Originalerhalt in Perspektive
Wie kann Schriftgut für die Zukunft erhalten werden?
Eine virtuelle Ausstellung von
Originalerhalt in zehn Objekten
Wissen, Kultur und Geschichte basieren in hohem Maße auf schriftlichen Dokumenten. Ihre Materialität macht sie zu gefährdeten Objekten: Wasser, Schmutz und Schädlinge, aber auch chemische Zersetzungsprozesse zerstören ihre Substanz. Die Aufgabe, schriftliches Kulturgut dauerhaft zu schützen und zu erhalten, kommt Archiven, Bibliotheken und Museen zu.
2011 wird die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) gegründet, um diese Zusammenarbeit zu unterstützen. Sie fördert den Bestandserhalt, erhebt systematisch Daten und vermittelt die Bedeutung des Originalerhalts über die Fachcommunity hinaus. In den letzten zehn Jahren wurden in den zwei Förderlinien, der KEK-Modellprojektförderung und dem BKM-Sonderprogramm, ganz unterschiedliche schriftliche Dokumente gesichert. Wir zeigen zehn Objekte, die stellvertretend für die vielen Facetten des Originalerhalts stehen.
Informationen über die verwendeten Medien
Wachstafel des Gutjahrbrunnens Halle
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Thomas Ziegler
Beschreibung
Angaben zum Objekt
Typ
Akte, Grundbuch, Wachstafel
Abmessung/Umfang
20cm x 41cm x 15cm
Material/Technik
Wachs, Holz, Leder
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1656
Ort
Halle
Wachs wird heutzutage mit Kerzen oder Kosmetik in Verbindung gebracht. Doch bis ins Mittelalter und die Frühe Neuzeit hinein bewährt es sich als Beschreibstoff in Europa. Wo Salz abgebaut wird, hält man wichtige Aufzeichnungen auf Wachs fest, da es der salzhaltigen Luft besonders gut widersteht. Im Stadtarchiv Halle sind Wachstafelbücher erhalten, in denen Besitz- und Lehensrechte der vier Solebrunnen des städtischen Hallmarkts aufgezeichnet sind. Man sieht ihnen ihr Alter an: An vielen Stellen finden sich Kratzer, Ablagerungen und Bruchstellen durch Austrocknung. Manche Tafeln sind gänzlich aus ihrer Einfassung herausgefallen.
Informationen über die verwendeten Medien
Wachstafel des Gutjahrbrunnens Halle
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Thomas Ziegler
Beschreibung
Angaben zum Objekt
Typ
Akte, Grundbuch, Wachstafel
Abmessung/Umfang
20 cm x 41 cm x 15 cm
Material/Technik
Wachs, Holz, Leder
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1656
Ort
Halle
Informationen über die verwendeten Medien
Wachstafel des Gutjahrbrunnens Halle
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Thomas Ziegler
Beschreibung
Angaben zum Objekt
Typ
Akte, Grundbuch, Wachstafel
Abmessung/Umfang
20 cm x 41 cm x 15 cm
Material/Technik
Wachs, Holz, Leder
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1656
Ort
Halle
Ein Wachstafelbuch wird 2012 in einem KEK-Modellprojekt mit neuen Methoden restauriert. Die besondere Schwierigkeit liegt in dem heute selten genutzten Beschreibstoff und der Form des Objekts. Daher wird eine innovative Methode entwickelt, bei der z.B. brüchige Tafeln mit neuem Wachs unterspritzt werden.
Das restaurierte Wachstafelbuch offenbart, wie viele Personen der hallensischen Bürgerschaft zu seiner Entstehungszeit von der Salzproduktion profitieren. Auch der Reichtum von Städten wie Lüneburg oder Schwäbisch-Hall beruht auf der Salzgewinnung. Wachstafeln haben aber auch einen Nachteil: Die einfache Manipulierbarkeit macht es nötig, von jedem Buch drei Exemplare vorzuhalten. Das jährliche Abgleichen, Tilgen und Eintragen, das "Lehntafel halten", wie es in der Beschreibung und Geschichte des Hallischen Salzwerks von 1793 heißt, gehe "nicht ohne Festlichkeiten" vonstatten.
