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JEDEN TAG IM MUSEUM

Aufsichten präsentieren ihre Lieblingswerke

Jeden Tag im Museum

Tagein, tagaus beschützen sie die Exponate und begrüßen die Besucher*innen. So kennt man die Museumsaufsichten normalerweise. Ihre eigenen Erfahrungen und Beziehungen zu den Werken sind den meisten dagegen unbekannt. Dabei verbringt kaum jemand so viel Zeit mit den Objekten wie sie.

„Jeden Tag im Museum. Aufsichten präsentieren ihre Lieblingswerke“ befragt die Museumsaufsichten nach ihren eigenen, ganz persönlichen Beziehungen zu ihren Lieblingswerken. Sie erinnern sich an ungewöhnliche Gespräche mit den Besucher*innen und erzählen von ihren Erfahrungen in den Museen. Dabei sind ihre Stimmen, ihre Herkunft und ihr Verhältnis zu den Werken so unterschiedlich wie die Objekte selbst: Die hier aufgezeigten Berichte zeugen sowohl von persönlichen und emotionalen Erinnerungen, als auch von nüchternen Fakten, mal geprägt von Vorwissen, mal von Faszination, oft aber von beidem.

„Jeden Tag im Museum“ ist eine Ausstellungsintervention im Rahmen von WEITWINKEL - Globale Sammlungsperspektiven, für die insgesamt 34 Werke in den Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin von den Aufsichten ausgewählt wurden und durch eine Markierung mit begleitendem Text und Zitaten hervorgehoben wurden. 

01
JEDEN TAG IM ALTEN MUSEUM

02
JEDEN TAG IM PERGAMONMUSEUM

TATJANA

Historikerin, Künstlerin und Aufsicht im Pergamonmuseum

„Mein Onkel war nach 1945 der Bauleiter auf der Museumsinsel und auch zuständig dafür, die Platten vom Pergamon-Altar wieder aus Russland zurückzubringen und sie wiederaufzubauen. Er hatte den Traum, dass das Neue Museum noch einmal ein Museumsbau wird. Als 6-jährige hat er mich dort in den Ruinen eine Treppe hochgeführt und ich konnte nicht begreifen, dass man es Neues Museum nannte. Er hatte dann meinen anderen Onkel beauftragt, die Modelle von Hans Schleif nachzubauen. Für mich war dieser Onkel Klaus immer der ‚Modellbauer‘.“

TATJANA

Historikerin, Künstlerin und Aufsicht im Pergamonmuseum

„Die Keramik aus Iznik –aus dem sogenannten Osmanischen Hofstil– fasziniert mich, weil man dort die islamische, keramische Kunst in einer ganz interessanten Form sieht. Also besonders beeindruckt hat mich das, da ich zweimal in Istanbul war und sehr begeistert war von den Kachelmotiven im Topkapi Palast und auch in der Blauen Moschee.“

03
JEDEN TAG IM NEUEN MUSEUM

04
JEDEN TAG IN DER GEMÄLDEGALERIE

05
JEDEN TAG IM MUSEUM EUROPÄISCHER KULTUREN

06
JEDEN TAG IM SCHLOSS KÖPENICK

ALINA-DIANA MINDRILA

Aufsicht im Schloss Köpenick

DE „Ich finde dieses Museum beeindruckend, weil hier der barocke Stil sehr spürbar ist. Ich liebe die Figuren, die sowohl an den Wänden als auch an der Decke auftauchen, zum Beispiel die kleinen Engel: mich begeistern die deutlich erkennbaren Füßchen und Fingerchen. Ja, es ist ein bemerkenswerter Stil, dem man heutzutage nicht mehr begegnet. Außerdem: alles wurde handgefertigt, nicht mit einem besonderen Apparat oder Werkzeug wie heute. Heute wird alles maschinell hergestellt, und trotzdem gibt es nicht so schöne Sachen.“

RO „Consider acest muzeu impresionant pentru că aici stilul baroc este foarte evident. Iubesc figurile care apar atat pe pereți, cat și pe tavan, de exemplu ingerașii: mă entuziasmează piciorușele și degețelele care sunt atat de clar vizibile. Da, este un stil remarcabil pe care nu il mai intalnești in zilele noastre. Pe deasupra: totul a fost făcut manual, nu cu un aparat sau o unealtă specială ca azi. Astăzi totul este făcut cu mașini și totuși nu există lucruri atat de frumoase.”

SULTAN MACHIGOV

Aufsicht im Schloss Köpenick

DE „Ich mag diese großen Teller sehr, der Aufbau
gefällt mir auch gut. Sie sind majestätisch, und sehen
schön aus. Es wäre toll so etwas Zuhause zu haben,
wenn Freunde zu Gast kommen.“

RU „Мне очень нравятся эти большие тарелки и
шкаф мне тоже нравится. Они выглядят
величественно и прекрасно. Было бы здорово
иметь такое у себя дома, когда друзья приходят в
гости.

SIMONE K.

Aufsicht im Schloss Köpenick seit 2016

"Die Bremer Stadthaustür ist so wunderbar, weil sie einen an einen Scherenschnitt erinnert, und damit auch so etwas Märchenhaftes auslöst, als könne man durch diese Tür hindurchschreiten und in eine andere Welt gelangen."

THOMAS R.

Aufsicht im Schloss Köpenick seit 2016

"Am Münz- und Kabinettschrank finde ich gut, dass er eine Verbindung zwischen der ostasiatischen und europäischen Kunst ist. Da ist die Bildgeschichte vereint, in dem Schrank. Die sog. Streulacktechnik kommt zum Vorschein, da werden feinste Metallspähne mit Bindelack fixiert, dadurch gibt es eine hohe Farbbrillianz. Dieser Schrank war als Möbelstück bestimmt, für den Preußenkönig Friedrich den I.. Zur Konstruktion wurden Eiche, Fournier, Birnenbaum, Schwarzlack verwendet und goldene Messingbeschläge. Ich finde ihm zum Angucken schön und zum Besitzen. Ich würde mir schon manchmal einen großen Schrank wünschen mit richtig vielen Fächern und das zeichnet den Schrank ja aus."