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STATUS MACHT BEWEGUNG

Lust und Last körperlicher Aktivität

Institut für Museumsforschung - Staatliche Museen zu Berlin

Alle zwei Jahre


          kuratieren die wissenschaftlichen Nachwuchskräfte der Staatlichen Museen zu Berlin und des Musikinstrumenten-Museums zusammen eine Ausstellung. STATUS MACHT BEWEGUNG wurde von 13 Kurator*innen gemeinsam erarbeitet und am Berliner Kulturforum präsentiert.

Gezeigt wurden über 130 Exponate aus 14 verschiedenen Sammlungen, die noch nie zuvor zusammen zu sehen waren. Die Laufzeit der Ausstellung war vom 11. September 2020 bis zum 28. Februar 2021.

Für die folgende Online-Ausstellung haben die Kurator*innen nun ausgewählte Objekte zusammengestellt, um die Kunstwerke und ihre Geschichten erneut erlebbar zu machen.





Eingang des Berliner Kulturforums mit Banner der Ausstellung

Aus der Sammlung von

Privat

Wie darf ich das Objekt nutzen?

Quelle

Foto: Robert Hoffmann

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Sind Sie gut angekommen?

          Das fragten wir Sie an dieser Stelle in der analogen Ausstellung. In Zeiten, in denen alle Kultureinrichtungen geschlossen bleiben, können Ausstellungen aber nur noch online besucht werden.

Die Mobilitätsbeschränkungen im Zuge der Bekämpfung der Covid-19 Pandemie haben uns einmal mehr den Wert der Bewegung für unsere Gesellschaft und damit auch die Aktualität des Themas unserer Ausstellung vor Augen geführt.

Die gute Nachricht: Nun können Sie unsere Ausstellung auch nach der eigentlichen Laufzeit noch genießen!





Blick in die Ausstellung

Aus der Sammlung von

Privat

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Quelle

Foto: Christopher Hölzel

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Wir laden Sie ein, an Werken unterschiedlicher Kulturen und Zeiten Bewegung als Repräsentationsform in Gesellschaften zu hinterfragen.

Wie und bei welchen Tätigkeiten haben sich Angehörige der Oberschicht inszeniert und über andere erhoben? Welchen Einfluss haben Bewegungen auf gesellschaftliche Körperideale und welche Formen nehmen sie an?



01

Arbeit als Grundlage

Vom Faustkeil zur Fabrikarbeit


Harte körperliche Arbeit war über Jahrtausende hinweg die Grundlage für die Existenzsicherung. Nur wenn die Menschen “satt” waren, konnten Bewegungen ohne das Ziel des Nahrungserwerbs stattfinden.

Die Formen der Arbeit sind jedoch dauerhaftem Wandel unterworfen. Neue Arbeitsplätze und Hierarchien entstehen oder werden abgebaut. Heute werden immer mehr Tätigkeiten sitzend am Computer erledigt.

Die Exponate dieses ersten Kapitels erzählen von arbeitenden Menschen und Tieren in verschiedenen Kulturen und Epochen, ohne die andere Formen der Bewegung nicht denkbar wären.





Faustkeil

rund 600.000 Jahre vor heute, Fundort: Abbeville, Dep. Somme, Frankreich

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Vor- und Frühgeschichte

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte, Foto: Claudia Klein

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Jagd und Fischfang

          wurden anfangs für die Nahrungsbeschaffung ausgeübt. Diese körperlich anstrengenden Bewegungen erfolgten auf dem Land oder auf dem Wasser.

Der Faustkeil gilt als 'Schweizer Taschenmesser der Steinzeit' und wurde als vielfältig einsetzbares Utensil für die Beschaffung und Verarbeitung der Nahrung verwendet.





Gepäckträger (Miniaturschnitzerei)

vor 1883 (Qing-Dynastie), China

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum, Foto: Martin Franken

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Ohne Maschinen

          war der Transport von Waren sehr aufwendig. Nur unter dem Einsatz schwerer körperlicher Arbeit konnte so der Lebensunterhalt gesichert werden. Lastenträger mussten oft ein enormes Gewicht schultern und zugleich ausbalancieren, wie diese chinesische Holzfigur veranschaulicht.



Lastträger (Fliese)

um 1890, Iran

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum, Foto: Martin Franken

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Alltagsszenen

          mit Darstellungen von Lastenträgern wurden im 19. Jahrhundert in Teheran angefertigt. Es sind zwei Männer in einfacher, verschlissener Kleidung zu sehen. Der Zustand ihrer Kleidung verweist auf ihren niedrigen sozialen Status.





