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„Vergiß das Frohe nicht und nicht das Trübe“ 

Facetten jüdischen Lebens in den Sammlungen der ULB Darmstadt

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

Die Ausstellung

Schon aus der Antike sind Zeugnisse jüdischen Lebens aus den rheinischen Provinzen des Römischen Reiches bekannt. Seit dem Mittelalter ist das Judentum ein fester Bestandteil der deutschen Geschichte. In den Archiven, Bibliotheken und Museen finden sich vielfältige Spuren dieser langen Tradition christlich-jüdischen Zusammenlebens in Mitteleuropa. Die Ausstellung zeigt ausgewählte Beispiele des gemeinsamen Kulturerbes aus den Sammlungen der ULB Darmstadt sowie je ein Exponat der National Gallery of Denmark und der Stadtbibliothek Mainz.
Daraus ergibt sich eine historische Entdeckungsreise mit Schwerpunktperspektive auf die süd- und rheinhessische Region, worauf das Titelzitat der Ausstellung Bezug nimmt: Es stammt aus einem in Mainz aufgeführten, allegorischen Festspiel, das in der Ausstellung zu sehen ist. 





Tractatus De Juribus Judaeorum

[Verfasser] Beck, Johann Jodocus (1684-1744), [erschienen] 1731, [Erscheinungsort] Nürnberg

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Die Bestände der ULB Darmstadt machen das reiche kulturelle Erbe der jüdischen Geschichte in Deutschland erlebbar. Hier die Themenübersicht:

01

Zeugnisse jüdischer Religiosität aus Mittelalter, Neuzeit und Moderne



Cod. or. 8: Gelehrtheit

[erstellt von] Israel ben Meir, [erstellt] um 1430, [Erscheinungsort] Heidelberg

Aus der Sammlung von

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Die Darmstädter Haggadot

Haggada (Plural: Haggadot), eine religiöse Erzählung und Handlungsweisung für die Sederfeier (eine zeremonielle Mahlzeit) am Vorabend des jüdischen Pessach-Festes. Das Studium und die Lektüre religiöser Texte spielen im Judentum eine zentrale Rolle. Form und Gestaltung der Schriften orientieren sich dabei an den Vorbildern und Möglichkeiten der christlichen Mehrheitsgesellschaft. Mehrere Exemplare von Haggadot aus Mittelalter und Früher Neuzeit in den Sammlungen der ULB bieten ein anschauliches Beispiel dafür.

Abbildung: Eine der Darmstädter Haggadot (in der ULB: Cod. or. 8)

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Cod. or. 8: Seitenansicht mit Goldschmuck und Jungbrunnen

[erstellt von] Israel ben Meir, [erstellt] um 1430, [Erscheinungsort] Heidelberg

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Haggadah Cod. or. 8

Die berühmteste der Darmstädter Haggadot, Codex orientalis 8 (Cod. or. 8),  gelangte mit der Sammlung Hüpsch zu Beginn des 19. Jahrhunderts in die Darmstädter Hofbibliothek. Die Handschrift des Israel ben Meir aus Heidelberg entstand um 1420/30 auf Pergament und umfasst 58 kunstvolle, teilweise in Gold dekorierte Blatt mit variierender Anordnung von Text, Bild und Kommentar. 1927 rückte der liberale Gemeinderabbiner Dr. Bruno Italiener mit einer vielbeachteten Publikation das Manuskript in das Licht der Öffentlichkeit.



Dr. Bruno Italiener

[erschienen] im 20. Jh.

Aus der Sammlung von

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Bruno Italiener (1881-1956), deutscher liberaler Rabbiner (nächste Seiten: Darstellungen aus der Cod. or. 8)


Bruno Italiener war ein politisch und kulturell vielseitig aktiver Rabbiner der israelitischen Religionsgesellschaft mit ausgeprägtem Interesse an der jüdischen Buchkunst. In einer interdisziplinären Kooperation mit den Experten Adolf Schmidt (Einbandforschung), Aron Freimann (Leitung d. Juadica-Abteilung, Stadtbibliothek Frankfurt) und August L. Mayer (Paläographie und Kunsthistorik) gab er 1927 den ersten Band einer wissenschaftlich kommentierten und erläuterten, exklusiven zweibändigen Faksimilie-Ausgabe der "Darmstädter Haggadah" heraus. Ihre Zusammenarbeit hob die Bedeutung einer illustrierten Haggadah mit ihrer charakteristischen künstlerischen Prägung durch den Entstehungsort als Zeugnis des komplexen Beziehungsgefüges zwischen Christen und Juden heraus.



Cod. or. 8: Seitenansicht mit Goldschmuck und Jungbrunnen

[erstellt von] Israel ben Meir, [erstellt] um 1430, [Erscheinungsort] Heidelberg

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Darstellung des Jungbrunnens in der Darmstädter Haggadah III (Cod. or. 8)


Cod. or. 8: Gelehrtheit

[erstellt von] Israel ben Meir, [erstellt] um 1430, [Erscheinungsort] Heidelberg

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Darstellung aus der Cod. or. 8: Goldschmuck und Bedeutung der Gelehrtheit, sichtbar an den in den Händen der Figuren gehaltenen Texten.


