Direkt zum Inhalt

75 Jahre Montbéliard und Ludwigsburg

Entwicklung der ersten deutsch-französischen Städtepartnerschaft von 1950 – 2025

Vorwort

Die Zukunft unserer beiden Länder, der Grundstein, auf dem die Einheit Europas gebaut werden kann und muss, und der höchste Trumpf für die Freiheit der Welt bleiben die gegenseitige Achtung, das Vertrauen und die Freundschaft zwischen dem französischen und dem deutschen Volk.“

Charles de Gaulle, Präsident Frankreichs von 1959 - 1969, in seiner Rede an die deutsche Jugend, Ludwigsburg, 9. September 1962

1950 schlossen Ludwigsburg und Montbéliard die erste Partnerschaft zwischen einer deutschen und französischen Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese Partnerschaft besteht noch heute. Die Bürgerinnen und Bürger beider Städte haben mit ihren vielseitigen Aktivitäten ermöglicht und ermöglichen weiterhin, dass die Einwohnerinnen und Einwohner beider Städte erleben konnten und können, was Völkerverständigung bedeutet: Einander zu kennen, einander zu verstehen, die Sorgen des anderen zu teilen.

Seit dem Beginn der Partnerschaft wurden zahlreiche Sportwettkämpfe freundschaftlich gegeneinander ausgetragen, gemeinsame Konzerte gespielt, haben mehrere Tausend Schülerinnen und Schüler den Schulalltag im anderen Land bei einem Austausch kennengelernt. All dies gehört zum „Ehealltag“ einer deutsch-französischen Gemeindepartnerschaft, von denen es inzwischen ca. 2.200 gibt. Deshalb kann vieles in der Entwicklung der ältesten Partnerschaft zwischen einer deutschen und einer französischen Stadt als beispielhaft für diejenigen gelten, die nach ihr entstanden sind.

Diese Ausstellung soll zeigen, wie viel an Nähe zu- und Verständnis füreinander auf der zivilgesellschaftlichen Ebene, der „Infrastruktur der deutsch-französischen Beziehungen“, seit den 1950er-Jahren erreicht worden ist und weiterhin geleistet wird.

Parallel zu der deutschsprachigen Version dieser Ausstellung haben wir eine französischsprachige aufgebaut, die ebenfalls auf DDBstudio verfügbar ist: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/jumelage-ludwigsburg-montbeliard

01
Die „Infrastruktur der deutsch-französischen Beziehungen“

02
1407 – 1793: Montbéliard Teil des Herzogtums Württemberg

03
Die Anfänge der Partnerschaft

04
Die Partnerschaft wird offiziell und sportlicher

05
Neue Impulse dank Schüler- und Verwaltungsaustausch

06
Die Partnerschaft feiert Jubiläen

Jubiläen der Partnerschaft

1975 begingen Ludwigsburg und Montbéliard erstmals feierlich ein Jubiläum ihrer Partnerschaft. Gemeinsam mit 41 weiteren deutschen und französischen Partnerschaften wurden beide Städte im gleichen Jahr auch mit dem Prix France-Allemagne ausgezeichnet. 

In seiner Laudatio erklärte der damalige Präsident des französischen Senats Alain Poher: „Ludwigsburg und Montbéliard waren echte Pioniere im Sinne einer fairen Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern.“

Seitdem haben die partnerschaftlich miteinander verbundenen Städte weitere Jubiläen gemeinsam gefeiert und weitere Preise für ihr Engagement erhalten. Das letzte in dieser Ausstellung dokumentierte Jubiläum ist das 75. im Jahr 2025.

07
Die Partnerschaft im Alltag

08
Deklaration für Afrika

09
„Die Alten werden alt..."

Im Schuljahr 2013/14 haben Schülerinnen und Schüler aus Ludwigsburg und Montbéliard drei Frauen und zehn Männer interviewt, die die Partnerschaft in verschiedenen Phasen ihrer damals 64jährigen Geschichte begleitet und gestaltet haben.

Die meisten von ihnen haben am Ende der Gespräche ihren Einsatz für die Partnerschaft im Rückblick bewertet und sich auch über die Zukunftsaussichten von deutsch-französischen Städtepartnerschaften geäußert.

10
Aber noch kein bisschen müde!

Stimmen von Menschen, die sich für die Partnerschaft engagieren

Pierre-Michel Kahn entkam am 24. Februar 1944 als Elfjähriger in Montbéliard der Deportation nach Auschwitz. Seine Eltern und die meisten Mitglieder der damaligen jüdischen Gemeinde von Montbéliard wurden dort umgebracht. Im Alter von 91 Jahren legte er weiterhin unermüdlich Zeugnis davon ab, um die Erinnerung an den Holocaust am Leben zu erhalten, und trat dabei zugleich für Toleranz, Verständigung und Versöhnung ein.