Kelimfragment mit Darstellung einer Dromedarkarawane

Ende 19. Jh., Aserbaidschan

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Islamische Kunst

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Islamische Kunst, Foto: Christian Krug

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Karawanen

          transportierten bis ins 20. Jahrhundert Handelswaren auf den Seidenstraßen. Um Gewinn zu erzielen, musste auf kräftezehrenden Reisen Leib und Leben riskiert werden.

Nur durch die Körperkraft und Ausdauer von Tieren war der Transport überhaupt möglich. Dieses Textilfragment eines Kelim aus dem 19. Jahrhundert zeigt eine Karawane mit Dromedaren.



Bauer mit zwei Kühen

Otto Pilz (Entwurf), Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (Ausführung), um 1905

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum, Foto: Franziska Kierzek

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Körperliche Arbeiten

          versuchen Menschen schon immer nicht selbst ausführen zu müssen. Was heute Maschinen übernehmen, wurde früher meist mit Hilfe von Last- und Arbeitstieren erledigt.

Tiere schleppten schwere Waren, zogen den Pflug für einen effektiveren Ackerbau und erleichterten so das Überleben der Menschen.




Die Pflüger, Blatt 1 aus der siebenteiligen Folge 'Der Bauernkrieg'

Käthe Kollwitz, 1908

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kupferstichkabinett

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kupferstichkabinett, Foto: Dietmar Katz

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Das Ziehen eines Pflugs

          verbindet man normalerweise mit der Arbeit von Tieren oder Traktoren. Stattdessen tragen hier zwei Männer das Joch. Mit ihrer extremen Körperhaltung will Käthe Kollwitz auf die harte Existenz der Bauern hinweisen.

Eine horizontale Linie markiert die Grenze vom Land zum Himmel. Die Körper der Männer berührt sie kaum – sie bleiben dem Boden und der Arbeit verhaftet.



Fabrikation bei der Firma Mahle

Ludwig Windstosser, um 1960

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek / Ludwig Windstosser.

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Fabrikarbeit

          prägt spätestens seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts das überwiegende Bild unserer Arbeitswelt. Maschinen nehmen Menschen körperlich belastende Arbeiten ab.

Im industriellen Fertigungsablauf sind nur noch monotone repetitive Bewegungen vonnöten, die auf ihre Art den Körper ebenso belasten und schädigen können.



02

Auf zur Jagd!

Jagd der Herrscher und Eliten


Auf Pferden, Streitwagen, Kamelen und Booten, ausgestattet mit Pfeil und Bogen, Speeren, Gewehren, Beilen und Jagdhorn, begleitet von Falken, Hunden oder zahlreichen Dienern und geschützt durch göttlichen Beistand.

In unterschiedlichen kulturellen, zeitlichen und geografischen Räumen weisen Jagddarstellungen überraschende, teils frappierende Ähnlichkeiten auf.

Im Unterschied zur einfachen Jagd, die immer noch der Ernährung dient, spielt die Jagd für die herrschaftliche Selbstinszenierung eine wichtige Rolle. Insbesondere die Jagd auf Raubtiere ist ein Privileg der Könige und Aristokraten und damit auch ein Symbol von idealisierter Männlichkeit.





Löwenjagdstele, moderner Gipsabguss

4. Jt. v. Chr. (Uruk-zeitlich), Uruk, Irak (Fundort)

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Vorderasiatisches Museum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Vorderasiatisches Museum, Foto: Olaf M. Teßmer

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Tödliche Gefahren

          von Menschen und Nutztieren abzuwenden, war eine der Pflichten des sumerischen ‚Priesterfürsten‘ aus Uruk. Auf dieser Stele aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. wird er in zwei Szenen bei der Löwenjagd abgebildet.





Relief mit Darstellung Assurnasirpals II. bei der Löwenjagd, moderner Gipsabguss

865-860 v. Chr. (neuassyrisch), Nimrud, Irak (Fundort)

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Vorderasiatisches Museum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Vorderasiatisches Museum, Foto: Olaf M. Teßmer

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Assyrische Löwenjagden

          sind ein Paradebeispiel royaler Selbstinszenierung und wurden in beeindruckenden Reliefs abgebildet. Gut sichtbar im Palast angebracht, konnten Untertanen und Gäste darauf die Kraft und Überlegenheit des Königs bewundern.

In Assyrien wurden Löwen auch für die Jagd gezüchtet, was der ursprünglichen Idee, sich in einem ebenbürtigen Kampf zu messen, widersprach. Assurnasirpal II. (883 bis 859 v. Chr.) rühmte sich, mehr als 370 Tiere erlegt zu haben.



Skarabäus mit Darstellung einer Nilpferdjagdszene

1794 - 1539 v. Chr. (2. Zwischenzeit)

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin -Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Foto: Andreas Paasch

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Im alten Ägypten

dienten rituelle Jagdszenen wie auf der Rückseite eines Käferamuletts - ein sogenannter Skarabäus - dazu, den Pharao in seiner Rolle als Beschützer zu präsentieren und somit als Herrscher zur legitimieren. Darüber hinaus wurde der Sieg über das erlegte Wildtier auch als Unheil abwehrendes Zeichen verstanden.




