geografisch-postkolonial
Wie aus Karten und Bildern Welt entsteht
Eine virtuelle Ausstellung von
Infos zur Ausstellung
Im Folgenden werden Informationen zur Ausstellungsentstehung erörtert und die Orte der Produktion, der Ausstellung und Positionalität der Austellungsmacher*innen vorgestellt. Die Objekte der analogen Ausstellung befinden sich im Untergeschoss des Geomatikums und können regulär zu den Gebäudeöffnungszeiten besichtigt werden.
Kurze technische Hinweise: Um den Inhalt der nächsten Seiten zu sehen, bitte den Pfeil nach rechts durchklicken. Für die Ansicht der Ausstellungsobjekte sind die Browser Safari und Google Chrome am besten geeignet.
Übersetzung/Translation: Please click on Info-Symbol (i) to follow instructions ►►►
Informationen über die verwendeten Medien
Luschern erlaubt!
Schlüsselloch groß
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
AG Kritische Geographien Globaler Ungleichheiten
Beschreibung
Translation into english: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/geografisch-postkolonial/ To translate in any other language using Google Translate, follow these steps: 1.) Open a web browser and go to translate.google.com. You don’t need a Google account to access it, because it’s free to all. 2.) In the text box on the left, type in the entire URL (including the http://) of the website you want to view. 3.) On the right, choose the language you want to see the website in. 4.) Click Translate. The translated website appears. You can browse the entire website in that language by clicking links on the site — as long as you stay within the Google Translate user interface. The Translate toolbar at the top enables you to do a couple of other things: - From the To drop-down menu, you can change the translation language on the fly. - Next to View, you can toggle back and forth between the translated website and the site in its original language. You may wonder why some words and phrases are not translated. Google Translate translates only the actual text on a page. Any text that appears in an image is not translated. That’s why, things like the For Dummies logo and various button text aren’t translated; those are images. You can find these instruction on how to use it also with figures on: https://www.dummies.com/education/internet-basics/how-to-translate-a-website-with-google-translate/
Angaben zum Objekt
Thema
Illustration
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Katrin Singer
Zeit
2019
Die Idee zur Ausstellung
Karten und Bilder sagen mehr als tausend Worte. Ohne Worte erzählen sie uns Geschichten über die Welt. Obwohl es sich dabei immer nur um Ausschnitte von Welt handelt, haben sie die Kraft, unsere Vorstellungen über die ganze Welt zu beeinflussen: Wie Welt aussieht und was in der Welt passiert.
Doch Karten und Bilder sind kein Abbild der Realität. Sie werden gemacht. Aber wer oder was steckt hinter diesen Bildern und Karten? Und welche Geschichten von Welt erzählen sie und welche nicht?
Geograph*Innen tragen seit Jahrhunderten dazu bei, mit Karten und Bildern Welt zu produzieren. Geographie war eine der ersten Disziplinen der Universität Hamburg, weil sie mit Karten und Bildern die Welt nach Hamburg holen konnte in einer Zeit, als Reisen noch kompliziert, zeitaufwendig und teuer - also ein Privileg für Wenige - war. Diese Wenigen (wie zum Beispiel Humboldt) haben mit ihrem Blick auf die Welt Karten und Bilder produziert, die zum Teil noch bis heute verwendet werden, um uns Welt zu erklären.
Orte der Produktion
Die Ausstellung ist auf der Basis von Material entstanden, das im Rahmen von verschiedenen Forschungs-aktivitäten und Lehrveranstaltungen am Institut für Geographie seit 2016 erarbeitet wurde. Sowohl die Teilnehmer*innen der Lehrveranstaltungen als auch die leitenden Personen bilden eine vorrangig weiße Gruppe aus Studierenden und Wissenschaftler*innen, die sich mit den Arbeiten von vor allem weißen Professor*innen auseinandergesetzt hat. Aus diesen privilegierten Positionen heraus reproduzieren wir als Ausstellungsmacher*innen unweigerlich Kontinuitäten vielfältiger Diskriminierungsformen. Dennoch haben wir versucht, Brüche herauszuarbeiten und weiße Perspektiven zu hinterfragen.
Informationen über die verwendeten Medien
Orte der Produktion
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Ort der Ausstellung
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Ort der Ausstellung - Geomatikum
Das Geomatikum wurde Anfang der 1970er Jahre gebaut. Die Geowissenschaften – Geographie, Geologie, Meereskunde & Meteorologie – zogen 1975 in das mit 22 Stockwerken höchste Gebäude im Viertel Eimsbüttel ein. In den Kellergeschossen ist ein Labyrinth von Luftschutzbunkern eingebaut, die heute als Lagerräume dienen.
Das Geomatikum liegt am Rande des Campus der Universität, der ein früheres und heutiges Zentrum jüdischen Lebens von Hamburg bildet. Im 16. Jahrhundert siedelte sich besonders im Stadtteil Grindel die jüdische Gemeinde an, baute Synagogen, eine Schule, Gemeindeeinrichtungen sowie einen jüdischen Friedhof. Um 1900 war das umliegende Gebiet Wohnquartier des meist im Gewerbe tätigen orthodoxen Kleinbürgertums.
Positionalität der Ausstellungsmacher*Innen
Die Arbeitsgruppe „Kritische Geographien globaler Ungleichheiten“ beschäftigt sich aus einer kritischen Perspektive heraus mit bestehenden Ungleichheits- und Machtverhältnissen. Dabei liegt unser gemeinsamer Fokus darin, diese nicht als gegebene Bedingungen zu akzeptieren, sondern ihre gesellschaftliche Produziertheit aufzuzeigen und somit Möglichkeiten der Transformation herauszuarbeiten. Neben theoretisch-konzeptionellen Auseinandersetzungen und empirischen Forschungen versuchen wir, unsere Forschungsfragen und -ergebnisse mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteuren zu diskutieren und in gesellschaftliche Prozesse einzubringen.
Updates auf @ag.kggu [Instagram]
Informationen über die verwendeten Medien
Ausstellungsmacher*Innen
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Wir danken all jenen, die mit Engagement, Zeit und Geld an dieser Ausstellung mitgewirkt haben!
Teilnehmer*innen und Leitende des Studienprojekts
Patrick Baur, David Damerau, Julius Hedtke, Moritz Herzog, Helene Heuer, Joshua Hollatz, Michel Keding, Carolin Klippel, Klara Kohlhoff, Ronja Lührs, Jean Ravel Malanda, Kim-Jasmin Menssing, Charlotte Österheld, David Schmidt, Felix Stoiber, Tanja Tilg, Dorothee Uchtmann, Clara Wett
Leitung: Carsten Gräbel, Corinna Humuza, Sonja Kanemaki, Martina Neuburger, Anna-Maria Wosczyk
Historische Beratung: Dr. Carsten Gräbel, Tübingen
Ausstellungsberatung: gwf Ausstellungen, Hamburg
Grafische Gestaltung und Illustration: Katrin Singer, Hamburg
Webdesign: Marie Wollenschläger, Sonja Kanemaki, Hamburg
PRAKTISCHE UNTERSTÜTZUNG
Das Team der geowissenschaftlichen Werkstatt, das all unsere ausgefallenen Wünsche und noch so schrägen Ideen umgesetzt hat.
