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Feste. Dramen. Katastrophen.

Erlebnis Festung Dresden

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen
Festung Xperience

Was, wenn der Feind kommt? Der Schwarze Tod vor den Toren steht? Der Fluss über die Ufer tritt? Die Mauern nicht stark genug sind?

Aus Angst vor dem Feind und seiner militärischen Stärke erhält Dresden ab 1545 einen hochmodernen Schutzwall“: eine Bastionärbefestigung. Mächtige Mauern umgeben die Altstadt über viele Jahrhunderte. Sie schützen die Stadt vor Angriffen, prägen aber auch die Lebensverhältnisse, das Stadtbild und ihre Ausdehnung.




Dresda ad Albim, Saxoniae superioris metropolis, ac magnifica ducis electoris et regis Poloniae sedes. Dresden an der Elb, eine Haupt-Stadt des Obern Sachsen u. höchst vortreffliche Residentz des dasigen Churfürsten u. Konigs in Pohlen (ca. 1:6 000)

Matthäus Seutter, Druckgraphik, 1755

Aus der Sammlung von

SLUB/Deutsche Fotothek

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Quelle

SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Foto: Regine Richter

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Stadtgrundriss Dresdens mit Festungsmauern und Graben, 1755


Festung Dresden, großer Kanonenhof

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience" in der Festung Dresden, 2019

Aus der Sammlung von

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, Foto: Ben Walther

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Festung erleben

Der größte erhaltene Abschnitt der Festung ist die Brühlsche Terrasse: Dresdens heute weithin bekannte Flaniermeile. An ihrem östlichen Ende liegt die ehemalige Ziegeltor-Bastion. Als Festung Xperience ist sie für euch wieder hautnah erlebbar – mit moderner Audiotechnik und lebendigen 360°-Projektionen bereit zum Eintauchen in die Geschichte.

In dieser virtuellen Ausstellung könnt ihr euch in die Hintergründe der Festung Dresden vertiefen – von überall und zu jeder Zeit.

Durch die Ausstellungsthemen klicken:

〉 Umfassende Mauern
〉 Schutz und Geschütze
〉 Öffnung der Stadt


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Umfassende Mauern

Seit jeher versuchen die Menschen, ihre Lebensorte mit baulichen Mitteln vor äußeren Bedrohungen zu schützen. Das Gefühl der Angst vor dem Fremden, gleich welchen Namen es trägt, beeinflusst Aussehen und Bauweise der Schutzarchitektur.





Baumeister Wierandt und Herzog Moritz entwerfen die Festung Dresden

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience" in der Festung Dresden, 2019, Festung Dresden

Aus der Sammlung von

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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In Dresden sind es Herzog Moritz und sein Baumeister Wierandt, die entscheidende Neuerungen an der mittelalterlichen Wehranlage planen und umsetzen.


Moritz, Kurfürst von Sachsen

Lucas Cranach d. J., Ölmalerei, 1578

Aus der Sammlung von

SLUB/Deutsche Fotothek

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SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Unbekannter Fotograf

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Kurzbeschreibung
Verwalter: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Rüstkammer, Signatur/Inventar-Nr.: H 0074
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Moritz von Sachsen (1521–1553)

Herzog Moritz sucht Sicherheit

Im Jahr 1545 sieht der sächsische Herzog und spätere Kurfürst Moritz von Sachsen die Sicherheit seiner Residenzstadt Dresden in Gefahr. Es drohen Macht- und Glaubenskämpfe zwischen protestantischen Reichsfürsten, zu denen er selbst gehört, und dem katholischen Kaiser, dessen Wohlwollen er benötigt, um die sächsischen Gebiete unter seiner Führung zu vereinigen. Außerdem dringen im Südosten des Heiligen Römischen Reiches osmanische Truppen vor – das schürt zusätzliche Ängste unter den europäischen Fürsten.

Dresden ist zu der Zeit nicht unbefestigt, doch die bestehende Wallanlage reicht Moritz nicht mehr aus.





Übersichtsbild der Stadt Dresden nach einem Holzmodell von 1521

Unbekannter Künstler, Zeichnung, um 1900

Aus der Sammlung von

Städtische Galerie Dresden – Kunstsammlung, Museen
der Stadt Dresden

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Städtische Galerie Dresden – Kunstsammlung, Museen der Stadt Dresden, Foto: Franz Zadnicek

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Vom Ende des 12. Jahrhunderts bis 1519 war Dresden von einer hohen Stadtmauer geschützt. Mittelalterlicher Angriffs- und Belagerungstechnik hielt sie problemlos stand. Gegen die schlagkräftigen Feuerwaffen, die im 14. Jahrhundert in Europa aufkommen, hätte sie jedoch nur noch wenig ausrichten können.


Herzog Georg von Sachsen, genannt "der Bärtige" (1471 - 1539, Herzog 1500 - 1539) ?

Lucas Cranach d. Ä., Ölmalerei, 1524

Aus der Sammlung von

Kunstsammlungen der Veste Coburg

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Quelle

Kunstsammlungen der Veste Coburg

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Georg der Bärtige (1471 - 1539) ?


Beginn der Modernisierung

Herzog Georg der Bärtige (1471-1539), der Onkel von Moritz, stößt 1519 eine erste Modernisierung der Stadtbefestigung an. Innerhalb von zehn Jahren lässt er die mittelalterliche Stadtmauer abbrechen und dafür breite, steinverkleidete Erdwälle anlegen die sogenannten Remparts. Sie dämpfen einschlagende Geschosse und bieten Platz zur Aufstellung eigener Geschütze.

[...] vermittelst eines Walles und dazugehöriger Werke, auch eines Wassergrabens, [sollte] die Stadt fortificirt werden [...]
Georg der Bärtige




Grundriß der Stadt Dresden wie solche...1529 zusehen gewesen

Andreas Klengel (Zeichner); Georg Jakob Schneider (Kupferstecher), Druckgraphik, 1680

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SLUB/Deutsche Fotothek

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SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Foto: Reinecke, Hans

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Kurzbeschreibung
Der Grundriss Dresdens um 1529 ist nicht – wie heute üblich – genordet. Stattdessen liegt hier Süden oben und Norden mit der Elbe unten.
Die neue Befestigung von Herzog Georg vergrößert das Stadtgebiet im Nordosten. Die ehemals vorstädtische Siedlung um die Frauenkirche (auf der gesüdeten Karte links unten) gehört nun offiziell zur Stadt Dresden.