Cod. or. 7, einige Seiten

[Bearbeitende] Elijja ha-kohen; Jehuda Löb ben'; Wolff, Alexander Abraham , [erschienen] 1769 , [Erscheinungsort] Kopenhagen

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Haggadah Cod. or. 7

1769 von Elijja ha-kohen und Jehuda Löb-ben' geschrieben und handmalerisch illustriert, gelangte die 43 Blatt umfassende "Darmstädter Haggadah III" fast ein Jahrhundert später 1860 als Geschenk des gebürtigen Darmstädters und damaligen Oberrabiners in Kopenhagen, Dr. Abraham Alexander Wolff, an die Grossherzogliche Hofbibliothek Darmstadt. Seitdem als Cod. or. 7 verzeichnet, ist sie mit reich verzierten Initialen und Miniaturen geschmückt. Teile der hebräischen Texte sind außerdem ins Deutsche übertragen.

Abbildung: Miniatur aus der Cod. or. 7 (nächste Seite: jüdischer Tempel)



Cod. or. 7, Tempelbildnis

[Bearbeitende] Elijja ha-kohen; Jehuda Löb ben'; Wolff, Alexander Abraham , [erschienen] 1769, [Erscheinungsort] Kopenhagen

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Bildnis des ersten jüdischen Tempels in Jerusalem aus Cod. Or. 7, etwa 1769


Neben den vielen bemerkenswerten Miniaturen sticht das Bildnis des ersten jüdischen Tempels in Jerusalem heraus, das hier zu sehen ist. Das ursprüngliche Aussehen des Tempels ist nicht eindeutig rekonstruierbar und kann nur anhand Beschreibungen in der Hebräischen Bibel gemutmaßt werden. Der Urheber dieses Bildnisses war sich dessen sicherlich bewusst, orientiert sich darstellerisch aber zweifellos an den zeitgenössischen Baustilen. So weist der dargestellte Tempel im Mittelbau Elemente des Rokoko auf, gesäumt von Bauten im klassizistischen Stil. Dieses Bildnis kann daher als vom Künstler interpretiertes Ideal eines würdevollen Tempels gesehen werden und steht beispielhaft für die persönlichen Einflüsse jüdischer Künstler auf ihr religiöses Kulturgut.



Cod. or. 7, einige Seiten

[Bearbeitende] Elijja ha-kohen; Jehuda Löb ben'; Wolff, Alexander Abraham , [erschienen] 1769 , [Erscheinungsort] Kopenhagen

Aus der Sammlung von

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Eine gewiss humorvoll-karikativ zu verstehende Darstellung verschiedener jüdischer Lebensabschnitte - im Alter endend mit Gelehrtheit.


Cod. or. 7, einige Seiten

[Bearbeitende] Elijja ha-kohen; Jehuda Löb ben'; Wolff, Alexander Abraham , [erschienen] 1769 , [Erscheinungsort] Kopenhagen

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Eine Variation der Schmuck- und Textanordnung in Cod. or. 7


Homburger Machsor

[erschienen] 1753, [Erscheinungsort] Bad Homburg vor der Höhe

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Kurzbeschreibung
Ein Gebetbuch mit ausgewählten Gebeten zu Feiertagen nach dem Ritus des aschkenasischen Judentums.
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Titel des Machsor Na 644, gedruckt in Homburg vor der Höhe


Homburger Machsor

Die Erfindung des Buchdrucks förderte die Verbreitung von Werken in hebräischer Schrift. Das Interesse an den religiösen Schriftquellen machte christliche Theologen und Humanisten zu begeisterten Abnehmern der biblischen Urtexte. An vielen Orten entstanden jüdische Druckereien, die Gebetbücher und liturgische Texte für den privaten und gottesdienstlichen Gebrauch veröffentlichten. Dieser Machsor nach aschkenasischem Ritus wurde 1737 in Bad Homburg vor der Höhe mit landesherrlicher Genehmigung gedruckt und gelangte über die Homburger Schlossbibliothek nach Darmstadt.



Priere que les Juifs font avant de se coucher, traduite de l'Hebru, en Faveur de ceux qui n'en tendent pas cette Langue

[Verfasser] Simon von Geldern, [erschienen] 1770, [fingierter Erscheinungsort?] Jerusalem

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Kurzbeschreibung
Titel vom Französischen grob ins Deutsche übersetzt: "Gebet, das die Juden vor dem Schlafengehen sprechen, übersetzt aus dem Hebräischen, zugunsten derer, die diese Sprache nicht sprechen".
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Titel des Gebetbuchs


Ein jüdisches Nachtgebet

Im Zuge der Aufklärung wurden religiöse Texte zunehmend in den Sprachen der Merhrheitsgesellschaft publiziert. Diese französische Übersetzung eines jüdischen Nachtgebets wurde von Simon von Geldern, dem Großonkel Heinrich Heines, übersetzt und 1770 im Druck herausgegeben.

