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Objektwege

Von der Kunstkammer ins Museum

Staatliche Museen zu Berlin
Deutsche Forschungsgemeinschaft

Die einst im Berliner Schloss beheimatete Kunstkammer war der Ursprung der Museumslandschaft dieser Stadt. In dieser Sammlung, die vom 16. bis weit ins 19. Jahrhundert hinein existierte, waren Objekte der Natur, Kunst und Wissenschaft vereint. Im 19. Jahrhundert gingen sie nach und nach in die neu gegründeten Berliner Museen ein, wo sie im Laufe der Zeit unterschiedlichen Sammlungsbereichen zugeteilt wurden. Heute befinden sich Objekte aus der Kunstkammer in fast allen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin, auch an Orten, an denen man sie nicht erwarten würde.

Die Biografien der Objekte aus der Kunstkammer, ihre wechselnden Interpretationen und Wege ins Museum werden derzeit im Rahmen des DFG-Projekts "Das Fenster zur Natur und Kunst" erforscht. Das Projekt ist eine Kooperation der Humboldt-Universität zu Berlin, des Museums für Naturkunde Berlin und der Staatlichen Museen zu Berlin. Es geht der Frage nach, welche Deutungen mit den jeweils neuen Sammlungszuordnungen der Objekte einhergingen und gewinnt so neue Einblicke in die Geschichte der Kunstkammer und die Entstehung der Museen.



In der Ausstellungsintervention "Objektwege. Von der Kunstkammer ins Museum" werden fünf Objekte in überraschenden Konstellationen am Kulturforum und auf der Museumsinsel präsentiert. Dabei werden ihre Wege durch die Sammlungen sowie transkulturelle Gesichtspunkte beleuchtet. Die Online-Version dieser Ausstellung lädt dazu ein, einzelne Objekte näher zu entdecken. Sie stellt außerdem weitere Objekte vor.

Ein Ausstellungsprojekt im Rahmen von "WEITWINKEL Globale Sammlungsperspektiven"





Grundriss der Berliner Kunstkammer, Ausschnitt aus dem Plan des Berliner Schlosses von 1794. Foto: SPSG

Aus der Sammlung von

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg

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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg

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Von der Kunstkammer ...

Die Berliner Kunstkammer war eine universal angelegte Sammlung. Sie umfasste Objekte verschiedenster Wissensgebiete und ensprach damit einem vom 16. bis weit ins 18. Jahrhundert hinein sehr verbreiteten Sammlungstypus. Kunstkammern fanden sich in dieser Zeit an Fürstenhöfen, aber auch im Kontext der Gelehrtenkultur. Sie waren die Vorform der heutigen Museen.



Die Kunstkammer im Neuen Museum. Aus: Das Neue Museum in Berlin von Stüler, Potsdam 1853

Aus der Sammlung von

TU Berlin Architekturmuseum

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© Architekturmuseum TU Berlin

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... ins Museum

Seit dem frühen 19. Jahrhundert wurden in Berlin immer wieder Museen gegründet. Viele erhielten Bestände aus der Kunstkammer, so etwa das 1830 gegründete Alte Museum oder das 1855 eröffnete Neue Museum. Gleichzeitig existierte die Kunstkammer weiter als Abteilung der "Königlichen Museen zu Berlin". Es begann ein langer Prozess, in dem die Objekte der Kunstkammer nach und nach neuen Häusern zugeordnet wurden.



Inventar der Kurfürstlich-Brandenburgischen Kunstkammer (1694)

Aus der Sammlung von

Geheimes Staatsarchiv - Preußischer Kulturbesitz

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Geheimes Staatsarchiv - Preußischer Kulturbesitz

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Objektwege

Das DFG-Projekt "Das Fenster zur Natur und Kunst" beleuchtet die Geschichte der Berliner Kunstkammer aus objektbiografischer Perspektive: In welcher Weise gelangten die Objekte in die Sammlung? Wie wurden sie in die Sammlung eingeordnet, wie im Raum präsentiert? Wie gestaltete sich ihr Eingang in die ab dem 19. Jahrhundert entstehenden Museen? Und welche Interpretationen gingen mit diesen Prozessen einher?



