Sammlung mit Geschichte
Provenienzforschung zu Enteignungen in SBZ und DDR am Deutschen Historischen Museum
Eine virtuelle Ausstellung von
Eine Ausstellung zum Internationalen Tag der Provenienzforschung
Dem Deutschen Historischen Museum (DHM) wurden 1990 die Sammlungen des zentralen Geschichtsmuseums der DDR, des Museums für Deutsche Geschichte (MfDG) übertragen. Dieser Umstand hat zur Folge, dass sich heute in einer einzigen Museumssammlung sowohl die Rolle eines DDR-Museums als auch die eines Museums aus der BRD im Umgang mit enteigneten Objekten aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR ablesen lässt.
In unserer Ausstellung geben wir zunächst eine kurze Einführung zu zwei Entzugskontexten der Zeit zwischen 1945 und 1990, die wir mit Beispielen enteigneter Objekte aus der Sammlung DHM veranschaulichen.
Anschließend beleuchten wir zwei zentrale staatliche Akteure, die an der "Verwertung" entzogenen Privateigentums beteiligt waren, und werfen einen Blick auf die Beziehung des DHM und des MfDG zu diesen beiden Akteuren.
Informationen über die verwendeten Medien
Zeughaus Berlin
Deutsches Historisches Museum Zeughaus
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Deutsches Historisches Museum, Berlin / Foto: Ulrich Schwarz
Angaben zum Objekt
Typ
Fotografie
Thema
Museum
Abmessung/Umfang
92,5 x 118 cm
Material/Technik
Fotografie
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
2005
Ort
Berlin
Deutschlands nationales Geschichtsmuseum
Das Deutsche Historische Museum ist eines der größten Geschichtsmuseen der Welt.
Es wurde 1987 von der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Berlin gegründet. Im Rahmen des Vertrags zur deutschen Wiedervereinigung wurden die Gebäude und Sammlungen des Museums für Deutsche Geschichte in Ost-Berlin, zu der auch die Sammlung des Berliner Zeughauses gehörte, in den Besitz des Deutschen Historischen Museums überführt. So wurde das DHM mit der Wiedervereinigung 1990 zu einem gesamtdeutschen Museum für Geschichte.
Informationen über die verwendeten Medien
DHM Mitarbeiterinnen
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Deutsches Historisches Museum / Foto: Yves Sucksdorff
Provenienzforschung am DHM
Die Sammlung des DHM bildet die Geschichte des Hauses ab. Die etwa eine Million Objekte der deutschen Geschichte unterschiedlichster Art vom Spätmittelalter bis zur unmittelbaren Gegenwart stammen demzufolge aus Beständen des preußischen Zeughauses, des MfDG und den Erwerbungen des DHM seit 1987.
Die Provenienzforschung am DHM unterteilt sich in die proaktive Bestandsforschung sowie in die projektbasierte Grundlagenforschung zu Kulturgutentzügen in SBZ und DDR.
Proaktive Bestandsforschung
Die Provenienzforschung am DHM widmen sich in der systematischen Bestandsforschung hauptsächlich den beiden Schwerpunktbereichen:
1. NS-Raubgut: Die Enteignungen von Kulturgütern in Folge der Entrechtung, Verfolgung, Vertreibung und Ermordung von Jüdinnen und Juden in der Zeit des Nationalsozialismus bilden einen Schwerpunkt der Provenienzforschung, darüber hinaus werden weitere Kontexte verfolgungsbedingten Entzugs recherchiert.
2. Kunst- und Kulturgutentzug während der sowjetischen Besatzung und in der DDR. Dieses ebenfalls große Forschungsfeld ergibt sich maßgeblich aus der Übergabe der Sammlungen des nationalen Geschichtsmuseums der DDR, dem Museum für Deutsche Geschichte, an das DHM.
Grundlagenforschung SBZ/DDR
Die systematische Erforschung des Kunst- und Kulturgutentzuges in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR ist nach wie vor ein Desiderat der Provenienzforschung.
Noch immer unzureichend erforscht sind auch die Abläufe, Strukturen, Netzwerke und Akteure der Enteignungen. Das Deutsche Historische Museum hat einen Schwerpunkt auf die Entzugskontexte in SBZ und DDR gelegt. Damit leistet das DHM einen wichtigen Beitrag zur Grundlagenforschung.
Einblicke in die Provenienzforschung DHM
In diesem Film zur Provenienzforschung am DHM werden die speziellen Forschungsaspekte anhand von Fallbeispielen vorstellt.
Informationen über die verwendeten Medien
ingang zum Museum für Deutsche Geschichte im Zeughaus Unter den Linden
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Stiftung Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Thema
Museum Zeughaus Museum für Deutsche Geschichte (MfDG)
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 13 x 18 cm
Material/Technik
Fotopapier, Karton, s/w-Abzug
Identifikator
BA 90/5184
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
um 1965
Ort
Berlin [historisch: Berlin (Ost)], Deutschland [historisch: Deutsche Demokratische Republik]
Das zentrale Geschichtsmuseum der DDR
Das Museum für Deutsche Geschichte (MfDG) wurde 1950 auf Betreiben des Zentralkommites der SED offiziell gegründet und 1952 eröffnet. Es sollte der Bevölkerung ein neues Geschichtsbild im Sinne der marxistisch-leninistischen Geschichtsschreibung vermitteln. Dafür benötigte es in großem Umfang adäquate Ausstellungsstücke, da es hauptsächlich über die Militariabestände aus der Sammlung des alten Berliner Zeughauses verfügte.
Das Museum setzte in seiner Aufbauphase alles daran, den schnellen Erwerb ausstellungsfähiger Objekte für seine Sammlung voranzutreiben.
Informationen über die verwendeten Medien
Das Museum für Deutsche Geschichte im Flaggenschmuck
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Stiftung Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Postkarte
Thema
Museum Berlin - Hauptstadt der DDR Museum für Deutsche Geschichte Unter den Linden
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 10,5 x 14,8 cm
Material/Technik
Druckfarbe (mehrfarbig), Karton, Farboffset
Identifikator
PK 90/6143
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1988
Ort
Berlin, Deutschland [historisch: Deutsche Demokratische Republik]
Informationen über die verwendeten Medien
Das Kommunistische Manifest in der ersten Sonderausstellung "Karl Marx" im Museum für Deutsche Geschichte
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Deutsches Historisches Museum/ Foto: Foto Brüggemann?
