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Pädagogen als (Er-)Neuerer

Die Pädagogischen Lesungen als Wegbereiter für Innovationen in der DDR-Pädagogik

Universität Rostock | Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen

Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass die Pädagogischen Lesungen im weiteren Sinne das Beste waren, was die Schulpolitik der DDR jemals ins Leben gerufen hat.

Johanna-Ruth Kraft, Mitarbeiterin der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung, Aufgabenbereich „Pädagogische Lesungen“ (in einem Interview  2019)



01

Pädagogische Lesungen – Was ist das?



Lesung Annelie Streit 1990

1990

Aus der Sammlung von

Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
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Pädagogische Lesung im Originalformat


Eine Einführung

Pädagogische Lesungen wurden seit den 1950er Jahren von Pädagog*innen der DDR mit dem Ziel verfasst, eigene berufliche Erfahrungen für ihre Kollegen*innen nutzbar zu machen. Lesungen sind zu allen Bereichen des DDR-Bildungs- und Erziehungswesens entstanden, vom Kindergarten über allgemeinbildende Schulen, Hilfsschulen und Berufsschulen bis hin zur außerschulischen Erziehung. Das Themenspektrum der etwa 30 bis 50 Seiten langen Werke umfasste alle schulischen Unterrichtsfächer sowie ihre Didaktik und Methodik, ebenso wurden allgemeinpädagogische und psychologische Fragen behandelt. Der Begriff Pädagogische Lesungen bezieht sich jedoch nicht nur auf die schriftliche Fixierung der Erfahrungen, sondern bildet ein System aus Niederschriften und einem umfassenden Weiterbildungsprogramm für Pädagog*innen in Form der Präsentation ausgewählter Lesungen bei Veranstaltungen auf regionaler und nationaler Ebene. Ziel war die Sicherstellung einer systematischen und zentralisierten Weiterbildung aller Pädagog*innen.

An jeder Schule gibt es einen reichen Schatz an Erfahrungen. Jeder kann von jedem etwas lernen.

In den Fachzirkeln, Fachkommissionen, auf Fachkonferenzen, in planmäßigen Veranstaltungen und gewerkschaftlichen Beratungen muß der Erfahrungs- und Meinungsaustausch noch stärker ins Zentrum rücken.

 

Margot Honecker, 1963-1989 Ministerin für Volksbildung der DDR auf dem VIII. Pädagogischen Kongress 1978



9500 Lesungen – 5 Exempel

Wie viele Pädagogische Lesungen von den ersten Initiativen Ende der 1950er Jahre bis 1989 entstanden sind, wissen wir nicht. Aber ca. 9500 Lesungen sind in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung in Berlin erhalten und können dort eingesehen werden.

Die folgenden Seiten zeigen fünf Beispiele aus ausgewählten Themenbereichen.





Militärpolitisches Kabinett aus: PL 4968a, 1978

1978

Aus der Sammlung von

DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung – Archiv der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften

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DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung – Archiv der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften, Pädagogische Lesung 4968a

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Militärpolitisches Kabinett PL.jpg
Ferngesteuerte Panzermodelle (DIPF/BBF/PL 4968a)
Exempel 1: Wehrerziehung

»Unser militärpolitisches Kabinett – ein Beitrag zur sozialistischen Wehrerziehung« (1978)

Auch im Kontext der seit den 1970er Jahren an den Schulen der DDR durchzuführenden Wehrerziehung entstanden Pädagogische Lesungen. Einige davon skizzierten, wie das neue Lehrfach in den Schulen umgesetzt wurde bzw. werden sollte. Zentrales Element war oftmals die Ausgestaltung eines speziell dem Fach gewidmeten Raumes. Zu diesem konnten Luftgewehrschießanlagen, Rätselecken, aber auch ferngesteuerte Panzermodelle und Nuklearraketensilos gehören. Zielsetzung war, den Lehrkräften Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Kinder unter dem Deckmantel spielerischer Aktivitäten an propagandistische Themen herangeführt und auf die Wehrpflicht in der NVA vorbereitet werden können. (PL 4968a)

siehe auch: Koch, K. & Decker, C. (2021). Zwischen Drill und Lagerfeuerromantik – Wehrerziehung und Wehrunterricht an Hilfsschulen der DDR im Spiegel der Pädagogischen Lesungen. In. Schriftenreihe der Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen an der Universität Rostock 11 (3), S. 1-24, /doi.org/10.18453/rosdok_id00002954

 

 





Material aus Pädagogischer Lesung PL 1427a (1968)

1968

Aus der Sammlung von

DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung – Archiv der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften

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DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung – Archiv der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften, Pädagogische Lesung 1427a

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
PL 1427a.jpg
Lernmaterial zum Erwerb geometrischen Grundwissens (DIPF/BBF/PL 1427a)


Exempel 2: Hilfsschule

»Der vorbereitende Raumlehreunterricht für die Klassen 3 bis 5 <A-Zug> in der Hilfsschule« (1968)

Im Konvolut der ca. 9500 Pädagogischen Lesungen finden sich etwa 280 Schriften, die sich explizit mit der pädagogischen Arbeit an Hilfsschulen auseinandersetzen. Das Themenspektrum reicht hier von didaktisch-methodischen Betrachtungen über alle Unterrichtsfächer, den diagnostischen Auswahlprozess bis hin zu vor- und nachschulischen sowie außerunterrichtlichen Arbeitsfeldern. Ein besonderer Fokus richtet sich auf die besonderen Lernbedingungen und deren didaktisch-methodische Entsprechungen. Auffällig ist die permanente und intensive Betonung der Notwendigkeit zum differenzierten und anschaulichen Arbeiten – sei es im Unterricht oder auch in außerunterrichtlichen Feldern. Exemplarisch hierfür steht die Pädagogische Lesung von Ursula Debarry, die unterschiedliche Methoden zur Anbahnung geometrischen Wissens darstellt. Die Lesung bietet vielfältige Anregungen zur Herstellung von geeigneten Lernmaterialien - durch die Lehrer*innen sowie unter Einbeziehung der Schüler*innen. (PL 1427a)



Den Wolken ein Stück näher (Buchcover)

Aus der Sammlung von

Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Exempel 3: Deutschunterricht
»Meine Erfahrungen bei der Arbeit mit dem Jugendbuch von Guenter Goerlich ›Den Wolken ein Stück näher‹ in Klasse 8« (1989)