Fliese mit Bahram Gur und Azadeh

13./14. Jh., Iran

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Islamische Kunst

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum, Foto: Christian Krug

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Im persischen Schahname,

         dem Buch der Könige, ist das Thema der Jagd auch aufgegriffen. Der Dichter Abu l-Qasem-e Firdausi schrieb das Werk im 11. Jahrhundert als Heldenepos über die sassanidische Zeit (3. bis 7. Jahrhundert) nieder. Diese Fliese zeigt also eine Szene aus der Weltliteratur. König Bahram Gur will die Sklavin Azadeh mit seinen Jagdkünsten beeindrucken. Dafür schießt er einer Gazelle mit nur einem Schuss den Vorderlauf an den Kopf.



Grabrelief eines Mannes mit Jagdhund

Ende 6. Jh. v. Chr., Fundort unbekannt, Griechenland

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin – Antikensammlung

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Quelle

Universität zu Köln, Archäologisches Institut, CoDArchLab, 106163_FA-SPerg001968-01_Gisela Geng

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Grabrelief eines unbekannten Mannes

Ein durchtrainierter Mann, dessen Oberkörper nur in Teilen von einem Manteltuch bedeckt ist, greift mit seiner rechten Hand nach dem Halsband des vor ihm stehenden Hundes. Will er ihn zur Jagd losbinden? Dazu würde passen, dass er in seiner linken Hand einen erlegten Hasen, die Jagdbeute, hält.

Doch ist der Hase nicht nur Jagdbeute. Hasen galten auch als Liebesgeschenke, die im Rahmen der Päderastie von älteren an jüngere Männer überreicht wurden. Szenen dieser Art sind in der antiken Bilderwelt des 6. Jahrhunderts v. Chr., in welches auch das Relief gehört, durchaus verbreitet. Die Päderastie diente der Erziehung und der Einführung aristokratischer Knaben in die Welt der Erwachsenen. Obgleich Sex dabei eine gewichtige Rolle spielte, war Analverkehr zwischen freien Männern der Oberschicht gesetzlich untersagt.

Der Körper des auf dem Relief dargestellten Mannes entspricht dem Schönheitsideal, das die Oberschicht für sich in Anspruch nahm, und kennzeichnet ihn als vortrefflichen Menschen. Zum Wertekanon und Lebensstil der Aristokratie gehörte auch die Jagd. Wer der Dargestellte war, ist unbekannt. Doch dürfen wir mit Fug und Recht annehmen, dass er der Aristokratie angehörte. Das belegt auch das materiell wertvolle Relief, welches ihm über seinen Tod hinaus ein dauerhaftes Andenken bewahrte.

Jagd in der europäischen Neuzeit


In vielen Gesellschaften war es die Aufgabe des Herrschers, seine Untergebenen zumindest symbolisch vor wilden Tieren zu schützen. Ein Motiv, das in der Kunst häufig zu entdecken ist.

In der europäischen frühen Neuzeit dienten Jagden für die Oberschicht als gesellschaftliche Ereignisse. Es gab dabei ein aufwendiges Programm und genau festgelegte Rituale.

Mit edler Kleidung, kostbaren Waffen und abgerichteten Jagdfalken konnte dabei der herausgehobene Status, auch von adeligen Frauen, betont werden.





Halt einer Jagdgesellschaft am Fluss

Philips Wouwerman, 1640-1688

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Gemäldegalerie

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Gemäldegalerie, Foto: Jörg P. Anders

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Die eleganten Kleider und reichen Accessoires der Jagdgesellschaft betonen deren sozialen Status auch bei Ausflügen.

In diesem Gemälde von Philips Wouwerman steht die entspannte Haltung der Reitenden im Kontrast zur Frau auf der Brücke, die schwere Lasten zu tragen hat.



Jägerin mit Falke und Waldhorn

Johann Elias Ridinger, 1720er Jahre

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kupferstichkabinett

Wie darf ich das Objekt nutzen?

Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kupferstichkabinett, Foto: Dietmar Katz

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"Es ist gewiß die Lust des Falckenierens groß, Wann so geschickt der Falck dem Reiger gibt den Stoß."

Der begleitende Text, die zarten Bewegungen der Dame und ihr gesenkter Blick erinnern an das Thema der sogenannten Liebesjagd. In diesem Fall verfolgt die Dame ein Wild, oder wird selbst zum Objekt der Jagd.