Angaben zum Objekt
Typ
Negativ
Thema
Museum Ausstellung
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 23,7 x 17,8cm
Identifikator
F 56/1823
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1955
Ort
Berlin, Deutschland [historisch: Deutsche Demokratische Republik]
Staatliche Unterstützung beim Sammlungsaufbau
Durch den Beschluss des ZK der SED wurde festgelegt, dass das MfDG durch diverse staatliche Institutionen und Organisationen Unterstützung beim Aufbau seiner Sammlung erhalten sollte. Darunter waren die Ministerien der DDR, die verschiedenen Massenorganisationen oder die Räte der Städte, Kreise und Bezirke. Diese trugen zum Aufbau der Sammlungen bei, indem sie dem Museum Objekte schenkten, überwiesen und machmal auch verkauften. Persönliche Gegenstände von führenden Kommunisten wie Karl Liebknecht und Ernst Thälmann galten als Höhepunkte der Ausstellung.
Durch die Zusammenarbeit mit den staatlichen Institutionen der DDR profitierte das Museum auch von den Enteignungen der Bodenreform und dem Entzug von Eigentum im Zusammenhang mit der Flucht aus der DDR, der sogenannten Republikflucht.
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Blatt mit 6 Abziehbildern zur Kennzeichnung und Inventarisierung von Volkseigentum
Eigentum des Volkes
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Abmessung/Umfang
8,8 x 13,4 cm
Material/Technik
Papier, gedruckt
Identifikator
DG 90/9756
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
um 1970
Ort
Deutschland [historisch: Deutsche Demokratische Republik]
Sowjetische Besatzungszone und DDR: zwei Arten von Unrecht
Bei der Betrachtung der Entzugskontexte ist zwischen SBZ-Unrecht und DDR-Unrecht zu unterscheiden.
Im Bereich der SBZ zwischen 1945 und 1949 sind für Museen vor allem Kulturgüter relevant, die im Zuge der „Bodenreform“ entzogen worden sind.
Für den Bereich der DDR spielt in der Provenienzforschung der Eigentumsentzug von Personen, die die DDR als sogenannte Republikflüchtige verlassen haben, eine große Rolle. Diese konnten ihr Eigentum auf ihrer Flucht nicht mitführen und mussten es zurücklassen. Es wurde anschließend von staatlicher Seite "verwertet".
Weiterhin ist der Eigentumsentzug durch fingierte Steuerverfahren, innerhalb derer private Kunstsammler*innen mittels konstruierter Steuerschulden enteignet wurden, relevant. Maßgeblich verantwortlich hierfür war die Kunst und Antiquitäten GmbH, die die enteigneten Kulturgüter zur Erwirtschaftung von Devisen in das"Nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet" verkaufte. Bedingt durch diese Exporttätigkeit gelangten entzogene Kulturgüter auch in die Bundesrepublik. Der Kulturgutentzug in der DDR ist deswegen eine gesamtdeutsche Problematik.
Von allen genannten Entzugsmechanismen profitierten auch die Museen der DDR. Das Museum für Deutsche Geschichte bildete hier keine Ausnahme.
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Agitationsplakat zur Bodenreform in der SBZ
Fort mit der Junkerherrschaft!
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Politisches Plakat; Plakat
Thema
Agitation Kollektivierung Bodenreform
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 59,1 x 41,8 cm
Material/Technik
Papier, Litho
Identifikator
P 94/936
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Entwerfer: Monogrammist riho Druckerei: Magistratsdruckerei Berlin
Zeit
zwischen 05.1945 und 1948
Ort
Deutschland [historisch: Deutschland, Sowjetische Besatzungszone]
Kulturgutentzüge in der SBZ: Das Beispiel Bodenreform
Auf dem Gebiet der SBZ wurde durch die sowjetische Besatzungsmacht seit September 1945 eine umfassende Bodenreform durchgeführt. Dabei wurden auf Betreiben der Sowjetischen Militäradministration „NS-Verbrecher“ und Personen, die man teils willkürlich als solche deklariert hatte, sowie Großgrundbesitzer*innen mit Besitz über 100 Hektar Land entschädigungslos enteignet. Darunter fielen auch Schlösser und Gutshäuser samt Inventar.
"Schlossbergungen"
Ein wichtiger Aspekt in Bezug auf Kulturgutverlagerungen waren die sogenannten "Schlossbergungen". Dabei wurden die Inventare der enteigneten Schlösser und Gutshäuser "sichergestellt". Darunter befanden sich umfangreiche Kunstsammlungen sowie ganze Bibliotheken und Archive. Viele dieser entzogenen Kulturgüter wurden an die Museen der SBZ und DDR übergeben.
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Propagandaplakat vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutschlands zur Durchführung der Bodenreform
Jetzt zupacken! Junkerland gehört in Bauernhand
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Politisches Plakat
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 61 x 43,3 cm
Material/Technik
Druckfarbe, Papier, gedruckt
Identifikator
P 77/309.1
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Entwerfer: Monogrammist riho Herausgeber: Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutschlands (ZK der KPD) Druck: Magitratsdruckerei Berlin
Zeit
September 1945
Ort
Deutschland [historisch: Deutschland (Sowjetische Zone)]
Die Umnutzung von Schlössern und Herrenhäusern
Enteignete Schlösser und Herrenhäuser wurden nach der Enteignung nicht selten anderweitig genutzt. In den Gebäuden wurden beispielsweise Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemals deutschen Gebieten in Osteuropa - im offiziellen Sprachgebrauch auch als "Umsiedler" bezeichnet - untergebracht. Weiterhin fanden die Gebäude Verwendung als Schulen oder Kliniken.
Informationen über die verwendeten Medien
Das enteignete Schloss Krumke wird als Lungensanatorium und Erholungsstätte für genesende Flüchtlinge genutzt
Schlösser der Altmark "nun in der Hand des Volkes"
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Rechteinformation
Deutsches Historisches Museum, Berlin
Angaben zum Objekt
Typ
Negativ; Foto
Thema
Bodenreform Enteignung Schloss (Architektur) Flüchtling
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 6 x 6 cm
Material/Technik
Kunststoff, s/w-Negativfilm
Identifikator
Orgel-Köhne 11342/100
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Fotograf: Liselotte Orgel-Köhne
Zeit
zwischen 1945 und 1949
Ort
Osterburg, Deutschland
Informationen über die verwendeten Medien
Leopold von Ranke (1795-1886)
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Gemälde
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 131 x 98 cm (Bild) Höhe: 176 cm, Breite: 143 cm, Tiefe: 13 cm (mit Rahmen)
Material/Technik
Öl, Leinwand, Ölmalerei
Identifikator
Kg 61/1
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Inventor: Julius Friedrich Anton Schrader Maler: Adolf Jebens
Zeit
1876
Ort
Berlin, Deutschland
Von Lodersleben nach Berlin: Der Entzug eines Porträts Leopold von Rankes
Im Januar 1961 übergab das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) dem Museum für Deutsche Geschichte wurde ein Porträt des preußischen Historikers Leopold von Ranke als Geschenk. Durch die proaktive Erforschung der Provenienz konnte die Enteignung des Gemäldes in der Bodenreform belegt werden. Die Herkunft des Bildes lässt sich in diesem Fall von der Enteignung bis zur Überführung ins MfDG nachverfolgen.
