Partner für das Kulturerbe in Gadara/Umm Qays
40 Jahre Jordanisch-Deutsche Initiativen
Wie lässt sich kulturelles Erbe bewahren und zugleich lebendig halten? Die Ausstellung »Partner für das Kulturerbe im antiken Gadara, dem modernen Umm Qays« gibt Einblicke in das gemeinschaftliche Engagement für den Kulturerhalt an einer der bedeutensten Kulturerbestätten Jordaniens.
Eine virtuelle Ausstellung von
Über die Ausstellung
Diese Ausstellung widmet sich dem Engagement des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) und seiner lokalen sowie internationalen Partnerinnen und Partnern für das materielle und immaterielle Kulturerbe der jüngeren Vergangenheit in Gadara/Umm Qays (Jordanien).
Im Zentrum steht das verlassene, obere Dorf Alhara Alfoqa auf dem Gelände der antiken Stadt Gadara. Dieser Ort ist für viele Menschen aus der Region bis heute von persönlicher Bedeutung, sei es, weil sie dort aufgewachsen sind oder ihre Familien von dort stammen. Neben dem Erhalt der Gebäude geht es vor allem um die Bewahrung bzw. Wiedergewinnung von handwerklichen Techniken und um das Wissen über das Leben in dörflichen Strukturen des späten 19. Jahrhunderts. Dieses Wissen ist vielerorts im Verschwinden begriffen. Die Ausstellung zeigt, wie dieses Wissen gemeinsam mit den Menschen vor Ort wieder aufgenommen, praktisch angewendet und weitergegeben wird.
Die Ausstellung wurde im Juni 2024 erstmals in Alhara Alfoqa als analoge Präsentation mit einem breit gefächerten Begleitprogramm gezeigt. Um die Inhalte dauerhaft zugänglich zu machen und eine größere Reichweite zu erzielen, sind sie nun auch in digitaler Form verfügbar. In drei Sprachen (Deutsch, Englisch/Arabisch) lädt die Ausstellung dazu ein, die Projekte, Orte und Menschen hinter den Initiativen kennenzulernen – unabhängig von Zeit und Ort.
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40 Jahre Kulturerbe-Initiativen
Gemeinsam für das Natur- und Kulturerbe der Region Gadara/Umm Qays
Das antike Gadara nahe dem heutigen Ort Umm Qays zählt zu den bedeutendsten Kulturerbestätten Jordaniens. Seit rund 40 Jahren erforscht das Deutsche Archäologische Institut (DAI) die antike Stadt und ihr Umland in Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Partnerinnen und Partnern durch archäologische Ausgrabungen und Surveys. Neben den antiken Gebäuden und Siedlungsspuren stehen dabei auch die jüngere Bau- und Siedlungsgeschichte im Fokus der Forschung. Mit dem inzwischen verlassenen »oberen Dorf« Alhara Alfoqa ist eine dörfliche Struktur des 19. Jahrhunderts überliefert, in der sich Spuren der damaligen Bau- und Lebensweise bis heute in seltener Klarheit nachvollziehen lassen.
Ergänzend zur wissenschaftlichen Forschung bietet das DAI seit 2012 Workshops zur Kulturvermittlung an und führt vor Ort ein Trainingsprogramm zum Erhalt historischer Bauten durch. Ziel ist es, gemeinsam das Bewusstsein für das Natur- und Kulturerbe der Region zu stärken sowie die für den Kulturerhalt erforderlichen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten zu vermitteln und zu fördern.
Diese Initiativen werden gemeinsam mit verschiedenen Organisationen umgesetzt, u.a.:
- Department of Antiquities of Jordan (DoA)
- Ministry of Tourism and Antiquities of Jordan (MoTA)
- Royal Society for the Conservation of Nature (RSCN)
- Initiativen sowie Vertreterinnen und Vertreter der lokalen Community
- Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI)
Alhara Alfoqa – das »obere« Dorf
Im späten 19. Jahrhundert führten Bodenreformen dazu, dass sich viele nomadisch lebende Familien dauerhaft niederließen. Um sich Landrechte für Weidewirtschaft und Viehzucht zu sichern, gaben sie ihre mobile Lebensweise auf und gründeten feste Siedlungen. In diesem Zusammenhang entstand das sog. »obere Dorf« von Umm Qays: Alhara Alfoqa. Es wurde auf dem Hügel oberhalb der sichtbaren Ruinen der antiken Stadt Gadara errichtet und nutzte damit einen Ort, der bereits seit der Antike besiedelt war. Über einen Zeitraum von rund hundert Jahren bot das Dorf bis zu 300 Familien eine Heimat.