„Stadt dresdn 1546 angefangen Zubevestigen“

Caspar Vogt von Wierandt, Zeichnung, 1549

Aus der Sammlung von

Sächsisches Staatsarchiv

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Quelle

Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden, Bestand 10024 Geheimer Rat (Geheimes Archiv), Loc. 9125/20, Bl. 91 (in: Schr L, F 003, Nr 036)

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Kurzbeschreibung
Ältester erhaltener Plan der Festung Dresden
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Ältester erhaltener Plan der Bastionärbefestigung Dresdens von Caspar Voigt von Wierandt


Moritz baut eine moderne Festung

Georgs Modernisierungen reichen Moritz, der 1541 an die Macht kommt, nicht aus. Er verfolgt die Entwicklungen der Rüstungstechnik in Europa sehr genau. Und ist sich sicher: Der neuesten Artillerie ist auch diese Stadtbefestigung nicht gewachsen.

Ab 1545 lässt er Dresden daher mit modernen Festungsmauern umgeben – nach dem Vorbild norditalienischer Städte. Dort stehen damals die modernsten Verteidigungsanlagen Europas. Sie kombinieren umfassende Mauern mit auskragenden Bastionen und verhindern dadurch tote Winkel, in denen der Feind geschützt agieren kann.



Das Moritzlied

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience", 2019, Festung Dresden

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Spiel mir das Lied vom Tod!

Ein Schuss in den Rücken

Dresden ist die erste deutsche Stadt, die eine Bastionärbefestigung „nach altitalienischer Manier“ erhält. Doch ihre Fertigstellung im Jahr 1555 erlebt Moritz nicht mehr. Zwei Jahre zuvor wird er in der Schlacht bei Sievershausen tödlich verwundet. Ein Schuss trifft ihn schräg von hinten, weshalb schon früh Gerüchte über einen Hinterhalt aus eigenen Reihen entstehen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Schuss von einer feindlichen Hakenbüchse abgefeuert wurde.

Über den Tod von Moritz wurde ein Klagelied verfasst, das den Kurfürsten als ruhmreichen Helden verehrt.



Mit Schwarz tu dich bekleiden,
O deutsche Nation.
Reu, klag, und hab groß Leiden,
ITZ ist Dein Held davon,
Dein’s Reiches Schutz und Vater gut,
Moritz, der Fürst von Sachsen,
Der hatt‘ ein‘ starken Mut!

Erste Strophe des Moritzliedes
nach Paul Arras, Quellenbuch zur Sächsischen Geschichte, Bautzen 1912



Oft kam er triumphierend
Mit Fahnen aus dem Krieg.
Da halfst du jubilieren;
Denn kein Fried war sein Sieg.
Nun sieh ums Grab die Fahnen an;
Weil er im Krieg ist blieben,
So trauert jedermann.

Zweite Strophe des Moritzliedes
nach Paul Arras, Quellenbuch zur Sächsischen Geschichte, Bautzen 1912





Feldbinde des Kurfürsten Moritz

1553

Aus der Sammlung von

SLUB/Deutsche Fotothek

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SLUB / Deutsche Fotothek / Foto: Andrich, Richard

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Kurzbeschreibung
Verwalter: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Rüstkammer
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bewahren die blutgetränkte Feldbinde auf, die Moritz bei seiner Verwundung trug. Farbige Feldbinden dienten in der Schlacht der Identifizierung der verschiedenen Parteien.


Das Moritz-Monument an der Festungsmauer in Dresden

Christian Friedrich Sprinck, Druckgraphik, 1811

Aus der Sammlung von

Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Kurzbeschreibung
Das Moritz-Monument an der Festungsmauer in Dresden, Bildblatt und zweiseitige Erklärungsbeilage in 2. Auflage 1811
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Das Moritzmonument

Moritz‘ Nachfolge als Kurfürst tritt sein Bruder August I. an. Er lässt noch im Todesjahr ein Denkmal für Moritz an der Spitze der östlichen Bastion der Dresdener Festung errichten. In diesem übergibt Moritz August symbolisch die Herrschaft in Form des Kurschwerts.

An der Mauer der Brühlschen Terrasse befindet sich heute eine Kopie des Werks. Das Original ist aus konservatorischen Gründen im Residenzschloss Dresden ausgestellt.





Erweiterung der Festung Dresden am Schloss und am Zeughaus

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience" in der Festung Dresden, 2019

Aus der Sammlung von

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Quelle

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Der Festungsbau geht weiter

Moritz‘ Nachfolger August I. sieht sich mit einigen Problemen bei der Festung konfrontiert: Mehrere Bastionen sind zu klein geraten und bieten den dahinterliegenden Bauten kaum Schutz.


Kurfürst August von Sachsen (1526-1586)

Lucas Cranach d. J. (Nach), Gemälde, nach 1565

Aus der Sammlung von

Kunsthistorisches Museum Wien

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Quelle

Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie

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Kurfürst August I. (1526-1586)


Erweiterungen unter August

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts lässt Kurfürst August I. die zu klein geratenen Bastionen vergrößern. Zunächst am Residenzschloss, dessen bestehende drei Bastionen den aufstrebenden Bau kaum schützten. Dabei entsteht der Platz, wo später Zwinger und Semperoper gebaut werden.

Anschließend beginnt der Umbau der nordöstlichen Bastion am Ziegeltor. Hier befindet sich das strategisch wichtige Zeughaus, Aufbewahrungsort des Waffenarsenals (heute Albertinum). Die Bastion wird großzügig erweitert und erhält drei große Tonnengewölbe als Lagerfläche, die sogenannten Buchnertonnen.



Buchnertonnen

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience", 2019, Festung Dresden

Aus der Sammlung von

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Die neuen Tonnengewölbe sind nach ihrem Baumeister Paul Buchner benannt.


Festung Neu-Dresden

Heinrich Koch, Zeichnung, 1932/1935

Aus der Sammlung von

SLUB/Deutsche Fotothek

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Quelle

SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Unbekannter Fotograf

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Kurzbeschreibung
Verwalter: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Rüstkammer
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Festung Dresden mit Erweiterungen am Schloss (links oben) und am Zeughaus (rechts oben), Zustand um 1721

Wer plante den Festungsbau in der Praxis?

