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Objekt sucht Geschichte

Eine Entdeckungsreise zum Mitgestalten

Über die Ausstellung...

Die Sammlung des Deutschen Gartenbaumuseums umfasst über 4.000 Inventarnummern und war Ausgangspunkt für die Sonderausstellung „Objekt sucht Geschichte", die vom 18. März bis 31. Oktober 2023 zu sehen war. Zu einigen Objekten der Sammlung gibt es viele Informationen, zu anderen nur wenige oder gar keine. Gezeigt wurden fast ausschließlich Objekte, über die nur wenige Informationen vorliegen, und die Besucher*innen waren eingeladen, ihre eigenen Hinweise und Beobachtungen einzubringen. Ausgestattet mit einem Klemmbrett, Zettel und Stift konnten die Besucher*innen auf Entdeckungsreise gehen und an den so genannten Wissensbäumen der Sonderausstellung ihre Hinweise, Anmerkungen und Eindrücke teilen und darüber hinaus Einblicke in die Museumsarbeit bekommen.

...nun geht die Entdeckungsreise digital weiter!

Die digitale Sonderausstellung stellt die offene Fragen zu den Objekten in den Mittelpunkt und zeigt die Hinweise und Kommentare der Besuchenden. Gleichzeitig werden anhand der ausgewählten Objekte die verschiedenen Komponenten der Museumsarbeit - Sammeln & Bewahren, Forschen, Ausstellen & Vermitteln - veranschaulicht. #objektsuchtgeschichte

Die Inhalte der Sonderausstellung sollen für viele Menschen verständlich sein. Daher sind die Texte in vereinfachter Sprache geschrieben. 

 

 

Eine virtuelle Ausstellung von

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Sammeln & Bewahren

Das Sammlungskonzept

Objekte können auf zwei Wegen ins Museum kommen: Geplant oder ungeplant. Geplant sind Objekte, die extra für Ausstellungen oder andere Zwecke angekauft werden. Ungeplant sind Objekte, die beispielsweise dem Museum geschenkt werden. Da Museen wenig Lagerflächen haben, erstellen sie als Entscheidungshilfe sogenannte Sammlungskonzepte. Darin schreiben sie auf, was und zu welchen Themen sie Objekte sammeln möchten. Bei jedem Objekt wird dann geprüft, ob es zum Sammlungskonzept passt oder nicht. Ohne Sammlungskonzept kann es passieren, dass Objekte ins Museum kommen, die gar nicht verwendet werden können. Damit Platz für neue Objekte geschafft werden kann, muss entsammelt werden.

Objekte mit regionalem Bezug

In den 1950er Jahren war das Gelände des heutigen ega-Parks unter dem Namen „Kulturpark Cyriaksburg“ bekannt, in dem die Erfurter*innen verschiedene Veranstaltungen besuchen konnten. Im Jahr 1961 eröffnete auf diesem Gebiet die iga, die „Erste internationale Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder“. Hier wurden in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Ausstellungen gezeigt. Dabei baute man den Park immer weiter aus. Objekte mit Bezug zur iga gehören zur Geschichte des darin gelegenen Deutschen Gartenbaumuseums. Postkarten, Briefe, Broschüren, Tickets, Puppen, Streichholzschachteln und viele weitere Werbemittel befinden sich daher im Besitz des Museums und werden regelmäßig erweitert.

Wie kommen Objekte ins Museum?

Museen nutzen Objekte, um Wissen zu vermitteln. Wenn für eine Ausstellung keine passenden Objekte da sind, werden diese angekauft oder ausgeliehen.  Schenkungen sind eine weitere Möglichkeit, wie Objekte in Museen kommen können. Dabei bieten Privatpersonen oder Institutionen dem Museum Objekte ohne Gegenleistung an. Die Museen müssen dann die Informationen zur Geschichte des Objekts prüfen und entscheiden, ob die Objekte zu ihnen passen. Mehr zu diesem Thema erfährst du im Bereich Provenienz.

Identisch, ähnlich, einzigartig?

Museen sammeln Objekte. Sammeln und Bewahren sind ihre festgelegten Aufgaben. Auf den ersten Blick scheinen manche Objekte sich sehr ähnlich zu sein, oder vielleicht sogar identisch. Warum hat das Museum nicht nur jeweils eins dieser Objekte? Wenn man genauer hinschaut, entdeckt man feine Unterschiede zwischen den Objekten, die für die Forschung relevant sein können. Sortiert man sie nach ihrer zeitlichen Reihenfolge, wird ihre Entwicklung deutlich. Man sieht, was an einem Gegenstand verbessert wurde oder wie sich der Stil verändert hat. Die Reklamemarken sind auf den ersten Blick alle ähnlich. Aber kannst du auf den zweiten Blick zwei gleiche finden?