Mitte der 1970er Jahre erklärte die Regierung das gesamte Siedlungsgebiet der antiken Stadt Gadara zum Antikengelände und stellte es unter Schutz. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Alhara Alfoqa mussten ihre Häuser bis Ende der 1980er Jahre verlassen und in den östlich gelegenen Teil des Ortes umsiedeln. Heute sind die historischen Gebäude von Alhara Alfoqa selbst Teil des kulturellen Erbes von Gadara/Umm Qays und werden, wie die antike Stadt, wissenschaftlich erforscht, restauriert und für zukünftige Generationen bewahrt.
Gadara – die antike Stadt
Das antike Gadara entstand ab dem Ende des 3. Jh. v. Chr. und entwickelte sich schnell zu einem bedeutenden städtischen Zentrum. Im 7. und 8. Jh. n. Chr. wurden die Gebäude durch mehrere Erdbeben stark beschädigt. Einige Bereiche blieben jedoch noch bis in das 13. Jahrhundert bewohnt.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Bauforschung, der Archäologie und anderen Fächern untersuchen die Ruinen der antiken Stadtanlage, um mehr über ihre Bauweise und Funktion sowie ihre Nutzungs- und Baugeschichte zu erfahren. Diese Forschung trägt dazu bei, die Entwicklung der Stadt und ihrer Bevölkerung im Laufe der Jahrhunderte zu verstehen.
Das Umland
Neben dem Siedlungsgebiet von Gadara und Alhara Alfoqa rückt auch die mehrere tausend Jahre weit zurückreichende Siedlungsgeschichte des Umlandes zunehmend in den Fokus der Forschung.
Zahlreiche Untersuchungen widmen sich den antiken Steinbrüchen, der Wasserversorgung und dem Leben in den Höhlen der Umgebung, die zum Teil noch heute genutzt werden. Die reiche Vielfalt der Funde vom Paläolithikum bis in die Neuzeit belegt die lange Besiedlung dieser Region.
Vom Paläolithikum bis in die Neuzeit
Das Fundspektrum aus den Surveys im Umland weist neben Artefakten aus der Steinzeit (v.a. Mittelpaläolithikum) auch zahlreiche Fragmente von Keramik und Glas aus römischer und islamischer Zeit auf. Auch die antiken Steinbrüche, in denen die Steinblöcke für die Bauwerke der Stadt Gadara gewonnen wurden, sind heute noch im Umland zu finden. Gut zu erkennen sind meist die terassenförmigen Lagen der herausgebrochenen Steinquader.
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Alhara Alfoqa/Umm Qays - Kulturerbe der Region
Eine Dorfstruktur aus dem 19. Jahrhundert
Das Dorf Alhara Alfoqa besteht aus ca. 50 Wohngebäuden, einer ehemaligen Schule und einer Moschee, die auf einer Fläche von ca. 10 ha ein verschlungenes Geflecht aus Räumen und Höfen bilden. Dazu gehört auch ein Wasserversorgungssystem mit mehreren Zisternen, die zum Teil noch aus hellenistischer Zeit stammen. Alhara Alfoqa ist einer der wenigen Orte in Jordanien, in dem die dörfliche Struktur und die Architektur des 19. Jahrhunderts noch sehr gut nachvollziehbar sind. Die derzeitigen Bemühungen konzentrieren sich auf die Restaurierung der verbliebenen Häuser und die Bewahrung der vielfältigen Zeugnisse dieser Epoche. So wird gewährleistet, dass dieses wichtige lokale Kulturerbe auch künftigen Generationen zugänglich bleibt.
Grenzen überschreitende Bauformen
Die Gebäude von Alhara Alfoqa weisen typologische und architektonische Ähnlichkeiten mit anderen Dörfern dieser Epoche in Jordanien auf. Sie zeigen aber auch Parallelen zu Dörfern im südlichen Syrien, Libanon und Palästina. Die überlieferten Strukturen sind Zeugnisse einer Zeit, in der die Grenzen noch offen und grenzüberschreitende Kontakte und kultureller Austausch selbstverständlich waren.
Lebendige Erinnerungen
Die ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner von Alhara Alfoqa erinnern sich noch sehr gut an »die alten Zeiten« im oberen Dorf. Die Geschichten und Erinnerungen an diese Zeit sind in vielen Familien bis heute sehr lebendig. Viele besitzen noch alte Gegenstände – etwa eine geflochtene Schale für frisches Brot oder Obst, eine alte Öllampe oder eine der Basalttrommel, die früher zum Walzen der Flachdächer vor den Winterregen eingesetzt wurden (und die heute noch z.B. zum Zerkleinern von getrocknetem Brot verwendet werden). Die Erinnerungen an das Leben im oberen Dorf sind nicht nur wichtige Bestandteile der Familiengeschichte, sie sind auch wertvolle Zeugnisse für das Leben in jordanischen Dorfgemeinschaften im 19. und 20. Jahrhundert insgesamt.
