) 1870

Wilhelm von Waldbrühl, Kinder-Comödien, hg. v. Vincenz von Zuccalmaglio, Neuss (L. Schwann) 1870, 3 Bände

 



Schutzumschlag von: Kinder-Comödien, Bd. 1

Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803–1869) (Autor); Vincenz von Zuccalmalio (1806-1876) (Herausgeber und Autor des Vorworts); Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Kurzbeschreibung
Köln / Neuss (L. Schwann) 1870
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G. Süs, Einband, Lithographie, in: Kinder-Comödien 1870, Bd. I.

Die Kinder-Comödien sind ein dreibändiges Sammelwerk von Theaterstücken für Kinder, die unter dem Pseudonym "Wilhelm von Waldbrühl" 1870 publiziert wurden. Der Autor, Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803–1869) war bereits im Jahr vor dem Erscheinen der Bücher verstorben. Sein Bruder Vincenz, der ihm eng verbunden gewesen war, gab die Stücke heraus. Die Textsammlung ist eine Erweiterung jener Zusammenstellung von Kindertheater-Stücken, die Anton von Zuccalmaglio selbst unter dem Titel Kinder-Schaubühne in großem Format, mit farbigen Illustrationen von Gustav Süs (1823–1881), bereits 1864 publiziert hatte.
Auch zu den drei posthum erschienenen Bänden im Oktavformat steuerte Gustav Süs die Illustrationen bei. Für die kleinen Seiten, setzte Richard Brendamour (1831–1915) die Entwürfe von Süs in schwarz-weiße Holzschnitte um.
Die Texte handeln von Freundschaften und Abenteuern. Die Protagonisten sind immer Tiere. Die Illustrationen zeigen Kinder, die sich mit Hilfe von Kleidungsstücken und Gegenständen aus dem Alltag in die entsprechenden Tiere verwandeln. So kann zum Beispiel Papas Sonntagszeitung ein Kind als Kuckuck verkleiden, weiße Kleider und rote Schuhe machen aus Geschwistern eine Schar Gänse.



Wilhelm von Zuccalmaglio gibt auch Anregungen und Hilfen, wie die Kinder auf einfache Art und Weise in ihre Rollen schlüpfen können. So könne man zum Beispiel

die Gans am weißen Mädchenkleide und roten Schuhen erkennen,
die Maus an einer schweifähnlichen Schleppe.
Der Fuchs trage einen buschigen Schweif oder etwas Pelzwerk.
Die Nachtigall sei schnell durch ein graues Kleid gekennzeichnet und
eine Schwalbe sei an ihrem schwarzen Käppchen auszumachen. 


Gustav Süs greift diese Kostümvorschläge in den Illustrationen auf und ergänzt eigene Ideen.

Erkennen Sie die Tiere wieder?





S. 30 (Kind als Geiß verkleidet): Kinder-Comödien, Bd. 1

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Kurzbeschreibung
Köln / Neuss (L. Schwann) 1870
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S. 6 (Kind als Gans verkleidet): Kinder-Comödien, Bd. 1

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Köln / Neuss (L. Schwann) 1870
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S. 15 (Kind als Maus verkleidet): Kinder-Comödien, Bd. 1

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Köln / Neuss (L. Schwann) 1870
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S. 46 (Kind als Fuchs verkleidet): Kinder-Comödien, Bd. 1

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Köln / Neuss (L. Schwann) 1870
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S. 36 (Kind als Vogel verkleidet): Kinder-Comödien, Bd. 1

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Köln / Neuss (L. Schwann) 1870
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S. 52 (Kind als Hahn verkleidet): Kinder-Comödien, Bd. 1

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Köln / Neuss (L. Schwann) 1870
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S. 10 (Kind als Hase verkleidet): Kinder-Comödien, Bd. 2

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Köln / Neuss (L. Schwann) 1870
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S. 11 (Kind als Storch verkleidet): Kinder-Comödien, Bd. 3

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Köln / Neuss (L. Schwann) 1870
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S. 68 (Kind als Katze verkleidet): Kinder-Comödien, Bd. 1

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Köln / Neuss (L. Schwann) 1870
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Wie die Kinder diese Spiele zu verwerthen, wo und wie sie ihre Schaubühne aufzuschlagen, wie ihre Rolle durch Bekleidung und Abzeichen anzudeuten haben, dies Alles braucht man ihnen nicht vorzuschreiben. Fast alle Kinder haben ein erfinderisches Talent und Geschick dafür.

Vincenz von Zuccalmaglio, Vorwort, S. 2, in: Anton Wilhelm von Zuccalmaglio, Kinder-Comödien, Neuss 1870, Bd. I.



Als Hilfestellung für den Spielaufbau wurden manchen Stücken kurze Anleitungen beigefügt, beispielsweise für das "Kinderspiel" Vertraut der Katze den Käse: 

"5 Rollen: Die Frau – Mieschen, die Katze – Pudel – Waldmann, Spitz: Hunde
Die Bühne kann in jedem geräumigen Zimmer aufgeschlagen werden, in welchem spanische Wände, wenn keine Seitenthüren vorhanden sind, den Auftritt erleichtern. Mieschen und die Hausfrau erscheinen und verschwinden durch die Mittelthüre; von der einen Seite kommen die Hunde und verkriechen sich an der anderen.
Was die Kleidung betrifft, so wäre Mieschen durchweg weiß zu gewanden, dabei können auf ihrem weißen Häubchen zwei ohrenartige Aufsätze angebracht sein. Die drei Hunde zeichnen sich durch Perücken aus. Der Pudel kann als Künstler etwas malereisch gekleidet gehen, der Spitz etwas den Polizeidiener verrathen, Waldmann kleidet sich grün und trägt eine Jagdtasche."

Jeweils auf dem Schutzumschlag vorn und auf den Frontispizen zeigt eine detailreiche Illustration eine entsprechend improvisierte Bühne und verkleidete Kinder beim Theaterspiel.
Schauen Sie auf den folgenden Seiten!





Frontispiz von: Kinder-Comödien, Bd. 1

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Köln / Neuss (L. Schwann) 1870
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G. Süs, Frontispiz, Illustration zu "Die Martinsgans", Holzschnitt, in: Kinder-Comödien 1870, Bd. I,


Frontispiz von: Kinder-Comödien, Bd. 2

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Köln / Neuss (L. Schwann) 1870
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G. Süs, Frontispiz, Illustration zu "Die Eule", Holzschnitt, in: Kinder-Comödien 1870, Bd. I.


Frontispiz von: Kinder-Comödien, Bd. 3

Gustav Süs (1823–1881) (Illustrator); Richard Brendamour (1831–1915) (Holzschneider)

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Köln / Neuss (L. Schwann) 1870
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G. Süs, Frontispiz, Illustration zu "Der Rabe", Holzschnitt, Kinder-Comödien 1870, Bd. III.

Vincenz von Zuccalmalio (1806-1876), Bruder des Autors, verfasste das Vorwort zu den Sammelbändchen. Er nimmt auf deren Entstehungshintergrund, die Umsetzung der Spiele und das didaktische Ziel der Texte Bezug. Man müsse Kindern nicht vorschreiben, wie man sich zu verkleiden habe oder wo sie ihre Bühne aufbauen könnten. Alle Kinder hätten einen Instinkt für solche Spiele, die mit einfachen Mitteln umzusetzen seien.
 
Die Aufführungen sollten Spielern und Publikum Freude bereiten, aber auch eine erzieherische Wirkung war explizit beabsichtigt: „Ein Knabe, der z.B. im ‚Amselnest‘ oder in ‚Spatz und Meise‘ aufgetreten ist, wird von der Rohheit des Nesteraushebens und der Verfolgung der nützlichen Singvögel erfolgreicher abgemahnt werden, als durch die Lehrweise geschriebenen Schulschriften. Die Unmittelbarkeit der Belehrung und das Auswendiglernen wirken nachhaltig fürs ganze Leben." Die Kinder-Comödien sind in Reimen verfasst. Diese Form soll auch jungen Kindern ein leichteres Auswendiglernen ermöglichen. Hören Sie auf der nächsten Seite selbst ein Beispiel!
(LJS)





Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio, "Die Schwalbe und die Nachtigall", vorgelesen von Noëmi Krausz und Jonas Friedrich Leonhardi

Anton Wilhelm Florentin von Zuccalgmalio (Autor)
Noëmi Krausz (*1995) und Jonas Leonhardi (*1990) (Audio / Einsprechen des Textes)

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A. W. F. von Zuccalmaglio "Die Schwalbe und die Nachtigall", gelesen von Noëmi Krausz und Jonas Friedrich Leonhardi.