Blick in das ehemalige Elfenbeinzimmer der Kunstkammer im Berliner Stadtschloss

Gustav Schwarz, Fotografie, um 1930

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Zentralarchiv

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Zentralarchiv

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Grundlage der objektbiografischen Forschung ist die Arbeit mit verschiedenen Quellen wie Inventaren, Besucherberichten, Museumsführern und bildlichen Darstellungen von Sammlungsräumen. 

01

Das Oldenburger Wunderhorn



Das Oldenburger Horn

Zeichnung, um 1550

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek

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Oldenburger Horn KB Hdz04291_beschnitten.jpg


Diese im 16. Jahrhundert entstandene Zeichnung zeigt das Oldenburger Horn, eine der bekanntesten Goldschmiedearbeiten der Spätgotik. Das Blatt wird heute in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin aufbewahrt.



Achim von Arnim und Clemens Brentano: Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder. Heidelberg 1808.

Aus der Sammlung von

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

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Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz / Abteilung Historische Drucke / Signatur: 19 ZZ 2004-2.

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Staatsbibliothek zu Berlin – PK _ Abteilung Historische Drucke _ Signatur 19 ZZ 2004-2_cut.jpg


Populär wurde das Oldenburger Horn durch Achim von Arnims und Clemens Brentanos Liedsammlung “Des Knaben Wunderhorn” (1805-1808). Es ist damit ein wichtiges Zeugnis der Wiederentdeckung mittelalterlicher Kunst durch die Romantiker im 19. Jahrhundert.



Inventar der Kurfürstlich-Brandenburgischen Kunstkammer (1694)

Aus der Sammlung von

Geheimes Staatsarchiv - Preußischer Kulturbesitz

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Quelle

Geheimes Staatsarchiv - Preußischer Kulturbesitz

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Die Zeichnung des Oldenburger Horns hat eine lange Reise durch verschiedene Sammlungen hinter sich, die einen seltenen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Berliner Museen gewährt. Im 18. Jahrhundert war sie Teil der Kunstkammer im Berliner Schloss. Im Inventar der Kunstkammer von 1694 findet sich der Eintrag "24. Das Oldenburgische Wunderhorn Vergüldet ist in einem schwartzen rahmen". Die Zeichnung verwies auf ein spektakuläres Objekt der Kopenhagener Kunstkammer. Dort befand sich das Oldenburger Horn bis ins frühe 19. Jahrhundert.



Das neue Gebäude des Deutschen Gewerbemuseums in Berlin nach seiner Vollendung [erst 1881].

Reproduktionsholzstich nach G. Theuerkauf, 1878

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Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)

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SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Regine Richter

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Nach Stationen im Neuen Museum und in dem zu dieser Zeit im Martin-Gropius-Bau untergebrachten Deutschen Gewerbe-Museum (dem heutigen Kunstgewerbemuseum) gelangte die Zeichnung des Oldenburger Horns 1907 schließlich in die Bibliothek des Gewerbe-Museums (die heutige Kunstbibliothek), die zu dieser Zeit in der Prinz-Albrecht-Straße, der heutigen Niederkirchner Straße untergebracht war. 



Buchausgabe im Lesesaal der Bibliothek des Kunstgewerbemuseums

Waldemar Titzenthaler, Fotografie, 1906, Berlin

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek

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Die Bibliothek bildete zu dieser Zeit bereits eine eigene Abteilung der Königlichen Museen. Bis 1894 war sie Teil des Gewerbe-Museums gewesen und hatte vor allem als Lehrsammlung der mit dem Museum verbundenen Kunstgewerbeschule gedient. In dieser neuen Umgebung war die Zeichnung des Oldenburger Horns Teil einer Vorbildersammlung. Sie konnte Künstlern, Kunstgewerblern und Fabrikanten als Anregung für ihre Arbeit dienen.



Das Oldenburger Horn

Zeichnung, um 1550

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek

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Oldenburger Horn KB Hdz04291_beschnitten.jpg


Im Rahmen der Intervention "Objektwege. Von der Kunstkammer ins Museum" wird die Zeichnung des Oldenburger Horns in der Ausstellung "Spätgotik. Aufbruch in die Neuzeit" (Gemäldegalerie) gezeigt.