Das Porträt
Das Gemälde zeigt den preußischen Historiker Leopold von Ranke (1795-1886). Es wurde 1876 von Adolf Jebens (1819-1888) gemalt.
Bei dem Gemälde im Besitz des DHM handelt es sich um die Kopie des von Julius Schrader (1815-1900) bereits 1868 geschaffenen Werkes, das sich heute in der Alten Nationalgalerie in Berlin befindet.
Informationen über die verwendeten Medien
Leopold von Ranke (1795-1886)
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Gemälde
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 131 x 98 cm (Bild) Höhe: 176 cm, Breite: 143 cm, Tiefe: 13 cm (mit Rahmen)
Material/Technik
Öl, Leinwand, Ölmalerei
Identifikator
Kg 61/1
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Inventor: Julius Friedrich Anton Schrader Maler: Adolf Jebens
Zeit
1876
Ort
Berlin, Deutschland
Informationen über die verwendeten Medien
Inventarbucheintrag des MfDG zum Gemälde "Leopold von Ranke", Inventarnummer Kg 61/1
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Deutsches Historisches Museum
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Museum für Deutsche Geschichte (MfDG)
Zeit
1961
Informationen über die verwendeten Medien
Karteikarte zum Gemälde Leopold von Ranke
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Karteikarte
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Museum für Deutsche Geschichte
Zeit
1961
Ort
Berlin
Informationen über die verwendeten Medien
Leopold von Ranke (1795-1886)_RS
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Gemälde
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 131 x 98 cm (Bild) Höhe: 176 cm, Breite: 143 cm, Tiefe: 13 cm (mit Rahmen)
Material/Technik
Öl, Leinwand, Ölmalerei
Identifikator
Kg 61/1
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Inventor: Julius Friedrich Anton Schrader Maler: Adolf Jebens
Zeit
1876
Ort
Berlin, Deutschland
Die Betrachtung der Gemälderückseite
Auf der Rückseite der Leinwand befindet sich eine Aufschrift mit Informationen zur abgebildeten Person: „Leopold von Ranke. / geb. am 21. Dez. 1795 zu Wiehe. / gest. am 23. Mai 1856 zu Berlin."
Ein Aufkleber birgt den entscheidenen Hinweis
Auf der oberen Leiste des Keilrahmens findet sich ein weißer, rechteckiger Aufkleber. Darauf steht in schwarzer Tinte von Hand geschrieben die Ortsbezeichnung „Lodersleben“.
Der Aufkleber eröffnet einen weiteren Rechercheweg. Das Gemälde hing einst im Schloss Lodersleben (Sachsen-Anhalt). Leopold von Ranke hielt sich häufiger in Lodersleben auf und lebte eventuell auch eine gewisse Zeit im Schloss. Hiermit ist ein biografischer Bezug Rankes zum Schloss Lodersleben gegeben.
1945 wurde das Schloss im Rahmen der Bodenreform enteignet und bis in die 1970er-Jahre als Schule genutzt.
Informationen über die verwendeten Medien
Leopold von Ranke (1795-1886)_Lodersleben Aufkleber
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Gemälde
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 131 x 98 cm (Bild) Höhe: 176 cm, Breite: 143 cm, Tiefe: 13 cm (mit Rahmen)
Material/Technik
Öl, Leinwand, Ölmalerei
Identifikator
Kg 61/1
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Inventor: Julius Friedrich Anton Schrader Maler: Adolf Jebens
Zeit
1876
Ort
Berlin, Deutschland
Die Verlagerung von entzogenem Kulturgut: von Museum zu Museum
Der archivalischen Überlieferung des DHM-Hausarchivs lassen sich ebenfalls Information zur Provenienz des Bildes entnehmen. Durch einen Brief des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle (Saale) an das MfDG vom 24. Januar 1961 ist belegt, dass das Bild am 17. Januar 1961 auf einem LKW von Halle (Saale) nach Berlin verbracht wurde. Über die Herkunft des Porträts ist in dem Schreiben folgendes vermerkt:
„Die Kopie eines Ranke-Bildnisses. Es ist für die Historiker bestimmt. Das Bild, aus der Bodenreform stammend, soll in den Besitz des Museums für Deutsche Geschichte übergehen.“
Das Schreiben legt damit direkt offen, dass es sich um ein Gemälde handelt, dass im Zuge der Bodenreform enteignet worden ist.
Informationen über die verwendeten Medien
Schreiben des Landesmuseums für Vorgeschichtein Halle/Saale an das Museum für Deutsche Geschichte vom 24.1.1961
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Brief
Material/Technik
Papier
Sprache
deutsch
Identifikator
DHM-HArch MfDG/Rot/054, o. Bl.
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
24.1.1961
Ort
Halle (Saale)
Wie kam das Gemälde in das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale)?
Für die Enteignung des Gemäldes im Rahmen der Bodenreform gibt es zudem Belege im Landesarchiv Sachsen-Anhalt (LASA). Demnach wurde das Gemälde am 11. November 1945 in Lodersleben durch den Beauftragten des Landeskonservators der Provinz Sachsen "sichergestellt" und anschließend ins Kulturamt nach Querfurt überführt. Am 29. November 1945 wurde es zusammen mit anderen Objekten mit Ranke-Bezug ins Landesmuseum für Vorgeschichte verbracht. Von dort kam es dann 1961 ans MfDG.
Die Sicherstellung des Bildes
Der Denkmalpfleger der Provinz Sachsen, Heinz Arno Knorr, war durch den Präsidenten der Provinz Sachsen beauftragt, Kunstwerke aus dem Schloss Lodersleben gemäß Befehl 85/1945 der Sowjetischen Militäradministration Deutschlands (SMAD) „zurückzuführen“.
"Zurückführung" bedeutete, dass u.a. Mitarbeiter*innen von Provinzialverwaltungen berechtigt waren, sogenanntes "herrenloses Kulturgut" in Museen einzuliefern.
