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Arthur Storch (1870-1947)

Ein Blick auf sein vielfältiges Schaffen

Eine virtuelle Ausstellung von

Basrelief Sohn Franz, Sandstein, 1910

Das Lebenswerk des Bildhauers und Modelleurs Arthur Storch besticht durch eine Vielfalt an plastischen Arbeiten in ganz unterschiedlichen Materialien und Größen, ausgehend von Bauplastik, über Porzellanmodelle bis hin zu Medaillen. Kein anderer in Volkstedt tätiger Modelleur kann auf ein solch umfangreiches und von Erfolg gekröntes Œuvre zurückblicken. Sein persönlicher Nachlass umfasst etwa 100 Zeichnungen, 12 Medaillen sowie 40 plastische Arbeiten, von seiner Enkeltochter Käte Rolle (Rudolstadt) sorgsam aufbewahrt. Seit vielen Jahren sammelt sie akribisch Informationen, die eine Grundlage für die Erarbeitung seiner Biografie sowie einer Bestandsaufnahme seines Schaffens bilden.

Biografie

  • geboren am 22. März 1870 in Volkstedt bei Rudolstadt als eines von vier Kindern des Modelleurs und Malers Carl Hermann Storch und dessen Frau Caroline Florentine
  • 1886 – 1888 Ausbildung zum Modelleur in der Volkstedter Porzellanfabrik „Triebner Ens & Eckert“
  • 1897 – 1902 Studium an der „Königlich bayerischen Akademie der bildenden Künste“ unter Wilhelm von Rümann
  • ab 1902 in München und ab 1911 in Hamburg als freischaffender Bildhauer und Medailleur tätig, er bekam Aufträge für Schmuckelemente an Bauten u.a. in Wiesbaden und Hamburg
  • 1903 Heirat mit Emilie Therese Anna, geb. Müller, Geburt der Kinder Hermann (1899), Franz (1904), Elsa (1905) und Lona (1908)
  • 1917 Rückkehr nach Volkstedt und freischaffend tätig für die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst GmbH, die Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik AG, die Porzellanfabriken Beyer & Bock und Karl Ens in Volkstedt
  • er starb am 9. März 1947 in Rudolstadt und wurde auf dem Volkstedter Friedhof beigesetzt; seine Nachfahren leben in Volkstedt und Berlin
Selbstporträt, Kohlezeichnung, 1918

Freischaffend in München und Hamburg

Bedeutende Bildhauer, so Adolf von Hildebrand und Prof. Hermann Hahn, beeinflussten maßgeblich das Schaffen von Arthur Storch. Für ideenreiche, künstlerische Umsetzungen öffentlicher Aufträge erhielt er hohes Ansehen.

München: Delphinbrunnen "Bacchant auf Delphin" (1902)

Aschaffenburg: Portalfigur der Heiligen Elisabeth an einem Schulgebäude (nach 1906)

Stadt Burglengenfeld: Büsten des Ehrenbürgers Paul Dietrich und der Stifterin Josefine Haas (um 1906)

Wiesbaden: große Figurenfriese und der Marmorbrunnen im Wiesbadener Kurhaus (1907)

Hamburg: Bauplastik am Dienstgebäude der Oberschulbehörde in der Dammtorstraße 25 (1912), am Hansa-Gymnasium Bergedorf (1914) sowie die keramische Pfeilerverkleidung mit floralen Motiven und vier Relieffiguren in ägyptischer Manier an der ehemalige Realschule in der Uferstraße 9-20 (1916)

Herford: Stuckarbeiten am Neuen Rathaus (1917)

München

Ab 1902 verdiente sich Arthur Storch seinen Unterhalt als freischaffender Künstler. In seinem ehemaligen Wohngebiet in der Maxvorstadt befindet sich auf dem Platz Dachauer Straße/ Ecke Augustenstraße ein von ihm entworfener Brunnen, bezeichnet auch als "Bacchant auf Delphin".

Delphinbrunnen, Bronze, 1902

Der Hirscheber in Seelow

Als besondere Schmuckstücke fanden Porzellane auch in Gärten ihren Platz. So kaufte der Berliner Bankier und Kunstmäzen Hugo Simon 1919 das ehemalige Ausflugslokal „Schweizerhaus“ in Seelow und errichtete dort ein landwirtschaftliches Mustergut mit Geflügelzucht sowie Obst- und Gemüseanbau. Zum Gut gehörte ein großer öffentlicher Park, in dem neben Skulpturen aus Bronze zeitgenössischer Bildhauer (z.B. ein Esel von Renée Sintenis) auf hohem Sockel der „Hirscheber“ von Arthur Storch ein Blickfang war. Der Heimatverein „Schweizerhaus Seelow“ e.V. engagiert sich für den Erhalt der einzigartigen historischen Gebäude, des Parks und der Gartenanlagen.

Werbeanzeige der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik AG, 1928

Begleitband:

Jeanette Lauterbach
Arthur Storch ( 1870-1947) 
Ein Blick auf sein vielseitiges Schaffen
144 S. mit über 250 meist farbigen Abb.
Festeinband, 24 x 30 cm, mit Schutzumschlag
2022
Preis: 25,00 €
ISBN: 978-3-947272-12-9