Lerne die Baumeister kennen ➦


Caspar Voigt von Wierandt

∗ um 1500;  † 1560 in Dresden

Über den ersten Baumeister der Dresdner Bastionärbefestigung ist nur wenig bekannt. Auch ein Bildnis ist nicht überliefert. Doch sämtliche Entwürfe aus seiner Feder weisen ihn als talentierten Architekten aus – sowohl militärischer als auch ziviler Bauten.

Herzog Moritz stellt Caspar Voigt von Wierandt 1545 als Oberzeug- und Baumeister an seinem Hof an. Neben der hochmodernen Festung Dresden befinden sich unter seinen Bauprojekten auch der Um- und Ausbau des Dresdner Residenzschlosses zu einer repräsentativen Renaissanceanlage, die Errichtung eines neuen Zeughauses in Dresden und die Befestigung Leipzigs mit dem Bau der Zitadelle Pleißenburg.





Graf Rochus zu Linar

Gemälde

Aus der Sammlung von

Archiv des Stadtgeschichtlichen Museums Spandau

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Quelle

Wikimedia Commons / JoJan

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Rochus zu Linar

Rochus zu Linar

∗ 1525 in Marradi; † 1596 in Spandau

Rochus Quirinus Graf zu Linar (auch Lynar) tritt 1569 Wierandts Nachfolge als Festungsbaumeister an. Der gebürtige Italiener war zuvor am französischen Hof tätig. Er ist ein versierter Architekt und Kenner von Waffentechnik, Forstwirtschaft und Bergbau.

In Dresden baut Linar die Bastionen am Residenzschloss bis 1573 um. Die dabei entstehenden Mauern sind teilweise bis heute unter den Langgalerien des Dresdner Zwingers erhalten.

Als Linars Gunst beim Kurfürsten abnimmt, wechselt er 1578 nach Brandenburg, wo er für den dortigen Kurfürsten unter anderem die Zitadelle Spandau vollendet.





Paul Buchner mit Handgranate

Tobias Wolf, Medaille

Aus der Sammlung von

Kunsthistorisches Museum Wien, Münzkabinett

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Quelle

KHM-Museumsverband

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Paul Buchner


Paul Buchner

∗ 1531 in Nürnberg; † 1607 in Dresden

Paul Buchner ist eigentlich ein gelernter Schreiner, Mechaniker und Schraubenmacher. Doch er beweist bauliches Geschick. Unter Rochus zu Linar leitet er die Baustelle der Festungserweiterung am Schloss mit. Damals noch Zeugmeister, erhält er nach dessen Weggang 1578 den Titel als Oberster Artillerie-, Zeug- und Baumeister. Zu diesem Anlass lässt er sein Bildnis auf eine Medaille prägen, mit Handgranate in der linken Hand.

Unter Buchner wird nicht nur die Nordostbastion der Festung am Zeughaus vergrößert, sondern auch Teile des Residenzschlosses umgearbeitet. Das Jagdschloss Moritzburg, der Stallhof und das neue Gewandhaus nahe des Neumarkts gehen ebenfalls auf ihn zurück.

 



Dresden und Altendresden im Jahre 1651

Samuel Nienborg, Druckgraphik, 1651

Aus der Sammlung von

SLUB/Deutsche Fotothek

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Quelle

SLUB / Deutsche Fotothek / Foto: Richter, Regine

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Dresdner Stadtbefestigung auf beiden Elbseiten, 1651


Das andere Ufer

Während im 16. Jahrhundert der Festungsbau auf der linken Elbseite voranschreitet, bleibt es auf dem rechtselbischen Gebiet – damals „Altendresden“, heute „Neustadt“ – zunächst ruhig.

Erst als Sachsen in den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) verwickelt wird, ordnet Kurfürst Johann Georg I. die Befestigung Altendresdens an. Unter den Baumeistern Wilhelm Dilich und Caspar Wolf von Klengel entsteht dort eine Festungsanlage nach niederländischem Vorbild.

Die Niederländer hatten das italienische System nach ihren Anforderungen modifiziert: Statt auf Mauerwerk setzten sie allein auf Erdmaterial, um schneller und günstiger zu bauen.

Was bedeuten die Bauarbeiten für die Bevölkerung?

Ein Blick in die Baustellenberichte 


Sorgen

Zwar verheißen die neuen Mauern Schutz, doch nicht immer ist die Dresdner Zivilbevölkerung dem Festungsbau wohlgesonnen. Verlegungen von Stadttoren führen regelmäßig zu Unmut. Einige Bürger und Bürgerinnen müssen sogar umsiedeln, weil der Landesherr ihre Grundstücke für den Mauerbau ankauft.

Auch in den vorstädtischen Siedlungen erregen die Bauarbeiten Besorgnis. Beim Umleiten von Gräben fürchtet man beispielsweise die Überflutung des Geländes ...



Wenn nun ettwan die Weisseritz so geschwindt kome, Vnd einen Riß hinder dem Graben rein machte, Vnd were der Tamm unden an der Elben gemacht, So kunte die Weisseritz nicht hinwegk kommen derwegen die Vorstadt vnd dieselbe gantze Refier erseufft konnte werden [...]
Aus Paul Buchners Bericht über die Meinung der Bevölkerung zur Erweiterung der Festung (Sächsisches Hauptstaatsarchiv, Artillerie- und Bausachen, 1553-1581, Loc. 9126, Bl. 109)


Zwangsarbeit

Besonders schwer für einige Teile der Bevölkerung wiegt das damals bestehende System von Dienstverpflichtung. Alle Schreiner und Maurer der sächsischen Ämter und Städte müssen auf der Festungsbaustelle Dienste für den Fürsten leisten. Auch „fachfremde“ Arbeiter wie Bauern werden zum Baustellendienst verpflichtet. Weil die Arbeit körperlich anstrengend und schlecht bezahlt ist, versuchen nicht wenige, sie zu umgehen. Einige bleiben der Baustelle fern, andere bezahlen Ersatzarbeiter.



