"heimlich, laut und leise"
Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Eine virtuelle Ausstellung von
Einführung
Widerstand gegen den Nationalsozialismus rückt verstärkt ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Die verschiedenen Rollen von Frauen bleiben dabei jedoch noch unterrepräsentiert.
Wir wollen in dieser Ausstellung zeigen, wie sich von 1933 bis 1945 Frauen unter eigener Lebensgefahr für Andere, für die Freiheit und für ein Ende des nationalsozialistischen Regimes eingesetzt haben. An vielfältigen Beispielen wird deutlich, warum und auf welche Weise Frauen Widerstand leisteten, und wie heute an sie und ihr Handeln erinnert wird.
Wir verlassen dabei die rein nationale Perspektive und thematisieren Widerstand in Deutschland und Frankreich. Wir stellen bekannte aber auch unbekannte Frauen vor, die uns durch ihre Haltung und ihr Handeln besonders beeindrucken. Denn Geschichte 'geschieht' nicht einfach, sie wird von Menschen 'gemacht'.
Vor allem für junge Menschen bieten wir in den Kapiteln 5 und 6 auch Hintergrundinformationen zum Leben im Nationalsozialismus und zu Frankreich im Zweiten Weltkrieg.
Diese Ausstellung gibt in digitaler Form wieder, was in deutsch-französischer Zusammenarbeit zu einer Präsenzausstellung führte. Mitarbeiter:innen des Haus der FrauenGeschichte e.V. sowie Schüler:innen und Lehrer:innen des Lycée Polyvalent Lamarck in Albert (Frankreich) haben diese geplant und umgesetzt. Die EU hat das Projekt finanziell unterstützt.
Informationen über die verwendeten Medien
Klebezettel der Roten Kapelle, 1942
Aus der Sammlung von
Bundesarchiv
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
BArch, R 3018/2
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Plakat der Nationalen Befreiungsbewegung, o.D.
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
ADS 99R3300060
Beschreibung
„Widerstand“ kann man auf verschiedene Arten verstehen. Die meisten sehen es als eine Haltung und Handlungen gegen ein Unrechtssystem, das keine Opposition zulässt. Diese Handlungen sind mit einem Risiko für die eigene Person oder für Familienangehörige verbunden.
In früheren Zeiten hat man Widerstand meistens mit Gewalt, aber zumindest mit einer aktiven Handlung verbunden.
Heutzutage fasst man den Widerstandsbegriff weiter. Der Historiker Detlev Peukert unterscheidet vier Kategorien von abweichendem Verhalten in einem totalitären System: Sich nicht konform verhalten, sich dem System verweigern, gegen das System protestieren und aktiv Widerstand leisten.
Darüber hinaus kann zu Widerstand aber auch gehören: Andere Menschen über Unrecht und Verbrechen aufklären, Ausweise fälschen, um Menschen zur Flucht zu verhelfen, Menschen verstecken oder retten.
Informationen über die verwendeten Medien
Libertas Schulze-Boysen an der Schreibmaschine, um 1933
Aus der Sammlung von
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Sitzecke der Berliner Wohnung von Antje und Robert Havemann. ca. 1935
Aus der Sammlung von
Sybille Kopf, Solz
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Familie Kopf
Beschreibung
Der Widerstand von Frauen wird lange Zeit kaum thematisiert. Es zählten vor allem aktive/gewaltsame Handlungen als Widerstand. Die Rolle von Frauen wurde dabei oft nicht erwähnt oder sie wurden ‚nur‘ als Helferinnen und Unterstützerinnen der Männer betrachtet. Das entspricht Stereotypen von Frauen und Männern, und es lässt außer Acht, dass auch dies lebensgefährlich war.
Tatsächlich leisten Frauen wie Männer in der Zeit des Nationalsozialismus alle Formen von Widerstand. Sie sind auch den gleichen Gefahren ausgesetzt. Frauen können jedoch andere Alltagssituationen als Männer nutzen, um z.B. in Kinderwagen Flugblätter zu transportieren, und Männer sehen sie auch als weniger gefährlich an.
Informationen über die verwendeten Medien
Brand der Bonner Synagoge am 10.11.1938
Aus der Sammlung von
Stadtarchiv Bonn
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Stadtarchiv Bonn / Ferdinand Kolb
Beschreibung
Widerstand aus politischen Gründen
Wer gegen den Nationalsozialismus Widerstand leistet, gehört oft einer Gruppierung an und hat für sein oder ihr Handeln politische Gründe. Ca. 150 Gegner des Nationalsozialismus bilden ein loses Netzwerk, das vom NS-Regime als „Rote Kapelle“ bezeichnet wird. Einige von ihnen haben Kontakte zur verbotenen Kommunistischen Partei; manche versuchen, mit dem Kriegsgegner Sowjetunion in Kontakt zu treten.
Hilde Coppi leistet mit ihrem Mann Hans Coppi Widerstand in dieser Gruppe. Hilde verbreitet Klebezettel, organisiert Papier für Flugblätter und hilft anderen Verfolgten. Sie wird hochschwanger 1942 festgenommen, bekommt das Kind im Gefängnis und wird am 5. August 1943 hingerichtet.
Informationen über die verwendeten Medien
Hilde Coppi, um 1933
Aus der Sammlung von
Familienbesitz
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Familienbesitz
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Hilda Monte: The Unity of Europe
Aus der Sammlung von
Unbekannt
Wie darf ich das Objekt nutzen
Beschreibung
Der Internationale Sozialistische Kampfbund (ISK) kämpft im Untergrund gegen die nationalsozialistische Diktatur. Hilda Monte ist eine wichtige Vertreterin der Organisation. Sie schreibt aus dem Exil in London gegen das Regime in der Tageszeitung „Der Funke“, z.B. „Wie man Hitler besiegen kann“ und 1942 die Broschüre „Help Germany to Revolt!“.
Im Buch “The Unity of Europe“ (Die Einheit Europas) beschreibt sie schon 1943, wie nach dem Krieg die noch verfeindeten Ländern zusammenarbeiten könnten.
Informationen über die verwendeten Medien
Hilda Monte, ca. 1933
Aus der Sammlung von
Archiv Jüdisches Museum Hohenems
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Archiv Jüdisches Museum Hohenems
Beschreibung
1944 wird Hilde Monte vom amerikanischen Geheimdienst als Agentin angeworben. Sie soll militärische und politische Informationen aus Deutschland beschaffen. Dafür wird sie in der Schweiz ausgebildet und lernt auch Fallschirmspringen. Auf einer Geheimaktion wird sie bei der Reise in die Schweiz an der Grenze zu Liechtenstein angeschossen und stirbt.
Die „Weiße Rose“ ist eine der bekanntesten Widerstandsgruppen. Sie entsteht aus einem Kreis von Studierenden in München. Als der Krieg immer radikaler wird, widersetzen sie sich dem Regime und fordern auf Flugblättern auch andere dazu auf.