02

"Ewiger Kalender"



"Ewiger Kalender"

um 1579, Pfronten, Allgäu

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen

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Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen, Foto: Ute Franz-Scarciglia

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Kalender MEK A; 47 B 2.jpg


Mit Hilfe dieses um 1579 im Allgäu entstandenen immerwährenden Kalenders lassen sich die kirchlichen Festtage ermitteln. Die figürlichen Darstellungen weisen auf die feststehenden Feiertage hin. Häufig zeigen sie Heilige - auf dem Holzblatt links im Bild, das dem "Wyntermon" (November) gewidmet ist, kann man den Schriftzug "Martinus" erkennen. Links daneben ist der Heilige Martin als Bischof dargestellt. Die Zeichen im unteren Teil des Blatts dienen der Bestimmung der Wochentage im jeweiligen Jahr.



Diana auf dem Hirsch

Matthias Walbaum (1554-1632), Goldschmied, Trinkspiel-Automat, 1600 - 1605, Augsburg

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum

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Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum, Foto: Saturia Linke

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Holzkalender sind ab Mitte des 19. Jahrhunderts in der Berliner Kunstkammer nachweisbar. Hier fanden sich viele Kleinplastiken und kostbares Kunsthandwerk, so etwa dieser um 1600 entstandene Diana-Automat. Vieles davon wird heute im Kunstgewerbemuseum und in der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen aufbewahrt. Die Kunstkammer war jedoch wesentlich vielfältiger. Sie enthielt auch ethnografische Objekte, darunter wenige aus Europa.



Der "Europäische Schrank" aus dem Neuen Museum, 1860

Rekonstruktion für die Ausstellung "Faszination Bild" (25. Juni 1999 bis 3. April 2005) am Museum Europäischer Kulturen, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen

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Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen, Foto: Ute Franz-Scarciglia

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Die aus Europa stammenden ethnografischen Objekte der Berliner Kunstkammer wurden im 19. Jahrhundert größtenteils der ethnografischen Abteilung des Neuen Museums zugeordnet. Hier waren sie in einem Schrank untergebracht, der 1999 im Museum Europäischer Kulturen mit Originalobjekten rekonstruiert wurde.



Königliches Museum für Völkerkunde in der Königgrätzer Strasse, Ecke Prinz- Albrecht-Straße, Berlin; erbaut 1880-1886

Fotografie, um 1920

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

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1886 gingen die europäischen Objekte mit mehreren tausend anderen Ethnografika aus Außereuropa vom Neuen Museum an das damals neu eröffnete Königliche Museum für Völkerkunde, das heutige Ethnologische Museum. Sie wurden dort aber nicht ausgestellt.

Als Reaktion darauf gründete Rudolf Virchow 1889 ein Museum, das Gegenstände aus den ländlichen Regionen Deutschlands und angrenzenden europäischen Gebieten zeigen sollte. Zu der dafür neu angelegten Sammlung kamen auch einige europäische Objekte aus dem Museum für Völkerkunde.



Blick in die Dauerausstellung der 1980er Jahre im Museum für Deutsche Volkskunde, Berlin/West

Fotografie, 1981

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen

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1904 wurde das von Virchow gegründete Museum als Königliche Sammlung für deutsche Volkskunde Teil der Königlichen Museen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in Ost- und West-Berlin zwei parallele Museen für Volkskunde. Beide waren Vorläuferinstitutionen des 1999 gegründeten Museums Europäischer Kulturen, das den Kalender heute bewahrt.



"Ewiger Kalender"

um 1579, Pfronten, Allgäu

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen, Foto: Ute Franz-Scarciglia

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Im Rahmen der Intervention "Objektwege. Von der Kunstkammer ins Museum" wird der "Ewige Kalender" im Bode-Museum gezeigt.

