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Stadtarchiv Nürnberg

Herzlich willkommen im Stadtarchiv Nürnberg!

Das „Gedächtnis der Stadt“ steht nicht still - und so hatte das Stadtarchiv auch in den vergangenen zwei Jahren nicht nur durch die Abgaben von städtischen Behörden und Dienststellen, sondern auch durch Schenkungen, Dauerleihgaben und eigenen Erwerb stetig Zuwächse zu verzeichnen. Diese ergänzen und bereichern unsere Bestände. Manchmal sind sie sogar in der Lage, das Bild von der Vergangenheit entscheidend zu beeinflussen, es zu schärfen – oder es überhaupt erst entstehen zu lassen. Vielen Dank also an alle Personen und Institutionen, die durch Schenkung oder Dauerleihgaben dazu beigetragen haben!
Unterlagen aus privater Überlieferung, z.B. Nachlässe, Familien- und Patrizierarchive, Vereins- und Unternehmensarchive sind überaus vielfältig: so sind es Fotos, Briefe, Postkarten, Karten und Pläne, Stiche, Skizzenbücher und vieles mehr, die uns Vergangenes vergegenwärtigen. Sie machen greifbar und drücken aus, wie die Menschen zu früheren Zeiten „tickten“ und verraten etwas über den Zeitgeist, dem sie entstammen.
Für die Online-Präsentation wurde eine Auswahl aus den rund 200 Neuzugängen der Jahre 2018 bis 2020 getroffen. Sie alle sind „Neu im Stadtarchiv“, wurden bereits in die Tektonik eingeordnet, verzeichnet, verpackt, teilweise digitalisiert und in die Bestände aufgenommen, wo sie die Zeiten überdauern können.
Die Stücke sind so vielseitig wie die Menschen, die sie über- oder hinterlassen haben, und zeugen vom ständigen Wandel aller Dinge ebenso wie von der Beständigkeit mancher Phänomene. Tiefe und ganze Generationen betreffende historische Zäsuren wie das Kriegsende vor 75 Jahren, gezeigt durch den Blick des Künstlers Paul Speiser (s. Nr. 25), stehen neben einer individuellen Freundschaftserklärung aus dem 19. Jahrhundert, die unser diesmaliges Leitarchivale ist: „Unverfaelschte Liebe“ (s. Nr. 4).
Die Ausstellung war ursprünglich für das Kleine Foyer des Stadtarchivs geplant, konnte dort jedoch aufgrund der Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie nicht stattfinden. So ist sie nun hier im Web zu sehen und kann unabhängig von Zeit und Raum besucht werden.
Folgen Sie also einfach Ihrer Neugier! Rechts oben auf der Seite können Sie in einer Gliederung bestimmte Seiten direkt ansteuern - oder aber Sie lassen sich chronologisch durch die Ausstellung leiten. Viel Vergnügen!




Trachtenbuch der patrizischen Oberschicht

Hertz, Georg, Handschrift, koloriert, um 1592, Nürnberg

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Die erste Trachtendarstellung: "Tracht der Inwoneten Burger zu Nurnberg als die Stat unter Graff Albrecht aus Francken gewest Anno 900"


1. Ein Trachtenbuch der Nürnberger Oberschicht

Aus dem späten 16. Jahrhundert stammt diese kostbare Handschrift mit rund 100 kolorierten Federzeichnungen. Thema ist in chronologischer Folge die Kleidung der patrizischen Oberschicht Nürnbergs vom 12. bis zum späten 16. Jahrhundert. Am dichtesten ist das 15. und 16. Jahrhundert behandelt. Es ist anzunehmen, dass viele der Darstellungen fiktiv sind und durchaus realistischer werden, je näher sie an die Lebenszeit des Künstlers heranreichen.

Auf der linken Seite wird jeweils die Kleidung der patrizischen Männer, auf der rechten Seite die der Frauen exemplarisch gezeigt (s. Darstellungen auf den nächsten Seiten des Sliders). Frappierend ist die Ähnlichkeit der Darstellungen zu denen des berühmten und prächtigsten aller Geschlechterbücher, des "Großen Tucherbuchs" (Stadtarchiv Nürnberg E 29/III Nr. 258) - weshalb davon auszugehen ist, dass der Maler Georg Hertz d. Ä. (1566-1634) oder seine Werkstatt an der Ausführung auch dieser Handschrift beteiligt waren. Der konkrete Zusammenhang zwischen den Büchern ist jedoch noch ungeklärt und bedarf intensiver Forschungsarbeit.

Das Stück kam 2020 aus Privatbesitz ins Stadtarchiv Nürnberg (Acc. Nr. A 17/2020).
La



Trachtenbuch der patrizischen Oberschicht

Hertz, Georg, Handschrift, koloriert, um 1592, Nürnberg

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Die männliche Tracht "Anno 1450": Mann im braunen, pelzbesetzten Mantel mit schwarzem Hut. In der rechten Hand ein Paternoster


Trachtenbuch der patrizischen Oberschicht

Hertz, Georg, Handschrift, koloriert, um 1592, Nürnberg

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Die weibliche Tracht "Anno 1450": Frau im grünen Kleid mit blauen Aufsätzen, besticktes Schultertuch, goldbestickter Gürtel


Trachtenbuch der patrizischen Oberschicht

Amman, Jost; Hertz, Georg, Geschlechterbuch, 1590-1618, Nürnberg

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Anthoni I. Tucher und seine Frau Barbara, geb. Stromer, auf fol. 55r des "Großen Tucherbuchs"
Anthoni I. Tucher und seine Frau Barbara, geb. Stromer im "Großen Tucherbuch"
Die Figuren aus dem Trachtenbuch ähneln an zahlreichen Stellen stark denen des etwa zeitgleich entstandenen "Großen Tucherbuchs". Als ein Beispiel für viele wurden hier die Figuren Anthoni I. Tuchers (1412-1476) und seiner Frau Barbara, geb. Stromer (+1484), ausgewählt. Die Gesichter unterscheiden sich deutlich, auch die Kolorierung der weiblichen Tracht ist verschieden von der im Trachtenbuch, doch die Haltung der Figuren ist höchst ähnlich.

Die Zeichnungen des "Großen Tucherbuchs" sind in vielen Fällen insgesamt feiner und filigraner.





Kolorierte Karte "District des Fraenkischen Kreises um Nürnberg 1799"

Lochner, Carl Friedrich, Karte, 1799, Fränkischer Kreis (1799); Franken (1799) - Reichskreis

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Kurzbeschreibung
Kolorierte Karte "District des Fraenkischen Kreises um Nürnberg 1799", oben links Titel, unten Legende und Maßstab am Unterrand "C. F. Lochner de"
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2. Der Anfang vom Ende der Reichsstadt

Kolorierte Karte mit dem Titel „District des Fraenkischen Kreises um Nürnberg“ aus dem Jahr 1799, angefertigt von dem Kupferstecher Carl Friedrich Lochner (1772-1809). Der Kartenbereich umfasst im Nordosten den Auerbacher Wald, im Osten Etzelwang, im Südwesten Schwabach und im Westen die Rednitz und die Regnitz. Im Nachhinein sind in brauner, grüner und roter Farbe Grenzlinien angebracht worden, die das zu dieser Zeit stetig kleiner werdende Territorium der Reichsstadt verdeutlichen: So gehörten die Ämter Gräfenberg, Velden und Hiltpoltstein bereits seit 1790/91 zum Territorium Kurpfalzbayerns. Preußen wiederum hatte 1796 den Hochgerichtsbezirk in der „Alten Landschaft“ (braunes Flächenkolorit) besetzt, so dass die Reichsstadt de facto bereits auf ihre Mauern beschränkt war. Geblieben waren lediglich das Pflegamt Lichtenau (nicht auf dieser Karte) und Streubesitz im Hochstift Bamberg. 1806 schließlich einverleibte sich das "Königreich Baiern" auch die Reichsstadt und Nürnbergs Eigenständigkeit war dahin.
Unten: drei verschiedene Maßstäbe, Maßstab an sich ca. 1 : 125.000, unten rechts: Legende, an den Seiten Angabe der Breiten- und Längengrade.

Die Karte kam 2019 als Depositum („Sammlung Hölzl, Mögeldorf“) ins Stadtarchiv (Acc. Nr. D 2/2019).
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Einblattdruck als Glückwunsch des "Lobsprechers" von Nürnberg, Stephan Wolf

Wolf, Stephan, Einblattdruck, 1790er Jahre, Nürnberg

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3. Glückwunsch als Beruf: Der "Lobsprecher"

In der Reichsstadt Nürnberg wirkte in den 1790er Jahren der letzte „Lobsprecher“, auch „Ehren- und Ruhmsprecher“ namens Stephan Wolf (um 1755-1821/25), von Beruf Schuhmacher. Er war wie seine Vorgänger vom Rat der Reichsstadt als „Spruchsprecher des Rats“ bestellt und dafür zuständig, für öffentliche, aber auch private festliche Anlässe in Reimform Glück- und Segenswünsche zu verfassen. Viele seiner Gelegenheitsdichtungen sind im Druck erschienen, z.B. zu Neujahr. Auch für viele Handwerke der Stadt verfasste er Gelegenheitsverse. Auf dem hier gezeigten Einblattdruck sprach Stephan Wolf die Brautpaare Nürnbergs an und beglückwünschte die Vermählung unter anderem mit folgenden Worten:
„Das Paradieß der keuschen Ehe sey stets an Seegensfruechten reich, und werde nie an Fluch und Wehe den oeden Gruenden Sodoms gleich."
Darunter ist eine allegorische Darstellung mit dem Titel „Tugend bindet, Lieb entzündet“  zu sehen: Der unter dem Auge Gottes geschlossene Treuebund zwischen Menschen wird über einem Altar auf der Linken von der Tugend bekränzt, auf der Rechten von der Liebe entzündet. Im Hintergrund eine ideale Landschaft, ein Füllhorn und der „Kindersegen“.
Die Tradition des „Lobsprechens“ geht auf das 15. und 16. Jahrhundert zurück und war nicht auf Nürnberg beschränkt - jedoch lebte hier der berühmteste Spruchdichter, der Schuhmacher und Meistersinger Hans Sachs (1494-1576).

Das Blatt wurde 2018 bei einer Auktion erworben (Acc. Nr. A 10/2018).
La



"Album Amicorum" der Pauline Rösler (1838-1903)

Familie Rösler, Einzelblättchen einer Loseblattsammlung, 18. Mai 1853, Nürnberg

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"Album Amicorum" der Pauline Rösler (1838-1903) in Form einer Loseblattsammlung. Insbesondere ab den 1850er Jahren häufigen sich die Blättchen, in welchen Freunde und Verwandte der jungen Pauline anhand von handschriftlichen Widmungen und kleinen Bildchen die anhaltende Freundschaft beschworen. Folgendes Blättchen wurde ihr 1853 von ihrer Tante Ph. Stippler gewidmet.
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4. "Unverfaelschte Liebe"
Ende 2019 erhielt das Stadtarchiv eine ungewöhnliche Postzustellung. In einem Karton, der durch das SOS-Kinderdorf Österreich dem Archiv als Schenkung überstellt wurde, befand sich der umfangreiche Nachlass der Familie Rösler, deren Ursprünge in Nürnberg zu finden sind. Am spektakulärsten sind sicher die Memoiren des für früh verstorben gehaltenen, in Wahrheit aber nach Polen verzogenen Künstlers Johann Philipp Rösler (1770-1840), s. Nr. 5 dieser Ausstellung. Ein großes Konvolut der Archivalien betrifft zudem die Person des K. u. k. Hofrats Professor Dr. Leonhard Rösler, welcher als Sohn des Paul Christian Rösler (1792-1867) und der Maria Elisabeth Rösler, geb. Dallinger (1802-1858), im Jahr 1839 in Nürnberg geboren wurde und ab 1870 als renommierter Önologe (Fachmann für Weinproduktion) und Chemiker in Klosterneuburg an der „Chemisch-Physiologischen Versuchsstation für Wein- und Obstbau“ wirkte.


