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Siegelgeschichte Kreis Gütersloh

Eine virtuelle Ausstellung von

Die Sammlung von Siegeln und Stempeln im Kreisarchiv Gütersloh setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen: Siegel- und Stempelstöcke (siehe Bild), Siegel- und Stempelabdrücke und Replikate einiger mittelalterlicher und frühzeitlichter Siegel von Herrschaften, die Teile des heutigen Kreisgebietes ausmachen.

Siegeln und Stempeln dienen als Form der Beglaubigung oder Beurkundung. Dem repräsentativen Charakter wurde und wird sowohl in der Beschriftung als auch in der häufigen Nutzung von offiziellen Symbolen wie Wappen oder heraldischen Figuren als Siegel und Stempelbilder Rechnung getragen.

Aufgrund dessen lässt sich an den Objekten der Sammlung die Herrschafts- und Verwaltungsgeschichte der Region nachvollziehen.

Der nördliche Teil des heutigen Kreisgebietes gehörte einst zur Grafschaft Ravensberg. Hier ist das Replikat eines Siegelabdrucks des Grafen Bernhard von Ravensberg von 1346 zu sehen. Das Wappen der Ravensberger ist auf dem Schild des Ritters und der Schabracke des Pferdes abgebildet.
Nachdem Napoleon den dritten und vierten Koalitionskrieg für sich entscheiden konnte, richtete er in Deutschland verschiedene Satellitenstaaten ein. Das heutige Kreisgebiet kam zum Großherzogtum Berg und zum Königreich Westfalen. Hier ein Stempel der zum Großherzogtum gehörenden Mairie (Bürgermeisterei) Rheda.
Hier ein Siegel des Kantons Neuenkirchen des Königreichs Westphalen mit bekrönten Adler, Apfel und Zepter.

Nach dem Sieg über Napoleon und dem Wiener Kongress kam das Kreisgebiet an Preußen und die Kreise Halle und Wiedenbrück wurden eingerichtet. Das übliche Symbol auf Stempeln der Kreise und Kommunen wurde der preußische Adler mit Krone, Apfel und Zepter, wie hier bei einem Stempelabdruck des Kreises Wiedenbrück zu sehen.

Einige Ausnahmen gab es aber. So durfte zum Beispiel die Stadt Wiedenbrück ihr bereits etabliertes Symbol, ein sechsspeichiges Rad, als Siegel- und Stempelbild beibehalten.

In der Weimarer Republik wurde der zuvor übliche Preußische Adler durch eine Version ohne königliche Hoheitszeichen ersetzt, wie bei diesem Stempel der Gemeinde Lintel zu sehen.

Im Dritten Reich wurde das Stempelbild wiederum ersetzt, durch einen Reichsadler über einem umkränzten Hakenkreuz, wie bei diesem Stempel des Wiedenbrücker Landrates zu sehen.

In der Zeit zwischen der Befreiung Deutschlands und der Gründung der Bundesrepublik wurden verschiedene Lösungen gefunden. Teilweise wurde, wie bei diesem Stempel des Oberkreisdirektors des Kreises Wiedenbrück zu sehen, das Wappen der Provinz Westfalen verwendet.

Andere Institutionen verwendeten zunächst weiter die alten Stempel, allerdings mit herausgeschnittenen Hoheitszeichen. So der Fall bei diesem Stempel der Gemeinde Batenhorst.

In der Bundesrepublik wurde es schließlich üblich, wie bei diesem Stempel des Kreises Halle zu sehen, das eigene Wappen zu nutzen.