Diana auf dem Hirsch

Matthias Walbaum, 1600 – 1605, Augsburg

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum, Foto: Leonie Kircher

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Kurzbeschreibung
Trinkspiel-Automat

Hier ist Diana, die römische Göttin der Jagd, auf einem Hirsch dargestellt. Sie wird von Jagdhunden und sogar Eidechsen begleitet. Tafelaufsätze wie dieser dienten der Verzierung eines festlichen Tisches. 

Das Objekt aus dem Jahr 1600 ist ein absolutes Meisterwerk der Goldschmiedekunst. Darin schlummert zudem noch ein ausgefeilter Mechanismus. Diana konnte sich plötzlich in Bewegung setzen, ca. 70 cm zurücklegen und eine 90 Grad-Drehung vollziehen. Nach weiteren 70 cm blieb die Figur wieder stehen.

Dieser Tafelaufsatz wurde als Trinkspiel verwendet. Der Hirsch ist innen hohl und der Kopf abnehmbar. Die Person, vor der Diana stehen blieb, musste aus dem Hirsch trinken.



Blick in die Vitrine

Aus der Sammlung von

Privat

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Quelle

Foto: Christopher Hölzel

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Moderne Rezeptionen der antiken Jagd

Heldenlegenden, wie z.B. die von Herakles, wurden nicht nur in der Antike geschätzt. Sie haben ein sehr langes Nachleben. Die Protagonisten und die Mythen wurden und werden von Künstler*innen immer wieder neu rezipiert.




Attisch-schwarzfigurige Amphora mit Herakles und dem erymanthischen Eber

3. Drittel 6. Jh. v. Chr., Athen

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Antikensammlung

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin – Antikensammlung, Foto: Johannes Laurentius

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Auf dieser Vase aus dem späten 6. Jahrhundert v. Chr. wird eine Szene aus dem mythischen Leben des Herakles gezeigt. Der Halbgott musste sich 12 scheinbar unlösbaren Aufgaben stellen, die er aber allesamt mit Geschick, Kraft und List meistern konnte.

Den riesigen erymanthischen Eber konnte Herakles nur erlegen, da er ihn ins Hochgebirge lockte, worauf der ermattete Eber mit Leichtigkeit besiegt werden konnte. Herakles brachte das Tier in den königlichen Palast, woraufhin sich der ängstliche König, der Herakles diese Aufgabe stellte, in einer Amphora im Boden versteckte.



Herkules mit dem erymanthischen Eber

Louis Tuaillon (Entwurf), Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (Ausführung), Entwurf um 1899/1900, Ausführung 1923

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum

Wie darf ich das Objekt nutzen?

Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum, Foto: Franziska Kierzek

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Um diese Porzellanfigur interpretieren zu können, sollte man ihren Kontext und Bezug zur Antike kennen.

Im Rahmen einer bildungsbürgerlichen Rückbesinnung auf die griechische Antike (ab Mitte des 18. Jahrhunderts) ist das Motiv der Jagd auf den erymanthischen Eber immer wieder aufgegriffen worden.

Die antiken Erzählungen zu kennen und darüber sprechen zu können, führte bei den Betrachtenden vermutlich zu einem Gefühl von Gemeinschaft und geteilten Werten.



03

Stilvoll unterwegs

Luxuriös von A nach B


Die motorisierte Fortbewegung, die wir heute oft als Selbstverständlichkeit wahrnehmen, ist – geschichtlich gesehen – eine noch sehr neue Erfindung.

Über Jahrtausende hinweg war die Überwindung von Distanzen bestimmt durch das, was tierische und menschliche Körper physisch leisten konnten. Doch bedeutete dies nicht, dass hierbei auf Luxus und Stil verzichtet wurde.

Besonders auf längeren Reisen wurden die gewohnten Annehmlichkeiten hoch geschätzt und heute wie damals war es ebenso wichtig, nicht nur komfortabel, sondern auch dem eigenen Status angemessen sein Reiseziel zu erreichen.





Junge Frau in einer Tragesänfte

um 1905 (Meiji-Zeit), Japan

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

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Quelle

Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz

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Bis ins 20. Jahrhundert

          kamen in Japan Sänften zum Einsatz, die das Reisen vor allem auf unwegsamen Pfaden erleichterten. Je nach Rang reiste man in einer schlichten, meist von zwei bis drei Männern getragenen Sänfte, kago, oder in einer prunkvolleren und von allen Seiten geschlossenen Variante, norimono.





Sänfte in Coupéform mit Groteskenmalerei, Wappen und Spiegelmonogramm

1720, Italien

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum, Foto: Michael Lüder

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In engen Gassen

          und auf unbefestigten Wegen waren Sänften komfortabler als Kutschen. Luxuriöse Polster und eine aufwendige Verzierung steigerten den Status des Passagiers. Diese Sänfte wurde mithilfe von zwei langen parallelen Stangen (Holmen) und zusätzlich sichernden Schultergurten getragen.