03

"Das Auge des Nebukadnezar"



"Das Auge des Nebukadnezar"

Abguss eines antiken Augensteins mit Kopf eines Kriegers, aus der Sammlung Philipp Stosch, 18. Jahrhundert

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Vorderasiatisches Museum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Vorderasiatisches Museum

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Dieser Abguss aus dem 18. Jahrhundert zeigt den Kopf eines Kriegers sowie eine Weihinschrift des babylonischen Königs Nebukadnezar II. Als Vorlage diente wohl ein Augenstein, vermutlich im 6. Jahrhundert v. Chr. aus Onyx für das Bildnis des Stadtgottes von Babylon, Marduk, gefertigt.

Der Abguss ist das erste mit Keilschrift versehene Objekt in den Berliner Sammlungen und wird in der Literatur häufig als "Auge des Nebukadnezar" bezeichnet.  Er hat über die Fachkreise hinaus einige Bekanntheit erlangt.



Etruskischer Skarabäus

1. Viertel 5. Jh.v.Chr.
1764 erworben

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Antikensammlung

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Antikensammlung, Foto: Johannes Laurentius

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Als der Abguss des babylonischen Augensteins nach Berlin kam, war er Teil der Sammlung des preußischen Gelehrten und Diplomaten Philipp von Stosch. Diese zählt zu den bedeutendsten Gemmensammlungen des 18. Jahrhunderts und ist Teil des Gründungsbestands des Alten Museums. In der Sammlung Stosch befand sich der Abguss in der Nachbarschaft einer Vielzahl hauptsächlich römischer und griechischer Gemmen.



Antikenkabinett um 1696 (Idealansicht). Aus: Thesaurus Brandenburgicus Selectus, Band 1, Berlin 1696

Kupferstich

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek, Foto: Dietmar Katz

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Ähnlich war es in den ersten 150 Jahren seiner Berliner Geschichte. Hier gehörte das "Auge des Nebukadnezar" zunächst lange zu der Antikenabteilung der Kunstkammer, die wiederum vornehmlich griechischen und römischen Stücken gewidmet war. Nach 1830 wurde der Abguss im Antiquarium des neu gegründeten Alten Museums gezeigt.



Besucher vor dem Ischtar-Tor im Pergamonmuseum

Dieter Breitenborn, Fotografie, nach 1945

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Zentralarchiv,

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Staatlichen Museen zu Berlin - Zentralarchiv

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Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm in Berlin das Interesse an archäologischen Funden aus Vorderasien zu, nachdem spektakuläre Funde in London und Paris das Museumspublikum begeisterten. 1899 wurde schließlich das Vorderasiatische Museum gegründet, in dem der Abguss heute aufbewahrt wird.

Die Berliner Geschichte dieses Objekts gibt einen Eindruck davon, dass die Kunstkammer neben kunsthandwerklichen Gegenständen eine große Vielfalt von Objekten verschiedener Wissensgebiete umfasste, deren Relevanz immer wieder neu eingeschätzt wurde.



"Das Auge des Nebukadnezar"

Abguss eines antiken Augensteins mit Kopf eines Kriegers, aus der Sammlung Philipp Stosch, 18. Jahrhundert

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Vorderasiatisches Museum

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Staatliche Museen zu Berlin - Vorderasiatisches Museum

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Im Rahmen der Intervention "Objektwege. Von der Kunstkammer ins Museum" wird das "Auge des Nebukadnezar" im Vorderasiatischen Museum gezeigt.

04

Teller aus Iznik



Teller (Gefäßkeramik)

1. Viertel 17. Jahrhundert, Iznik, Türkei

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Islamische Kunst

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Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Foto: Johannes Kramer

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Dieser Teller stammt aus den Keramikwerkstätten von Iznik in der Westtürkei. Die Keramik aus dieser Stadt ist berühmt für ihren kräftigen Rotton und die strahlend weiße Feinkeramik.

Die Wanderung, die der Teller aus Iznik in den Berliner Museen durchlief, zeigt, wie sich die Perspektive auf ein Objekt im Zuge seiner Zuordnung zu verschiedenen Sammlungen ändern kann und wie transkulturelle Bezüge mehr oder weniger sichtbar werden, je nachdem in welcher Sammlung ein Objekt sich befindet.