Informationen über die verwendeten Medien
Einband einer Wachstafel des Gutjahrbrunnens Halle
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Thomas Ziegler
Beschreibung
Angaben zum Objekt
Typ
Akte, Grundbuch, Wachstafel
Abmessung/Umfang
20 cm x 41 cm x 15 cm
Material/Technik
Wachs, Holz, Leder
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1656
Ort
Halle
Informationen über die verwendeten Medien
Pappmaché-Modell eines Pferds in Originalgröße
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, Markus Scholz
Beschreibung
Das Modell hat einen 1:1-Maßstab in natürlicher Größe. Es wurde aufgrund seines enormen Gewichts fix auf eine Podestplatte mit Messingrollen montiert. Das Modell kann in 150 einzelne Teile zerlegt werden.
Angaben zum Objekt
Typ
Lehrobjekt
Abmessung/Umfang
Widerristhöhe 130 cm, Länge 190 cm
Material/Technik
Pappmaché, Holz
Sprache
Französisch
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Louis Thomas Jérôme Auzoux (1797-1880)
Zeit
vor 1874
Ort
Frankreich
Schriftgut nimmt mitunter bizarre Formen an. Dieses anatomische Pferdemodell aus Pappmaché kann in 150 Einzelteile zerlegt werden und wiegt über 200 Kilogramm. Über das ganze Objekt verstreut finden sich beschriftete Papierstücke mit den Bezeichnungen der Körperteile. Bis weit ins 20. Jahrhundert dient es als Lehrobjekt. Nur eine Handvoll ähnlicher Exemplare sind bekannt. Seit 2012 ist das Pferd im Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen (ZNS) in Halle als national wertvolles Kulturgut eingestuft.
Informationen über die verwendeten Medien
Video über das Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Rahmen des Kulturellen Themenjahrs Halle 2021
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, Aleksandar Turuntaš
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
2021
Ort
Halle
Informationen über die verwendeten Medien
Pappmaché-Modell eines Pferds in Originalgröße
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, Markus Scholz
Beschreibung
Das Modell hat einen 1:1-Maßstab in natürlicher Größe. Es wurde aufgrund seines enormen Gewichts fix auf eine Podestplatte mit Messingrollen montiert. Das Modell kann in 150 einzelne Teile zerlegt werden.
Angaben zum Objekt
Typ
Lehrobjekt
Abmessung/Umfang
Widerristhöhe 130 cm, Länge 190 cm
Material/Technik
Pappmaché, Holz
Sprache
Französisch
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Louis Thomas Jérôme Auzoux (1797-1880)
Zeit
vor 1874
Ort
Frankreich
Während seines Medizinstudiums beginnt Louis Thomas Jérôme Auzoux (1797–1880) anatomische Modelle zu fertigen. Seine Werke faszinieren so stark, dass er sein Repertoire auf zoologische und botanische Modelle erweitert. Auzoux' Modelle haben einen entscheidenden Vorteil: Pappmaché. Es ist wetterbeständig, günstig in der Produktion und erlaubt es, Objekte in ihre Einzelteile zu zerlegen. Das Pferdemodell gehört zu Auzoux' innovativsten Schöpfungen überhaupt.
Informationen über die verwendeten Medien
Herz eines Pferde-Pappmaché-Modells (GIF-Visualisierung)
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, Michael Stache
Beschreibung
Das Modell hat einen 1:1-Maßstab in natürlicher Größe.