Die UHH-Druckerei, die auch noch auf die letzte Minute unsere Druckaufträge ausgeführt hat.
Archiv der UHH, das uns wichtige Dokumente zur Verfügung gestellt hat.
FINANZIELLE UNTERSTÜTZUNG
Jubiläumsfond der UHH
MIN Fakultät
Geographische Gesellschaft Hamburg
Das Prinzip Schlüssellöcher
Durch fünf verschiedene Schlüssellöcher gibt die Ausstellung einen kritischen Einblick darin, wie Hamburger Geograph*innen seit dem 19. Jahrhundert durch Karten und Bilder Welt herstellen, wie sich diese Weltbilder immer wieder verändert haben und welche Folgen dies in unterschiedlichen Bereichen hatte und immer noch hat.
Informationen über die verwendeten Medien
Inhalte der Schlüssellöcher
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Wir sehen die Welt so, wie WIR sie für uns zurechtgelegt haben. Begegnungen, Erlebnisse, Beziehungen, Vorlieben, aber auch Alter, Geschlecht, Hautfarbe, soziale Stellung, Be_hinderung – alles beeinflusst unseren Blick auf die Welt und wie wir in der Welt wahrgenommen werden. Wenn wir Licht in das Dunkel bringen möchten, aus welcher Position heraus wir sprechen, erleben, fühlen, denken und handeln oder eine Ausstellung betrachten, sprechen wir von Positionalität.
Wir möchten dazu einladen, über Fragen zur eigenen Positionierung nachzudenken! ►►►
Informationen über die verwendeten Medien
Spieglein, Spieglein
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Fragen zum Ausstellungsbeginn
Was hat eine Ausstellung mit postkolonialen Perspektiven zu tun?
Post- und dekoloniale Diskussionen sind wichtige Lernquellen für uns als wissenschaftliche Arbeitsgruppe. Hierbei geht es darum zu analysieren und zu kritisieren, wie koloniale Gewaltherrschaften bis heute wirken. Kolonialismus prägt in/direkt aktuelle Wirtschaftsformen, Grenzziehungen, politische Systeme und auch welche Karten und Bilder in unserem Kopf aufkommen, wenn wir über die Welt nachdenken.
Informationen über die verwendeten Medien
Frage-Sprechblase 1
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Frage-Sprechblase 2
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Was hat eine Ausstellung mit Hausaufgaben zu tun?
Auch Wissenschaftler*innen haben Hausaufgaben. Als universitäre Arbeitsgruppe ist es unsere Aufgabe, uns mit der Rolle auseinanderzusetzen, die die Hamburger Geographie in der Herstellung und Aufrechterhaltung stereotypen, kolonialen, rassistischen und rechtsradikalen Denkens hatte und hat. Wir machen uns in der Ausstellung auf die Suche nach dem Fortbestand und den Möglichkeiten des Aufbrechens dieses Denkens.
Informationen über die verwendeten Medien
Ausstellungsbeginn - Einleitende Worte
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
SL Schule Ausstellung
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
SL Schule Puzzel
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Schlüsselloch Schule
Schule als Ort des Erlernens von Konzepten, Kategorien und Weltbildern ist auch ein Raum der Macht von Wissen. Das stark stereotypisierende Konzept der Kulturerdteile von Albert Kolb und die verräumlichte Kartenform von Jürgen Newig zeigen und analysieren wir als ein problematisches Beispiel. Hier wird eine anscheinend einheitliche „Kultur“ mit spezifischen „Wesenmerkmalen“ im Raum verortet. Das Kulturerdteilkonzept prägt den Geographieunterricht bis heute und spiegelt sich vor allem in Bildern wider, die wir in einer Analyse von Fotografien in Schulbüchern (1957 bis 2015) gefunden haben. So wird ein Denken in Schubladen befördert und Stereotype nicht aufgebrochen, sondern immer wieder hergestellt.
Die schwierige Verbindung von Kultur und Raum
Albert Kolb hat in den 1960er Jahren das Konzept der Kulturerdteile entwickelt. Er verknüpfte darin räumliche Kategorien und Landschaftselemente mit gesellschaftlichen, kulturellen und historischen Dimensionen, beschrieb die Verbindungen zwischen Kultur und Raum jedoch sehr vage. Gleichwohl definierte er zehn Kulturerdteile:
Informationen über die verwendeten Medien
Bookviewer - CV Kolb und Newig
CV
Aus der Sammlung von
Institut für Geographie - Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Beschreibung
Bookviewer mit CV von Kolb und Newig
Bookviewer mit CV von Kolb und Newig
Ein fragwürdiges Konzept in Schulbüchern
Das Konzept der „Kulturerdteile" wird von dem Geographen Jürgen Newig weiterentwickelt. Newig nimmt in die Schubladen auch noch die Kategorie „Hautfarbe“ und „Religion“ mit auf und trägt dieses Konzept mit einer Weltkarte in den deutschsprachigen Geographieunterricht hinein.
Die Verlage von Schulbüchern verwenden über viele Jahrzehnte das Kulturerdteil-Konzept für die Gliederung der Lehrmaterialien. Regionale Zuordnungen von Bildern folgen diesem Prinzip und reproduzieren damit die im Kulturerdteil-Konzept enthaltenen Stereotype. Seit Beginn der 2000er Jahre sind die Schulbücher zwar nicht mehr regional nach Kulturerdteilen, sondern thematisch gegliedert. Ein genauer Blick in die Bücher zeigt jedoch, dass stereotypisierende Bilder weiterhin verwendet werden.
Informationen über die verwendeten Medien
Ein fragwürdiges Konzept in Schulbüchern 1
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Die Macht der Bilder in Schulbüchern
In Bildern steckt Macht, denn Fotografieren ist ein machtvoller Prozess, in dem der*die Fotograf*in definiert, was wie auf dem Foto erscheint. Wenn Menschen fotografiert werden, ohne gefragt – und vielleicht sogar dafür bezahlt – zu werden, ob sie überhaupt fotografiert werden wollen und wenn ja, wie, dann kann das Fotografieren als eine gewaltvolle Handlung gelesen werden, in der der fotografierte Mensch zum passiven Objekt degradiert wird. Gleichzeitig verfestigen Bilder Stereotype, denn sie können nur diese EINE Situation zeigen.
Wir haben die hier gezeigten Bilder aus den analysierten Schulbüchern dann verfremdet, wenn das Dargestellte Menschen erniedrigt oder sie zu Opfern macht, um die Gewalt, die ihnen in den Schulbüchern angetan wird, nicht zu wiederholen.