Neues Museum auf der Museumsinsel, Berlin: Westfassade

Fotografie

Aus der Sammlung von

Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin

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© Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin, Inventarnummer: F 6885

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Der Teller gelangte im 19. Jahrhundert in die  Berliner Kunstkammer, die zu dieser Zeit eine Abteilung des Neuen Museums war. Im Unterschied zu vielen außereuropäischen Objekten wurde er nicht der ethnografischen Abteilung zugeordnet, sondern als Kunsthandwerk wahrgenommen.



Teller (Gefäßkeramik), Rückseite

1. Viertel 17. Jahrhundert, Iznik, Türkei

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Islamische Kunst

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Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Islamische Kunst, Foto: Johannes Kramer

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1875 kam der Teller aus Iznik in das Berliner Gewerbe-Museum (heute: Kunstgewerbemuseum). Hier erhielt er die Inventarnummer K (wie Kunstkammer) 2352. Sie ist noch heute auf der Rückseite des Tellers zu sehen.

Zwar wurde Iznik-Keramik bereits seit dem 16. Jahrhundert nach Europa importiert. Das Wissen, dass diese Keramik in der Türkei hergestellt wurde, war in Europa jedoch zwischenzeitlich nicht mehr präsent. So ist auch in dem 1875 entstandenen Inventar, das die Übergabe der Kunstkammerobjekte an das Gewerbe-Museum dokumentiert, der Teller in der Rubrik "Persisch rhodische Fayencen" eingeordnet.



Große Schüssel
Majolika mit Inglasurmalerei

Schüssel, um 1630, wohl Padua

Aus der Sammlung von

Staatlichen Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum, Foto: Manuela Krüger

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Keramik aus Iznik war anfangs blau-weiß und von chinesischem Porzellan beeinflusst. Später wurde sie selbst zum Vorbild für italienische Keramik. Diese Bezüge waren im Gewerbe-Museum für die Besucher*innen erkennbar. Hier war der Teller Teil einer kulturübergreifend gedachten Vorbildersammlung für qualitätsvolles Kunsthandwerk.

Neben Beispielen aus Europa waren hier auch Werke aus der islamisch geprägten Welt und aus Ostasien anzutreffen. Gezeigt wurden im Gewerbe-Museum auch italienische Majolika, an welchen ein direkter Einfluss aus Iznik abzulesen ist.



Aufstellung des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum, Türkischer Saal, Raum 15

Fotografie, 1935

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Zentralarchiv

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Quelle

Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz

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Erst in den 1920er Jahren wurde der Teller schließlich an das neu gegründete Museum für Islamische Kunst abgegeben, um Teil einer umfangreichen Sammlung von Keramik aus Iznik zu werden. Dies erlaubt es, die Entwicklung der Iznik-Keramik nachzuvollziehen. In dieser Umgebung kann der Teller als Studienobjekt einer Betrachtung der Keramikproduktion und -gestaltung in der islamisch geprägten Welt dienen.



Teller (Gefäßkeramik)

1. Viertel 17. Jahrhundert, Iznik, Türkei

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Islamische Kunst

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Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Foto: Johannes Kramer

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Im Rahmen der Intervention "Objektwege. Von der Kunstkammer ins Museum" wird der Teller aus Iznik im Kunstgewerbemuseum gezeigt.

05

Kleiner Kabinettschrank



Lackschränkchen

erste Hälfte 19. Jahrhundert, Japan

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

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Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum, Foto: Claudia Obrocki

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Dieses in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandene Lackschränkchen stammt aus Japan und wurde vermutlich für den europäischen Markt gefertigt. Seit dem 17. Jahrhundert waren Lackwaren aus Ostasien in Europa große Mode, wo sie Adels- und Fürstenhäuser schmückten.



Lackschränkchen (geöffnet)

erste Hälfte 19. Jahrhundert, Japan

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin – Ethnologisches Museum, Foto: Claudia Obrocki

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Vermutlich befanden sich in der Berliner Kunstkammer bereits um 1700 ostasiatische Möbel, die dem japanischen Kabinettschrank ähnelten. Darauf deutet der Bericht eines anonymen Venezianers über seinen Besuch in der Kunstkammer zu Beginn des 18. Jahrhunderts hin. Hier ist - in einer für die Beschreibung außereuropäischer Objekte in diese Zeit typischen, ungenauen Weise - von “chinesischen Schränken in verschiedener Form" die Rede.