Angaben zum Objekt
Typ
Lehrobjekt
Material/Technik
Pappmaché, Holz
Sprache
Französisch
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Louis Thomas Jérôme Auzoux (1797-1880)
Zeit
vor 1874
Ort
Frankreich
Durch Metallscharniere, -stifte und -verschlüsse können die Einzelteile des Modells zusammengesetzt werden. Knapp 3.700 französischsprachige Etiketten aus Papier sind über Organe, Muskeln und Venen verteilt. In einem KEK-Modellprojekt 2019-2020 werden sie gereinigt und wieder lesbar gemacht. Zudem scannt das ZNS alle Einzelteile und erstellt ein digitales 3D-Modell.
Informationen über die verwendeten Medien
Bei diesen Seidenrollen im Bestand der Universitätsbibliothek Leipzig handelt es sich um atypisches Schriftgut: Der Text ist auf Seide aufgetragen. An den chinesischen Urkunden aus dem 18. und 19. Jahrhundert lässt sich die Bestellung von Beamten durch die kaiserliche Kanzlei nachvollziehen. Ihre Restaurierung in einem KEK-Modellprojekt 2019 stellt eine enorme Herausforderung dar: Wie umgehen mit dem Materialmix?
Informationen über die verwendeten Medien
Collage aus Seidenrollen der Universitätsbibliothek Leipzig
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Uwe Löscher
Beschreibung
Grafische Zusammenstellung der Seidenrollen MS.or.403, MS.or.407 und MS.or.421
Angaben zum Objekt
Typ
Schriftrolle, Urkunde
Material/Technik
Seide, Textil
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
18. bis 19. Jahrhundert
Informationen über die verwendeten Medien
Seidenrolle MS.or.403
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Uwe Löscher
Angaben zum Objekt
Typ
Schriftrolle, Urkunde
Material/Technik
Seide, Textil
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
18. bis 19. Jahrhundert
Informationen über die verwendeten Medien
Seidenrolle MS.or.403 (Detail)
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Uwe Löscher
Angaben zum Objekt
Typ
Schriftrolle, Urkunde
Material/Technik
Seide, Textil
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
18. bis 19. Jahrhundert
Die Rolle Nr. 403 besitzt einen breiten unbeschriebenen Streifen, der die Umwickelung abschließt und ihren beschrifteten Teil schützt. In das Gewebe aus roter Seide sind vergoldete Streifen aus Papier eingewebt.
"Die Restaurierung dieses Gemisches aus Seide und Papier konnte nur gelingen, indem Textilrestauratorin und Papierrestaurator aufs engste zusammenarbeiteten."
- Dr. Almuth Märker, Universitätsbibliothek Leipzig
Informationen über die verwendeten Medien
Ausdruck der ersten in Deutschland empfangenen E-Mail
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Stadtarchiv Karlsruhe, H. Felix Gross
Angaben zum Objekt
Typ
Ausdruck
Abmessung/Umfang
90 cm × 38 cm
Material/Technik
Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Michael Rotert
Zeit
1984
Ort
Karlsruhe
3. August 1984, 10:14 Uhr: Im Posteingang von Michael Rotert trifft eine E-Mail mit dem Betreff "Willkommen im CSNET" ein. Was heute nicht bemerkenswert klingt, stellt einen kommunikationshistorischen Meilenstein dar: die erste in Deutschland empfangene E-Mail. Es ist geradezu kurios, dass sie nicht digital, sondern nur auf Papier erhalten ist. Das digitale Original ist verlorengegangen. Tatsächlich sind auch Dateien vergänglich, können gelöscht und unlesbar werden. Ihre Langzeitarchivierung ist eine komplexe Herausforderung.
Informationen über die verwendeten Medien
Ausdruck der ersten in Deutschland empfangenen E-Mail
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Stadtarchiv Karlsruhe, H. Felix Gross
Angaben zum Objekt
Typ
Ausdruck
Abmessung/Umfang
90 cm × 38 cm
Material/Technik
Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Michael Rotert
Zeit
1984
Ort
Karlsruhe
Die Digitalisierung ist das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Wissen und schriftliche Informationen zugänglich zu machen. Für die langfristige Speicherung ist Papier aber immer noch der beste Informationsträger.