Informationen über die verwendeten Medien
Ein fragwürdiges Konzept in Schulbüchern 2
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Video - Ein fragwürdiges Konzept in Schulbüchern - 1. Reihe
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Video - Ein fragwürdiges Konzept in Schulbüchern - 2. Reihe
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Video - Ein fragwürdiges Konzept in Schulbüchern - 3. Reihe
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Das Konzept der „Kulturerdteile“ fand Eingang in den Klassenraum. Unter der Herausgeberschaft von Jürgen Newig erschienen bis 2010 neun Bände, die die Vorstellung von „Kulturerdteilen“ in didaktisches Material umsetzten. Die Reihe stellt Lehrkräften Kopiervorlagen und Folien mit Fotografien für den Overhead-Projektor für den Gebrauch im Unterricht bereit. Begleitet werden die Bildmaterialien durch Texte, die Welt beschreiben und einordnen sollen. Jeder Band vermittelt die Idee eines „Kulturerdteils“ anhand der Themen Leitsystem/Religion, Raum/Umwelt, Geschichte/Kultur, Mensch/Bevölkerung und Wirtschaft/Infrastruktur.
Auf den folgenden Seiten zu sehen ist eine exemplarische Auswahl an Overheadprojektor-Folien und Begriffen, die in den Begleittexten zu den Folien besonders hervorgehoben wurden.
Informationen über die verwendeten Medien
Schubladenmännchen
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Trotz der fundamentalen Kritik der Unwissen-schaftlichkeit hat das Denken in Stereotypen und „Schubladen“ durch das Kulturerdteilkonzept und ähnliche Ideen noch immer nicht ganz an Bedeutung in der Unterrichtspraxis verloren.
Besonders Lehrenden kommt hier die Verantwortung zu, problematische Zuschreibungen und Strukturen in den verwendeten Unterrichtsmaterialien und in der eigenen Unterrichtspraxis zu hinterfragen. Es geht darum, sensibel gegenüber stereotypisierendem und rassistischem Wissen sowie homogenisierenden Zuschreibungen zu sein und eine kritische Haltung zu den Materialien einzunehmen, die in der Schule oder Universität eingesetzt werden – letztlich also darum, außerhalb von „Schubladen" zu denken und sie zu überwinden.
Informationen über die verwendeten Medien
Lehrende - Schule 3
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Katrin Singer
Angaben zum Objekt
Typ
Lehrende
Wer eine Schublade öffnet, merkt schnell: Die Folienbücher vereinfachen komplexe Lebensweisen, verallgemeinern an anderen Stellen und stellen so vermeintlich homogene Räume her. Vor allem aber nehmen sie Zuschreibungen vor, die sich besonders deutlich in der Auswahl der Begriffe durchpausen und durch ihre bildliche Darstellung eine besondere Wirkmacht entfalten. Sie reproduzieren stereotype und rassistische Sichtweisen: Menschliche Lebenswelten und Räume werden so wortwörtlich in Schubladen gesteckt.
In den nächsten 10 Schubladen werden Auszüge der Folienbände sichtbar. Um den Blick auf Stereotype und Kategorisierungen zu vermeiden, finden sich auf einer darüber gelegte transparenten Folie Zitate und Aussagen, die diesen gewohnten Blick brechen und dem Denken andere Perspektiven eröffnen.
Informationen über die verwendeten Medien
Schubladenschrank
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Schublade 1
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Kulturerdteil
"Schw . . . afrika":
Kolonialrassistischer Neologismus, der auf einem Rassenverständnis beruht, das Menschen über biologische Merkmale bestimmte Eigenschaften zuschreibt und mit dem die Versklavung, Ausbeutung und Ermordung Schwarzer Menschen gerechtfertigt wurde.
Informationen über die verwendeten Medien
Schublade 2
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Kulturerdteil
"Orient"
Informationen über die verwendeten Medien
Schublade 3
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Kulturerdteil
Lateinamerika
Informationen über die verwendeten Medien
Schublade 4
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Kulturerdteil
Europa
Informationen über die verwendeten Medien
Schublade 5
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Kulturerdteil
Angloamerika
Informationen über die verwendeten Medien
Schublade 6
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Kulturerdteil
Südasien
Informationen über die verwendeten Medien
Schublade 7
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Kulturerdteil
Australien und Ozeanien
Informationen über die verwendeten Medien
Schublade 8
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Kulturerdteil
Russland
Informationen über die verwendeten Medien
Schublade 9
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Schublade 10
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Wandbild SL Schule
Mural
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Beschreibung
Angaben zum Objekt
Thema
Wandmalerei
Teil von
Mural
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Katrin Singer
Zeit
2019
Ort
Geomatikum, Untergeschoss
Informationen über die verwendeten Medien
SL Forschung Ausstellung
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Brillen der Forschung
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Schlüsselloch Forschung
Durch das zweite Schlüsselloch schauen wir auf die geographische Forschung über „Afrika“ am Hamburger Institut für Geographie.
In den Zeitschnitten der 1910/20er, 1930/40er, 1960/70er und der 2000er/2010er Jahre werden exemplarisch geographische Arbeiten zu afrikanischen Kontexten präsentiert. Die Forschungsthemen sind eng an die jeweiligen zentralen politischen Themen in Deutschland angelehnt, völlig unabhängig davon, was in „Afrika“ relevant war/ist. Es wird deutlich, mit welchen Stereotypen (siehe Bild links), Interessen und Rassismen auf „Afrika“ von Deutschland aus geschaut wurde und wird. Die Vielfalt eines ganzen Kontinentes wird dabei in eine wirkmächtige und abwertende Erzählung gepresst.
"Afrika“ als Projektionsfläche westlicher Weltbilder?!
Wissenschaft findet NICHT im Elfenbeinturm statt. Zu welchen Themen geforscht wird, hängt meist von den aktuellen Debatten am Ort des*der Wissenschaftler*in ab. Diese Diskussionen wirken wie Brillen. Sie bestimmen, was die Wissenschaft sieht, wenn sie auf andere Länder und Kontinente blickt. Viele Arbeiten der Hamburger Geographie zu unterschiedlichen Weltregionen sagen viel mehr über Gesellschaft und Politik in Hamburg selbst aus, als über jene Orte, die beforscht werden. Lokales Wissen und örtliche Quellen aus der Untersuchungsregion wurden und werden häufig – auch aus sprachlichen Gründen – ignoriert oder als nachrangig betrachtet.
Welche gesellschaftlichen Prozesse in der beforschten Region IN „Afrika“ von jeweils aktueller Relevanz sind, ist für die Forschungsfragen zweitrangig. Wissenschaften wie die Geographie stehen also nicht für sich, sondern sind immer auch ein Spiegel der eigenen Gesellschaft.
Hamburg – Tor zur Wissenschaft
Hamburg gilt und galt immer schon als das „Tor zur Welt“. Oft wird dabei vergessen oder ignoriert, dass diese Welt bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts eine überwiegend koloniale Welt war und viele Hamburger*innen auch lange vor Inbesitznahme der Kolonien von dieser kolonialen Ordnung profitierten. Die Interessen der Hamburger Politik und Wirtschaft zielten maßgeblich auf die Ausbeutung der Kolonien ab. Im 19. Jahrhundert expandierte Hamburgs Wirtschaft rapide und die Hafenstadt wurde zu einem der größten europäischen Handelszentren. Auch lange nach dem Verlust der Kolonien wurde von dem Gedanken der „kolonialen Bereicherung“ nicht abgerückt.
