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Die Waffen der Kunst

Ein Blick ins Arbeitszimmer des italienischen Kunstkritikers Ugo Ojetti

Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin, Nachlass Ugo Ojetti


Ugo Ojetti in posa per Lino Selvatico nel giardino di Via Della Robbia, gennaio 1907

1907

Aus der Sammlung von

Ministero della Cultura - Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze

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Ministero della Cultura - Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze

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Ojetti BNF1.JPG
Ugo Ojetti im Garten der Via della Robbia, Florenz, Januar 1907

Ugo Ojetti

Ugo Ojetti (1871-1946) war ein einflussreicher italienischer Kunstkritiker. Der Sohn des Architekten Raffaele Ojetti wirkte als Autor, Dichter, Kurator, Herausgeber und Kulturpolitiker. Als überzeugter Nationalist avancierte Ojetti schnell zu einer Schlüsselfigur des italienischen Kulturlebens. Seine Tätigkeit als Mitglied in zentralen Wettbewerbskommissionen nutzte er, um seine Vorstellung einer nationalen Formensprache durchzusetzen und die Gestaltung des öffentlichen Raums zu prägen.





Ugo Ojetti auf dem Steg nach Gradisca, Sdraussina, Juni 1916

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s. Kurzbeschreibung

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Kurzbeschreibung
Aus: Ugo Ojetti, Lettere alla moglie 1915-1919, herausgegeben und kommentiert von Fernanda Ojetti, Vorwort von Niccolò Rodolico, Florenz, 1964
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Ugo Ojetti auf dem Sdraussina-Steg nach Gradisca in Julisch-Venetien, Juni 1916. Italienische Militärbasis hinter der Isonzo-Front.


Erhaltung und politische Indienstnahme des materiellen und geistigen Kulturerbes gingen bei Ojetti Hand in Hand. Bereits 1912 wurde er Teil der obersten staatlichen Denkmalpflegekommission.  1914 schloss Ojetti sich im "Corriere della Sera" der internationalen Verurteilung des deutschen Beschusses der Kathedrale von Reims an. Im Folgejahr besuchte er zusammen mit dem Schriftsteller Gabriele D’Annunzio medienwirksam den Schauplatz der Zerstörung. Als Teil des Ingenieurkorps war er ab 1915 mit dem Schutz der italienischen Kunstgüter betraut.



Einladung zur Ausstellungseröffnung Cinquecento Toscano im Palazzo Strozzi in Florenz. Einführung durch Ugo Ojetti

April 1940, Palazzo Strozzi, Florenz

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Freie Universität, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Einladung zur Ausstellungseröffnung Toskanische Kunst des 16. Jh. im Palazzo Strozzi, Florenz 1940. Einführung des Kurators Ugo Ojetti


Ojettis Ziel war die Entwicklung einer genuin italienischen Kunst, deren Eigenschaften er zeitlebens zu definieren und als Wegweiser zu etablieren suchte. Von Italianità gekennzeichnete Werke bildeten für Ojetti nicht nur ein identitätsstiftendes gesellschaftliches Fundament, sie stellten auch ein Reservoir kultureller Energien dar, das zum Antrieb politischer Bestrebungen der Gegenwart erschlossen werden musste. Kunst und Architektur verstand Ojetti als “aufrichtigen Ausdruck eines nationalen Charakters“. Ihre zeitlose Wirkmacht suchte Ojetti durch seine Kulturpolitik freizusetzen.

Ziel der Ausstellung

Ziel dieser Ausstellung ist es, einen Einblick in den Bestand des Berliner Ojetti-Nachlasses zu geben. Der erste Teil der Ausstellung ist der Provenienz des Teilnachlasses gewidmet, der zweite Teil bietet einen "Blick in Ojettis Arbeitszimmer" und befasst sich mit den Arbeitsprozessen, aus denen das heterogene Archivmaterial hervorgegangen ist. Der dritte Teil beleuchtet Ojettis Versuche, mit den "Waffen der Kunst" eine genuin italienische Nationalidentität durchzusetzen. Gemäß dem Schwerpunkt des Berliner Bestandes liegt der Fokus auf den Bereichen Architektur und Städtebau.

01

Ojetti in Berlin

Einführung

Unterlagen aus Ugo Ojettis Nachlass finden sich in vielen großen und kleinen italienischen Archiven - allen voran der Staatsbibliothek in Florenz, der Galleria Nazionale d'Arte Moderna in Rom und der Fondazione Cini in Venedig. Doch wie kommt ein Teil dieser Dokumente ausgerechnet an das Kunsthistorische Institut der Freien Universität Berlin? Einblick in eine Spurensuche.



Collage Mappen und Inhalt

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Freie Universität, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Heutiger Bestand

Der in der Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts der Freien Universität Berlin verwahrte Teilnachlass Ojettis beinhaltet ca. 170 Bücher, Zeitschriften und Broschüren, die teilweise in den Freihandbestand aufgenommen wurden, verschiedenste annotierte Schrift- und Bilddokumente, die geographisch sortiert in 45 farbigen Mappen zusammengefasst sind, sowie ca. 160 alphabetisch sortierte Künstlermappen. Weitere lose Dokumente wurden nach der Ankunft des Nachlasses am Kunsthistorischen Institut thematisch geordnet. 



Mappen in Hängeregistern

Fotografie

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Topographisch-thematische Sortierung der Mappen in Hängeregistern.


Die geographisch sortierten und am KHI nummerierten Mappen sowie die nachträglich thematisch sortierten Materialien befanden sich vor Beginn der Digitalisierung ausschließlich in Hängeregistern eines grauen Aktenschrankes. In braunen Registern waren die Mappen einsortiert, die Materialsammlungen zu Topographien in Italien beinhalten. Die hier abgebildeten blauen Hängeregister sind nach Topografien außerhalb Italiens oder deutschsprachigen Lemmata sortiert.



Fotografie Papiermappen im Nachlass

Christine Beese, Ulrike Tarnow, difitale Fotografie, Kunsthistorisches Institut Freie Universität Berlin

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Kurzbeschreibung
Papiermappen und deren Inhalt
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Das Material diente Ojetti teilweise als Ideengeber und Basis für seine Artikel in der Zeitschrift "Pègaso".


Die vielfältigen Materialsammlungen innerhalb der Mappen setzen sich aus Zeitungsausschnitten, Fotografien, Gebäudeentwürfen, städtebaulichen Projekten, Wettbewerbsdokumentationen, Broschüren wie Museums- und Städteführern, Kopien von kunsthistorischen Artikeln, Gutachten zu Kunstwerken und Denkmalschutz, Brief-Korrespondenzen sowie handschriftlichen Notizen zusammen. 



Aufbewahrungsboxen

Fotografie

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Die digitalisierten Mappen befinden sich nun in grauen Pappboxen.


Schätzungsweise umfasst die Mappensammlung Ojettis 12.000-15.000 Blatt Dokumente, die im Prozess der Digitalisierung beidseitig gescannt werden. Dies ist bisher mit 1/3 der Dokumente geschehen. Die digitalisierten Mappen werden fortan in grauen Aufbewahrungsboxen gelagert.



Aktenschrank zur Aufbewahrung des Ojetti Nachlasses in der Bibliothek des Kunsthistorischen Institut der Freien Universität

Fotografie eines Aktenschrankes

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Ab 1973 wurden die Mappen des Nachlasses in Hängeregistern in diesem Aktenschrank in der Bibliothek des KHI verwahrt.

Provenienz

Anfang der 1970er Jahre, circa 25 Jahre nach Ojettis Tod, erwarb der Berliner Antiquar Jürgen Holstein (*1936) einen Teil des Ojetti-Nachlasses in Florenz. 1972/73 veräußerte Holstein wiederum Teile davon an Tilmann Buddensieg (1928 – 2013), damals Professor für Kunstgeschichte und geschäftsführender Direktor des KHI der FU. Dieser betraute die seinerzeitige Bibliotheksleiterin Dr. Marianne Prause (1918-1999) mit der wissenschaftlichen Dokumentation des Nachlasses.