"Album Amicorum" der Pauline Rösler (1838-1903)

Familie Rösler, Einzelblättchen einer Loseblattsammlung, ohne Datumsangabe, 1850er Jahre, Nürnberg

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Kurzbeschreibung
"Album Amicorum" der Pauline Rösler (1838-1903) in Form einer Loseblattsammlung. Insbesondere ab den 1850er Jahren häufigen sich die Blättchen, in welchen Freunde und Verwandte der jungen Pauline anhand von handschriftlichen Widmungen und kleinen Bildchen die anhaltende Freundschaft beschworen. Folgendes Blättchen wurde ihr in den 1850er Jahren von G. Ludwig Ruerth(?) gewidmet.
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Zeit seines Lebens pflegte er eine innige Beziehung zu seiner älteren Schwester Pauline Barbara Rösler (1838-1903), wobei die hinterlassenen Unterlagen von diesem besonderen Familienverbund Zeugnis ablegen. Bildhaft wird dies im sogenannten „Album Amicorum“ der Pauline Rösler. In dieser Loseblattsammlung beschworen Freunde und Verwandte der jungen Pauline in Form von handschriftlichen Widmungen, Zeichnungen oder durch Glanzbildchen die anhaltende Freundschaft sowie „Unverfaelschte Liebe“.



"Album Amicorum" der Pauline Rösler (1838-1903)

Familie Rösler, Einzelblättchen einer Loseblattsammlung, 7. Februar 1849, Nürnberg

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Kurzbeschreibung
"Album Amicorum" der Pauline Röler (1838-1903) in Form einer Loseblattsammlung. Insbesondere ab den 1850er Jahren häufigen sich die Blättchen, in welchen Freunde und Verwandte der jungen Pauline anhand handschriftlicher Widmungen und kleiner Bildchen die anhaltende Freundschaft beschworen. Folgendes Blättchen wurde ihr 1849 von ihrem Bruder Leonhard Rösler gewidmet.
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Meist umfassten die Widmungen eine religiöse oder lyrische Sentenz sowie eine Angabe, wann und wo das Blättchen angefertigt wurde. Im Sinne einer Dedikation benennen sich abschließend Autorin oder Autor selbst und schildern das (Verwandtschafts-)Verhältnis, in welchem sie zur jungen Pauline stehen. Innerhalb dieser Frühform des Poesie- oder Freundschaftsalbums findet sich auch eine Dedikation Leonhard Röslers, ihres „innigliebenden Bruders“.

Die Stücke kamen 2019 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 40/2019).
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Tagebuch des Johann Philipp Rösler

Bayer, Johann Philipp; Bystry, Magdalena; Cieciszewski, Casimir von; Ihle, Johann Eberhard; Joblonowski, Stanislaus Pavel; Kaiser, Franz; Rösler, Johann Philipp; Rösler, Johann Valentin; Scheurl, Clara Sophia; Scheurl; Worcell, Stanislaw Gregor, Manuskript, 1770-1840 (verfasst 1840), Annopol; Dubno; Fleischbrücke; Fürth; Horodok; Korzec; Luzk; Nürnberg; Pulawy; Racot; Tuczyn; Wolhynien

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Kurzbeschreibung
Autobiographische Aufzeichnung des Johann Philipp Rösler in deutscher Sprache
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5. Johann Philipp Rösler: Memoiren eines "verschollenen" Künstlers

Johann Philipp Rösler, geboren in Nürnberg am 3. Mai 1770 als Sohn des Kürschners Johann Valentin Rösler und seiner Ehefrau Clara Sophia Scheurl aus Fürth, kam mit „verdrehten Füßen“ auf die Welt. Nach Schulbesuch, Konfirmandenunterricht und privaten Zeichenunterrichtsstunden bei dem Portraitmaler Johann Eberhard Ihle (1727-1814) kam er 1785 bei dem Freskomaler Johann Philipp Bayer (1729-1798) in Nürnberg in die Lehre. Als er diese 1789 abgeschlossen hatte, kehrte er in das väterliche Haus an der Fleischbrücke zurück und arbeitete als Portraitmaler. Hier hielt er 1792 zusammen mit dem Kunsthändler Johann Friedrich Frauenholz (1758-1822) und dem Arzt Johann Benjamin Erhard (1766-1827) die Gründungsversammlung des „Nürnberger Vereins für Künstler und Kulturfreunde“ – heute „Kunstverein Albrecht-Dürer-Gesellschaft“ – ab.



Tagebuch des Johann Philipp Rösler

Bayer, Johann Philipp; Bystry, Magdalena; Cieciszewski, Casimir von; Ihle, Johann Eberhard; Joblonowski, Stanislaus Pavel; Kaiser, Franz; Rösler, Johann Philipp; Rösler, Johann Valentin; Scheurl, Clara Sophia; Scheurl; Worcell, Stanislaw Gregor, Manuskript, 1770-1840 (verfasst um 1840), Annopol; Dubno; Fleischbrücke; Fürth; Horodok; Korzec; Luzk; Nürnberg; Pulawy; Racot; Tuczyn; Wolhynien

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Kurzbeschreibung
Autobiographische Aufzeichnung des Johann Philipp Rösler in deutscher Sprache

Kurz darauf beschloss Johann Philipp Rösler, sein Elternhaus zu verlassen und sein Glück in der Fremde zu suchen. Im Mai 1793 brach er von Nürnberg nach Dresden auf, wo er sich mit Zeichenunterricht den Lebensunterhalt verdiente, bis 1798 das außergewöhnliche Angebot des polnischen Fürsten Stanislaus Pavel Jablonowski (1762-1822) ihn dazu bewegte, in das unbekannte Wolhynien zu ziehen, um dort u.a. die Tochter des Fürsten zu unterrichten. Die Reise führte ihn über das Rittergut Racot, Warschau, Pulawy, Horodok und Tuczyn nach Annopol, dem Stammsitz der Familie Jablonowski. Nach dreijähriger Zeichenlehrertätigkeit bei der Familie zog er Ende 1800 nach Tuczyn, um ein Familienportrait für den Fürsten Walewski anzufertigen. Als diese Arbeit im Jahr 1802 abgeschlossen war, folgten von Rastlosigkeit, Krankheit und finanziellen Sorgen geprägte Jahre, in denen er in Korzec, Ostrog und Dubno lebte. Zu diesem Zeitpunkt brach Rösler jeglichen Kontakt zu seiner Familie ab und entschied sich letztendlich, die Fürsten Jablonowski um Unterstützung zu bitten. In Nürnberg vermutete man, wie z.B. im Taschenbuch von Nürnberg von 1819, Rösler sei in der Blüte seines Lebens gestorben, oder leider in Krakau verstorben, wie Carl Mainberger 1838 schrieb.



Tagebuch des Johann Philipp Rösler

Bayer, Johann Philipp; Bystry, Magdalena; Cieciszewski, Casimir von; Ihle, Johann Eberhard; Joblonowski, Stanislaus Pavel; Kaiser, Franz; Rösler, Johann Philipp; Rösler, Johann Valentin; Scheurl, Clara Sophia; Scheurl; Worcell, Stanislaw Gregor, Manuskript, 1770-1840 (verfasst um 1840), Annopol; Dubno; Fleischbrücke; Fürth; Horodok; Korzec; Luzk; Nürnberg; Pulawy; Racot; Tuczyn; Wolhynien

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Kurzbeschreibung
Autobiographische Aufzeichnung des Johann Philipp Rösler in deutscher Sprache
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Tatsächlich verschaffte die Fürstin Jablonowski Rösler 1807 eine Anstellung in Stepan bei dem Gouvernement Marschall Stanislaw Gregor Worcell, wo er dessen Sohn Stanislaw Gabriel unterrichten sollte. Die Anstellung wurde 1810 beendet und es folgten wieder Jahre der Entbehrung, die er in Luzk verbrachte. Im Jahr 1814 sollte sich Röslers prekäre Lage für immer zum Guten wenden, denn er wurde als Zeichenlehrer nach Iwanczyce in das Haus der Familie Bystry berufen, wo er den Rest seines Lebens verbringen sollte. Die Tochter Magdalena Bystry beschäftigte Rösler sogar noch nach ihrer Eheschließung 1833 mit dem Freiherrn Casimir von Cieciszewski. So konnte Rösler einen ruhigen Lebensabend auf dem Gut verbringen und sogar deutsche Auswanderer bei der Koloniegründung unterstützen.

Hier feierte er am 3. Mai 1840 seinen 70. Geburtstag und schloss kurz vor seinem Tod seine Memoiren ab, die er selbst "Erinnerungen aus dem Leben eines begnadigten armen Sünders" betitelte.

Das Stück kam 2019 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 40/2019).
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Das ehemalige Predigerkloster in Nürnberg, Zeichnung von Johann Leonhard Böttinger

Böttinger, (Johann) Leonhard, Einzelblatt, April 1840, Burgstr. 4; Burgstr. 8; Stöpselgasse

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6. Das ehemalige Predigerkloster in Nürnberg

Das Blatt von der Hand des Künstlers Johann Leonhard Böttinger (1802-1843) zeigt die Front der Gesamtanlage des früheren Dominikaner- oder Predigerklosters in der Burgstraße von Westen gesehen. Der Teil mit dem Hof nach Norden, zur Stöpselgasse hin, besitzt zur Straße ein heute verlorenes und im Stadtarchiv fotografisch nicht belegtes, antikisierendes Portal mit Spitzgiebel. Auf sämtlichen Dächern sind schon Blitzableiter montiert. Am linken Bildrand ist der nach Süden blickende Stufengiebel des Hauses Burgstraße 8 (alt: S 605) sichtbar.
Bezeichnet unten in Blei: das Predigerkloster zu Nürnberg. Signiert rechts unterhalb des Gebäudefußes in Blei: Böttinger April 1840.

Das Stück wurde 2019 erworben (Acc. Nr. A 1/2019).
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Gruppenporträt der Kinder des Freiherrn Wilhelm von Tucher und seiner Frau Friederike Karoline Wilhelmine Camilla, geb. von Montperny

von Tucher, Theodor (1838-1916); von Tucher, Susanna (1837-1884); von Tucher, Karl (1842-1926); von Tucher, Helene (1840-1897); von Tucher, Wilhelm; von Tucher, Friederike Karoline Wilhelmine Camilla, geb. Montperny, Fotografie; Daguerreotypie, 1843/44, unbekannt

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Stadtarchiv Nürnberg; Tucher`sche Kulturstiftung

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7. Bitte lächeln…

möchte man sagen zu diesen Kindern auf einer Daguerreotypie, die 1843/44 entstanden ist. Es handelt sich um ein Unikat, auf dem die Kinder des Freiherrn Karl Friedrich Wilhelm von Tucher von Simmelsdorf (1805-1875) und seiner Frau Friederike Karoline Wilhelmine Camilla, geb. von Montperny (1818-1889), in der typischen Aufmachung der Porträtfotografie des frühen 19. Jahrhunderts zu sehen sind. Abgebildet sind von links nach rechts Theodor (1838-1916), Susanna (1837-1884), Karl (1842-1926) und Helene (1840-1897) von Tucher.
Da das Verfahren der Daguerreotypie, benannt nach dem französischen Maler Louis Daguerre, erst 1839 veröffentlicht wurde, ist diese Aufnahme ein sehr frühes Zeugnis der Technik.
In dem Bestand, dem das Bild entstammt, befinden sich zahlreiche Porträtfotografien der Familie von Tucher aus dem 19. Jahrhundert, darunter auch weitere Porträts der hier abgebildeten Familie.

Das Foto kam 2019 als Depositum der Tucher'schen Kulturstiftung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. D 4/2019).
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Johannisfriedhof, Zeichnung von Felix Grünewald

Grünewald, Felix, Skizzenbuch, 1859, Johannisfriedhof, Ketzelkreuz; Johannisfriedhof, Kreuzigungsgruppe; Johannisfriedhof, Ostportal

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8. Das Skizzenbuch des Felix Grünewald

Diese hochformatige Zeichnung des Künstlers Felix Grünewald (1802-1874) aus einem seiner Skizzenbücher lenkt den Blick über einige Grabsteine auf das traditionell so genannte Ketzelkreuz. Außerhalb der mit einem Zaun besetzten Friedhofsmauer steht der Kalvarienberg von Adam Kraft mit den drei Gekreuzigten, zwischen den Kreuzen sieht man je eine Standfigur. Ganz rechts ist das von Trauerweiden flankierte Ostportal des Johannisfriedhofs zu sehen, in dessen nördlicher Nische eine Standfigur zu erkennen ist. Die Zeichnung zeigt das Kreuz im Jahre 1859 – ein Jahr bevor es wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde.