Die Schwalbe und die Nachtigall

Blumengarten am Hause.
 
2 Rollen:           Frau Schwalbe, Frau Nachtigall
 
Nachtigall:      O wie lieb, wie lieb und schön
                       Sind die Fräulein, sind die Frauen
                       Auf dem Schattenweg zu schauen,
                       Wenn sie dort lustwandeln gehen.
                       Wie die Blumen blühen hier,
                       Strahlen sie in heller Zier,
                       Stirn und Wangen
                       Leuchtend prangen
                       und wie rein, wie fein geschmückt
                       Man die Lieblichen erblickt!
                       Wunderhold und wunderschön
                       Sind sie wahrlich anzuseh’n.
 
Schwalbe:      Sähst du sie wie ich sie seh’
                       Morgens früh im Negligé,
                       Ungekämmt und ungewaschen
                       In der Mütze mit den Maschen;
                       Wie sie in den alten Schlappen
                       Morgens in den Kuhstall tappen;
                       Sähst du sie in Küch’ und Keller
                       Mit dem Besen, Topf und Teller
                       Stets in Staub und Schmutz handtiren,
                       Eh’ sie sich zum Ausgang zieren,
                       Würdest du sie nicht wieder kennen
                       Und gewiß nicht schön sie nennen ;
                       Manche sieht dann ohne Zweifel
                       Gastig, schmutzig aus – Pfui Teufel!
 
Nachtigall:      Liebe Schwalbe, schmäle nicht!
                       Die mit dir ein Haus bewohnen
                       Solltest du doch liebend schönen,
                       Wie es will die Nachbarpflicht.
                       Treten doch aus tiefem Dunkel
                       Mondesglanz und Sterngefunkel,
                       Aus der Dämm’rung tritt der Tag,
                       Den die blumbedeckten Wiesen,
                       Den die Wälder froher grüßen,
                       Weil die Nacht auf ihnen lag.
                       Wenn auch Stürme vorhergeh’n,
                       Blüht der Lenz nicht minder schön.
 
Schwalbe:      O der Herbst ist mir viel lieber,
                       Als der Lenz ; – es ist zu toll.
                       Wahrlich gehet nichts darüber
                       Als wenn Kist’ und Kasten voll.
                       Hab’ ich sie gefüllt verlassen,
                       Und es naht die Winterzeit,
                       Kommt der Spatz es zu verprassen
                       Und der Räuber macht sich breit,
                       Raubt im Lenz uns gar die Nester,
                       Die mit Kunst und Fleiß gebaut
                       Und er liegt dann, liebe Schwester
                       Nachtigall, auf fauler Haut.
                       Müßiggang und Prassen, Schlemmen
                       Und der andern Habe klemmen,
                       Damit nur ist er vertraut.
 
Nachtigall:      Leider sind nicht wie sie sollen
                       Viele lose Vögel hier,
                       Wenn wir auch darüber schmollen
                       Wird es doch nicht besser. Wir
                       Folgen stets dem schönern Triebe
                       Und wir singen: „Liebe, Liebe!“
                       Über Andre schimpfen, schmälen
                       Ist kein Zeichen edler Seelen.

(Anton Wilhelm von Zuccalmaglio, Kinder-Comödien, Neuss 1870, Bd. I, S. 12–14)

03

Leben und Lernen

Weltwissen für Kinder

Kenntnisse der Natur und Kultur aus der engste Umgebung der kleinen Leser:innen, jüngste Fortschritte der Wissenschaften, der weite Horizont der ganzen bekannten Welt sind Gegenstand reich illustrierter Sachbücher. Kleine Szenen machen den jungen Leser:innen die Alltagsabläufe der eigenen Lebenswelt vertraut. Darstellungen von Naturphänomenen, Pflanzen und Tieren fußen auf wissenschaftlichen Publikationen und werden mit der Phantasie der Illustratoren ausgeschmückt. Stets stehen die farbenprächtigen Bilder an erster Stelle, erst dann kommt der Text. In Büchern für die jüngsten Lernenden schließen gern noch einige „Nüsschen“ an, Rätsel, die mit dem neu erworbenen Wissen zu knacken sind. 

Die hier gezeigten Beispiele erschienen in dem Düsseldorfer Verlag Arnz&Comp., der 1815–1858 illustrierte Bücher in großer Zahl publizierte, sowie bei dessen Nachfolger. Das Verlagsprogramm umfasste künstlerisch herausragende Gemeinschaftswerke von Vertretern der Düsseldorfer Malerschule genauso wie Sachliteratur, Publikationen für unterschiedliche Zielgruppen, für Jung und Alt.
Illustratoren wie Johann Baptist Sonderland, der hier gleich mehrfach vertreten ist, passten Motiv und Stil dem kindlichen Publikum an. Im Vergleich mit seinen Grafiken für Erwachsene, insbesondere dem Meisterwerk Bilder und Randzeichnungen zu deutschen Dichtungen (1838–1844), wählte er deutlich schlichtere Formen für Figuren und Ornamente. Dies kam der Wahrnehmung der jungen Betrachter:innen entgegen, erzählt aber auch davon, dass Sonderland Kinder-Sachbücher weniger zur künstlerischen Selbstverwirklichung, denn als Auftragsarbeit umsetzte – gekonnt, aber ohne sein Können voll zu präsentieren. Das hohe künstlerische Potential aller hier vertretenen Illustratoren bleibt dennoch offensichtlich und wertet die Kinderbücher eindrücklich auf.





Einband vorn, in: Das Jahr und was es den Kindern bringt!

Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878), 1861, Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
Levy Elkan, Bäumer & Co., vormals Arnz & Co. (Verlag)

Johann Baptist Sonderland, Das Jahr und was es den Kindern bringt, Düsseldorf (Levy, Elkan, Bäumer&Co.) 1861

Jeder Monat in einem Jahr ist gekennzeichnet von der sich verändernden Schönheit der Natur, von Traditionen, Festen und Bräuchen, sowie von vielen monatsspezifischen Handlungen, die das alltägliche Leben beeinflussen. Das Buch Das Jahr und was den Kindern bringt von Johann Baptist Sonderland (1805–1878) aus dem Jahr 1861 präsentiert diese Besonderheiten in zwölf fröhlichen und detailreichen Farblithographien. Jede Illustration wird von einem eingängigen kurzen Gedicht begleitet. So lädt das Buch zum (Vor-)lesen, Erkunden und Erlernen ein!



Februar – Bildtafel in: Das Jahr und was es den Kindern bringt!

Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878), 1861, Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
Levy Elkan, Bäumer & Co., vormals Arnz & Co. (Verlag)
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J. B. Sonderland, Februar, Lithographie, in: Das Jahr und was es den Kindern bringt! 1861.


Bildtafel Februar, in: Düsseldorfer Künstleralbum mit artistischen Beiträgen 1

Louis Des-Coudres (1820–1878)
, 1851 , Düsseldorf

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Arnz&Comp. (Verlag)
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A. Achenbach, Februar, Lithographie, in: Düsseldorfer Künstleralbum mit artistischen Beiträgen 1 (1851).
Noch heute ist in Düsseldorf der Februar vom Karneval geprägt – dieser Brauch darf dementsprechend im Kontext eines Düsseldorfer Monatskalenders nicht fehlen. Durch die vergleichende Betrachtung der Lithographie von Sonderland aus dem hier ausgestellten Kinderbuch mit einer Lithographie von Andreas Achenbach (1815–1910), einem weiteren prominenten Vertreter der Düsseldorfer Malerschule, wird die außerordentlich heitere und an kindliche Leser:innen orientierte Bildsprache Sonderlands deutlich. Beide zeigen das traditionelle Verkleiden anlässlich der Festivität. Die Illustration von Andreas Achenbach, die im ersten Band des Düsseldorfer Künstleralbums im selben Verlag erschien und an Erwachsene gerichtet war, zeigt die verkleideten Personen in einer regnerischen und klammen Straßensituation und lässt Travestie und Trunkenheit mindestens erahnen. Sonderland betont hingegen das muntere und ausgelassene, aber doch sittsam-friedliche Zurechtmachen im geborgenen Kreis der Familie, wo sogar der Hund ein Kostüm erhält.