Bibliothek Ugo Ojettis, Villa Salviatino in Florenz 1971

Jürgen Holstein , Fotografie von Jürgen Holstein in der Bibliothek Ugo Ojettis in Florenz 1971

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Blick in die Bibliothek Ugo Ojettis. Rechts hinten im Bild ist Jürgen Holstein beim Erkunden der Sammlung auf einer Bücherleiter zu sehen.


Jürgen Holstein besichtigte 1971 die  Bibliothek der prachtvollen Villa il Salviatino in Fiesole, in der die Familie Ojetti seit 1911 residierte. Die während Holsteins Besuch entstandene Fotografie zeigt links auf dem Tisch aufgestapelt einige der Mappen, die Holstein im Anschluss erwarb. Darüber hinaus gingen 14.000 Bücher, Zeitschriften und Broschüren in seinen Besitz über, die er zum Weiterverkauf auf mehrere Kataloge aufteilte.



Fotografie von Tilmann Buddensieg

Fotografie

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Barbara Herrenkind

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Prof. Dr. em. Tilmann Buddensieg (1928 -2013), Foto©: Barbara Herrenkind.


Tilmann Buddensieg und Jürgen Holstein verband eine jahrelange Freundschaft und ein reger Austausch über Literatur. Buddensiegs Interesse an Ojetti erklärt sich durch seine Affinität zur angewandten Kunst, durch seine eigenen Forschungen zum Nachleben antiker Skulptur und Architektur in Rom (Habilitation), sowie durch seine Beschäftigung mit der Kunst im Faschismus. Für ihre Studien zu Terragni und Piacentini griffen seine Schüler Stefan Germer, Achim Preiß und Sandro Scarrocchia auf Material aus dem FU-Archiv zurück.



Marianne Prause

Fotografien

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Dr. Marianne Prause (1918-1999).

Dr. Marianne Prause war als wissenschaftliche Betreuerin und ab 1976 als Leiterin der Dokumentationsabteilung des KHI beschäftigt. Die "Verwaltung des Archivs Ugo Ojetti" fiel in ihren Tätigkeitsbereich. 1964 hatte sie mit ihrer Dissertation über das malerische Œuvre Carl Gustav Carus', ein Freund und Zeitgenosse Caspar David Friedrichs, das erste und bis heute relevante Werkverzeichnis des Künstlers erstellt. Als Frau ihrer Zeit blieb ihr eine Hochschulkarriere jedoch verwehrt.





Schriftliche Festlegung des Tätigkeitsbereichs von Dr. Marianne Prause. Vorlage zur 121. Sitzung des Fachbereichsrates des KHI

Fotografie eines maschinell beschriebenen Papiers in einem Aktenordner

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Kurzbeschreibung
Dokument zur Definition des Tätigkeitsbereichs von Dr. Marianne Prause, das dem Fachbereichsrat des KHI zu seiner 121. Sitzung am 10.2.1976 vorgelegt wurde, in der es um die neue Geschäftsverteilung im Bibliotheks- und Dokumentationsbereich des KHI ging.
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Vorlage zur 121. Sitzung des Fachbereichsrates des KHI zum Tätigkeitsbereich von Dr. Marianne Prause.


Inventarbuch der Bibliothek des KHI

Fotografie eines Inventarbuches

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Bücher und Dokumente Ugo Ojettis wurden von Dr. Prause im Inventarbuch der Institutsbibliothek erfasst.


Ansicht der Mappe 21 zum Palazzo Littorio

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Dr. Prause nummerierte die Mappen und die einzelnen Dokumente innerhalb der Mappen und versah sie mit Stempel und Signatur.


Die Mappen werden zur Digitalisierung abgeholt

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'Making of'

Auf Initiative von Dr. Ulrike Tarnow, Bibliotheksleiterin des KHI und Dr. Stefanie Klamm, Koordinatorin der Universitätssammlungen, wurde 2022 damit begonnen, das Ojetti-Archiv zu digitalisieren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unter der Leitung von Dr. Christine Beese, Arbeitsbereich Architekturgeschichte, fand 2022/23 ein umfangreiches Projektseminar zur strukturellen und inhaltlichen Aufarbeitung des Nachlasses sowie zur Konzeption einer digitalen Ausstellung statt. 



Innenansicht der Mappe 32

Fotografie des Indexes der Mappe 35

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Innenseite der Mappe 32 zum Regulierungsplan für Venedig. Der Index verzeichnet zwei Publikationen, die sich nicht mehr in der Mappe befinden.


Inhalt der Mappen

Die Teildigitalisierung des Nachlasses ermöglichte es den Studierenden, sowohl mit den Digitalisaten als auch mit den Originalen zu arbeiten. Um die Struktur der Mappen zu begreifen, wurden zunächst die  "Indexe" von den Studierenden untersucht, die an der Innenseite der Mappen fixiert sind und Literaturangaben beinhalten. Auf den ersten Blick lag die Hypothese nahe, dass es sich hierbei um den Inhalt der jeweiligen Mappen handle.



Titelseite von Miozzi: Progetto di Massima per il Piano di Risanamento di Venezia, Marzo 1939

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Die Publikation zum Sanierungsplan für Venedig entstammt der Mappe 32 und wurde von Dr. Prause der Bibliothek des KHI zugeführt.


Es stellte sich jedoch heraus, dass es Titel waren, die von der ehemaligen Bibliotheksleiterin Dr. Prause aus den Mappen entfernt und in den Bestand der Bibliothek überführt worden waren. Durch eine Suche im Bibliothekskatalog gelang es den Studierenden, die Bücher und Broschüren ausfindig zu machen, die Materialien Ojettis zusammenzuführen und somit eine Idee von dem Umfang zu bekommen, die der Teilnachlass bei seiner Ankunft an der FU besessen haben musste.



Fotografie während Vortrag von Almut Goldhahn

Aus der Sammlung von

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Freie Universität, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Unter dem Mikroskop werden technische Eigenschaften der Fotografie deutlich, die im Digitalisat nicht mehr zu erkennen sind.

Kontext

Als Einstieg in die Arbeit mit dem Nachlass machten sich die Studierenden mit Ojettis Biografie und seinem sozialen Netzwerk vetraut. Prof. Mia Fuller, Prof. Harald Bodenschatz und Prof. Christian Fuhrmeister gaben einen Überblick über die italienische Architekturgeschichte des Novecento. Unter Anleitung von Dr. Almut Goldhahn setzten sich die Studierenden mit den Besonderheiten der Erforschung, Erfassung und Ausstellung von Fotografien auseinander.





Gegenüberstellung zweier Digitalisierungsversuche

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Gegenüberstellung zweier Digitalisierungen. Fotografie eines Kamins im Palazzo Ducale in Sabbioneta, Ojetti-Nachlass, Mappe 45


Digitalisierung

An Scannern der Universitätsbibliothek erprobten die Studierenden die Möglichkeiten der Retrodigitalisierung. Je nach Erkenntnisinteresse galt es, andere Voreinstellungen zu wählen. Dies wurde an einer Fotografie, die 1930 in der Zeitschrift "Dedalo" publiziert werden sollte, besonders deutlich. Kommt die linke Aufnahme der Farbigkeit der Vorlage am Nächsten, so hebt die rechte Aufnahme die Kontraste hervor. Auf diese Weise werden Anmerkungen besser lesbar und Retuschen im Bild treten sichtbar hervor.



Screenshot des Datenhotels

Aus der Sammlung von

Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Screenshot Datenhotel.jpg


Im Datenhotel

Eine besondere Herausforderung bei der Erfassung der Dokumente stellt die Heterogenität der Medien dar, die keiner reinen Archiv-, Bibliotheks- oder Museumssystematik gehorchen. Gemeinsam mit Dr. Michael Müller modellierten die Studierenden im Datenhotel ein passendes Set an Metadaten und pflegten erste Dokumente ein. Das "Datenhotel" ist eine vorläufige Datenbank, die in der Zukunft durch eine dauerhafte Version ersetzt werden soll.

02

Ojettis Arbeitsweisen

Einführung

In Ojettis Büro liefen die Stränge seiner publizistischen Arbeit zusammen. Autorinnen und Autoren schickten ihm Rezensionsexemplare zur Besprechung in seinen Zeitschriften, Ojetti selbst koordinierte Ausstellungen und Wettbewerbe, verfasste seine polemischen Artikel und sammelte mithilfe von Zeitungsdiensten Reaktionen auf seine Debattenanstöße. Darüberhinaus stapelten sich Sitzungsprotokolle, Abschlussberichte, Einladungen und Ankündigungen. Um hier den Überblick zu behalten, brauchte es eine gute Organisation.