Michael Rotert, ehem. Mitarbeiter der Informatik-Rechnerabteilung an der Universität Karlsruhe
Informationen über die verwendeten Medien
Ausdruck der ersten in Deutschland empfangenen E-Mail
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Stadtarchiv Karlsruhe, H. Felix Gross
Angaben zum Objekt
Typ
Ausdruck
Abmessung/Umfang
90 cm × 38 cm
Material/Technik
Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Michael Rotert
Zeit
1984
Ort
Karlsruhe
Dem Ausdruck der E-Mail, der im Stadtarchiv Karlsruhe lagert, setzen säurehaltiges Papier und Selbstklebefolien zu. 2015 wird sie in einem KEK-Modellprojekt restauriert und entsäuert. Anschließend wird sie in einem maßgefertigten Schutzbehältnis verpackt und digitalisiert. Letzteres schützt sie vor der Abnutzung durch Gebrauch und macht sie weltweit verfügbar. Den Originalerhalt kann die Digitalisierung jedoch nicht ersetzen.
Informationen über die verwendeten Medien
Collage der Handschrift GA676 des griechischen Neuen Testaments
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Bibelmuseum Münster
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Material/Technik
Pergament
Sprache
Griechisch
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
13. Jh.
Informationen über die verwendeten Medien
Handschrift GA676 des griechischen Neuen Testaments
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Bibelmuseum Münster
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Material/Technik
Pergament
Sprache
Griechisch
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
13. Jh.
Bei diesem Objekt ist Detektivarbeit gefragt: Alle originalen Handschriften des griechischen Neuen Testaments, darunter auch die vier Evangelien, gelten als verloren. Die biblische Überlieferung basiert auf 5.500 weltweit verstreuten Abschriften. 22 davon befinden sich im Bibelmuseum der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Die rekonstruierten Ausgaben des Neuen Testaments werden heute von allen großen Kirchen und wissenschaftlichen Ausbildungsstätten genutzt. Um die Abschriften der Forschung zugänglich zu machen, wurden drei von ihnen 2018 in einem KEK-Modellprojekt restauriert.
Das Pergament der Abschriften ist stark beschädigt und verschmutzt: Manche Seiten sind von Bakterien befallen, die reich verzierten Miniaturen sind von Substanzabbau betroffen. Auch die Einbände befinden sich in schlechtem Zustand. Nach der Restaurierung werden die Objekte digitalisiert, transkribiert und indiziert. Die angereicherten Digitalisate können im New Testament Virtual Manuscript Room eingesehen werden, einer Kooperation des Bibelmuseums mit dem Institut für Neutestamentliche Textforschung der Universität Münster.
Informationen über die verwendeten Medien
Detail einer Handschriften mit Texten des Neuen Testaments
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Bibelmuseum Münster
Angaben zum Objekt
Typ
Handschrift
Material/Technik
Pergament
Sprache
Griechisch
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
13. Jh.
Informationen über die verwendeten Medien
Ausschnitt einer Bremensie der Sammlung Johann Philipp Cassel (1707–1783)
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Thomas Steinle
Angaben zum Objekt
Typ
Druckwerk
Teil von
Arbeitsbibliothek des Universitätsprofessors Johann Philipp Cassel (1707–1783)
Material/Technik
Hadernpapier, Leder, Papier, Pergament
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Ort
Bremen
Informationen über die verwendeten Medien
Portrait/Scherenschnitt Johann Philipp Cassel (1707–1783)
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Thomas Steinle
Angaben zum Objekt
Typ
Druckwerk
Teil von
Arbeitsbibliothek des Universitätsprofessors Johann Philipp Cassel (1707–1783)
Material/Technik
Hadernpapier, Leder, Papier, Pergament
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
18. Jh.
Ort
Bremen
Ganz im Sinne der Aufklärung strebt der Gelehrte Johann Philipp Cassel (1707–1783) danach, sich ein breitgefächertes Wissen anzueignen. Seine Bibliothek enthält eine einzigartige Sammlung neu- und mittellateinischer Literatur von der Inkunabelzeit bis ins 18. Jahrhundert, genannt "Poetae". Einen weiteren Teil machen mehrere hundert Bremensien aus. Der Name deutet auf ihren Inhalt: Sie beschäftigen sich mit Bremen sowie den angrenzenden Territorien. Verwahrt wird Cassels Nachlass heute von der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen.