Die Studenten Hans Scholl und sein Freund Alexander Schmorell sind die Gründer der Gruppe. Auch Hans‘ Schwester Sophie Scholl gehört dazu. Sie, Hans und Christoph Probst werden 1943 in München verhaftet und hingerichtet.
Informationen über die verwendeten Medien
Sophie Scholl vor 1943
Aus der Sammlung von
Deutsches Historisches Museum
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Deutsches Historisches Museum
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Gruppe von Zeugen und Zeuginnen Jehovas, o.D.
Aus der Sammlung von
Michael Hetzner
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Michael Hetzner, Fotograf unbekannt
Beschreibung
Gewissen und Glaube
Viele Frauen und Männer, die Widerstand leisten, handeln aus Menschlichkeit und folgen ihrem Gewissen oder ihren religiösen Überzeugungen. Christliche Motive wie Nächstenliebe und der Sinn für Gerechtigkeit sind ihnen wichtig. Sie sind über die Entrechtung und Verfolgung vieler ihrer Mitmenschen entsetzt und helfen diesen trotz eigener Lebensgefahr.
Mitglieder der Glaubensgemeinschaft "Zeugen Jehovas", die streng an die Bibel glauben und damals den Kriegsdienst verweigern, zeigen ihre Haltung auch öffentlich.
Informationen über die verwendeten Medien
Adélaïde Hautval, o.D.
Aus der Sammlung von
Familienbesitz
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Familienbesitz
Beschreibung
Adélaïde Hautval weigert sich auch im Konzentrationslager, jüdische Menschen schlecht zu behandeln. Sie muss eine Binde mit der Aufschrift „Amie des Juifs“ (Judenfreundin) tragen.
Informationen über die verwendeten Medien
Armbinde "Amie des Juifs" (Judenfreundin), o.D.
Aus der Sammlung von
Mémorial de la Shoah, Paris
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Mémorial de la Shoah/Coll. Françoise Pasquier
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Marie Kahle ihrem Mann und ihren Söhnen, o.D
Aus der Sammlung von
Familienbesitz
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Familienbesitz
Beschreibung
Marie Kahle lehnt aus ihrem christlichen Glauben heraus
die nationalsozialistische Politik und Ideologie ab.
Sie verbietet ihren Söhnen, in die Hitlerjugend (HJ) einzutreten.
Als in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Synagogen in Brand gesetzt und die Geschäfte jüdischer Eigentümer verwüstet werden, hilft sie am Tag darauf ihrer jüdischen Nachbarin aufzuräumen. Sie und ihre Familie werden danach in der Zeitung und auf Plakaten öffentlich als Verräter beschimpft und bedroht.
Sie fliehen bald darauf nach London. Marie Kahle schreibt dort ein Buch über ihre Erlebnisse mit dem Titel "Was hätten Sie getan?".
Informationen über die verwendeten Medien
Bahnhof von Amiens, um 1940-1944
Aus der Sammlung von
Archives municipales et communautaires d'Amiens
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Archives municipales et communautaires d'Amiens ; 10Z2568
Beschreibung
Gegen Fremdherrschaft
Die deutsche Besatzung in vielen Ländern Europas verändert das Leben für die Menschen dort grundlegend. Sie bestimmen nicht mehr selbst über Politik und Wirtschaft, sondern müssen sich den Entscheidungen der Deutschen beugen und erleben täglich Gewaltanwendungen der Besatzungsmacht.
Ein Beispiel ist die Lebensgeschichte von Madeleine Riffaud. Als deutsche Soldaten sie am Bahnhof von Amiens schikanieren, beschließt sie, gegen die Besatzer in der Résistance zu kämpfen. Ihre Geschichte erzählt eine dreibändige Graphic Novel.
Jeanne Boullen leitet bei Ausbruch des Kriegs eine mobile Krankenpflegeeinheit im Departement Somme. Sie rettet Menschen aus der brennenden Stadt Abbeville, die bei den ersten Kämpfen größtenteils zerstört wird.
Während der Massenflucht trifft sie auf den Präfekten Jean Moulin. Als dieser ein nationales Widerstandsnetzwerk aufbaut, übermittelt sie seine Nachrichten, denn als Krankenschwester kann sie problemlos die innerfranzösischen Grenzen überqueren. Außerdem schleust sie Flüchtlinge bis zum Hafen von Marseille und fliegt verletzte britische Soldaten nach England.
Von ihr erzählt das Buch „Die unbekannte Freundin Jean Moulins“.
Informationen über die verwendeten Medien
Jeanne Boullen, um 1969-1949
Aus der Sammlung von
Familienbesitz Neumann
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Familienbesitz Neumann
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Gefälschter Pass: "Halina Woranowicz" (Chaika Grossmann), ca. 1941
Aus der Sammlung von
Jewish Women's Archive
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Jewish Women's Archive
Beschreibung
Weitere Informationen
Sich wehren als Opfer des Regimes
Die Nationalsozialisten entrechten und verfolgen viele Menschen, die sie als „minderwertig“ ansehen. Frauen, die verfolgt werden, leben in ständiger Gefahr, verhaftet und ins Konzentrationslager deportiert zu werden. Manche tauchen unter und entziehen sich so ihrer Verfolgung. Nur wenigen gelingt ein Überleben im Versteck. Andere verlassen Deutschland und leisten im Exil aktiven Widerstand gegen die Besatzer.
Chaika Grossman kann ihre jüdische Identität verbergen und den Widerstand im Ghetto Bialystok unterstützen.
Fanny Eil (später Ben-Ami) ist Jüdin und flieht mit ihren Eltern 1933 von Deutschland nach Frankreich. Nachdem ihr Vater verhaftet wird, lebt sie drei Jahre lang in einem Kinderheim, doch sie wird verraten. Mit 13 Jahren beginnt sie mit anderen Kindern die Flucht in die neutrale und sichere Schweiz. Der Fluchtplan, den Helfer:innen für sie entwickelt haben, scheitert. Fanny übernimmt die Verantwortung für alle Kinder. Trotz der großen Gefahr gelingt es ihr, diese und sich sicher ans Ziel zu bringen.
Ihre Zeichnungen stellen Szenen der Flucht nachträglich dar. Hier werden die Kinder von einem französischen Polizisten entdeckt.
Fanny Ben-Ami lebt heute in Israel, doch sie spricht auch in Deutschland über ihre Flucht.
Informationen über die verwendeten Medien
colorierte Zeichnung aus der Erinnerung von Fanny Ben-Ami
Aus der Sammlung von
Privatbesitz
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Privatbesitz
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Lisa Fittko, 1938/41
Aus der Sammlung von
Familienbesitz / Deutsches Exilarchiv
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Familienbesitz / Deutsches Exilarchiv
Beschreibung
In Marseille befindet sich das Emergency Rescue Committee (ERC), das vielen Menschen bis Herbst 1941 bei der Flucht hilft.
Lisa und ihr Mann Hans sind Mitglieder dieser Hilfsorganisation. Sie führen Menschen, die von den Nationalsozialisten oder dem Vichy-Regime verfolgt werden, über die Pyrenäen nach Spanien. Lisa Fittko selbst nutzt eine gefälschte Bescheinigung aus Cassis.