Traditionelle Bauweise - lokale Baustoffe
Bei der Errichtung der Häuser wurden vor allem Baumaterialien aus der näheren Umgebung verwendet. Für die Mauern wurden Basalt- und Kalksteinblöcke genutzt, die zum Teil aus den Ruinen der antiken Stadt Gadara entnommen und als sog. »Spolien« wiederverwendet wurden. Die unterschiedlichen Steinarten wurden dabei auch für die Fassadengestaltung genutzt, beispielsweise durch farblich wechselnde Steinlagen aus hellem Kalkstein und dunklem Basalt.
Erforschung der Bau- und Wohngeschichte des Dorfes
Seit 2007 wird die Wohnarchitektur von Alhara Alfoqa intensiv erforscht. Bis heute wurden rund 13 Hofanlagen (sog. ›Bait‹ oder ›Hosh‹) wissenschaftlich dokumentiert. Die wissenschaftliche Bearbeitung ist auch eine wichtige Grundlage für die Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) im Bait Husein Alrousan, einer der ältesten Hofanlagen im Zentrum des Dorfes.
Olga Zenker über Bauforschung und gelebtes Erbe
Die Architektin und Bauforscherin Olga Zenker beschreibt, wie aus der Arbeit im Werkhof ihr Dissertationsthema entstanden ist, das sie im Graduiertenkolleg »Identität und Erbe« an der Bauhaus-Universität Weimar bearbeitet hat. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass viel traditionelles Bauwissen verloren gegangen ist, während zugleich bei ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern lebendige Erinnerungen an Nutzung und Bedeutung der Gebäude bestehen. Ihre Arbeit verbindet Bauforschung mit dem Wissen der lokalen Gemeinschaft. So entsteht ein vielschichtiges Bild, in dem sich bauliche Spuren, persönliche Erinnerungen und kulturelle Bedeutungen ergänzen. Besonders eindrücklich ist für sie die anhaltende Verbindung vieler Menschen zu dem heute verlassenen Dorf. Trotz jahrzehntelangen Leerstands wird es weiterhin aufgesucht und genutzt. Am Beispiel von Ahmeds ehemaligem Elternhaus zeigt sie zudem, welche Rolle das angrenzende Antikengelände im Alltag spielte. In diesem Nebeneinander von Verlassenheit und lebendiger Aneignung werden die vielschichtigen Bedeutungen des Ortes und die enge Verknüpfung von antikem Erbe und jüngerer Geschichte sichtbar.
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Werkhof Bait Husein Alrousan und weitere Projekte
Fachwissen und Erfahrungen austauschen
Im Mittelpunkt der deutsch-jordanischen Initiativen in Gadara stehen die enge Zusammenarbeit und der aktive Austausch mit lokalen Akteurinnen und Akteuren sowie internationalen Partnerinnen und Partnern. Dieser Ansatz geht weit über die akademische Forschung hinaus und umfasst neben Maßnahmen zum Erhalt des kulturellen Erbes auch die Förderung von Fachkompetenzen. Im Fokus stehen Wissensgenerierung und Wissensvermittlung auf allen gesellschaftlichen Ebenen.
Wiederbelebung traditioneller Handwerkstechniken für den Kulturerhalt
Seit 2016 finden regelmäßig Schulungen zum Erhalt und zur Sicherung historischer Bauten und zur Vermittlung traditioneller Steinmetztechniken statt. Hier lernen, arbeiten und trainieren jordanische, syrische und deutsche Handwerkerinnen und Handwerker gemeinsam. Sie tauschen ihr Wissen aus und verfeinern unter Anleitung erfahrener Fachleute ihre praktischen Fähigkeiten. Rund 100 Trainees haben bisher an dem Trainingsprogramm teilgenommen, viele von ihnen mehrfach. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten Jahre sind inzwischen selbst zu Ausbildern geworden und tragen kontinuierlich zu den Instandhaltungsarbeiten in Alhara Alfoqa und Gadara bei.
Anfänglich fanden die Schulungen auf dem Antikengelände von Gadara statt. Ab 2019 wurde das Trainingsprogramm in die teilzerstörte Hofanlage Bait Husein Alrousan im historischen Kern von Alhara Alfoqa verlegt. Seitdem wird diese Hofanlage in gemeinschaftlicher Arbeit denkmalgerecht restauriert und schrittweise in einen Werkhof umgewandelt. Dieser soll dauerhaft für Schulungen zur Bauwerkserhaltung und für praxisorientierte Workshops genutzt werden.
Die Restaurierung des Bait Husein Alrousan
Die Instandsetzungsarbeiten umfassen u.a. die Restaurierung und Teilrekonstruktion von Wänden und Decken, die Sanierung einer Zisterne, die Herstellung von Lehmputzen einschließlich Kalkanstrichen, die Errichtung von Schattendächern über den Arbeitsplätzen der Steinmetze und die Begrünung des Hofes.