„Der strenge Winter ist vorbei,
Nun eilt hinaus ins Feld!
Denn die Natur wird sicher neu,
Drum rasch das Beet bestellt!
Seht was der März uns hat gebracht:
Ein Veilchen blau in stiller Pracht!“

Das Jahr und was es den Kindern bringt, Düsseldorf 1861, Tafel „März“.





März – Bildtafel in: Das Jahr und was es den Kindern bringt!

Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878), 1861, Düsseldorf

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Levy Elkan, Bäumer & Co., vormals Arnz & Co. (Verlag)
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J. B. Sonderland, März, Lithographie, in: Das Jahr und was es den Kindern bringt! 1861.


Bildtafel März, in: Düsseldorfer Künstleralbum mit artistischen Beiträgen 1

Louis Des-Coudres (1820–1878), 1851 , Düsseldorf

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Arnz&Comp. (Verlag)
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H. Kaufmann d. Ä., März, Lithographie, in: Düsseldorfer Künstleralbum mit artistischen Beiträgen 1 (1851).
Auch diese Gegenüberstellung von Sonderlands Interpretation des Monats März mit einem Monatsbild aus dem Düsseldorfer Künstleralbum von Hermann Kaufmann d. Ä. (1808–1889) macht deutlich, wie vielfältig und beinahe konträr die inhaltliche Schwerpunktsetzung zum selben Thema sein kann. So entscheidet sich Kaufmann für eine Szene vor kahlen Bäumen und bewölktem Himmel. Mit sorgenvollem Blick prüft der Bauer das unstete Wetter, während seine Arbeiter schon auf das Feld hinausfahren. Sonderlands Darstellung des März wird hingegen durch das Aufblühen der Natur im Frühling charakterisiert. Glücklich lächelnd pflegen Kinder und Erwachsene Garten, Obstbäume und ein erstes Lamm. Im Hintergrund wird auch hier das Feld von einem Bauer bestellt – in zarten Farben wirkt die Szenerie im Kinderbuch lieblich und sorglos.




Oktober – Bildtafel in: Das Jahr und was es den Kindern bringt!

Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878), 1861, Düsseldorf

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Levy Elkan, Bäumer & Co., vormals Arnz & Co. (Verlag)
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J. B. Sonderland, Oktober, Lithographie, in: Das Jahr und was es den Kindern bringt! 1861.


Bildtafel Oktober, in: Düsseldorfer Künstleralbum mit artistischen Beiträgen 1

Louis Des-Coudres (1820–1878)
, 1851 , Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
Arnz&Comp. (Verlag)
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H. Ritter, Oktober, Lithographie, in: Düsseldorfer Künstleralbum mit artistischen Beiträgen 1 (1851).
In diesem letzten Vergleich überscheiden sich die Monatsdarstellung von Kinderbuch und Künstleralbum ein weiteres Mal in der Motivwahl, da in beiden Lithographien der Wein thematisiert wird. In der Illustration von Henry Ritter (1815–1853) wird in der Bilderzählung der Fokus auf eine gutgelaunte weinselige Personengruppe gelegt, die sich anlässlich der jährlichen Weinernte erfreut und betrinkt. Im Gegensatz dazu stellt Sonderland den Kindern den Prozess der Weinproduktion in seinen Einzelschritten vor Augen, von der Ernte der Trauben, über das Verschließen des Fasses bis hin zum Trinken des fertigen Weins. Wieder erweist sich Sonderlands Komposition als spezifisch kindgerecht, denn der manierliche Genuss des Weins soll keineswegs mit Trunkenheit verwechselt werden. Die Bilderzählung entwickelt sich in parallelen Handlungssträngen, die nicht nach ihrer zeitlichen Chronologie geordnet sind. Die Kinder sind hier als Assistenzfiguren zu erkennen, sie kosten den frischen Traubensaft und spielen mit den Früchten.
Blättern Sie gern durch ->das gesamte Buch! (SF)




Titelblatt, in: Das goldene ABC dargestellt in Bildern aus dem Natur- und Menschenleben. Nebst erklärendem Texte und beigefügten Räthseln und Charaden. Zur Beförderung eines gewandteren Lesens sowie zur belehrenden Unterhaltung für die liebe Jugend.

Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

, 1849, Düsseldorf

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August Wilhelm Schulgen (Verlag), Hermann Voß (Druckerei), Lithographische Anstalt Wilhelm Severin

Johann Baptist Sonderland, Das goldene ABC dargestellt in Bildern aus dem Natur und Menschenleben, Düsseldorf (August Wilhelm Schulgen) 1849

Viel zu entdecken gibt es in Das goldene ABC von Johann Baptist Sonderland (1805 – 1878). Auf den „Bildern aus dem Natur- und Menschenleben“ stoßen Betrachter:innen dieses Werkes auf eine Vielzahl von farbig kolorierten Illustrationen, die dem Alphabet zugeordnet sind. Im Publikationsjahr 1849 wird für die Leser:innen wohl auch Unbekanntes, gar Exotisches auf den Bildern zu entdecken gewesen sein. Den zwanzig Bildtafeln folgt ein Textteil, der die Bilder genauestens erklärt. Für diejenigen, die sowohl den Bildern als auch den dazugehörigen Textabschnitten aufmerksam gefolgt sind, winkt am Ende der Publikation eine Rätselseite, deren Inhalte es mithilfe des neu erworbenen Wissens zu lösen gilt.



Lehrtafel in: ABC-Bilder und Lesebuch - Das arme und das reiche Kind, Düsseldorf (Arnz&Comp.) 1844, S. 3

1844, Düsseldorf

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Arnz (Verlag)
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Lehrtafel, in: ABC-Bilder und Lesebuch - Das arme und das reiche Kind, Düsseldorf (Arnz&Comp.) 1844, S. 3.
Die sogenannten ABC-Bücher besitzen eine sehr lange Tradition, die bis in das 15. Jahrhundert zurückreicht. Auch bekannt als ‚Fibeln‘ dienten sie der Vermittlung der Lese- und Schreibfähigkeit. Im Laufe der Zeit wurden sie jedoch vermehrt mit bunten Illustrationen ausgestattet und entwickelten sich zunehmend zu einem Medium der Unterhaltung.
Doch die Rezipient:innen solcher ABC-Bücher waren nicht ausschließlich Kinder und Heranwachsende. Einige Publikationen waren so konzipiert, dass sie auch lebenspraktische und  religiöse Inhalte vermittelten und auf enzyklopädisches Wissen Bezug nahmen. Sie zielten damit auf die Bildung von Menschen eines jeden Alters ab.
Ganz ähnlich verhält es sich bei dem Goldenen ABC. Anders als bei klassischen ABC-Büchern finden sich hier keine Buchstabentafeln und Leseübungen. Zumindest um mehr über die einzelnen Illustrationen zu erfahren, müssen Betrachter:innen dieses Buches des Lesens mächtig sein. Demnach lässt sich keine genaue Zielgruppe festlegen – die Nutzung als Schulbuch scheint jedoch nicht beabsichtigt gewesen zu sein, da die Umsetzung der kolorierten Lithographien sehr aufwändig war.




Bildtafel zum Buchstaben „C“, in: Das goldene ABC

Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

, 1849, Düsseldorf

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August Wilhelm Schulgen (Verlag), Hermann Voß (Druckerei), Lithographische Anstalt Wilhelm Severin

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J. B. Sonderland, Bildtafel zum Buchstaben "C", kolorierte Lithographie, in: Das goldene ABC 1849.