Mahavira auf der Sänfte

2. Hälfte 15. Jahrhundert, Gujarat (Indien)

Aus der Sammlung von

Stiftung Preußischer Kulturbesitz - Museum für Asiatische Kunst

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Quelle

Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Foto: Iris Papadopoulos

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Kurzbeschreibung
Sänften symbolisieren einen besonders hohen Status. Der Stifter der indischen Religion des Jainismus, Mahavira, wird auf seinem Weg zur Entsagung auf einer Sänfte dargestellt, wie ein König.
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Die Sänfte als Ausdruck

          von königlichem Rang findet sich auch in den heiligen Schriften der indischen Jaina-Gläubigen. Im Kalpasutra wird Mahavira, der Religionsstifter des Jainismus, auf seinem Weg in die Entsagung wie ein König, auf einer prunkvollen Sänfte und von einer Prozession begleitet, dargestellt.





Reiter in Rüstung auf gepanzertem Pferd

1760-1770, Murshidabad (Indien)

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Asiatische Kunst

Wie darf ich das Objekt nutzen?

Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Asiatische Kunst, Foto: Jürgen Liepe

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Bei den Mogulherrschern Indiens

          galten Pferde als Prestigesymbol. Sie hielten sich zahlreiche Tiere in ihren fürstlichen Ställen und nutzten diese vor allem in der Kavallerie. Auch in der bildenden Kunst dieser Zeit spiegelt sich die Bedeutung der Pferde wider. So erfreuten sich Reiterporträts bei den Herrschenden großer Beliebtheit.


SUN, das Kleinauto für jedermann

Alexander M. Cay, um 1919

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek, Foto: Dietmar Katz

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Die ersten Automobile

          hatten, wie zuvor die Kutschen, stets einen repräsentativen Charakter. Im Unterschied zu Bus und Bahn ermöglichen sie bis heute eine selbstbestimmte und stilvolle Fortbewegung.





Hara (Station 14) aus der Serie "53 Stationen der Ostmeerstraße" (Tokaido)

Utagawa Hiroshige, Edo (Tokugawa)-Zeit, 1834, Japan

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Asiatische Kunst

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin / courtesy Art Research Center, Ritsumeikan University, Kyoto

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Die Ostmeerstraße (Tōkaidō)

           war die wichtigste Verkehrsader im Japan der frühen Neuzeit. Sie verband die Städte Edo (heute Tokyo) und Kyoto. Dieser Holzschnitt aus der berühmten Serie „Die 53 Stationen des Tōkaidō“ von Utagawa Hiroshige zeigt zwei Damen höheren Standes, die von einem Gepäckträger begleitet werden.



Blick in die Vitrine - Carretu

Aus der Sammlung von

Privat

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Quelle

Foto: Christopher Hölzel

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Von Sizilien bis Indien

Prunkvoll geschmückte Reittiere und aufwendig verzierte Wagen dienen vielen Kulturen zur Repräsentation.

In Sizilien werden sie im Alltag verwendet, um das Erscheinungsbild einfacher Menschen aufzuwerten. Bei Hochzeiten wird das Pferd ebenfalls geschmückt.

In Indien kommen heute noch geschmückte Elefanten bei religiösen Prozessionen zum Einsatz und finden sich unter Weihgaben für Götter wieder.




Carrettu sicilianu (Sizilianisches Reiseandenken)

1980er Jahre, Sizilien (Italien)

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen

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Quelle

Foto: Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz

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Elefant auf Rollen

2. Hälfte 19. Jh., Orissa (Indien)

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

Wie darf ich das Objekt nutzen?

Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum, Foto: Martin Franken

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04

Süßes Nichtstun

Flanieren, Feiern und Faulenzen


Wer über Bewegung spricht, muss auch Nicht-Bewegung thematisieren. Die Abwesenheit von zweckgebundener Bewegung ist Statusmerkmal. Man muss es sich leisten können und die notwendige Zeit haben, sich nicht zu bewegen.

Dieses süße Nichtstun wurde teils aufwendig mit teurer Sportausrüstung, Gesellschaftsspielen jeglicher Art, seltenen Musikinstrumenten und bequemen Sitzgelegenheiten inszeniert.

Während andere arbeiten müssen, können Privilegierte in ihrer Freizeit schlendern, flanieren oder sich spielerisch der Musik zuwenden.





Attisch-schwarzfigurige Trinkschale der Segment-Klasse

4. Viertel 6. Jh. v. Chr., Athen

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin – Antikensammlung

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Antikensammlung , Foto: Johannes Laurentius

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Beim griechischen Symposion, einem Trinkgelage, unterhielt sich die Oberschicht, musizierte – und trank Wein. Bisweilen endete das in einem Besäufnis zu Ehren der Götter und einem fröhlichen Umzug durch die nächtliche Stadt, dem komos. Wie das aussah, ist in dieser Trinkschale dargestellt.