Informationen über die verwendeten Medien
Trockenreinigung eines Druckwerks aus der Sammlung Cassel (GIF-Visualisierung)
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Thomas Steinle
Angaben zum Objekt
Typ
Druckwerk
Teil von
Arbeitsbibliothek des Universitätsprofessors Johann Philipp Cassel (1707–1783)
Material/Technik
Hadernpapier, Leder, Papier, Pergament
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Ort
Bremen
Viele Bände aus Cassels Bibliothek waren für die Benutzung gesperrt. Ziel der Erhaltungsmaßnahmen im BKM-Sonderprogramm 2018 und 2019 ist daher die physische Sicherung. Dazu werden die Bände zunächst an den Buchblöcken und Einbänden trockengereinigt. Bei dieser restauratorischen Maßnahme werden Reinigungsbürsten, Latexschwämme und Sauger eingesetzt. Die Trockenreinigung wird an speziell ausgestatteten Sicherheitswerkbänken ("reine Werkbänke") durchgeführt.
Informationen über die verwendeten Medien
Verpackung eines Druckwerks aus der Sammlung Cassel (GIF-Visualisierung)
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Thomas Steinle
Angaben zum Objekt
Typ
Druckwerk
Teil von
Arbeitsbibliothek des Universitätsprofessors Johann Philipp Cassel (1707–1783)
Material/Technik
Hadernpapier, Leder, Papier, Pergament
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Ort
Bremen
Im Anschluss werden die Bände in Schutzverpackungen umgelagert. Sie sind rundum geschlossen, um den Inhalt vor Staub und Licht zu schützen. Außerdem können sie Klimaschwankungen abmildern. Damit die Kassetten die Objekte nicht schädigen, müssen sie aus alterungsbeständigem, säure- und holzschlifffreiem Material gefertigt sein.
Informationen über die verwendeten Medien
Gartenbauplan "Rosenhöhe-Ballenstedt Stadtpark" (Detail)
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Stadtarchiv Dessau-Roßlau
Angaben zum Objekt
Typ
Grundriss, Zeichnung
Teil von
Nachlass des Gartenbaudirektors Hans Schmidt
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Ort
Dessau-Roßlau
Der Gartenbauarchitekt Hans Schmidt (1879-1958) zieht 1918 nach Dessau, dessen Erscheingungsbild er bis zum Zweiten Weltkrieg prägt. Da er kommunale Grünanlagen entwirft und als Hochschullehrer tätig ist, arbeitet er ab 1933 auch für Institutionen des NS-Regimes. Der NSDAP bleibt er Forschungen zufolge jedoch fern. Entstanden in der Tradition des historischen Dessau-Wörlitzer Gartenreichs, schlagen Schmidts Pläne eine Brücke zu Fragestellungen der Landschaftsgestaltung unserer Zeit. Die Zeichnungen im Stadtarchiv Dessau-Roßlau können dabei helfen, Rekonstruktionsmaßnahmen umzusetzen.