Informationen über die verwendeten Medien
Bescheinigung des Präsidenten der Provinz Sachsen für Heinz Arno Knorr mit der Beauftragung zur "Rückführung" der Ranke-Sammlung aus Lodersleben, 9.11.1945
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Rechteinformation
Landesarchiv Sachsen-Anhalt
Angaben zum Objekt
Identifikator
Landesarchiv Sachsen-Anhalt, K 10 Ministerium für Volksbildung, Kunst und Wissenschaft, Nr. 7424, Bl 242
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
9.11.1945
Ort
Halle (Saale)
Die Übergabe an das Landesmuseum
In einem von Knorr verfassten Bericht über die "Sicherstellungen" von Kulturgut im Schloss Lodersleben vom 10. November 1945 findet auch das Ranke-Gemälde Erwähnung. In dem Bericht heißt es:
"Am Nachmittag konnte ich dem Landrat in Querfurt aus Lodersleben zur vorläufigen Sicherstellung folgendes zuführen: Ranke-Bilder, darunter das bekannte Ranke-Bild in Kopie, eine Prachtausgabe der Rankeschen Meisterwerke.“
In einer Ergänzung vom 29. November 1945 zu dem zuvor genannten Bericht geht Knorr auch auf den weiteren Verbleib des Bildes ein:
„Ein Teil der Bilder, dabei die Ranke-Kopie und die Ranke-Bücher (Rankes Werke und Werke über Ranke), wurden am 29.11. nach Halle/S. in das Landesmuseum überführt.“
Informationen über die verwendeten Medien
Bericht des Landeskonservators für die Provinz Sachsen, Heinz Arno Knorr, über den Abtransport von Kulturgütern aus dem Schloss Lodersleben aus dem November 1945
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Rechteinformation
Landesarchiv Sachsen-Anhalt
Angaben zum Objekt
Identifikator
Landesarchiv Sachsen-Anhalt, K 10 Ministerium für Volksbildung, Kunst und Wissenschaft, Nr. 7424, Bl 239
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
10.11.1945 / 14.11.1945 / 17.11.1945 / 29.11.1945
Informationen über die verwendeten Medien
Leopold von Ranke (1795-1886)
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Gemälde
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 131 x 98 cm (Bild) Höhe: 176 cm, Breite: 143 cm, Tiefe: 13 cm (mit Rahmen)
Material/Technik
Öl, Leinwand, Ölmalerei
Identifikator
Kg 61/1
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Inventor: Julius Friedrich Anton Schrader Maler: Adolf Jebens
Zeit
1876
Ort
Berlin, Deutschland
Entzogenes Kulturgut erkannt - und zurückübertragen!
Das Gemälde lässt sich zweifelsfrei als entzogenes Kulturgut identifizieren. Im Anschluss an die Provenienzrecherchen konnten mithilfe des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt die Erb*innen der vormaligen Eigentümer des Schloss Lodersleben und damit auch des Ranke-Gemäldes ausfindig gemacht werden. Nach einer Prüfung der Anspruchsberechtigung der Erb*innen konnte das Eigentum am Gemälde auf Grundlage von §5 des Ausgleichsleistungsgesetzes zurückübertragen werden.
Informationen über die verwendeten Medien
Republikflucht
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Politisches Plakat; Plakat
Thema
Agitation Republikflucht
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 84 x 55,5 cm
Material/Technik
Papier, Offset
Identifikator
P 94/1002
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Entwurf: Dewag
Zeit
1958
Ort
Rostock, Deutschland [historisch: Deutsche Demokratische Republik]
Kulturgutentzüge in der DDR: Das Beispiel "Republikflucht"
Ein für die DDR spezifischer Unrechtskontext, der zum Entzug von Kulturgütern führte, war die sogenannte Republikflucht. Als "Republikflüchtling" galt, wer das Gebiet der DDR oder Ost-Berlins ohne vorherige behördliche Genehmigung oder vorherige polizeiliche Abmeldung verließ. Menschen, die aus der DDR flohen, mussten ihr Eigentum zurücklassen. Dieses wurde durch die staatlichen Organe eingezogen.
Erste Gesetze zum Eigentumsentzug bei "Republikflucht" 1952
Bis zur Gründung der Bezirke 1952 war die Behandlung des zurückgelassenen Vermögens der sogenannten Republikflüchtigen auf Länderebene eigenständig geregelt. Das mobile und immobile Gut der „Geflohenen“ wurde gesichert, erfasst und unter Abwesenheitspflegschaft gestellt. Der/ Die Abwesenheitspfleger*in hatte die Aufgabe, die gesicherten Objekte umgehend zu verwerten und den Erlös der Staatskasse zuzuführen.
Mit der „Verordnung zur Sicherung von Vermögenswerten“ vom 17. Juni 1952 wurde eine für die gesamte DDR gültige Praxis verfasst. Gemäß der Verordnung war das Vermögen der „Republikflüchtigen“ zu beschlagnahmen und zugunsten der Staatskasse zu verkaufen. Ein Jahr später fand mit der „Verordnung über die in das Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik und den demokratischen Sektor von Groß-Berlin zurückkehrenden Personen“ vom 11. Juni 1953 eine Anpassung statt.
Beschlagnahmtes Eigentum von in die DDR zurückkehrender Personen sollte zurückgegeben werden.
Waren die Objekte bei einem Rückgabeanspruch bereits verkauft, erhielten die Eigentümer*innen den erzielten Erlös, abzüglich der Kosten, die dem Staat für die Beschlagnahme entstanden waren.
Eigentumsentzug nach "Republikflucht" ab 1953
Die „Anordnung Nr. 2 über die Behandlung des Vermögens von Personen, die die Deutsche Demokratische Republik nach dem 10. Juni 1953 verlassen haben“ vom 20. August 1958 hob die Anordnung vom Dezember 1953 auf und ordnete staatliche Treuhandverwaltung für das Vermögen von „Fluchtfällen“ nach dem 10. Juni 1953 an. Diese staatliche Treuhandverwaltung unterstand der Autorität der jeweils zuständigen Räte der Städte, Kreise oder Gemeinden, Abteilung Finanzen – Staatliches Eigentum. Diese "verwerteten" die eingezogenen Wertgegenstände anschließend, wodurch sie unter anderem auch in Museen der DDR gelangten.
Informationen über die verwendeten Medien
Republikflucht
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Politisches Plakat; Plakat
Thema
Agitation Republikflucht
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 84 x 55,5 cm
Material/Technik
Papier, Offset
Identifikator
P 94/1002
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Entwurf: Dewag
Zeit
1958
Ort
Rostock, Deutschland [historisch: Deutsche Demokratische Republik]
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Orden und Ehrenzeichen aus dem Besitz eines "Republikflüchtigen"
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum/Desnica
Angaben zum Objekt
Identifikator
Inv.Nrn.: O 59/98, O 59/99, O 59/102, O 59/103, O 59/104, O 59/106, O 59/107, O 59/108
Eine Überweisung von Orden und Ehrenzeichen aus der Wohnung eines "Republikflüchtigen"
Von den Kulturgutentziehungen in der DDR profitierten teils auch die Museen, so auch das Museum für Deutsche Geschichte. Das MfDG erhielt 1959 ein kleines Konvolut an Orden und Ehrenzeichen vom Rat der Stadt Cottbus überwiesen.