Die Johanniskirche mit dem Pfarrhaus, Zeichnung von Felix Grünewald

Grünewald, Felix, Skizzenbuch, 1859, Johannisbauernhof; Johannisbauernhof, Hofmauer; Johannisbauernhof, Portal; Johannisfriedhof; Johannisfriedhof, Pfarrhaus; Johanniskirche; Schießplatz St. Johannis

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Im Skizzenbuch Felix Grünewalds von 1859 befindet sich auch dieser Blick von Süden auf die Johanniskirche und das damals noch innerhalb des Friedhofs stehende Pfarrhaus, das kurz darauf abgebrochen wurde. Links hinter einem nach Osten weisenden Portal zeigt sich ein Gebäude des Johannisbauernhofs mit Krüppelwalm nach Süden. Im Vordergrund steht ein mächtiger Baum, im Mittelgrund sieht man weitere Bäume – darunter eine Trauerweide – sowie etliche Personen zwischen verstreut liegenden Grabsteinen. Die Mauer nach Süden zum Schießplatz hin ist offensichtlich schon entfernt. Bezeichnet unten halbrechts: S. Johannis





Ansicht von Winzelbürg, Zeichnung von Felix Grünewald

Grünewald, Felix, Skizzenbuch, 1859, Winzelbürg; Nürnberg

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Ein weiteres Blatt aus dem Skizzenbuch Felix Grünewalds von 1859 führt den Blick von Südosten auf das Wohnhaus des heute restlos verschwundenen Anwesens, an das nach Süden ein niedrigerer Nutzbau angesetzt ist. Davor sind ein Brunnen, ein Leiterwagen und etliche Hühner sowie links ein Mann gezeigt. Rechts des Wohnhauses ist das Hoftor zu sehen, das zur heutigen Bismarckstraße führte. Bezeichnet eigenhändig links unten: Winzelberg.
Das Wohnhaus entspricht der heute unbebauten Stelle zwischen den Anwesen Bismarckstr. 58 und Nettelbeckstr. 1, wo der Anbau des Hofs zu lokalisieren wäre. Jedenfalls ist diese Darstellung von größter Seltenheit und damit von entsprechender Bedeutung.

Das Skizzenbuch kam 2019 als Depositum („Sammlung Hölzl, Mögeldorf“) ins Stadtarchiv (Acc. Nr. D 2/2019).
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Blick über die Maxtormauer auf die Burg, Zeichnung von George Willoughby Maynard

Maynard, George Willoughby, Einzelblatt, ohne Datumsangabe, ca. 1870, Burg; Fünfeckturm; Heidenturm; Luginsland; Maxtormauer; Rundbastei, Maxtormauer; Sinwellturm

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9. Ein US-Amerikaner in Nürnberg

Diese Zeichnung – ein Blick über die Maxtormauer auf die Burg – fertigte der us-amerikanische Künstler George Willoughby Maynard (1843-1923) während seiner Europareise von 1869 bis 1874 an. Der Blick reicht von Osten auf die Stadtmauer zwischen Rundbastion und Burg. Auf der Rundbastion im Vordergrund ist das heute noch bestehende Gartenhäuschen zu sehen. Von der Burg sind sichtbar: der Sinwellturm, der Heidenturm, nach rechts der Luginsland und der Fünfeckturm. Unten links eigenhändig bezeichnet: Nurnburg.

Das Blatt wurde 2019 erworben (Acc. Nr. A 4/2019).
Wein



Blick über die Maxtormauer auf die Burg, Zeichnung von George Willoughby Maynard

Maynard, George Willoughby, Einzelblatt, ohne Datumsangabe, ca. 1870, Burg; Fünfeckturm; Heidenturm; Luginsland; Maxtormauer; Rundbastei, Maxtormauer; Sinwellturm

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Ansicht des Spittlertores von Osten (Ludwigstraße), um 1885

Wallraff, Heinrich, Fotoabzug, undatiert, um 1885, Nürnberg

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10. Der Spittlertorturm um 1885

Die vorliegende Aufnahme stammt aus einem Konvolut von rund 30 Aufnahmen aus dem früheren Besitz des Architekten Heinrich Wallraff (1858-1930) und wurde im April 2019 von seinen Nachfahren angekauft. Es handelt sich um Albuminabzüge mit Motiven aus dem 19. Jahrhundert, die – ganz im Stil dieser Zeit – auf Karton, etwas größer als das Bildformat, aufgezogen wurden. Sämtliche Bilder zeigen Motive aus Nürnberg, die meisten davon aus dem Altstadtbereich. Keines der Fotos enthält jedoch einen Hinweis auf den jeweiligen Fotografen.

Da sich die fotografischen Stilmerkmale der Fotokünstler in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts teilweise sehr ähneln, ist die Bestimmung des Urhebers nur möglich, wenn einmal ein gleiches Motiv auftauchen sollte, das vom Fotografen in irgendeiner Weise (Signierung/Stempel/Prägung) als sein Werk bezeichnet wurde. Immerhin waren 1873 in Nürnberg bereits 23 niedergelassene Fotografen gemeldet.

Das hier ausgewählte Bild zeigt eine Ansicht des Spittlertors mit dem Spittlertorturm von Nordosten, also von innerhalb der Altstadt nach außen. Diese Perspektive ist seltener als die entsprechende Sicht von außen, also von Süden. Die abgebildete Infrastruktur sowie die Kleidung der Personen lässt auf ein Aufnahmedatum um 1885 schließen. Es sind beispielsweise Schienen ohne Oberleitung zu sehen, jedoch mit Pferdedung „dekoriert“, was bedeutet, dass die Aufnahme in der Zeit der Pferdebahn zwischen 1881 und 1898 gemacht wurde. Auch die im Bild befindlichen, gasbetriebenen Straßenlaternen verweisen auf ungefähr diesen Zeitraum.

Wie schon erwähnt, ist eine Zuweisung zu einem bestimmten Fotografen nicht möglich, da der verwendete Stil – Gebäudearchitektur, belebt durch statisch verharrende Personen, von vielen Fotografen in dieser Zeit praktiziert wurde. Wollte man Menschen im Bild haben, so war die einzige Möglichkeit, diese im Ruhezustand abzulichten, da die Lichtstärke der damals verwendeten Objektive eine lange Belichtungszeit erforderte – je nach Lichtsituation bis zu 30 Sekunden. Da die abgebildeten Personen nicht nur Passanten sind, sondern auch aus den Fenstern des für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Spittlertorturms herausschauen, ist als Auftraggeber die Stadt Nürnberg und somit wohl ein Nürnberger Fotograf wahrscheinlich.

Die Aufnahme wurde 2019 erworben (Acc. Nr. A 10/2019).





Selbstporträt des Künstlers Peter Fritz

Fritz, Peter; Fritz, Jakob Millius; Fritz, Christian August Wilhelm, Einzelblatt, 1905, Bamberg; Nürnberg; Neuhaus am Rennweg; Oberbayern; Tirol; Salzburger Land

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Stadtarchiv Nürnberg

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11. Selbstporträt des Malers Peter Fritz 

Hier ist eine Kopfstudie in blauer Kreide vor schwarzem Hintergrund zu sehen. Rückseitig trägt sie die Bezeichnung: Mein Selbstporträt mit 17 Jahren. Signiert: Peter Fritz. Auf dem Trägerkarton: Selbstporträt aus dem Jahre 1905 sowie: Peter Fritz.
Der 1888 in Bamberg geborene Peter Fritz (gest. 1954 in Nürnberg) war der Sohn des Fotografen und Malers Jakob Millius Fritz, dessen Vater Christian August Wilhelm Fritz als Porzellanmaler in Neuhaus am Rennweg tätig gewesen war. Das Selbstporträt zeigt den Künstler am Beginn einer Ausbildung, die ihn unter anderem in der Dekorationsmalerei unterwies. Diese Tätigkeit übte er auf einer mehrjährigen Wanderschaft in Oberbayern, Tirol und im Salzburger Land aus. Der Erste Weltkrieg beendete mit dem Kaiserreich auch die Epoche, welche vielen Malern wie Fritz den Broterwerb durch Ausschmücken von Festen, Buchillustrationen usf. garantiert hatte.

Der Nachlass des Malers Peter Fritz kam 2018 als Schenkung des Neffen ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 41/2018).
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Moses mit den Gesetzestafeln, Zeichnung von Tobias Weiß (konvertiert)

Weiß, Tobias, Einzelblatt, ohne Datumsangabe, ca. 1910, Nürnberg; Nürnberg, Justizvollzugsanstalt - Kapelle

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Stadtarchiv Nürnberg

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Moses mit den Gesetzestafeln, Zeichnung von Tobias Weiß (Original)

Weiß, Tobias, Einzelblatt, ohne Datumsangabe, ca. 1910, Nürnberg; Nürnberg, Justizvollzugsanstalt - Kapelle

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12. Moses mit den Gesetzestafeln

Der vor allem auf dem Gebiet der religiösen Kunst tätige Maler Tobias Weiß (1840-1929) schuf etwa um 1910 die vorliegende Zeichnung, welche in der Art der biblischen Historienmalerei des 19. Jahrhunderts Moses mit den über dem Haupt erhobenen Gesetzestafeln zeigt – kurz bevor er diese zu Boden wirft und zerschmettert. Das Blatt soll nach einer unbewiesenen Überlieferung für ein Altarbild der Kapelle im Zellengefängnis an der Fürther Straße entworfen worden sein. Interessant ist, dass die Darstellung invers gezeichnet ist: Erst wenn man die Farbwerte umkehrt, entsteht das ‚richtige‘ Bild. Dies legt den Schluss nahe, Weiß habe das Bild von einem Fotonegativ (Glasplatte) abgemalt.

Der Nachlass kam 2018 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 38/2018).
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Porträtfoto von Lily Wieszner-Zilcher

Wieszner-Zilcher, Lily, Fotografie, Januar 1916, Nürnberg

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Kurzbeschreibung
Kunstporträt von Lily Wieszner-Zilcher
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13. Vertreterin der Moderne in der Provinz

Mit dem Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“, das 2019 auch in Nürnberg mit Ausstellungen und Vorträgen gewürdigt wurde, bekam auch die fast vergessene Nürnberger Künstlerin Lily Wieszner-Zilcher (1894-1967) Aufmerksamkeit. Da sie meist in einem Atemzug mit dem Volkshochschuldirektor Dr. Georg Gustav Wieszner (1893-1969), ihrem (Ex-)Mann Erwähnung findet, gerät ihr eigenes künstlerisches Schaffen allzu oft in den Schatten. Dabei darf sie zu den herausragenden Künstlern der „Wilden 20er“ in Nürnberg gezählt werden und hat mit ihrem Können dem Bauhaus in Nürnberg Präsenz verliehen.

Als Grafikerin setzte die am Bauhaus entwickelte schnörkellose Typografie unter anderem in Druckmedien der Theatergemeinde und der Volkshochschule um. Zu einer Zeit, in der sich Frauen gerade erst den Zugang zu Kunsthochschulen erkämpft hatten, studierte Lily Wieszner-Zilcher ab 1910 als eines der sogenannten „Malweiber“ Kunst. Zahlreiche Kunstwerke aus der Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg zeugen von ihrem Schaffen.

Der kleine Nachlass kam 2018 auf Vermittlung der Kunstvilla hin als Schenkung der Enkelin ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 42/2018).
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Porträtfoto von Lily Wieszner-Zilcher

Wieszner-Zilcher, Lily, Fotografie, 1910

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Kurzbeschreibung
Kunstporträt von Lily Wieszner-Zilcher
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Zeichnungen von Lily Wieszner-Zilcher

Wieszner-Zilcher, Lily, Buch, 1929, Nürnberg

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Kurzbeschreibung
Veröffentlichungen mit Zeichnungen von Lily Wieszner-Zilcher
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Zeichnungen von Lily Wieszner-Zilcher

Wieszner-Zilcher, Lily, Buch, 1920er Jahre, Nürnberg

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Kurzbeschreibung
Veröffentlichungen mit Zeichnungen von Lily Wieszner-Zilcher
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Titelblatt der ersten Chronik des "Litterarischen Clubs Nürnberg"

Literarischer Klub Nürnberg; Heerdegen, Helene (MN); Hermann, Otto; Herold, Helene; Herold, Walter; Kröck, Karl; Kröck, Rösle; Lauter, August; Lauter, Sophie; Sörgel, Ida; Sörgel, Oskar; Spaemann, Hilde; Spaemann, Walter; Zahn, Paul, Chronik / Protokollband, 1919-1923, Nürnberg

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14. „Der Zweck des Zusammenseins ist Lesen, nicht Essen!“

Am 24. Oktober 1919 kamen sieben junge Leute, drei Frauen und vier Männer, zusammen, um den „Litterarischen Club Nürnberg“ zu gründen, einen privaten Lesezirkel. Man kannte sich aus Tanzstunden und wollte die Geselligkeit weiterhin pflegen, gleichwohl nicht formlos: So wurde eine Satzung erstellt, in der die wichtigsten Belange des „LCN“ geregelt wurden. Sie enthält auch den als Überschrift gewählten Passus. Der Klub hatte zeitweise fast 30 Mitglieder, jedoch bestand er im Kern aus rund zehn Personen. Geleitet wurde er lange Jahre von Oskar Sörgel.