Anlässlich der Feierlichkeiten rund um das 75jährige Bestehen der Städtepartnerschaft hat er am 10. Mai 2025 im Kulturzentrum der Stadt Ludwigsburg diese Botschaft auf Deutsch und Französisch vorgetragen.

Die Aufnahme dieser Rede und Interviews mit

  • Daniela und Karsten Heß von der DJK-Ludwigsburg
  • Marianne Landig und Markus Schneid von der Radweginitiative Ludwigsburg
  • Uwe Appel und Alexander Schell vom Musikverein Oßweil, Stadtkapelle Ludwigsburg
  • Pfarrerin Kerstin Hackius von der evangelischen Stadtkirchengemeinde Ludwigsburg und Michael Werner, evangelischer Dekan in Ludwigsburg
  • Miriam Jalmain vom Collège Guynemer in Montbéliard und Florian Hornig vom Goethe-Gymnasium Ludwigsburg 

die sich alle im Laufe des Jubiläumsjahres für die Städtepartnerschaft engagiert haben, stehen am Ende dieser Ausstellung. Sie zeigen, dass die Partnerschaft noch heute von den Menschen beider Städte gelebt wird und sie 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs weiterhin einen Beitrag zum besseren Verständnis leisten kann.

Über die Entstehung der Ausstellung

Die Grundlage der Ausstellung „75 Jahre Montbéliard und Ludwigsburg“ bilden verschiedene Projekte, die in den Jahren 2011 – 2025 durchgeführt wurden:

Zwischen 2011 und 2013 haben das dfi und die Stadtarchive Ludwigsburg und Montbéliard gemeinsam Dokumente wie Zeitungsartikel, Reden und Broschüren zu den Anfängen und der Entwicklung der Städtepartnerschaft digitalisiert, inhaltlich erschlossen und sie in einem digitalen Lesesaal zur Städtepartnerschaft Ludwigsburg und Montbéliard online frei zugänglich gemacht.

In den Jahren 2013 und 2014 führten Schülerinnen und Schüler aus Ludwigsburg und Montbéliard Interviews mit drei Frauen und neun Männern, die sich über viele Jahre hinweg auf deutscher und französischer Seite für die Partnerschaft engagiert haben. Diese insgesamt zehn Gespräche von Jugendlichen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wurden von einem Studenten der Filmakademie Ludwigsburg gefilmt und zu etwas mehr als 70 kurzen Sequenzen geschnitten, in denen sich die Akteurinnen und Akteure über verschiedene Aspekte ihres Engagements und ihre Motivation dafür äußern.

Im Jahr 2015 entstand die virtuelle Ausstellung „Zeitzeugen Ludwigsburg -Montbéliard“. Als Exponate wurden dafür die Kurzvideos und Dokumente aus dem digitalen Lesesaal wie Protokolle, Zeitungsartikel oder Fotos verwendet.

Im Jahr 2025 führte ein Mitarbeiter des dfi fünf Interviews mit vier Frauen und sechs Männern, die sich im Jubiläumsjahr beruflich oder ehrenamtlich für die Partnerschaft engagiert haben. Diese Interviews wurden als 6 – 10minütige Kurzfilme veröffentlicht.

In der zweiten Jahreshälfte 2025 und im Frühjahr 2026 entwickelte das dfi ausgehend von den Elementen und Inhalten, die im Rahmen der verschiedenen Vorgängerprojekte entstanden sind, die vorliegende Ausstellung.

Ihr Ziel ist es, mittels der Aussagen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und der noch aktiven Akteurinnen und Akteure sowie schriftlicher und bildlicher Zeugnisse darzustellen, wie sich die Partnerschaft im Verlauf ihres 75jährigen Bestehens entwickelt hat.

Wir danken der Bürgerstiftung Ludwigsburg und der Stiftung Kunst, Kultur und Bildung der Kreissparkasse Ludwigsburg, die die Projekte in den Jahren 2011 – 2015 unterstützt haben, und dem Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten (BfAA) für die finanzielle Unterstützung des Aufbaus dieser Ausstellung.

Der Ludwigsburger Kreiszeitung, der Stuttgarter Zeitung und dem L'Est Républicain danken wir für die Erlaubnis, dafür Artikel, die sie im Zeitraum 1950 – 2025 veröffentlicht haben, als Exponate zu nutzen.