Konsequenzen

Die mangelnde Euphorie und Ausbildung der Arbeitskräfte schlägt sich letztlich im Baugeschehen nieder. Unfälle sind an der Tagesordnung: Häufig kommt es zu Quetschungen und Verschüttungen. Außerdem müssen wegen „ungehorsamlich“ wegbleibenden Arbeitern regelmäßig Gastarbeiter aus anderen Herrschaften angeworben werden, damit sich die Bauarbeiten nicht zu sehr verzögern.



02

Schutz und Geschütze

Ein Motor des Festungsbaus ist die Entwicklung der Waffentechnik. Je stärker die Geschütze, desto mehr müssen die Mauern aushalten können. Je länger die Flugbahnen, desto weiter müssen die Verteidigungsanlagen ins Vorland ausgedehnt werden. Andersherum erfordern stärkere Festungen die Entwicklung immer schlagkräftigerer Waffen – ein Teufelskreis.





Kanonenschüsse im großen Kanonenhof

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience", 2019, Festung Dresden

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Kanonenfeuer im großen Kanonenhof


Geschossflugbahnen

Paul Buchner, Zeichnung, 1577

Aus der Sammlung von

SLUB/Deutsche Fotothek

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SLUB Dresden / Deutsche Fotothek

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Kurzbeschreibung
Verwalter: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Mathematisch-Physikalischer Salon
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Geschossflugbahnen nach Paul Buchner


Schaubild der Artillerie

Druckgraphik, 1789

Aus der Sammlung von

Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

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Schaubild der Artillerie, 1789


Artillerie

Alle Waffen großen Kalibers zählen zur sogenannten Artillerie. Im Zeitalter der Feuerwaffen sind das zum Beispiel Kanonen und Mörser. Artillerie ist zugleich die Bezeichnung der Truppen, die solche Waffen einsetzen. Daneben gibt es die Kavallerie – berittene Soldaten – und die Infanterie, die sich zu Fuß bewegt und mit Handwaffen ausgestattet ist.

Bastionen

Bei früheren Festungen gab es tote Winkel, in deren Schutz die Angreifenden Leitern anlehnen oder Breschen schlagen konnten. Genau gegen diese Angriffstaktik entwickeln italienische Baumeister im 15. Jahrhundert „Bastionen“ (zu Deutsch auch Basteien). 




Funktionsweise von Bastionen

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience", 2019, Festung Dresden

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Bastionen springen als winkelige Bollwerke aus der Festungsmauer hervor und ermöglichen Querfeuer entlang der eigenen Wälle.


Festungsgrundrisse

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience", 2019, Festung Dresden

Aus der Sammlung von

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Mit Erfindung der Bastionen halten geometrische Idealvorstellungen in den Festungsbau Einzug 


Kunstnahmen, welche den Walwerken nach ihren Winkeln oder Ekken / und Seiten gegeben werden

Druckgraphik, 1672

Aus der Sammlung von

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

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Quelle

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

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Ideale Festungsgrundrisse


Ideale

Pentagone, Hexagone, Oktogone – unter idealen Bedingungen wären die Bastionen in immer gleichen Abständen entlang der Festungsmauer gruppiert und jede Bastion gleich weit vom Stadtzentrum entfernt.

So regelmäßig und symmetrisch, wie es sich zeitgenössische Theoretiker vorstellen, können die meisten Stadtfestungen jedoch nicht gebaut werden. Stattdessen sind gewachsene Grundrisse und geographische Besonderheiten prägend.



Planstadt Palmanova

Georg Braun; Frantz Hogenberg , Druckgraphik, zwischen 1572 und 1680

Aus der Sammlung von

Wikimedia Commons

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Bei Gründung der italienischen Stadt Palmanova im Jahr 1593 wurde tatsächlich ein idealer Stadtgrundriss umgesetzt.


Befestigungsanlage

Matth. Remboldt (Stecher); Johann Faulhaber (Inventor), Druckgraphik, 1637

Aus der Sammlung von

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

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Quelle

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

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Berechnungen aus dem Werk "Befestigungsanlagen, n. Faulhaber", 1637


How to Festungsbau

Für die anspruchsvollen Winkelberechnungen ist mathematisches Wissen unverzichtbar. Über mündliche Weitergabe und gedruckte Werke kann sich das Wissen überregional verbreiten.

 



Dresden. Der Brühlsche Garten im Stadtgrundriss

Open Street Map, 2020

Aus der Sammlung von

Open Street Map

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Nordöstlich der Dresdner Altstadt befindet sich bis heute die ehemalige Ziegeltor-Bastion. Sie liegt direkt unter dem Brühlschen Garten am Elbufer.


Dresden. Befestigungsanlagen der Brühlschen Terrasse bis zur Hasenbastei (bearbeitet)

Walter Bachmann, um 1930

Aus der Sammlung von

SLUB/Deutsche Fotothek

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SLUB / Deutsche Fotothek / Foto: Ludwig, Herbert

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Kurzbeschreibung
Der Grundriss der alten Ziegeltor-Bastion wurde nachträglich hervorgehoben. Verwalter: Dresden, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Plansammlung
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Ziegeltor-Bastion vor dem Umbau


Vor dem Umbau

In der ursprünglichen Festungsanlage von Herzog Moritz ist die Bastion am Ziegeltor, einem alten Stadttor, relativ klein. Sie besitzt zwei seitliche Kanonenhöfe, die durch ein langes Gewölbe verbunden sind. Räume für Wachmannschaften und Aborte gehören ebenfalls zur Anlage. 



Dresden. Befestigungsanlagen der Brühlschen Terrasse bis zur Hasenbastei (mit Buchners neuer Bastei und Lusthaus)

Walter Bachmann, um 1930

Aus der Sammlung von

SLUB/Deutsche Fotothek

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SLUB / Deutsche Fotothek / Foto: Ludwig, Herbert

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Kurzbeschreibung
Verwalter: Dresden, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Plansammlung
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Ziegeltor-Bastion nach dem Umbau


Nach dem Umbau

Bei der Erweiterung der Festung Ende des 16. Jahrhunderts wird der große Kanonenhof der alten Bastion überbaut. Das Ziegeltor verliert dabei seine Funktion.

Nach einem Standbild der Justitia erhält die Bastion damals den Namen „Jungfer“. Mehrere Generationen später nennt Kurfürst August der Starke alle Bastionen nach römischen Gottheiten um – dadurch wird aus der Jungfernbastion im 18. Jahrhundert die Venusbastion.