Mehr als 1.000 der 9500 überlieferten Pädagogischen Lesungen beschäftigen sich mit dem Fach Deutsch, einige davon setzen sich mit zeitgenössischer Kinder- und Jugendliteratur auseinander. Gleich sechs Pädagogische Lesungen thematisieren die Unterrichtsarbeit mit Günter Görlichs Jugendroman „Den Wolken ein Stück näher“. Exemplarisch hierfür ist eine Lesung von 1989. Sie greift die Vorgaben des Lehrplans und der Unterrichtshilfe auf, um dann von der Erprobung neuer Methoden bei der Arbeit mit dem Buch zu berichten. In fünf Unterrichtsstunden schlüpfen die Lernenden in die Rolle einer Romanfigur, tauschen sich in Arbeitsgruppen über Haltung und Verantwortungsgefühl der Protagonisten aus, diskutieren gemeinsam darüber, was eine gute Lehrkraft auszeichnen sollte und entwickeln in einem abschließende Aufsatz die Romanhandlung weiter. »In allen Stunden zeigte sich eine rege Diskussionsbereitschaft der Schüler. Ich meine auch, daß es uns gelungen ist, durch Vergleiche mit dem Inhalt des Buches genau festzustellen, was in unserer Klasse noch verbessert werden muß: Welche Mitschüler sind zu ruhig, verlassen sich auf Aktivitäten anderer, sind Mitläufer, haben noch Reserven in den Leistungen, sind nicht immer ehrlich sich und den Mitschülern gegenüber? Durch das szenische Gestalten konnten meine Schüler die Erzählweise besser erschließen, ihr Verstand und ihre Gefühle wurden gleichermaßen angesprochen.« (DIPF/BBF/PL 89-14-06d, S. 26)

siehe auch: Koebe, K. (2020).  Den Wolken ein Stück näher – eine Positionierung der Pädagogischen Lesungen innerhalb der öffentlichen und unterrichtlichen Rezeption des DDR-Jugendbuches von Günter Görlich. In. Schriftenreihe der Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen an der Universität Rostock 5 (2), S. 1-21, /doi.org/10.18453/rosdok_id00002724



Material Pädagogische Lesung PL3726 (1975)

1975

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DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung – Archiv der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften

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DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung – Archiv der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften, PL3726

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Virtuelle Ausstellung Bild_Grafik Sport Hort.jpeg
Sportliche Betätigung an Schulhorten in Neubrandenburg (DIPF/BBF/PL 3726)


Exempel 4: Sport

»Erfahrungen und Probleme bei der Durchsetzung einer regelmäßigen körperlich-sportlichen und touristischen Betätigung in den Schulhorten der Stadt Neubrandenburg« (1975)

Knapp 300 Pädagogische Lesungen widmen sich dem Thema Sport. Die angesprochenen Bereiche waren vielfältig: Trainingslehre, Methodik und Sportmedizin wurden genau wie Fragen der politisch-ideologischen Ausbildung oder der Organisation von Sportangeboten behandelt. Beispielhaft ist die Lesung von Dietrich Grünwald. Sie befasst sich mit der Frage, wie man zu mehr Bewegung im Hort käme. Grünwald führte hierzu eine Studie durch, in der die körperliche Betätigung erfasste. Trotz guter Ergebnisse, die er aus hohen Bewegungszeiten der Hortkinder ablas, forderte er mehr angeleitete Sportbetätigungen und einen vermehrten Einsatz gymnastischer Übungen. (PL 3726)

siehe auch: Lanz, J (2020). Zur Erziehung der „allseitig entwickelten sozialistischen Persönlichkeit“ – Sportunterricht an Hilfsschulen in der DDR. In. Schriftenreihe der Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen an der Universität Rostock 9 (2), S. 1-21, /doi.org/10.18453/rosdok_id00002861



Pädagogische Lesungen zum Thema Fachberatung PL 5543 (1979)

1979

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DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung – Archiv der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften

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DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung – Archiv der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften, Pädagogische Lesung PL5543

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Fachberater.jpg
Leitfaden zur Arbeit mit Autor*innen von Pädagogischen Lesungen (DIPF/BBF/PL 5543)


Exempel 5: Fachberatung

»Zur Förderung, Fixierung und Verbreitung fortgeschrittener pädagogischer Erfahrungen mittels der Betreuung pädagogischer Lesungen und Erfahrungsberichte durch den Hilfsschulfachberater« (1979)

Auch die Pädagogischen Lesungen selbst sollten, als Weiterbildungsformat, ständig optimiert werden. Exemplarisch für dieses Bemühen dafür sei eine Lesung von 1979. Hier schildert Wolfgang Nüchterlein seine Erfahrungen, die er während seiner fünfjährigen Tätigkeit als Hilfsschulfachberater gesammelt hat. Dabei analysiert er schwerpunktmäßig die (eigene) Hilfsschulfachberatertätigkeit im Kontext der Pädagogischen Lesungen, die neben der Gewinnung von Autor*innen auch die Betreuung während des Entstehungsprozesses sowie die Gutachterakquise und die Multiplikation der entstandenen Lesungen umfasste. (PL 5543)

siehe auch: Koch, K. & Linström, F. (2020).  Die Pädagogischen Lesungen im Rahmen der DDR-Lehrer*innenweiterbildung, Teil I – Eine Systematisierung. In. Schriftenreihe der Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen an der Universität Rostock 6 (2), S. 1-18, /doi.org/10.18453/rosdok_id00002809

02

Wie entstand eine Pädagogische Lesung?

Der Entstehungsprozess einer Pädagogischen Lesung

Eine Rekonstruktion des Entstehungsprozesses der Pädagogischen Lesung „Die pädagogische Arbeit mit einem Fakultativen Kurs (nach Rahmenprogramm) Literatur als Möglichkeit zur Herausbildung von Moraleigenschaften bei Schülern der 8. und 9. Klassen“  (1986),  rekonstruiert anhand von im Herbst 2019 erhobenen Erinnerungen der Autorinnen.



Schritt 1: Die Initiierung

In der ersten Jahreshälfte 1985 wird Stefanie Klein gebeten, eine Pädagogische Lesung zu verfassen. Anlass ist ihre Mitgliedschaft in einer Arbeitsgruppe „Moralische Erziehung“, angesiedelt beim Pädagogischen Kreiskabinett Eberswalde. Mitglieder der AG sind neben anderen Lehrer*innen auch der Leiter des Pädagogischen Kreiskabinetts, ein Vertreter der Abteilung Volksbildung des Rates des Kreises Eberswalde sowie ein Mitglied der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften (APW).