C wie… Chamäleon, Canarienvogel, Citrone… zu sehen ist hier eine der zwanzig Bildtafeln des Goldenen ABCs. Eingefasst in einer dünnen Rahmung sind die Illustrationen dieser Tafel gänzlich dem Buchstaben C gewidmet. Neben dem Buchstaben in Groß- und Kleinschreibung ist eine Vielzahl an kleinformatigen, handkolorierten Lithographien so angeordnet, dass eine jede ausreichend Platz findet. Dabei zeigen die Illustrationen neben Darstellungen aus der Natur und aus dem Tierreich auch Gegenstände des alltäglichen Lebens, Handwerkstätigkeiten und fremde Kulturen.
Unterhalb des Bildfeldes ist ein Textfeld innerhalb des Rahmens angelegt. Darin sind die Namen der oben zu abgebildeten Objekte in alphabetischer Reihenfolge geschrieben.
Die ‚Citrone‘ befindet sich in der Mitte der Tafel und wird ausführlich im Textteil der Publikation beschrieben. Ähnlich einem Lexikonartikel erfahren Nutzer:innen dieses Buches alles Wissenswerte über die Zitrone, ihre Herkunft, ihren optimalen Lebensraum und ihrem Nutzen.
Den Schluss bilden drei Rätselseiten, die sich auf einzelne Objekte der jeweiligen Bildtafeln beziehen. Auch hier lässt sich – nach einigen Überlegungen – die ‚Citrone‘ wiederfinden.


Ausschnitt von „Citrone“, in: Das goldene ABC, S. 11, vorgelesen von Noëmi Krausz

Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878) (Illustrator)
Noëmi Krausz (Audio / Einsprechen des Textes), 1849, Düsseldorf

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© Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (Bild/Buch) © Noëmi Krausz (Audio)

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August Wilhelm Schulgen (Verlag), Hermann Voß (Druckerei), Lithographische Anstalt Wilhelm Severin

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Anonym, "Citrone", in: Das goldene ABC 1849, gelesen von Noëmi Krausz.


Räthsel und Charaden IV., in: Das goldene ABC, S. 62, vorgelesen von Jonas Friedrich Leonhardi

Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878) (Illustrator)
Jonas Friedrich Leonhardi (*1990) (Audio / Einsprechen des Textes)

, 1849, Düsseldorf

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© Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (Bild/Buch) © Jonas Friedrich Leonhardi (Audio)

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August Wilhelm Schulgen (Verlag), Hermann Voß (Druckerei), Lithographische Anstalt Wilhelm Severin

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Anonym, "Rätsel und Charaden I.", in: Das goldene ABC 1849, gelesen von Jonas Friedrich Leonhardi.


Bildtafel zum Buchstaben „A“, in: Das goldene ABC

Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)
, 1849, Düsseldorf

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August Wilhelm Schulgen (Verlag), Hermann Voß (Druckerei), Lithographische Anstalt Wilhelm Severin

Goldenes ABC Tafel A.jpg
J. B. Sonderland, Bildtafel zum Buchstaben "A", kolorierte Lithographie, in: Das goldene ABC 1849.


Die Illustrationen stechen sofort durch ihre handkolorierte Farbenpracht ins Auge. Auch verstand Johann Sonderland die Anordnung der einzelnen Abbildungen: Bei einigen Bildtafeln – zum Beispiel bei A, B und E – fertigte Sonderland ornamentale Verzierungen an, die sich aus einzelnen Illustrationen der jeweiligen Buchstaben zusammensetzen. Gekonnt wurden die einzelnen Elemente von Johann Sonderland zu einer stimmigen Gesamtkomposition miteinander verwoben. So entsteht der Eindruck als seien diese Schmuckelemente mit einem größeren künstlerischen Aufwand verbunden, da sie einzig und allein für die hier vorliegende Publikation angefertigt wurden.


Bildtafel zum Buchstaben „B“, in: Das goldene ABC

Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)
, 1849, Düsseldorf

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August Wilhelm Schulgen (Verlag), Hermann Voß (Druckerei), Lithographische Anstalt Wilhelm Severin

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J. B. Sonderland, Bildtafel zum Buchstaben "B", kolorierte Lithographie, in: Das goldene ABC 1849.


Bildtafel zum Buchstaben „E“, in: Das goldene ABC

Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878), 1849, Düsseldorf

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August Wilhelm Schulgen (Verlag), Hermann Voß (Druckerei), Lithographische Anstalt Wilhelm Severin

Goldenes ABC Tafel E.jpg
J. B. Sonderland, Bildtafel zum Buchstaben "E", kolorierte Lithographie, in: Das goldene ABC 1849.


Montage Bildtafel zu Buchstabe „H“, in: "Das goldene ABC" und Hai aus Friedrich Strack, Naturgeschichte in Bildern, Bd. 4: Fische, Düsseldorf (Arnz&Co.) 1826

Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878) (Illustrator von "Das Goldene ABC")

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Andere Illustrationen hingegen besitzen eine lange Bildtradition, die bei verschiedenen Künstlern zu finden ist und sich für einen längeren Zeitraum zurückverfolgen lässt. Beispielhaft für eine solche Übernahme von Bildtraditionen ist auf der Tafel des Buchstaben ‚H‘ zu finden. Zu sehen ist hier unter anderem die Illustration eines Hais, die eine Querverbindung zu der 1826 im selben Verlag erschienenen, Naturgeschichte in Bildern mit erläuterndem Texte von Friedrich Strack darstellt. Im vierten Band der Naturgeschichte behandelt Strack verschiedene Arten von Fischen und geht hierbei auch auf den Hai ein. Die Ähnlichkeit dieser beiden Illustrationen ist, trotz der 20 Jahre Altersunterschied, der zwischen den beiden Publikationen liegt, sehr deutlich zu erkennen. Die Darstellung des Hais wurde von verschiedenen Künstlern über die Jahre hinweg übernommen und überliefert.
(SM)


Tafel I: Hemisphären, in: Orbis Pictus

Heinrich Grünewald (Autor); Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf (Arnz & Comp.) 1841

Heinrich Grünewald, Orbis Pictus ein Lern- und Unterhaltungsbuch für die wißbegierige Jugend, Düsseldorf (Arnz&Comp.) 1841



Tafel I: Hemisphären, in: Orbis Pictus

Heinrich Grünewald (Autor); Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

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Düsseldorf (Arnz & Comp.) 1841
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J. B. Sonderland, Tafel I: Die beiden Hemisphären, kolorierte Lithographie, in: Orbis Pictus 1841.

Von den Hemisphären, über die heimischen und exotischen Gewächse und Pilze über die Wasser-, Haus- und Waldtiere aller Kontinente, bis zu den Menschen, ihren Wohnungen, Berufen, Ständen und Spielen – ob für Kinder oder Erwachsene – der Orbis Pictus. Ein Lern- und Unterhaltungsbuch für die wißbegierige Jugend mit 30 fein colorierten Tafeln bietet einen weit gefassten Blick auf „die Welt in Bildern“. Er präsentiert die ausgewählten Themen entlang der naturkundlichen Klassifikation jener Zeit und appelliert zugleich, die Wunder der Natur als Schöpfung Gottes zu preisen. 
Herausgegeben um 1841 vom Düsseldorfer Verlag Arnz & Comp., beinhaltet das Buch ursprünglich 30 handkolorierte Lithographien (in diesem Exemplar fehlen die Tafeln 24 und 25, Die vier Jahreszeiten), denen sich Begleittexte anschließen. In diesen werden die Tafeln sachlich beschrieben und mit Anekdoten, Gedichten und historischen Details kommentiert. Ziel ist es, zu unterhalten zugleich und zu belehren.





Tafel II: Gewächse. Flechten, Schwämme, Moose, Getreide- und Gemüsearten, in: Orbis Pictus

Heinrich Grünewald (Autor); Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

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Düsseldorf (Arnz & Comp.) 1841
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J. B. Sonderland, Tafel II: Gewächse. Flechten, Schwämme, Moose, Getreide- und Gemüsearten, kolorierte Lithographie, in: Orbis Pictus 1841.