Außenmauer der Jungfernbastion, Dresden

2007

Aus der Sammlung von

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Quelle

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, Foto: Frank Höhler

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An der Außenmauer der ehemaligen Ziegeltor-Bastion sind noch immer die Schießscharten des kleinen Kanonenhofes erkennbar.


Gießerei

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience", 2019, Festung Dresden

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stellt man in der Festung aller Wahrscheinlichkeit nach Kanonenrohre her. Auch Kanonenkugeln werden hier eingelagert 


Archäologischen Aufschlüsse der Festungsanlage Dresden im Bereich Formerei

Herbert Boswank, Fotografie, 1992

Aus der Sammlung von

Landesamt für Archäologie Sachsen

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Landesamt für Archäologie Sachsen. Aufnahme: Herbert Boswank

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Archäologische Untersuchungen in der Schwarzen Tonne der Festung, Blick zum kleinen Kanonenhof


Archäologische Befunde

Brandspuren, Ziegelreste und weitere Befunde zeigen, dass sich in der ehemaligen Ziegeltor-Bastion ein großer Schmelzofen (Windofen) zwischen dem großen Kanonenhof und dem Verbindungsgang zum kleinen Kanonenhof befunden hat. Im Verbindungsgang sind Überbleibsel einer Formerei nachweisbar.



Rekonstruktion der Gießerei in der Festung Dresden

Einhart Grotegut, Zeichnung, um 2006

Aus der Sammlung von

Einhart Grotegut

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Quelle

Einhart Grotegut

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Kurzbeschreibung
Simulation der räumlichen Situation der Gießerei in der Verbindungstonne. Blick in Richtung des großen Kanonenhofs.
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Rekonstruktion der Gießerei


Rekonstruktion

So könnte die Gießerei früher ausgesehen haben. Links die Formerei mit dahinterliegender Beheizungsrinne, rechts eine Wasserschöpfstelle zum Kanal. Im Hintergrund der wegen des Ofens teilweise vermauerte Durchgang zum großen Kanonenhof.

 



Patrouillierende Wachen im großen Kanonenhof

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience" in der Festung Dresden, 2019

Aus der Sammlung von

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Quelle

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Die Dresdner Festung ist je nach Zeit und politischer Lage unterschiedlich bemannt 

Das Personal

Als Grundausstattung für die insgesamt 76 Geschütze der Festung sah Herzog Moritz zunächst 50 Mann vor.  Darunter befanden sich 30 Büchsenmeister, die für das Herstellen, Einrichten, Laden und Reparieren der Feuerwaffen und Munition zuständig waren.





Büchsenmeister beim Laden des Feldgeschützes

Franz Helm, Buchmalerei, 1535

Aus der Sammlung von

Universitätsbibliothek Heidelberg

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Kurzbeschreibung
Ein Büchsenmeister steht hinter dem Geschützrohr, das auf Rädern gelagert ist und stopft mit einer Stange Pulver in das Geschütz. Zu seinen Füßen hat er sein Schwert, das in einer Scheide steckt, abgelegt. Vor ihm liegen neben Kugeln weitere Ladeutensilien wie Ladeschauffel, Ansetzkolben, Feger, im Hintergrund zwei Fässer. Überschrift: "Ein ander gewisse meynung Buchsenn zu Laden wie ytzo im gebrauch ist".
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Büchsenmeister beim Laden des Feldgeschützes, 1535


Gefährliche Funken

Eine der größten Gefahren im Beruf des Büchsenmeisters: ungewollte Explosionen. Diese können im Pulverlager passieren, aber noch viel eher beim Laden der Geschütze. Deshalb muss das Kanonenrohr nach jedem Schuss feucht ausgewischt werden, um glühende Rückstände zu löschen.



Das erste theil der Büchsenmeisterey

Buchillustration, 1591

Aus der Sammlung von

Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

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Quelle

SLUB Dresden

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Das erste theil der Büchsenmeisterey, erschienen 1591


Büchsenmeisterey

Das technische Wissen verbreitet sich einerseits durch Bücher, andererseits durch Ausbildung in den Zeughäusern. Die sächsische Ausbildung genießt im 16. Jahrhundert einen guten Ruf im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.



Geschützrohr und seine Teile, Ladeschaufel, Stoßer, Hebel, Zündluntengabel

Johann Jacob von Wallhausen , Druckgraphik, 1617

Aus der Sammlung von

Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

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Quelle

SLUB / Deutsche Fotothek / DDZ

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Geschützrohr und seine Teile, Ladeschaufel, Stoßer, Hebel, Zündluntengabel


Mehr Theorie als Praxis

Zum Laden, Ausrichten und Abfeuern einer Kanone ist allerhand verschiedenes Gerät nötig. Büchsenmeister-Lehrlinge erlernen den Umgang damit oft erst theoretisch. Weil Geschütze und Munition teuer sind, dürfen sie meist nur bei der Abschlussprüfung tatsächlich schießen.

 

Rekrutierung

In Zeiten, in denen es kein „stehendes Heer“ gibt, wird die Besatzung der Wehranlagen aus der jeweiligen Stadtbevölkerung rekrutiert. Alle wehrfähigen Bürger müssen Festungsdienste für ihre Stadt übernehmen. Stadträte fördern die Ertüchtigung der Bevölkerung durch Schießübungen und Spenden an Schützengesellschaften.

Im Laufe des 16. Jahrhunderts versuchen die Dresdener Bürger jedoch vermehrt, sich durch das Senden von Stellvertretern oder finanziellen Leistungen vom Wehrdienst zu entbinden. Daher wirbt man Söldner an, die sogenannten Landsknechte. In Krisenzeiten oder wenn die „Berufssoldaten“ im Übungslager sind, müssen die Bürger jedoch weiterhin an die Waffen. Auch Hilfsdienste, wie das Freihacken vereister Gräben im Winter, bleiben bis zum 18. Jahrhundert ihre Aufgabe.





Die Schildwache bei den Pulverfässern

nach Sebald Beham (1500-1550), Druckgraphik, 1520-1550

Aus der Sammlung von

Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig

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Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig

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Die Schildwache bei den Pulverfässern


Wachdienste

Zu den wichtigsten Aufgaben auf der Festung zählt das Bewachen der Stadttore – auch in Friedenszeiten. Die Torwachen regulieren den Personen- und Warenfluss in die Stadt und aus ihr hinaus. Nachts werden die Tore in der Regel geschlossen. 