Skizze des Bait Husein Alrousan. Ansicht von Südwesten
Die Hofanlage besteht aus mehreren Raumgruppen, die sich rund um einen Innenhof mit Zisterne gruppieren. Der ehemalige Gastraum (Madafeh, Raum 10) wurde für eine Nutzung als multifunktionaler Ausstellungsraum instandgesetzt. In den zum Hof hin offenen Räumen 11-16 sind Ateliers für Steinmetzarbeiten vorgesehen und die Räume 18-21 sind für die Lagerung und Bearbeitung archäologischer Funde vorgesehen.
Ein Zentrum für Austausch und Kommunikation
Durch die Kombination von wissenschaftlicher Forschung und praktischer Erfahrung und mit Beteiligung der ortsansässigen Bevölkerung war es möglich, traditionelle aber schon fast in Vergessenheit geratene Bautechniken wiederzubeleben. Der Werkhof im Bait Husein Alrousan ist nun wieder zu einem Ort geworden, der zum Dialog einlädt und an dem diese Interaktion auch in Zukunft möglich ist. Ziel ist es, das wiederentdeckte Wissen zu bewahren und auszubauen, nicht nur, weil qualifizierte Handwerkerinnen und Handwerker für den Schutz und den Erhalt historischer Gebäude unverzichtbar sind, sondern auch, um sicherzustellen, dass die Fertigkeiten und das Fachwissen durch praktische Anwendung verfestigt werden.
Das in den Schulungen erworbene Wissen soll langfristig über die Region hinaus ausstrahlen, weitere Projekte inspirieren und zu einer höheren Wertschätzung traditioneller Bauweisen und Handwerkstechniken beitragen.
Ronny Brühl über das Training zur Bauwerkserhaltung
Der Restaurator und Bautechniker Ronny Brühl beschreibt, wie sich aus der gemeinsamen Arbeit vor Ort ein Lernprozess entwickelt hat, der in das Trainingsprogramm »Bauwerkserhaltung« eingeflossen ist. Im Mittelpunkt stehen die Wertschätzung traditioneller Bauweisen und Handwerkstechniken, das Arbeiten mit vorhandenen Materialien sowie ein behutsames Ergänzen. Im Training lernen die Teilnehmenden, die im Steinmetzkurs angefertigten Werksteine aus Kalkstein und Basalt mit geeignetem Mörtel fachgerecht zu versetzen, mit Lehm zu arbeiten und die Qualitäten regionaler Baustoffe zu nutzen. Vieles entsteht im Ausprobieren, im Austausch und im Zusammenspiel unterschiedlicher Erfahrungen. Besonders prägend ist für Ronny Brühl die enge Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. Daraus entstehen Vertrauen, gegenseitiges Lernen und langfristige Verbindungen, die weit über die Baustelle hinausreichen.
Wissenstransfer für die Öffentlichkeit
Zusätzlich zu den Steinmetzkursen wurden ab 2014 regelmäßig Veranstaltungen zur Kulturvermittlung durchgeführt, um das allgemeine Wissen über das regionale Kultur- und Naturerbe bei Kindern, ihren Familien und ortsansässigen Pädagoginnen und Pädagogen zu stärken.
Von 2016 bis 2018 fanden im Rahmen der »Train the Trainer«-Initiative sechs Workshops statt, in denen die Geschichte und Vorgeschichte der antiken Stadt Gadara und des Umlandes sowie das Leben im traditionellen Dorf Alhara Alfoqa thematisiert wurden. Jeweils gut 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen daran teil und haben sich auf die Arbeit mit Kindern spezialisiert. Höhepunkte der Initiative waren zwei Ausstellungen mit dreitägigem Begleitprogramm in den Jahren 2017 und 2018, bei denen auch die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern von Umm Qays, deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie ortsansässigen Pädagoginnen und Pädagogen zur Geltung kam. Die Initiative ist ein gutes Beispiel für partizipative Zusammenarbeit im Bereich der kulturellen Bildung.
Archäologische Summer School
Kurse zur Materialkunde und Fundbearbeitung
Im Jahr 2023 wurde in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Museum eine Summer School veranstaltet, die Studierenden der Yarmouk-Universität neue Einblicke in archäologische Themen sowie praktische Kurse in der Fundbearbeitung und Materialkunde bot.
Hierbei entstanden Lernmaterialien in Englisch und Arabisch, u.a. Video-Tutorials zum archäologischen Zeichnen und Fotografieren von Keramik. Alle Lernmterialien sind frei verfügbar unter:
www.dainst.org/dai-standorte/orient-abteilung/aussenstelle-damaskus/outreach➚
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Traditionelles Bauen heute – die Rekonstruktion der Madafeh
Rekonstruktion im Dialog
Die Madafeh – der ehemalige Gast- und Versammlungsraum des Bait Husein Alrousan – wurde in einen flexibel nutzbaren Ausstellungsraum für den Werkhof umgewandelt. Bei der Restaurierung wurde besonderer Wert auf die Erforschung und die Anwendung traditioneller Bautechniken und historischer Baumaterialien gelegt.