Einladung AG Moralische Erziehung 1985

1985

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Einladung zur Besprechung der AG.png
Einladungsschreiben zur Beratung mit dem Betreuer


Schritt 2: Der Arbeitsauftrag

Im Oktober 1985 werden die Autor*innen zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Gemeinsam mit dem Betreuer Dr. Roland Rudolf (APW) wird über die weitere Arbeit an der Lesung beraten.



Handschriftliche Gliederung PL 86-05-20 (1986)

1986

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
3a_Gliederung1.jpg
Handschriftliche Gliederung für die Pädagogische Lesung


Schritt 3: Die Strukturierung

Im Anschluss daran entsteht zunächst eine handschriftliche Gliederung für die geplante Pädagogische Lesung.



Gliederung PL 86-05-20 (1986)

1986

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Pädagogen als (Er-)Neuerer
3c_Gliederung.jpg
Gliederung nach externer Beratung


Schritt 4: Die externe Beratung

Diese Gliederung wird dem Gutachter Dr. Roland Rudolf vorgelegt und durch ihn mit Anmerkungen versehen. Unterpunkte werden modifiziert.



Schulpraktische Verankerung PL 86-05-20 (1986)

1986

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Pädagogen als (Er-)Neuerer
4_Brief an die teilnehmer FKR.jpg
Brief an die Teilnehmer*innen des Literaturzirkels


Schritt 5: Die Verankerung in der Schulpraxis

Zur Ergänzung ihrer Ausführungen holen die Autorinnen Meinungen der am Fachkreiszirkel Literatur teilnehmenden Schüler* innen ein. Zu diesem Zwecke verfasst Barbara Schulenburg einen Brief an die Teilnehmer*innen mit der Bitte, sich zu ihrer Mitarbeit im Zirkel zu äußern. Dieses Feedback fließt später in die Pädagogische Lesung mit ein.



Manuskript der Lesung "Die pädagogische
Arbeit mit einem Fakultativen Kurs
(nach Rahmenplan) Literatur als Möglichkeit
zur Herausbildung von Moraleigenschaften
bei Schülern der 8. und 9. Klassen" (1986)

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Lesung handschriftl. Arbeitsfassung.gif
Erster handschriftlicher Entwurf der Pädagogischen Lesung


Schritt 6: Der Entwurf

Eine erste handschriftliche Fassung der Lesung entsteht, die ebenso durch Dr. Roland Rudolf mit Anmerkungen versehen wird.



Notizen zum Vortrag PL 86-05-20 (1986)

1986

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neurer
Notizen zum Vortrag S. Klein.gif
Notizen für die Diskussion in der Arbeitsgruppe


Schritt 7: Die Diskussion

Im Anschluss an die Fertigstellung der Lesung wird ein Thesenpapier verfasst,  welches in der Arbeitsgruppe "Moralische Erziehung" vorgetragen und diskutiert wird.



Zur pädagogischen Sicherung - Thesenpapier PL 86-05-20 (1986)

1986

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Pädagogen als (Er-)Neuerer
Thesenpapier.gif
Thesenpapier zur Pädagogischen Lesung


Schritt 8: Die Fertigstellung

Nachdem der Austausch mit den Kolleg*innen beendet ist, entsteht die finale Fassung des Thesenpapiers, nunmehr Teil der mit der Schreibmaschine geschriebenen Pädagogischen Lesung.



Einladung Frankfurter Gespräche 1986

1986

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Pädagogen als (Er-)Neuerer
10 Frankfuter Gespräche.jpg
Einladung zu den Frankfurter Gesprächen 1986


Schritt 9: Der Vortrag

Im Oktober 1986 werden die Autorinnen mit ihrer Pädagogischen Lesung zu den Frankfurter Gesprächen eingeladen – einer von der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften (APW) und dem Rat des Bezirkes Frankfurt/Oder organisierten Weiterbildungsveranstaltung. Dort stellen sie die wichtigsten Inhalte ihrer Pädagogischen Lesung vor.



Urkunde Pädagogische Lesung (PL 86-05-20) 1987

1987

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Pädagogen als (Er-)Neuerer
10 Urkunde PL.jpg
Urkunde für die ausgezeichnete Pädagogische Lesung


Schritt 10: Die Prämierung

Schließlich wird die Lesung ausgezeichnet und die Autorinnen erhalten für ihre Lesung eine Urkunde sowie eine Geldprämie. Die Lesung wird in der Bibliothek im Haus des Lehrers (Berlin) zur Ausleihe bereitgestellt.

Heute findet man sie in der Bibliothek für Bildungshistorische Forschung (DIPF/BBF/PL 86-05-20).

Die Pädagogischen Lesungen waren ein Novum, ein Wegbereiter hin zu einer offenen und schöpferischen Atmosphäre. Das gilt für die realistische Darstellung gesammelter Unterrichtserfahrungen ebenso wie für den Erfahrungsaustausch während der Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen. Damit bildeten die Pädagogischen Lesungen auch in ihrem organisatorischen Umfang eine bis dahin außergewöhnliche Grundlage der Weiterbildung von Lehrern und Erziehern.

Johanna-Ruth Kraft, Mitarbeiterin der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung, Aufgabenbereich „Pädagogische Lesungen“ (in einem Interview  2019)



03

Die Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen



Einladung zu den Zentralen Tagen der Pädagogischen Lesungen 1985

1985

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Einladung1985GIF.gif
Einladungskarte zu den 22. Zentralen Tagen der Pädagogischen Lesungen 1985


Das Format

Die Vorstellung der Pädagogischen Lesungen erfolgte im Rahmen von Kolloquien, Arbeitsgruppen und Vorlesungen - zum einen regional auf der Ebene der Kreise und Bezirke, zum anderen alljährlich republikweit. Der während der Zentralen Tage stattfindende Fachaustausch wurde ergänzt durch fachliche Gespräche in den freien Zeiten des mehrtägigen gemeinsamen Aufenthaltes.