Vergehen oder Ungehorsam des Festungspersonals werden stets geahndet, zum Beispiel mit Versetzung in hierarchisch niedrigere Truppen.

Ist wegen übermäßigen vollsaufens, in dem er am Heil. Neu Jahres Fest, deswegen nicht mit aufziehen können, In die 3. Rotte gesetzt

Eintrag über Büchsenmeister Abraham Frost, SHStA, Kriegsarchiv Dresden, Akte Nr. 7011 Hauptrolle 1677



Die Festung als Gefängnis

Nicht immer diente die Festung Dresden nur der Stadtverteidigung. Die dicken Mauern eigneten sich auch gut als Gefängnis.





Lips Tullian und seine Raubgenossen: Die Räuber als Baugefangene

Buchillustration, 1854

Aus der Sammlung von

Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

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SLUB Dresden

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Lips Tullian und seine Raubgenossen, Buchillustration von 1854


Lips Tullian

Einer der berühmtesten Insassen hier ist Lips Tullian, Anführer der Räuberbande „Schwarze Garde“. Sie hatte die sächsischen Lande über ein Jahrzehnt lang mit Überfällen und Morden heimgesucht. Tullian war dabei mehrfach in Gefangenschaft geraten, hatte aber immer wieder fliehen können. 1711 wird er endgültig inhaftiert und im März 1715 hingerichtet.



Johann Friedrich Böttger und die Formel des „weißen Goldes“

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience" in der Festung Dresden, 2019

Aus der Sammlung von

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Und noch etwas ließ sich in der Festung gut bewahren ... Geheimnisse!

Im Goldrausch

Anfang des 18. Jahrhunderts forscht der Alchimist Johann Friedrich Böttger in geheimer Mission in der Festung. Er hatte Kurfürst August dem Starken wiederholt versprochen, Gold herstellen zu können. Eine verheißungsvolle Aussicht!

Damit die vermeintliche Goldquelle nicht entwischt, lässt der Kurfürst für Böttger Laborräume in der Spitze der Venusbastion einrichten. Wohnen kann er in einem eingezäunten Haus darüber, verlassen darf er den Bereich jedoch nicht.





August der Starke aus Böttgersteinzeug

Johann Joachim Kretzschmar; Königlich Sächsische Porzellan-Manufaktur, Statuette, um 1715

Aus der Sammlung von

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

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Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg / Foto: Luther & Fellenberg

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Kurzbeschreibung
Die Statuette zeigt August den Starken in rötlichem Steinzeug, eine keramische Masse aus Lehm und Bolus, die der Apothekerlehrling Johann Friedrich Böttger 1707 in Anlehnung an chinesisches Feinsteinzeug entwickelte – als Zwischenstufe zum kaolinhaltigen, echten weißen Porzellan, dessen Herstellung ihm 1708 gelang. Mit der Gründung der ersten europäischen Porzellanmanufaktur in Meißen sicherte der dargestellte Regent das Wirtschaftswachstum seines Landes.
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August der Starke aus Böttgersteinzeug, auch "rothes Porcelain" genannt


Böttger! Wo ist mein Gold?

Als die Suche nach dem Goldrezept erfolglos bleibt, verlagert Böttger seine Forschung auf die Herstellung von Porzellan. Das Rezept für die begehrte weiße Feinkeramik kannte man bis dahin nur in Ostasien.

Im Januar 1708 gelingt ihm gemeinsam mit seinen Kollegen Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und Gottfried Pabst von Ohain in der Festung der wissenschaftliche Durchbruch: Die Erfindung des europäischen Hartporzellans!

Die Geschichte wird ab 1710 in der ersten europäischen Porzellanmanufaktur auf der Albrechtsburg Meissen fortgeschrieben.

03

Öffnung der Stadt

Im Laufe der Jahrhunderte nimmt die Bedeutung der Festung als Verteidigungsanlage ab. Auf manchen Bastionen entstehen Lustbauten und Gärten, auf anderen flaniert das Bürgertum.





Barockes Fest

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience", 2019, Festung Dresden

Aus der Sammlung von

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Lustiger Tanz auf den Mauern der Festung? Aus militärischer Sicht undenkbar!


Churfürstliches Lusthaus nach 1653

F. Hagedorn, Ölmalerei, 1887

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SLUB/Deutsche Fotothek

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SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Foto: Paetzold, Brigitta

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Kurzbeschreibung
Verwalter: Dresden, Museen der Stadt Dresden, Städtische Galerie Dresden
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Das erste Belvedere


Schöne Aussichten

Von der Spitze der ehemaligen Ziegeltor-Bastion hat man einen herrlichen Blick über das Elbtal. Das fand auch Kurfürst Christian I. und gab hier schon Ende des 16. Jahrhunderts den Bau eines „Belvedere“ in Auftrag. Nach dem Entwurf von Giovanni Maria Nosseni und unter Mitwirkung von Carlo de Cesare und Sebastian Walther entstand ein reich ausgestattetes, zweigeschossiges Lusthaus – mitten auf militärischem Gebiet. 

1747 wird das Belvedere durch eine Pulverexplosion zerstört. Doch der Ort ist gesetzt ➦

 



Das Zweite Belvedere auf der Jungfernbastion

Bernardo Bellotto, gen. Canaletto (1722-1780), Ölmalerei (Ausschnitt), um 1751/53

Aus der Sammlung von

Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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bpk / Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Kurzbeschreibung
Detail aus dem Gemälde „Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke“
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Das zweite Belvedere


Das zweite Belvedere

Nach der Explosion dauert es nicht lange, bis die Bastionsspitze wieder bebaut wird. Das Areal gehört inzwischen dem wohlhabenden Premierminister Heinrich Graf von Brühl, der die ganze Wallseite nach seinen Vorstellungen umgestaltet. Von 1748 an lässt er von dem Architekten Johann Christoph Knöffel ein zweites Belvedere errichten. Es besitzt einen Grottensaal im Erdgeschoss, darüber einen prächtigen Festsaal. Lange steht das Gebäude jedoch nicht: 1759 wird es im Siebenjährigen Krieg zerstört.