„Man könnte euch, liebe Kinder, ein großes dickes Buch von den Gräsern und Wiesenblumen schreiben, so reich ist die Natur schon in dieser Hinsicht; allein vor der Hand ist es wichtiger und lehrreicher, euch mit den Giftpflanzen vor allem bekannt zu machen, da diese so manches junge Leben schon in Gefahr gebracht haben. […] Der giftige Fliegenschwamm (Agaricus muscarius). Fig. 4. […] Auf dem Lande legen ihn die Landleute in Milch, und die Fliegen, die daraus naschen, sterben davon. Es ist aber eine gefährliche Sache, indem auch leicht ein Kind von dieser vergifteten Milch genießen könnte.“ (Orbis Pictus 1841, S. 8 und S. 5)



Tafel V: Früchte, in: Orbis Pictus

Heinrich Grünewald (Autor); Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

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Düsseldorf (Arnz & Comp.) 1841

Die Bilder werden, ganz im Stil heutiger Lexikon-Einträge, sachlich erläutert. Gedichte und historischen Abrisse bereichern die Texte. Aktuelle Beobachtungen, beispielsweise zum Artenrückgang, aber auch nützliche Warnungen, wie die vor giftigen Pflanzen, verbinden die Themen mit dem Alltag der kleinen Leser:innen. Forscherpersönlichkeiten wie der Astronom Nikolaus Kopernikus (1473–1543) oder Carl von Linné (1707–1778) und Erfinder, beispielsweise des Heißluftballons oder der hochmodernen Eisenbahn, werden namentlich genannt und für ihre Leistungen gewürdigt. Neben wissenschaftlichem Fachwissen vermittelt der Text ein religiös fundiertes Naturverständnis: Im Einklang mit dem Annahmen der Zeitgenossen folgt das Buch auch der Vorstellung vom Menschen als Krönung der Schöpfung.



Tafel VIII: Schmetterlinge, in: Orbis Pictus

Heinrich Grünewald (Autor); Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf (Arnz & Comp.) 1841
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J. B. Sonderland, Tafel VIII: Schmetterlinge, kolorierte Lithographie, in: Orbis Pictus 1841.


Der Illustrator, der Düsseldorfer Künstler Johann Baptist Sonderland (1805–1878), erweckte Tiere, Menschen und ihre Tätigkeiten mit ganzseitigen Bildtafeln zum Leben. Durch den Einsatz bunter Farben lässt er die Betrachter:innen seine Darstellung der Welt eindrucksvoll erfahren. Besonders die Tafel der Schmetterlinge sticht dabei heraus: Hier arrangiert er die einzelnen Abbildungen zu einem Gesamtbild, das dem eines Kaleidoskops oder Mandalas sehr nahekommt.



Tafel VII: Insekten, in: Orbis Pictus

Heinrich Grünewald (Autor); Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

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Düsseldorf (Arnz & Comp.) 1841
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J. B. Sonderland, Tafel VII: Insekten, kolorierte Lithographie, in: Orbis Pictus 1841.


Jede der dreißig Bildtafeln besteht aus fortlaufend nummerierten Bildern. Sie vereinen Einzelabbildungen von Dingen und Lebewesen oder szenische Darstellungen, sodass Illustrationen Platz finden. Nur die Krönung Kaiser Karls dem Großen, die zur Illustration des Ständesystems eingefügt ist, füllt eine ganze Tafel. Zwei Drittel des Bildteils ist der Natur gewidmet, ein Drittel bezieht sich auf das Leben der Menschen.



Tafel IX: Fische, in: Orbis Pictus

Heinrich Grünewald (Autor); Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf (Arnz & Comp.) 1841
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J. B. Sonderland, Tafel IX: Fische, kolorierte Lithographie, in: Orbis Pictus 1841.

Um den Orbis Pictus vielfältig, aber auch zweckmäßig umzusetzen, orientierte sich Sonderland an älteren Veröffentlichungen, auch an Büchern aus demselben Verlag. Friedrich Stracks (1781–1852) Naturgeschichte in Bildern mit erläuterndem Text (1818–1826) zeigt in 4 Bänden und auf über 300 farbigen Bildtafeln Säugethiere, Vögel, Amphibien und Fische. Auch hier schließt sich dem Bildteil ein Textteil mit wissenschaftlichen Erläuterungen an. Ähnlich wie bei dem Goldenen ABC ist es möglich, dass Sonderland für den Orbis Pictus einzelne Tierdarstellungen von Strack entlehnt hat.





Tafel X: Seeteufel, in: Friedrich Strack, Naturgeschichte in Bildern, Bd. 4: Fische, Düsseldorf (Arnz&Co.) 1826

Christian Friedrich Leberecht Strack (1781–1852) (Autor)

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Tafel X: Seeteufel, in: Friedrich Strack, Naturgeschichte in Bildern, Bd. 4: Fische, Düsseldorf (Arnz&Co.) 1826.


Tafel XI: Von den Vögeln, in: Orbis Pictus

Heinrich Grünewald (Autor); Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf (Arnz & Comp.) 1841
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J. B. Sonderland, Tafel XI: Vögel, kolorierte Lithographie, in: Orbis Pictus 1841.

Der Anspruch, in exakten, meist farbigen Illustrationen und knappen Kommentaren, Kindern umfassende Sachkenntnisse nahezubringen, dabei aber nicht zuletzt zu unterhalten, teilt der Orbis Pictus etwa mit dem von Friedrich Justin Bertuch (1747–1822) in Weimar veröffentlichten Bilderbuch für Kinder (1790–1830). Dieses präsentiert auf hunderten Bildtafeln kindgerecht tausende Illustrationen zu 14 Themengruppen aus Natur und Kultur. Bunt gemischt warten die Bände mit allerlei Vertrautem und Fremdartigen auf.

Die Systematik von Sonderlands Orbis Pictus steht hingegen der Tradition des namengebenden Orbis Sensualium Pictus nahe, den Johann Amos Comenius (1592–1670) Mitte des 17. Jahrhunderts veröffentlichte. Auch dieses Lateinlehrbuch, das als erstes illustriertes Kinderbuch überhaupt gilt, gibt in Bildern einen weltumspannenden Blick.





Tafel XVII: Von den Säugethieren (Fortsetzung), in: Orbis Pictus

Heinrich Grünewald (Autor); Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf (Arnz & Comp.) 1841
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J. B. Sonderland, Tafel XVII: Von den Säugethieren, kolorierte Lithographie, in: Orbis Pictus 1841.

Bertuchs Bilderbuch für Kinder gingen zudem 1774 das Elementarwerk von Johann Bernhard Basedow (1724–1790) und 1784 die Bilder-Akademie für die Jugend  von Johann Sigmund Stoy (1745–1808) voraus. Beide können als Bindeglieder in der Entwicklung der Sach-Bilderbücher zwischen dem Orbis Sensualium Pictus und den nachfolgenden enzyklopädischen Bilderbüchern für Kinder betrachtet werden.





Montage zweier Details aus: Basedow, Elementarwerk und Heinrich Grünewald, Orbis Pictus..., Düsseldorf 1841.

Elementarwerk: Daniel Nikolaus Chodowiecki (Illustrator), J. F. Schuster (Stecher)
Orbis Pictus: Johann Baptist Sonderland (Illustrator)

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Elementarwerk: Deutsches Historisches Museum, Berlin,
Orbis Pictus: Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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Elementarwerk: © Deutsches Historisches Museum, Berlin Orbis Pictus: © Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

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Wie weit Sonderlands Illustrationen unmittelbar einer Bildtradition verbunden waren, die sogar über die Geschichte des Verlages hinaus zurückreicht, lässt sich nur im Einzelfall erforschen. So ist seine – farbige – Darstellung einer Buchdruckerei beispielsweise mit einer Illustration von Daniel Chodowieckis (1726–1801) in Basedows Elementarwerk verwandt.