Parklandschaft mit Schloss

Hans Bol, 1589

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Gemäldegalerie

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Gemäldegalerie, Foto: Jörg P. Anders

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Im Vordergrund zeigt das Bild eine breite Anzahl an Unterhaltungsaktivitäten von edel gekleideten Personen. Das fröhliche Feiern der Privilegierten ist nur durch eine große Anzahl an Bediensteten möglich.



Stockgeige

1. Hälfte 19. Jh., Deutschland

Aus der Sammlung von

Musikinstrumenten-Museum SIMPK

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Quelle

Musikinstrumenten-Museum SIMPK, Foto: Anne-Katrin Breitenborn

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Stockinstrumente erfreuten sich im Biedermeier großer Beliebtheit. Integriert in Gehstöcke, die außer Haus obligater Bestandteil gehobener Herrenmode waren, machten sie den Klang einer Geige, einer Flöte oder Klarinette auch im Freien bequem verfügbar. Auch ein Spaziergang durch den Park bot so stets Gelegenheit zur musikalischen Zerstreuung.



Traversflöte mit Etui und 2 Wechselstücken

Flötenbauer: Friedrich Gabriel Kirst, nach 1772, Potsdam

Aus der Sammlung von

Musikinstrumenten-Museum SIMPK

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Quelle

Musikinstrumenten-Museum SIMPK, Foto: Anne-Katrin Breitenborn

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Die Flöte spielte am Hofe Friedrichs II. eine besondere Rolle: Selbst ein begeisterter Flötist, ließ der König sich täglich von Johann Joachim Quantz (1697-1773), Kammermusikus und Komponist der Hofkapelle, auf dem Instrument unterweisen; hin und wieder komponierte er auch. Die dargestellte Flöte aus Buchsbaum stammt vermutlich aus seinem Besitz.



Gruß aus Zinnowitz. Herrenbad (Riesenkarte/Groß-Postkarte)

Römmler & Jonas, Dresden (Hersteller), um 1910, Dresden

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen

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"Die übrigen Gäste haben ja recht viel Zeit dazu. Eigentlich wollen die dem 'dolce far niente' (süßes Nichtstun) nachgehen. Das ist aber ein wenig langweilig und so nimmt man denn auf den Bänken der <Lästeralleen> Platz und läßt die Vorübergehenden Spießruten laufen."

Richard Bredow: Brevier der guten Lebensart und des gewandten Benehmens im gesellschaftlichen und öffentlichen Leben, o.J.



Handlung

Max Klinger, 1898

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek, Foto: Dietmar Katz

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1876 eröffnete in Deutschland die erste Rollschuhbahn an der Berliner Hasenheide und das Rollschuhfahren wurde zum modischen Zeitvertreib. Der Künstler Max Klinger nutzt es in der Serie als Metapher für Unsicherheit.



Sonntagsspaziergänger und Touristen flanieren vor der Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Bernard Larsson, 1964, Westberlin

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek

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Quelle

bpk/ Staatliche Museen zu Berlin - Kunstbibliothek/ Bernard Larsson

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Bis ins 20. Jahrhundert hinein hatten vorwiegend Männer die Möglichkeit und Freiheit zum Flanieren. Frauen hatten erst mit zunehmender Emanzipation die Möglichkeit, die Stadt als Flaneurinnen zu entdecken.



Blick in die Vitrine - Spiele

Aus der Sammlung von

Privat

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Quelle

Foto: Steffen Backhaus

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Ungebremster Spieltrieb

Menschen spielen gerne! Und das schon seit Jahrtausenden. Wir haben drei sehr beliebte Spiele aus 2500 Jahren in einer Vitrine zusammengestellt.





Ziegelstein mit Einritzungen (30 Felder-Spielbrett)

1. Hälfte 1. Jt. v. Chr. (neubabylonisch), Uruk, Irak (Fundort)

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Vorderasiatisches Museum

Wie darf ich das Objekt nutzen?

Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Vorderasiatisches Museum, Foto: Olaf M. Teßmer

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Brettspiele

          wie dieses waren in Mesopotamien ein überaus populärer Zeitvertreib. Reiche Menschen leisteten sich kostbare Exemplare, aber auch einfache Ziegelsteine wurden spontan zum Spielbrett umfunktioniert.



Belagerungs-Spiel. The game of fortress and siege. Le jeu de siège ou de forteresse. Belegeringspel- Juego de fortaleza y sitio (Strategiespiel)

ca. 1890, Berlin

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen

Wie darf ich das Objekt nutzen?

Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen

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Mit Würfeln, Spielfiguren

          und mehr oder weniger komplizierten Regelwerken, gibt es Brettspiele im europäischen Raum ebenfalls schon sehr lange. Die Idee hinter diesem 130 Jahre alten „Belagerungs“-Spiel entstammt dem zeithistorischen Kontext. Es kann aber auch heute noch ohne Probleme gespielt werden.



Game Boy Classic (Computerspiele-Set)

1989 – 1996, Japan

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen

Wie darf ich das Objekt nutzen?

Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen

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Elektronische Spiele

          für unterwegs wurden möglich, als Nintendo Ende der 1980er den Gameboy auf den Markt brachte. Die tragbare Spielekonsole prägte eine ganze Generation.

05

Körper(ver)formung

Attraktive Körper?


Füllige Körper, durchtrainierte Athleten, Korsette und Lotosschuhe: Vorstellungen zur körperlichen Schönheit unterscheiden sich je nach Kultur und Zeitraum zum Teil deutlich voneinander.

Sie eint jedoch, dass sie auf unterschiedliche Weise dazu beitragen, den Körper zu formen, ja regelrecht zu verformen. Sport und Training signalisieren oftmals physische Überlegenheit und Leistungsfähigkeit.

Ganz im Gegensatz dazu schränken andere Arten der Körperformung die Bewegungsmöglichkeiten stark ein und verändern den Körper teilweise unumkehrbar.





Heilige Margareta

um 1470, Oberrhein

Aus der Sammlung von

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

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Quelle

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Foto: Klaus Leukers

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Mit rundem Bauch

          sowie schlankem, jugendlichen Wuchs, hoher Stirn, kleinen Brüsten, einer schlanken hohen Taille, entspricht die Körperform der Heiligen Margareta zwar nicht unbedingt dem Schönheitsideal von heute, aber auf jeden Fall dem der Zeit um 1450-1500. 





Großfiguriges Textilfragment

1. Drittel 17. Jh., vermutlich Isfahan / Iran

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Islamische Kunst

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Museum für Islamische Kunst, Foto: Christian Krug

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Grazile Körper

          waren in Iran im 16. und 17. Jahrhundert ein Ideal junger Männer. In der Poesie wurde ihre Statur mit dem schlanken Erscheinungsbild von Zypressen verglichen. Krafttraining oder harte Arbeit hätte dies zunichtegemacht.



Lotosschuh

2. Hälfte 19. Jh., China

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum, Foto: Martin Franken

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Ein Schönheitsideal

          bei Frauen im späten Kaiserreich China waren winzige, durch dauerhaftes Abbinden am Wachstum gehinderte Füße. Solche Lotosfüße ermöglichten es nur noch, sich über kurze Strecken selbstständig fortzubewegen. Als wesentlicher Bestandteil dieser Praxis betonten kunstvoll bestickte Spezialschuhe die Füße als Status- und Lustobjekt.





Schwarzes Schwangerschafts-Korsett mit hellblauer Stickerei

1870/90, Europa (?)

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kunstgewerbemuseum, Foto: Stephan Klonk

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Auch in Europa

          hat das Streben nach Schönheitsidealen und die damit einhergehende Verformung des Körpers eine lange Tradition. Wohl kaum ein anderes Kleidungsstück der europäischen Mode hat den weiblichen Körper über Jahrhunderte hinweg stärker geformt als das Korsett. Dieses Objekt wurde zwischen 1870 und 1890 aus kostbaren Materialien hergestellt und symbolisiert dadurch auch Macht und Status.



Herrenkorsett

1830er Jahre, Deutschland (?)

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Museum Europäischer Kulturen, Foto: Ute Franz-Scarciglia

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Männerkorsette

          sollten im Gegensatz zu den wesentlich enger geschnürten Korsetten für Frauen eine "natürlich" wirkende schlanke Taille produzieren. In den 1830er und 1840er Jahren waren schmale männliche Taillen sehr stark in Mode. Dieser Trend währte allerdings nur kurz und Männer waren wieder korsettfrei, während sich in der Betrachtung von Frauenkörpern das Ideal einer schmalen Taille bis heute fortsetzt.





Bildnis einer Frau

Michiel van Mierevelt, um 1620

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Gemäldegalerie

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Gemäldegalerie, Foto: Christoph Schmidt

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Mühlsteinkragen

          waren ebenso bewegungseinschränkend, aber ohne den Körper dabei dauerhaft zu verformen. Der feine Kragen wurde arbeitsintensiv mit Stärke behandelt und wurde so zur sichtbaren Hervorhebung des eigenen Status getragen. Nur wer sich keine Sorgen um eine gesicherte Ernährung machen musste, konnte mit dem Gedanken spielen, Nahrungsmittel für die Behandlung von Kleidung aufzuwenden.