Münz- und Medaillenschrank aus dem Antiken- und Medaillenkabinett der königlichen Kunstkammer im Berliner Schloss

Gérard Dagly, Kabinettschrank, um 1695, Berlin

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum, Foto: Tomasz Samek

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Unter Umständen waren Möbel wie das japanische Lackkabinett auch Vorbild für die von dem Berliner Lackkünstler Gérard Dagly in den 1690er Jahren gefertigten Schränke, in welchen die Münzen der Kunstkammer aufbewahrt wurden. Einer dieser Schränke befindet sich heute im Kunstgewerbemuseum in Köpenick.



Königliches Museum für Völkerkunde in der Königgrätzer Strasse, Ecke Prinz- Albrecht-Straße, Berlin; erbaut 1880-1886

Fotografie, um 1920

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

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Im 19. Jahrhundert ordnete man die Bestände der Kunstkammer nach und nach den neu gegründeten Museen zu. 1886 gelangten die ostasiatischen Objekte in das Königliche Museum für Völkerkunde, das heutige Ethnologische Museum.



Picknickkasten in Form einer Kürbisfrucht

Lackobjekt, Edo (Tokugawa)-Zeit um 1700, Japan

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Asiatische Kunst

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Asiatische Kunst, Foto: Jörg von Bruchhausen

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Während einige ostasiatische Objekte der Kunstkammer im Museum für Völkerkunde (dem heutigen Ethnologischen Museum) blieben, wanderten andere weiter in das Museum für Asiatische Kunst. Dabei scheint ein Kriterium gewesen sein, ob es sich um Exportwaren handelte, die an eine europäische Käuferschaft gerichtet waren, oder aber um für den ostasiatischen Markt angefertigte, "authentische" Werke. Auf diese Weise blieb das Lackschränkchen im Völkerkundemuseum, während dieser um 1700 in Japan gefertigte Picknickkasten in Form eines Kürbisses in das Museum für Asiatische Kunst gelangte. Nicht immer ist die Aufteilung jedoch nachvollziehbar.



Lackschränkchen

erste Hälfte 19. Jahrhundert, Japan

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum, Foto: Claudia Obrocki

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Im Rahmen der Intervention "Objektwege. Von der Kunstkammer ins Museum" wird der kleine Kabinettschrank im Kunstgewerbemuseum gezeigt.

Eine virtuelle Ausstellung von

Team

Ausstellungskonzeption: Eva Dolezel und Catalina Heroven

Team: Lisa Polten und Annika Thielen

Erstellt mit :
DDB Studio
Ein Service von:
DDB Studio

Diese Ausstellung wurde am 31.05.2021 veröffentlicht.



Impressum

Die virtuelle Ausstellung Objektwege wird veröffentlicht von:

Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Stauffenbergstr. 41
10785 Berlin


gesetzlich vertreten durch

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz wird gesetzlich vertreten durch ihren Präsidenten, Herrn Prof. Dr. Dr. hc. mult. Hermann Parzinger

Telefon:
Fax:
E-Mail:  

Inhaltlich verantwortlich:

Dr. Eva Dolezel
Staatliche Museen zu Berlin  - Preußischer Kulturbesitz
Generaldirektion
DFG-Projekt: Das Fenster zur Natur und Kunst. Eine historisch-kritische Aufarbeitung der Brandenburgisch-Preußischen Kunstkammer
Stauffenbergstr. 41
10785 Berlin

Kurator*innen:

Dr. Eva Dolezel, Catalina Heroven, M.A.
Team: Lisa Polten, Annika Thielen

 

DDBstudio wird angeboten von:  
Stiftung Preußischer Kulturbesitz, gesetzlich vertreten durch ihren Präsidenten,
handelnd für das durch Verwaltungs- und Finanzabkommen zwischen Bund und Ländern errichtete Kompetenznetzwerk

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