Ansicht des dritten Belvederes

Christian Gottlob Hammer, Druckgraphik, 1830

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SLUB/Deutsche Fotothek

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SLUB Dresden / Deutsche Fotothek

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Das dritte Belvedere


Das dritte Belvedere

Die Ruinen des zweiten Belvederes bleiben für viele Jahre auf der Bastion erhalten. Erst 1814, als die Brühlsche Terrasse durch eine große Freitreppe öffentlich zugänglich gemacht wird, wird auch ein neues Belvedere gebaut. Architekt des klassizistischen Baus ist Christian Friedrich Schuricht.

Sind aller guten Dinge nun drei? Nicht ganz. 1842 trägt man das als Gaststätte genutzte Gebäude wegen Unzulänglichkeiten ab.



Das Vierte Belvedere auf der Brühlschen Terrasse in Dresden, Blick unterhalb der Terrasse nach Südwesten, mit Katholischer Hofkirche und dem Ersten Bau der Semperoper im Hintergrund, Spaziergänger im Vordergrund.

Gustav Täubert (1817-1913), Druckgraphik, um 1850

Aus der Sammlung von

Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Das vierte Belvedere


Das vierte Belvedere

Dafür entsteht gleich darauf, ab 1842, das vierte Belvedere auf der Bastionsspitze. Der Architekt Otto von Wolframsdorf lehnt seine Gestalt leicht an die Dresdener Semperoper an. Im Innern beherbergt der ebenfalls als Gaststätte genutzte Bau Festsäle, Gesellschaftszimmer und natürlich eine Aussichtsgalerie. 1945 wird das vierte Belvedere bei der Bombardierung Dresdens zerstört.

 



Aussicht vom Belvedere auf der Brühlschen Terrasse zu Dresden

Nach der Natur gezeichnet und herausgegeben von C. Enstensen in Dresden, Lithogr. v. Arldt, Staffagen v. Baumgarten, Druck v. J. Braunsdorf, Druckgraphik, um 1860

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Schloss Pillnitz, Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Was für eine Aussicht! Die Brühlsche Terrasse mausert sich zum „Balkon Europas“!


Grundriss der Brühlschen Terrasse mit den darunterliegenden Gewölben und angrenzenden Gebäuden, u.a. Zeughaus, Münzgebäude, Klepperstall, Kunstausstellungssaal, Gondelhafen und Gartenanlagen

Plan, 1839

Aus der Sammlung von

Sächsisches Staatsarchiv

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Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden, 10006 Oberhofmarschallamt, Plankammer, Cap. 1B, Nr. 55

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Grundriss der Brühlschen Terrasse


Gärten auf der Bastion

Der wohlhabende Premierminister Heinrich Graf von Brühl lässt ab 1747/48 einen großen Garten mit Brunnenanlage auf der ehemaligen Ziegeltor-Bastion anlegen. Dafür werden unter anderem die nach oben offenen Kanonenhöfe verfüllt. Die gesamte Nordseite des Festungswalls gestaltet Brühl letztlich neu: mit Lust- und Kulturbauten entsteht hier die „Brühlsche Terrasse“.

Damals ist sie noch nicht öffentlich zugänglich.



Haupteingang zu den Gärten auf der Terrasse des Brühlschen Palais zu Dresden

Begersche Buch- u. Kunsthandlung a. d. Schlossgasse, Druckgraphik, um 1840

Aus der Sammlung von

Schloss Pillnitz, Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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1814 wird eine große Freitreppe hoch zur Brühlschen Terrasse angelegt, die nunmehr der Zivilbevölkerung offensteht.


Das Café Reale auf der Brühlschen Terrasse in Dresden

J. Braunsdorf (1834-1873 erwähnt); Druckerei
E. Müller (1812-1885), Druckgraphik, um 1850

Aus der Sammlung von

Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Kurzbeschreibung
Gebaut wurde das Café 1843 von Otto von Wolframsdorf, der auch das vierte Belvedere auf der Jungfernbastion entworfen hat. 1886 reißt man es ab, weil hier die neue Kunstakademie entstehen sollte.
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Cafégäste auf der Brühlschen Terrasse


Das Café Reale

Im 19. Jahrhundert befindet sich auf der Brühlschen Terrasse ein gesellschaftlicher Hot Spot: das Café Reale. Es avanciert zu einem der beliebtesten Kaffeehäuser Dresdens. Gerade im Sommer lädt der tempelartige Bau zu einem Besuch ein: Dann kann man auf der Terrasse sitzen und das Treiben auf der Flaniermeile und der Elbe beobachten.

Die Mauern schwinden

Im Laufe der Zeit verliert die Festung an militärischer Bedeutung. Auch erscheint die massive Trennung zwischen Innenstadt und Vorstadt bald nicht mehr zeitgemäß. Die Stadt möchte sich vielmehr öffnen und uneingeschränkt ausdehnen.





Das Moritz-Monument an der Festungsmauer der Bastion Mars in Dresden

Christian Friedrich Grimmer (1798-1850), Druckgraphik, um 1835

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Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Die Hasenbergbastion mit dem Moritzmonument während der Entfestigung Dresdens


Entfestigung

Mitte des 18. Jahrhunderts hatte man zum ersten Mal erwogen, die Festung zu schleifen, sprich: abzutragen. Doch damals wurde das Unterfangen als zu teuer abgetan. Erst 1809 greift man den Gedanken wieder auf. Bis 1830 werden die meisten Festungswerke auf der Altstadt- und Neustadtseite demoliert.

Einfach ist das Ganze nicht: Die Verantwortlichen müssen Gräben umleiten, trockenlegen und zuschütten, die teilweise privaten Walleigentümer entschädigen und natürlich die enormen Kosten im Blick behalten.