Einladung zur Jurysitzung 1986

1986

Aus der Sammlung von

Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
00015_Einladung Sitzung Gemeinsame Kommission_141186.jpg
Einladung zur Auswahlentscheidung 1986


Auswahl der Referent*innen

Die Auswahl der zur Präsentation geladenen Autor*innen erfolgte durch eine zentrale Jury, die sich aus Mitgliedern des Zentralinstituts für Weiterbildung (ZIW), der Gewerkschaft für Unterricht und Erziehung (GUE) sowie Wissenschaftler*innen der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften (APW) und diverser Universitäten und Fachschulen des Landes zusammensetzte. Das Auditorium der Veranstaltungen bestand mehrheitlich aus interessierten Fachkolleg*innen. Anwesend waren zudem Vertreter*innen des Ministeriums für Volksbildung (MfV), Fachberater* innen aus den pädagogischen Einrichtungen des Landes, Wissenschaftler*innen der APW und der Hochschulen des Landes sowie Schulfunktionär*innen, die häufig in den Diskussionen auch als Moderator* innen fungierten.



Veranstaltungsorte der Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen

2021

Aus der Sammlung von

Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Karte_alpha.gif


Die Veranstaltungsorte

Seit 1963 durchgeführt, entwickelten sich die Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen in den Folgejahren zu großangelegten, mehrtägigen Veranstaltungen am Zentralinstitut für Weiterbildung in Berlin-Ludwigsfelde (ZIW). Mit steigender Popularität und Teilnehmer*innenzahl wurden die Veranstaltungen zunehmend themenspezifisch dezentralisiert. Ab Beginn der 1980er Jahre gab es, neben dem ZIW (Themenbereich geisteswissenschaftliche Fächer) [D], folgende weitere Veranstaltungsorte: Institut für Leitung und Organisation (ILO) Potsdam für den Themenbereich Leitung und Organisation [A]; Pädagogische Hochschule Halle für den Bereich Vorschulerziehung [B]; Institut für Weiterbildung (IfW) Leipzig für die naturwissenschaftlichen Fächer [C]; Institut für Jugendhilfe Berlin Falkensee für die Themenbereiche Jugendhilfe, Heimerziehung, Sonderpädagogik [E]; Pionierpalast in Berlin-Wuhlheide für außerschulische und außerunterrichtliche Themen [F]; Schulsternwarte in Bautzen für den Astronomieunterricht [G].



Einladung zu den Zentralen Tagen der Pädagogischen Lesungen 1988

1988

Aus der Sammlung von

Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Arbeitsstelle für Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Einladung ZTPL Leipzig 1988 .jpg
Einladung zu den Zentralen Tagen der Pädagogischen Lesungen 1988 in Leipzig


Kultureller Rahmen

Auch beim kulturellen Rahmenprogramm ergaben sich vielfältige Möglichkeiten zum informellen fachlichen Austausch.



Budgetplanung der Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen 1981

1981

Aus der Sammlung von

Bundesarchiv Berlin Lichterfelde

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Bundesarchiv Berlin Lichterfelde, Bundesarchiv DY/51/Signatur 1387; Standort 51, Magazin M219, Reihe 34

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer

Kosten

Überlieferte Dokumente zeigen für die letzten Jahre der DDR geplante Budgets von bis zu einer halben Million DDR-Mark für die Veranstaltungen, davon allein etwa die Hälfte für Prämienzahlungen an die Autor*innen der Pädagogischen Lesungen und andere Referent*innen, die auf den Zentralen Tagen der Pädagogischen Lesungen auftraten.



Programm zum Tag des des Pädagogischen Erfahrungsaustauschs 1984

1984

Aus der Sammlung von

Privatarchiv I. Körner

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Privatarchiv I. Körner

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer

Dezentrale Tage zum Erfahrungsaustausch

Nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch in den Kreisen und Bezirken fanden vielfältige Veranstaltungen statt, um die Distribution guter Erfahrungen zu gewährleisten und Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch zu bieten.

Die Entwicklung des wissenschaftlichen Lebens, des Erfahrungsaustausches an der Schule wird uns schneller voranbringen und verhindern, daß sich Routine in der pädagogischen Arbeit breitmachen kann.

Margot Honecker, 1963-1989 Ministerin für Volksbildung der DDR auf dem VIII. Pädagogischen Kongress 1978





Urkunde Pädagogische Lesung 1979 – Deckblatt

1979

Aus der Sammlung von

Privatarchiv F. Steinführer

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Privatarchiv F. Steinführer

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer

Ein Höhepunkt der Zentralen Tage war die stets am letzten Tag stattfindende Auszeichnung der besten Pädagogischen Lesungen. In feierlicher Atmosphäre wurden, gestaffelt nach Qualität und Verleihungsjahr, Geldprämien von 300 bis 700 Mark verliehen. Gemessen an den Monatsgehältern von DDR-Lehrer*innen waren dies durchaus  erkleckliche Summen für die Autor*innen.

Neben den Prämien wurden auch, und zwar in bemerkenswerter gestalterischer Variation, Urkunden ausgereicht.



Urkunde Pädagogische Lesung 1979

1979

Aus der Sammlung von

Privatarchiv F. Steinführer

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Privatarchiv F. Steinführer

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
FDGB Ukrunde PL Steinführer_Ausschnitt.jpg
Urkunde zur Anerkennung für eine Pädagogische Lesung 1979


Urkunde Pädagogische Lesung 1977

1977

Aus der Sammlung von

Privatarchiv D. Jordan

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Privatarchiv D. Jordan

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Urkunde PL Bezirk.jpg
Urkunde zur Anerkennung für eine Pädagogische Lesung 1977 im Bezirk Cottbus


Urkunde Pädagogische Lesung 1988

1988, Schwerin

Aus der Sammlung von

Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-Neuerer)
Urkunde Bezirk_Brandes.jpeg
Urkunde zur Anerkennung für eine Pädagogische Lesung 1988 im Bezirk Schwerin


Urkunde Pädagogische Lesung 1989

1989

Aus der Sammlung von

Privatarchiv K. Zobel

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Privatarchiv K. Zobel

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
00022_Urkunde GUE Zentrale Tage_Kerstin Zobel_1989.jpg
Urkunde zur Anerkennung für eine Pädagogische Lesung 1989


Urkunde Pädagogische Lesung 1986

1986

Aus der Sammlung von

Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
00060_Urkunde Berufspädagogische Lesung Hanna Imhof_national_Seite_1.jpg
Urkunde zur Anerkennung für eine Pädagogische Lesung 1986