Informationen über die verwendeten Medien
Gartenbauplan "Rosenhöhe-Ballenstedt Stadtpark"
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Stadtarchiv Dessau-Roßlau
Angaben zum Objekt
Typ
Grundriss, Zeichnung
Teil von
Nachlass des Gartenbaudirektors Hans Schmidt
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Ort
Dessau-Roßlau
Informationen über die verwendeten Medien
Gartenbauplan "Landhausgarten für Herrn Dr. Keil Gräfenheinichen"
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Stadtarchiv Dessau-Roßlau
Angaben zum Objekt
Typ
Grundriss, Zeichnung
Teil von
Nachlass des Gartenbaudirektors Hans Schmidt
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Ort
Dessau-Roßlau
Informationen über die verwendeten Medien
Gartenbauplan "Landhausgarten für Herrn Dr. Keil Gräfenheinichen" (Detail)
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Stadtarchiv Dessau-Roßlau
Angaben zum Objekt
Typ
Grundriss, Zeichnung
Teil von
Nachlass des Gartenbaudirektors Hans Schmidt
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Ort
Dessau-Roßlau
Die Entwürfe in Schmidts Nachlass sind oft die einzigen Abbildungen des Dessauer Stadtbilds vor dem Zweiten Weltkrieg. Meist zeigen sie Privatgärten, städtische Grünflächen und Fabrikanlagen. Der schlechte Erhaltungszustand der Zeichnungen auf Transparent- und Pergaminpapier erschwert die Nutzung. 2016 werden in einem KEK-Modellprojekt 100 Objekte restauriert.
Informationen über die verwendeten Medien
Collage historischer Plakate und Bekanntmachungen
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Kreis- und Verwaltungsarchiv Teltow-Fläming
Beschreibung
Auswahl politischer Plakate; insgesamt Plakat 1.205 Exemplare in der Sammlung des Kreis- und Verwaltungsarchivs Teltow-Fläming im brandenburgischen Luckenwalde.
Angaben zum Objekt
Typ
Plakat
Material/Technik
Papier
Sprache
Deutsch
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1948 bis 1961
Ort
Brandenburg
Unmissverständlich klärt dieses Plakat über die Bedrohung auf, die der Kartoffelkäfer für die Landwirtschaft der DDR darstellt. Es ist eines von insgesamt 1.205 Exemplaren in der Sammlung des Kreis- und Verwaltungsarchivs Teltow-Fläming. Durch den Bezug zum ländlichen Brandenburg spiegeln sich in der Sammlung die kulturellen, sozialen und politischen Entwicklungen in der Region von der Nachkriegszeit bis zur frühen DDR-Geschichte. Wie unter einem Brennglas lässt sich die Wiederaufnahme des kulturellen Lebens nach dem Krieg und die Einführung der sozialistischen Lebensweise nachvollziehen.
Informationen über die verwendeten Medien
Plakat "Kartoffelkäferbekämpfung"
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Kreis- und Verwaltungsarchiv Teltow-Fläming
Beschreibung
Insgesamt befinden sich 1.205 historische Plakate und Bekanntmachungen in der Sammlung des Kreis- und Verwaltungsarchivs Teltow-Fläming im brandenburgischen Luckenwalde.
Angaben zum Objekt
Typ
Plakat
Material/Technik
Papier
Sprache
Deutsch
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1948 bis 1961
Ort
Brandenburg
Informationen über die verwendeten Medien
Plakat "Pestflöhe"
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Kreis- und Verwaltungsarchiv Teltow-Fläming
Beschreibung
Insgesamt befinden sich 1.205 historische Plakate und Bekanntmachungen in der Sammlung des Kreis- und Verwaltungsarchivs Teltow-Fläming im brandenburgischen Luckenwalde.
Angaben zum Objekt
Typ
Plakat
Material/Technik
Papier
Sprache
Deutsch
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1948 bis 1961
Ort
Brandenburg
Drei "Pestflöhe" bedrohen den Frieden: Harry S. Truman, Winston Churchill und Konrad Adenauer werden als "Verderber der Menschheit" inszeniert. Drastische Plakate wie dieses sind während des Kalten Kriegs die ideale Kommunikationsform für einprägsame Botschaften. Auch wenn diese Gefahr mittlerweile nicht mehr besteht, will das Objekt erhalten sein. Damit die politischen Plakate auch in hundert Jahren noch strahlen, werden sie 2020 in einem KEK-Modellprojekt entsäuert und fachgerecht verpackt.