Informationen über die verwendeten Medien
Schreiben des Rates der Stadt Cottbus an das Museum für Deutsche Geschichte vom 10.03.1959
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Identifikator
DHM-Hausarchiv MfDG/Rot/024, Bl. 18
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
10.03.1959
Der Rat der Stadt Cottbus kontaktiert das MfDG
Am 10. März 1953 informierte der Rat der Stadt Cottbus das MfDG, dass in der Wohnung eines "Republikflüchtigen" mehrere militärische Auszeichnungen sichergestellt worden seien. Das Schreiben listet die Orden und Ehrenzeichen auf und der zuständige Mitarbeiter des Rates bot an, diese dem MfDG zu übersenden. Falls das MfDG keine Verwendung für die Auszeichnungen hätte, würden sie vernichtet.
Als sogenanntes "einziehendes Organ" waren die Räte der Gemeinden, Städte und Kreise für die Verwertung von eingezogenem Eigentum von "Republikflüchtigen" zuständig. Typisch für diese Vorgänge ist auch die auf dem Schreiben dokumentierte Zuständigkeit der "Abteilung Finanzen" des jeweiligen Rates. In diesem Fall wird zudem noch das "Sachgebiet Verwaltung des staatlichen und treuhänderischen Eigentums" genannt.
Die Antwort des MfDG an den Rat der Stadt Cottbus
Das MfDG antwortete am 13. März auf das Schreiben des Rates der Stadt Cottbus und bat um die Übersendung der Auszeichnungen zur freien Verfügung. Da die genannten Auszeichnungen zumindest teilweise bereits im Bestand des MfDG waren, behielt sich das Museum vor, die Objekte an kleinere Museen zur Unterstützung weiterzugeben.
Informationen über die verwendeten Medien
Schreiben des Museums für Deutsche Geschichte an den Rat der Stadt Cottbus vom 13. März 1959
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Identifikator
DHM Hausarchiv MfDG/Rot/024, Bl. 17
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
13.3.1959
Ein hamburgisches Hanseatenkreuz
Eines der vom Rat der Stadt Cottbus angebotenen Objekte ist ein Hanseatenkreuz. Bei den Hanseatenkreuzen handelt es sich um ein zwischen 1915 und 1918 vergebenes militärisches Ehrenzeichen. Vergeben wurden sie durch die drei Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck, wobei jede Stadt eine eigene Variante verlieh. Die hier vorliegende Variante ist die hamburgische.
Das Objekt selber trägt keinerlei Provenienzmerkmale und könnte ohne die Objektdokumentation nicht dem hier beschriebenen Entzugsvorgang zugeordnet werden.
Informationen über die verwendeten Medien
Hanseatenkreuz, Hamburg
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum/Desnica
Angaben zum Objekt
Typ
Kriegsdenkzeichen
Thema
Auszeichnung Weltkrieg, 1.
Abmessung/Umfang
Höhe: 5,8 cm (mit Öse), Breite: 4 cm, Gewicht: 18,6 g (Kreuz)
Material/Technik
Kreuz: Weißmetall, versilbert
Identifikator
O 59/106
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
zwischen 1915 und 1918
Ort
Deutschland [historisch: Freie Hansestadt Hamburg]
Informationen über die verwendeten Medien
Inventarbuch der Ordenssammlung des MfDG bzw. des DHM für das Jahr 1959
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1959
Das Hanseatenkreuz im Inventarbuch
Der Blick ins Inventarbuch der Ordenssammlung des MfDG zeigt, dass das Hanseatenkreuz zusammen mit anderen Auszeichnungen am 31. März 1959 inventarisiert wurde. In der Spalte "Herkunft" ist der Rat der Stadt Cottbus genannt. Als Zugangsart wird "Überweisung" angeführt.
Derartige Inventarbucheinträge können auf einen Eigentumsentzug hindeuten. Die Kombination aus einem staatlichen Organ, das für die "Verwertung" von entzogenem Eigentum zuständig ist, und der Zugangsart der "Überweisung" machen es notwendig, die Provenienz des Objekts zu untersuchen.
Informationen über die verwendeten Medien
Karteikarte zum Hanseatenkreuz
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Karteikarte
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1959
Informationen über die verwendeten Medien
Militärverdienstkreuz mit Kriegsdekoration, Kaisertum Österreich
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum/Desnica
Angaben zum Objekt
Typ
Verdienstkreuz
Thema
Ehrenzeichen Auszeichnung Verdienstkreuz Militärauszeichnung Österreich Offizier
Abmessung/Umfang
Höhe: 3,4 cm (mit Öse), Breite: 3 cm (mittig gemessen), Durchmesser: 1,4 cm, Gewicht: 12,8 g (Gesamtgewicht) (Medaille)
Material/Technik
Medaille: Emailfarbe (rot, weiß), Silber, geprägt, teilvergoldet
Identifikator
O 59/107
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
zwischen 1860 und 1918
Ort
Österreich [historisch: Österreich, Kaisertum]
Inv.Nr.: O 59/107
Informationen über die verwendeten Medien
China-Denkmünze für Nichtkämpfer
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum/Desnica
Angaben zum Objekt
Typ
Medaille
Abmessung/Umfang
Höhe: 4,7 cm (mit Öse), Durchmesser: 3,3 cm, Gewicht: 15,4 g (Medaille)
Material/Technik
Medaille: Messingbronze, versilbert
Identifikator
O 59/103
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1901
Ort
Deutschland [historisch: Deutsches Reich]
Informationen über die verwendeten Medien
Südwestafrika-Denkmünze für Nichtkämpfer (Nachprägung)
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum/Desnica
Angaben zum Objekt
Typ
Medaille
Abmessung/Umfang
Höhe: 4,8 cm (mit Öse), Durchmesser: 3,3 cm, Gewicht: 17,7 g (Medaille)
Material/Technik
Medaille: Weißmetall
Identifikator
O 59/104
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
nach 1907
Ort
Deutschland [historisch: Deutsches Reich]
Vorbesitzer? Unbekannt.
Die vorgestellten Auszeichnungen sind belegbar einer aus der DDR geflohenen Person entzogen worden. Weil die Objekte leider keine Provenienzmerkmale tragen, ließen sie sich bisher nicht einem konkreten Entzugsvorgang zuordnen. In diesem Fall sind weitere Archivrecherchen notwendig, um eine anspruchsberechtigte Person ausfindig zu machen und anschließend die Objekte zurückübertragen zu können.