Ugo Ojetti im Atelier zu Hause in der Via Della Robbia, Mai 1910

Mai 1910

Aus der Sammlung von

Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze

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Mit Genehmigung des Kulturministeriums - Nationale Zentralbibliothek Florenz

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Ugo Ojetti im Atelier zu Hause in der Via Della Robbia, Mai 1910, BNCF, Ojetti Album Nr. 5


Die Bibliothek

Bereits seinen frühen Wohnsitz in der Via della Robbia in Florenz stattete Ugo Ojetti mit einer reichen Bibliothek sowie zahlreichen Kunstschätzen aus. Nach dem Ankauf und der Restaurierung der Villa il Salviatino richtete er dort ab Herbst 1913 einen "Tempel der puren Schönheit" ein, der sein Verständnis von der Durchdringung von Leben, Kunst und Arbeit widerspiegelt. In seinen Büchern finden sich Spuren dieser ganzheitlichen Auffassung.



Ugo Ojettis Ex-Libris in einer Publikation von Charles Pierre Lefebvre

Aus der Sammlung von

Freie Universität Berlin, Bibliothek des kunsthistorischen Instituts

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des kunsthistorischen Instituts

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Oscar Ghiglia, Rückenansicht eines Pierrot. Ex-Libris von Ugo Ojetti aus dem Bestand der FU Berlin.


Ojettis Ex-Libris

Ojettis Ex-Libris befindet sich in vielen seiner Bücher und zeigt einen Pierrot in Rückenansicht, der auf einer Leiter versucht, den Mond zu erreichen. Die unglückliche, unmögliche Liebe Pierrots für den Mond steht sinnbildlich für die Liebe Ojettis zum absolut Schönen, zur Kunst. Ganz wie Pierrot unternimmt Ojetti mit seiner Arbeit einen verzweifelten aber zugleich poetischen Versuch, das eigentlich Unerreichbare zu erreichen.



Korrespondenz zwischen Ugo Ojetti und Oscar Ghiglia

Fotografie angefertigt von Philipp Hubert

Aus der Sammlung von

Galleria nazionale d'arte moderna e contemporanea di Roma

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Ministero della Cultura - Galleria nazionale d'arte moderna e contemporanea di Roma

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Korrespondenz zwischen Ugo Ojetti und Oscar Ghiglia, Fondo Ojetti, GNAM, Rom.

Seine Bücher und seine Bibliothek sind für Ojetti nicht nur Arbeitsinstrument, sondern Teil und Ausdruck seiner Persönlichkeit. Im Briefwechsel mit dem Maler Oscar Ghiglia macht er 1912 deutlich: "Ich brauche das Ex-Libris wie Brot. (...) Machen Sie, was Sie wollen, denken Sie an eine große, klare Allegorie, die mich ein wenig repräsentiert: das könnte das Emblem meiner Qualitäten (ach...) und meiner Fehler (zum Glück!) sein."





Postkarte von Oscar Ghiglia an Ugo Ojetti vom 14.10.1914.

Aus der Sammlung von

Ministero della Cultura - Galleria nazionale d'arte moderna e contemporanea di Roma

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Ministero della Cultura - Galleria nazionale d'arte moderna e contemporanea di Roma

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Postkarte von Oscar Ghiglia an Ugo Ojetti bezüglich des Ex Libris, 14.10.1913. Fondo Ojetti, GNAM, Rom


"Das Exlibris kommt!" schreibt Gighlia im Oktober 1913. "Ich hätte das Motiv stärker herausarbeiten können, aber dann wäre der kristallklare Charakter der Mondnächte verloren gegangen, den ich mit so wenig materiellen Mitteln wie möglich wiedergeben wollte." Und Ojetti ist begeistert: "Ausgezeichnet, ausgezeichnet. Von so geistreicher und prägnanter Delikatesse, von so transparenter Klarheit, dass ich mir nichts Besseres wünschen könnte."



Ex-Libris von Raffaele Ojetti

Aus der Sammlung von

Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Ex-Libris von Ugo Ojettis Vater Raffaele. Aus: Eugène Müntz, Les antiquités de la ville de Rome, Paris 1886. Signatur Q-Rom-42q-486-rara.


Viele Bücher hatte Ugo Ojetti aus der Bibliothek seines Vaters, dem Architekten Raffaele Ojetti, übernommen. Um diese Bücher zu kennzeichnen, fügte Ugo ihnen ein postmortem angefertigtes, schlichtes Ex-Libris hinzu. Zahlreiche Beispiele finden sich in der Bibliothek des KHI der FU Berlin.



Rückwärtige Manschette in Salvatore di Giacomos Publikation "Il paesaggio di Napoli" mit einer Sammlung von Zeitungsausschnitten zur neapolitanischen Landschaftsmalerei.

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Sammlung von Zeitungsartikeln in: Salvatore di Giacomo, Il paesaggio a Napoli 1820-1850, in: Rivista d'Italia, 1902


Das Buch als Speicher

Ojetti förderte die Betrachtung und Aufwertung süditalienischer Malerei und eröffnete im März 1938 eine Ausstellung zur neapolitanischen Landschaftsmalerei im Castelnuovo. Salvatore Di Giacomos Publikation aus dem Jahr 1902 enthält im hinteren Deckel eine Einstecktasche, in der Ojettis eigene Artikel sowie Rezensionen zum Thema gesammelt wurden.



Notiz Ugo Ojettis in der Publikation Antony Valabrègue, Les frères Le Nain, Librairie Georges Baranger, Paris, 1904.

Aus der Sammlung von

Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Notiz Ugo Ojettis in der Publikation Antony Valabrègue, Les frères Le Nain, Librairie Georges Baranger, Paris, 1904.


Auf einem Notizzettel, der Antony Valabrègues Publikation zu den Brüdern Le Nain beiliegt, vermerkt Ojetti Querverweise zu anderen Autoren sowie zu einer Ausgabe der Revue de l'Art vom Mai 1933. Auf diese Weise sammelt Ojetti Informationen für die Anfertigung eines Merkblatts zu diesen Künstlern.



Corrado Ricci widmet seinem Freund Ugo Ojetti sein Eröffnungsvortrag zur Dante-Feier in Ravenna 1908

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"Meinem Freund Ugo Ojetti", Widmung des Autors Corrado Ricci, Generaldirektor der staatlichen Kunst- und Antikenbehörde.


Netzwerk

Corrado Ricci war in den 1910er Jahren die prägende Figur der italienischen Denkmalpflege und suchte Ojettis Nähe, um das breite Publikum für die Ziele des staatlichen Denkmalschutzes zu gewinnen. Die Freundschaft zwischen Ricci und Ojetti drückt sich nicht zuletzt in der Schenkung von Schriften aus, wie diese Widmung aus dem Jahr 1908 zeigt. Ojettis Bibliothek gibt somit Einblick in sein Netzwerk und seine persönlichen Beziehungen.



Mappe 21 zum Wettbewerb um den Palazzo Littorio

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Hubert Graml, Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Die Mappen

Zur Archivierung seiner Dokumente nutzte Ugo Ojetti farbige Mappen aus festem Karton, die von einem Stoffband zusammengehalten werden. Der Rücken der Mappen wurde in Schreibmaschinenschrift mit Titeln versehen, die sich auf Orte oder Monumente beziehen. Kontinuierlich wurden die Mappen mit Zeitungsartikeln, Notizen und Fotografien befüllt.



Hinweis zur Einsortierung eines Artikels über die Neugestaltung der Via della Conciliazione

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Ugo Ojetti notiert, dass sein Aufsatz nicht in den Unterlagen zu Michelangelo, sondern in denen zu den Borghi abgelegt werden soll.


Sortiervermerke

Für seine Arbeit als Autor, Publizist und gefragter Kritiker brauchte Ojetti einen guten Überblick über das künstlerische Weltgeschehen, insbesondere in Italien. Mithilfe von Sortiervermerken und Ordnungsanweisungen richtete er ein System ein, das es ihm erleichterte, produktiv zu arbeiten und auf dem neuesten Stand zu sein.