Die Wissenschaft - insbesondere die Geographie - stand unter dem Einfluss dieser stark wirtschaftlichen Ausrichtung in Hamburg, da in vielen Fällen Forschung und Expeditionen von den reichen Hamburger Kaufleuten - den sogenannten Pfeffersäcken - und den Abgeordneten des Hamburger Senats finanziert wurden. Viele Geographen standen im Dienst dieser wirtschaftlicher Interessen und erforschten Gebiete zur weiteren Erschließung des Landes und der Unterdrückung der dort lebenden Bevölkerung. Dies geschah teilweise bis in die 40er/50er Jahre hinein.
1910er/1920er: „Entdeckung“
Auch Deutschland hat sich inzwischen Kolonien genommen, beispielsweise in den Gebieten der heutigen Länder Togo, Kamerun, Namibia, Tansania, Ruanda und Burundi. Kolonien bieten Zugriff auf billige Arbeitskraft und wertvolle Rohstoffe und erweitern das nationale Territorium.
Siegfried Passarge und sein Assistent Erich Obst bereisen schon vor der Gründung der Universität Hamburg im Auftrag des Kolonialinstituts bzw. der Geographischen Gesellschaft Hamburg verschiedene Kolonialgebiete in „Afrika“. Sie stellen mit ihren Forschungsergebnissen wichtiges strategisches Wissen für die Kolonialherren bereit. Das hohe Maß an Gewalt gegenüber den Menschen in den Kolonien basiert auf dem hochgradig rassistischen Menschenbild.
Informationen über die verwendeten Medien
1910 - 1920 - 2.
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
1910 - 1920 - 3.
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
1910 - 1920 - 4.
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
1930er/1940er: Kolonialrevisionismus
Im Jahr 1919 muss Deutschland sämtliche Kolonien aufgeben, was in Deutschland vielfach als große Schande empfunden wird. Entsprechend wird in der Zwischenkriegszeit und während des Nationalsozialismus aus revisionistischen Kreisen ein deutsches Anrecht auf Kolonien proklamiert.
Ludwig Mecking reist nach Ost-, West- und Südafrika. In seinen Arbeiten lobt er die Errungenschaften europäischer Technik und Architektur in „Afrika“, ohne auf die Unterdrückung der afrikanischen Bevölkerung einzugehen. Dies ist nicht verwunderlich, da er seine Erkenntnisse vor allem aus Gesprächen mit europäischen Siedler*innen, Handelsleuten und Kolonialverwalter*innen gewinnt.
Informationen über die verwendeten Medien
1930 - 1940 - 2.
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Reisebericht über meine Reise um Afrika 28. Juli – 10. November 1937
„Die Reise verfolgte das Ziel, die Verkehrsbasis der Erdteile zu See im Überblick kennenzulernen und bei längerem Aufenthalt in Deutschostafrika die einschlägigen Fragen mehr ins Einzelne zu verfolgen. In der Tat boten mir die Aufenthalte in den vielen Häfen, die manchmal nur zwei drei Tage betrugen, aufschlussreiche Beobachtungen, die sich auf dem benutzten Schiffen und in den Häfen durch Gespräche mit einzelnen Persönlichkeiten, solchen des privaten Lebens sowohl wie in amtlichen Stellungen, vielfache ergänzen und klären liessen.“ (L. Mecking)
Informationen über die verwendeten Medien
1930 - 1940 - 3.
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
1960er bis 1980er: „Entwicklung“
Die ehemaligen Kolonien erlangen fast alle ihre politische Unabhängigkeit. Die wirtschaftlichen Abhängigkeiten bleiben jedoch bestehen, Wohlstandeffekte für die breite Bevölkerung bleiben aus. Deutschland hingegen erlebt das Wirtschaftswunder, das nicht zuletzt auf der Ausbeutung billiger Rohstoffe in „Afrika“ basiert.
Günter Borchert forscht vor allem im südlichen „Afrika“. Er identifiziert dort „Entwicklungsdefizite“ und unterscheidet zwischen Aktiv- und Passivräumen. Dabei schreibt er beispielsweise der (ehemaligen) portugiesischen Kolonialmacht in Angola die alleinige Fähigkeit zu, Wohlstand und „Entwicklung“ in der Region zu schaffen. Bei seiner Exkursion nach Südafrika arbeitet er eng mit dem Apartheidregime zusammen und legitimiert dies mit der „Freiheit der Forschung“, was zum Teil harsch kritisiert wird.
Informationen über die verwendeten Medien
1960 - 1980 - 2.
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Forschungsziel Entwicklung?
Informationen über die verwendeten Medien
1960 - 1980 - 3.
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Collage Borchert
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
2000er/2010er: Klima, Ressourcen und Stadt
Weltweit werden Klimawandel und Ressourcenverbrauch als Probleme der Zukunft identifiziert. Und seit 2007 lebt mehr als die Hälfte der Menschen in Städten, so dass Fragen der Stadtentwicklung im globalen Diskurs an Bedeutung gewinnen. „Afrika“ wird zunehmend zum „Kontinent der Zukunft“ stilisiert, wenngleich auch gegenteilige Erzählungen über „gescheiterte Staaten“ entstehen. Insgesamt treten die afrikanischen Staaten selbstbewusster in der Welt auf.
Die Themenschwerpunkte der Hamburger Geographie wenden sich den globalen Diskursen zu. Verschiedene Kollegen (sic!) beschäftigen sich mit Klimawandel und Ressourcenschutz, mit Ressourcenkonflikten, Migration und Stadtentwicklung. Sie beraten auf der Basis ihrer Forschungsergebnisse Regierungen sowohl in Europa als auch in „Afrika“.
Informationen über die verwendeten Medien
2000er - 2.
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
2000er - collage wissenschaft vs welthandel
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
SL Forschung - Eigene Brille
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Forschung und die Forschenden sind immer in die jeweilige Zeit, in der sie wissenschaftlich arbeiten, eingeschrieben .
Die Brille, die der*die Geograph*in aufsetzt und mit der er oder sie Forschung in Afrika betreibt, lässt häufig nur eingeschränkte Sichtweisen und Perspektiven zu.
Wie in der Ausstellung könnt ihr, wenn ihr durch die Brille seht, auch nur schemenhaft erkennen, was in Afrika zur Zeit der Forschung passiert ist.
