1918: Zwischen Weltkrieg und Revolution
Ein Entscheidungsjahr für Deutschland
Eine virtuelle Ausstellung von
Ein Entscheidungsjahr für Deutschland
Voraussetzungen: Russische Revolution
Voraussetzungen: Kriegseintritt der USA
Broschüre der Vereinigung der Freunde der deutschen Demokratie/Friends of German Democracy, New York 1918.
Die Vereinigung von Deutsch-Amerikanern befürwortete die Kriegführung gegen Deutschland. Ziel des amerikanischen Kampfes sei die Einführung der Demokratie in Deutschland.
Das Titelbild verweist auf die Bedrohung der Freiheit Amerikas durch den deutschen U-Boot-Krieg.
Aufruf der United States Food Administration zur Einsparung von Weizen. Plakat nach einem Entwurf von Steele, Washington, D.C. 1917.
Der Sieg über den Deutschen Kaiser, so das Argument, hängt davon ab, ob die Weizenvorräte Amerikas ausreichen. Als Bedrohung ist die Versenkung eines Schiffs durch ein U-Boot dargestellt.
Kriegsschauplatz
Luftaufnahme des durch Artilleriebeschuss zerstörten Dorfs Terhand in Flandern, 1918
Kriegsanleihen
Versorgungslage
Sammelaktionen
Auf die Kriegführung an der Westfront wirkte sich 1918, neben den hohen Menschenverlusten, vor allem der Mangel an Rüstungsgütern und Transportmitteln aus; hier sollte die Bevölkerung in der Heimat Abhilfe schaffen.
Durchhalten oder Frieden schließen?
Gruppenbild der „Wehrturner“ der Stuttgarter Jugendwehr, 1. November 1918.
Jugendwehren organisierten Kriegsspiele im Freien sowie sportliche Wettkämpfe mit dem Ziel der körperlichen Ertüchtigung und militärischen Erziehung. Bis zuletzt wurden die Stuttgarter Jungen auf den Kriegseinsatz vorbereitet.
Revolution
Flugblatt mit dem Text eines Telegramms des Rats der Volksbeauftragten an die Oberste Heeresleitung, 11. November 1918.
Die 4. Oberste Heeresleitung sicherte der neuen Regierung aus SPD und USPD Unterstützung gegen die Ausbreitung des Bolschewismus zu und ließ die Anordnungen sämtlichen Truppenteilen sofort bekanntgeben.
Extrablatt des „Staatsanzeiger für Württemberg“, 9. November 1918.
Auch König Wilhelm II. von Württemberg mahnte zu Ruhe und Ordnung. Nachdem an diesem Tag eine revolutionäre Menge zum Wilhelmspalais marschiert war, verließ er Stuttgart. Seine Abdankung unterschrieb der König am 30. November in Bebenhausen.
„Die Revolution in der Rotebühlkaserne, 9.11.1918: Öffnen der Waffenkammer“. Postkarte, Stuttgart 1918.
Da standen Arbeiter und Soldaten gruppenweise zusammen und diskutierten. An einer Stelle lagen vor dem Gebäude zerbrochene Scheiben und Bilderrahmen neben Fürstenbildern, die aus dem Fenster herausgeworfen waren. Unter den Umstehenden befanden sich zahlreiche alte Soldaten. Einige davon kannten mich und forderten mich auf, zu sprechen. Meine Aufforderung, nun in Ruhe auseinanderzugehen, wurde vom größten Teil der Versammelten befolgt.Wilhelm Keil, Erlebnisse eines Sozialdemokraten, Band 2, Stuttgart 1948
Niederlage
Umstrittene Erinnerung
Max Bauer: Konnten wir den Krieg vermeiden, gewinnen, abbrechen? Drei Fragen beantwortet von Oberst Bauer, Berlin: Verlag August Scherl 1919.
Bauer, ein enger Vertrauter Erich Ludendorffs, behauptete in dieser Anfang Juni 1919 erschienenen Broschüre, auch die Bevölkerung der Alliierten sei kriegsmüde gewesen. Deutschland sei nur „eine Nasenlänge vor dem Ziel ruhmlos zu Fall gebracht worden“.
Vorgeschichte des Waffenstillstandes. Amtliche Urkunden. Herausgegeben im Auftrage des Reichsministeriums von der Reichskanzlei, 1919.
Als Reaktion auf Bauers Behauptungen veröffentlichte die Reichsregierung bereits im August 1919 eine Aktenedition zur Vorgeschichte des Waffenstillstands, die harsche Kritik an der Obersten Heeresleitung übte.
Das Werk des Untersuchungsausschusses der Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung und des Deutschen Reichstages, 4. Reihe: Die Ursachen des Deutschen Zusammenbruchs im Jahre 1918, Abt. 1: Der militärische und außenpolitische Zusammenbruch, Abt. 2 : Der innere Zusammenbruch, Weitere Bände der 4. Unterreihe erschienen zwischen 1925 und 1929.
Einband von Abteilung 1: Band 1, Berlin 1928.
Ein Untersuchungsausschuss des Reichstags diskutierte seit 1919 über Ausbruch des Krieges, Kriegführung und die Ursachen der deutschen Niederlage. Die Militärs lehnten die Untersuchung ab, und die Parlamentarier lavierten zwischen Aufklärung und der Verhinderung von Schuldeingeständnissen gegenüber den früheren Gegnern. Mit dem Wahlsieg der NSDAP 1932 wurde die Arbeit aller vier Unterausschüsse beendet.
Was wir vom Weltkrieg nicht wissen. Im Auftrage der Weltkriegsbücherei herausgegeben von Friedrich Felger, Berlin 1930.
Auch die seit 1920 in Stuttgart situierte „Weltkriegsbücherei“ – die heutige Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek – setzte sich intensiv mit dem Weltkrieg und seinen Folgen auseinander. Ziel war es, alle verfügbaren Veröffentlichungen über den Ersten Weltkrieg zu sammeln. Nach dem Willen des ersten Direktors Friedrich Felger sollten die Bestände dem Kampf gegen den Versailler Vertrag dienen.
Erinnerungsbild an die Dienstzeit in der Marine
Das Bild spiegelt die Ambivalenz der Kriegserinnerung in der Weimarer Republik wider: Der Matrose Gottlieb Idler nahm 1918 am Matrosenaufstand teil und posierte auf einem Foto als „Bolschewick“ (siehe Kapitel "Matrosenaufstand"). Dennoch heißt es auf diesem montierten Erinnerungsbild: „Ruft einst das Vaterland uns wieder, so legen wir die Arbeit nieder und folgen treu der Flagge dann.“