Sortiervermerk Ojettis: "architettura moderna"

Aus der Sammlung von

Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Sortiervermerke von Ugo und evtl. Fernanda Ojetti aus der Mappe 64 mit dem Titel "Architettura razionale".


Dieser Zettel, welcher einem Zeitungsartikel mit dem Titel "La pseudo arte fascista" aus der Zeitschrift "La Tribuna" von Oktober 1933 beiliegt, weist gleich zwei verschiedene Ordnungskategorien auf: Mit "arch(itettura) mod(erna)" wird der Artikel durch Ugo Ojetti dieser Mappe zugewiesen. Der blaue Vermerk "architettura razionale" entstammt wohl der Feder Fernanda Ojettis und bezieht sich auf eine spätere Untergliederung der Gesamtmappe.



Fernanda Ojetti im Garten in der Via Della Robbia, Juni 1907

Fotografie , Juni 1907

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Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze

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Mit Genehmigung des Kulturministeriums - Nationale Zentralbibliothek Florenz

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Fernanda Ojetti im Garten in der Via Della Robbia, Juni 1907, Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze, Ojetti Album Nr. 5

Fernanda Ojetti

Ugo Ojettis Frau Fernanda trug einen großen Teil dazu bei, dass Ugo Ojetti sich in seiner Sammlung zurechtfand und produktiv arbeiten konnte. Über seinen Tod hinaus pflegte und ordnete Fernanda Ojetti sein Archiv. Das öffentliche Ansehen ihres Mannes lag ihr sehr am Herzen. 1946 gab sie eine Briefedition heraus ("Lettere alla moglie"), 1954 erschienen die von ihr und der Tochter Paola edierten Tagebücher Ojettis ("I taccuini 1914-1943").





2. Ausgabe der Zeitschrift "Pantheon", Februar 1949

Zeitschrift

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Zweite Ausgabe der Zeitschrift "Pantheon" von Februar 1949.


Bei der Sichtung der Mappe 20 ist die 2. Ausgabe der Zeitschrift "Pantheon" durch ihr Datum aufgefallen. Im Februar 1949 veröffentlicht, ist sie eindeutig nach Ojettis Tod am 01.01.1946 publiziert worden. Somit kann sie nicht Ojetti selbst hinzugefügt haben. Bis zu ihrem Tod im Jahre 1970 führte Fernanda Ojetti das Archiv ihres Mannes weiter.



Aufkleber des Clippingdienstes L'Eco della Stampa

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Clippingdienste

Die angeklebten, teilweise farbigen Zettel der Zeitungsausschnitte weisen darauf hin, dass Ojetti Abonnements bei Clippingdiensten wie dem "Eco della Stampa" aus Mailand hatte. Diese sendeten ihm Beiträge zu, in denen er namentlich erwähnt wurde, die er selbst verfasst hatte, oder die sich mit Themen beschäftigten, die ihn interessierten. So erhielt er einen Überblick, was im Zusammenhang mit seiner Person publiziert wurde. 



Artikel eines Clippingdienstes mit namentlicher Erwähnung Ojettis

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Giuseppe Pagano, Ojetti e - naturalmente - la colonna, in: La Casa Bella, Mailand, August 1933.


Polemiken

Im Kampf um einen angemessenen Nationalstil führte Ojetti zahlreiche öffentlichen Debatten. Mit Vertretern des Rationalismus, die für eine moderne Architektur eintraten, lieferte er sich heftige Wortgefechte und rief sie zur Verwendung klassischer Elemente wie Säulen und Bögen auf. Um zu wissen, was Gegner wie Giuseppe Pagano über ihn schrieben, abonnierte er auch Artikel aus der Mailänder Zeitschrift Casa Bella.



Tageszeitungsartikel “Le linee generali del nuovo Palazzo di giustizia".

Artikel einer Tageszeitung

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Neben dem Tageszeitungsartikel "Le linee generali del nuovo Palazzo di giustizia" tritt am Rand der blaue Buntstift in Erscheinung.


Nicht alle Ausschnitte weisen Aufkleber der Clippingdienste auf. Insbesondere die Sammlung zum Nationaldenkmal für König Vittorio Emanuele in Rom besteht aus vielen Artikeln, die mit einem blauen Stift markiert und datiert worden sind. Möglicherweise hat Ugo Ojetti hier selbst zu dem Thema gesammelt.



Protokoll der 5. Sitzung des Consiglio nazionale dell'educazione zum Sanierungsplan für Venedig, 18. Juli 1939

getippter Bericht

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Kommissionsarbeit

Ugo Ojetti war Mitglied in zahlreichen Denkmalpflegekommissionen und städtebaulichen Wettbewerbsjuries. Viele Dokumente zeugen von seiner Beratertätigkeit und machen Organisations- und Entscheidungsprozesse deutlich. Im Verlauf der Sitzungen notierte Ojetti Überlegungen handschriftlich, anschließend zirkulierten getippte Protokolle und Abschlussberichte, die vor der Reinschrift von anderen Kommissionsmitgliedern redigiert wurden.



Notizen Ugo Ojettis zum Regulierungsplan 1915 in Florenz

handschriftl. Notiz

Aus der Sammlung von

Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Ugo Ojetti zum „Piano Regolatore“ 1915 in Florenz – Nachlass Ugo Ojetti, Mappe 4 (Florenz), Signatur 4/174


Ojetti als Berater

Das Bauamt der Stadt Florenz hatte 1910 einen Regulierungsplan für Florenz verabschiedet, der bei Denkmalpflegern auf großen Widerstand stieß. Um die Kritikpunkte zu prüfen und den Plan zu verbessern wurden 1915 zwei Kommissionen eingesetzt, eine rechtliche und eine technisch-künstlerische, zu der auch Ugo Ojetti zählte. In seinen Notizen beschäftigt er sich demzufolge mit der Gestaltung von Straßen und Plätzen.



Mitschriften Ugo Ojettis zum Regulierungsplan 1915 in Florenz

handschriftl. Notiz

Aus der Sammlung von

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Ojettis Notizen aus der Mappe 4 betreffen Überlegungen zur Verbesserung einzelner Straßen und Viertel wie dem Borgo San Jacopo in Florenz.


Brief von Giovanni Muzio an Ugo Ojetti vom 29.05.1933

Aus der Sammlung von

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Brief von Giovanni Muzio an Ugo Ojetti vom 29.05.1933, Mappe 11


Ojetti als Vorsitzender

Ugo Ojetti war Vorsitzender der Wettbewebskommission für einen neuen Regulierungsplan von Padua. Bei der entscheidenden Sitzung war Giovanni Muzio aus Krankheitsgründen verhindert. Um einen weiteren Preisträger brücksichtigen zu können, bat Muzio Ojetti darum, eine zweite Wettbewerbsrunde durchzuführen.



Protokoll der 5. Sitzung des Consiglio nazionale dell'educazione zum Sanierungsplan für Venedig, 18. Juli 1939

getippter Bericht

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Protokoll der 5. Sitzung des staatlichen Consiglio nazionale dell'educazione, 18. Juli 1939, Mappe 32, Digitalisat 005.


Ojetti als Präsident

Als Präsident des nationalen Denkmalkonzils lud Ugo Ojetti 1939 einige Mitglieder des Gremiums ein, sich mit dem staatlichen Denkmalpfleger für Venedig und Kommunalpolitikern vor Ort zu treffen und die Standorte der geplanten Neubaugebiete sowie Fragen des Verkehrs zu diskutieren. Der Briefkopf weist das Schreiben als offizielles Dokument aus.



Ugo Ojetti, Handschriftliche Notizen zu Eugenio Miozzis Sanierungsplan, Venedig 1939

handschriftl. Notizen

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Notizen Ojettis zur Kalkulation der Anzahl euer Wohnräume, die durch die Bebauung venezianischer Viertel entstehen könnten.