Die Rekonstruktion war auch ein Experiment, denn nicht alle Details der ursprünglichen Bauausführung waren zu Beginn der Arbeiten bekannt. Vieles musste zunächst erprobt werden, wovon alle Beteiligten – die ausführenden Handwerkerinnnenund Handwerker, Trainees sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – gleichermaßen profitierten. Auch die ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Besucherinnen und Besucher der Baustelle haben ihre Erfahrungen und Erinnerungen beigesteuert. So konnten das Know-how und die Details der traditionellen Bautechniken im gemeinschaftlichen Dialog und Experiment zurückgewonnen werden.
Ansicht der Madafeh von Nordwesten nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten im Sommer 2024. Die Restaurierung des historischen Gebäudes erfolgte in mehreren aufeinander abgestimmten Arbeitsschritten – vom Wiederaufbau der Nordfassade und der Sicherung des Mauerwerks bis zur Rekonstruktion des Erddachs und dem Innenausbau. Die folgenden Abschnitte geben Einblick in diesen Prozess.
Voruntersuchung und Stabilisierung
Um die Restaurierungsarbeiten möglichst genau vorzubereiten, wurden die Gebäude des Bait Husein Alrousan zunächst detailliert untersucht und wissenschaftlich dokumentiert. 2018 wurde der Schutt aus dem Innenraum der Madafeh entfernt, die Flächen gründlich gereinigt und der Bau durch mehrere Stützgerüste gesichert.
Wiederaufbau der Wände
In den Jahren 2018–2021 wurde das Mauerwerk der Madafeh instand gesetzt und die eingestürzte Nordfassade nach historischem Vorbild neu errichtet. Die Rekonstruktion war Teil des Steinmetztrainings: In traditioneller Steinmetztechnik versetzten die Trainees zuvor zugerichtete Blöcke aus lokalem Kalkstein, ergänzt durch Schmuckbänder aus dunklem Basalt. Damit nachvollziehbar bleibt, dass die Fassade ein Neubau ist, wurden für die äußere Schale ausschließlich neue Steine verwendet. Der Kalkmörtel entspricht der Zusammensetzung des historischen Mauermörtels.
Instandsetzung des Mauerwerks
Die Füllung des zweischaligen Mauerwerks bestand zum Teil nur noch aus loser Erde. Diese wurde mit dem Sauger entfernt und der Zwischenraum anschließend mit frischem Mörtel verfüllt. Aus Sicherheitsgründen wurden die Mauerwerksschalen zusätzlich durch moderne Spiralanker verstärkt.
Rekonstruktion des Erddachs
Die Wiederherstellung des Dachs der Madafeh verdeutlicht, welche Herausforderungen beim Nachbau historischer Konstruktionen zu meistern sind, wenn die erforderliche Praxiserfahrung und das ursprüngliche Bauwissen bereits verloren sind: Der historische Aufbau des Dachs konnte zwar rekonstruiert werden, das genaue Herstellungsverfahren war jedoch nicht bekannt. Daher mussten zunächst mehrere praktische Versuche an einem Modell durchgeführt werden, bevor das eigentliche Dach aufgebaut werden konnte.
Schilfmatten und Dornengestrüpp
Über die Tragkonstruktion wurde eine Trennschicht aus Schilfmatten gelegt. Darauf folgte eine Pufferschicht aus Dornengestrüpp, das mit einer Mischung aus Lehm und groben Strohhächseln abgedeckt wurde.
Die Schilfmatten wurden ab 2019 von Frauen aus der Region im Rahmen einer Initiative zur Wiederbelebung traditioneller Flechttechniken mit pflanzlichen Materialien hergestellt. (-> siehe Abschnitt 6)
Füllschichten aus Erde und Kalk
Anschließend wurden die Füllschichten aufgebracht: Dafür trugen zehn Arbeiter pro Tag eine 5 cm dicke Schicht der vorab getesteten Mischung aus gesiebter Erde und Kalk auf. Jede Schicht wurde anschließend gewässert und mit einer schweren Walze (Basalttrommel), verdichtet. Nach rund vier Stunden wurde ein zweites Mal gewässert und gewalzt.
Praktisches Wissen vor Ort
Die Verwendung der Walze und andere Details zum Bauprozess wurden durch historische Abbildungen und in Gesprächen mit ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Besucherinnen und Besuchern der Baustelle rekonstruiert. Eine der Walze wurde von einem Bewohner zur Verfügung gestellt.Das Walzen der Dachhaut ist auch Bestandteil der regelmäßig erforderlichen Wartung des Erddachs, z.B. vor den Winterregen, um Schäden am Dach zu vermeiden. Zwei ortsansässige Arbeiter waren in alle Bauphasen eingebunden, um das Wissen über den Dachaufbau und die zukünftige Pflege vor Ort sicherzustellen.