Urkunde Pädagogische Lesung 1986

1986

Aus der Sammlung von

Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
0059_Urkunde Berufspädagogische Lesung Hanna Imhof_HRO.jpg
Urkunde zur Anerkennung für eine Pädagogische Lesung 1986 im Bezirk Rostock


Prämie Pädagogische Lesung 1964

1964

Aus der Sammlung von

Privatarchiv F. Steinführer

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Privatarchiv F. Steinführer

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Prämie für Pädagogische Lesungen_Steinführer.jpg
Anschreiben der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung mit Information zur Prämienzahlung 1964 - nationale Ebene


Prämie Pädagogische Lesung 1988

1988

Aus der Sammlung von

Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
00003_Anschreiben PKK and Autorin Gisela Pohl vom Juni 1988.jpg
Anschreiben der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung mit Information zur Prämienzahlung 1988 - Bezirk Rostock


Aktuelle Kamera Hauptausgabe vom 23.02.1987

1987

Aus der Sammlung von

DRA Deutsches Rundfunkarchiv Potsdam Babelsberg

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DRA Deutsches Rundfunkarchiv Potsdam Babelsberg

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Aktuelle Kamera (Ausschnitt) – Hauptausgabe vom 23.02.1987

Berichterstattung in der Presse

Die Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen waren einer der Höhepunkte innerhalb des Weiterbildungssystems der DDR. Nicht nur, dass alle wesentlichen pädagogischen Fachverlage bei den Veranstaltungen vertreten waren (und später darüber berichteten), auch die Tagespresse und die wichtigste Nachrichtensendung der DDR, die allabendlich ausgestrahlte „Aktuelle Kamera“, berichteten jedes Jahr. Dieses beachtliche Interesse ist Indikator dafür, wie viel man tat, dem pädagogischen Personal der Republik öffentlich und demonstrativ große Wertschätzung zuteilwerden zu lassen.





Statistik Pädagogische Lesungen 1988

1988

Aus der Sammlung von

Bundesarchiv Berlin Lichterfelde

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Bundesarchiv Berlin, Bundesarchiv DY/51/Signatur 1387; Standort 51, Magazin M219, Reihe 34

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer

Zahlen, Akten & Fakten

Über die Zentralen Tage in Ludwigsfelde gab es ab den frühen 1970er Jahren eine umfangreiche Berichterstattung. Diese umfasste neben dem gesamten Auswahlprozess statistisches Material zur Planung und Durchführung der Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen. Diese Aktenbestände der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften (APW) sowie ihrer Vorgängereinrichtung Deutsches Pädagogisches Zentralinstitut (DPZI) sind im Archiv der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung Berlin (BBF)  einsehbar, die Akten der Gewerkschaft für Unterricht und Erziehung (GUE) lagern heute im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde.



Publikationen von Pädagogischen Lesungen durch die Gewerkschaft Unterricht und Erziehung

Aus der Sammlung von

Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
00010_Deckblatt Broschüre Der Klassenleiter hat das Wort 1986
Publikation ausgewählter Pädagogischer Lesungen durch die GUE (1988)


Distribution durch Publikationen

Zahlreiche Fachverlage publizierten regelmäßig Auszüge aus ausgewählten Pädagogischen Lesungen. Auch die Gewerkschaft für Unterricht und Erziehung fungierte regelmäßig mit eigenen Reihen als Herausgeber erfolgreicher Pädagogischer Lesungen.

Mit den Pädagogischen Lesungen wollte man Neues und deshalb Innovatives, Schöpferisches ausfindig machen und verbreiten.

Johanna-Ruth Kraft, Mitarbeiterin der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung, Aufgabenbereich „Pädagogische Lesungen“ (in einem Interview 2019)



04

Zeitzeug*innen

Zeitzeug*inneninterviews

Das Quellenkorpus Pädagogische Lesungen wird nicht nur durch die politischen, administrativen, pädagogischen, psychologischen und didaktischen Publikationen seiner Entstehungszeit gerahmt. Auch die persönlichen Erfahrungen der mit der Ausarbeitung, Evaluierung, Selektion und Distribution der Lesungen befassten Akteur*innen des DDR-Bildungssystems tragen zur Kontextualisierung der Pädagogischen Lesungen bei.

Die Arbeitsstelle für Pädagogische Lesungen an der Universität Rostock befragt im Rahmen ihrer Forschungen damalige Akteur*innen aller Handlungsebenen. Diese Zeitzeug*innen-Interviews werden fortlaufend als Sonderausgaben der Schriftenreihe der Arbeitsstelle an der Universität Rostock publiziert.





Gunter Dreßler

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
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Dr. Gunter Dreßler 1970 & 2020


»

Man stellte doch etwas in Richtung idealtypischer Unterricht dar. Das lag sicher auch daran, dass man für die Pädagogische Lesung etwas aussuchte, was einem besonders gut gelungen schien. Im Zuge der Erarbeitung der Lesung und schon in deren Vorfeld verfeinerte man noch mehrmals den Unterricht. Diese Unterrichtsabschnitte waren dann eben durchdachter, vorbereiteter, stärker analysiert als im Normalfall.

___

Dr. Gunter Dreßler, Verfasser von sieben Pädagogischen Lesungen in den Fächern Einführung in die sozialistische Produktion (ESP) und Produktive Arbeit (PA) im Zeitraum 1973 bis 1985 (in einem Interview 2020)



Dr. Thea Hoedt 2020

Fotografie, 2020

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Kurzbeschreibung
Pädaggen als (Er-)Neuerer
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Dr. Thea Hoedt 2020


»

Insgesamt war das Format Pädagogische Lesungen und waren damit auch die Zentralen Tage in meinen Augen sehr erfolgreich, was sicher auch daran lag, dass es damals einheitliche Lehrpläne und Schulbücher ebenso wie eine insgesamt gute fachliche sowie didaktisch-methodische Ausbildung der Lehrer*innen gab, und alle Gespräche auf dieser gemeinsamen Diskussionsebene basierten.