Später beschreibt sie ihre Zeit im Widerstand im Buch "Mein Weg über die Pyrenäen".
Persönliche Betroffenheit
So auch Elisabeth „Lilly“ Wust. Sie liebt die Jüdin Felice Schragenheim.
Informationen über die verwendeten Medien
Felice Schragenheim und Elisabeth Wust beim Ausflug an der Havel, nur Stunden vor Schragenheims Verhaftung, Berlin, 21. August 1944
Aus der Sammlung von
Jüdisches Museum Berlin
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2006/37/378/1, Schenkung von Elisabeth Wust
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Haustürschild von Elisabeth Wust, Deutschland ca. 1950 - 1970
Aus der Sammlung von
Jüdisches Museum Berlin
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Haustürschild von Elisabeth Wust, Deutschland ca. 1950 - 1970, Kunststoff Laminat aus Phenol- und Melamin- Formaldehyd, 3,7 x 10,5 cm; Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2006/37/813, Schenkung von Elisabeth Wust, Foto: Roman März
Beschreibung
Danach besiegeln sie und Felice Schragenheim ihre Verbindung mit einem heimlichen, handgeschriebenen Ehevertrag. Sie leben kurze Zeit auch in einer gemeinsamen Wohnung. Auf dem Türschild steht Elisabeth Wust-Schragenheim. Sie zeigt damit offen ihre Verbundenheit zu Felice.
Diese wird 1944 von der Gestapo verhaftet, deportiert und 1945 auf ungeklärte Weise getötet.
Im Februar 1943 verhaftet die Gestapo über 2000 jüdische Männer, die mit nichtjüdischen Frauen verheiratet sind. Bisher blieben die Männer aufgrund der „Mischehe“ verschont. Nach der Verhaftung versammeln sich die Frauen mit ihren Kindern auf der Berliner Rosenstraße. Sie fordern, dass ihre Männer freigelassen werden. Eine Woche lang protestieren täglich rund 600 Frauen. Einige Männer kommen daraufhin frei, doch die Mehrheit der Verhafteten wird deportiert und ermordet.
Es ist die größte unerlaubte Demonstration in der NS-Zeit. Das Denkmal erinnert an die Frauen, die ihre Männer retten wollen.
Informationen über die verwendeten Medien
Denkmal für die Frauen des Rosenstraßen-Protests, eingeweiht 1995
Aus der Sammlung von
Christian Schmalz, 2024
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Christian Schmalz, 2024
Beschreibung
Wer sich anders verhält, als es die Nationalsozialisten wollen, also beispielsweise nicht in ihre Organisationen eintritt, ist dem Regime schnell verdächtig. An der eigenen Lebensweise festzuhalten, kann schon Widerstand sein.
Fritz Kitzing wird Ende 1933 in Frauenkleidung verhaftet und gemäß § 361, dem Gesetz gegen Obdachlosigkeit und Bettelei, angeklagt. Er muss sechs Monate in das „Arbeitshaus“ Rummelsburg. Er flieht nach London, kehrt jedoch nach einer dortigen Verhaftung nach Deutschland zurück. 1936 wird er erneut in Frauenkleidern aufgegriffen und verhaftet. Er kommt ein Jahr ins Konzentrationslager Sachsenhausen. Nach weiteren Verhaftungen wird er 1939 Soldat und überlebt den Krieg.
Informationen über die verwendeten Medien
Fotos aus der polizeilichen Überwachungsakte von Fritz Kitzing, 1936
Aus der Sammlung von
Landesarchiv Berlin
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Landesarchiv Berlin, A Pr.Br.Rep. 030-02-05 Nr. 169
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Swing-Jugendliche auf einem Ausflug, 1941
Aus der Sammlung von
Swing-Archiv Axel Waldhier
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Swing-Archiv Axel Waldhier
Beschreibung
Nicht-Anpassen und Verweigern
In der nationalsozialistischen Diktatur kann schon Nicht-Mitmachen als Widerstand angesehen werden. Jugendliche müssen ab 1936 Mitglieder in der Hitlerjugend (HJ) oder dem Bund deutscher Mädel (BDM) sein. Einige verweigern jedoch die Mitgliedschaft.
Im nationalsozialistischen Deutschland ist es auch verboten, mit Freunden Musik zu hören oder zu singen, die das Regime als „nicht-deutsch“ oder verdächtig bewertet. Die "Swing-Jugendlichen" lassen sich von ihrer Liebe zur amerikanischen Musik jedoch nicht abhalten.
Im Rheinland und Ruhrgebiet bilden Mädchen und Jungen „Edelweißpiraten“-Gruppen (bis 1941 heißen sie Bündische Jugend). Sie machen Ausflüge in die Natur und singen zusammen Lieder von Freiheit und Abenteuern.
Sie wollen frei und ohne die Zwänge des NS-Regimes leben und treten auch nicht den nationalsozialistischen Organisationen bei. Als das Regime sie verfolgt, leisten sie auch politischen Widerstand.
Informationen über die verwendeten Medien
Edelweißpirat:innen auf dem Weg zum Drachenfels um 1940/41
Aus der Sammlung von
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Beschreibung
Gertrud „Mucki“ Kühlem (später Koch) ist in einer „Edelweiß“-Gruppe. Sie liebt das Singen und die Ausflüge mit anderen Jugendlichen. Sie verteilt aber auch Flugblätter gegen das Regime in Köln und Düsseldorf. Nach einer dieser Aktionen wird sie von der Gestapo verhaftet, verhört, eingeschüchtert und verletzt. Sie kommt frei, wird aber wieder eingesperrt, davon zwei Monate in Einzelhaft.
Sie überlebt den Krieg, doch ihr Widerstand wird in der Bundesrepublik lange Zeit nur als „Kriminalität“ bezeichnet. Erst das Engagement von Bürger:innen führt dazu, dass sie und andere für ihre mutigen Taten heute geehrt werden.
Informationen über die verwendeten Medien
Gertrud Kühlem (genannt Mucki), 1943
Aus der Sammlung von
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Fotografie: Gertrud Kühlem (genannt Mucki) mit dem "Käppchen" als Kopfbedeckung, 1943 (Fotograf: unbekannt)
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Antje Havemann im selbstgenähten und bestickten Kimono, Berlin um 1935
Aus der Sammlung von
Familienbesitz
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Fotograf: Robert Havemann, Familienbesitz
Beschreibung
Unterstützen und Versorgen
Antje Hasenclever und ihr erster Mann Robert Havemann verstecken Kommunist:innen in ihrer Wohnung. Sie kommen im Nähzimmer von Antje unter. Wenn sie dort arbeitet, können sich die Versteckten in der Wohnung bewegen, da man ihre Geräusche dann nicht hört. Antje Havemann versorgt auch jüdische Menschen mit Lebensmitteln und macht Botengänge für die verbotene Kommunistische Partei.
