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Die Waffen der Kunst

Ein Blick ins Arbeitszimmer des italienischen Kunstkritikers Ugo Ojetti

Ziel der Ausstellung

Ziel dieser Ausstellung ist es, einen Einblick in den Bestand des Berliner Ojetti-Nachlasses zu geben. Der erste Teil der Ausstellung ist der Provenienz des Teilnachlasses gewidmet, der zweite Teil bietet einen "Blick in Ojettis Arbeitszimmer" und befasst sich mit den Arbeitsprozessen, aus denen das heterogene Archivmaterial hervorgegangen ist. Der dritte Teil beleuchtet Ojettis Versuche, mit den "Waffen der Kunst" eine genuin italienische Nationalidentität durchzusetzen. Gemäß dem Schwerpunkt des Berliner Bestandes liegt der Fokus auf den Bereichen Architektur und Städtebau.

01
Ojetti in Berlin

Einführung

Unterlagen aus Ugo Ojettis Nachlass finden sich in vielen großen und kleinen italienischen Archiven - allen voran der Staatsbibliothek in Florenz, der Galleria Nazionale d'Arte Moderna in Rom und der Fondazione Cini in Venedig. Doch wie kommt ein Teil dieser Dokumente ausgerechnet an das Kunsthistorische Institut der Freien Universität Berlin? Einblick in eine Spurensuche.

02
Ojettis Arbeitsweisen

Einführung

In Ojettis Büro liefen die Stränge seiner publizistischen Arbeit zusammen. Autorinnen und Autoren schickten ihm Rezensionsexemplare zur Besprechung in seinen Zeitschriften, Ojetti selbst koordinierte Ausstellungen und Wettbewerbe, verfasste seine polemischen Artikel und sammelte mithilfe von Zeitungsdiensten Reaktionen auf seine Debattenanstöße. Darüberhinaus stapelten sich Sitzungsprotokolle, Abschlussberichte, Einladungen und Ankündigungen. Um hier den Überblick zu behalten, brauchte es eine gute Organisation.

03
Italienische Kunst

Einführung

Ojetti haderte. Er kritisierte, die Kunst werde vom Leben getrennt und nicht mehr als ein Gut und ein Bedürfnis aller, als eine ständige und lebendige soziale Funktion betrachtet. Sich mit Kunst und Denkmälern zu befassen bedeutete für Ojetti nicht, sich in die Erinnerungen der fernen Vergangenheit zu versetzen, "mit verzweifelter Traurigkeit durch die verschlossenen Gärten der Geschichte zu schlendern". Nein, kunsthistorisch arbeiten bedeutete für ihn: "kämpfen, widerstehen, siegen." Für die Durchsetzung seiner imperialistischen und kolonialistischen Vision von Italianità nutzte er die WAFFEN DER KUNST.

Relevanz

Der Titel von Ugo Ojettis letztem Buch aus dem Jahr 1942 lautete: "Muss Kunst in Italien italienisch sein?" Diese Frage ist heute wieder hoch aktuell. Identitätspolitik ist nicht nur in Italien ein vieldiskutiertes Thema. Die Auseinandersetzung mit Ojettis Nachlass bietet vor diesem Hintergrund Gelegenheit, alte und neue Indienstnahmen von Kunst und Architektur kritisch zu überprüfen.

Dank

Viele Personen haben zum Gelingen der Ausstellung beigetragen. Besonderen Dank schulden wir Prof. Dr. Marta Nezzo von der Universität Padua, die großzügig mit uns ihr unerschöpfliches Wissen zu Ugo Ojetti und dem Schicksal seines Nachlasses geteilt hat.

Für die freundliche Zusammenarbeit und Bereitstellung von Bildmaterial bedanken wir uns bei Clementina Conte und Susanne Meurer vom Archiv der GNAM in Rom sowie bei David Speranzi von der italienischen Nationalbibliothek in Florenz.

Unser Dank gilt des Weiteren Dr. Birgit Rehse und Josepha Schwerma vom Universitätsarchiv der FU Berlin sowie den Eheleuten Börsch-Supan für ihre Unterstützung bei der Auffindung von Dokumenten zur Geschichte des KHI.