Lange Zeit konnte man den Stadtkern nur durch eines der wenigen Stadttore betreten oder verlassen. Mit der Entfestigung verlieren sie ihre Bedeutung





Das Pirnaische Tor von Osten über die Brücke gesehen, vor der Demolierung

Friedrich August Kannegiesser (Inventor); Stengel & Co. GmbH, Kunstanstalt (Dresden) (Hersteller), Druckgraphik, 1890

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Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Das Pirnaische Tor vor der Demolierung


Die Demolierung des Pirnaischen Tores in Dresden am 26. Dezember 1820

Karl Gottfried Traugott Faber, Zeichnung, 1820

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Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Die Demolierung des Pirnaischen Tores am 26. Dezember 1820


Pirnaischer Platz

Illustration, 1898

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Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

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Pirnaischer Platz um 1898


Das Ziegeltor in der Festung Dresden

2007

Aus der Sammlung von

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, Foto: Frank Höhler

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Unter einem meterdicken Erdwall überdauert ein Stadttor die Zeit: das Ziegeltor 


Dresden von Osten

Gabriel Tola, Zeichnung, 1570

Aus der Sammlung von

SLUB/Deutsche Fotothek

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SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Foto: Thonig, Manfred

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Kurzbeschreibung
"Neudresden und Altendresden" von Osten gesehen. Ausschnitt, 2. Viertel von links. Festungsanlagen, Schießhaus, Münze und Brückenanfang, dahinter Schloß mit Schloßturm und befestigtem Schösserrreiturm im Zustand von 1553. Verwalter: Dresden, Museen der Stadt Dresden, Stadtmuseum Dresden
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Ansicht von der Elbseite, 1570. Das Ziegeltor ist am linken Bildrand zu erkennen. Nach dem Bastionsumbau liegt es innerhalb der Jungfernbastion.


Rekonstruktionsversuch des Ziegeltors in der Festung Dresden

Einhart Grotegut, Zeichnung, um 2006

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Einhart Grotegut

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Einhart Grotegut

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Rekonstruktionszeichnung der Toranlage


Wie funktionierte die Toranlage?

Das Ziegeltor bestand aus drei hintereinanderliegenden Torkammern. Im Angriffsfall konnten sie einzeln verschlossen werden: die erste Kammer durch eine Zugbrücke, die zweite durch ein schweres Flügeltor, die dritte zusätzlich durch ein Fallgitter. Über den Kammern befand sich ein „Technikgeschoss“ für die Mechaniken von Zugbrücke und Fallgitter. Durch den Wassergraben vor der Festung war das Tor bei hochgezogener Zugbrücke schwer für den Feind zu erreichen.



Brückengang in der Festung Dresden

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience" in der Festung Dresden, 2019

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, Foto: Ben Walther

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Der Brückengang


Brückenreste

An der Elbseite des Ziegeltors verlief ein Wassergraben. Bis zum Umbau der Bastion war er mit einer Brücke überspannt. Die steinernen Brückenbögen sind bis heute erhalten. Damals befand sich dieser Bereich noch unter freiem Himmel.



Das Ziegeltor an der Elbe in Dresden

Christian Friedrich Grimmer, Druckgraphik, 1835

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Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Kurzbeschreibung
Das Ziegeltor (Schifftor, 1552-1590) an der Elbe in Dresden (später durch die Jungfernbastei überbaut, in der Brühlschen Terrasse erhalten), aus den Abbildungen zur Chronik Dresdens von 1835.
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Das Ziegeltor von der Stadtseite aus, um 1835


Pestärzte an der Zugbrücke des Ziegeltors

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience", 2019, Festung Dresden

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Heute kann man das älteste erhaltene Stadttor wieder durchschreiten. Aber aufgepasst, die Pestärzte lassen nicht jeden durch!
Bei der Entfestigung sind die Brühlsche Terrasse und die ehemalige Ziegeltor-Bastion verschont geblieben. Einerseits empfand die Bevölkerung die dortigen Gärten und Lustbauten als schön, andererseits bot der Wall hier einen gewissen Hochwasserschutz.




Festung Dresden unter Wasser

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH; TAMSCHICK MEDIA + SPACE GmbH, Multimediale Inszenierung im Erlebnisangebot "Festung Xperience" in der Festung Dresden, 2019

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Das Wasser kommt trotzdem immer, wie es will. Im großen Kanonenhof sind die Hochwassermarken vergangener Fluten an einem Durchgangsbogen eingemeißelt 


Hochwassermarken, Großer Kanonenhof

Fotografie, 2007, Festung Dresden

Aus der Sammlung von

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

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Durchgangsbogen mit Hochwassermarken im großen Kanonenhof


Beräumung des großen Kanonenhofs der Festung Dresden

Fotografie, 1991

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Dresdner Verein Brühlsche Terrasse e.V.

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Dresdner Verein Brühlsche Terrasse e.V.

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In den 1960er Jahren graben Ehrenamtliche die verfüllte Festungsanlage unter der Brühlschen Terrasse aus. Sie legen Ziegeltor und Buchnertonnen frei. 1990 setzen Mitglieder des Dresdner Verein Brühlsche Terrasse e.V. die Ausgrabungen fort.


Eingang zu Festung Xperience auf der Brühlschen Terrasse

Fotografie, 2020

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Festung Xperience

Seit dem 30. November 2019 sind die freigelegten Bereiche der Festung Dresden unter der Brühlschen Terrasse wieder für Besucher und Besucherinnen zugänglich. In dem neuen Erlebnisangebot „Festung Xperience“ nimmt euch Herzog Moritz, der erste Bauherr, auf eine spannende Reise durch seine Festung mit.

Neugierig geworden? Plant euren Besuch auf www.festung-xperience.de!


Dresden, Stadtgrundriss

2020

Aus der Sammlung von

Open Street Map

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Wer genau hinsieht, erkennt den Verlauf der Festung übrigens noch heute im Stadtgrundriss!

Eine virtuelle Ausstellung von

Team

Kuratiert von Annekathrin Heichler und Dr. Dirk Welich.
Erstellt mit :
DDB Studio
Ein Service von:
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Diese Ausstellung wurde am 26.06.2020 veröffentlicht.



Impressum

Die virtuelle Ausstellung Feste. Dramen. Katastrophen. wird veröffentlicht von:

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemeinnützige GmbH
Stauffenbergallee 2a
01099 Dresden
gesetzlich vertreten durch Geschäftsführer Dr. Christian Striefler

Telefon: +49 351 56391-1001, Fax: +49 351 56391-1009
E-Mail:  service@schloesserland-sachsen.de

Verantwortlich im Sinne des Rundfunkstaatsvertrags:
Geschäftsführer Dr. Christian Striefler
Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemeinnützige GmbH (SBG)
Stauffenbergallee 2a
01099 Dresden

Kurator*innen:
Annekathrin Heichler, Dr. Dirk Welich

 

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