___

Dr. Thea Hoedt, Abteilungsleiterin am Zentralinstitut für Weiterbildung Ludwigsfelde in den 1980er Jahren (in einem Interview 2020)



Dr. Thea Hoedt 1984

1984

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Dr. Thea Hoedt 1980er.jpg
Dr. Thea Hoedt in der 1980er Jahren


Präsentation auf den Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen 1988

1988

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Pädagogen als (Er-)Neuerer
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Wolfgang Giebichenstein während seiner Präsentation bei den Zentralen Tagen der Pädagogischen Lesungen 1988


»

Es machte mir Spaß, meine Ideen, Stoffverteilungspläne, methodischen Überlegungen sowie Unterrichtsvorbereitungen und -ergebnisse nun ausführlicher in Worte fassen zu können. […] Für mich waren die Pädagogischen Lesungen eine notwendige und fruchtbare Aufarbeitung und Vertiefung meiner Arbeit als Deutschlehrer. Die darin angestellten Überlegungen, besonders zur Methodik, halfen mir dabei, den Deutschunterricht interessanter und für die Schüler motivierender zu gestalten.

___

Wolfgang Giebichenstein, Verfasser von insgesamt fünf Pädagogischen Lesungen im Fach Deutsch im Zeitraum 1985 bis 1989 (in einem Interview 2020)



Kerstin Zobel 2020

2020

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Pädagogen als (Er-)Neuerer
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Kerstin Zobel 2020


»

Für mich war die Pädagogische Lesung Ausdruck meiner Kreativität, ermöglichte mir ein Abweichen von diesen Vorlagen [d.h. der Lehrbücher und Unterrichtshilfen – Anm. d. Red.], die ich teilweise schon als zu starr empfand.

___

Kerstin Zobel, Verfasserin einer Pädagogischen Lesung (1988) im Fach Physik (in einem Interview 2020)



Auszeichung auf den Zentralen Tagen der Pädagogischen Lesungen 1988

1988

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Kerstin Zobel auf den Zentralen Tagen der Pädagogischen Lesungen 1988

05

Vom Ende eines ambitionierten Experiments



Teilnehmerliste Zentrale Tage der Pädagogischen Lesungen 1990

1990

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00052_Teilnehmerliste ZTPL 1990_Seite_13.jpg
Planung für die Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen 1990 (Liste der angemeldeten Teilnehmer*innen)


Die 26. Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen 1989

Im Februar 1989 finden die 26. Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen statt. Es ist unruhig im Land, aber noch ist nicht zu ahnen, was folgen wird.

Während das Land sich verändert, plant man bereits die Veranstaltungen für 1990. Die Unterlagen dokumentieren ca. 400 angemeldete Teilnehmer*innen an unterschiedlichen Veranstaltungsorten.



Lesung Annelie Streit 1990

1990

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Die letzte bei der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung (GUE) regulär eingereichte Lesung (1990)


Der Fall Annelie Streit

Die Mauer ist gerade gefallen, da reicht Annelie Streit ihre Lesung ein. Unter dem Titel

»Sich zum Ausdruck bringen. Erfahrungen und Themenanregungen, sich und die Umwelt zu entdecken in der AG Schreibende Schüler im Haus der Kinder German Titow, Berlin Lichtenberg«

beschreibt die Autorin auf 36 Seiten ihre Erfahrungen bei der Leitung einer Arbeitsgemeinschaft Schreibende Schüler. Beigelegt ist eine Reihe von Texten, die eigenständig von den Schüler*innen erarbeitet wurden.



Anschreiben zur Einreichung einer Lesung 11.12.1989

1990

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Formelle Bestätigung des Eingangs einer Pädagogischen Lesung (1990)


...die Einreichung wird, wie alle Jahre davor, mit einem formellen Schreiben bestätigt.

Was die Autorin im Dezember 1989 nicht wissen konnte: Ihre Lesung  sollte die letzte sein, die jemals bei der Gewerkschaft für Unterricht und Erziehung eingereicht wurde.



Lesung Annelie Streit 1990

1990

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Anschreiben PL A. Streit 1990.jpg
Anschreiben von Annelie Streit anlässlich der Einreichung ihrer Pädagogischen Lesung 1990

Die letzten Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen

Im Jahr 1990 finden die Zentralen Tage der Pädagogischen Lesungen letztmalig mit der bewährten institutionellen Verankerung statt – „quasi in alter Manier“, wie es eine Zeitzeugin rückblickend formuliert (Thea Hoedt, 2020). Und dennoch sind sie ganz anders als in den 26 Jahren davor. Johanna-Ruth Kraft, damals in die Organisation involviert, berichtet von einer Einbindung westdeutscher Verlagsvertreter in eine der Veranstaltungen (Halle), die von den Teilnehmer*innen ob des belehrenden Duktus als geringschätzend erlebt wird (Johanna-Ruth Kraft, 2019). Unter den Vortragenden war auch Annelie Streit.

Anhand überlieferter Dokumente lassen sich gut die intensiven Bemühungen rekonstruieren, das Format durch eine Neukonzeption in die „neue Zeit“ zu überführen.





Zwischenbericht der AG Lehrerinnen Aus- und Weiterbildung 1990

1990

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Pädagogen als (Er-)Neuerer
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Zwischenbericht der Arbeitsgruppe (April 1990)


November 1989 – Die Initiativgruppe

Bereits wenige Monate nach dem politischen Umbruch von 1989 ist spürbar, dass das Format Pädagogische Lesungen in der von der DDR etablierten Form zum Erliegen kommen wird. Im November 1989 gründet sich basisdemokratisch eine selbstorganisierte Arbeitsgruppe, um die bisherige Arbeit und damit das Format einer eingehenden Reflexion zu unterziehen. Unter den Engagierten befinden sich auch mehrere der bereits vor 1989 in die Arbeit mit den Pädagogischen Lesungen involvierten Akteur*innen. Gemeinsam unterziehen sie das Format einer rückblickenden kritischen Prüfung, bei der sowohl die inhaltliche pädagogische Orientierung als auch die Distribution im Fokus stehen. Für eine zukünftige Implementierung empfiehlt man einen unmittelbareren, d.h. durch wenig organisatorische Bearbeitung gebrochenen, Erfahrungsaustausch von Pädagog*in zu Pädagog*in, betont aber gleichzeitig den Wert einer wissenschaftlichen Verankerung.