Doppelseite aus der ersten Chronik des "Literarischen Clubs Nürnberg"

Literarischer Klub; Heerdegen, Helene (MN); Hermann, Otto; Herold, Helene; Herold, Walter; Kröck, Karl; Kröck, Rösle; Lauter, August; Lauter, Sophie; Sörgel, Ida; Sörgel, Oskar; Spaemann, Hilde; Spaemann, Walter; Zahn, Paul, Chronik / Protokollband, 1919-1923, Nürnberg

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Lektüre hin oder her: Schon bald treten in den insgesamt acht erhaltenen Protokollbänden, von denen hier die Titelseite und einige Seiten aus dem ersten Band gezeigt werden, andere Beschäftigungen in den Vordergrund. So ging man z.B. gemeinsam Kegeln, machte Ausflüge, feierte gemeinsam Fasching und Weihnachten sowie das jährliche Stiftungsfest, besuchte das Volksfest und Kinovorstellungen – und nutzte diese Gelegenheiten, um anzubandeln. Letzterer Aspekt wurde in den frühen 1920er Jahren so bedeutsam, dass sogar von einem „Verlobungsbazillus“ die Rede war. Folgerichtig wurden bald die ersten „Clubkinder“ begrüßt.
Die Bekanntschaften und Freundschaften hielten, zumindest was den harten Kern anging, über Jahrzehnte. Der letzte Protokollband endet in den frühen 1970er Jahren, als auch die ersten Klubmitglieder starben.





Doppelseite aus der ersten Chronik des "Literarischen Clubs Nürnberg"

Literarischer Klub; Heerdegen, Helene (MN); Hermann, Otto; Herold, Helene; Herold, Walter; Kröck, Karl; Kröck, Rösle; Lauter, August; Lauter, Sophie; Sörgel, Ida; Sörgel, Oskar; Spaemann, Hilde; Spaemann, Walter; Zahn, Paul, Chronik / Protokollband, 1919-1923, Nürnberg

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Der „LCN“ war dezidiert nicht politisch ausgerichtet, dennoch lässt sich bereits in den 1920er Jahren insbesondere an den Zeichnungen des auch später nationalsozialistisch eingestellten Mitglieds Gustav (Gustl) Lauter eine nationalistische Ausrichtung deutlich erkennen. Die Lektüren und Beschäftigungen hingegen waren gemäß den Eintragungen ganz überwiegend unpolitisch und auch Antisemitismus kommt darin nicht zum Ausdruck. Insofern dokumentieren die Chroniken durch ihre jahrzehntelange Kontinuität den Nationalismus und später den Nationalsozialismus in der „Mitte der Gesellschaft“ der Weimarer Republik und des „Dritten Reiches“ und bringen den damaligen „Zeitgeist“ näher.

Die acht Protokollbände kamen 2020 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 7/2020).
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Gründungsprotokoll der Vereinigung Nürnberg-Fürther Motorradfahrer später Erster Nürnberger Automobil-Club 1919

1. NAC; Erster Nürnberger Automobil-Club 1919 e.V.; Vereinigung Nürnberg- Fürther Motorradfahrer, Chronik / Protokollbuch, 1919, Nürnberg

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15. Die erste Vereinigung für Motorradfahrer in Nürnberg

Am 28. Juni 1919 trafen sich fünf Herren in einer Nürnberger Privatwohnung zur Gründung eines Vereins für Motorradfahrer. Bis zu diesem Zeitpunkt bestand in Nürnberg kein Verein dieser Art. Aus diesem unscheinbaren Treffen entstand die Vereinigung Nürnberg-Fürther-Motorradfahrer. Bereits am 5. August 1919 wurden weitere sieben Mitglieder in die Vereinigung aufgenommen. Erst am 1. März 1920 wurde der Verein mit dem Zweck gemeinschaftlicher Wanderfahrten, Veranstaltung motorsportlicher Wettbewerbe und Vertretung von Interessen des Kraftradwesens ins Vereinsregister eingetragen. Den erhaltenen Protokollbüchern kann ein reges Vereinsleben in Form regelmäßiger Veranstaltungen entnommen werden. Durch die steigende Verbreitung von Autos wurde 1925 eine Ausweitung vom Motorradsport auf den Kraftfahrsport beschlossen. Über 100 Jahre später besteht der Verein noch immer. Seit 1952 trägt er den Namen 1. Nürnberger Automobilclub 1919.



Gründungsprotokoll der Vereinigung Nürnberg-Fürther Motorradfahrer später Erster Nürnberger Automobil-Club 1919

1. NAC; Erster Nürnberger Automobil-Club 1919 e.V.; Vereinigung Nürnberg- Fürther Motorradfahrer, Chronik / Protokollbuch, 1919, Nürnberg

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Gründungsprotokoll der Vereinigung Nürnberg-Fürther Motorradfahrer später Erster Nürnberger Automobil-Club 1919

1. NAC; Erster Nürnberger Automobil-Club 1919 e.V.; Vereinigung Nürnberg- Fürther Motorradfahrer, Chronik / Protokollbuch, 1919, Nürnberg

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Protokoll:

der Gründungsversammlung am 28. Juni 1919.
Auf Aufforderung des Hr. Ernst Schulz, Nbg. Unschlittplatz 13 kamen die Herren: Hohlheimer, Dischler, Eschenbach, Reinlein und Schulz in der Wohnung des Einberufers zur Gründung eines Motorfahrervereines am 28. Juni 1919 abends 8h zusammen.
Nach Begründung des Zusammenrufes wurde die Notwendigkeit einer Gründung anerkannt, umsomehr da bis jetzt ein derartiger Verein in Nürnberg noch nicht besteht. Nach Verlesung des Satzungsentwurfes sowie eines Entwurfes für eine Fahrordnung wurden dieselben nach Vornahme der nötigen Änderungen einstimmig angenommen und der Verein unter den Namen: „Vereinigung Nürnberg-Fürther-Motorradfahrer“ gegründet.
Ein Grundstock zu einem Vereinsvermögen wurde durch Stiftung von je 200 MK, durch 5 MK Aufnahmegebühr, und 2 MK Beitrag für Juli von den anwesenden Mitgliedern geschaffen. Ausserdem wurden der Vereinskasse noch 100 MK gemeinschaftlich von den Herrn Eschenbach und Reinlein zugewiesen.
Es erfolgte die Wahl der Vereinsleitung, die infolge des noch niederen Mitgliederstandes wie folgt verteilt wurde.

Vorsitzender und Schriftführer: Herr Schulz
Kassier und Fahrwart: Herr Hohlheimer.
beide in Nürnberg wohnhaft.

Nachdem noch beschlossen wurde, dass ein eifriges Werben der Mitglieder unter den Motorradfahrern stattfinden soll, wurde die Sitzung um 9:45h beendet.

Der Vors[itzende] u[nd] Schriftf[ührer]
Ernst Schulz

(Transkription des Gründungsprotokolls vom 28. Juni 1919, Stadtarchiv Nürnberg E 6/625 Nr. 72)





Handschriftliche Chronik "Was in uns'rer Mitt' passiert ..."

1. NAC; Erster Nürnberger Automobil-Club 1919 e.V.; Vereinigung Nürnberg- Fürther Motorradfahrer, Chronik, 1920-1953, Nürnberg

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Titelblatt der handschriftlichen Chronik des "V.N.M.F.", 1919-1953
Was in uns'rer Mitt' passieret...

…Sei in dieses Buch notieret, so lautet der Titel auf der ersten Seite dieser handschriftlichen, in Leder gebundenen Chronik der Vereinigung Nürnberg-Fürther-Motorradfahrer. Ganz diesem Titel entsprechend wurde das Buch ab 1920 liebevoll mit Beschreibungen von Veranstaltungen und Ausfahrten, Unterschriften der Teilnehmenden, Gedichten sowie Tusche- und Farbzeichnungen gefüllt. Anhand dieser und weiteren mit Fotografien bestückten Chroniken kann das Vereinsleben der Vereinigung Nürnberg-Fürther-Motorradfahrer, später 1. Nürnberger Automobilclub 1919, nahezu vollständig abgebildet werden. Diese Chronik gelangte mit weiteren  Unterlagen 2018 durch Schenkung ans Stadtarchiv. Um das Original vor Schädigungen zu schützen, wurde diese Chronik digitalisiert und kann ausschließlich digital eingesehen werden.

Der Vereinsnachlass kam 2018 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 44/2018).
Kam





Handschriftliche Chronik "Was in uns'rer Mitt' passiert Sei in dieses Buch notiert"

3. NAC; Erster Nürnberger Automobil-Club 1919 e.V.; Vereinigung Nürnberg- Fürther Motorradfahrer, Chronik, 1920, Reichelsdorf; Plärrer

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Kurzbeschreibung
Eine ganz böse Geschichte in Wort und Bild ich hier berichte“, Abendausfahrt nach Reichelsdorf 1920 mit Fahrt über den Plärrer
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„Eine ganz böse Geschichte in Wort und Bild ich hier berichte“...eine Abendausfahrt nach Reichelsdorf 1920 mit Fahrt über den Plärrer


Handschriftliche Chronik "Was in uns'rer Mitt' passiert Sei in dieses Buch notiert"

3. NAC; Erster Nürnberger Automobil-Club 1919 e.V.; Vereinigung Nürnberg- Fürther Motorradfahrer, Chronik, 1920, Reichelsdorf; Plärrer

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Kurzbeschreibung
Eine ganz böse Geschichte in Wort und Bild ich hier berichte“, Abendausfahrt nach Reichelsdorf 1920 mit Fahrt über den Plärrer
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...und die Moral von der Geschicht': "Fahre über'n Plärrer nicht!"


Handschriftliche Chronik "Was in uns'rer Mitt' passiert Sei in dieses Buch notiert"

4. NAC; Erster Nürnberger Automobil-Club 1919 e.V.; Vereinigung Nürnberg- Fürther Motorradfahrer, Chronik, 1921, Nürnberg

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Kurzbeschreibung
Zehn Gebote zur Hebung des Vereinslebens in der V.N.F.M.“, 1921
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„Zehn Gebote zur Hebung des Vereinslebens in der VNFM.“, 1921.


Fotoalbum zu den Rennerfolgen des Nürnberger Motorradfahrers Hans Hieronymus

Eisner, N; Haselbeck, N; Hecker jr., N; Hieronymus, Hans; Hieronymus, Johann; Tag, N; Tragatsch, Erwin, Album, 1923-1930, Arnsgereuth; Bad Aibling; Bamberg; Berchtesgaden; Deggendorf; Düsseldorf; Eibsee; Erlangen; Freiburg im Breisgau; Garmisch-Partenkirchen; Göttingen; Großer Feldberg; Hessen; Hessen-Nassau; Hof; Hohemark; Hoheneiche; Holland; Neumarkt; Ohmstede (Oldenburg); Reichelsdorf; Rheinland u. Westfalen; Rolandseck; Rüsselsheim, Opel-Rennbahn; Saalfeld; Sandplacken; Swinemünde; Tabarz; Taunus; Tschechoslowakei; Wald/Solingen; Witten; Würgau

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Salzbergrennen 1924 (o.l. und u.r.) sowie Hans Hieronymus auf seiner Rennmaschine vor der Steilwandkurve der (Rad)rennbahn Reichelsdorfer Keller 1926


16. Motorrad-Rennschlachten in den 1920er Jahren!

Der heute nur noch wenigen Eingeweihten bekannte, sehr erfolgreiche Nürnberger Motorradrennfahrer Hans Hieronymus (1902-1979) war in den technik- und geschwindigkeitsbegeisterten 1920er Jahren eine Berühmtheit in den Sportseiten der damaligen Tagespresse. Die Rennerfolge des zunächst bei Zündapp in der Versuchs- und Reparaturabteilung tätigen Hieronymus haben sich in einem privaten Fotoalbum mit Aufnahmen von Rennszenen und Siegerehrungen, ergänzt mit lebendig geschriebenen Presseberichten, überliefert. Seit 1924 zunächst als Werksfahrer beim Nürnberger Motorradhersteller Hecker, dann ab Ende 1925 für die Firma Ermag in Erlangen und schließlich ab dem Jahre 1927 wieder für Zündapp unterwegs, musste Hans Hieronymus seine Rennfahrerkarriere nach einem Unfall bei einer Probefahrt im Jahre 1936 leider beenden.