Praktisches Lernen
Trotz der sorgfältigen Voruntersuchungen und Erprobung stellte sich im Frühjahr 2022 heraus, dass das Dach nicht vollständig dicht war. An den Rändern hatten sich Risse gebildet, wodurch eine Überarbeitung des Dachaufbaus und der Entwässerung erforderlich waren. Aber auch diese »Rückschläge« tragen letztendlich dazu bei, das Wissen um die historischen Bautechniken kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern.
Innenausbau
Der Innenraum der Madafeh wurde behutsam instand gesetzt: Ziel war es, den besonderen Charakter des historischen Gastraums zu bewahren und ihn gleichzeitig für Ausstellungen nutzbar zu machen. Reste des alten Putzes an den Wänden und die Basaltfliesen im Eingangsbereich gaben wertvolle Hinweise auf die ursprüngliche Ausstattung des Raums. Der Boden wurde ausgebessert und ergänzt – Fenster, Tür und Wandputz orientierten sich am historischen Vorbild. Die moderne Beleuchtung und individuell gefertigte Möbel fügen sich dezent in das Gesamtbild ein – so bleibt die traditionelle Atmosphäre des Raums spürbar erhalten.
Bodenarbeiten
Der Boden der Madafeh war ursprünglich zweigeteilt: Der vordere Bereich war mit Basaltplatten belegt, während der hintere Bereich über einen Kalkestrich verfügte. Die Basaltplatten im vorderen Bereich wurden ausgebessert, in den übrigen Bereichen wurden neue Basaltplatten in Mörtel auf einem Kiesbett verlegt. Der deutliche Kontrast zwischen alten und neuen Basaltplatten ist gewollt und soll die Aufmerksamkeit darauf lenken, welche Teile original und welche neu sind. Die ehemalige Feuerstelle in der Mitte des Raums ist durch eine leichte Vertiefung und eine etwas andere Textur der Basaltplatten gekennzeichnet.
Wandverputz
Der Wandputz wurde ausschließlich aus lokalen Materialien hergestellt. Grundlage dafür waren genaue Analysen der alten Putzschichten sowie Untersuchungen der regionalen Lehmvorkommen. Die Mischung bestand aus Lehm, feinem Kalksplit, Sand, Stroh und Dung. Aufgetragen wurde der Lehmputz im Rahmen der Trainings im Jahr 2023. Im Jahr darauf wurden die Wände abschließend gekalkt.
Ausstellung und Begleitprogramm im Werkhof
Ende Mai 2024 waren die Restaurierungsarbeiten an der Madafeh abgeschlossen. In gemeinschaftlicher Arbeit ist hier ein Raum entstanden, der in Zukunft flexibel für Ausstellungen und Veranstaltungen im Werkhof genutzt werden kann.
Am 5. Juni 2024 wurde die restaurierte Madafeh mit einer Ausstellung, Präsentationen und Filmvorführungen feierlich eröffnet. Die Veranstaltung fand unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Fadi Balaa'awi, Generaldirektor des Department of Antiquities of Jordan, und wurde gemeinsam mit Dr. Florian Reindel, Gesandter der Deutschen Botschaft in Amman begangen.
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Fachkompetenzen fördern: Steinmetzkurse
Aus- und Weiterbildung von lokalen Handwerkern
Ein Schwerpunkt des Trainingsprogramms im Bait Husein Alrousan sind die Schulungen im Steinmetzhandwerk. So wird sichergestellt, dass auch in Zukunft gut ausgebildete Handwerker vor Ort zur Verfügung stehen. Gleichzeitig wird das traditionelle Steinmetzhandwerk, das in Jordanien langsam in Vergessenheit zu geraten droht, wiederbelebt und als lebendiges Kulturerbe weitergegeben.
Werkzeuge und Arbeitstechniken
Die Trainees lernen, das lokale Gestein mit traditionellen Steinmetzwerkzeugen zu bearbeiten. Im Einzelnen kann die Form der Werkzeuge je nach Herkunft (z.B. deutsche und jordanische Werkzeuge) oder persönlichen Vorlieben variieren. Zusätzlich werden auch moderne Arbeitsmethoden vermittelt, um traditionelles Handwerk mit zeitgenössischen Techniken zu verbinden.
Für die Bearbeitung von Naturstein stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung. Man unterschiedet dabei zwischen Werkzeugen für Hartgestein und für Weichgestein. Die Schlageisen (Meißel) werden mit Fäustel und Knüpfel angetrieben. Die Werkzeuge haben unterschiedliche Formen für grobe und feine Arbeiten.
Die unterschiedliche Steinmetzwerkzeuge erzeugen charakteristische Oberflächenstrukturen im Stein. Je nach Werkzeug entstehen feine Linien, regelmäßige Rillen oder grob strukturierte Flächen, die die einzelnen Bearbeitungsschritte sichtbar machen und gezielt für unterschiedliche Funktionen und Gestaltungen eingesetzt werden.