Montage von Orbis Pictus 1841, Tafel XXIV (Frühling, Sommer) und XXV (Herbst, Winter)

Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

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Staatsbibliothek Berlin – Preußischer Kulturbesitz

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Staatsbibliothek Berlin – Preußischer Kulturbesitz

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf (Arnz & Comp.) 1841
Im Orbis Pictus finden sich jedoch auch eigene Bilderfindungen Sonderlands. Figuren aus den Jahreszeiten-Darstellungen sollte er selbst wiederverwenden: Den pflügenden Bauern im Hintergrund, die Schafschererin, die Schnitter, die Apfelpflücker und das Familienensemble unter dem Weihnachtsbaum können in dem 20 Jahre später erschienenen Bilderbuch Das Jahr und was es den Kindern bringt (1861), wiederentdeckt werden.


Tafel XX: Von den Wohnungen der Menschen, in: Orbis Pictus

Heinrich Grünewald (Autor); Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf (Arnz & Comp.) 1841
Der Orbis Pictus möchte kompakt, aber dennoch weit gefächert Einblick in alle Aspekte der Schöpfung geben und seine Leser:innen mit allerlei Details faszinieren und amüsieren. 

So mit Wortspielen...

„Manche Leute bauen auch Schlösser in der Luft, die aber so leicht zerplatzen wie Seifenblasen, und das ist nicht klug. (Fig. 14)“ (Orbis Pictus 1841, S. 85)


Tafel XXVII: Nationen, in: Orbis Pictus

Heinrich Grünewald (Autor); Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf (Arnz & Comp.) 1841
...mit exotischen Motiven...


Tafel XXX: Spiele, in: Orbis Pictus

Heinrich Grünewald (Autor); Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805–1878)

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf (Arnz & Comp.) 1841

... und mit humorvollen Wort-Bild-Kombinationen: Es ist eine kurze aber richtige Lehre: "Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen", und mit ihr läßt sich auch noch der zweite Satz verbinden: "Wer nicht fleißig ist, der soll auch nicht spielen." (Orbis Pictus 1841, S. 111)

Ob auch Ross und Reiter fleißig waren?
(FR)



Einband vorn, in: Bildersammlung aus dem Leben der Thiere mit belehrender Beschreibung

Ch. Hucklenbroich, W. v. Wouw (Illustratoren), 1842, Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf Arnz&Comp. (Verlag)

Anonym, Bildersammlung aus dem Leben der Thiere mit belehrender Beschreibung, Düsseldorf (Arnz&Comp.) um 1842

Brüllende Löwen, stolze Hähne, tapsende Bären, niedliche Kätzchen. In der Bildersammlung aus dem Leben der Thiere mit belehrender Beschreibung  findet man sie alle. Um 1842 von dem Düsseldorfer Verlag Arnz & Comp. herausgegeben, ist dies ein Buch für Kinder und Jugend. Die 12 bunten Bildtafeln (in dem ausgestellten Exemplar sind es 11, da Tafel 2 "Der Strauß" fehlt) lassen die Betrachter:innen in die Welt der Tiere eintauchen und zeigen jene in ihrem natürlichen Umfeld oder in einer sie bezeichnenden Szene. Umrahmt sind die einzelnen Bilder von weiteren kleinen Illustrationen, die aus dem Zusammenleben von Mensch und Tier erzählen. Den Bildtafeln folgen Texte, die über das jeweilige Tier berichten.

Man hat ihn schon in den ältesten Zeiten den ‚König der Thiere‘ genannt, weil er alle übrigen Thiere an Stärke übertrifft.
 Man findet ihn vorzüglich im Innern von Afrika, besonders am Cap, und in den heißeren Gegenden Asiens. Seine Gestalt ist außerordentlich kühn und majestätisch. Seine Größe ist verschieden. Die größten sind 6 bis 9 Fuß lang, und der Schwanz, der am Ende mit einer Quaste versehen ist, beträgt in der Länge 4 Fuß. Er ist 4 bis 5 Fuß hoch. Seine Farbe ist gelblich braun. Er hat eine starke Brust und einen großen Kopf. Am Halse hat er eine herrliche Mähne. [...]

Bildersammlung aus dem Leben der Thiere mit belehrender Beschreibung, Düsseldorf um 1842, S. 1.





Der Löwe – Bildtafel 1 (Ausschnitt), in: Bildersammlung aus dem Leben der Thiere

Chr. Hucklenbroich (Illustrator), 1842, Düsseldorf

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Düsseldorf Arnz&Comp. (Verlag)
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W. B. van Wouw, Der Löwe – Tafel 1, kolorierte Litographie, in: Bildersammlung... 1842.
Es ist vermutlich nicht schwer zu erraten, über welches Tier hier berichtet wird. Richtig – über den Löwen. Beschreibend und sachlich belehrt der Autor die Lesenden, ähnlich dem Orbis Pictus, der um 1841 im selben Verlag erschienen ist und ebenfalls in dieser Ausstellung gezeigt wird.
Doch warum hat der Löwe – das Tier, das an Stärke nicht übertroffen werden kann – einen Pfeil im Rücken? Und was erzählen die kleinen Szenen, die das Hauptbild schmücken?
Der Autor, der bisher nicht identifiziert ist, wollte sein Wissen über die einzelnen Tiere nicht nur sachlich und formal, sondern vor allem anschaulich und lebendig, sozusagen ‚aus dem Leben gegriffen‘, an den kleinen Leser und die kleine Leserin herantragen.
So bringt er sachliche Informationen mit lebendigen Geschichten zusammen und zitiert, wie im Beispiel des Löwen, aus den Schriften älterer Autoren, unter anderem über die Erfahrungen mutiger Dorfbewohner wie Gutsbesitzer Georg Rennie, Bauer Gert oder einer Mutter und ihrem Kind...




Der Löwe, in: Bildersammlung aus dem Leben der Thiere, S. 1, vorgelesen von Noëmi Krausz

Ch. Hucklenbroich, W. v. Wouw (Illustratoren)
Noëmi Krausz (Audio / Einsprechen des Textes), 1842, Düsseldorf

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© Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (Bild) © Noëmi Krausz (Audio)

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf Arnz&Comp. (Verlag)
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Anonym, "Der Löwe", in: Bildersammlung... 1842, gelesen von Noëmi Krausz.
Doch bei der reinen Bildhaftigkeit der Sprache möchte es der Autor nicht belassen. Dem Text sind farbenprächtig kolorierte Lithographien vorangestellt, welche die Betrachtenden in ihren Bann ziehen. Hier zeigt sich der Löwe nicht nur als räuberisches Jagdtier, nein, man lernt ihn auch als treues Zugtier oder zahmen Löwen kennen, wie er auch im Begleittext beschrieben wird.




Der Löwe – Bildtafel 1 (Ausschnitt), in: Bildersammlung aus dem Leben der Thiere

Chr. Hucklenbroich (Illustrator), 1842, Düsseldorf

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Düsseldorf Arnz&Comp. (Verlag)
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W. B. van Wouw, Der Löwe – Tafel 1, kolorierte Lithographie, in: Bildersammlung... 1842.
In manchen Passagen überschneiden sich Erzählung und Darstellung.




Der Löwe – Bildtafel 1 (Ausschnitt: Löwenwagen), in: Bildersammlung aus dem Leben der Thiere

Chr. Hucklenbroich (Illustrator), 1842, Düsseldorf

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Düsseldorf Arnz&Comp. (Verlag)
Bildschirmfoto 2021-03-25 um 12.33.40.png


Der Löwe – Bildtafel 1 (Ausschnitt: "Löwenfreund"), in: Bildersammlung aus dem Leben der Thiere

Chr. Hucklenbroich (Illustrator), 1842, Düsseldorf

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Düsseldorf Arnz&Comp. (Verlag)
Bildschirmfoto 2021-03-25 um 12.34.00.png
Manche Geschichten hingegen sind nicht illustriert und umgekehrt findet sich so manches Bild nicht im Text wieder, wie die folgenden Beispiele verdeutlichen. Um welche Szenen könnte es sich dabei handeln? Hat der Lithograph hier möglicherweise Szenen und Personen inszeniert, die einem jeden Kind des 19. Jahrhunderts bekannt waren?