Das Album kam 2019 aus dem Besitz eines Freundes von Hans Hieronymus als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 22/2019).
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Fotoalbum zu den Rennerfolgen des Nürnberger Motorradfahrers Hans Hieronymus

Eisner, N; Haselbeck, N; Hecker jr., N; Hieronymus, Hans; Hieronymus, Johann; Tag, N; Tragatsch, Erwin, Album, 1923-1930, Arnsgereuth; Bad Aibling; Bamberg; Berchtesgaden; Deggendorf; Düsseldorf; Eibsee; Erlangen; Freiburg im Breisgau; Garmisch-Partenkirchen; Göttingen; Großer Feldberg; Hessen; Hessen-Nassau; Hof; Hohemark; Hoheneiche; Holland; Neumarkt; Ohmstede (Oldenburg); Reichelsdorf; Rheinland u. Westfalen; Rolandseck; Rüsselsheim, Opel-Rennbahn; Saalfeld; Sandplacken; Swinemünde; Tabarz; Taunus; Tschechoslowakei; Wald/Solingen; Witten; Würgau

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Hans Hieronymus und sein Hecker-Motorrad vor einer Werbetafel für eine Flugschau in Berlin (l.) sowie Siegerehrung mit Siegerkranz (r.)





Fotoalbum zu den Rennerfolgen des Nürnberger Motorradfahrers Hans Hieronymus

Eisner, N; Haselbeck, N; Hecker jr., N; Hieronymus, Hans; Hieronymus, Johann; Tag, N; Tragatsch, Erwin, Album, 1923-1930, Arnsgereuth; Bad Aibling; Bamberg; Berchtesgaden; Deggendorf; Düsseldorf; Eibsee; Erlangen; Freiburg im Breisgau; Garmisch-Partenkirchen; Göttingen; Großer Feldberg; Hessen; Hessen-Nassau; Hof; Hohemark; Hoheneiche; Holland; Neumarkt; Ohmstede (Oldenburg); Reichelsdorf; Rheinland u. Westfalen; Rolandseck; Rüsselsheim, Opel-Rennbahn; Saalfeld; Sandplacken; Swinemünde; Tabarz; Taunus; Tschechoslowakei; Wald/Solingen; Witten; Würgau

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Die Siegermannschaft der "Deutschen Sechs-Tage-Fahrt" vor einem Schaufenster von ZÜNDAPP


Fotoalbum zu den Rennerfolgen des Nürnberger Motorradfahrers Hans Hieronymus

Eisner, N; Haselbeck, N; Hecker jr., N; Hieronymus, Hans; Hieronymus, Johann; Tag, N; Tragatsch, Erwin, Album, 1923-1930, Arnsgereuth; Bad Aibling; Bamberg; Berchtesgaden; Deggendorf; Düsseldorf; Eibsee; Erlangen; Freiburg im Breisgau; Garmisch-Partenkirchen; Göttingen; Großer Feldberg; Hessen; Hessen-Nassau; Hof; Hohemark; Hoheneiche; Holland; Neumarkt; Ohmstede (Oldenburg); Reichelsdorf; Rheinland u. Westfalen; Rolandseck; Rüsselsheim, Opel-Rennbahn; Saalfeld; Sandplacken; Swinemünde; Tabarz; Taunus; Tschechoslowakei; Wald/Solingen; Witten; Würgau

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"Großer Preis von Deutschland" 1926 - Hans Hieronymus ist mit einem Motorrad der Nürnberger Firma „Ardie“ unterwegs


Poesiealbum der Schülerin Lini Ottmann aus den 1920er Jahren

Ottmann, Lini, Album, 1920er Jahre, Nürnberg

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Kurzbeschreibung
Einband des Albums (Vorderseite)
17. "Mit zu lieben bin ich da."

Ein kleines Poesiealbum der Nürnberger Schülerin Lini Ottmann, genannt „Krebs“ oder „Krebsle“, aus dem Jahr 1923 gibt Einblick in ihre Kontakte und den damaligen Zeitgeist. In mal längeren, mal kürzeren Einträgen werden die Freundschaft, aber vor allem die allgemeine Lebenskunst in Sinnsprüchen beschworen. Illustrationen veschönern hier und da den Eindruck, wobei zeichnerische Kunstfertigkeit seinerzeit zur bürgerlichen Ausbildung gehörte und nichts Ungewöhnliches war.
Das Poesiealbum an sich hat seine Ursprünge in den seit dem 16. Jahrhundert bekannten sogenannten alba amicorum, also "Freundschaftsalben", in denen Studenten ihr Netzwerk untereinander und zu bekannten Persönlichkeiten dokumentierten, indem sie Sinnsprüche und teilweise kunstvolle Miniaturen eintrugen. Zudem wurde in Familien ein ähnlicher Brauch mit sogenannten Stammbüchern gepflegt. Im 18. und 19. Jahrhundert kamen häufig kleine Beigaben, beispielsweise in Form von Blumen und Haarsträhnen hinzu. Waren es anfangs nur Erwachsene, die sich eintrugen, brachte das 20. Jahrhundert den Übergang in die Sphäre der Kinder mit sich. Das 21. Jahrhundert wiederum hat sich von der Form des Buches gelöst und viele Freundschafts- und Bekanntschaftsbezeugungen sowohl unter Kindern als auch unter Erwachsenen in den digitalen Raum verlegt. Doch analoge „Freundschaftsbücher“, meist für Mädchen im Grundschulalter und von vornherein äußerst bunt angelegt, gibt es immer noch.

Das Album kam 2019 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 9/2019).
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Poesiealbum der Schülerin Lini Ottmann aus den 1920er Jahren

Ottmann, Lini; Wellhoff, N, Album, März 1923, Leutershausen; Nürnberg

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Kurzbeschreibung
Eintrag und Zeichnung von N. Wellhoff
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„Mit der Laterne nicht, mit dem Herzen suche die Menschen / denn der Liebe allein öffnen die Menschen die Herzen." Eintrag eines Mitschülers


Poesiealbum der Schülerin Lini Ottmann aus den 1920er Jahren

Ottmann, Lini; Forstmeier, Mierl, Album, undatiert, frühe 1920er Jahre, ohne Ort (Nürnberg)

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Kurzbeschreibung
Eintrag und Zeichnung von Mierl Forstmeier
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Mierl Forstmeier wählte einen Spruch nach Sophokles: „Nicht mit zu hassen / Mit zu lieben bin ich da.“ und zeichnete gekonnt ein fränkisches Dorf


Poesiealbum der Schülerin Lini Ottmann aus den 1920er Jahren

Ottmann, Lini; Hertel, Lisbeth, Album, undatiert, frühe 1920er Jahre, ohne Ort (Nürnberg)

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Kurzbeschreibung
Eintrag und Zeichnung von Lisbeth Hertel
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Eine weitere Tuschezeichnung von Lisbeth Hertel zeigt eine romantische Sonnenaufgangsszene an einem See


Ida Junginger (vorne mittig) in einem Zeichensaal

Junginger, Ida, Fotografie, 1920er Jahre, Nürnberg

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Kurzbeschreibung
Aufnahme des Zeichensaals der Lithografieklasse an der Staatsschule für Angewandte Kunst
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Ida Junginger (vorne mittig) unter männlichen Studierenden, wahrscheinlich im Lithografie-Saal der Staatsschule für Angewandte Kunst, 1920er Jahre


18. Werke einer Nürnberger Künstlerin

Die Künstlerin Ida Junginger wurde 1911 in Nürnberg geboren, wo sie den größten Teil ihres Lebens verbrachte. Nach dem Besuch des „Labenwolf“ studierte sie ab 1929 erst an der Nürnberger Staatsschule für Angewandte Kunst, dann ab 1931 in München. Mit dem Abschluss 1933 kehrte sie zu ihrer verwitweten Mutter nach Nürnberg zurück, lebte zeitweise bei ihr am Rennweg und verdiente fortan ihr Geld als Zeichenlehrerin am Mädchenlyzeum in Fürth (später Helene-Lange-Gymnasium), wo sie von 1939 bis 1970 tätig war, und mit kleinen Aufträgen.

Der Nachlass im Stadtarchiv dokumentiert das künstlerische Talent dieser Nürnbergerin mit zahlreichen Aquarellen, Zeichnungen, Stillleben und kunstvoll gestalteten Postkarten. Der überlieferte Briefwechsel zeigt den intensiven Kontakt zur Mutter, zu Verwandten und Freunden. Mit ihrer Tätigkeit für das Deutsche Sozialwerk gelangten so auch Dokumente hierzu ins Stadtarchiv. Der Nachlass zeugt von einem Künstlerinnenleben des 20. Jahrhunderts. Ida Junginger verstarb 2012 hochbetagt in Nürnberg.

Der umfangreiche Nachlass kam 2018 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 67/2018).
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Zeichnung "Dackelquartett" von Ida Junginger

Junginger, Ida, Zeichnung, 1929-1931, Nürnberg

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Lithografie „Dackelquartett“ aus dem 1. Semester


Aquarellbild "Sturm" von Ida Junginger

Junginger, Ida, Aquarell über Vorzeichnung, 1929-1932, Nürnberg

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Aquarell zum Thema „Sturm“ aus dem 4. Semester
19. Ein neues Leben in den USA

Der Bestand enthält hauptsächlich von seiner Tochter übergebene Unterlagen aus dem Besitz von Otto Rosenfelder (Ross), neben zahlreichen Fotos von Familienmitgliedern und Freunden autobiografische Aufzeichnungen sowie das im nächsten Slider zu findende Videointerview über seine Kindheit und Jugend in Nürnberg. Es thematisiert die Schul-, Jugend- und frühe Erwachsenenzeit eines jungen Juden aus Nürnberg.

Otto Rosenfelder wurde am 13. November 1912 als Sohn des jüdischen Kaufmanns Karl Rosenfelder (1870-1950) und seiner Frau Käthe, geb. Köhler (1879-1951), geboren. Er verließ Deutschland bereits im Dezember 1932 und gelangte nach New York. Die politische Entwicklung in seiner Heimat verhinderte die Rückkehr, sodass er sich dort eine neue Existenz aufbauen musste. Nach seiner Hochzeit mit Belle, geb. Kaplan (1916-2000) 1944, drei Jahren bei der US-Armee, davon neun Monate Kriegseinsatz im Pazifik 1944/45 und seiner Entlassung 1946 siedelte Otto Ross 1949 mit Frau und Tochter nach Long Beach bei Los Angeles über, um in Südkalifornien mit seinem Schwiegervater ein gutgehendes Schuhgeschäft zu eröffnen, aus dem er sich mit 80 Jahren zurückzog. Otto Ross starb im Alter von 101 Jahren am 26. August 2014 in Seal Beach (Kalifornien). Nach Aussage seiner Tochter ging er bis in seine letzten Lebensmonate täglich spazieren und schrieb Gedichte.