Informationen über die verwendeten Medien
Gefangennahme des französischen Obersten Le Clouet, Adjutant von Marschall Ney
Der Rittmeister von Egloff vom 1. Leib-Husaren-Regiment nimmt den Oberst Le Clouet gefangen.
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Stiftung Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Gemälde
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 45 x 72 cm (Bild) Höhe: 57 cm, Breite: 85 cm, Tiefe: 5 cm (mit Rahmen)
Material/Technik
Bild: Öl, Leinwand, Ölmalerei
Identifikator
Kg 90/2
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Maler: Werner Schuch (zugeschrieben)
Zeit
nach 1890
Ort
Deutschland [historisch: Deutsches Reich]
Von der Enteignung zum Export
Ab Gründung der DDR bis 1989 waren verschiedene staatliche Akteure für die "Verwertung" entzogenen Privateigentums verantwortlich.
War der Verkauf dieser Objekte im Binnenhandel, zur Versorgung der Bevölkerung, anfänglich noch prioritär, verschob sich das Hauptziel später auf den Export in das "nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet", um dringend benötigte Devisen für die DDR zu erwirtschaften.
Museen in der DDR profitierten in den 50er und 60er Jahren von diesem Angebot und traten als Käufer auf. Später wurden sie mehr oder weniger freiwillig zu Tauschpartnern für exportfähige Kulturgüter, die unter anderem an Museen in der BRD verkauft wurden.
Mehrere Objekte aus der Sammlung des DHM führen uns auf die Spur zweier staatlicher Akteure, deren Hauptaufgabe die "Verwertung" enteigneter Objekte war – die Tresorverwaltung im Ministerium der Finanzen der DDR und die Kunst und Antiquitäten GmbH.
Die Tresorverwaltung
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges veranlasste die Sowjetische Militäradministration Deutschlands (SMAD) die Schließung aller Banken.
In den folgenden Jahren wurde das Vermögen der geschlossenen Kreditinstitute ins „Volkseigentum“ überführt.
Das Zentralkomitee der SED beauftragte 1953 die Abteilung Tresorverwaltung im Ministerium der Finanzen der DDR mit der "Verwertung" der in den Tresoren und Schließfächern der geschlossenen Berliner Altbanken eingelagerten Objekte.
Informationen über die verwendeten Medien
Rechnung der Tresorverwaltung an das MfDG vom 5.11.1954
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Stiftung Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Rechnung aus dem DHM-Hausarchiv
Identifikator
Signatur: MfDG_rot_25, fol. 286
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
5.11.1954
Aus dem Tresor ins Museum
Das MfDG setzte in seiner Aufbauphase alles daran, den schnellen Erwerb ausstellungsfähiger Objekte für seine Sammlung voranzutreiben. Unterstützung sollte es dabei von diversen staatlichen Institutionen durch Schenkungen und Übergaben erhalten.
Das Museum war allerdings nicht nur passiver Empfänger von Museumsgut, sondern kaufte auch aktiv Objekte an.
1954 erwarb es Gemälde, Drucke, Meißner-Porzellan und Orden von der Tresorverwaltung.
Informationen über die verwendeten Medien
Übergabe-Übernahme-Protokoll der Tresorverwaltung an das MfDG vom 9.11.1954
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Stiftung Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Identifikator
Signatur: MfDG_rot_25, fol. 287
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
9.11.1954
Informationen über die verwendeten Medien
Kurfürst Friedrich Wilhelm auf dem Eis vor Königsberg
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Stiftung Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Gemälde
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 183 x 284 cm (Bild)
Material/Technik
Bild: Ölfarbe, Leinwand, Ölmalerei
Identifikator
Kg 54/297
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Maler: Richard Pfeiffer (zugeschrieben)
Zeit
vor 1954
Informationen über die verwendeten Medien
Schiffe der Kurbrandenburgischen Flotte
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Stiftung Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Gemälde
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 182 x 97 cm (Bild)
Material/Technik
Bild: Ölfarbe, Leinwand, Ölmalerei
Identifikator
Kg 54/296
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Maler: Richard Pfeiffer (zugeschrieben)
Zeit
vor 1954
Informationen über die verwendeten Medien
Blick in die obere Verkehrshalle der Reichsbank
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Karl Hugo Schmölz, © Archiv Cox, Köln
Angaben zum Objekt
Typ
Foto
Zwei Gemälde aus ehemaligen Reichsbankbesitz
Die beiden Gemälde von Richard Pfeiffer gehörten zu den Ausstattungsobjekten der 1940 eröffneten neuen Reichsbank in Berlin. Sie hingen in der oberen Verkehrshalle, im 3. Stock des Bankgebäudes, welche wir hier auf diesem Foto sehen.
Während des Krieges wurden sie im Tresor der Reichsbank, zusammen mit anderen Kunstwerken aus der Bank und aus den Repräsentations- und Privaträumen des Präsidenten der Deutschen Reichsbank und Reichswirtschaftsminister Walter Funks (1890 – 1960), eingelagert.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die beiden Gemälde als Vermögenswert des ehemaligen NS-Staates auf Grundlage des SMAD-Befehls Nr. 124 vom 30. September 1945 beschlagnahmt.
Mit der Anordnung Nr. 54 der Ministerien des Innern und der Finanzen vom 1. Oktober 1950 wurde sie in das "Volkseigentum" der DDR überführt und ab 1953 von der Tresorverwaltung für die "Verwertung" übernommen. Im November 1954 kaufte das MfDG die Werke an.
Aus dem Tresor der Deutschen Bank
Das imposante Gemälde des Direktors der Berliner Disconto-Gesellschaft David Justus Ludwig Hansemann wurde 1951 aus dem Tresor der Deutschen Bank in die Verwaltung des Finanzministeriums der DDR übernommen.
Das MfDG erwarb das Porträt 1954 von der Tresorverwaltung.
Informationen über die verwendeten Medien
David Justus Ludwig Hansemann
Aus der Sammlung von
Stiftung Deutsches Historisches Museum
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Rechteinformation
Stiftung Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Abmessung/Umfang
172 x 112 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Identifikator
Inv.Nr.: Kg 54/295
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Bernhard Plockhorst (1825 - 1907)
Informationen über die verwendeten Medien
Sitzungssaal der Disconto-Gesellschaft, 1929
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
© Deutsche Bank AG, Historisches Institut
Angaben zum Objekt
Typ
Fotografie
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1929
Zur Herkunftsgeschichte
Die Recherchen zur Provenienz des Gemäldes ergaben, dass es einst zentral im Sitzungssaal der Disconto-Gesellschaft in der Behrenstraße 43/44 in Berlin hing, wie hier auf dem Foto zu sehen ist.
