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Personaggi | Persönlichkeiten

Der Abstieg der Mädchen von den Vasen

Eine virtuelle Ausstellung von

01
Die Polis. Zonen des kulturellen und sozialen Raums

Die Polis Athen war in drei verschiedene geographische Räume unterteilt, die unterschiedlich genutzt wurden. Am Rande der Polis befand sich die eschatiá, der unbebaute Raum, wo die Tiere weideten, in der chora lagen die Gerstenfelder und Olivenbaumpflanzungen und wurde Wein angebaut; die asty, die eigentliche Stadt oder Burg, bildete das politische und kultische Zentrum. Auch wenn Frauen und Männer unterschiedliche Verweilorte und Kommunikationsräume hatten, so waren doch beide Geschlechter gleichermaßen in einem räumlichen ‚Drinnen‘ wie ‚Draußen‘ anzutreffen.

The polis of Athens was divided into three different geographical areas that were used for different purposes. At the edge of the polis was the eschatiá, the uncultivated area where animals grazed, in the chora were the barley fields and olive groves and wine was cultivated; the asty, the actual city or castle, formed the political and cultic centre. Even if women and men had different places of residence and communication spaces, both genders were to be found equally in a spatial 'inside' and 'outside'.

02
Bürgerinnen und Bürger im antiken Athen

03
Die Eschatià – Die Welt des Pan und der Nymphen

04
Frauen- und Männerarbeit auf dem Feld und im Garten

Dort, wo die die Gerstenfelder lagen und die Olivenbäume standen, wo Wein und das Gemüse angebaut wurde, in der chora und im Garten (kepos), waren Frauen weniger gefährdet. Der Getreideanbau war der Göttin Demeter heilig; ihr zu Ehren feierten Frauen unter Ausschluss der Männer zur Zeit der Aussaat des Getreides die Thesmophorien. Reine Männerfest kreisen um das Schlachten von Rindern zur Zeit des ersten Pflügens (Bouphonia). Die Produkte der Mühen auf dem Feld galten als Gaben der Götter. Agrarisches und religiösen Verhalten waren daher eng verknüpft. Es gibt nur wenige Vasenbilder, die landwirtschaftliche Arbeit thematisieren. Die kleine Salbflasche zeigt uns Frauen bei der Obsternte.

Women were less at risk where the barley fields were located and the olive trees stood, where wine and vegetables were grown, in the chora and in the garden (kepos). The cultivation of grain was sacred to the goddess Demeter; in her honour, women celebrated the Thesmophoria at the time of sowing the grain to the exclusion of men. Purely male festivals revolved around the slaughter of cattle at the time of the first ploughing (Bouphonia). The products of labour in the fields were regarded as gifts from the gods. Agricultural and religious behaviour were therefore closely linked. There are only a few vase paintings that thematise agricultural work. The small ointment bottle shows us women harvesting fruit.

05
Agora, Akropolis, Tempel: Weibliche Daseinsbekundung im Kult

06
Frauenorte – Männerorte

07
Mädchenerziehung durch Tanz und Spiel

08
Frauenarbeit – Textilarbeit

09
Brunnenhaus und Grabmäler: Sehen und gesehen werden?

10
Keine Liebesheiraten

11
Ehefrau oder Gefährtin

12
Frauen und der Krieg

13
Der Abstieg von den Vasen

14
Das Spiel der Mädchen

Fazit

„Personaggi | Persönlichkeiten“ wirft mit Hilfe der künstlerischen Interpretation einen Blick auf die Lebensumstände von Mädchen und Frauen in der griechischen Antike. Es fragt danach, wie sich die Geschlechterrollen, gesellschaftlichen Normen und Handlungsräume der einzelnen Geschlechter bis in die Gegenwart verändert haben. Es schickt uns auf eine lange Reise, die auch in absehbarer Zeit noch nicht beendet sein wird.

With the help of artistic interpretation, "Personaggi | Personalities" takes a look at the living conditions of girls and women in ancient Greece. It asks how the gender roles, social norms and spheres of action of the individual sexes have changed up to the present day. It sends us on a long journey that will not be over in the foreseeable future.