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Trude Stolp-Seitz (1913 - 2004)

Malerei als Fest

Künstlernachlässe Mannheim


Trude Stolp-Seitz

Aus der Sammlung von

Künstlernachlässe Mannheim

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Manfred Rinderspacher

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Trude Stolp-Seitz ist in Mannheim und Umgebung noch immer bekannt. Und viele erinnern sich sicher noch gut an die resolute, zupackende „Grande Dame“, die sich sehr energisch um Ausstellungen ihrer Arbeiten kümmern konnte.

Mit Leidenschaft hat sie gemalt und von farbiger Leidenschaft sind auch ihre Arbeiten.



Trude Stolp-Seitz, ca. 1932

Aus der Sammlung von

Künstlernachlässe Mannheim

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privat

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Trude Stolp als junges Mädchen, ca. 1932. Foto: NL Trude Stolp-Seitz

Ihr Vater, der Lehrer Fritz Seitz, war selbst Maler und Musiker. Er stirbt, als sie zwei Jahre alt ist. Die Staffelei und Farben des Vaters werden im Mansardenzimmer in der Stamitzstraße 17 in Mannheim gehütet und üben auf alle drei Kinder eine große Faszination aus. Und bereits in der Grundschule zeigt sich, dass Trude Seitz das große Talent vom Vater geerbt hat.





Trude Stolp-Seitz im Gesundheitsamt Ludwigshafen

Aus der Sammlung von

Künstlernachlässe Mannheim

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Foto: privat

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Trude Stolp im Gesundheitsamt Ludwigshafen, ca. 1936. Foto: NL Trude Stolp-Seitz


Trude wächst in einem stark christlich-katholisch geprägten familiären Umfeld auf, was sie – bis zum Ende ihres Lebens – maßgeblich im Hinblick auf Religiosität und soziale Verantwortung prägt.

Nach der Schule macht eine Ausbildung zur examinierten Gesundheitsfürsorgerin und Säuglingspflegerin. Von 1935 bis 1947 arbeitet sie als Gesundheitsfürsorgerin in verschiedenen Einrichtungen, u.a. in Ludwigshafen am Rhein.



Stillleben, o. J.

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Künstlernachlässe Mannheim

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Künstlernachlässe Mannheim, NL Trude Stolp-Seitz

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Stillleben, ca. 1950er Jahre. Öl auf Leinwand. Foto: NL Trude Stolp-Seitz

Erste Ausstellung

1946 nimmt sie als Autodidaktin an der ersten Kunstausstellung der Stadt Ludwigshafen nach dem Krieg im Don-Bosco-Haus teil – in ‚guter Gesellschaft‘ mit Arbeiten von Otto Dill, Rudolf Scharpf, Ernst Graser und anderen bekannten Pfälzer Künstlern. Sie zeigt drei Aquarelle: „Kastanienblüten“, „Feldblumenstrauß“ und „Vor dem Gewitter“.

1947 entschließt sie sich dann zu einer Ausbildung an der Freien Akademie in Mannheim und besucht die Meisterklasse von Paul Berger-Bergner.





Foto vom Motiv und die daraus resultierende Arbeit

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Künstlernachlässe Mannheim

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Künstlernachlässe Mannheim, NL Trude Stolp-Seitz

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Ihre frühen Arbeiten sind typisch für die Zeit: Stillleben, Landschaften, Porträts – aber sie zeigen bereits eine gewisse Neigung zur Verformung, Verfremdung und Abstraktion.



Trauerzug, o.J. Mischtechnik auf Leinwand

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Künstlernachlässe Mannheim

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Künstlernachlässe Mannheim, NL Trude Stolp-Seitz

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Trauerzug, o. J. Mischtechnik auf Leinwand. Foto: NL Trude Stolp-Seitz


Porträt Hans Stolp. o. J. Tusche auf Papier.

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Künstlernachlässe Mannheim

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Künstlernachlässe Mannheim

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Heirat

Sehr spät, 1950,  heiratet sie Hans Stolp (geb. 1899), den sie während ihrer Arbeit als Gemeindefürsorgerin im Krankenhaus kennenlernt und nimmt einen Doppelnamen an. Er arbeitet als Prokurist in Ludwigshafen.

Hans Stolp, 15 Jahre älter als sie, unterstützt sie vorbehaltlos in ihrer Malerei – nicht selbstverständlich in dieser Zeit.



Trude Stolp-Seitz in Italien.

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Künstlernachlässe Mannheim

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Künstlernachlässe Mannheim, NL Trude Stolp-Seitz

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In den 1950er Jahren ist Trude Stolp-Seitz, wie viele andere Deutsche in dieser Zeit, viel unterwegs. Ihre Reisen führen sie selbstverständlich auch nach Italien!



Trude Stolp-Seitz malt im Freien.

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Künstlernachlässe Mannheim

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Künstlernachlässe Mannheim, NL Trude Stolp-Seitz

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Beim Arbeiten im Freien, wahrscheinlich in der Schweiz. Foto: NL Trude Stolp-Seitz


Trude Stolp-Seitz hatte nie ein eigenes Atelier. Sie malt daheim, im Wohnzimmer, in der Küche und wo immer sie Platz findet.



Trude Stolp-Seitz mit Ihrer Nichte Verena Uhle-Schneider unterwegs beim Arbeiten.

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Künstlernachlässe Mannheim

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Künstlernachlässe Mannheim, NL Trude Stolp-Seitz

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Trude Stolp Seitz mit ihrer Nichte Verena Uhle-Schneider unterwegs beim Arbeiten. Foto: NL Trude Stolp-Seitz

Auch unterwegs: auf einer Wiese in der Schweiz oder auf dem Kofferraumdeckel ihres Autos.