Emilie Schindler ist die Ehefrau des Fabrikanten Oskar Schindler. Er rettet 1944 ca. 1200 jüdische Menschen vor der Ermordung in Konzentrationslagern, indem er sie in seiner Fabrik in Brünnlitz (Brnenec) als Zwangsarbeiter:innen beschäftigt. Der Film "Schindlers Liste" von Steven Spielberg erzählt davon. Emilie Schindler kommt nur am Rande vor.
Vor allem sie besorgt jedoch die Lebensmittel für die Zwangsarbeiter:innen. Außerdem nimmt sie im Januar 1945 mehr als 100 jüdische Menschen auf, die bereits in einem Waggon für den Abtransport vorgesehen sind. Sie versorgt selbst die Kranken und Verwundeten.
1993, 26 Jahre nach ihrem Mann, wird auch sie von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechte unter den Völkern" gewürdigt.
Informationen über die verwendeten Medien
Emilie Schindler, Brünnlitz 1944
Aus der Sammlung von
Privatbesitz Erika Rosenberg
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Erika Rosenberg
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Freya Gräfin von Moltke, Kapstadt/Südafrika, um 1948
Aus der Sammlung von
Privatbesitz/Reproduktion Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Privatbesitz/Reproduktion Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Beschreibung
Freya Gräfin von Moltke lebt mit ihrem Mann James und ihren Söhnen auf dem Landgut in Kreisau in Schlesien (heute Polen). Dort treffen sich nach Beginn des Krieges 1939 Widerständige und machen Pläne für eine demokratische Zukunft Deutschlands nach dem Nationalsozialismus. Einige Mitglieder des „Kreisauer Kreises“ sind an Planungen zum Attentat vom 20. Juli 1944 beteiligt. Freya ist Gastgeberin, nimmt an den Diskussionen teil und schreibt Schriften der Gruppe ab. Sie ist die wichtigste Gesprächspartnerin für ihren Mann. Nach dem Attentat am 20. Juli wird ihr Mann festgenommen und 1945 hingerichtet. Freya überlebt mit ihren beiden Kindern.
Informationen - wertvoll und gefährlich
In der nationalsozialistischen Diktatur kontrolliert das Regime alle damals existierenden Medien und damit auch, was die Bevölkerung erfahren soll. Informationen aus anderen Quellen zu sammeln, sie weiterzugeben und zu veröffentlichen, sind Mittel, um das nationalsozialistische Regime zu schwächen.
Libertas und Harro Schulze-Boysen sammeln in verschiedenen staatlichen Institutionen Bilder von deutschen Kriegsverbrechen und Informationen zu den Plänen der Wehrmacht. Außerdem verteilen sie mit anderen zusammen Flugblätter. Sie werden 1942 verhaftet, zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Informationen über die verwendeten Medien
Libertas und Harro Schulze-Boysen, um 1935
Aus der Sammlung von
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Klebezettel der Roten Kapelle, 1942
Aus der Sammlung von
Bundesarchiv
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
BArch, R 3018/2
Beschreibung
Klebezettel sind kleiner als Flugblätter und leicht auf Wänden zu befestigen, daher dienen sie als schnelles Kommunikationsmittel. Dieser ist von Widerständigen der sogenannten „Roten Kapelle“. Auch Libertas Schulze-Boysen klebt sie im Mai 1942 in Berlin als Protestaktion.
Informationen über die verwendeten Medien
Julia Lemaire am Tag ihrer Heirat mit René Lamps am 17. Juli 1942
Aus der Sammlung von
Familienbesitz
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Familienbesitz Vis
Beschreibung
Julia Lamps, geb. Lemaire, stammt aus einer kommunistischen Familie. Während des Zweiten Weltkriegs transportiert sie mit dem Fahrrad Nachrichten, Flugblätter, Sprengstoff und gefälschte Papiere. Sie schmuggelt auch Personen über die innerfranzösischen Grenzen.
Als Sekretärin der Union der Französischen Frauen (UFF) gehört sie dem lokalen Befreiungskomitee an und ist auch nach 1945 politisch engagiert.
Heimliche Kommunikation spielt eine bedeutende Rolle für den Erfolg von Widerstandshandlungen. Dazu gehört auch, Verbündete in solche Aktionen einzuweihen.
Julia Lamps hält auf dieser Liste fest, welche Nummer für andere Frauen und Männer im Widerstand steht. Sie versteckt sie im Lenker ihre Fahrrads. Die Frau, die per Fahrrad geheime Informationen übermittelt, ist eines der Symbole der französischen Résistance.
Widerstand prominenter Frauen
Marlene Dietrich ist in den 1920er/30er Jahren eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen und Sängerinnen. Als die Nationalsozialisten die Macht übernehmen, weigert sie sich, deren Propaganda zu unterstützen und wendet sich gegen Hitler und den Faschismus. Sie dreht Filme in den USA und lebt ab 1939 auch dort. Rollenangebote aus Deutschland lehnt sie hingegen ab. Sie nutzt ihren Ruhm, um die USA im Krieg zu unterstützen. Marlene Dietrich unterhält US-amerikanische Truppen und sammelt Spenden für den Krieg gegen Deutschland.
Informationen über die verwendeten Medien
Marlene Dietrich meldet die Kapitulation Japans, August 1945
Aus der Sammlung von
Marlene Dietrich Collection Berlin
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Marlene Dietrich Collection Berlin (Marlene Dietrich Archiv), Fotograf: Otto Rothschil
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Josephine Baker in Uniform der französischen Luftstreitkräfte, 1948
Aus der Sammlung von
WikiCommons
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
WikiCommons / Studio Harcourt
Beschreibung
Josephine Baker ist Tänzerin und Schauspielerin aus den USA und ab 1925 der Star bei Tanz-Revuen in Paris. 1937 nimmt sie die französische Staatsbürgerschaft an. Im Juni 1940 tritt sie der Résistance bei und leistet Widerstand, indem sie auf ihren Konzertreisen Informationen schmuggelt. Außerdem arbeitet sie als Pilotin für das französische Rote Kreuz und ab 1944 als Propagandaoffizierin für die Luftwaffe des „Freien Frankreich“.
Informationen über die verwendeten Medien
Personalausweis für Dora Benjamin, auf den Decknamen Reneé Fabre ausgestellt, Toulouse 10. Juni 1942
Aus der Sammlung von
Jüdisches Museum Berlin
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Jüdisches Museum Berlin, Schenkung von Peter Schaul, Foto: Roman März
Beschreibung
Fälschen und Schmuggeln
In einer Diktatur können Handlungen nötig werden, die ansonsten als kriminell gelten. Wer vom nationalsozialistischen Regime verfolgt wird, braucht gefälschte Dokumente, um fliehen oder gegen das Regime arbeiten zu können.
MIt diesem gefälschten Ausweis arbeitet Dora Schaul unter dem Namen Renée Fabre bei deutschen Dienststellen und kann dort wichtige Informationen sammeln.