Abgebildeter Titel in der ULB: Ro 340 (Link führt von der Ausstellungsseite zum Digitalisat)



Tephilat Israel

[Verfasser] Wolff, Abraham Alexander (1801-1891), [erschienen] 1872, [Erscheinungsort] Kopehagen

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Danica

Der in Darmstadt gebürtige Dr. Abraham Alexander Wolff, seit 1829 Oberrabiner in Kopenhagen, hielt über Jahrzehnte den Kontakt zu seiner Heimatstadt. Seine Predigten und jüdisch-theologischen Schriften in dänischer Sprache sind heute eine Besonderheit innerhalb des Darmstädter Bestandes.

Abbildung: Tephilat Israel, ein dänisches Gebetbuch von Dr. A. Wolff, 1872 (nächste Seite: Dr. Abraham Alexander Wolff)



Litographie des dänischen Oberrabbiners Abraham Alexander Wolff von 1854

[erstellende Künstler] Edvard Fortling 1809 – 1875 und David Monies 1812 – 1894; [Druck und Verlag] Em. Bærentzen's lithographiske Institut, 1836 – 1873, [erschienen] 1854

Aus der Sammlung von

National Gallery of Denmark
Sølvgade 48-50
1307 Copenhagen K

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Dr. Abraham Alexander Wolff, aus Darmstadt stammender, dänischer Oberrabbiner, 1854 (Litographie aus der National Gallery of Denmark)

02

Synagoge und jüdische Diaspora in Darmstadt



Cod. or. 7, Tempelbildnis

[Bearbeitende] Elijja ha-kohen; Jehuda Löb ben'; Wolff, Alexander Abraham , [erschienen] 1769, [Erscheinungsort] Kopenhagen

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Zerstörung des Tempels

Mit der Zerstörung des Tempels in Jerusalem unter dem römischen Kaiser Vespasian im Jahre 70 n. Chr. begann die Diaspora des jüdischen Volkes.

In Mittelalter und Früher Neuzeit bildete das Judentum in weiten Teilen Europas die einzige tolerierte Religion außerhalb des Christentums.

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Stadtplan Darmstadt 1906 mit Synagogen

[erschienen bei] Seifert, [erschienen] 1906, [Erscheinungsort] Stuttgart

Aus der Sammlung von

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Kurzbeschreibung
"Neuester Beckmann-Plan von Darmstadt" aus dem Jahr 1906. Ein Zeugnis für den Wandel einer Stadt: Etliche Gebäude existieren durch die Kriegsverluste nicht mehr, der Bahnhof befindet sich mittlerweile nicht mehr in unmittelbarer Innenstadtnähe. Der Plan bietet dennoch einen guten Anhaltspunkt für die räumliche Einordnung der beiden Synagogen innerhalb Darmstadts zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
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Hauptsynagoge auf dem Stadtplan von Darmstadt, 1906


Jüdische Gemeinde in Darmstadt

Im Mittelalter waren Synagogen in vielen deutschen Städten Teil der sakralen Infrastruktur. Nach mehreren Wellen der Zerstörung und Verfolgung dauerte es bis in die Frühe Neuzeit, bis sich wieder ein engeres Netz an jüdischen Gemeinden und Kultbauten etablieren konnte. In Darmstadt konnte die jüdische Gemeinde erst in der Regierungszeit des Landgrafen Ernst Ludwig (1678-1739) eine erste Synagoge durch Kauf eines Hauses im Jahr 1735 realisieren und zwei Jahre später als Gebetshaus einweihen. Die Becksche Chronik, eine in Chronogrammen verfasste Übersicht zur hessischen Geschichte aus dem 18. Jahrhundert, würdigte ausführlich den Bau und die Einweihung der Synagogen in Darmstadt.



Liberale Synagoge an der Friedrichstrasse in Darmstadt

[erstellt von] Karl Heil (1868-1929), [erstellt] 1888

Aus der Sammlung von

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Liberale Synagoge an der Friedrichstraße, Darmstadt, vor d. Zerstörung 1938 (nächste Seiten: Reden auf deutsche Kaiser, die 1888 dort gehalten wurden)


Synagoge auf der Postkarte

Auch in den Stadtteilen Arheilgen und Eberstadt wurden im 18. Jahrhundert alte Gebäude als Synagogen genutzt. Nach außer- wie innergemeindlichen Konflikten zwischen den jüdischen Darmstädtern entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nacheinander zwei Gotteshäuser für die liberale Israelitische Kultusgemeinde und die orthodoxe Religionsgesellschaft in Darmstadt.

Die liberale Synagoge wurde 1876 an der Ecke Friedrichstraße / Bleichstraße eingeweiht und fand als repräsentatives Gebäude mehrfach Verwendung als Postkartenmotiv. Hier wirkten bis zur Zerstörung 1938 u.a. die Gemeinderabbiner Julius Landsberger und Bruno Italiener.