Der kleine Nachlass kam 2020 durch Vermittlung des Dokumentationszentrums als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 2/2020).
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Interview mit Otto Rosenfelder/Ross

Rosenfelder, Karl; Rosenfelder, Otto; Ross, Otto, Videofilm, 1990er Jahre

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Kurzbeschreibung
Videointerview über Kindheit und Jugend in Nürnberg bis zur Auswanderung 1932, Bericht über Erfahrungen mit zunehmendem Antisemitismus
Inhaltlicher Überblick zum Interview "Memories of Nurnberg" mit Otto Ross:

1. Familienhintergrund (bis ca. Min 2:00):
Otto Rosenfelder wurde am 13. November 1912 in Nürnberg als jüngstes von drei Kindern geboren. Vater: Karl Rosenfelder, Mutter: Käthe Rosenfelder, geb. Köhler. Der Vater war Geschäftsmann, der "Tempo" mitbegründete und es später an seine Brüder verkaufte. Ein weiteres, allerdings erfolgloses Projekt war die Gründung der Firma "Okra" für Motorräder.
2. Erinnerungen an die Schul- und Jugendzeit (ca. Min. 2:00 bis 4:40):
Otto Rosenfelder besuchte die 4-klassige Volksschule und 6 Klassen des Realgymnasiums Nürnberg. Seine Schulzeit bezeichnet er als sehr schön und erinnert sich an seinen jüdischen Religionsunterricht in einem kleinen Raum und an seinen Lehrer, einen Kantor. In der Familie seines besten Freundes, Edgar Strauß, lernte er Englisch und Bridge. In seiner Gymnasialzeit widerfuhr ihm kein Antisemitismus, die Klasse bestand aus 30 Schülern, von denen 15 Juden waren. Nach der Schule wollte Otto Rosenfelder Geschäftsmann werden und arbeitete im Exportbusiness.
3. Antisemitismus und Emigration (ca. Min. 4:40-6:30):
Otto Rosenfelder erinnert sich an den Antisemitismus des "Stürmer" und bezeichnet Julius Streicher als die Person, "who started the whole thing". Rosenfelder wusste auch von den Reichsparteitagen, u.a. weil er in der Nähe wohnte. Viele hatten damals den Eindruck, dass die Bewegung der Nationalsozialismus und der Antisemitismus nur temporär sein könnten, wenige verließen das Land.
1932 reiste Otto Rosenfelder geschäftlich in die USA, und als er zurückkehren wollte, telegrafierte sein Vater nur ein Wort: "Bleib". Rosenfelder blieb und konnte 1936 seine Schwester Alice, 1938 seine Eltern in die USA holen und so vor der Verfolgung und möglichen Ermordung durch die Nationalsozialisten bewahren.
4. Ausblick (ca. Min. 6:30-6:55):
Otto Rosenfelder, der sich dann "Ross" nannte, heiratete in New York, diente drei Jahre in der US-Army und bekam eine Tochter. 1948 zog er nach Kalifornien, seine Eltern kehrten zu ihrem ältesten Sohn Franz nach Nürnberg zurück. Otto Ross ging 1992 in den Ruhestand.

Das Interview entstand im Juni 2011 in der Wohnung von Otto Ross in Seal Beach, Kalifornien. Durchgeführt wurde es von Ottos Tocher Dena Ross und ihrem Ehemann Dan Warner.





Wahlwerbung der NSDAP am Hauptbahnhof für die Reichstagswahl 1936

Leonhardt, Winfried, Skizzenbuch, 28.3.1936, Nürnberg, Bahnhofsplatz am Hauptbahnhof

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20. Werbung für die Reichstagswahl 1936
Die kleine Skizze des Nürnberger Architekten Winfried Leonhardt (1891-1980) zeigt einen fotografisch nicht belegten, kioskartigen Aufbau mit Fahnen an den vier Ecken. Auf dem umlaufenden Schriftband ist erkennbar: Deutschland ruft Euch! Die Zeichnung wurde am 28. März 1936, also einen Tag vor dem Wahltermin, angefertigt. Unten bezeichnet: Wahlwerbung am Hauptbahnhof - Nürnberg 360328. Im gesamten Œuvre des Architekten ist dies das einzige politische Motiv, es ist also davon auszugehen, dass es nicht aus Sympathie für den Nationalsozialismus gewählt wurde.

Am 29. März 1936 fand im nationalsozialistisch regierten Deutschen Reich die Reichstagswahl statt. Sie war kurz nach der internationalen Entmilitarisierung des Rheinlands und dessen Remilitarisierung durch die Wehrmacht angesetzt worden, um möglichst hohe Zustimmungswerte für die NSDAP zu erringen. Die „Wahl“ war mit der nachträglichen „Volksabstimmung über die Ermächtigung zur Rheinlandbesetzung" verbunden.
Diese Scheinwahl, zu der nur die Einheitsliste der NSDAP zugelassen war, wurde dennoch beworben, womit nach außen der Anschein einer echten Wahl erweckt werden sollte.

Der Nachlasssplitter kam 2019 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 14/2019).
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Fotodokumentation einer Kurzreise nach Franken zu Ostern 1939

Schlitt, Helga Katharina; Schlitt, Liselotte; Schlitt, Josef Heinrich Bruno, Fotografie, 1939, Ostern, Rohrbrunn; Würzburg; Nürnberg; Rothenburg o.d. Tauber; Bad Mergentheim

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21. Die Zwei und das Zeppelinfeld

Zu Ostern 1939 unternahmen die Geschwister Helga (geb. 1927) und Liselotte (geb. 1928) mit ihrem Vater, dem Drogisten und Kolonialwarenhändler Josef Schlitt aus Frankfurt am Main, einen Ausflug nach Franken, der sie auch nach Nürnberg führte, wo die Reisenden im Hotel Kaiserhof in der Königstraße 39 übernachteten.
Die Gruppe steuerte neben den gängigen touristischen Sehenswürdigkeiten in der Altstadt auch das Reichsparteitagsgelände an, wo der Vater seine identisch gekleideten und mehr oder weniger „strammstehenden“ Töchter mit dem Opel „Olympia“ vor der Zeppelintribüne und der Ehrenhalle für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs im Luitpoldhain mehrfach ablichtete.
Ergänzend dazu finden sich in der Reisebeschreibung von Helga häufig heute mehr als befremdlich wirkende, aber damals wohl zeittypische Bemerkungen zum Nationalsozialismus und zu Personen wie Hermann Göring, Horst Wessel und natürlich zu Adolf Hitler, dem „Führer“.
Die Fotoserie ist durch den privaten Blick auf die damals ganz neuen Gebäude des Reichsparteitagsgeländes und die Kontextualisierung im Reisebericht der Tochter besonders reizvoll.

Die Unterlagen kamen 2018 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 68/2018).
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Fotodokumentation einer Kurzreise nach Franken zu Ostern 1939

Schlitt, Helga Katharina; Schlitt, Liselotte; Schlitt, Josef Heinrich Bruno, Fotografie, 1939, Ostern, Rohrbrunn; Würzburg; Nürnberg; Rothenburg o.d. Tauber; Bad Mergentheim

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Blick vom Hotelbalkon in die Königstraße



Fotodokumentation einer Kurzreise nach Franken zu Ostern 1939

Schlitt, Helga Katharina; Schlitt, Liselotte; Schlitt, Josef Heinrich Bruno, Einzelfotos und handschriftlicher Text, 1939, Ostern, Rohrbrunn; Würzburg; Nürnberg; Rothenburg o.d. Tauber; Bad Mergentheim

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Die Schwestern vor der Ehrenhalle im Luitpoldhain.



Fotodokumentation einer Kurzreise nach Franken zu Ostern 1939

Schlitt, Helga Katharina; Schlitt, Liselotte; Schlitt, Josef Heinrich Bruno, Fotografie, 1939, Ostern, Rohrbrunn; Würzburg; Nürnberg; Rothenburg o.d. Tauber; Bad Mergentheim

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Am Frauentorgraben, im Hintergrund das Germanische Nationalmuseum



Entlassungsurkunde aus dem preußischen Staatsarchivdienst, unterzeichnet von Adolf Hitler und Hermann Göring

Pfeiffer, Gerhard Dr.; Hitler, Adolf; Göring, Hermann, Urkunde, 1939, Berchtesgaden

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22. Entlassen vom "Führer" persönlich

Um 1939 seinen Dienst als Leiter des Stadtarchivs Nürnberg antreten zu können, wurde Dr. Gerhard Pfeiffer (1905-1996) aus dem Dienst im Staatsarchiv Münster entlassen. Seine Entlassungsurkunde wurde von höchster Stelle, Adolf Hitler und Hermann Göring persönlich, unterzeichnet. Hitlers Unterschrift lässt sich aber weniger auf die Bedeutung der Entlassungsurkunde als vielmehr auf den von ihm etablierten „Führungsabsolutismus“ zurückführen. Sie dokumentiert das Bestreben Hitlers, sich als absoluter Führer über ein von ihm bewusst geschaffenen Chaos der Kompetenz- und Konkurrenzstreitigkeiten zu positionieren. Ob diese Unterschrift tatsächlich von Adolf Hitler und nicht etwa von seinem Unterschriftenteam getätigt wurde, ist darüber hinaus fraglich. Die Rolle des Stadtarchivleiters Dr. Gerhard Pfeiffer im Nationalsozialismus wurde zuletzt im Band „Archive und Archivare in Franken im Nationalsozialismus“ umfassend erforscht.

Das Stück kam zusammen mit einigen anderen 2019 als Ergänzung des Nachlasses in Form einer Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 15/2019).
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Notizheft über die Ausbildung zum Sanitärdienst im Zweiten Weltkrieg von Sebald Stahl

Stahl, Sebald, Notizheft, ca. 1944, (wahrscheinlich) Bad Kissingen

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23. "Bei vergifteten Wunden Abschnürung zwischen Wunde u. Herzen"

Diese Notizen zur Wundversorgung und die darunter gefügten Kritzeleien stammen von dem Nürnberger Sebald Stahl (1925-1944), der im Zweiten Weltkrieg zum Sanitätsdienst eingezogen wurde und 1944 in einem Lazarett in Wien starb. Neben kleinen Zeichnungen zwischen Notizen sind uns von Sebald Stahl auch zahlreiche Zeichnungen, Aquarelle von Stadtansichten, Plakat- und Bühnenbildentwürfen erhalten, die seine künstlerischen Ambitionen dokumentieren. Noch kurz vor seinem Tod zum Beispiel zeichnete er einen Unterstand nach seiner Vorstellung (s. nächstes Bild des Sliders). Die Kriegsfront selbst sah er jedoch nie.
Das Leben dieses jungen Mannes ist im Nachlass seiner Schwester Dr. Amalie Stahl (1920-2016) überliefert. Dieser Nachlass ist geprägt von dem engen Verhältnis zwischen Schwester, Bruder und Mutter, das sich in umfangreicher Korrespondenz und in Fotos niederschlägt. Daneben befinden sich in dem Nachlass Dr. Amalie Stahls Zeugnisse ihrer wissenschaftlichen Karriere sowie ihrer Lehrtätigkeit am „Institut der Englischen Fräulein“, der heutigen Maria-Ward-Schule.

Der Nachlass kam von 2017 bis 2019 durch Vermittlung des Stadtarchivs Lauf als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 20/2019).
Ho



Tuschezeichnung von Sebald Stahl: Frontunterstand

Stahl, Sebald, Tuschezeichnung auf Papier, 17.08.1944

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Zeichnung eines Frontunterstands von Sebald Stahl, 1944


Porträt von Sebald Stahl auf seinem Sterbebildchen

Stahl Sebald; Stahl, Familie; Stahl, Amalie Dr., Einzeldokument, Papier, 1944, Nürnberg

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Porträt Sebald Stahls als Soldat auf seinem Sterbebildchen, 1944


Fotografie als Beigabe zu Feldpost

Thaler, Klaus, Fotografie, 24.08.1944, Nürnberg

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24. Besondere Feldpostgrüße aus Nürnberg

Von Juni bis November 1944 sind insgesamt 14 sw-Fotos, von denen hier vier ausgewählt wurden, als Beigabe zur Feldpost nach Norwegen verschickt worden. Empfänger der Post war der dort stationierte Vater des 1943 geborenen Kindes.
Die Feldpost dazu ist heute nicht mehr erhalten, doch auch die Bilder teilen einiges mit: Mutter und Sohn sind gesund, der Kleine kann schon laufen, ist neugierig und munter. Sie machen Spaziergänge und kleine Ausflüge, wie z.B. zur noch unzerstörten Burg. Krieg und NS-Herrschaft sind also unsichtbar auf diesen Bildern – allein das Wissen darum, dass es sich um Feldpostbeilagen handelt, rückt sie ins Bewusstsein. Es ist sogar wahrscheinlich, dass ohne die räumliche Distanz die Bilder in so engem Abstand gar nicht entstanden wären.
Auf der Rückseite tragen die Bilder Aufschriften, die die Vorderseite jeweils kommentieren.

Der Familiennachlass kam 2019 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 18/2019).
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Fotografie als Beigabe zu Feldpost

Thaler, Klaus, Fotografie, August 1944, Nürnberg

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Fotografie als Beigabe zu Feldpost

Thaler, Klaus, Fotografie, 24.08.1944, Nürnberg

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Die Sebalduskirche im zerstörten Nürnberg, Zeichnung von Paul Speiser

Speiser, Paul, Zeichnung, August 1945, Nägeleinsmühle; Pegnitz (Fluss); Sebalduskirche (zerstört); St. Sebald, Türme

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25. Blick auf eine zerstörte Stadt

Blick von Südwesten auf die ihrer Helme beraubten Türme der Sebalduskirche mitten in der der zerstörten Altstadt. Vorne rechts die Ruine eines turmartigen Gebäudes, wohl der Nägeleinsmühle, davor in der Pegnitz ein Wasserrad. Beschriftet unten links: Auf der Heimkehr von der Gefangenschaft | August 1945. Signiert, datiert und bezeichnet unten rechts: Paul Speiser 1945 | Blick auf die zerstörte Stadt | vom Henkersteg.
Die ungenaue Angabe über den eigenen Standort ist sicher der besonderen Situation dieser „Durchreise“ des Künstlers durch seine Heimatstadt geschuldet. Paul Speiser wurde 1905 in Nürnberg geboren und besuchte hier die Kunstgewerbeschule der Stadt, bevor er an die Münchner Akademie wechselte. 1931 zog er nach Stockholm, wirkte an der Akademie und lebte dort mehrere Jahre als freischaffender Künstler. Seit 1938 war er in Deggendorf als Gebrauchsgrafiker und Vermessungstechniker tätig, 1939 folgte der Kriegsdienst. 1979 verstarb er in München.