Sie kann zum Beispiel eine Liste der Angehörigen der Gestapo in Lyon erstellen; darunter ist auch der Name des Gestapo-Chefs Klaus Barbie . Diese Liste wird von Radio London verbreitet.
Dora Schaul hält viele ihrer Erlebnisse während der Besatzung in einem Skizzenbuch fest.
Informationen über die verwendeten Medien
Gezeichnetes Tagebuch "Mes aventures de guerre 1. Sept. 1939-?" von Dora Benjamin (Schaul), Ringbuch ca. 48 Seiten
Aus der Sammlung von
Jüdisches Museum Berlin,
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Gezeichnetes Tagebuch "Mes aventures de guerre 1. Sept. 1939-?" von Dora Benjamin, Mende; Brens 1939 - 1942, Farbstift, Tinte, 18 x 21,5 x 1 cm; Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2017/167/273, Schenkung von Peter Schaul, Foto: Roman März.
Beschreibung
Mit dem Fahrrad transportiert Julia Lamps Flugblätter, Sprengstoff, gefälschte Papiere und Nachrichten zu lokalen Widerstandsgruppen. Sie schmuggelt auch Personen über den Fluss Somme, der die Grenze zwischen verbotener und besetzter Zone ist. Sie nutzt dazu auch diese gefälschten Papiere, die sie als Jaqueline Delaporte ausweisen.
Menschen verstecken oder retten
Manche Frauen retten Menschen, indem sie diese außer Landes und damit außer Gefahr bringen. Es ist riskant für sie, Anderen gefälschte Papiere zu besorgen oder sie persönlich auf sicheres Gebiet zu bringen.
Aracy Moebius de Carvalho arbeitet seit 1938 im brasilianischen Konsulat in Hamburg. Entgegen den Vorschriften verschafft sie jüdischen Menschen Ausreisegenehmigungen für Brasilien. Mindestens 80 Menschen gelingt damit die Ausreise aus Deutschland. Aracy de Carvalho wird 1982 als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.
Informationen über die verwendeten Medien
Aracy de Carvalho an der Schreibmaschine, 1938/41
Aus der Sammlung von
Familienbesitz
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Familienbesitz
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Marie-Louise Carnaby, um 1938-1945
Aus der Sammlung von
Familienbesitz Masse
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Familienbesitz Masse
Beschreibung
Marie-Louise Carnaby leistet auf verschiedene Arten Widerstand in der nordfranzösischen Region Somme. Unter anderem hilft sie dem belgischen Widerstandskämpfer Pierre Radermecker, sich zu verstecken.
Später wird Pierre Radermecker trotzdem verhaftet und hingerichtet. Seine Familie erinnert mit Postkarten an ihn...
Informationen über die verwendeten Medien
Postkarte Familie Radermecker an Marie-Louise Carnaby, nach 1945,
Aus der Sammlung von
Familienbesitz Masse
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Familienbesitz Masse
Beschreibung
... und dankt damit Marie-Louise Carnaby, dass sie ihm geholfen hat.
Informationen über die verwendeten Medien
Postkarte Familie Radermecker an Marie-Louise Carnaby, nach 1945,
Aus der Sammlung von
Familienbesitz Masse
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Familienbesitz Masse
Beschreibung
Widerstand in Konzentrationslagern
In Konzentrationslagern herrscht dauerhafter Ausnahmezustand. Der Widerstand dort ist nicht vergleichbar mit dem außerhalb. Menschen werden in Konzentrationslagern unmenschlich behandelt und Unzählige werden ermordet. Jegliches Handeln, das dieser Entmenschlichung entgegensteht, ist aus Sicht der Betroffenen Widerstand und Selbstermächtigung.
Nina Jirsiková gibt auf der Zeichnung eine Szene von 1944 aus dem Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück wieder.
Informationen über die verwendeten Medien
Nina Jirsíková, Die Lagerstraße am Sonntag, 1944, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Aus der Sammlung von
Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
V783_E1
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Nina Jirsíková, o.D.
Aus der Sammlung von
Mahn und Gedenkstätte Ravensbrück
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Mahn und Gedenkstätte Ravensbrück
Beschreibung
Nina Jirsíková tritt in Tanzstücken auf, die sich kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen. Auch während ihrer Inhaftierung im KZ Ravensbrück tanzt sie verbotenerweise und zeichnet satirische Szenen.
Nach der Befreiung arbeitet Nina Jirsíková wieder am Theater, wegen gesundheitlicher Beschwerden nach der KZ-Haft kann sie nicht mehr tanzen. 1972 schreibt sie einen Bericht "Über die künstlerische Arbeit im Konzentrationslager Ravensbrück" und stirbt 1978 in Prag.
Informationen über die verwendeten Medien
Spielkarten hergestellt aus "Prämienscheinen" des Konzentrationslagers Flossenbürg
Aus der Sammlung von
Amicale de Ravensbrück
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Amicale de Ravensbrück
Beschreibung
Jede Form des Menschseins soll den im Konzentrationslager Inhaftierten genommen werden.
Manche im KZ Flossenbürg widersetzen sich dagegen, indem sie verbotenerweise Spielkarten herstellen. Die hier gezeigten Karten sind doppelt widerständig: Die Kartensymbole sind auf sogenanntes Lagergeld gemalt. Damit lehnen die Inhaftierten auch das erniedrigende Prämiensystem im KZ ab.
Informationen über die verwendeten Medien
Simone Segouin nach der Befreiung durch die amerikanische Armee in Chartres, August 1944
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Beschreibung
Gewalt als letztes Mittel
In Extremsituationen können auch friedliche Bürgerinnen zur Gewaltanwendung oder –unterstützung bereit sein, um sich und andere zu schützen und zu retten, oder um ein Unrechtsregime zu beenden.
Die Résistance in Frankreich ist militärisch organisiert. Frauen sind ein wichtiger Teil der Netzwerke und Gruppen. Sie übernehmen die gleichen Aufgaben wie Männer, das heißt, sie transportieren Waffen, Munition und Sprengstoff und wenden Waffengewalt an.
Simone Segouin ist eine Ikone des gewaltsamen weiblichen Widerstands.
Informationen über die verwendeten Medien
Madeleine Riffaud, o.D.
Aus der Sammlung von
Paris Musées - Musée de la Musée de la Libération de Paris – musée du général Leclerc – musée Jean Moulin
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Paris Musées - Musée de la Musée de la Libération de Paris – musée du général Leclerc – musée Jean Moulin
Beschreibung
Im Juni 1940 erlebt die 17jährige Madeleine Riffaud die Massenflucht vor den deutschen Truppen und wird selbst am Bahnhof von Amiens von einem deutschen Soldaten gedemütigt.
Sie schließt sich der Résistance an und wählt als Decknamen „Rainer“ nach ihrem deutschen Lieblingsdichter Rainer Maria Rilke. Sie ist an vielen gewaltvollen Aktionen der Résistance beteiligt: Sie erschießt einen deutschen Wehrmachtsoffizier in Paris und ist in die Festnahme 80 deutscher Soldaten involviert.