Foto zur Ausstellung "Vier Mannheimer Malerinnen", 1967 im Kunstverein Mannheim.

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Künstlernachlässe Mannheim

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Künstlernachlässe Mannheim, NL Trude Stolp-Seitz

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Foto der Ausstellung "Vier Mannheimer Malerinnen", 1967, Kunstverein Mannheim. Foto: NL Trude Stolp-Seitz

Beruf: Künstlerin

Ab 1958 widmet sie sich nur noch der Malerei und kümmert sich engagiert um ihre Ausstellungen.

Stolp-Seitz ist Mitglied bei der GEDOK Mannheim-Ludwigshafen, der Künstlervereinigung „Der Anker“ in Ludwigshafen, dem BBK Mannheim (Bezirksverband Bildender Künstler) und stellt in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in der Region und überregional aus.





o. T. , o. J. Acryl auf Leinwand.

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Künstlernachlässse Mannheim

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Künstlernachlässe Mannheim / H. - J. Schröder

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Neuer Stil: Informel

Bis Mitte der 1960er Jahre bleibt sie dem Gegenständlichen in ihrer Malerei treu. Dann ändert sie radikal ihren Malstil und das Gegenständliche verschwindet – was ihr anfangs viele Kritiken einbringt.



o. T., 2001. Öl auf Leinwand

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Künstlernachlässe Mannheim

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Künstlernachlässe Mannheim / H. - J. Schröder

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o. T., 2001. Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm. Foto: H. - J. Schröder

In ihren informellen Arbeiten geht sie souverän mit Farben und Formen um: „Sie folgt ihren eigenen inneren Energien, ihrer Konzentration. Ihre Bilder sind Dokumente ihrer Impulse, ihres Willens, ihrer Phantasien und Ihrer Fähigkeit, Phantasien zu bändigen“ (Christel Heybrock, 1983).

Trude Stolp-Seitz war sehr religiös und manche Arbeiten haben entsprechende Titel. Man kann darin religiöse Themen sehen, muss es aber nicht.

Der Großteil ihrer Arbeiten ist aber meist lapidar mit „o. T.“ gekennzeichnet. „Temperamentvolle Farbknoten, tastende Linien, schwingende Flächen, vibrierende Flecken ..., es ist der tiefe Reiz dieser Bilder, dass sie den Betrachter frei lassen. Wer möchte, kann sich seine eigenen Geschichten ausdenken“ (Christel Heybrock, 2003).





Flamenco, 1992. Mischtechnik auf Leinwand

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Künstlernachlässe Mannheim

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Künstlernachlässe Mannheim / H. - J. Schröder

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Flamenco, 1992. Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 100 cm. Foto: H. - J. Schröder


Trude Stolp-Seitz im Maria-Scherer-Haus in Mannheim

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Künstlernachlässe Mannheim

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Künstlernachlässe Mannheim, NL Trude Stolp-Seitz

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Trude Stolp-Seitz im Maria Scherer-Haus, Mannheim, ca. 2003. Foto: Nachlass Trude-Stolp-Seitz


Mit 77 Jahren (1990) zieht sie freiwillig in das katholische Altenheim Maria-Scherer-Haus in Mannheim-Rheinau. Dort malt sie mit ungebrochener Schaffenskraft bis kurz vor ihrem Tode 2004. Ihre Arbeiten schmücken dort heute noch die Wände.

Eine virtuelle Ausstellung von

Die Künstlernachlässe Mannheim kümmern sich seit 2005 um die Nachlässe Mannheimer KünstlerInnen, weil diese mit ihrem Werk und Leben in dieser Stadt ein Stück Kulturgeschichte prägen und zur kulturellen Identität Mannheims und der Region beitragen.

Team

Erstellt mit :
DDB Studio
Ein Service von:
DDB Studio

Diese Ausstellung wurde am 11.09.2020 veröffentlicht.



Impressum

Die virtuelle Ausstellung Trude Stolp-Seitz (1913 - 2004) wird veröffentlicht von:

Künstlernachlässe Mannheim


Gontardplatz 3 - Postfiliale 546, 68163 Mannheim


gesetzlich vertreten durch

Silvia Köhler

Telefon:

0151 287 07 629


Fax:
E-Mail:  

info@kuenstlernachlaesse-mannheim.de

Verantwortlich im Sinne des Rundfunkstaatsvertrags:

Silvia Köhler, Künstlernachlässe Mannheim, Gontardplatz 3, Postfiliale 546, 68163 Mannheim

Kurator*innen:

Silvia Köhler, Dr. Susanne Kaeppele

 

DDBstudio wird angeboten von:  
Stiftung Preußischer Kulturbesitz, gesetzlich vertreten durch ihren Präsidenten,
handelnd für das durch Verwaltungs- und Finanzabkommen zwischen Bund und Ländern errichtete Kompetenznetzwerk

Deutsche Digitale Bibliothek
c/o Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Von-der-Heydt-Straße 16-18
10785 Berlin 

Telefon: +49 (0)30 266-41 1432, Fax: +49 (0) 30 266-31 1432,
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Verantwortlich im Sinne des Rundfunkstaatsvertrags: 
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Deutsche Digitale Bibliothek
c/o Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Von-der-Heydt-Straße 16-18
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Konzeption:
Nicole Lücking, Deutsche Digitale Bibliothek
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Design: 
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Technische Umsetzung:
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Hosting und Betrieb:  
FIZ Karlsruhe - Leibniz Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

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