Das Blatt kam 2019 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 34/2019).
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Die Sebalduskirche im zerstörten Nürnberg, Zeichnung von Paul Speiser

Speiser, Paul, Zeichnung, August 1945, Nägeleinsmühle; Pegnitz (Fluss); Sebalduskirche (zerstört); St. Sebald, Türme

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Zeugnis über Arbeit als Zivilangestellte in der Lazarettapothekte für Annemarie Weigel, 1945

Weigel, Annemarie, geb. Schärtl, Urkunde, 30.05.1945, Nürnberg

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26. Alltag im Chaos

Mit der Kapitulation am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg vorbei. Das Narrativ der „Stunde Null“ wurde von Historikern überzeugend widerlegt. Wie sehr die Menschen bemüht waren, ihr normales Leben wiederaufzunehmen, zeigt indes dieses Dokument. Das Arbeitszeugnis von Annemarie Weigel aus der Lazarettapotheke des Reservelazaretts I Nürnberg, das vor seiner Auflösung stand, wurde im Monat der Kapitulation ausgestellt. Das Dokument stammt aus dem Bestand der Familie Weigel. Weil Walter Weigel (1918-2005), dessen Unterlagen den Kern des Bestands bilden, ein Mitarbeiter des bedeutenden Nürnberger Kulturreferenten Prof. Dr. Hermann Glaser war, kam der Sohn auf die Idee, dem Stadtarchiv die Unterlagen anzubieten. Über die Dokumentation der Arbeit Walter Weigels als Mitarbeiter Glasers hinaus umfasst der Bestand zahlreiche Fotos der Familie, Postkarten und eine Schilderung einer Reise in den Orient, die vermutlich um 1900 entstand.

Die Unterlagen kamen 2019 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 5/2019).
Ho





Porträt von Heinz Levié

Levié, Heinz, Fotografie, 1948, Nürnberg

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27. Zeugnis der Dankbarkeit
Dr. Heinz Levié (1910 in Hofgeismar–1983 in Fürth) wirkte von 1945 bis 1948 als Bürgermeister und Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, wo er sich für den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt und die Entnazifizierung einsetzte.
Nach dem Gymnasiumsbesuch in Luckau (Niederlausitz) studierte Levié in Leipzig und promovierte dort 1931 zum Dr. jur. Da er nach der Definition der nationalsozialistischen Machthaber als sogenannter Halbjude galt (sein Vater war Jude, Levié selbst bezeichnete sich als evangelischen Christen), war ihm die juristische Karriere verwehrt und er arbeitete nach der zwangsweisen Beendigung seiner Tätigkeit bei der Staatsanwaltschaft Halle als Privatsekretär eines Verlegers. In Leipzig heiratete er 1936 die griechischstämmige Elli Nantzu, Tochter eines Pelzwarenhändlers. 1940 geriet Levié nach der Denunziation durch einen Buchhalter der Firma Nantzu in die Fänge der Gestapo und wurde wegen „Abhörens des Londoner Rundfunks, Hitlerbeleidigung, Wehrkraftzersetzung, Spionage für Anglo-Amerika etc.“ von einem NS-Sondergericht zu einer hohen Zuchthausstrafe verurteilt, die er in Waldheim (heute JVA Waldheim bei Chemnitz) antrat. Dort erkrankte er schwer an Lungen-Tbc. Der ihn behandelnde Arzt, Dr. Jochen Gräf, versteckte ihn schließlich bis Kriegsende vor der Gestapo. Seine Ehefrau, eine Ärztin, war ebenfalls sechs Monate in Haft, jedoch nicht in Waldheim. Das Firmenvermögen ihres Vaters wurde konfisziert.
Nach der Zeit als Bürgermeister in Nürnberg war Levié unter anderem als Pelzwarenkaufmann erfolgreich, insbesondere als Mitinhaber der „Fränkischen Rauchwarenhandels- und Veredelungsgesellschaft m.b.H.“, deren Geschäftsführer er seit Herbst 1946 war.




Brief Heinz Leviés an Fritz und Trude Legler

Levié, Heinz; Legler, Friedrich (Fritz); Legler, Gertrude (Trude); Levié, Elli, geb. Nantzu, Brief, 06.01.1946, Fürth; Waldheim

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In der Zeit seiner Internierung in Waldheim war neben dem Arzt Dr. Gräf auch das Ehepaar Fritz und Trude Legler sehr wichtig für Levié. Fritz Legler war dort als Oberwachtmeister tätig und neben wenigen anderen Wächtern dafür bekannt, seinen Dienst für die Gefangenen so milde wie möglich auszuführen sowie Kontakte zu den Familien der Internierten zu vermitteln. So ermöglichte er unter anderem um das Neujahr 1943/44 herum ein Zusammentreffen Leviés mit seiner Ehefrau. Levié zeigte seine Dankbarkeit nach dem Krieg sowohl durch regelmäßige briefliche Kontaktaufnahme als auch durch finanzielle Zuwendung an die in der DDR wohnenden Leglers.
Das maschinenschriftliche, eigenhändig unterzeichnete Schreiben vom 6. Januar 1946 behandelt die Unsicherheit über die Lage des Ehepaars Legler und den Wunsch, mehr davon zu erfahren. Sodann berichtet Heinz Levié von seiner neuen Tätigkeit in Nürnberg und den vergeblichen Versuchen, in die sowjetisch besetzte Zone nach Waldheim zu gelangen. Da er gehört hatte, dass „sie unter den Wachtmeistern aufgeräumt hätten“, sorgte er sich um das Wohlergehen Fritz Leglers.



Brief Heinz Leviés an Fritz und Trude Legler

Levié, Heinz; Legler, Friedrich (Fritz); Legler, Gertrude (Trude); Levié, Elli, geb. Nantzu, Brief, 06.01.1946, Fürth; Waldheim

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Aus dem Brief geht auch hervor, dass Levié am 23. April 1945 aus Hainberg (Sachsen, Erzgebirge) nach Bayern aufgebrochen war. Er schildert: „Seit meiner Abreise […] war es für mich ein einziger Trasch, ein ununterbrochener Kampf, wenigstens noch etwas von einst zu retten. Ein bisschen gelang, das Meiste ist dahin.“

Das Konvolut von Unterlagen kam 2019 als Schenkung des Enkels von Fritz und Trude Legler ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 11/2019).
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Einband des Buches "Dunkle Stunde" von Gerwald Panzer

Panzer, Gerwald; Spätlese-Verlag, Skizzenbuch, 1946, Nürnberg

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Zeichnung aus dem Buch "Dunkle Stunde" von Gerwald Panzer

Panzer, Gerwald; Spätlese-Verlag, Skizzenbuch, 1946, Nürnberg

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28. Dunkle Stunde

Von 1979 bis zu seiner Schließung 2018 publizierte der „Spätlese Verlag Nürnberg“ kleine, meist einteilige, zum Teil auch nummerierte Auflagen, fränkischer Gegenwartskultur. Jedes einzelne Werk wurde mit Liebe zum Detail und häufig mit individuellen Illustrationen versehen. Eine Veröffentlichung, die der Verlegerin besonders am Herzen lag, war im Jahr 1982 das großformatige Werk „Dunkle Stunde“, welches in nummerierter Auflage nach dem Abbild des Skizzenbuches von Gerwald Panzer entstand. Dabei wurden Anzahl und Folge der Zeichnungen, Format und Einbandgestaltung beibehalten, um dem Original „möglichst nahe zu kommen“. Im Skizzenbuch befinden sich 55 Federzeichnungen, die während Panzers Zeit in einem amerikanischen Gefangenenlager zu Ende des 2. Weltkrieges entstanden. Die einzelnen Zeichnungen wurden durch einen Mitgefangenen mit Karton und Armeetaschentüchern zu Bänden gebunden, von denen auch ein Originalband vorliegt.

Das Archiv des Verlags kam 2019 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 16/2019).
Kam



Porträtzeichnung ("Mein Freund Frideric") von Heinz Lohmar: Friedrich Hagen (1903-1979) während seiner Internierungszeit

Hagen, Friedrich; Lohmar, Heinz, Zeichnung, undatiert, 1939/40, Frankreich (Internierungslager)

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29. „Unser Morgen lockt uns nicht mit Rosenfingern“

Der umfangreiche und äußerst anschauliche Nachlass des in Nürnberg geborenen und begrabenen Schriftstellers, Künstlers und deutsch-französischen Kulturvermittlers Friedrich Hagen (1903-1979) befindet sich schon seit Jahrzehnten im Stadtarchiv Nürnberg. 2019 gelangte über Umwege eine weitere kleine Tranche dazu, die aus unveröffentlichten sowie bereits veröffentlichten, aber handschriftlich redigierten Gedichtmanuskripten und -typoskripten besteht.
In den lyrischen Texten Hagens, die sich um existentielle menschliche Themen drehen, sind seine Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Krieges immer wieder ein bedeutender Referenzpunkt. 1933 mussten er und seine Frau, eine rumänischstämmige Jüdin, aufgrund von Repressalien durch Julius Streicher Nürnberg verlassen und wanderten noch im selben Jahr nach Frankreich aus, wo sie zunächst in Paris lebten.



Gedicht "Unser Morgen lockt uns nicht..." von Friedrich Hagen, Typoskript mit handschriftlicher Ausbesserung

Hagen, Friedrich, Typoskript, undatiert, Nachkriegszeit

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Mit Kriegsausbruch im September 1939 verschlechterte sich der Status von Ausländern in Frankreich drastisch, mit dem Einmarsch der Deutschen bestand für Juden und ausgebürgerte Deutsche Lebensgefahr. Friedrich Hagen wurde bereits im Herbst 1939 interniert, seine Frau floh im Sommer 1940 in den noch unbesetzten Süden ins Departement Creuse in den kleinen Ort Mainsat, wo das Ehepaar sich später traf und dort bzw. in der Region bis 1946 lebte. Aus der Zeit der Internierung stammt die Porträtzeichnung Hagens, die der Mitgefangene Künstler Heinz Lohmar (1900-1976) angefertigt hat.
Nach dem Krieg lebte Hagen mit seiner Frau weiterhin in Frankreich und unterhielt Freundschaften zu bedeutenden Künstlern der Zeit wie z.B. Paul Celan, André Breton und Louis Aragon. 1965 erhielt er für seine Bemühungen um kulturelle Vermittlung den Kulturpreis der Stadt Nürnberg.

Das gezeigte Gedicht "Unser morgen lockt uns nicht..." wurde von Hagen handschriftlich verbessert und stammt aus der näheren Nachkriegszeit.

Das Konvolut kam 2019 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 24/2019).
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30. Eindrücke vom Norisringrennen 1952

Seit 1947 finden am Norisring um die Zeppelintribüne Kraftfahrrennen statt. Zunächst waren es Motoradrennen, Anfang der 1960er Jahre kamen Autorennen hinzu, die das Feld bis heute dominieren. Hier gezeigt wird zum einen das Bild eines umstürzenden Seitenwagengespanns der Rennpiloten Wilhelm Noll (1926–2017) und seinem Sozius Fritz Cron (1925–2017), die beide aus Kirchhain in Hessen stammten und insgesamt 22 WM-Titel errangen. An der Rennkehre in der Beuthener Str. ereignete sich der hier festgehaltene Sturz.
Das andere Bild zeigt kein Renngeschehen, sondern die Schaufahrt eines Mercedes-Benz 300 SLR. Mit den Fahrern Hermann Lang und dem Nürnberger Fritz Rieß (1922–1991) gelang mit diesem Fahrzeugt 1952 der Sieg beim „24-Stunden-Rennen von Le Mans“. Es war das erste Mal, dass deutsche Fahrer wieder bei diesem renommierten Rennen teilnehmen durften. Beide Fahrer hatte vorher beim „Großen Preis von Deutschland“ den 7. Platz belegt.