Dauerhaft für die Zukunft bewahren

Objekte in Museen können alt oder neu sein. Oft sind sie aber sehr, sehr alt. Museen haben nämlich den Auftrag, Objekte für die Zukunft zu bewahren. Besonders Textilien und Fotos brauchen bestimmte Bedingungen, damit sie lange erhalten bleiben. Das Museum hat nur wenige Objekte aus solchen empfindlichen Materialien. Die Objekte lagern in besonderen Verpackungsmaterialien, die sie schützen sollen.

02
Sammlung erforschen

Provenienz?

Die Herkunft und Geschichte von Objekten wird als Provenienz bezeichnet. Bis ins 20. Jahrhundert haben Museen immer wieder Objekte angekauft, deren Geschichte nicht bekannt war. Man wusste also nicht, wem sie zuvor gehörten und wie sie die Besitzer*innen wechselten. So kamen auch Objekte in Museen, die im Nationalsozialismus oder in der Kolonialzeit geraubt wurden. Mit dem 21. Jahrhundert erforschte man verstärkt die Herkunft von Objekten, um sie den Nachfahr*innen ihrer Besitzer*innen zurück zugeben.

Der im folgenden gezeigte Globus in Kokosnuss (Inv. Nr. 919) und Fächer Fächer mit Perlmuttgriff (Inv. Nr. 902) wurden in Antiquariaten angekauft, weshalb ihre Geschichte nicht vollständig bekannt ist. Die Erforschung ihrer Herkunft ist daher Ziel des Museums für die nächsten Jahre.

Entsammeln

Museen sammeln ihre Objekte in sogenannten Depots. Diese sind oft voll, weil sich die Museen weiterentwickeln und immer neue Objekte aufnehmen. Wenn ein Depot voll ist, sollte entsammelt werden. Entsammeln bedeutet, Objekte aus der Sammlung des Museums zu entfernen. Hierfür werden die Objekte geprüft und jeweils beurteilt, was nicht (mehr) zur Sammlung passt. Besonders bei vielen ähnlichen Objekten sollte man sich fragen: Müssen all diese Objekte aufbewahrt werden? Welchen wissenschaftlichen Wert könnte jedes einzelne Objekt in Zukunft haben? Beim Entsammeln können Objekte in gutem Zustand beispielsweise anderen Museen angeboten werden. Objekte in schlechtem Zustand müssen im schlimmsten Fall entsorgt werden.

03
Bildung & Vermittlung

Lernen durch Objekte: Bildung, Vermittlung und Kommunikation

Museen sollen nicht nur Objekte für die Zukunft zu bewahren, sondern auch Wissen vermitteln. Hierfür zeigen sie die Objekte in immer neuen Ausstellungen. Objekte können zeigen, wie Menschen zu verschiedenen Zeiten gelebt haben, wie ihr Alltag aussah und was sie sich wünschten. Die Objekte erklären Themen dabei viel schneller und nachhaltiger, als Texte es könnten. Durch diesen Blick in die Vergangenheit lassen sich Rückschlüsse auf die heutige Zeit und die Zukunft ziehen. In welchen Bereichen haben sich Menschen verändert? Welche Werkzeuge sind seit 2000 Jahren gleich geblieben? Objekte in Museen transportieren also vielfältige Geschichten. In Zukunft werden unsere heutigen Gegenstände in Museen ausgestellt sein und über diese Zeit erzählen.

Die Ecke für Junges Gemüse

In unserer Sonderausstellung gibt es auch immer eine Ecke für Junges Gemüse. Hier gibt es Bücher, Spiele und Malstationen. In dieser Sonderausstellung war ein Gartenzwerg der Star in der Ecke für Junges Gemüse. Junge Gartenbaufans hatten die Möglichkeit

  • eine Geschichte zu schreiben, was der Gartenzwerg im Museum erlebt            
  • oder den passenden Garten für den Gartenzwerg zu malen
  • oder Bücher darüber zu lesen, wie aus Objekten Ausstellungen werden.

Im Folgenden zeigen wir eine Auswahl von Bildern & Geschichten, die im Rahmen der Sonderausstellung entstanden sind.

 

Fotos der gestohlenen Kalender (Inv. Nr. 135 & 136)

Gesucht! GESTOHLEN!

Museen bewahren zahlreiche Objekte für die Zukunft auf. Durch ihr Alter oder ihr Material können die Objekte sehr wertvoll sein. Daher sind Museen immer wieder Ziel von Diebstählen und anderen Verbrechen. Sicherheitspersonal und weitere Maßnahmen sollen die Objekte schützen, aber manchmal verschwinden Objekte trotzdem. Dazu gehört auch dieser Fall: Im Jahr 1991 stellt man fest, dass zwei Kalender mit Abreißblättern fehlen. Darin werden „Ratschläge an Garten- und Blumenfreunde“ erteilt. Es gibt keine Hinweise auf die Täter*innen. Der Museumsdirektor nannte fehlendes Personal als Ursache für den Diebstahl. Bis heute sind die Kalender verschwunden und dem Museum liegen keine Hinweise auf das Motiv oder den Verbleib vor. Der Fall bleibt ungelöst.

Hinweise an: service [at] gartenbaumuseum.de