Informationen über die verwendeten Medien
Distillerie von Nesle, 1920-1930
Aus der Sammlung von
Archives departementales de la Somme
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Archives departementales de la Somme, ADS 1515W753
Beschreibung
Der Vater von Marie-Antoinette Le Roy ist in der Résistance. Er beauftragt sie, eine Bombe zu transportieren. Sie tut dies, um die Destillerie von Nesle zu sprengen, in der die Deutschen während des Krieges Treibstoff herstellen. In der Nacht vom 10. zum 11. November 1943 explodiert die Bombe. Der Anschlag glückt und die Destillerie wird verwüstet.
Informationen über die verwendeten Medien
Martine Metzing-Peyre, Briefmarke für Lucie Aubrac, o.D.
Aus der Sammlung von
Martine Metzing-Peyre
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Courtesy of the artist
Beschreibung
Wer erinnert?
Staaten und ihre Regierungen erinnern an Widerstand, um die Handelnden zu ehren, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit unter ihren Bürger:innen zu schaffen, und damit diese daraus für Gegenwart und Zukunft lernen.
Im Jahr 2015 werden die sterblichen Überreste von zwei Männern und zwei Frauen im Widerstand (Germaine Tillion und Geneviève de Gaulle Anthonioz) ins Panthéon in Paris überführt. Tillion und de Gaulle Anthonioz sind neben Marie Curie, Sophie Berthelot, Simone Veil und Josephine Baker die einzigen Frauen, die an diesem zentralen Ort geehrt werden. (Stand Januar 2025)
Informationen über die verwendeten Medien
Panteonisierung von Germaine Tillion, 2015
Aus der Sammlung von
WikiCommons
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
WikiCommons / Yann Caradec from Paris, France
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Briefmarke mit Mitgliedern der sogenannten "Roten Kapelle", 1983
Aus der Sammlung von
Deutsche Post
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
WikiCommons, Deutsche Post
Beschreibung
Staaten und ihre Regierungen nutzen die Erinnerung aber auch, um sich oder ihre Politik zu legitimieren. Hier erinnert die sozialistische Deutsche Demokratische Republik (DDR) an Widerstandskämpfer der von den Nationalsozialisten so genannten „Roten Kapelle“. Dieser losen Gruppe gehörten Männer und Frauen an, die Kontakte zu linksgerichteten verbotenen Parteien hatten.
In ihrer Staatsideologie sah sich die DDR als Nachfolgerin des antifaschistischen Widerstands der Kommunistischen Partei und als 'neues' Deutschland ohne Anknüpfung an das nationalsozialistische Dritte Reich.
Auch Widerständige selbst erinnern. Sie nehmen an Gedenkfeiern teil, wie hier Marie-Louise Carnaby-Delacroix mit ihrem Enkel. Oder sie sprechen in Schulen über ihre Erlebnisse und Taten. Ihnen ist es wichtig, dass nachfolgende Generationen Informationen aus erster Hand bekommen.
Informationen über die verwendeten Medien
Marie-Louise Carnaby-Delacroix mit ihrem Enkel auf einer Gedenkveranstaltung in Hargicourt, 31.08.1991
Aus der Sammlung von
Familienbesitz
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Familienbesitz Masse
Beschreibung
Fanny Ben-Ami spricht in Baden-Baden zu Schüler:innen auf einer Veranstaltung am 27. Januar 2024 (Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz und internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust). Sie hat als 13jährige spontan eine Gruppe jüdischer Kinder von Frankreich in die sichere Schweiz gebracht.
Informationen über die verwendeten Medien
"Faces to the Names", München 2024
Aus der Sammlung von
J.E.W.S.
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Terry Swartzberg
Beschreibung
Wo wird erinnert?
Es gibt verschiedene Orte, an denen der Menschen im Widerstand gedacht wird: in Museen und Ausstellungen, auf Gedenktafeln und -steinen, auf Straßenschildern und mit Denkmälern - und im Internet wie hier.
Im Projekt „Faces for the Names“ setzt das Bayerische Justizministerium zusammen mit Münchner Schüler:innen und dem Verein „Jews Engaged with Society“ (J.E.W.S) am 16. April 2024 Kämpferinnen für demokratische Werte ein Lichtdenkmal. Es projiziert ihre Gesichter an die Fassade des Münchner Justizpalasts. Auf dem Foto ist Sophie Scholl zu sehen.
.
Informationen über die verwendeten Medien
Julia Lamps zusammen mit ihren Kindern bei der Einweihung der nach ihr benannten Schule in Amiens, 2009
Aus der Sammlung von
Archives municipales et metropolitains d'Amiens
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Archives municipales et metropolitains d'Amiens
Beschreibung
Auch Schulen tragen den Namen von Widerständigen, um so vor allem junge Menschen auf diese hinzuweisen.
Im Jahr 2009 wird eine Schule in Amiens nach den Widerstandkämpfer:innen Julia und René Lamps umbenannt. Julia Lamps nimmt mit ihren erwachsenen Kindern an der Zeremonie teil.
Im Schlosshof in Liebenberg sind zwei „Stolpersteine“ eingelassen. Sie erinnern an Libertas und Harro Schulze-Boysen, die 1936 in der Schlosskirche geheiratet haben. Sie werden 1942 vom nationalsozialistischen Regime hingerichtet, weil sie mit anderen Widerstand leisteten.
„Stolpersteine“ werden seit 1992 in Europa verlegt. Sie erinnern an das Schicksal von Menschen, die vom NS-Regime verfolgt, verschleppt, vertrieben oder ermordet wurden. So sollen sie in unserem Alltag dauerhaft sichtbar sein.
Informationen über die verwendeten Medien
Stolpersteine für Libertas und Harro Schulze-Boysen, Liebenberg
Aus der Sammlung von
WikiCommons
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
WikiCommons, Christian Michelides
Beschreibung
Wie wird erinnert?
Die Formen der Erinnerung an Widerstand sind vielfältig: Bücher, Filme, Reportagen, Ausstellungen, Vorträge, Konferenzen, Festivals, social media, games... Ganz unterschiedliche Menschen sollen so angesprochen werden.
Graphic Novels wie diese über Madeleine Riffaud wollen ein jüngeres Publikum für das Thema Widerstand von Frauen erreichen.
Informationen über die verwendeten Medien
Modellfiguren "Résistance"
Aus der Sammlung von
Master Box Plastic Kits
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Master Box Plastic Kits
Beschreibung
Eine besondere Art der Erinnerung an den Widerstand sind Spielfiguren, hier französische Widerstandskämpfer:innen. Sogar ein Wehrmachtssoldat in einer Haltung der Kapitulation, also der Aufgabe des Kampfes, ist Teil des Sets.
Martine Metzing-Peyre erlebt als Mädchen in Frankreich, wie ihre Eltern und Brüder Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht leisten.
Als Künstlerin setzt sie sich später mit Frauen im Widerstand auseinander. Sie zeigt vor allem diejenigen, die sich auch nach 1945 politisch und für das Erinnern engagieren. In dieser Collage sehen wir Lucie Aubrac, eine der bekannteste Französinnen im Widerstand, als jüngere und ältere Frau.