Informationen über die verwendeten Medien
SL Lehre Ausstellung
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Schlüsselloch Lehre
Wissenschaftliche Lehre ist ein Ort, an dem Wissen und Weltbilder unterrichtet werden. Da die Studierenden diese Lehrinhalte als junge Menschen hören, nehmen sie die darin erlernten Weltbilder mit in ihr weiteres (Berufs-)Leben, wo sie noch viele Jahrzehnte damit arbeiten, diese „sharen“ (re-produzieren), „retweeten“ (verschieben) oder auch verwerfen. Dieser Teil der Ausstellung schaut anhand der wirtschaftsgeo-graphischen Lehre kritisch auf diese Weltbilder und die Verantwortung der Geographie darin.
Wir wagen einen Blick durch das Schlüsselloch der Lehrveranstaltungstitel, um zu beleuchten, wie sich die in der Lehre verwendeten Weltbilder verändert haben.
Informationen über die verwendeten Medien
Aushang Lehre Detail
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Welches Wissen lehren wir?
Seit über 100 Jahren bildet die Hamburger Geographie unzählige Wissenschaftler*innen, Lehrer*innen und Berufsgeograph*innen aus. Dabei ist die Wirtschafts-geographie seit den Anfängen der Universität ein wichtiger Zweig der geographischen Lehre in Hamburg. Die Lehrinhalte haben sich jedoch im Laufe der Jahrzehnte stark gewandelt. Sie bilden einen Spiegel wissenschaftsinterner Diskussionen und gesellschaftlicher Dynamiken.
Informationen über die verwendeten Medien
Ihre/Deine Meinung zur Lehre
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
100 Jahre Lehre
Die Liste der Lehrveranstaltungen zeigt alle Kurse der letzten 100 Jahre, die einen klar erkennbaren wirtschaftsgeographischen Bezug haben. In ihr finden sich knapp 1.900 Lehrveranstaltungen, die einen wirtschaftsgeographischen Schwerpunkt haben. Die Analyse der Lehrveranstaltungstitel der letzten 100 Jahre gibt Aufschluss darüber, wie sich Themenfelder, regionale Bezüge und konzeptionelle Perspektiven über die Jahre verschoben haben, wo Brüche festzustellen und Kontinuitäten beobachtbar sind. Da wir wenig Kenntnisse von den genauen Inhalten der Lehrveranstaltungen haben, kann diese Liste lediglich einen kleinen Einblick in die Fachgeschichte der Hamburger Geographie geben.
HIER geht es zu einer Übersicht der Lehrveranstaltungen von 1919 - 2019
Informationen über die verwendeten Medien
100 Jahre Lehre (2)
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
100 Jahre Lehre (1)
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Welche Weltbilder geben wir weiter?
Wandkarten waren bis in die 2000er Jahre hinein ein wichtiges Anschauungsmaterial für Vorträge und die Lehre. Vor der Einführung von digitalen Präsentationstechniken konnte auf der Wandkarte während eines Vortrages bzw. einer Lehrstunde das Rahmenthema definiert und immer wieder auf das darin Dargestellte verwiesen werden. Die Lehrenden konnten ihre Ausführungen darauf aufbauend inhaltlich präzisieren, Zusammenhänge herstellen und Dynamiken erläutern.
Informationen über die verwendeten Medien
Karte Stereotypisierung
Karte Otremba
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Beschreibung
Ausschnitt Karte Otremba
Teil-Ausschnitt Karte Otremba
Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Thema
Kollektive Kartierung
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
AG Neuburger
Zeit
12/2019
Ort
Geomatikum
Die Wandkarte „Bevölkerung und Wirtschaft der Entwicklungsländer“ aus dem Jahr 1967 spiegelt die dominanten Erzählungen über Entwicklung und Fortschritt während des Kalten Krieges wider. Die graphische Verknüpfung von Bevölkerung, Rohstoffvorkommen und Problemen wie Bodenerosion in der sogenannten „Dritten Welt“ suggeriert einen deutlichen Entwicklungsrückstand dieser Weltregionen, der – so die Erzählung – durch das erhöhte Bevölkerungswachstum, die Abhängigkeit der Wirtschaft von Primärgütern und die „falsche“ Bodenbewirtschaftung zustande kommt. Demgegenüber stehen die „Industrieländer“, in denen der Fortschritt auf industriellen Kernen und subpolaren Rohstoffergänzungsgebieten aufbaut. Bemerkenswert erscheint, dass auch „Zwischentöne“ zu sehen sind: „Entwicklungsländer“ in Europa und agrarische Kerngebiete und vereinzelte industrielle Kerne in „Entwicklungsländern“.
Nichtsdestotrotz verschweigt die Karte, dass der Wohlstand der „Industrieländer“ auf der Ausbeutung der Rohstoffe in den „Entwicklungsländern“ und auf unfairen Handelsbeziehungen beruht und damit eng verwoben ist mit der Armut in den „Entwicklungsländern“. Globale Ungleichheiten basieren auf postkolonialen Machtverhältnissen, die in dieser Karte komplett ignoriert werden.
Informationen über die verwendeten Medien
SL Standort Ausstellung
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Schlüsselloch Standorte
In der Forschung wird sehr selten die Position, aus der heraus Wissen formuliert wird, offengelegt.
Gerhard Sandner hat am Institut für Geographie in Hamburg jahrelang geforscht und gelehrt. Er arbeitete u.a. zu den Verwicklungen der deutschsprachigen Geographie im Nazi-Regime, wofür er viel Kritik erntet und als „Nestbeschmutzer“ bezeichnet wurde. Am Ende seiner Karriere reflektierte er seine eigene Arbeit, auch seine Momente des Scheiterns. Sandner kann deshalb in mancher Hinsicht als Vorreiter kritischen Denkens über die eigene Position angesehen werden. Dennoch bleibt auch er in problematischen Kontinuitäten oftmals verhaftet und profitiert davon. Das Schlüsselloch gibt einen Einblick in Sandners Auseinandersetzung und zeigt Möglichkeiten des Anders-Machens von Wissenschaft.
Informationen über die verwendeten Medien
Zeichnung Sandner (1)
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Subjektive Wissenschaft
Wissenschaft ist NICHT trennbar von der Persönlichkeit der*des Wissenschaftler*in. Forschungsthemen, -perspektiven und -regionen hängen ab von einer Vielzahl von Faktoren, die die*der Wissenschaftler*in in die Forschung hineinträgt: persönliche Vorlieben und Fähigkeiten, finanzielle (Un)Abhängigkeit und universitäre Position, politische Einstellung und gesellschaftliche Dynamiken, universitätspolitische Kontexte und geographische Disziplingeschichte, Begegnungen mit Menschen und Zufällen. Deshalb ist Wissenschaft nie vollständig zielgerichtet, neutral und objektiv.
Informationen über die verwendeten Medien
Sprechblase Sandner
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Gerhard Sandner wechselte in seinem Leben häufig seine Standorte. Die damit verbundenen Änderungen seines gesellschaftlichen Status und seiner Positionen beeinflusste auch, welche Themen ihn wissenschaftlich beschäftigten, und veränderten seinen geographischen Blick immer wieder.