Bericht zum Sanierungsplan in Venedig

abgetippter Bericht

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Bericht zum Sanierungsplan in Venedig mit Korrekturen von Ojetti und anderen, Mappe 32 (Venedig), Signatur 32/11


Der Sopraintendente von Venedig verfasste nach dem Rundgang einen Bericht zu möglichen Erweiterungsbieten. Dieser Bericht wurde von Ojetti und anderen Mitgliedern der Denkmalkommission überarbeitet und anschließend dem Erziehungsministerium überstellt. Betont wird, dass eine vom Bauamt geplante Bebauung über das Gebiet der Giudecca hinaus abgewendet wurde.



Deckblatt der von Ugo Ojetti herausgegebenen Zeitschrift Pegaso 5/ 1, 1933

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Staatsbibliothek Berlin

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Pegaso Deckblatt.jpg


Herausgeber

In seiner Eigenschaft als Kurator und Kritiker etablierte Ugo Ojetti eine nationalistische Kunstgeschichtsschreibung, die als Grundlage einer breiten gesellschaftlichen Kultur- und Identitätsbildung dienen sollte. Mithilfe der Herausgabe von Zeitschriften wie "Dedalo" (1920-33), "Pegaso" (1929-33) und "Pan" (1933-35) trug Ojetti maßgeblich zur Popularisierung kunsthistorischen Wissens in Italien bei.



Widmung an Ojetti von Juliette Bertrand in einem Rezensionsexemplar ihres Buchs "Flaneries Florentines’" Clermont-Ferrant 1924

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Widmung an Ojetti von Juliette Bertrand in einem Rezensionsexemplar ihres Buchs "Flaneries Florentines’", Clermont-Ferrant 1924.


Rezensionen

Juliette Bertrand widmete Ojetti 1924 ihre Publikation "Flaneries Florentines" verbunden mit dem Wunsch, er möge sie in  "Dedalo" oder im "Corriere della Sera" besprechen. Seit Februar 1921 gab Ojetti die reich bebilderte  Kunstzeitschrift Dedalo heraus, die sich mit in- und ausländischen Künstlern der Vergangenheit und der Gegenwart beschäftigte.



Brief von Leone Poggi an Ugo Ojetti vom 30. Juli 1926 mit der Bitte, einen offenen Brief an die Stadtverwaltung von Florenz zu erwähnen.

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Brief von Leone Poggi an Ugo Ojetti vom 30.07.1926 mit der Bitte, seinen Öffentlichen Brief an die Florentiner Stadtverwaltung publik zu machen.


Offener Brief

Leone Poggi wandte sich 1920 mit der Bitte an Ugo Ojetti, im "Corriere della Sera" auf einen Offenen Brief hinzuweisen, den er an die Florentiner Stadtverwaltung gerichtet habe. Angesichts seiner "wohlbekannten künstlerischen Kompetenzen" scheint ihm Ojetti der richtige Ansprechpartner zu sein.



Offener Brief von Leone Poggi an den Bürgermeister von Florenz, Antonio Garbasso vom 30. Juli 1926 zum Schutz des Villino Favard

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Offener Brief von Leone Poggi an den Bürgermeister von Florenz, Antonio Garbasso vom 30. Juli 1926 zum Schutz des Villino Favard.


In seinem offenen Brief setzt sich Leone Poggi für den Erhalt des Villino Favard ein, welcher sein Großvater Giuseppe Poggi im Jahr 1857 für die Baronesse Fiorella Favard de Langlade am Lungarno Vespucci in Florenz errichtet hatte. Den Bürgermeister Antonio Garbasso erinnert er daran, welchen Beitrag Giuseppe Poggi durch die Piazzale Michelangelo zur Gestaltung des modernen Florenz geleistet hat.

03

Italienische Kunst

Einführung

Ojetti haderte. Er kritisierte, die Kunst werde vom Leben getrennt und nicht mehr als ein Gut und ein Bedürfnis aller, als eine ständige und lebendige soziale Funktion betrachtet. Sich mit Kunst und Denkmälern zu befassen bedeutete für Ojetti nicht, sich in die Erinnerungen der fernen Vergangenheit zu versetzen, "mit verzweifelter Traurigkeit durch die verschlossenen Gärten der Geschichte zu schlendern". Nein, kunsthistorisch arbeiten bedeutete für ihn: "kämpfen, widerstehen, siegen." Für die Durchsetzung seiner imperialistischen und kolonialistischen Vision von Italianità nutzte er die WAFFEN DER KUNST.



"Il nuovo bozzetto per il Monumento a Vittorio Emanuele"

Zeitungsausschnitt, 30.01.1907

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Il Vittoriano

Mit der Einheit Italiens und der Ausrufung Roms zur neuen Hauptstadt begann in den 1870er Jahren die Suche nach einem nationalen Baustil. Die Debatte um das Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele, dem 'Vittoriano', an der sich Ojetti rege beteiligte, spielte hier eine zentrale Rolle. Durch die permanente publizistische Auseinandersetzung mit dem Denkmal für den ersten König Italiens entstand ein Diskussionraum, der die breite Öffentlichkeit in den Prozess der nationalen Identitätsfindung einbezog.



Mappe 24 des Ojettis Nachlass "Monumento Vittorio Emanuele"

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Dokumentensammlung zum Monumento a Vittorio Emanuele II, Nachlass Ugo Ojetti, Mappe 24.

Die Beschäftigung mit dem Projekt sowie den verschiedenen Bauphasen bewegte die nationale Tagespresse seit den 1880er Jahren. Ojetti sammelte zahlreiche Veröffentlichungen über die Wettbewerbe, die vorgestellten Entwürfe sowie den Fortschritt der Bauarbeiten. Akribisch dokumentieren sie die Geschichte des zu errichtenden Gebäudes und die damit verbundenen Debatten. Durch die lebhafte öffentliche Diskussion wurde nationale Identität nicht nur stilistisch sondern auch gesellschaftlich ausgehandelt.





Monumento Vittorio Emanuele II. – Aufbauphase

Postkarte, vermutlich aus den 1890er Jahren

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Monumento a Vittorio Emanuele II. – Aufbauphase, Postkarte aus den 1890er Jahren.


Un'altra crisi al monumento a V. Emanuele

Zeitungsausschnitt, 06.03.1907

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Der Zeitungsausschnitt gibt den Protest der Steinmetze gegen die Forderungen der Architekten wieder.


Die Debatte um eine passende Formsprache war mit einer Abfolge von Artikeln über Skandale, Polemiken und Streitigkeiten verbunden, die jeden Schritt des Projektes – vom Entwurf bis zur Realisierung – begleiteten. Auf diese Weise blieb das Monument in aller Munde und im Bewusstsein der Bevölkerung präsent.



Ugo Ojetti, "Pel monumento a Vittorio Emanuele II in Roma", in: Corriere della Sera, 01.03.1907

Zeitungsausschnitt, 01.03.1907

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Ugo Ojetti, Pel monumento a Vittorio Emanuele II in Roma, Corriere della Sera, 01.03.1907.


Mit einer Reihe von Artikeln berichtete Ugo Ojetti ab 1907 selbst in der Nationaltageszeitung "Corriere della Sera" über den Fortschritt des Baus. Für seine Texte nutzte er Informationen, die er aus den gesammelten Artikeln gezogen hatte. Dabei polemisierte er gegen eine Reihe von Entwürfen, die  von der Kommission bereits genehmigt worden waren. Besonders wetterte er gegen die Verschwendung nationaler Ressourcen, welche seiner Ansicht nach durch die verzögerte Fertigstellung in Folge von Fehlentscheidungen entstanden war.



I Libri. Il monumento a Vittorio Emanuele

Zeitungsausschnitt, 18.4.1907

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Buchvorstellung von Ojettis Sammelband "Il monumento a Vittorio Emanuele in Roma e le sue avventure" aus dem Jahr 1907.


Seine zunächst in Zeitungsartikeln veröffentlichten Überlegungen gab Ojetti in einer Publikation mit dem Titel "Il monumento a Vittorio Emanuele in Roma e le sue avventure" heraus. Die Wortwahl "und seine Abenteuer" unterstreicht die turbulente Geschichte dieses Denkmales. Ojetti weist auf Fehler hin, die die politisch-administrative-künstlerische Kommission in den 1910er Jahren begangen habe, um den Bau zu beschleunigen und das Denkmal bis 1911 – dem 50. Jubiläum der Einheit Italiens – einweihen zu können.