Abbildung aus der Sammlung Heil (Link führt zum Digitalisat bei der ULB)



Denkrede auf Kaiser Wilhelm beim Trauergottesdienst in der Hauptsynagoge zu Darmstadt (17. März 1888)

[gehalten von] Julius Landsberger (1819-1890); [Drucker] G. Otto's Hofbuchdruckerei, [erschienen] 1888, [Erscheinungsort] Darmstadt

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Denkrede auf Kaiser Wilhelm beim Trauergottesdienst in der Hauptsynagoge zu Darmstadt, gehalten von Rabbiner Julius Landsberger (17. März 1888)


Worte der Trauer bei der Gedächtnisfeier für Kaiser Friedrich am 18. Juni 1888 in der Hauptsynagoge zu Darmstadt

[gehalten von] Julius Landsberger (1819-1890); [Drucker] G. Otto's Hofbuchdruckerei, [erschienen] 1888, [Erscheinungsort] Darmstadt

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Worte der Trauer von Rabbiner Julius Landsberger bei der Gedächtnisfeier für Kaiser Friedrich in der Hauptsynagoge zu Darmstadt (18. Juni 1888)

03

Zeugnisse christlich-jüdischen Zusammenlebens



Goldene Bulle, Seiten mit Siegel

[erlassen und erstellt durch] Kaiser Karl IV (1316–1378), [erstellt] 1356

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Siegel der Goldenen Bulle der ULB Darmstadt, 1356


Unter dem Schutz des Kaisers

Im Mittelalter stand die jüdische Bevölkerung in einem speziellen Rechtsverhältnis unter dem unmittelbaren Schutz des Kaisers, der dieses Recht als Judenregal an Fürsten und Städte übertragen konnte.

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Goldene Bulle, Text zu "Judeos Habere"

[erlassen und erstellt durch] Kaiser Karl IV (1316–1378), [erstellt] 1356

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Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Judeos Habere

1356 übertrug Kaiser Karl IV. in der Goldenen Bulle den Kurfürsten das Recht, Juden zu haben (Judeos habere). Dies war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Territorialisierung des Judenschutzes, hieß für die jüdische Bevölkerung in Hessen-Darmstadt aber auch die Zahlung eines Schutzgeldes zusätzlich zu anderen Sonderabgaben an den jeweiligen Landesherrn. In den folgenden Jahrhunderten setzten die Fürsten und Reichsstädte höchst unterschiedliche Rahmenbedingungen für das jüdische Leben im Alten Reich.

Abbildung: Judeos habere in der Goldenen Bulle



Ordnung, welcher gestalt die Juden so under unserm Schutz wohnen, oder wir ins künfftig auffnemen werden, sich verhalten sollen / Georg II. Landgraf von Hessen-Darmstadt

[erlassen von] Georg II., Landgraf von Hessen-Darmstadt (1605-1661); [Drucker] Caspar Chemlin (1577-1643), [erstellt] 20. Februar 1629, [Erscheinungsort] Marburg

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Hessische Judenordnung von Georg II., 1629


Judenrecht in Hessen

Für die Niederlassung im Land, die der jüdischen Bevölkerung in der Regel nur zeitlich befristet gestattet wurde, war der Erwerb eines Geleits erforderlich. Rechte und Pflichten wie auch diverse Abgaben wurden in einer sogenannten Judenordnung festgeschrieben.



Gräflich Solms-Hohensolms und Lichische Land- und Juden-Zoll-, auch Weggeld-Ordnung, welcher die Schlachtschatz-Viehschein- und Wollenwag-Ordnung beygefügt ist

[gedruckt von] Hildebrand, Franz Maximilian (Hochgräfl. Hof- und Regierungs-Buchdrucker), [erstellt] 1759

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Judenordnung der Grafschaft Solms, 1759 (Über erhobene Zölle, Weggelder und Viehscheine)


Verordnung über das Auslosungsrecht der Christen gegen die Juden in der Grafschaft Erbach

[erlassen von] Christian zu Erbach-Schönberg (1728-1799), Friedrich zu Erbach-Erbach (1785-1854),Franz zu Erbach-Erbach (1754-1823), Christian Karl von Erbach-Fürstenau (1757-1803), [unterzeichnet am] 24. Dezember 1792, [Zugehörigkeit der Unterzeichnenden] Fürstenau und Erbach

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Verordnung über das Auslosungsrecht der Christen gegen die Juden in der Grafschaft Erbach, 1792


Der Juden zu Franckfurt Am Mayn / Stättigkeit und Ordnung : Von Anno 1705 den 7. Decemb. gegeben

[erschienen] 1705, [vermutlicher Erscheinungsort] Frankfurt am Main

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Stättigkeit

In der Stättigkeit regelte die Reichsstadt Frankfurt 1616 die Lebensverhältnisse in der größten jüdischen Gemeinde der Region. Zuvor war die Frankfurter Judenschaft nach der gewaltsamen Vertreibung im sogenannten Fettmilch-Aufstand unter kaiserlichem Schutz zurückgekehrt. Das Titelblatt der Druckausgabe aus dem Jahr 1705 betont mit der Darstellung des gelben Rings die Bedeutung der Kleiderordnung für die Unterscheidung von Christen und Juden im städtischen Alltag.