Die Deutsche Bank und die Disconto-Gesellschaft fusionierten 1929 und somit gelangte das Porträt in den Besitz der Deutschen Bank.
Zum Schutz vor Kriegseinwirkungen wurde das Werk im Tresor der Deutschen Bank in der Mauerstraße in Berlin eingelagert.
Die am 10. Mai 1949 vom Magistrat von Groß-Berlin erlassene Verordnung zur „Überführung von Konzernen und sonstigen wirtschaftlichen Unternehmen in Volkseigentum“ führte zur Enteignung zahlreicher Vermögenswerte, insbesondere von Banken. Somit gelangte das Porträt in den Besitz der Tresorverwaltung.
Kunst gegen Devisen
Die Tresorverwaltung war von 1953 bis 1956 die zentrale Verwertungsstelle für entzogene und beschlagnahmte Kunst- und Kulturgüter in der DDR.
Neben den Objekten aus den Banktresoren verwertete sie auch alle Wertobjekte, die ihr staatliche Stellen nach dem Eigentumsentzug im Rahmen von sogenannter Republikflucht, Zollvergehen oder Strafverfahren zuleiteten.
Ab 1956 übernahm der neu gegründete Staatliche Kunsthandel der DDR die Verwertung von enteigneten Kunstobjekten. Ab 1973 hatte die Kunst und Antiquitäten GmbH das alleinige Recht zum Export und Import von Antiquitäten, bildender und angewandter Kunst, Volkskunst sowie Gebrauchtwaren mit kulturellem Charakter.
Informationen über die verwendeten Medien
Berliner Ring - Mühlenbeck
Kunst und Antiquitäten GmbH
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Stiftung Deutsches Historisches Museum, Berlin/ Fotografin: Elke Nord
Angaben zum Objekt
Typ
Fotografie
Thema
Mühlenbeck Kunst und Antiquitäten GmbH
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 22 x 22 cm
Material/Technik
Agfa Record-Rapid Papier, s/w-Abzug
Identifikator
Ph 2008/2098
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Fotografin: Elke Nord
Zeit
Zwischen 1988 und 1990
Informationen über die verwendeten Medien
Werbeprospekt der Kunst und Antiquitäten GmbH der DDR
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Stiftung Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Prospekt
Abmessung/Umfang
Höhe x Breite: 21 x 14,8 cm
Material/Technik
Papier, gedruckt
Sprache
deutsch
Identifikator
Do2 95/3688
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Herausgeber: Kunst und Antiquitäten GmbH
Zeit
1979
Ort
Berlin, Deutschland [historisch: Deutsche Demokratische Republik]
Die Kunst und Antiquitäten GmbH
Die Kunst und Antiquitäten GmbH, kurz KuA, wurde 1973 als Teil des Bereichs Kommerzielle Koordinierung (KoKo) im Außenhandelsministerium der DDR gegründet. Die KuA exportierte in der Zeit ihres Bestehens bis 1990 zahlreiche Kunst- und Kulturgüter aus der DDR in das „nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet“ mit dem Ziel der Erwirtschaftung von Devisen.
Ein relevanter Bestandteil der Handelsmasse der KuA speiste sich aus dem zurückgelassenen Eigentum sogenannter Republikflüchtiger oder aus den Beständen von in der DDR enteigneter Privatsammler*innen, deren Sammlungen oftmals durch konstruierte Steuerverfahren und fingierte Steuerschulden entzogen wurden.
Westdeutsche Museen und die KuA
Im Laufe der Jahre nahm die Verfügbarkeit hochwertiger Kunst- und Kulturgüter für den Export ab. Daher verlagerte die KuA ihren Fokus zunehmend auf den Handel mit Objekten ohne künstlerischen Bezug, darunter Spielzeug, gebrauchte Klaviere, Pflastersteine, Straßenlaternen, Eisenbahnschwellen, Wagenräder, Mineralien, Oldtimer, etc.
Der Direktor des 1987 gegründeten DHM, besuchte Ende der 1980er Jahre das KuA-Warenlager in Mühlenbeck bei Berlin und erwarb über 200 Objekte, darunter Pralinenformen, Schaufensterpuppen, Gemälde und Möbel für das Museum.
So wie das DHM kauften auch andere westdeutsche Museen bei der KuA ein oder erwarben indirekt über die zahlreichen Groß- und Kunsthändler, mit denen die KuA zusammenarbeitete, Objekte für ihre Sammlungen.
Informationen über die verwendeten Medien
Ankäufe DHM bei der KuA
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Beschreibung
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Ort
Berlin, Deutschland
Informationen über die verwendeten Medien
Schreiben der Wicon an das DHM vom 21.11.1988
Aus der Sammlung von
Stiftung Deutsches Historisches Museum
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Rechteinformation
Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Thema
Kunst und Antiquitäten GmbH Handelspartner Wiegand Consulting
Identifikator
Dokumentation Zentrale Dokumentation/DHM
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
21.11.1988
Die geheimen Wege der Kunst
Um die Herkunft der Waren aus der DDR beim Verkauf ins Ausland zu verschleiern, arbeitete die KuA mit Handelsvertretern, wie die Firma Wiegand Consulting, kurz WiCon, aus West-Berlin zusammen.
Sie vertrat die KuA bei deren Geschäften in der Bundesrepublik und West-Berlin.
Die WiCon wickelte alle Geschäfte mit dem DHM ab und koordinierte die Besuche in Mühlenbeck. Die KuA selbst trat nicht als Verkäufer in Erscheinung.
Die Handelsvertreter der KuA lieferten Kunst- und Kulturgüter auf eigenen Namen bei Kunsthändlern oder internationalen Auktionshäusern ein.
Auch die Intrac S.A. in der Schweiz oder die Rubens Consulting & Marketing GmbH A.G in Österreich unterstützen die KuA dabei, die wahre Herkunft der Waren zu verbergen und möglichst hohe Devisengewinne zu realisieren.
Ankäufe des MfDG bei der KuA
Im November 1989 beendete die KuA ihre Exporttätigkeit; die Liquidation des Betriebs begann im Januar 1990. Die Museen der DDR hatten als erste die Gelegenheit, die im Zentrallager der KuA in Mühlenbeck lagernden Restbestände für ihre Sammlungen zu erwerben.
Davon machte auch das Museum für Deutsche Geschichte Gebrauch und erwarb dort im Frühjahr 1990 ca. 600 Objekte.