Entwurfsplan zur Anlegung von Via della Conciliazione

Attilio Spaccarelli und Marcello Piacentini, Entwurf, 1936

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Via della Conciliazione

Nach den Lateranverträgen von 1929 sollte eine 'Straße der Versöhnung' Vatikan und Italienisches Königreich nicht nur topografisch, sondern auch symbolisch miteinander verbinden. Ojetti verfolgte die Entstehung der monumentalen Straße zwischen Engelsburg und Petersdom ab 1934 mit großem Interesse und verfasste zum Thema verschiedene Zeitungsartikel, in denen er hauptsächlich die Entwürfe der beauftragten Architekten Marcello Piacentini und Attilio Spaccarelli unterstützte.



Blick auf die ,spina’ von Osten

Foto, vor 1936

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Im Bleistift ist die Silhouette des Petersdoms aufgetragen, um zu studieren, wie der Bereich nach dem Abriss der 'spina' wirken würde.


Bis in die 1930er Jahre waren Engelsburg und Petersplatz durch zwei schmale Straßen miteinander verbunden – den Borgo Vecchio und den Borgo Nuovo. Zwischen den beiden Straßen stand eine Reihe von Baublöcken, die 'spina' genannt wurde. Trotz des Widerstandes zahlreicher Denkmalpfleger war der Abriss der 'spina' im Juni 1936 von Mussolini sowie dem Papst genehmigt worden. Am 29. Juli 1936 veröffentlichte Ugo Ojetti in der nationalen Tageszeitung Corriere della Sera den Artikel "San Pietro e i Borghi", in dem er die Entscheidung der Niederlegung befürwortete. 



Lageplan des Borghi-Gebiets

Governatorato di Roma, Plan, 1935

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Lageplan des Borghi-Gebiets um 1934, Governatorato di Roma. Abriss- und Wiederaufbaumaßnahmen sind in Gelb bzw. Rot verzeichnet.


Brief von Attilio Spaccarelli an Ugo Ojetti vom 3. Juni 1937

Brief

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Brief von Attilio Spaccarelli an Ugo Ojetti vom 3. Juni 1937.


Die Dokumente des Nachlasses zeigen, dass Ojetti in ständigem Kontakt mit den Architekten stand. Sie hielten ihn über Veränderungen der Pläne auf dem neuesten Stand und ließen sich zugleich von Ojetti beraten. Am 03. Juni 1937 schrieb Attilio Spaccarelli an Ojetti einen Brief, in dem er die Ausrichtung der Straße sowie die Notwendigkeit einer Trennung von Straße und Petersplatz begründet. Diese, als 'Unterbrechung' bezeichnete architektonische Trennung nahm in den Entwürfen die Form einer Kolonnade an.



Entwurf für ein ,interrompimento' auf Höhe des Palazzo Cesi

Attilio Spaccarelli, Marcello Piacentini, Entwurf, 1936

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Attilio Spaccarelli und Marcello Piacentini, Entwurf von 1937. Anmerkung rechts "in der letzten Gipsskizze haben wir Kapitelle und Basen angebracht".


In einem frühen Entwurf dieser Kolonnade sind die Pfeiler vollkommen schlicht gehalten. Auf dem Transparentpapier, das über das Foto des Entwurfes geklebt ist, fügten die Architekten den Pfeilern mit rotem Buntstift Basen und Kapitelle hinzu und erläuterten diese Veränderung. Offensichtlich hatte Ojetti auf eine klassischere Formensprache bestanden.



Modell eines ,interrompimento’ in Form eines Tores

Attilio Spaccarelli, Marcello Piacentini

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Attilio Spaccarelli und Marcello Piacentini, Modell der 'Unterbrechung' in Form eines Tores zur Schließung der Via della Conciliazione in Rom.


Ojetti hatte schon im Juli 1936 die Erwartung geäußert, dass die finale 'Unterbrechnung' entgegen dem ersten Modell von Spaccarelli und Piacentini und in Anlehnung an Berninis Kolonnaden von Skulpturen gekrönt und mit einem päpstlichen Wappen verziert werden müsse. Seine Forderungen schlugen sich, wie an diesem Modell zu sehen, in den weiteren Entwürfen nieder.



Entwurf für die Propyläen

Attilio Spaccarelli, Marcello Piacentini, Entwurf, 1938

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Attilio Spaccarelli und Marcello Piacentini, Entwurf für die Propyläen der Via della Conciliazione, Rom 1938.


Ojetti wendete sich im Juni 1937 mit einem neuen Artikel und einer geänderten Meinung an die Öffentlichkeit: Er präferierte nun an Stelle eines Tores, das die Via della Conciliazione geschlossen und den Dom verdeckt hätte, die Lösung der 'Propyläen'. An diesem Konzept lobte er die visuelle Begrenzung auf den maßgeblich durch Michelangelo gestalteten Mittelteil des Doms und die Trennung von sakraler und profaner Sphäre.



"In Difesa dell’Opera di San Pietro di Roma" – Entwurf des Bildhauers Adriano Benedetti

Zeichnung – Anhang zu einem Brief, 25.11.1938

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Adriano Benedetti, Gegenentwurf zur Gestaltung der Via della Conciliazione in Form eines Schwertes.


Im Teilnachlass sind aber auch andere Meinungen zu dem Thema zu finden. Von den Plänen Piacentini-Spaccarelli zur Errichtung der Propyläen wenig begeistert, brachte der römische Bildhauer Adriano Benedetti seinen Unmut und einen Gegenentwurf zu Papier. Dazu verfasste er einen kämpferischen Brief, den er gemeinsam mit einem Druck seiner Zeichnungen an namhafte Publizisten wie Ojetti schickte. Benedettis Vision ist die Anlage der Straße in Form eines Schwertes als Symbol der Verteidigung des Christentums.



Lageplan des neuen Palazzo Littorio - Entwurf um die Gruppe Vietti-Terragni

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Palazzo Littorio

Sowohl Traditionalisten als auch Modernisten reklamierten für sich, den Faschismus zu repräsentierten und rangen um die Gunst Mussolinis. Mit dem Wettbewerb für den Bau eines neuen Hauptsitz der Faschistischen Partei  und einem pemanenten Ausstellungsraum für die "Mostra della Rivoluzione Fascista" unmittelbar auf dem Forum Romanum schien 1934 der Moment gekommen, eine endgültige Entscheidung herbeizuführen.



Postkarte von Adolfo Coppedè an Ugo Ojetti vom 4.08.1934

Postkarte

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Adolfo Coppedè, Postkarte an Ugo Ojetti vom 04.08.1934 mit der Bitte um Beachtung seines Entwurfs für den Palazzo Littorio in Rom.

Ojettis Rolle

Ojettis Meinung war gefragt. Zahlreiche Architekten sandten ihm Entwürfe zur Begutachtung zu und erhofften sich seine Unterstützung oder zumindest eine Erwähnung in seinen Kritiken.





Wettbewerbsbeitrag für den Palazzo Littorio, Gewinner-Beitrag der Gruppe um Del Debbio (1)

Fotografie

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Del Debbio/Foschini/Morpurgo, Wettbewerbsbeitrag Palazzo Littorio, Rom 1934. Blick auf die Loge für Mussolini.


Beitrag der Gruppe Del Debbio

Die Gewinner beider Runden, 1934 und 1937, waren die Architekten Enrico Del Debbio, Arnaldo Foschini und Vittorio Ballio Morpurgo. Mit einer streng neoklassizistischen Formensprache bewegt sich ihr Entwurf auf der Linie des tonangebenden Marcello Piacentini und seinem 1936 eröffneten Rektoratsgebäude der Universitätsstadt in Rom.



Wettbewerbsbeitrag für den Palazzo Littorio, Gewinner-Beitrag der Gruppe um Del Debbio (2)

Fotografie

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Ojettis Urteil: "Einer der bemerkenswertesten und ausgewogensten Beiträge. Die Fensterreihen bilden einen Rhythmus auf der großen glatten Steinmauer, die so hoch ist wie die gegenüberliegende Basilika und die benachbarten Monumente würdig begleitet, ohne sie zu verletzen."