Gerhard Sandner hat dies in Form einer grafischen „Standort-Biographie“ reflektiert. In den ersten Jahren seiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung widmet er sich Lateinamerika, dem Kontinent, wo er einen Großteil seiner Jugend verbrachte. Später war er in der Geographie einer der Ersten, der sich mit der Disziplingeschichte während der NS-Zeit auseinandersetzte. In seinen Werken wird immer wieder deutlich, dass er sich damit auseinandersetzt, warum und weshalb er welches Wissen schafft.
Informationen über die verwendeten Medien
Sandners Leben als Graphik
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Gerhard Sandner reflektiert in seinen autobiographischen Aufzeichnungen seine eigene Forschungsarbeit. Jeder der Würfel stellt einen Moment in seinem wissenschaftlichen Leben dar, wobei die jeweiligen Forschungsmethoden und -perspektiven in enger Wechselbeziehung mit seinem sozialen Umfeld, seiner universitären Stellung, dem Arbeitsalltag sowie mit den Paradigmen in der Geographie zusammenhängen. Die Informationen stammen weitgehend aus seinen autobiographischen Texten, Daten und Fotos, die SEINE rückblickende Sicht der Dinge repräsentieren.
Informationen über die verwendeten Medien
SL Standort Ausstellung
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Dokumentarfilm zu Gerhard Sandner
Der Film entstand im Rahmen eines Studienprojekts zur Vorbereitung auf diese Ausstellung. Aussagen von Zeitzeugen und historisches Archiv- und Bildmaterial werfen einen Blick auf das Leben des Geographen Gerhard Sandner und beleuchten Forschungsthemen und die eigene Auseinandersetzung mit der Disziplingeschichte am Institut für Geographie.
Filmteam: Tanja Tilg, Carolin Klippel, Felix Stoiber mit Unterstützung durch Anna-Maria Woszczyk
HIER geht es zur Kurz-Dokumentation
Passwort: postkolonial
Informationen über die verwendeten Medien
Zeichnung Sandner (2)
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zeitstrahl SL Standorte
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Stereoskop - Geographische Werkzeuge
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Schlüsselloch Werkzeuge
In diesem Schlüsselloch gewähren wir Einblicke in einige Karten und zeigen eine Filmdokumentation zur Hamburger Kartographie. So werden die verschiedenen Formen des Karten-Machens gezeigt.
Darüber hinaus gibt eine Hörstation Auskunft darüber, wie Kartographie als Instrument des Kolonialismus eingesetzt wurde. Geräte und Karten von Hamburger Kartograph*innen sowie Karten aus der Kartensammlung stellen wir ebenso vor wie digitale GIS-Karten und kritische Karten.
Informationen über die verwendeten Medien
Karte vermessen und ordnen
Karthographie
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Beschreibung
Schild mit Aufschrift Kartenwald
Kartenwald
Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
AG Neuburger
Zeit
12/2019
Ort
Geomatikum
Karten sind schon seit Jahrtausenden ein Medium, mit dem Informationen über Orte und Lagebeziehungen festgehalten und vermittelt werden. Da diese Informationen große geostrategische Bedeutung haben, ist die Kartographie – also die Herstellung von Karten – ein herrschaftliches Instrument, um Territorien abzustecken oder „neue“ Gebiete zu erschließen. Noch heute werden weltweit die großen flächendeckenden Kartenwerke von staatlichen und/oder militärischen Institutionen erstellt.
Im Folgenden zeigen wir Exponate aus der Hamburger Kartographie, die Einblicke in verschiedene Formen des Karten-Machens geben.
Informationen über die verwendeten Medien
Stereoskop Detail
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Werkzeuge der Kartographie
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Beschreibung
Kartographischer Arbeitsplatz Zu sehen ist ein einfacher Kartographischer Arbeitsplatz, an dem bis etwa Mitte der 90er Jahre auch an Geographischen Instituten kartographische Reproduktions- und Druckvorlagen erstellt wurden. In wissenschaftlichen Einrichtungen ging es hauptsächlich darum, raumbezogene thematische Sachverhalte unterschiedlichster Art in Karten oder in Diagramme und Schaubilder umzusetzen, um diese in Publikationen einzubinden. Die amtliche Kartographie in behördlichen Einrichtungen, in denen farbige großformatige Karten der amtlichen Maßstabsreihen hergestellt wurden, war kostenintensiver, weil ungleich aufwändiger und auch mit einem wesentlich höheren reprotechni-schen Aufwand verbunden. Demgegenüber ging es in der thematischen Kartographie an Universitätsinstituten darum, ver-schiedenste Themen mit vergleichsweise einfacheren kartographischen Mitteln zu visualisieren. Gezeichnet wurde mit anlösenden Tuschen auf maßhaltige Folien, wie ‘Astralon’ oder ‘Hosta-phan’. Mehrere Folien wurden gelocht übereinander gelegt und mit Hilfe von Pass-Stiften zu-sammengehalten. Meist geschah das am ‘Leuchttisch’ (hier nicht dargestellt), also mit Licht von unten wegen besserer Sichtbarkeit. Zum Zeichnen wurden Ziehfedern benutzt bei denen zwei im Abstand verstellbare metallene Zungen die Tusche aufnahmen und auch Zeichenfedern wie z.B. die sehr feine ‘Brandauer Fe-der‘. Die die Folie anlösenden Tuschen wurde in einem kleinen Glasnäpfchen, dem ‘Gisalnapf’, bevorratet. Später kamen auch ‘Trichterfedern’ und Zeichenstifte, meist der Firma Rotring, wie der ‘Isograph’ oder ‘Rapidograph’ zum Einsatz. Kartenschrift wurde ursprünglich von Hand mit der Feder gezeichnet, später nutzte man Letraset-Abreibebuchstaben und danach auch auf selbstklebenden Film kopierte Namen, die dann einge-klebt wurden. Da die Karten fast durchweg nur schwarz-weiß gedruckt wurden und Flächen nicht durch Farb-gebung unterschieden werden konnten, musste man sich mit Strukturrastern (also mit Punkt, Linie oder anderen Strukturen) für Flächenunterscheidungen behelfen. Diese wurden mit Schraf-furlinealen als beispielsweise Linien- oder Kreuzlinienschraffuren angelegt oder auch mit unterge-legtem Millimeterpapier gezeichnet. Es wurden auch vorgefertigte Strukturen (Letratone-Folien) in Flächen eingeklebt und mit einem Skalpell konturenscharf ausgeschnitten. Wegen der geforderten Genauigkeit waren bei der Bearbeitung Vergrößerungsgläser mit kleinem Stativ und Messlupen unerlässlich. Unbedingt erforderlich war für die Bearbeitung ein verlässlicher genauer Kartenentwurf als Grundlage, da spätere Korrekturen sehr aufwändig und dann eben auch ärgerlich waren. Von den Folien mussten fehlerhafte Eintragungen mittels unterschiedlicher Metallschaber entfernt werden und dabei war zu beachten, dass die Folie für Neueintragungen auch noch bezeichenbar, also schön glatt, blieb. Die dabei entstandenen Rückstände wurden mit einem ‘Zeichenbesen’ von der Folie entfernt. Aus heutiger Sicht scheinen die geschilderten Arbeitsweisen in der Kartographie wie aus der Zeit gefallen und sind nur noch schwer nachvollziehbar. Aber nichts destotrotz war es eine befriedi-gende Arbeit, zumal der Kartograph sein Alleinstellungsmerkmal durch seine handwerklichen Fähigkeiten besaß. Des Weiteren waren Geduld und Genauigkeit und eine gute Auffassungsgabe Grundvoraussetzungen für die Ausübung dieses Berufes. Claus Carstens 5/2020
In der Geographie gehören Karten von Beginn an zu den wichtigsten Werkzeugen, mit denen die Orientierung im Gelände gelingt und mit denen Forschungsergebnisse visualisiert werden. Deshalb gehören bereits seit der Gründung des Kolonialinstituts Zeichner*innen zum Stammpersonal in der Geographie. Ihre Aufgaben sind sehr vielfältig. Sie zeichnen nicht nur Karten und stellen Druckvorlagen für Publikationen oder Wandkarten her. Sie fotografieren botanische Präparate und Gesteine, entwickeln Dias und betreuen die Dia- und Kartensammlung. Das Berufsbild des*der Kartograph*in hat sich jedoch mit der Digitalisierung in den 1990er Jahren stark gewandelt, denn nicht mehr Zeichenstift, Transparentpapier und Leuchttisch sind in Gebrauch, sondern Mouse, Grafik-Tablet und Computer. Außerdem beleuchten kritische Kartograph*innen zunehmend die Macht, die in Karten steckt.