Informationen über die verwendeten Medien
Gewehre, die das MfDG im Tausch mit der KuA erhalten hat
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Foto: Stiftung Deutsches Historisches Museum/Ahlers
Angaben zum Objekt
Identifikator
W 83/14-18
Ein Tauschhandel mit der KuA
1983 tauschte das MfDG ein Radschlossgewehr gegen fünf historische Jagdgewehre aus dem Warenlager der KuA.
Vier dieser Jagdgewehre stammten aus einer Privatsammlung in der DDR, deren Verkauf vermutlich durch vermeintliche Steuerschulden erzwungen wurde.
Auch Tauschgeschäfte zwischen Museen und der KuA waren nicht unüblich: Wertvolles Kulturgut aus dem Bestand der KuA, welches unter das Kulturgutsschutzgesetz fiel und damit nicht exportiert werden konnte, wurde im Tausch gegen Objekte, die für den Export zugelassen waren, den Museen übergeben.
Informationen über die verwendeten Medien
Karteikarte des Museums für Deutsche Geschichte für eine Perkussionsflinte
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Karteikarte
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Museum für Deutsche Geschichte
Zeit
1983
Ort
Berlin
Der Tauschvorgang
In der Militariasammlung des Deutschen Historischen Museums ist ein Exemplar des Tauschvertrages zwischen der Kunst und Antiquitäten GmbH und dem Museum für Deutsche Geschichte überliefert. Der Vertrag ist auf den 1. Dezember 1983 datiert und führt zum einen das Gewehr auf, das das MfDG herausgab, und zum anderen die fünf Waffen, die das MfDG von der KuA im Tausch erhielt. Der Grundwert des Tausches wurde von Mitarbeitern der KuA und des MfDG auf 30.000 Mark festgesetzt.
Bei den Waffen von der KuA ist neben der grundsätzlichen Beschreibung der jeweiligen Gewehre noch zusätzlich die Ankaufs- bzw. die Inventarnummer der KuA angegeben. Anhand dieser Nummer kann die Provenienz der Objekte unter Umständen noch weiter zurückverfolgt werden.
Informationen über die verwendeten Medien
Tauschvertrag zwischen der Kunst und Antiquitäten GmbH und dem Museum für Deutsche Geschichte vom 1.12.1983
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum
Angaben zum Objekt
Typ
Tauschvertrag
Material/Technik
Papier
Sprache
deutsch
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Kunst und Antiquitäten GmbH, Museum für Deutsche Geschichte
Zeit
1.12.1983
Informationen über die verwendeten Medien
Doppelflinte mit Perkussionszündung
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum/Ahlers
Angaben zum Objekt
Typ
Jagdflinte
Abmessung/Umfang
Länge: 116 cm, Kaliber: 15,8 Millimeter (Flinte gesamt) Länge: 73,5 cm (Lauf)
Material/Technik
Stahl, Eisen, Messing, Nussbaumholz
Identifikator
W 83/17
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Crause ?
Zeit
1840/1850
Ort
Herzberg
Informationen über die verwendeten Medien
Doppelflinte mit Perkussionszündung
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum/Ahlers
Angaben zum Objekt
Typ
Jagdflinte
Abmessung/Umfang
Länge: 116 cm, Kaliber: 15,8 Millimeter (Flinte gesamt) Länge: 73,5 cm (Lauf)
Material/Technik
Stahl, Eisen, Messing, Nussbaumholz
Identifikator
W 83/17
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Crause ?
Zeit
1840/1850
Ort
Herzberg
Aufkleber der Kunst und Antiquitäten GmbH
Die KuA versah ihre Waren mit diversen Aufklebern in verschiedenen Formen und Farben. Die Aufkleber sind beschriftet mit Buchstaben- und Zahlenkombinationen, die Hinweise auf den Einlieferer, die Erwerbswege der KuA, Ankaufspreise sowie auf deren Lagerhaltung geben können. Die Entschlüsselung dieser codierten Aufschriften ist hierbei eine besondere Herausforderung und in vielen Fällen zum jetzigen Zeitpunkt sehr mühsam oder schlicht nicht möglich.
Bei diesem Aufkleber handelt es sich um eine codierte Angabe zum Ankaufspreis des Gewehrs. Dazu wurden Buchstaben mit Formen wie Dreiecken, Kreisen und Strichen kombiniert.
Informationen über die verwendeten Medien
Radschlossgewehr der Leibwache von Kurfürst Christian II. von Sachsen
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Foto: Deutsches Historisches Museum/Ahlers
Angaben zum Objekt
Typ
Radschlossgewehr
Abmessung/Umfang
Länge: 138 cm
Material/Technik
Eisen, Bein, Holz, vergoldet, intarsiert
Identifikator
W 59/1182
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1589
Ort
Deutschland [historisch: Sachsen, Kurfürstentum]
Radschlossgewehr der Leibwache von Kurfürst Christian II. von Sachsen
Das hier gezeigte Radschlossgewehr ist in etwa mit dem vergleichbar, welches das MfDG im Tausch an die KuA abgab.
Informationen über die verwendeten Medien
23b4106361242bf0997d6515a922d448.jpg
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Stiftung Deutsches Historisches Museum
Informationen über die verwendeten Medien
23b4106361242bf0997d6515a922d448.jpg
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Stiftung Deutsches Historisches Museum
Provenienzforschung Online
Die Sammlung des DHM umfasst rund eine Million sehr unterschiedliche Zeugnisse der deutschen Geschichte. Die ältesten stammen aus dem frühen Mittelalter, die jüngsten aus der unmittelbaren Gegenwart. Mehr als 780.000 der Sammlungsobjekte sind inzwischen digital erfasst und weltweit in der Objektdatenbank einsehbar.
Das DHM hat die Provenienzkategorien für den Bereich SBZ/DDR analog der Kategorien aus dem Bereich NS-Raubgut entwickelt. Die Kategorien geben Auskunft darüber, wie gut die Herkunftsgeschichte eines Objektes rekonstruiert und inwiefern von einem unrechtmäßigen Entzug ausgegangen werden kann.
Das DHM veröffentlicht seine Forschungsergebnisse und ermöglicht umfassende externe Recherchen zur Herkunft seiner Objekte. Es schafft damit eine wesentliche Grundlage für die internationale Provenienzforschung.
Eine virtuelle Ausstellung von
Team
Christopher Jütte
Janine Kersten
Impressum
Stiftung Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
10117 Berlin
Prof. Dr. Raphael Gross
Tel. +49 30 203040
/
info [at] dhm.de
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Die kuratierende Einrichtung bestimmt über Thema und Inhalt der Einstellung. Die DDB nimmt nur im Ausnahmefällen Einfluss darauf, s. Nutzungsbedingungen.