Gruppe um Vietti, Wettbewerbsbeitrag Palazzo Littorio, Projekt A, Rom 1934

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Gruppe um Luigi Vietti, Wettbewerbsbeitrag Palazzo Littorio, Rom 1934. Projekt A, Blick von der Via dell'Impero auf Mussolinis Rednertribüne.


Beiträge der Gruppe Vietti

Die rationalistische Gruppe um Luigi Vietti und Giuseppe Terragni beteiligte sich mit zwei Varianten am Wettbewerb. Projekt A stellt der Maxentiusbasilika eine massive Wandscheibe gegenüber. Projekt B besteht aus einem aufgeständerten horizontalen Verwaltungsbau, im rechten Winkel durchstoßen von einem gerasterten Ausstellungsbau. Letzterer erinnert an Terragnis Casa del Fascio in Como.



Gruppe um Luigi Vietti, Wettbewerbsbeitrag Palazzo Littorio, Rom 1934. Projekt A, Rückseite mit Erläuterungen von Luigi Vietti

Fotografie

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Gruppe Vietti/Terragni u.a., Wettbewerbsbeitrag Palazzo Littorio, Rom 1934. Projekt A, Rückseite mit Erläuterungen von Luigi Vietti.


Luigi Vietti war es wichtig, dass Ojetti die Wirkung der Rednertribüne richtig erfasste. Auf der Rückseite der Fotografie erläuterte er Ugo Ojetti handschriftlich das inszenatorische Konzept der Anlage: Vom Portikus aus solle Mussolini die Massen entlang der Via dell'Impero überblicken - das Volk dagegen solle den "Duce" erhöht, gegen den Himmel wahrnehmen.



Gruppe um Luigi Vietti, Wettbewerbsbeitrag Palazzo Littorio, Rom 1934. Projekt A, Blick von Mussolinis Rednertribüne auf die Via dell'Impero.

Fotografie

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Gruppe um Luigi Vietti, Wettbewerbsbeitrag Palazzo Littorio, Rom 1934. Projekt A, Blick von Mussolinis Rednertribüne auf die Via dell'Impero.


Wettbewerbsbeitrag für den Palazzo Littorio, Entwurf der Gruppe um Vietti, Terragni und Lingeri (1)

Fotografie

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Gruppe Vietti/Terragni, Wettbewerbsbeitrag Palazzo Littorio, Rom 1934. Projekt B, Blick auf den Verwaltungsbau entlang der Via dell'Impero.


Kopie von Wettbewerbsbeitrag für den Palazzo Littorio, Entwurf der Gruppe um Vietti, Terragni und Lingeri (2)

Fotografie

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Ojettis Urteil: "Dass diese Konstruktionen ein Zeichen 'von Größe und Macht' sind und dass sie einen 'dauerhaften Charakter' haben, bezweifeln wir. Dass sie 'einen universellen Charakter' haben, aber im einfachen Sinne von international, d.h. überall gleich, wissen wir. Dass sie hier an der Via dell'Impero die 'Kontinuität der Tradition Roms' repräsentieren können, oder jedenfalls der Kunst, und zwar der italienischen Kunst, bestreiten wir."



Bericht des Italienischen Botschafters in Berlin, Vittorio Cerruti, über eine Ausstellungsrezension der Mailänder Triennale von Gustav Eberlein in der Nürnberger Zeitung vom 9. September 1933.

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Internationaler Antimodernismus

Ojetti suchte auf allen Seiten nach Verbündeten im Kampf gegen abstrakte Kunst und Rationalismus. Regelmäßig ließ er sich aus Deutschland berichten, wie nationalsozialistische Kunst definiert wurde, und auch aus Afrika erreichten ihn Briefe, die ihn in seiner antimodernen Haltung bestätigten.



Korrespondenz Ojetti - ital. Botschaft Berlin

Brief

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Der italienische Botschafter in Berlin berichtet, dass es bisher keine offizielle nationalsozialistische Kunst gebe.


Gegen den Rationalismus

In den 1930er Jahren suchte Ojetti den Schulterschluss mit Deutschland. Auf Ojettis Nachfrage berichtete der italienische Botschafter in Berlin, Vittorio Cerruti, Alfred Rosenberg habe die rationalistische "Mostra della Rivoluzione Fascista" als "zersetzend" eingestuft, die Schließung des Bauhauses in Dessau befürwortet.



Italienischer Zeitungsbericht von Hitlers Rede auf dem Nürnberger Reichsparteitag vom 6. September 1934

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Italienischer Zeitungsbericht von Hitlers Rede auf dem Nürnberger Reichsparteitag vom 6. September 1934.


Gegen den Kubismus

In Ugo Ojettis Sammlung zum Thema "Architettura moderna" findet sich dieser Zeitungsbericht zu Hitlers Rede auf dem zweiten Reichsparteitag in Nürnberg im September 1934. Eine auf Blut und Rasse gegründete nationalsozialistische Ästhetik vermeide Neues um der Neuigkeit willen, worunter insbesondere Kubismus und Futurismus gezählt werden. Gegen diese Strömungen polemisierte auch Ugo Ojetti.



Anonymer Brief aus Alessandria (Ägypten) an Ugo Ojetti vom 12. Mai 1933

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Anonymer Brief aus Alessandria (Ägypten) an Ugo Ojetti vom 12. Mai 1933.

Italianità in Afrika

Nicht nur im italienischen Kernland, auch in Afrika wurde um eine genuin nationale Formensprache gestritten. Aus Ägypten erreichte Ojetti 1933 ein anonymer Brief, in dem sein Urteil zum Bahnhof von Florenz gewürdigt und die rationalistische Architektur der italienischen Schule in Alessandria kritisiert wird. Der Autor befürchtete, Italien könne im Wettbewerb mit europäischen, arabischen und afrikanischen Bauformen schlecht abschneiden.





RIO DI NOALE - Eventuali prospetti risultanti a lavori eseguiti verso Sud-Est

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Der Sanierungsplan Venedigs

Während des Faschismus erfuhr Venedig eine massive Umgestaltung. Die Erweiterung zu einem „Großvenedig“ sollte die wirtschaftliche und politische Macht des Faschismus stützen. Erneut standen sich Traditionalisten und Modernisten gegenüber. Venedig sollte modernisiert werden, durfte aber niemals seine einzigartige "Venezianità" verlieren. Der vorgelegte Sanierungsplan wurde von Ojetti 1939 persönlich vor Ort untersucht. 



Zeitungsartikel "Il piano di risanamento di Venezia. Rispetto della fisionomia tipica e tradizionale della pittoresca città"

15.09.1939

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Die Denkmalpflegekommission unter Leitung Ojettis fordert, die typische Physiognomie der malerischen Stadt zu bewahren.


Ojettis Berufung

Die nationale Denkmalkommission wurde von Minister Bottai 1939 nach Venedig berufen, um über die Umsetzung des von Eugenio Miozzi erstellten Sanierungsplans zu beraten. Neben Ugo Ojetti gehörte dieser Kommission auch Gustavo Giovannoni an, der sich seit den 1910er Jahren für ein behutsames "Auslichten" der historischen Städte einsetzte und Miozzis Plan im Vorfeld kritisiert hatte.



Distribuzione delle case inabitabili in Venezia nel 1935

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Kartierung der als unbewohnbar eingestuften Häuser von Venedig. Veröffentlicht im Bericht zum kommunalen Sanierungsplan von Eugenio Miozzi von 1939.


Ugo Ojetti, Handschriftliche Notizen zu Eugenio Miozzis Sanierungsplan, Venedig 1939

handschriftl. Notizen

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In Ojettis Notizen zum Regulierungsplan von Venedig findet auch der Rio di Noale Erwähnung.


Ojettis Urteil

Abgesehen von wenigen Ausnahmen lehnte Ojetti die allgemeine Verbreiterung von Kanälen ab, um die „pittoreske“ Physiognomie Venedigs zu erhalten. Lediglich der Verbreiterung des Binnenkanals Rio di Noale zu einer von Wasserbussen befahrbaren Straße stimmte er zu.



Plan des Rio di Noale in Venedig im Zustand von 1939

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Plan des Rio di Noale im Zustand von 1939.


