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Gabriele Dahms (1944 - 1999)

Eine innere Reise

Eine virtuelle Ausstellung von

Gabriele Dahms, 1944 in Freiburg/Breisgau geboren, war schon in frühester Jugend von der Malerei fasziniert, doch entschied sie sich zunächst für ein Studium zur Textilbetriebswirtin, um im elterlichen Betrieb in Mannheim mitzuarbeiten.

Ab 1965 widmete sie sich dann ganz dem Studium der Malerei. Sie studierte bei André Sangsué in Genf, später bei Heinz Trökes in Berlin und Salzburg sowie bei Erich Kraemer in Luxemburg.  

Nach einigen Jahren künstlerischen Schaffens begann für sie ab 1970 eine rege Ausstellungstätigkeit, erst im Rhein-Neckar-Kreis, dann in ganz Deutschland und den Nachbarländern Frankreich, Italien, Luxemburg, Monaco und Österreich. Sie stirbt 1999 in Heidelberg.

Anfänge

Der Beginn ihres Schaffens lag in der informellen Malerei. Zunächst ist sie dem Tachismus verbunden, einer Richtung der informellen Kunst, die in den 1950er Jahren aus Frankreich kam.

Ein weiterer Schritt in ihrer Entwicklung ist die Beeinflussung durch Mark Rothko: Sie verfolgte nie die gegenständliche Malerei und war von seiner Arbeit begeistert.

ohne Titel, o. J. Mischtechnik auf Sperrholz, 50 x 40 cm. Foto: H. - J. Schröder
Blick in das Atelier. Foto: privat

Das Atelier als Rückzugsort

Als Mensch war sie lebenslustig und impulsiv, doch wenn sie arbeitete, zog sie sich in ihr Atelier zurück - für ihre Kunst brauchte sie die Stille - die Meditation.

Der Einfluss fernöstlicher Philosophie

Als Künstlerin entwickelte sie bald ihren ruhigen, kontemplativen Malstil.

Ihr Interesse galt der fernöstlichen Philosophie, verstärkt durch ihre Reisen nach Asien setzte sie sich intensiv damit auseinander und fand so zum Taoismus.

TAO XXIII, 1990. Acryl, Sand auf Leinwand, 170 x 210 cm. Foto: Ulrich Fuchs, Frankfurt

Der Weg ist das Ziel

Gemäß der Lehre des Taoismus ist nicht das Ankommen das Wichtigste, sondern das Gehen: „Der Weg ist das Ziel.“

TAO I, 1983. Acryl auf Leinwand, 230 x 210 cm. Foto: Ulrich Fuchs, Frankfurt

Der Titel "TAO"

Den Titel “Tao“ verwendet sie seit 1983 für alle ihre Arbeiten. Sie nummeriert ihre Arbeiten ab diesem Zeitpunkt nur durch, zumeist ohne Angabe von Jahreszahlen.

Ihre Entwicklung wird durch Vereinfachung und Weglassen bestimmt. Ihre Gemälde sind von Gegenständlichkeit befreit, sie sollen zum Nachdenken und zur Meditation anregen.

Das umschreibt ihre künstlerische Haltung ebenso wie ihr malerisches Programm.

TAO VIII, 1985. Acryl auf Leinwand, 230 x 210 cm. Foto: Ulrich Fuchs, Frankfurt

Mehr und mehr bestimmten monochrome Flächen – rechteckig begrenzt und in einzelnen Schichten übereinandergelegt ihre Arbeiten, verschiedene Materialien wie Sand, Erde, Stoff oder Papier kamen hinzu.

Eine Technik prägt ihre Arbeiten besonders - Kratzbilder, die mit Hilfe von Pinselstielen, Spachteln und Kämmen entstanden.

Diese Technik ruft eine Dynamik in den einzelnen übereinanderliegenden Farbschichten  hervor, die sich so heben und senken.

ohne Titel, o. J. Mischtechnik auf Packpapier, 80 x 60 cm. Foto: H. - J. Schroeder

Farbe I

Durch die Auswahl ihrer Farben oder Farbnuancen, die sich gegenseitig steigern, bringt sie Leuchtkraft in ihre Arbeiten. Ihre Palette besteht aus Farbpaaren wie Blau-Schwarz, gelegentlich Violett, Rot und Gelb - zerfließend in Orange, Gelb und Blau oder Grau und Rot.

Grün ist selten bei ihr zu sehen - diese Farbe spielt in der monochromen Malerei keine große Rolle.

TAO XVI, 1989. Acryl, Mischtechnik auf Leinwand, 210 x 170 cm. Foto: Ulrich Fuchs, Frankfurt
In diesen Arbeiten gibt es keinen Punkt der alltäglichen Erfahrung, der den Betrachter anspricht ...
Er geht auf eine innere Reise in eine andere Welt, in die Welt von Gabriele Dahms.
Gabriele Dahms in den 1980er Jahren. Foto: privat