Abbildung: Darstellung des gelben Rings auf dem Titelblatt der Stättigkeit, 1705



Thesaurus picturarum, Hs 1971, Bd. 23, S. 121 (122r)

[Verfasser] Marcus Zum Lamm (1544-1606), [hergestellt] nicht nach 1606

Aus der Sammlung von

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Zeitgenössische Kleidung eines Juden in Worms aus dem Thesaurus Picturarum (für Kleidung einer Jüdin siehe nächste Seite), vor 1606


Kleiderordnung

Die soziale Differenzierung über Kleidung war in der Frühen Neuzeit an der Tagesordnung. Während in der christlichen Umwelt Kleider die Zugehörigkeit zu einem Stand oder einer Berufsgruppe zum Ausdruck brachten, diente der gelbe Ring der pauschalen Kennzeichnung aller Jüdinnen und Juden unabhängig von ihrer sozialen Position innerhalb der jüdischen Bevölkerung. Der Thesaurus Picturarum des Markus zum Lamm zeigt ein Beispiel jüdischer Kleidung im frühneuzeitlichen Worms und ordnet sie unparteiisch in eine Reihe von Abbildungen zur zeitgenössischen Bekleidungspraxis ein.



Thesaurus picturarum, Hs 1971, Bd. 23, S. 122 (123r)

[Verfasser] Marcus Zum Lamm (1544-1606), [hergestellt] nicht nach 1606

Aus der Sammlung von

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HS-1971-Bd23_0123r.jpg
Zeitgenössischer Kleidung einer Jüdin in Worms aus dem Thesaurus Picturarum, vor 1606


Der kleine Woog (mit Blick auf das Pädagog)

[erstellt von] Heil, Karl (1868-1929), [erstellt] ca. 1905

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Postkartenmotiv: das Pädagog in Darmstadt mit dem Woog im Vordergrund, ca. 1905


Mehr Teilhabe

Die Aufklärung stellte den besonderen und diskriminierenden Rechtsstatus der jüdischen Bevölkerung zunehmend in Frage. Die bürgerliche Verbesserung sollte den Juden die Teilhabe an der Mehrheitsgesellschaft ermöglichen. Während die vollständige politische Emanzipation noch bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts dauerte, öffneten sich seit dem späten 18. Jahrhundert nach und nach neue Bildungswege und Karrierechancen. Jüdischen Absolventen des Darmstädter Pädagogs (der Vorgängerinstitution der TH, heute TU) und der Gießener Universität war es nun möglich, in den Staatsdienst einzutreten. Auch für den Beruf des Rabbiners gewann das Studium an einer Universität zunehmend an Bedeutung.



Brief von Leopold Zunz

[Verfasser] Leopold Zunz (1794-1886), handschriftlicher Brief, [verfasst] 1833

Aus der Sammlung von

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Landjudenschaften

Die jüdische Bevölkerung auf dem Land lebte aufgrund der meist geringen Zahl an pro Territorium "erlaubten" Juden meist weit verstreut, was ihnen das Führen einer Gemeinde stark erschwerte. Zur Organisation der gemeindlichen Funktionen bildeten sich landesherrlich geduldete Landjudenschaften, die sich um Fürsorgewesen, Gottesdienste, Schulbildung, Begräbnisse sowie die zentrale Verwaltung der Abgaben der jüdischen Landbevölkerung kümmerten. Ihr Vorstand diente zusätzlich als Vermittler zum Landesherrn, auch erließen die Landjudenschaften nach und nach eigene Synagogenordnungen, die das Verhalten während des Gottesdienstes regelten.

Abbildung: Brief von Leopold Zunz aus den Sammlungen der ULB Darmstadt



Leopold Zunz

[Portraitierter:] Leopold Zunz (10.08.1794-17.03.1886), ursprünglich Jom Tov Lippmann Zunz. Das Portrait wird derzeit dem Künstler Moritz Daniel Oppenheim (1800-1882) zugeschrieben, diese Zuordnung steht jedoch in Diskussion.