Rio di Noale

Die von Eugenio Miozzi vorgeschlagene Ausweitung der Wasserstraße Rio di Noale auf mindestens 20 Meter Breite hätte zum Abriss zahlreicher Gebäude geführt und wurde schlussendlich nicht umgesetzt.



Graphik der abzureißenden Fläche für die Erweiterung des Rio di Noale

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Freie Universität zu Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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RIO DI NOALE.jpg
Geplante Verbreiterung des Rio di Noale. Die rote Färbung der Grafik markiert die Fläche der Häuser, die abgerissen werden sollten. 


Plan Paduas vor dem Wettbewerb

Duilio Torres, Guido Spellanzon, Carlo Keller, Vittorio dalla Porta, 1932, Padua

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Altstadterneuerung Paduas

In den 1920er Jahren etablierte sich in Italien der Städtebau als eigene Disziplin. Im Zuge dieser Institutionalisierung wurden in zahlreichen Städten Wettbewerbe für einen kommunalen Regulierungsplan ausgeschrieben. Der Wettbewerb selbst lag in den Händen der Kommune, in den Juries saßen Mitglieder des nationalen faschistischen Architektensyndikats und auch staatliche Denkmalpfleger wurden einbezogen. Der Berliner Teilnachlass gibt Aufschluss über Ojettis Rolle als Vorsitzender der Wettbewerbsjury in Padua.



Ausschreibung des Wettbewerbs für den Regulierungsplan Paduas

18.08.1932, Padua

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Ausschreibung des Wettbewerbs für den Regulierungsplan für Padua vom 22.09.1932.


Die Regulierungspläne für Padua (1922/1925) sahen großflächige Abrisse der historischen Bausubstanz, die Anlegung von breiten Straßen und Plätzen sowie den Neubau von Baublöcken durch eine private Baugesellschaft vor. Als Reaktion auf die anhaltende Kritik schrieb der Podestà Paduas im August 1932 einen neuen Wettbewerb aus und benannte Ugo Ojetti als erstes Jurymitglied. In der Ausschreibung wurde explizit vermerkt, dass großflächige Abrisse zu vermeiden und die Methode der behutsamen Altstadterneuerung anzuwenden seien.



Handschriftliche Notizen Ojettis

1933, Padua

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Ugo Ojetti, Notizen zur Abstimmung über die Platzierung der Preisträger, Padua 1933.


Ergebnisse

Nachdem die Kommission alle 15 eingereichten Beiträge begutachtet hatte, veröffentlichte  der Podestà Paduas 1933 die Liste der Preisträger des Wettbewerbs: 1. Preis: Gruppe Torres; 2. Preis: Gruppe Muranon; 3. Preis Gruppe Piccinato sowie Gruppe Rossi. Ein Blatt in der Mappe zeugt davon, dass Ojetti die Stimmabgabe protokollierte. Dabei fällt auf, dass der Entwurf "Borgomagno" erst später hinzugefügt wurde.


Bericht

Torres, Spellanzon, Keller und Della Porta , 1933, Padua

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Torres, Spellanzon, Keller, Della Porta, Bericht zum eingereichten Entwurf für den Regulierungsplan für Padua von 1933.


Der Gewinnerbeitrag der Architektengruppe um Duilio Torres überzeugte die Jury durch pragmatische Lösungen für die inner- und außerstädtische Verkehrsführung sowie die behutsame Erneuerung der Altstadt. Durch eine Verbreiterung der zentralen Hauptachse sowie die Freilegung des Bahnhofsareals sollten Abrisse im übrigen Stadtgewebe vermieden und somit weitere Konflikte um die historische Bausubstanz abgewendet werden.



Torres, Spellanzon, Keller, Della Porta, Bericht zum eingereichten Entwurf für den Regulierungsplan für Padua von 1933, Tafel 11 und 12.

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Freie Universität Berlin, Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts

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Gruppe um Duilio Torres, geplante Hauptachse des öffentlichen Nahverkehrs (Tafel 11) und zu schonende Gebäude (Tafel 12).


Titelseite von: Ugo Ojetti, In Italia, l'arte ha da essere italiana? A. Mondadori, Mailand 1942

23.09.1934

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Staatsbibliothek Berlin, Potsdamer Straße

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Relevanz

Der Titel von Ugo Ojettis letztem Buch aus dem Jahr 1942 lautete: "Muss Kunst in Italien italienisch sein?" Diese Frage ist heute wieder hoch aktuell. Identitätspolitik ist nicht nur in Italien ein vieldiskutiertes Thema. Die Auseinandersetzung mit Ojettis Nachlass bietet vor diesem Hintergrund Gelegenheit, alte und neue Indienstnahmen von Kunst und Architektur kritisch zu überprüfen.

Dank

Viele Personen haben zum Gelingen der Ausstellung beigetragen. Besonderen Dank schulden wir Prof. Dr. Marta Nezzo von der Universität Padua, die großzügig mit uns ihr unerschöpfliches Wissen zu Ugo Ojetti und dem Schicksal seines Nachlasses geteilt hat.

Für die freundliche Zusammenarbeit und Bereitstellung von Bildmaterial bedanken wir uns bei Clementina Conte und Susanne Meurer vom Archiv der GNAM in Rom sowie bei David Speranzi von der italienischen Nationalbibliothek in Florenz.

Unser Dank gilt des Weiteren Dr. Birgit Rehse und Josepha Schwerma vom Universitätsarchiv der FU Berlin sowie den Eheleuten Börsch-Supan für ihre Unterstützung bei der Auffindung von Dokumenten zur Geschichte des KHI.



Eine virtuelle Ausstellung von

Die Ausstellung "Waffen der Kunst" entstand  im Rahmen eines Projektseminars zum Nachlass des italienischen Kunstkritikers Ugo Ojetti durch Studierende des Kunsthistorischen Instituts der Freien Universität Berlin.

Team

Konzeption der einzelnen Unterkapitel und Einrichtung der Ausstellung:

Kapitel 1: Inés Doria Estrada, Nelly Feldheim, Julian Ketels

Kapitel 2: Marie-Sophie Czech, Philipp Hubert, Pia Roskwitalski, Paula Runiewicz

Kapitel 3: Emily Oberkönig, Jeanne Lehmann, Stefano Veronese

Leitung und Gesamtredaktion: Dr. Christine Beese

Erstellt mit :
DDB Studio
Ein Service von:
DDB Studio

Diese Ausstellung wurde am 14.08.2023 veröffentlicht.



Impressum

Die virtuelle Ausstellung Die Waffen der Kunst wird veröffentlicht von:

Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin


Koserstraße 20, 14195 Berlin


gesetzlich vertreten durch

Freie Universität Berlin - vertreten durch den Präsidenten

Telefon:
Fax:
E-Mail:  

Kunsthistorisches-Institut@GeschKult.FU-Berlin.DE

Inhaltlich verantwortlich:

Dr. Christine Beese, KHI FU Berlin, Koserstraße 20, 14195 Berlin

Kurator*innen:

Dr. Christine Beese, Marie-Sophie Czech, Inés Doria Estrada, Nelly Feldheim, Philipp Hubert, Julian Ketels, Jeanne Lehmann, Emily Oberkönig, Pia Roskwitalski, Paula Runiewicz, Stefano Veronese

 

Rechtliche Hinweise:
Die Deutsche Digitale Bibliothek verlinkt die virtuelle Ausstellung auf ihrer Internetseite https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/virtuelle-ausstellungen. Dabei wurde auf die Vertrauenswürdigkeit der Institution, welche die Ausstellung veröffentlich hat sowie die Fehlerfreiheit und Rechtmäßigkeit der virtuellen Ausstellung besonders geachtet. Der auf dieser Internetseite vorhandene Link vermittelt lediglich den Zugang zur virtuellen Ausstellung. Die Deutsche Digitale Bibliothek übernimmt keine Verantwortung für die Inhalte der virtuellen Ausstellung und distanziert sich ausdrücklich von allen Inhalten der virtuellen Ausstellung, die möglicherweise straf- oder haftungsrechtlich relevant sind oder gegen die guten Sitten verstoßen. 

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Hosting und Betrieb:  
FIZ Karlsruhe - Leibniz Institut für Informationsinfrastruktur GmbH



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