Der Löwe – Bildtafel 1 (Ausschnitt: Löwenbändiger), in: Bildersammlung aus dem Leben der Thiere

Chr. Hucklenbroich (Illustrator), 1842, Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf Arnz&Comp. (Verlag)
Bildschirmfoto 2021-03-25 um 12.34.18.png


Der Löwe – Bildtafel 1 (Ausschnitt: Daniel in der Löwengrube?), in: Bildersammlung aus dem Leben der Thiere

Chr. Hucklenbroich (Illustrator), 1842, Düsseldorf

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Düsseldorf Arnz&Comp. (Verlag)
Bildschirmfoto 2021-03-25 um 12.34.31.png


Der Löwe – Bildtafel 1 (Ausschnitt: Löwe, Frau), in: Bildersammlung aus dem Leben der Thiere

Chr. Hucklenbroich (Illustrator), 1842, Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf Arnz & Comp. (Verlag)
Bildschirmfoto 2021-03-25 um 12.34.44.png


Einband vorn, in: Bilder-Saal. Ein Quodlibet aus dem Leben der Thiere

1842, Düsseldorf

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Technische Universität Braunschweig, Universitätsbibliothek, Kinderbuchsammlung

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Kurzbeschreibung
Arnz&Comp. (Verlag)
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W. B. van Wouw, Einband, Lithographie, in: Bilder-Saal... 1842.
Das Buch wirft viele Fragen auf. So ist wenig über seine Provenienz und nichts zum Autor bekannt. Anhand der Signaturen auf einzelnen Bildtafeln ist jedoch erkenntlich, dass es sich bei den Illustratoren um Chr. Hucklenbroich und Willem Bastiaan van Wouw handelt.
 
Willem Bastiaan van Wouw (vermutlich 1822–1878) war ein niederländischer Zeichner und Lithograph. Neben seinen Bildtafeln in der Bildersammlung aus dem Leben der Thiere mit belehrender Beschreibung stellte er auch weitere Buchillustrationen für den Düsseldorfer Verlag Arnz & Comp her, wie beispielsweise für das 1842 erschienene Buch Bilder-Saal: ein Quodlibet aus dem Leben der Menschen und Thiere.




Zur Erinnerung an die Saecular Jubel Feier der Berliner Bürger Schützen Gilde, 20.-23. Juli 1847

Chr. Hucklenbroich (Zeichner), Louis Rocca (Verleger), Druckgrafik, um 1830

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Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin

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© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek; Fotograf: Anna Russ

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Kurzbeschreibung
Foto: Anna Russ © Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin
Hucklenbroich Kunstbibliothek.jpg
Chr. Hucklenbroich, Zur Erinnerung an die Saecular Jubel Feier der Berliner Bürger Schützen Gilde, 20.-23. Juli 1847, Lithographie, koloriert.


Chr. Hucklenbroich (nachweisbar um 1840-1877) bleibt ein noch größeres Geheimnis als sein Kollege Willem Bastiaan van Wouw. Hier deuten bisher nur einige Vergleichswerke, bei denen Hucklenbroich als Künstler ausgewiesen ist, darauf hin, dass er von der Mitte der 1840er Jahre bis Mitte der 1870er Jahre für Verleger an verschiedenen Standorten Graphiken und Buchillustrationen fertigte. Ein Beispiel ist eine Druckgraphik, die er Zur Erinnerung an die Saecular Jubel Feier der Berliner Bürger Schützen Gilde im Jahr 1847 im Auftrag des Verlegers Louis Rocca veröffentlichte. Neben Buchillustrationen entwarf Hucklenbroich folglich auch Bilder zu tagespolitischen Themen.


Einbandrückseite, in: Bildersammlung aus dem Leben der Thiere mit belehrender Beschreibung

Buch, 1842, Düsseldorf

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Kurzbeschreibung
Düsseldorf Arnz&Comp. (Verlag)
In der Bildersammlung aus dem Leben der Thiere mit belehrender Beschreibung ist es beiden Künstlern gelungen, ein stimmiges Ensemble bunter Bildtafeln zu erstellen, die jedes Kind und vielleicht auch jeden Erwachsenen in die Welt der Tiere versetzen und für einen Moment verzaubern. Gleichwohl vermag die ein oder andere Darstellung oder Erzählung so manche sensible Seele auch erschrecken. ->Sehen Sie selbst hinter dieser Verknüpfung!
(NRMS)

04

Im Kreis der Kinderbuch-Künstler

Kinderbuch-Künstler zwischen Düsseldorf und Dresden
An das rege Künstlerleben und die enge Zusammenarbeit in Düsseldorf knüpften die Maler Eduard Bendemann, Julius Hübner und der Holzschneider Hugo Bürkner nach ihrer Übersiedlung nach Dresden an, wo sie um 1840 nacheinander an die Kunstakademie berufen wurden. Hier erweiterte sich ihr Freundeskreis durch alte und neue Bekannte. Drei Beispiele für Gemeinschaftsarbeiten aus dieser Gruppe stellen wir Ihnen hier vor.

Für den Erfolg entscheidend waren der Maler-Dichter Robert Reinick und der Künstler Ludwig Richter, die eng mit dem Leipziger Wigand-Verlag kooperierten und in den 1840er Jahren vermehrt für Kinder schrieben und zeichneten.
Der Dresdener Ludwig Richter illustrierte große Märchensammlungen und zahlreiche kleine Schriften für Kinder. Die Bewunderung für seine oft humorvollen, künsterisch qualitätvollen Bilder riss nie ab. Anschaulich urteilte 1912 Hermann Hesse, er möge sich keine Kindheit ohne Richters Illustrationen vorstellen, denn "die Richterschen Zeichnungen [...] tun mir den Himmel der Kinderfreude heller und weiter auf, als irgend sonst ein Schlüssel es tun kann."
Robert 
Reinick war den Düsseldorfer Freunden nach Dresden gefolgt. Er wird als inspirierende und einende Person charakterisiert, als "die große Herzenswärmflasche". In Dresden initiierte er viele Publikationen für Kinder, darunter der Deutsche Jugendkalender (1847–1852), der die Form des Almanachs für Erwachsene mit kindgerechten Texten und Bildern aufgriff. Reinick hatte mit
 der illustrierten Gedichtanthologie Lieder eines Malers mit Randzeichnungen seiner Freunde (1837) ein maßgebliches Gemeinschaftswerk mit Künstlern der Düsseldorfer Malerschule realisiert, an dem sich beispielsweise Bendemann, Hübner, Achenbach und Sonderland als Illustratoren beteiligten. Robert Schumann steuerte mehrere Kompositionen bei. Schumann und der Komponist Ferdinand Hiller erweiterten ab 1844 den Dresdener Kreis und ließen sich von dessen Buchprojekten zu Liedern inspirieren. Ein Beispiel können Sie hier hören!




Ausschnitt aus Frontispiz, in: Die Ammenuhr

Eduard Julius Friedrich Bendemann (1811–1819) (Illustrator), Hugo Bürkner (1818–1897) (Holzschneider)

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Meyer und Wigand (Verlag), Friedrich Arnold Brockhaus (Druckerei)

Achim von Arnim, Clemens Brentano, Die Ammen-Uhr: aus des Knaben Wunderhorn, Leipzig (Mayer&Wigand) 1843

   



Titelblatt, in: Die Ammenuhr

Eduard Julius Friedrich Bendemann (1811–1819) (Illustrator), Hugo Bürkner (1818–1897) (Holzschneider)

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Kurzbeschreibung
An der Publikation beteiligt waren: Achim von Arnim (1781–1831) und Clemens Brentano (1778–1842) (Autoren); Eduard Bendemann (1811–1889; Titelillustration und 9. Holzschnitt), Julius Hübner (1806–1882; 1. Holzschnitt), Adolf Ehrhardt (1813–1899; 2. Holzschnitt), Carl Peschel (1798–1879; 3. Holzschnitt), Ludwig Richter (1803–1884; 4. Holzschnitt), Otto Wagner (1803–1861; 5. Holzschnitt), Ernst Oehme (1797–1855; 6. Holzschnitt), Ernst Rietschel (1804–1861; 7. Holzschnitt) und Theobald von Oer (1807–1885; 8. Holzschnitt) (Illustratoren); Meyer und Wigand (Verlag), Friedrich Arnold Brockhaus (Druckerei)
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E. Bendemann, Titelblatt, Holzschnitt, in: Die Ammen-Uhr 1843.