Aus der Sammlung von

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Kurzbeschreibung
Leopold Zunz, ursprünglich Jom Tov Lippmann Zunz; geboren am 10. August 1794 in Detmold; gestorben am 17. März 1886 in Berlin. Ein jüdischer Wissenschaftler und Vorkämpfer der jüdischen Emanzipation in Deutschland.
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Leopold Zunz (1794-1886), ursprünglich Jom Tov Lippmann Zunz


Leopold Zunz

Ein Beispiel für die Entscheidungsprozesse der regionalen Landjudenschaft im Raum Hessen-Darmstadt ist die Verhandlung der Führung der jüdischen Gemeinde und Landjudenschaft über die Anstellung des berühmten Theologen Leopold Zunz in Darmstadt, die ihm letztlich verwehrt wurde. Die Gegenüberlieferung befindet sich heute im Leopold-Zunz-Archiv (Link führt auf externe Webseite) in Israel. Leopold Zunz, geboren als Jom Tov Lippmann Zunz in Detmold und Vorreiter sowohl in der Wissenschaft des Judentums wie auch Vorkämpfer für jüdische Emanzipation, blieb von den jüdischen Gemeinden seiner Zeit aufgrund seiner Reformideen nicht unumstritten.

04

Antijudaismus und bürgerliche Integration



Tractatus De Juribus Judaeorum

[Verfasser] Beck, Johann Jodocus (1684-1744), [erschienen] 1731, [Erscheinungsort] Nürnberg

Aus der Sammlung von

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Tractatus De Juribus Judaeorum: zahlreiche, eigens für die jüdische Bevölkerung erlassene Gesetze und Strafen von 1731


Antijudaismus - Judenmission

Als einzige tolerierte fremdreligiöse Gruppe spielte die jüdische Bevölkerung in Mittelalter und Vormoderne eine besondere Rolle innerhalb der konfessionell geprägten politisch-sozialen Ordnung. Die Landesherren erließen Verbote und Anordnungen für jegliche Bereiche jüdischen Lebens, besonders aber für die Ausübung des Glaubens – so auch 1539 die Pflicht zum regelmäßigen Besuch christlicher Predigten. 46 Jahre später wies jedoch Georg I. an, die Juden hätten über die Dauer der christlichen Gottesdienste in ihren Häusern zu bleiben, während sein Nachfolger Georg II. zahlreiche Bekehrungsversuche anordnete, die nicht die letzten bleiben sollten.

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Süß Oppenheimer

[Dargestellter] Oppenheimer, Süß (ca. 1692 - 04.02.1738 hingerichtet); Württembergischer Geheimer Finanzrat, hessen-darmstädtischer Kabinettsfaktor, [Kupferstecher unbekannt], [Jahr der Herstellung unbekannt], [Erscheinungsort unbekannt]

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Kurzbeschreibung
Text (Anschuldigungen gegen Oppenheimer): "Wer großer Herrn Gunst mißbraucht durch bösen Rath, wie dieser freche Jud Süß Oppenheimer that - Wen Geitz und Übermuth auch Wollust eingenommen Der muss wie Haman dort zuletz an Galgen kommen."

Antijudaismus - Hofjuden

In Kombination mit den eingeschränkten Möglichkeiten der jüdischen Bevölkerung, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, führten die vielfach hohen Zusatzabgaben zur Bildung von extremen sozialen Unterschieden. So gab es besonders in den Städten "Betteljuden", die den Abgabeforderungen nicht gerecht werden konnten und daher mittellos leben mussten; überdies straften die Judenschaften, die die Abgaben gesammelt an den Landesherrn zu entrichten hatten, sie mit Verachtung.

Indes konnte ein "Hofjude" es durchaus zu Reichtum bringen. Eine in Anbetracht der möglichen Tätigkeitsfelder naheliegende Funktion zu Hofe war die des Hoffaktors - einem Kaufmann für landesherrschaftlich typische Geschäfte wie Kapitalbeschaffung oder Kauf von Luxuswaren. Ein jüdisches Leben zu Hofe barg jedoch große Risiken. Während der Nutzen der erbrachten Arbeit gern in Anspruch genommen wurde, konnte die jüdische Hoffinanz allzu schnell in der Rolle des Sündenbocks enden - wie das Portrait Süß Oppenheimers in der Beckschen Chronik belegt.



Süß Oppenheimer

[Dargestellter] Oppenheimer, Süß (ca. 1692 - 04.02.1738 hingerichtet); Württembergischer Geheimer Finanzrat, hessen-darmstädtischer Kabinettsfaktor, [Kupferstecher unbekannt], [Jahr der Herstellung unbekannt], [Erscheinungsort unbekannt]

Aus der Sammlung von

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Kurzbeschreibung
Text (Anschuldigungen gegen Oppenheimer): "Wer großer Herrn Gunst mißbraucht durch bösen Rath, wie dieser freche Jud Süß Oppenheimer that - Wen Geitz und Übermuth auch Wollust eingenommen Der muss wie Haman dort zuletz an Galgen kommen."
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Portrait von Süß Oppenheimer aus der Beckschen Chronik


Schicksal des Mauschi Hänli

Kupferstich, etwa 1734

Aus der Sammlung von

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Antijudaismus: Schicksal des Mauschi Hänli