Informationen über die verwendeten Medien
Buch aus der Bibliothek Wallraf
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Unbekannt
Angaben zum Objekt
Teil von
Bibliothek Wallraf
Material/Technik
Papier
Als der Universalgelehrte Ferdinand Franz Wallraf (1748–1824) stirbt, erbt die Stadt Köln seinen Wissensspeicher: Altäre, Gemälde, Skulpturen, Präparate, Mineralien, Münzen, Urkunden, Handschriften und vieles mehr. Wallrafs Bücher, etwa 10.000 Bände, werden zum Grundstock des Bestands der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. In den 1940er-Jahren wird die Bibliothek kriegsbedingt in einen Klosterkeller ausgelagert. Das feuchte Raumklima führt zu erheblichen Schäden. Im BKM-Sonderprogramm werden die Wallrafiana in einem mehrteiligen Projekt von 2018 bis 2020 dauerhaft gesichert.
Informationen über die verwendeten Medien
Video zur Restaurierung der Bibliothek Wallraf
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Universitäts- und Stadtbibliothek Köln
Informationen über die verwendeten Medien
Buch aus der Bibliothek Wallraf
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Atelier für Papierrestaurierung Dirk Ferlmann
Angaben zum Objekt
Teil von
Bibliothek Wallraf
Im Bestand befinden sich viele kulturhistorisch bedeutsame Werke wie Blockbücher, Inkunabeln und historische Drucke mit hochwertigen Einbänden oder handschriftlichen Eintragungen. Deshalb werden zunächst in einem Pilotprojekt 50 Bände exemplarisch restauriert, um einen Masterplan für den Gesamtbestand zu erarbeiten. In mehreren Teilprojekten wird anschließend die Sicherung der Bibliothek fortgeführt.
Informationen über die verwendeten Medien
Detail eines Buchs aus der Bibliothek Wallraf
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Atelier für Papierrestaurierung Dirk Ferlmann
Angaben zum Objekt
Teil von
Bibliothek Wallraf
Material/Technik
Papier
Feuchtigkeit, Schimmelpilzbefall und Druck können dazu führen, dass sich Papierseiten blockhaft miteinander verbinden. Häufig ist es sehr schwierig, verblockte Seiten mechanisch wieder zu trennen. Schollen- und Fragmentbildung oder andere irreversible schwere Schäden sind die Folge.
Informationen über die verwendeten Medien
Collage mehrerer Ausgaben der Exilzeitschrift "Die Tribüne"
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Deutsche Nationalbibliothek
Angaben zum Objekt
Typ
Dokumentenscan
Material/Technik
Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1940
Ort
Shanghai
Das deutschsprachige Exil ist in der Zeit von 1933 bis 1945 alles andere als stumm: In etwa 450 Zeitschriften verschaffen sich die Exilant∙innen Gehör. Kulturpolitik, Literatur, Wissenschaft – die Bandbreite der Inhalte variiert ebenso stark wie Form und Zuschnitt der Hefte. Die an vielen Orten der Welt entstandenen Zeitschriften stellen eine einzigartige und wertvolle Quelle für die Forschung dar. Knapp 34.000 Objekte verwahrt die Deutsche Nationalbibliothek (DNB). Rund 13.450 werden im BKM-Sonderprogramm 2020-2021 gereinigt, konservatorisch bearbeitet und umverpackt.