Informationen über die verwendeten Medien
Martine Metzing-Peyre, Briefmarke für Lucie Aubrac, o.D.
Aus der Sammlung von
Martine Metzing-Peyre
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Courtesy of the artist
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Mucki Koch auf dem Edelweißpiratenfestival, vor 2016
Aus der Sammlung von
Edelweisspiratenfestival
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Jan Krauthäuser
Beschreibung
Seit 2004 findet in Köln zum Gedenken an widerständige Jugendliche das Edelweißpiratenfestival statt. Den Jugendlichen waren ihre politische Unabhängigkeit, gemeinsames Wandern und das Singen ihrer verbotenen Lieder wichtig. Auf dem Festival singen die teilnehmenden Musiker:innen diese Lieder, aber auch aktuelle andere. Überlebende Edelweißpirat:innen wie Mucki Koch (auf dem Bild in der Mitte) sind aktiv bis zu ihrem Tod dabei.
05
Hintergrund: Leben im Nationalsozialismus
Informationen über die verwendeten Medien
Aufmarsch Bund Deutscher Mädel in Hamburg, 1934
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Joseph Schorer/Deutsches Historisches Museum
Beschreibung
Leben im Nationalsozialismus
Deutschland ist von 1933 - 1945 eine Diktatur mit nur einer Partei, der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). An der Spitze der Partei und des Staates steht Adolf Hitler. Der Nationalsozialismus will die deutsche Bevölkerung zu einer einheitlichen, widerspruchslosen Gemeinschaft formen. Für Frauen und Männer sind klare Rollen und Aufgaben vorgesehen.
Zugleich gelten im antisemitischen und rassistischen Weltbild der Nationalsozialisten viele Menschen als „minderwertig“: Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Menschen aus Ost-Europa, Queere und Menschen mit dunkler Hautfarbe, Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Suchtkranke, Obdachlose, Kriminelle und Sexarbeiterinnen bezeichnen sie als „Asoziale“. Das Regime nimmt all diesen ihre Rechte und verhaftet sie. Millionen wehrloser Opfer werden in Konzentrationslagern getötet.
Die meisten Deutschen unterstützen oder akzeptieren das Regime. Nur eine sehr kleine Minderheit widersetzt sich. Von Beginn an geht das Regime mit Gewalt gegen Gegner vor.
Das nationalsozialistische Deutschland strebt die dauerhafte Unterwerfung anderer Staaten an und beginnt zu diesem Zweck 1939 den Zweiten Weltkrieg.
Informationen über die verwendeten Medien
Adolf Hitler spricht im Reichstag, Dezember 1941
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Bundesarchiv, Bild 183-1987-0703-507. Fotograf unbekannt
Beschreibung
Unbeschränkte Herrschaft
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) ist ab 1933 die einzige in Deutschland zugelassene Partei. Sie lehnt die Demokratie ab. An der Spitze der Partei steht der „Führer“ Adolf Hitler. Er ist im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit.
Die Nationalsozialisten wollen eine „Gleichschaltung“ aller Bereiche von Politik und Gesellschaft. Das bedeutet, dass staatliche Institutionen, Organisationen, Verbände und Vereine die Ziele der NSDAP umsetzen müssen.
"Volksgemeinschaft"
Adolf Hitler und seine Anhänger wollen die Bevölkerung in Deutschland nach ihren Vorstellungen lenken. Besondere Aufmerksamkeit richtet das Regime auf die Jugend. Um sie im nationalsozialistischen Sinne zu erziehen, müssen Kinder schon mit zehn Jahren einer NS-Jugendgruppe beitreten. Dort stärken regelmäßige Unternehmungen ihr Gemeinschaftsgefühl. Propaganda und Erziehung sollen dazu führen, dass sich „das deutsche Volk“ als Einheit fühlt.
Informationen über die verwendeten Medien
HJ-Plakat „Offiziere von morgen“, 1940
Aus der Sammlung von
Deutsches Historisches Museum
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Deutsches Historisches Museum/A. Psille
Beschreibung
Informationen über die verwendeten Medien
Propaganda-Plakat, um 1936
Aus der Sammlung von
Stadtarchiv Bonn
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Stadtarchiv Bonn
Beschreibung
Geschlechterrollen
Im nationalsozialistischen Deutschland sind nur zwei Geschlechter anerkannt: männlich und weiblich. Das Regime sieht klare Rollen und Aufgaben für Männer und Frauen: ‚Der Mann‘ ist demnach Versorger und Beschützer der Familie. Er soll dominant, pflichtbewusst und zum Kriegsdienst bereit sein. Seine Aufgaben liegen in der Öffentlichkeit und der Politik. ‚Die Frau‘ soll dagegen selbstlos, treu und opferbereit sein. Sie soll den Mann unterstützen, möglichst viele Kinder zur Welt bringen und diese im Sinne der Nationalsozialisten erziehen.
Antisemitismus
Schon kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 beginnt die systematische Diskriminierung und Ausgrenzung jüdischer Menschen.
Die "Nürnberger Gesetze" vom September 1935 nehmen ihnen politische Rechte und verbieten Ehen mit nicht-jüdischen Menschen. Weitere Verbote folgen.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 werden Synagogen in Brand gesteckt, die Geschäfte jüdischer Inhaber:innen verwüstet und Tausende jüdische Menschen getötet.
Ab September 1941 müssen jüdische Menschen einen gelben Davidstern mit der Aufschrift "Jude", den sogenannten "Judenstern", tragen.
Auf der "Wannsee-Konferenz" am 20. Januar 1942 beschließen führende Nationalsozialisten die Deportation und Tötung von Jüdinnen und Juden im Deutschen Reich und im deutschen Einflußbereich.
Informationen über die verwendeten Medien
SA-Mitglied vor einem Kaufhaus in jüdischem Besitz, April 1933
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Beschreibung
"Deutsche! Wehrt euch! Kauft nicht bei Juden!" steht auf diesem Schild vor einem jüdischen Geschäft.
Weitere Informationen
Informationen über die verwendeten Medien
Deportation von Sinti und Roma aus Köln und dem Rheinland im Mai 1940
von der Deutzer Messe aus; hier: Aufstellung im Innenhof
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Beschreibung
Diskriminierung und Verfolgung
Im nationalsozialistischen Deutschland spielt die Unterscheidung von Menschengruppen eine große Rolle. Das Regime stellt Menschen mit heller Hautfarbe und blondem Haar als höherwertige „Herrenmenschen“ dar. Über andere Menschen behaupten die Nationalsozialisten, dass sie weniger wert seien: Jüdische Menschen, körperlich und/oder geistig eingeschränkte, alkoholabhängige und queere Menschen, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Menschen mit dunkler Hautfarbe und aus Ost-Europa Stammende, Obdachlose und Kriminelle.