 



Schreiben an die GUE vom 13. August 1990

1990

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Schreiben an die GUE vom 13.08.1990


Januar bis August 1990 – Ein Verein formiert sich

Über den Frühling und Sommer des Jahres 1990 hinweg bemüht man sich um die Etablierung von Arbeitskontakten zu den zuständigen Behörden, wie u.a. ein im August 1990 konzipiertes Anschreiben an das Ministerium (Beratung der Initiativgruppe dazu am 08.08.1990) und ein Schreiben der Initiativgruppe vom 13.08.1990 an die Gewerkschaft Unterricht und Erziehung (GUE) belegen. Hier wie dort rekapituliert man die Geschichte der Pädagogischen Lesungen und berichtet von kritischer Bewertung der ursprünglichen Idee und ihrer gewordenen Realität. Gleichzeitig betont man die Potenziale, die das Format auch unter den neuen Bedingungen haben könnte.  Aus dieser Argumentation heraus schlägt man der GUE in Vorbereitung einer am 20.08.1990 stattfindenden Beratung eine Kooperation vor und lädt zur Mitarbeit im in Gründung befindlichen Verein „Kommunikation zu pädagogischer Theorie und Praxis e.V.“ ein, der aus der Initiativgruppe hervorgehen sollte.



Einladung zur Gründungsversammlung am 19.09.1990

1990

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Einladung zur Gründungsversammlung am 19.09.1990 (S. 2)


September 1990 – Gründung des Vereins »Pädagogik im Disput«

Die konkrete Reaktion der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung (GUE) ist nicht dokumentiert, überliefert sind lediglich die Einladungen zur besagten Gründungsversammlung in das Haus der Gewerkschaften in Berlin (Unter den Linden) am 19.09.1990 ab 10 Uhr. Diese richtet sich an thematische relevante Institutionen, z.B. die Humboldt-Universität, die Akademie der Pädagogischen Wissenschaften, das Zentralinstitut für Weiterbildung, den Verlag Volk und Wissen, die Pädagogischen Hochschulen in Potsdam und Halle, die Landesministerien, die TU und FU Berlin u.v.a.m. Die Gründungsversammlung des Vereins findet tatsächlich am 19.09.1990, in Anwesenheit von 20 Personen, statt. Die Beteiligung unterschiedlichster Institutionen kann als Indiz dafür gelten, dass die Bemühungen des Arbeitskreises zeitweise eine recht breite Verankerung erfahren haben und man den darin angestellten Überlegungen Relevanz und Potential zubilligte. Das Protokoll der Veranstaltung dokumentiert eine ausführliche Beschäftigung mit den Pädagogischen Lesungen, deren zukünftige Verwendbarkeit man dort einmal mehr gemeinsam reflektierte. Obgleich die GUE die gewünschte Anschubfinanzierung nicht gewährt, wird der neugegründete Verein wird kurz darauf beim Stadtbezirksgericht Berlin-Mitte eingetragen.

1991 – Die Spur verliert sich

Nach fast einem Jahr ehrenamtlichen Ringens um die Weiterführung des Formats Pädagogische Lesungen dokumentieren Schriftwechsel und Protokolle eine immer größere Beschränkung der Erwartungshaltung. Der Arbeitskreis beschreibt nun die Anpassung an das föderale Bildungssystem, gemeint als eine Adaption der ostdeutschen Bildungslandschaft an die westdeutsche , als die maßgebliche Herausforderung. Eine autarke Umgestaltung des Schulsystems der ehemaligen DDR oder gar eine gesamtdeutsche Reformierung erscheint bereits im Herbst 1990 nicht länger realistisch.

Ein weiterer Fortgang des Arbeitsprozesses ist nicht dokumentiert. Einer rückblickenden Schilderung des ehemaligen Leiters des ZIW, Helmut Stolz, lässt sich entnehmen, dass im Februar 1991 tatsächlich eine letzte in der Tradition der Zentralen Tage stehende Veranstaltung stattfand. Für die Umsetzung darüber hinausgehender Pläne finden sich keine Belege mehr. Die Spur der Pädagogischen Lesungen verliert sich.



Juni 1991 – Das endgültige Ende eines ambitionierten Experiments

Alle Mühen um inhaltliche und organisatorische Neukonzeption, um Kooperationspartner*innen und finanzielle Unterstützung erweisen sich am Ende als erfolglos: Am 30.06.1990 wird die Abwicklung des Zentralinstituts für Weiterbildung (ZIW) beschlossen. Mit der endgültigen Schließung am 30.06.1991 wurde auch das Format Pädagogische Lesungen zur Geschichte.

Und was wurde aus Annelie Streit?




Cover Uhrenfisch (Annelie Streit)

2011

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Verlag an der Ruhr

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Verlag an der Ruhr

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Pädagogen als (Er-)Neuerer
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Buch von Annelie Streit, Verlag an der Ruhr, 2011


Was wurde aus Annelie Streit?

Annelie Streit blieb ihrem Thema treu. Auch nach 1989 leitete sie Kinder und Jugendliche beim kreativen Schreiben an. Allerdings trägt das Haus der Jungen Pioniere nun den Namen Haus der Kinder und steht in einem anderen Land.

2011 schrieb sie erneut ihre Erfahrungen nieder. Im Verlag an der Ruhr erschien ihr Buch "Von Uhrenfischen und einem fliegenden Schrank".

Bis weit nach ihrer Pensionierung leitete sie in verschiedenen Bibliotheken Workshops zum kreativen Schreiben.

Annelie Streit lebt bis heute in Berlin.

06

Die Pädagogischen Lesungen – Eine Erfolgsgeschichte?

Bei aller Wertschätzung des Formats als bis heute nicht wiederholte direkte Erfahrungsweitergabe von Pädagog*in zu Pädagog*in in beachtlicher geografischer Breite darf der Aspekt der zentralistischen Steuerung des so akkumulierten Erfahrungswissens nicht aus dem Blickfeld geraten: Mit der Selektion auf mehreren Ebenen hatten die Organisator*innen beträchtlichen Einfluss auf den Distributionsprozess. Wie stark dieser geltend gemacht wurde, ist bis dato nur teilweise erforscht. Auch scheint es sowohl im Laufe der Zeit wie auch regional Unterschiede gegeben zu haben. Die mittelbare, aber deutlich erkennbare Anbindung an das Ministerium für Volksbildung war wohl auch der Grund, warum man die Arbeit mit den Pädagogischen Lesungen unmittelbar nach dem Ende der DDR ohne intensivere qualitative Bewertung oder differenzierte Betrachtung der Arbeitsprozesse und Akteur*innen einstellte und auch Bemühungen um eine Wiederbelebung in den Nachwendejahren erfolglos blieben.