Blick in die Ausstellung, Schönheitsideale Männer

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Kulturforum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Kulturforum

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Ideal und Wirklichkeit

Im Zentrum des letzten Teils der Ausstellung steht eine große griechische Statue. Durchtrainiert und mit Six-Pack steht sie für ein Schönheitsideal, das heute für viele in Europa immer noch gilt. Sie ist dabei eingerahmt von Darstellungen verschiedener Körperideale. Diese Gegenüberstellungen entlassen die Besucher*innen - hoffentlich - mit einem kritischen Blick auf eigene Körper- und Schönheitsvorstellungen.



Zwei Sumo-Ringer mit Schiedsrichter

um 1905 (Meiji-Zeit), Japan

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Ethnologisches Museum

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Sumo-Ringer sind in Europa vor allem wegen ihrer fülligen Körper bekannt. Es wird aber auch in geringeren Gewichtsklassen gekämpft und die massiven Körper sind keine Vorrausetzung für die Ausübung dieses Sports. Berühmte Ringer erreichen Kultstatus und werden wie Pop-Stars verehrt.



Torso eines Faustkämpfers, als Bogenschütze ergänzt

römisch, 1.– 2. Jh. n. Chr.

Aus der Sammlung von

Staatliche Museen zu Berlin – Antikensammlung

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Quelle

Staatliche Museen zu Berlin - Antikensammlung, Foto: Universität zu Köln, Archäologisches Institut, CoDArchLab, 106139,02_FA-SPerg001996-03_Gisela Geng

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Kurzbeschreibung
1766 durch Giovanni Ludovico Bianconi in Rom erworben; zeitweise vor dem Neuen Palais in Potsdam aufgestellt.
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Griechische Statuen zeigen in der Regel durchtrainierte Körper. Dieses Exemplar wurde einst für einen Sieger im Faustkampf aufgestellt und verweist auf das Schönheitsideal, das die vorbildlichen Qualitäten des Dargestellten demonstrierte. Obwohl über 2000 Jahre alt, entspricht es heute wieder vielen Idealvorstellungen männlicher Körper.





Cover des Ausstellungskatalogs zu STATUS MACHT BEWEGUNG

Erscheinungsdatum 11.9.2020

Aus der Sammlung von

Sandstein Kommunikation GmbH

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Quelle

Sandstein Kommunikation GmbH

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Begleitend zur Ausstellung STATUS MACHT BEWEGUNG ist auch ein Katalog im Sandstein Verlag erschienen:

Status Macht Bewegung
Lust und Last körperlicher Aktivät

Herausgegeben für die Staatliche Museen zu Berlin von Frederik Grosser; Teresa Laudert; Silvia Massa; Philipp Zobel

104 Seiten, 51 meist farbige Abb.
22 x 16,5 cm, Hardcover

ISBN 978-3-95498-565-4

18,00 €

Zum Webshop


Eine virtuelle Ausstellung von

Team

Analoge Ausstellung:
Stefanie Anton (Museum für Asiatische Kunst)
Antje Becker (Musikinstrumenten - Museum)
Gabriella Gaal (Kunstgewerbemuseum)
Frederik Grosser (Antikensammlung)
Fatma Gul (Museum Europäischer Kulturen)
Henriette Henning (Museum für Vor- und Frühgeschichte)
Robert Hoffmann (Institut für Museumsforschung)
Christopher Hölzel (Vorderasiatisches Museum)
Leonie Kircher (Ethologisches Museum)
Silvia Massa (Kupferstichkabinett)
Freya Nagelsmann (Kunstgewerbemuseum)
Justine Tutmann (Kunstbibliothek - Museum für Fotografie)
Philipp Zobel (Museum für Islamische Kunst)

Virtuelle Ausstellung:
Steffen Backhaus (Institut für Museumsforschung)
Christopher Hölzel (Vorderasiatisches Museum)

Erstellt mit :
DDB Studio
Ein Service von:
DDB Studio

Diese Ausstellung wurde am 15.02.2021 veröffentlicht.



Impressum

Die virtuelle Ausstellung STATUS MACHT BEWEGUNG wird veröffentlicht von:

Institut für Museumsforschung
Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz
In der Halde 1
14195 Berlin


gesetzlich vertreten durch

Dr. Patricia Rahemipour

Telefon: 030 8301 460
Fax: 030 8301504
E-Mail:  ifm[at]smb.spk-berlin.de

Inhaltlich verantwortlich:

Dr. Patricia Rahemipour
Institut für Museumsforschung
Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz
In der Halde 1
14195 Berlin

Kurator*innen:

Steffen Backhaus  (Institut für Museumsforschung)
Christopher Hölzel (Vorderasiatisches Museum)

 

DDBstudio wird angeboten von:  
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Stephan Bartholmei, Deutsche Digitale Bibliothek
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Technische Umsetzung:
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