Das Buch Die Ammen-Uhr. Aus des Knaben Wunderhorn. In Holzschnitten nach Zeichnungen von Dresdner Künstlern umfasst 25 Seiten mit ->zehn schwarz-weiß Illustrationen und wurde vermutlich 1843 in Leipzig bei F. A. Brockhaus gedruckt und bei Mayer und Wigand publiziert. Die Publikation widmet sich einem einzigen Gedicht, Die Ammen-Uhr, das aus neun vierzeiligen Strophen besteht.
Die Autoren Achim von Arnim (1781–1831) und Clemens Brentano (1778–1842) haben zusammen mit befreundeten Illustratoren Eduard Bendemann (1811–1889), Julius Hübner (1806–1882), Adolf Ehrhardt (1813–1899), Carl Peschel (1798–1879), Ludwig Richter (1803–1884), Otto Wagner (1803–1861), Ernst Oehme (1797–1855), Ernst Rietschel (1804–1861) und Theobald von Oer (1807–1885) an dieser Veröffentlichung zusammengearbeitet.
Eröffnet wird die Publikation mit dem Frontispiz von Eduard Bendemann, das von Hugo Bürkner umgesetzt wurde. Unterhalb dieser Illustration sind Publikationsort und Verlag zu lesen. Auf das Frontispiz folgen das Titelblatt und der Gedichtstext der Ammen-Uhr, dessen Strophen sich über zwei Seiten erstrecken. Es folgt, je auf der rechten Seite, zu jeder Strophe eine ganzseitige Illustration. Interessanterweise erscheint die titelgebende Amme in dem Gedicht nicht als handelnde Figur, sondern wird lediglich in den letzten drei Strophen in der zweiten Person angesprochen.
Alle Strophen sind gleichmäßig aufgebaut: Jeder der vier Verse besteht nur aus einem kurzen Satz, der aus einem Haupt- und einem Zeitwort gebildet wird. Der dritte Vers gibt dabei die jeweils thematisierte Stunde an. Beschrieben wird im gleichmäßigen Stundentakt der Verlauf der Nacht bis zum Morgen.





Die Zeichner und Verleger der "Ammenuhr"

Ernst Ferdinand Oehme (1797–1855), Zeichnung / Autograph, um 1842–1855

Aus der Sammlung von

Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett

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© Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Kurzbeschreibung
Die auf der oberen Randleiste dargestellten Künstler von links nach rechts: Theobald von Oer, Eduard Bendemann, Ludwig Richter, Ernst Ferdinand Oehme, Ernst Rietschel, Julius Hübner, Adolf Ehrhardt und Carl Peschel
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E. F. Oehme, Die Zeichner und Verleger der "Ammenuhr“, um 1842-55, 263x115 mm, Feder in schwarzer Tusche.
Das große Los gezogen - Entstehungsgeschichte

In seiner Autobiographie beschreibt Ludwig Richter die Entstehungsgeschichte dieses Buches. Während eines der wöchentlichen Treffen des Dresdner Künstlerzirkels, bei dem monatlich Kompositionen vorgestellt wurden, soll die Idee für die Publikation aufgekommen sein. Per Los wurde jedem Beteiligten eine Strophe zur Illustration zugeteilt.
Obwohl die Bildtafeln von verschiedenen Künstlern entworfen wurden, haben sie ein gemeinsames Darstellungskonzept. Die Illustrationsentwürfe wurden in derselben Technik umgesetzt, sie verzichteten auf eine farbige Gestaltung, gliederten den Bildraum mit Hilfe von architektonischen Elementen und integrierten die Texte der jeweils illustrierten Liedstrophe unmittelbar in das Bild. Beeinflusst von den Erzählformen im Bilderbogen und in Anlehnung an die Genremalerei werden alle narrativen Elemente der Strophen verdeutlicht.
Eine Besonderheit und Unterscheidung lässt sich in dem Text-Bild-Verhältnis der einzelnen Bildtafeln erkennen: Die Verse sind stets auf Schriftrollen geschrieben – ob von der Wäscheleine baumelnd, an einen Balken genagelt, zwischen Säulen aufgespannt oder als ein abstraktes Feld, das sich nicht in das Narrativ des Bildes einfügt, unterlag der Gestaltungsfreiheit der einzelnen Künstler.





Schmucktitel und Frontispiz, in: Achim von Arnim / Clemens Brentano, Des Knaben Wunderhorn: alte deutsche Lieder, div. Ausgaben/Bände

Aus der Sammlung von

diverse, vgl. folgende Folien

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Vgl. einzelne Blätter auf den folgenden Folien

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Montage Titelblätter Des Knaben Wunderhorn.jpg
Vom Anhang zur Berühmtheit 
Zwar war Des Knaben Wunderhorn nicht die erste Sammlung von Volksliedern – aber sie gilt als die erfolgreichste in der deutschen Literaturgeschichte. Bereits 1802 planten Brentano und von Arnim die Veröffentlichung einer gemeinsamen Liedersammlung, auf Grundlage ihrer umfangreichen Privatsammlungen.
Den Auftakt bildete jedoch ein Brief Brentanos an von Arnim aus dem Februar 1805, in dem er auf die Unvollkommenheit der bisherigen Liederbücher verweist. Schon Anfang September 1805 wurde der erste Band von
Des Knaben Wunderhorn publiziert. Durch Goethes positive Rezension in der Jenaischen Allgemeinen Literaturzeitung gewann dieser schnell an Bekanntheit.
Bereits ab Dezember 1805 starteten Brentano und von Arnim einen Aufruf, um ihre Sammlung zu erweitern. Anfang Januar 1808 reiste Arnim mit dem Manuskript und einem Teil der „Kinderlieder“ nach Heidelberg. Während sich der Druck verzögerte, schickte Brentano weiter Material nach Heidelberg. Irgendwann waren die Texte so zahlreich, dass von Arnim sich für eine Aufteilung in zwei Bände entschied. Im Jahr 1808 erschien dann der zweite Teil des
Wunderhorns sowie der dritte Band des Wunderhorns.
Wie ursprünglich vorgesehen, wurden „
Die Kinderlieder“ zunächst separat veröffentlicht. Aber, um den unterschiedlichen Seitenumfang des zweiten und dritten Bandes des Wunderhorns auszugleichen, wurden dem dritten Band Texte des zweiten Teils hinzugefügt. So erschien im September 1808 erstmals diese erweiterte Form des dritten Bandes. Ein Bestandteil dieses Anhangs ist die hier vorgestellte Ammen-Uhr.
Erst die Vertonungen des Gedichts und die Integration in illustrierte Kinderliederbücher sorgten sowohl für eine literarische Rezeption, als auch für die allgemeine Verbreitung dieses Gedichtes. Seitdem wurde diese künstlerische Gemeinschaftsarbeit in verschiedenen Versionen neu publiziert: sowohl in schwarz-weiß wie auch koloriert, faksimiliert und nachgedruckt.




Schmucktitel in: Achim von Arnim / Clemens Brentano, Des Knaben Wunderhorn. Alte Deutsche Lieder, Band 1, Heidelberg/Frankfurt a. M. (Mohr und Zimmer) 1806

1806, Heidelberg

Aus der Sammlung von

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

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Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

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100dpi_Titelblatt in- Achim v. Arnim, Clemens Brentano, Des Knaben Wunderhorn. Alte Deutsche Lieder, Band 1, Heidelberg:Frankfurt a. M. (Mohr und Zimmer)1806.jpg


Frontispiz, in: Achim von Arnim / Clemens Brentano, Des Knaben Wunderhorn: alte deutsche Lieder, Anhang, Heidelberg (Mohr u. Zimmer) 1808

1808, Heidelberg

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Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Frankfurt am Main / Nachlaß Schopenhauer

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© Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Frankfurt am Main

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Schmucktitel, in: Achim von Arnim / Clemens Brentano, Des Knaben Wunderhorn: alte deutsche Lieder, Band 2, Heidelberg (Mohr u. Zimmer) 1808

1808, Heidelberg

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Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

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© Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

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