Die Kartographie bezeichnet die Technik und Kunst der Herstellung von Karten. Der Prozess des Karten-Machens sowie die Darstellbarkeit der Inhalte hängt von der verfügbaren Technik ab. Die klassische Kartographie ist darum bemüht, im Gelände oder durch Fernerkundung wissenschaftlich erhobene Informationen möglichst exakt und maßstabsgetreu darzustellen.
Anfang des 20. Jahrhunderts vermessen Hamburger Geographen (sic!) während ihrer Expeditionen das Gelände, das sie zu Fuß, zu Pferd oder per Bahn durchqueren, erstellen Geländeprofile und zeichnen Landschaften, Gesteine, Tiere, Pflanzen und auch Menschen. Die Kartierungen in den (ehemaligen) Kolonialgebieten dienten dazu, die Territorien zu erschließen und – wie etwa im Fall des heutigen Namibias – wichtige Grundlagen für die Kriegsführung gegen die Nama und Herero zu schaffen.
Informationen über die verwendeten Medien
Karten Klassische Geographie
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Die aufwendigen Geländeaufnahmen werden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts schrittweise durch systematische Luftbildaufnahmen abgelöst. Damit können topographische Karten mit Hilfe des Stereoskops erstellt werden. Gleichwohl reisen Geograph*innen bis heute in ihre Forschungsgebiete, um für ihre thematisch ausgerichteten Forschungsfragen entsprechende Sachverhalte zu beobachten und zu kartieren.
Aus den daraus entstandenen Kartenskizzen erstellen Kartograph*innen bis in die 1990er Jahre hinein handgezeichnete Karten auf Transparentfolie mit Tuschestift, Kurven- und Schraffurlineal, Schriftschablonen und – später – Klebeschraffuren und -buchstaben.
Informationen über die verwendeten Medien
Werkzeuge der Kartographie Detail
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Mit der Digitalisierung ersetzen Mouse und Grafik-Tablet die Tuschestifte. Die auf Karten darzustellenden Informationen können nun auch aus Satellitenbildern, digitalen Geländemodellen und Datenbanken entnommen und in Karten oder kartenähnliche Darstellungen – wie beispielsweise GIS-Karten – umgesetzt werden. Damit wird die Distanz des*der Wissenschaftler*in zum Forschungsfeld immer größer. Die persönliche Erfahrung von Entfernung, Steigung und Wetter und die direkte Begegnung mit Menschen vor Ort entfallen.
Informationen über die verwendeten Medien
GIF Mount St. Helens
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Dr. Olaf Conrad
Beschreibung
Der Mount St. Helens ist ein aktiver Vulkan im Skamania County im Süden des US-Bundesstaates Washington mit einer Höhe von 2549 Meter. Er gehört zu den Cascade Mountains, einem Vulkangebirge, das sich entlang der Westküste Nordamerikas erstreckt, Teil des pazifischen Feuerrings ist und wie alle Vulkane dieser Formation eine hohe potentielle Explosionsenergie aufweist. Der Ausbruch des Mount St. Helens am 18. Mai 1980 war so gut dokumentiert wie kein anderer Ausbruch zuvor. Die Stärke des Ausbruchs war enorm: Ein Teil der Nordflanke des Vulkans scherte ab und die Magmakammer brach explosionsartig aus. Es war einer der größten Erdrutsche der Geschichte und der Vulkan verlor an etwa 400 Meter Höhe (weitere Informationen finden Sie unter: http://www.vulkane.net/vulkane/helens/helens.html). Das GIF zeigt den Berg. St. Helens vor und nach dem Ausbruch vom 18. Mai 1980. Das Volumen des Mount St. Helens betrug vor dem Ausbruch etwa 176,8 Quadratkilometer, danach etwa 173,2 Quadratkilometer.
Weitere Infos befinden sich im Info-Symbol (i)
Informationen über die verwendeten Medien
Fragen zur Kritischen Geographie
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Dokumentarfilm zur Kartographie
In dem Studienprojekt „Geschichte der Hamburger Geographie – Karten, Bilder und Filme für eine Ausstellung“ aus dem Wintersemester 2018/19 zur Vorbereitung auf diese Ausstellung entstand ein Dokumentarfilm zur Kartographie. Dieser Film zeigt die Arbeit von Kartograph*innen sowie die Entwicklung und unterschiedliche Ausrichtungen der Kartographie.
Regie und Schnitt: David Schmidt, mit Unterstützung durch Anna-Maria Woszczyk
Kritische Kartographie
Die kritische Kartographie nimmt die Herstellung von Karten in den Blick und versteht sie als machtvollen Prozess. Da Karten immer nur einen Ausschnitt der Welt zeigen können, ist von großer Bedeutung, wer wann und mit welchem Interesse über die Auswahl des Darzustellenden entscheidet. Es liegt in der Macht der*des Wissenschaftler*in oder der*des Auftraggeber*in und der*des Kartograph*in, Inhalt und Darstellungsform zu definieren und damit das endgültige Kartenbild festzulegen. Karten sind also NIE neutral, unpolitisch oder gar objektiv.