Die gezeigte antijudaistische Bildergeschichte handelt vom Schicksal des jüdischen Händlers Mauschi Hänli im Polnischen Thronfolgekrieg (1733-1738), sehr wahrscheinlich im Jahre 1734 bei der Festung Phillipsburg (Link zu einer Karte bei der DDB) bei der gleichnamigen Stadt im heutigen Landkreis Karlsruhe. Nach Versuchen, mit beiden kriegerischen Parteien zu handeln, findet der Händler ein unehrenvolles Ende. Auf den folgenden Seiten werden die einzelnen Teile der Bildergeschichte näher beleuchtet. Das Werk steht im geschichtlichen Kontext für den damals in Europa verankerten Antijudaismus und zeichnet dessen "typisches" Bild des Juden, der zu seinem Vorteil Land und Herrscher verrät. Ob Mauschi Hänli wirklich existierte und ihm diese Vorwürfe tatsächlich zur Last gelegt hätten werden können, ist unklar.

Abbildung: Bildergeschichte über das Schicksal des Mauschi Hänli aus den Sammlungen der ULB, etwa 1734



Schicksal des Mauschi Hänli

Kupferstich, etwa 1734

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Mauschi_Haenli_01.jpg
Die Geschichte handelt von dem (möglicherweise fiktiven) jüdischen Händler "Mauschi Hänli" im Krieg zwischen Frankreich und deutschem Reich 1734


Schicksal des Mauschi Hänli

Kupferstich, etwa 1734

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Mauschi_Haenli_02.jpg
Der jüdische Händler betreibt sein Gewerbe im Heereslager des deutschen Reiches - der Text formuliert dieses für heutige Ohren bereits vorwurfsvoll.


Schicksal des Mauschi Hänli

Kupferstich, etwa 1734

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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"Endlich", erzählerisch sicher als "schließlich; danach" zu verstehen - der Händler reist also nach Paris, Sitz des Königs von Frankreich


Schicksal des Mauschi Hänli

Kupferstich, etwa 1734

Aus der Sammlung von

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Von Paris aus reist er im Geleit von 4 Kurieren zum französischen General d' Asfeld, der mit seinen Truppen 1734 die Festung Phillipsburg belagerte.


Schicksal des Mauschi Hänli

Kupferstich, etwa 1734

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Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Mauschi_Haenli_05.jpg
Husaren, in vielen europ. Armeen Teil d. Kavallerie, überfallen sie und erbeuten einen geheimen Brief d. Königs v. Frankreich an d. General d' Asfeld.


Schicksal des Mauschi Hänli

Kupferstich, etwa 1734

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Mauschi_Haenli_06.jpg
Da der geheime Brief des franz. Königs von den Husaren als Beute gesehen wird, ist anzunehmen, dass es sich dabei um ein deutsches Regiment handelt.


Schicksal des Mauschi Hänli

Kupferstich, etwa 1734

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Mauschi_Haenli_07.jpg
Dieses Verhör spielt sich sehr wahrscheinlich bei den deutschen, belagerten Truppen ab. Im Hintergrund ein wachender Husar mit gezogenem Schwert.


Schicksal des Mauschi Hänli

Kupferstich, etwa 1734

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Mauschi_Haenli_08.jpg
Oft plünderten die Husaren-Regimenter, selbst oft als Fremde missgünstig beäugelt, frei herum. In diesem Falle brachte ihnen das eine Belohnung.


Schicksal des Mauschi Hänli

Kupferstich, etwa 1734

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Die antijudaistische Geschichte zeigt "die Moral von der Geschicht": eine besonders unehrenhafte Hinrichtung durch Erhängen an einem Schweinestall.


Semigothaisches Genealogisches Taschenbuch ari(st)okratisch-jüdischer Heiraten

[erschienen bei] Kyffhäuser-Verlag, Zeitschrift, [erschienen von] 1912 bis 1914, [erschienen in] Weimar und München

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Kurzbeschreibung
Antisemitische Propagandaschrift
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Das Semi Gotha (Semigothaisches Genealogisches Taschenbuch), eine antisemitische Propagandaschrift, erschienen von 1912 bis 1914


Semi Gotha

Nach der Emanzipation der jüdischen Bevölkerung durch die Aufklärung wand sich die christliche Allgemeinheit immer mehr vom Antijudaismus ab. Stattdessen verschob sich die Diskriminierung der jüdischen Mitbürger:innen mit mehr oder weniger subtilen Mitteln auf die Ebene des Antisemitismus. Ein Zeugnis davon ist das Erscheinen des Semi Gotha, welcher mithilfe von Symbolik und abgeänderter Wortschreibweise die jüdische Abstammung diffamierte. Es entlehnte dabei Stil und Machart grob vom Gothaischen Genealogischen Taschenbuch, einem der bekanntesten Adelsreihenwerke, dessen ersten Bände im 18. Jahrhundert erschienen und im Gegensatz zum SemiGotha keine Propaganda gegen jüdische Nobilitierung betrieb.