Vom Bruchstein zum Werkstück
Es ist ein langer Weg vom rohen Steinblock zum fertigen Werkstück. Die Trainees lernen zunächst die grundlegenden Arbeitsschritte – vom Abspalten des rohen Blocks bis zur Herstellung eines einfachen Quaders. Fortgeschrittene Teilnehmer bearbeiten schließlich auch aufwendige Profile und dekorative Elemente.
Abspalten des rohen Blocks
Mit Keilen, Meißeln oder einer Steinsäge wird der Steinblock in der gewünschten Größe vorsichtig von einem größeren Rohstein oder einem alten Steinblock abgespalten. Aufmerksames, präzises Arbeiten ist hier entscheidend, um ungewollte Risse oder Brüche zu vermeiden. Anschließend wird der rohe Block grob in Form gebracht: Mit dem Sprengeisen wird überschüssiges Material großzügig abgeschlagen.
Vom Trainee zum Experten
Im Rahmen des Trainingsprogramms wurde ein umfangreiches Arbeitsheft erstellt, in dem die wichtigsten Arbeitsschritte, Werkzeuge und Materialien erläutert werden. Das Handbuch steht allen Interessierten in deutscher und arabischer Sprache frei zur Verfügung.
Der Steinmetztrainer Abd el-Rahman al-Nawashi aus Umm Qays berichtet über seinen Werdegang vom Trainee zum Ausbilder. Er erzählt von seiner Leidenschaft für das Handwerk, die Arbeit mit Jugendlichen und den Austausch im internationalen Team.
06
Fachkompetenzen fördern: Lebendiges Kulturerbe
Weben und Flechten mit pflanzlichen Materialien
2019 startete ein weiteres Projekt, das sich dem fast vergessenen Handwerk des Webens/Flechtens mit pflanzlichen Materialien widmete. Frauen aus der Region wurden eingeladen, die traditionelle Herstellung von Schilfrohrmatten und Flechtwaren aus Bananenblättern, Palmblättern und Stroh zu erlernen. Eine erfahrene Weberin aus dem Yarmouk-Tal, die dieses Handwerk noch immer ausübt, leitete die ersten Kurse an. In dem siebenwöchigen Workshop erlernten die rund 20 Teilnehmerinnen die wichtigsten Techniken und stellten erste eigene Flechtprodukte her.
Schilfmatten für das Erddach der Madafeh
Die für das Lehmdach der Madafeh benötigten Schilfmatten (siehe Kapitel 4) werden in Jordanien schon länger nicht mehr hergestellt. Deshalb haben die Teilnehmerinnen des Flechtkurses gemeinsam mit dem Restaurierungsteam erfolgreich daran gearbeitet, diese Matten auf traditionelle Weise neu herzustellen. In einer intensiven Experimentierphase wurden Werkzeuge und Arbeitsschritte kontinuierlich erprobt und weiterentwickelt.
Flechtwerk für die Restaurierungsarbeiten
Im Rahmen der Restaurierungsarbeiten wurden unterschiedliche Flechtmatten hergestellt. Sie wurden für die Beschattung der Baustelle, für den Wiederaufbau des Erddachs der Madafeh und als Schattendächer für die Arbeitsplätzen der Steinmetze eingesetzt. Zusätzlich entstanden Möbel mit Flechtwerk für die Ausstattung der Madafeh.
2021 fertigten die Teilnehmerinnen des Flechtkurses 30 Matten im Format von 1 m x 2 m an und leisteten damit einen entscheidenden Beitrag zum Wiederaufbau des Lehmdachs. Grundlage dieses Erfolgs waren die wiederentdeckte und wiederbelebte Handwerkstechnik und die stetig wachsende fachliche Kompetenz der Frauen.
Vom Workshop in die Selbständigkeit
Nach Abschluss des Flechtkurses nutzten vier Frauen die Gelegenheit, mit den neu gewonnenen Kenntnissen eigene Unternehmen für die Herstellung und den Verkauf von Flechtwaren zu gründen. In der Folge entstanden die Initiativen »Al-Yarmouk Ladies Hand Craft« und »Manal’s Straws«. Mit der Unterstützung des Leiters des Besucherzentrums von Gadara/Umm Qays und des deutschen Restaurierungsteams konnten die Unternehmerinnen zwei Verkaufsstellen eröffnen.
Beide Initiativen bieten regelmäßig Workshops an, um die Kunst des Webens und Flechtens mit Naturmaterialien weiter zu vermitteln. Neben traditionellen Produkten entwickeln sie auch eigene Designs. Sie verbinden Tradition und Moderne und tragen so zu einem lebendigen, sich weiterentwickelnden Kulturerbe bei. Ihr langfristiges Ziel ist es, Umm Qays als Zentrum für dieses Kunsthandwerk zu etablieren.