Informationen über die verwendeten Medien
Zeichnung - Kritische Kartographie
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Kritische Karten
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Die Hörstation
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Kritische Kartographien hinterfragen die Neutralität von Karten und verstehen sie als Ausdruck hegemonialer Erzählungen über Welt. Um diese Macht der EINEN Karte über Welt zu brechen, schlagen kritische Kartograph*innen vor, die Herstellung von Karten zu einem kollektiven und partizipativen Prozess zu machen, bei dem auch und gerade bisher unhörbare Stimmen zu Wort kommen. Damit können kollektive Kartierungen zu Mitteln des Widerstands werden und bestehende Machtverhältnisse in Frage stellen.
Hörstation Azadê Peşmen
Countermapping
Azadê Peşmen ist Journalistin, Moderatorin, multilinguale Spoken Word-Künstlerin und Tänzerin. Sie hat in Potsdam und São Paulo Politik und in Berlin Historische Urbanistik studiert, bevor sie ein Redaktionsvolontariat beim Deutschlandradio absolviert hat. Derzeit ist sie Redakteurin bei dem Funk-Format Karakaya Talk und arbeitet als freie Journalistin unter anderem für Deutschlandfunk Kultur, Zeit Online und das Missy Magazine.
In ihrer dreiteiligen Audioarbeit, die in der Ausstellung zu hören ist, behandelt sie Fragen nach dem Zusammenhang von Macht und Karten, ihrer Geschichte und wie sich damit etabliertes kartographisches Wissen in Frage stellen lässt. Dafür ist sie u.a. nach Brasilien gereist, um dort mit Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Bürger*innen über die Praxis und die Möglichkeiten von Countermapping zu sprechen.
Kritische Kartograph*innen stellen Fragen an klassische Karten
- Wer hat über den Inhalt der Karte entschieden?
- In welchem gesellschaftlichen Kontext ist die Karte entstanden?
- Was bzw. welches Wissen wird dargestellt?
- Was bzw. welches Wissen wird weggelassen?
- Welche Hierarchien werden im Kartenbild hergestellt?
- In welchen Zusammenhängen wird die Karte genutzt?
Kritische Kartographie muss auch den eigenen Karten gegenüber kritisch bleiben!
- Was wird als Karte anerkannt?
Auch Lieder, Webstoffe, Stickereien, Geschichten, Tänze oder Keramiken können Informationen über das Land vermitteln, werden aber als Karten und räumliche Orientierungshilfen selten anerkannt. Dieses Wissen bleibt marginalisiert. Karten sind und bleiben machtvoll.
- Warum wurde diese Karte nicht digitalisiert?
- Warum hat sie keine Legende?
Karten, die Kinder erstellen, werden allzu oft nicht ernst genommen. Das sagt viel darüber aus, wie in einer Gesellschaft und in der Wissenschaft das Wissen von Kindern gesehen bzw. nicht gesehen wird.
Informationen über die verwendeten Medien
SL Landschaft Ausstellung
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Eimer Landschaftskonzepte
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Schlüsselloch Landschaft
In der Geographie ist „Landschaft“ ein schwieriger Begriff. Mehrfach wurde er in der Vergangenheit verworfen. In der Hamburger Geographie war Siegfried Passarge ein wichtiger Vertreter der Landschaftsforschung in den 30er Jahren. Jedoch missbrauchte er den Begriff der Landschaft in seinen offen rassistischen und antisemitischen Arbeiten. Er erstellte Arbeiten über die Minderwertigkeit von Menschen und Kulturen u.a. in den damaligen Kolonien. Damit rechtfertige Passarge die Unterdrückung, Ausbeutung, Versklavung und Auslöschung von Menschen. Sein Raumverständnis entspricht dem eines Containerraums, bei dem Landschaft statisch definiert und kategorisiert wird. In den 1960er Jahren kritisiert die junge Generation diese aus ihrer Sicht unpolitische, unwissenschaftliche Art der Forschung. Der Landschaftsbegriff wird zum „Unwort“ in der Geographie.
Bilder einer Landschaft
Diese Landschaft könnte überall sein. Sie zeigt alles und nichts. Trotzdem wurden in der Geographie solche Zeichnungen angefertigt und verwendet, um von der Landschaft auf den Charakter des Menschen zu schliessen. #WTF
So machte es auch Siegfried Passarge!
(HIER ein paar seiner Ansichten im Bookviewer)
Informationen über die verwendeten Medien
Bild der Gebrüder Schlagentweit - SL Landschaft
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Audiobeitrag zum Thema Landschaft
Hamburger Studierende der Geographie wurden befragt, was sie unter dem Begriff "Landschaft" verstehen und was dieser für sie bedeutet.
Produziert von Max Hartmann
Informationen über die verwendeten Medien
Audio SL Landschaft
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Bild zu Audio: Audio SL Landschaft
Aus der Sammlung von
Erst in den 2000er Jahren verwendet eine neue Generation von Geograph*innen den Begriff „Landschaft“ wieder und deutet ihn um. Auch in Anlehnung an die englischsprachige Verwendung des Konzepts "landscape" ergeben sich neue Impulse für die Debatte um Landschaft in der Geographie. Heute füllen vor allem konstruktivistische Ansätze den Landschaftsbegriff mit neuem Leben und verdeutlichen die Produziertheit, Veränderlichkeit und Vielfalt von Landschaften.
Nun finden Ansätze Eingang in die Diskussion, die Landschaft wie ein gestricktes Bild sehen...
Informationen über die verwendeten Medien
Gestrickte Landschaft
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Informationen über die verwendeten Medien
Zitat
Aus der Sammlung von
Rechteinformation
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
What kind of knowledge do we need in order to make the world more liveable and just for us all?
(Welche Art von Wissen brauchen wir, um die Welt für uns alle lebenswerter und gerechter zu machen?)
Madina Tlostanova, 2009
Eine virtuelle Ausstellung von
Team
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Webdesign:
Marie Wollenschläger, Sonja Kanemaki
Impressum
Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten
Institut für Geographie
Universität Hamburg
Bundesstr. 55; 20146 Hamburg
Martina Neuburger
040 - 42838 5220
040 - 42838 4981
ag_kggu.geo [at] uni-hamburg.de
Als Anbieter von DDBstudio verantwortlich im Sinne des Medienstaatsvertrags:
Stiftung Preußischer Kulturbesitz, gesetzlich vertreten durch ihren Präsidenten, handelnd für das durch Verwaltungs- und Finanzabkommen zwischen Bund und Ländern errichtete Kompetenznetzwerk
Deutsche Digitale Bibliothek
c/o Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Von-der-Heydt-Straße 16-18
10785 Berlin
Telefon: +49 (0)30 266-41 1432, Fax: +49 (0) 30 266-31 1432
E-Mail: geschaeftsstelle@deutsche-digitale-bibliothek.de
FIZ Karlsruhe - Leibniz Institut für Informationsinfrastruktur GmbH
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen
Die Deutsche Digitale Bibliothek verlinkt die virtuelle Ausstellung auf ihrer Internetseite https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/virtuelle-ausstellungen.
Die kuratierende Einrichtung bestimmt über Thema und Inhalt der Einstellung. Die DDB nimmt nur im Ausnahmefällen Einfluss darauf, s. Nutzungsbedingungen.