Informationen über die verwendeten Medien
Exilzeitschriften 1933-1945
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Deutsche Nationalbibliothek
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1933-1945
Informationen über die verwendeten Medien
Verpackung der Exilzeitschrift "Die Tribüne"
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Deutsche Nationalbibliothek
Angaben zum Objekt
Typ
Dokumentenscan
Material/Technik
Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1940
Ort
Shanghai
Informationen über die verwendeten Medien
Auszug aus der Exilzeitschrift "Aufbau", Ausgabe vom 3. Mai 1940
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Deutsche Nationalbibliothek
Angaben zum Objekt
Typ
Dokumentenscan
Material/Technik
Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1940
Ort
New York City, USA
"Pogrom gefilmt", "Rothschild-Bank aufgelöst", "Synagoge wird Schwimmbad": Die Überschriften aus der Exilzeitschrift "Aufbau" deuten unmissverständlich auf die teils erschütternden Inhalte. Die Wochenschrift erschien ab Dezember 1935 in New York City. Im Heft vom 3. Mai 1940 finden sich Beiträge zur Entrechtung von Jüdinnen und Juden, doch die thematische Bandbreite geht darüber hinaus: Unterstützung bei der Auswanderung spielt ebenso eine Rolle wie Hinweise auf das kulturelle Leben. Und auch Anzeigen werden in der Ausgabe geschaltet: für Schiffskarten, Auswanderungsberatung und Stellenangebote.
Während der NS-Diktatur sehen sich zahlreiche meist jüdische Menschen zur Auswanderung gezwungen. Etwa 18 bis 20.000 von ihnen finden in Shanghai Zuflucht. Das Erlernen der englischen Sprache spielt eine wichtige Rolle im neuen Alltag. In Shanghai nutzen die Flüchtlinge die Zeitschrift "Die Tribüne", um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Sie erscheint von Februar bis Mai 1940 mit einer Auflage von knapp 1.000 Stück. In der Ausgabe 10/1940 werden in der Rubrik "Little by Little" englische Redewendungen erläutert. Auch literarische Beiträge von Heinrich Mann ("Die Macht des Wortes") oder Anton Kuhn ("Pallenberg über Hitler") finden sich im Heft.
Informationen über die verwendeten Medien
Auszug aus der Exilzeitschrift "Die Tribüne", Ausgabe 10/1940
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
© Deutsche Nationalbibliothek
Angaben zum Objekt
Typ
Dokumentenscan
Material/Technik
Papier
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1940
Ort
Shanghai
#10JahreKEK
Seit ihrer Gründung 2011 hat die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) den Erhalt vieler weiterer Objekte unterstützt. Möglich gemacht wird das durch die Förderungen der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Kulturstiftung der Länder für die Ländergemeinschaft. Im Jubiläumsjahr weiten wir den Horizont: Bei der internationalen Konferenz Originalerhalt in Perspektive vom 23. bis 24. November 2021 diskutieren wir mit Expert·innen aus Europa und den USA über die Zukunft der Bestandserhaltung.
Denn #10JahreKEK ist erst der Anfang.
Eine virtuelle Ausstellung von
Team
Timm Wille
Lilian Pithan
Timm Wille (Texte, Gestaltung, Bildbearbeitung), Ursula Hartwieg, Lilian Pithan, Sonja Wallis (Redaktion)
Impressum
Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK)
Anschrift:
Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK)
an der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Unter den Linden 8, 10117 Berlin
Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Der Präsident
Von-der-Heydt-Str. 16-18, 10785 Berlin
Telefon: + 49 (0) 30 266 41 2889
+49 (0) 30 266 43 1454
+49 (0) 30 266 32 1456
kek [at] sbb.spk-berlin.de
Als Anbieter von DDBstudio verantwortlich im Sinne des Medienstaatsvertrags:
Stiftung Preußischer Kulturbesitz, gesetzlich vertreten durch ihren Präsidenten, handelnd für das durch Verwaltungs- und Finanzabkommen zwischen Bund und Ländern errichtete Kompetenznetzwerk
Deutsche Digitale Bibliothek
c/o Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Von-der-Heydt-Straße 16-18
10785 Berlin
Telefon: +49 (0)30 266-41 1432, Fax: +49 (0) 30 266-31 1432
E-Mail: geschaeftsstelle@deutsche-digitale-bibliothek.de
FIZ Karlsruhe - Leibniz Institut für Informationsinfrastruktur GmbH
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen
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