Sie werden diskriminiert, entrechtet und verhaftet, einige werden für medizinische Experimente missbraucht. Millionen werden in Konzentrationslagern ermordet.
06
Hintergrund: Frankreich im Zweiten Weltkrieg
Informationen über die verwendeten Medien
Französische Flüchtlinge in Frankreich, Juni 1940
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Bundesarchiv, Bild 146-1971-083-01 / Tritschler / CC-BY-SA 3.0
Beschreibung
Weitere Informationen
Frankreich im Zweiten Weltkrieg
Nach dem deutschen Angriff auf Polen erklären am 3. September 1939 Frankreich und Großbritannien Deutschland den Krieg. Bis Mai 1940 kommt es jedoch nicht zu Kampfhandlungen. Am 10. Mai beginnt die deutsche Armee überraschend Angriffe gegen die Niederlande, Belgien und Frankreich. In Frankreich führt dies zu großen Fluchtbewegungen nach Süden.
Niederlage Frankreichs
Frankreich schließt in Rethondes einen Waffenstillstand mit dem Deutschen Reich. Er beendet die Kämpfe und teilt das Land in zwei Teile: Den Norden besetzen deutsche Truppen, im Süden wird ein autoritäres, antisemitisches Regime errichtet, an dessen Spitze Marschall Philippe Pétain von Vichy aus regiert. Er entscheidet rasch, mit Deutschland politisch und wirtschaftlich zusammenzuarbeiten.
Informationen über die verwendeten Medien
Adolf Hitler trifft Philippe Pétain, Regierungsvorsteher des Vichy-Regimes, 25.10.1940
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Informationen über die verwendeten Medien
Ausstellung „Der Jude und Frankreich“, September 1941
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Bundesarchiv, Bild 146-1975-041-07 / CC-BY-SA 3.0
Beschreibung
Weitere Informationen
Antisemitismus in Frankreich
Seit dem frühen 19. Jahrhundert waren in Frankreich wie in vielen europäischen Staaten antijüdische Einstellungen verbreitet. Rechtsextreme Bewegungen behaupten wiederholt, die Juden seien für alle Übel in Frankreich verantwortlich. Das Regime von Vichy, die deutschen Besatzer und Kollaborateure übernehmen diese Propaganda und verfolgen jüdische Menschen in Frankreich. Zwischen 1942 und 1944 ist der französische Staat an der Deportation von 75.000 Juden beteiligt.
Informationen über die verwendeten Medien
General Charles de Gaulle mit einer Gruppe von Widerstandskämpferinnen in London, 1942
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
bridgeman images
Reaktionen
Im Süden ist Staatschef Marschall Pétain bis 1942 recht beliebt, doch echte Befürworter, Kollaborateure, sind in der Minderheit. 1943 intensiviert Pétain die Zusammenarbeit mit Deutschland und sorgt damit für einen stärkeren Widerstand.
Im Ausland verkörpert Charles de Gaulle den Widerstand, den er 1943 von London aus für Frankreich organisiert. Die Résistance spielt bei der Befreiung Frankreichs 1944 eine geringe Rolle, sichert dem Land aber einen Platz an der Seite der alliierten Siegermächte.
Informationen über die verwendeten Medien
Demonstration für das Frauenwahlrecht, 1937
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
BnF, Paris
Beschreibung
Frauen in Frankreich
Seit dem 19. Jh. fordern französische Frauen mehr Rechte in der Gesellschaft. Doch bis 1946 sind ihre Bemühungen erfolglos: Die Französinnen erhalten kein Wahlrecht, sie bleiben rechtlich und politisch unmündig. Das Regime von Vichy reduziert Frauen zudem auf die Rollen als Hausfrau und Mutter. Doch viele finden sich nicht damit ab und engagieren sich im Widerstand.
In dieser Ausstellung habt ihr einige mutige Frauen kennengelernt, die in Deutschland und Frankreich Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet haben. Es gibt sehr viel mehr von ihnen, auch in weiteren Ländern. Sie warten darauf, von euch entdeckt zu werden!
Wir danken euch, dass ihr unsere Online-Ausstellung besucht habt, und der Deutschen Digitalen Bibliothek für diesen digitalen Raum und ihre Unterstützung!
Eine virtuelle Ausstellung von
Kuratorinnen: Dr. Laura Ingianni Altmann, Dr. Katrin Winter und Jana Schilling
Die Ausstellung ist inhaltlich aus dem Projekt WEWIGENS (Weiblicher Widerstand gegen den Nationalsozialismus) hervorgegangen, das von der EU gefördert, vom Haus der FrauenGeschichte e.V. sowie dem Lycée Polvalent Lamarck, Albert, getragen und von Alma Hannig geleitet wurde.
Team
Dr. Laura Ingianni Altmann, Dr. Katrin Winter, Jana Schilling
Projekt-Team WEWIGENS (Weiblicher Widerstand gegen den Nationalsozialismus): Dr. Laura Ingianni Altmann, Dr. Katrin Winter, Tobias Hirschmüller, Julia Maassen, Niki Lee Engels-Burger, Jana Schilling, Bertrand Belvalette, Anne Cazzulino, Laurent Joly, Pauline Gaffel, Suzanne Fabris, Louna Paris, Lola Bonnière, Léa Delcenserie, Audrick Gumez, Dorine Ridon, Lou-Anne Cardon-Plomnitzer, Chloé Dubuffet, Valentine Sauvé, Cloé Vanheule, Manon Briet, Esther Malolepzsy, Matilin Belane, Antoine Consille, Douay Joshua, Maximilien Belvalette, Raphaël Benard, Camille Sauvé, Maëlle Milet-Zuszek, Domitille Tonnel, Tatiana Bridel, Daniel Prissette, Camille Dachicourt
Technische Unterstützung: Eva Muster
Impressum
Haus der FrauenGeschichte e.V.
Postfach 7184
53071 Bonn
Alma Hannig, Annika Kreuziger, Dr. Caroline Smout
info [at] hdfg.de
Als Anbieter von DDBstudio verantwortlich im Sinne des Medienstaatsvertrags:
Stiftung Preußischer Kulturbesitz, gesetzlich vertreten durch ihren Vizepräsidenten, handelnd für das durch Verwaltungs- und Finanzabkommen zwischen Bund und Ländern errichtete Kompetenznetzwerk
Deutsche Digitale Bibliothek
c/o Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Von-der-Heydt-Straße 16-18
10785 Berlin
Telefon: +49 (0)30 266-41 1432, Fax: +49 (0) 30 266-31 1432
E-Mail: geschaeftsstelle@deutsche-digitale-bibliothek.de
FIZ Karlsruhe - Leibniz Institut für Informationsinfrastruktur GmbH
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen
Die Deutsche Digitale Bibliothek verlinkt die virtuelle Ausstellung auf ihrer Internetseite https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/virtuelle-ausstellungen.
Die kuratierende Einrichtung bestimmt über Thema und Inhalt der Einstellung. Die DDB nimmt nur im Ausnahmefällen Einfluss darauf, s. Nutzungsbedingungen.