Die Fotos wurden von Theodor Blümmel (1934-2019) geschossen, einem Nürnberger Presseberichterstatter. Aus seinem Nachlass gelangten 2019 Fotos ins Archiv, die vor allem Ereignisse festhalten.

Die Unterlagen kamen 2019 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 43/2019).
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Aufnahme des Norisring-Rennens 1952

Blümmel, Theodor; Cron, Fritz; Lang, Hermann; Noll, Wilhelm; Rieß, Fritz; Rührschneck, Karl, Fotografie, 1952, Norisring am Dutzendteich

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Aufnahme des umstürzenden Seitenwagengespanns der Rennpiloten Wilhelm Noll (1926–2017) und seines Sozius Fritz Cron (1925–2017)


Aufnahme des Norisring-Rennens 1952

Blümmel, Theodor; Cron, Fritz; Lang, Hermann; Noll, Wilhelm; Rieß, Fritz; Rührschneck, Karl, Fotografie, 1952, Norisring am Dutzendteich

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Schaufahrt eines Mercedes-Benz 300 SLR


Das abgebrannte Ringkaufhaus von innen am 18.01.1962

Blümmel, Theodor, Fotografie, 1962, Frauentorgraben 61 - Ringkaufhaus

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Das abgebrannte Ringkaufhaus von innen am 18.01.1962

Blümmel, Theodor, Fotografie, 1962, Frauentorgraben 61 Ringkaufhaus

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31. Ereignis mit verheerenden Folgen: Der Ringkaufhausbrand 

Am 17. Januar 1962 ereignete sich in Nürnberg die schlimmste Brandkatastrophe nach dem 2. Weltkrieg. 22 der zum Zeitpunkt des Brandes 53 Menschen im Gebäude des ehemaligen Ringkaufhauses am Frauentorgraben 61 kamen ums Leben. Einigen waren ihre Fluchtwege versperrt oder verstellt, mithin blockiert; zwölf Personen im dritten und vierten Stockwerk wurden zudem nicht rechtzeitig gewarnt und in großer Panik sprangen sieben Menschen aus den Fenstern. Die Bilder zeigen das verwüstete Treppenhaus und ein verschlossenes Scherengitter einen Tag nach dem verheerenden Ereignis und der Freigabe der Ruine durch den leitenden Staatsanwalt Hans Sachs. Die eigentliche Ursache für den Brand konnte nie eindeutig geklärt werden. Die Ruine des Gebäudes wurde 1964 abgebrochen. Die Fotos wurden von Theodor Blümmel (1934-2019) geschossen, einem Nürnberger Presseberichterstatter. Aus seinem Nachlass kamen 2019 Fotos ins Stadtarchiv, die vor allem Ereignisse festhalten.

Die Unterlagen kamen 2019 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 43/2019).
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Premio Sarra

Eder, Heinz, Objekt, 1965, Nürnberg

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Kurzbeschreibung
Preis für besondere Leistungen im Bereich der Unterwasser-Fotografie, welcher zwischen 1963 und 1970 verliehen wurde
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32. Ausgezeichnet!

Zu sehen ist der „Premio Sarra 1965“ in Bronze, ein Preis für besondere Leistungen im Gebiet der Unterwasserfotografie. Benannt ist die Auszeichnung nach dem Taucher Maurizio Sarra (1934-1962), der im September 1962 an den Folgen eines Angriffs durch einen Weißen Hai starb. Die Familie Sarras stiftete diese in den 1960er Jahren sehr begehrte Prämierung in mehreren Kategorien, 1963 wurde der erstmals vergeben. 1965, 1966 und 1967 erhielt der Nürnberger Taucher Heinz Eder (gest. 2007), der 1948 seine Taucherkarriere im Silbersee (damals „Baugrube“) begann, den „Premio Sarra“. Weitere Preisträger aus Nürnberg waren Ludwig Sillner und Walter H. G. Müller. Heute sind dieser Preis und sein Namengeber fast völlig in Vergessenheit geraten.

Das Stück kam 2020 als Schenkung der Witwe Heinz Eders ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 26/2020).
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Der Schauspieler Erich Ude (1931-2018) auf der Bühne

Ude, Erich; Dürrenmatt, Friedrich; Achtermann, Marlene, Fotografie, 1974, Nürnberg

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Kurzbeschreibung
Aufnahmen des Theaterstücks "Die Ehe des Herrn Mississippi" von Friedrich Dürrenmatt, 1974
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33. Bretter, die die Welt bedeuten

In der zweiaktigen Komödie „Die Ehe des Herrn Mississippi“ von Friedrich Dürrenmatt geht es heiß her: Ein Verwirrspiel aus Intrigen und Lügen, das sich um die Frage nach Wahrheit, Treue, Schuld und Sühne entspinnt, führt dazu, dass am Ende alle tot sind. Als dieses wie ein Kammerspiel inszenierte Werk 1974 am Schauspielhaus Nürnberg zu sehen war, hatte Erich Ude (1931-2018) die männliche Hauptrolle des „Florestan Mississippi“ inne. An seiner Seite spielte Marlene Achtermann die „Anastasia“. Die beiden Fotos zeigen das Theaterliebespaar, bevor sie sich in der finalen Szene gegenseitig vergiften.
Erich Ude kam nach kürzeren Aufenthalten an einigen deutschen Bühnen 1959 nach Nürnberg und wurde zu einem festen Bestandteil der Städtischen Bühnen. Nach seinem Ausscheiden 1997 hatte er u.a. weitere Auftritte am „Gostner Hoftheater“. Er trat auch in einigen TV-Produktionen der 1960er und 1970er Jahre auf und war politisch sehr aktiv.

Der Nachlass kam 2018 als Schenkung der Witwe Erich Udes ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 35/2018).
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Der Schauspieler Erich Ude (1931-2018) auf der Bühne

Ude, Erich; Dürrematt, Friedrich; Achtermann, Marlene, Fotografie, 1974, Nürnberg

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Kurzbeschreibung
Aufnahmen des Theaterstücks "Die Ehe des Herrn Mississippi" von Friedrich Dürrenmatt, Spielzeit 1974
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Grafik von Friedrich Neubauer: Ansicht der Baustelle am Weißen Turm während des U-Bahn-Baus

Neubauer, Friedrich, Radierung, 1977, Nürnberg

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34. Baustelle Altstadt – Die U-Bahn-Station Weißer Turm

Eine wichtige Rolle bei der Entlastung der Innenstadt vom in der Nachkriegszeit rasch zunehmenden Autoverkehr spielte die U-Bahn. Nach der Anbindung des Stadtteils Langwasser an das Zentrum erfolgte bis 1983 die Weiterführung dieser ersten Strecke vom Hauptbahnhof durch die südliche Innenstadt zum Plärrer mit den Stationen Lorenzkirche und Weißer Turm.
1977 hielt der Nürnberger Architekt und Künstler Friedrich Neubauer (1912–2004) die immensen Erdarbeiten, die zum Bau des U-Bahnhofs unter dem Weißen Turm und zur Trasse unter der Ludwigsstraße vonnöten waren, in einer Radierung fest. Neubauer, der sich seit seinen jungen Jahren als Autodidakt der Malerei und Zeichenkunst widmete, setzte sich in seinem Werkschaffen experimentierfreudig mit den Stilrichtungen der 1950er bis 1990er Jahre auseinander. Ein wesentlicher Teil seines Œuvres bezieht sich auf den Wiederaufbau seiner Heimatstadt nach dem Zweiten Weltkrieg, der bis in die 1970er Jahre dauern sollte.
Das vorliegende, 1977 entstandene Blatt zeigt den Blick über den Weißen Turm auf die zwischen Elisabethkirche und St. Jakob direkt auf den Spittlertorturm zulaufende Ludwigstraße. Die Vogelperspektive ermöglicht es Neubauer, die tiefe Ausschachtung der Straße und des Areals rund um den Weißen Turm anschaulich zu machen. Der mittelalterliche Torturm, Relikt der vorletzten Stadtummauerung, steht auf Stelzen. Über ihm schwebt sein nur in Umrissen angedeuteter Helm. Da direkt unter dem Turmbau eine U-Bahn-Haltestelle eingerichtet wurde, musste das Dach abgenommen werden. Als Vorlage für seine topografischen Arbeiten zog der Künstler neben Handzeichnungen, die er vor Ort fertigte, gerne fotografische Aufnahmen heran, die er in diesem Fall zu einem Panorama montierte. Trotz der skizzenhaften Anmutung liefert das Bild keine zufällige Momentaufnahme der Großbaustelle, sondern zeigt ein durchkomponiertes, in Idealansicht wiedergegebenes Stadtbild, das zwei Zeitabschnitte vereinigt.

Die Skizzen und Fotoaufnahmen kamen 2019 als Schenkung durch die Nichte Friedrich Neubauers ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 6/2019).
BD





Fotomontage von Friedrich Neubauer: Ansicht der Baustelle am Weißen Turm während des U-Bahn-Baus

Neubauer, Friedrich, Fotomontage, 1977, Nürnberg

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Kurzbeschreibung
Ansicht der Baustelle am Weißen Turm während des U-Bahn-Baus
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Niederschrift über die Stadtratssitzung am 11.03.1981 zur 'Massenverhaftung' im KOMM am 05.03.1981

Glaser, Hermann Dr., Protokoll, 1981, Nürnberg

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Kurzbeschreibung
Niederschrift zur 43. Stadtratssitzung am 11.03.1981
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35. Der Kulturreferent und die Massenverhaftungen

Mit dem Kulturreferenten Dr. Hermann Glaser (1928-2018) betrat 1964 ein völlig neuer Typus die städtische Politbühne. Der Stadtrat war sich einig, dass in seinem Versammlungsraum selten so elaborierte Reden erklungen waren. Das SPD-Mitglied Glaser hatte sich bereits mit wissenschaftlichen Texten zur Kultur einen Namen gemacht. Die Umsetzung seiner „Soziokultur“, zu der auch das Jugendkulturzentrum „KOMM“ gehörte, forderte oft den heftigen Widerstand der Oppositionspartei im Stadtrat heraus. Am 5. März 1981 umstellte die bayerische Polizei nach einer Demonstration eben dieses KOMM, in das die Demonstranten zurückgekehrt waren, und verhaftete 141 Jugendliche, die zu diesem Zeitpunkt vor Ort waren. Dieser Akt staatlicher Willkür wurde von vielen Seiten heftig kritisiert, denn obwohl die Jugendlichen bis zu zwei Wochen in Gewahrsam blieben, kam es letztlich zu keiner Verurteilung. Auch der Stadtrat „köchelte“: 159 Seiten umfasst die Niederschrift allein zur auf das Ereignis folgenden Sitzung.

Die Dokumentation dieser Vorgänge und die Rolle Glasers als Kulturreferent sind in seinem umfangreichen Nachlass überliefert, der sich derzeit in der Erschließung befindet.

Der Nachlass kam 2018 als Schenkung ins Stadtarchiv (Acc. Nr. C 65/2018).
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Eine virtuelle Ausstellung von

Bei den gezeigten Beiträgen handelt es sich um Archivgut des Stadtarchivs Nürnberg aus privater Provenienz. Zuständig für diese Unterlagen ist die Abteilung Av/3 - Nichtamtliches Archivgut, Selekte und Sammlungen sowie Audiovisuelle Medien.
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilung Av/3 und weiteren Kollegen des Stadtarchivs erstellt. Dabei werden Archivalien vorgestellt, die dem jeweiligen Aufgabengebiet zugehörig sind.

Team

Kuratorin:
Dr. Antonia Landois

Autorinnen und Autoren:
Ruth Bach-Damaskinos (BD)
Thomas Dütsch (Dü)
Maria Horn (Ho)
Gerhard Jochem (Joc)
Jasmin Kambach (Kam)
Thomas Knapp (Kn)
Antonia Landois (La)
Alice Olaru (Ol)
Judith Ringler (Ri)
Janina Rummel (Rum)
Bernd Schneider (Schn)
Helge Weingärtner (Wein)

Außerdem beteiligt waren:
Wiebke Böschemeyer, Restaurierung
Fabian Bujnoch, Fotografie
Janina Rummel, Konzeptionelle Assistenz
Kilian Schödel, Digitalisierung und Fotografie
Dominik Schrettenbrunner, Praktikant

Erstellt mit :
DDB Studio
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Diese Ausstellung wurde am 23.09.2020 veröffentlicht.



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Die virtuelle Ausstellung Neu im Stadtarchiv 2018-2020 wird veröffentlicht von:


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