Mir hat an den Pädagogischen Lesungen besonders gefallen, wie stark sie den Erfahrungsaustausch beförderten – mit den Kolleg*innen, aber auch mit Vorgesetzten. Ich gab ja meine Erfahrungen nicht nur weiter, sondern bekam auch viele Empfehlungen und Rückmeldungen, die meine eigene Arbeit bereicherten.

Gerhard Hamann, Verfasser von zwei Pädagogischen Lesungen (1977 und 1982) im Fach Sport (in einem Interview 2020)



07

Pädagogische Lesungen heute



Logo Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

2021

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Pädagogen als (Er-)Neuerer
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Die Arbeitsstelle

Die Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen an der Universität Rostock forscht im Rahmen des BMBF-Projekts Bildungs-Mythen – eine Diktatur und ihr Nachleben. Im Fokus stehen Praktiken und Wirkungen in Bildung, Erziehung und Schule der DDR – darunter auch der Erfahrungsaustausch von Pädagog*innen in allen Bereichen des DDR-Bildungs- und Erziehungswesens. Der Schwerpunkt des Projektes Sozialistische Schule zwischen Anspruch und Wirklichkeit liegt auf der systematischen Erschließung Pädagogischer Lesungen. Die Forschung ist in mehrere Teilprojekte untergliedert, deren Schwerpunkt bislang auf den Themenfeldern Deutsch- und Sportunterricht sowie DDR-Hilfsschule liegt.

Interview mit der Projektgruppe in der Sendung "Aus Kultur- und Sozialwissenschaften"  (Deutschlandfunk, 01.04.2021)





Cover Buchreihe "Zur Geschichte der Pädagogik in der DDR" Bd. 1

2021

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Pädagogen als (Er-)Neuerer
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Forschung & Publikationen

Die Schriftenreihe der Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen publiziert in regelmäßigen Abständen neueste Forschungsergebnisse rund um den Untersuchungsgegenstand. Die Edition der Schriftenreihe erfolgt durch das Team der Arbeitsstelle. Die in regelmäßigen Abständen erscheinenden Beiträge werden von einem Beirat aus renommierten Wissenschaftler*innen begleitet und in einem Double-blind-peer-review-Verfahren begutachtet. Seit 2021 wird eine Buchreihe "Beiträge zur Geschichte der Pädagogik in der DDR" herausgegeben. Darüber hinaus publizieren die Projektmitarbeiter* innen in weiteren nationalen und internationalen Fachzeitschriften.





Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

2021

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Pädagogen als (Er-)Neuerer
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Pädagogische Fachbibliothek

Die Forschungsstelle baut sukzessive einen Bestand an pädagogischer Fachliteratur der DDR auf, um die Grundlagen der Bildungs- und Erziehungsarbeit zu erforschen. In dieser Handbibliothek befindet sich zudem ein umfassender Fundus relevanter Lehrwerke zur Pädagogik, Didaktik und Methodik, insbesondere aus den Bereichen Deutschunterricht,  Sonderpädagogik und Sport.





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2021

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
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Die Datenbank

Im Rahmen des Projektes wird eine Datenbank konzipiert, programmiert und gepflegt, um ein Korpus der Pädagogischen Lesungen für eine Volltextsuche zu erschließen. Außerdem werden die Lesungen verschlagwortet, so dass sie thematisch durchsuchbar und damit gezielter bearbeitbar werden. Die Namen der Autor*innen Pädagogischer Lesungen werden Institutionen und Funktionen zugeordnet. Eine ergänzende Einspeisung zahlreicher Originaldokumente in die Datenbank macht für die zukünftigen Nutzer*innen die vielfältigen Netzwerke der Protagonist*innen im pädagogischen, bildungsadministrativen und politischen Raum sichtbar.





Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

2021

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Pädagogen als (Er-)Neuerer
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Lehr- und Lernmaterialien

Ein wesentliches Ziel der Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen besteht darin, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Erziehungs- und Bildungssystem der DDR für ein breiteres Publikum und vor allem für Schüler*innen erfahrbar zu machen. Dies geschieht u. a. durch für den Unterricht erstellte Lehr- und Lernmaterialien. Daneben entstehen Konzepte, in denen zeitgemäße und ideologiefreie Äquivalente zu Pädagogischen Lesungen für eine Professionalisierung (angehender) Lehrkräfte aufbereitet werden. Ziel ist die Schaffung einer digitalen Plattform für fachlichen Austausch sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung.





Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

2021

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
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Sammlung von Originaldokumenten und Durchführung von Ausstellungen

In der Arbeitsstelle werden Dokumente (z.B. Gutachten, persönliche Aufzeichnungen von Akteur*innen) und Bildmaterial rund um die Pädagogischen Lesungen zusammengetragen und vorgehalten, die der Erforschung von Bildungs- und Erziehungsarbeit in der DDR dienlich sind. Neben dieser virtuellen ist auch eine physische Ausstellung kuratiert.





Video Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen Universität Rostock

2020

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Kurzbeschreibung
Pädagogen als (Er-)Neuerer
Video zum Forschungsprojekt

Eine virtuelle Ausstellung von

Das Team der Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen an der Universität Rostock

Team

Prof. Dr. Katja Koch | Prof. Dr. Tilman von Brand | Dr. Kristina Koebe | Dr. Juliane Lanz | Felix Linström | Clemens Decker

Erstellt mit :
DDB Studio
Ein Service von:
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Diese Ausstellung wurde am 27.05.2021 veröffentlicht.



Impressum

Die virtuelle Ausstellung Pädagogen als (Er-)Neuerer wird veröffentlicht von:

Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen an der Universität Rostock


Universität Rostock | 18051 Rostock | August-Bebel-Straße 27


gesetzlich vertreten durch

Prof. Dr. Wolfgang Schareck

Telefon:
Fax:
E-Mail:  

paedagogische.lesungen@uni-rostock.de

Inhaltlich verantwortlich:

Prof. Dr. Katja Koch

Arbeitsstelle Pädagogische Lesungen an der Universität Rostock

Universität Rostock | 18051 Rostock | August-Bebel-Straße 27

Kurator*innen:

Prof. Dr. Katja Koch | Dr. Kristina Koebe

 

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handelnd für das durch Verwaltungs- und Finanzabkommen zwischen Bund und Ländern errichtete Kompetenznetzwerk

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