Aseel Naufleh – Mitgründerin der Fraueninitiative »Al-Yarmouk Ladies Hand Craft« – berichtet im Interview über ihre Motivation und Herausforderungen auf ihrem Weg vom Flechtkurs in die Selbständigkeit.
… und die Steinmetze?
Die Workshops zum Flechthandwerk haben den Teilnehmerinnen neue Perspektiven eröffnet. Die Vermarktung von Steinmetzleistungen gestaltet sich dagegen schwieriger. Einige Absolventen der Steinmetzkurse arbeiten inzwischen selbst als Ausbilder im Trainingsprogramm. Ein Absolvent wurde am Department of Antiquities angestellt, und ein weiterer hat in Alhara Alfoqa eine kleine Werkstatt eröffnet, in der er Einzelstücke herstellt und Touristen in das Handwerk einführt. Andere haben in den laufenden Instandsetzungsmaßnahmen im Dorf temporär Arbeit gefunden und können dort ihr erworbenes Wissen einbringen.
Abd el-Rahman al-Nawashi nahm zunächst selbst als Trainee an den Steinmetzkursen teil. Schon nach kurzer Zeit beherrschte er nicht nur die grundlegenden Techniken der Steinbearbeitung, sondern auch anspruchsvollere Formen der Werksteinbearbeitung. Aufgrund seiner handwerklichen Begabung unterstützte er bald die Ausbildung neuer Teilnehmer und war über viele Jahre hinweg als Trainer in den Steinmetzkursen tätig.
Neben den Grundtechniken der Steinbearbeitung erlernen viele Trainees mit der Zeit auch anspruchsvolle Profile und ornamentale Formen. Der Ausbau dieser handwerklichen Fertigkeiten und des fachlichen Wissens ist eine wichtige Grundlage für die behutsame Restaurierung und ergänzende Rekonstruktion historischer und antiker Bauten.
Neben den Steinmetzkursen lernen die Trainees im Rahmen der Kurse zur Bauwerkserhaltung und Bestandssicherung auch das fachgerechte Versetzen der gefertigten Bauteile. Das Bild zeigt den Einbau eines neu angefertigten Sturzbogens auf einem hölzernen Lehrgerüst. Solche Kenntnisse qualifizieren die Teilnehmer zusätzlich für Restaurierungsarbeiten an historischen Gebäuden, bei denen präzises handwerkliches Arbeiten und ein Verständnis für traditionelle Konstruktionstechniken gefragt sind.
Sultan al-Rousan – hier als Teilnehmer des Steinmetzkuses 2016 – bearbeitet einen Basaltblock mit einem elektrischen Meissel. Wie einige Teilnehmerinnen der Flechtkurse wagte er den Schritt in die Selbstständig keit und eröffnete neben dem Besucherzentrum eine kleine Werkstatt mit dem Namen »Stone & Chisel«, in der er heute kunsthandwerkliche Steinmetzarbeiten herstellt und verkauft.
Diese Erfolge sind ein Anfang. Ziel ist es, dass die Steinmetztrainings langfristig eine noch größerer Anerkennung erfahren und die gut ausgebildeten Handwerker verstärkt bei Restaurierungsarbeiten an Kulturerbestätten und in der Bauwerkserhaltung, sowohl bei Projekten des Department of Antiquities als auch in der Privatwirtschaft, zum Einsatz kommen.
Der Werkhof im restaurierten Bait Husein Alrousan soll auch in Zukunft lokalen Handwerkerinnen und Handwerkern Raum für Austausch, Lernen und Weiterbildung bieten. So können weiterhin aus engagierten Trainees erfahrene Trainerinnen und Trainer werden und das alte wie auch das wiedergewonnene Wissen über Steinbearbeitung und die Erhaltung historischer Bauten der Region bewahrt und weitergegeben werden.
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Der Film zum Projekt
TRAIN THE TRAINERS
2023 hat die Filmproduktionsfirma SchwabenFilm eine Dokumentation über die langjährigen Arbeiten des DAI vor Ort gedreht. Durch Interviews mit diversen Akteuren und Kooperationspartnerinnen und -partnern des Projekts wird ein Eindruck der erreichten Ziele vermittelt und Einblick in die gemeinsame Arbeit vor Ort gewährt.
Dank für Unterstützung
Dieses Vorhaben wäre ohne die Unterstützung in Umm Qays und die enge Zusammenarbeit mit einer aktiven Gruppe der lokalen Gemeinschaft nicht realisierbar gewesen.
Unser Dank gilt auch:
- Auswärtiges Amt (AA)
- Department of Antiquities of Jordan (DoA)
- Ministry of Tourism and Antiquities of Jordan (MoTA)
- Royal Society for the Conservation of Nature (RSCN)
- Archaeological Heritage Network (ArcHerNet)