Juda : Gesänge / von Boerries Freiherrn von Muenchhausen ; Buchschmuck von E. M. Lilien

[Verfasser] Börries von Münchhausen (1874-1945); [Illustrator] Ephraim Mose Lilien (1874-1925), [erschienen] ca. 1900, [Erscheinungsvermerk] Berlin ; Goslar ; Leipzig : F. A. Lattmann Verlag

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Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Illustration aus der Juda, um 1900


Bürgerliche Integration

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren weite Teile der jüdischen Bevölkerung in die deutsche Gesellschaft integriert. Jüdische Literaten und Künstler waren maßgeblich an der kulturellen Entwicklung des Landes beteiligt. Ein ebenso kulturgeschichtlich interessantes wie schönes und kunstreiches Zeugnis aus dieser Zeit ist sicherlich die Balladensammlung "Juda" des adligen Dichters Börries von Münchhausen aus dessen früher, zionistischer Phase, die mit Illustrationen des jüdischen Jugendstilkünstlers Ephraim Moses Lilien geschmückt ist. 



Festspiel zur 25jährigen Jubiläumsfeier der Rhenusloge U.O.B.B. in Mainz / Elsa Neugarten

[Verfasserin] Elsa Neugarten, [erschienen] 1914, [Erscheinungsort] Mainz

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Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

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Titelblatt des Festspiels von Elsa Neugarten zur Feier von 25 Jahren Rhenus-Loge, 1914


Bürgerliche Integration - Vereinsleben

Das 19. Jahrhundert erlebte eine Blüte des jüdischen Vereinslebens in Deutschland. Eine Besonderheit war der Unabhängige Orden B'nai Brith (Bne Briss), der sich länderübergreifend für philantrophische Ziele einsetzte. Ihm zugehörig war die 1889 gegründete Mainzer "Rhenus-Loge XXV No. 388 U.O.B.B". Zur 25-Jahr-Feier der Mainzer Loge im Jahr 1914 wurde ein Theaterstück inszeniert, dessen Titelblatt hier zu sehen ist. Das Festspiel zeigt eine starke Verankerung in der wilhelminischen Festkultur und beweist den Stolz der Mainzer jüdischen Bevölkerung auf die lange Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt. Seine Autorin, Elsa Neugarten, gehörte außerdem zu den ersten Studentinnen der Kunstgeschichte Deutschlands.



Exlibris von Elsa Neugarten (1889-1918)

[Exlibris von] Elsa Neugarten (03.07.1889-11.05.1918), Kunsthistorikerin [Wirkungsorte: Mainz und Frankfurt a. M.]; [Künstler:in des Exlibrismotivs unbekannt], Exlibris, [hergestellt] vor 1918, [Erscheinungsort] Mainz

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Stadtbibliothek Mainz

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Quelle

Stadtbibliothek Mainz

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Exlibris_Elsa_Neugarten_zugeschnitten_15836743_exl-1.jpg
Exlibris von Elsa Neugarten (1889-1918) aus der StB Mainz. "Mens sana in corpore sano" bedeutet "Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper".


"Vergiß das Frohe nicht und nicht das Trübe"

Der Blick zurück zeigte bereits zum Jubiläum der Rhenus-Loge Licht und Schatten in der langen Geschichte der deutschen Juden. Wiewohl Verfolgung, Leid und Zersplitterung der jüdischen Gemeinden nie vergessen werden dürfen, machen nicht sie allein die bewegte jüdische Geschichte aus. Zahlreiche jüdische Bürger:innen prägten nicht nur in Kunst und Schrift das kulturelle Erbe Deutschlands. Die vielen Zeugnisse jüdischen Lebens aus den Sammlungen der ULB erinnern daran, dass auch in Darmstadt immer wieder blühende Phasen jüdischer Kultur die Geschichte dieser Stadt bereichert haben.

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Eine virtuelle Ausstellung von

Unter der Leitung von Dr. Silvia Uhlemann entstand diese Ausstellung darmstädtisch-jüdischer Historie anlässlich des Jubiläums 1700 Jahren jüdischen Lebens in Deutschland. Der auf jüdische wie hessisch-rheinische Geschichte spezialisierte Fachreferent Andreas Göller trug dafür konzeptuell Bestände der Historischen Sammlungen der ULB Darmstadt zusammen, die auf individuelle Weise das reiche kulturelle Erbe und die Geschichte der jüdischen Darmstädter wiederspiegeln. Einige dieser Stücke mit besonderem, einzigartigen Charakter, wurden dafür eigens durch das Team des Digitalisierungszentrums neu abgelichtet. Marina Belka betreute die Zusammenarbeit der beiden Teams und realisierte Design sowie die finale Redaktion.

Team

Aus den Historischen Sammlungen:
Dr. Silvia Uhlemann
Andreas Göller
Marina Belka

Das Digitalisierungszentrum:
Till Ottinger
Arne Kienzl

Erstellt mit :
DDB Studio
Ein Service von:
DDB Studio

Diese Ausstellung wurde am 14.12.2021 veröffentlicht.



Impressum

Die virtuelle Ausstellung „Vergiß das Frohe nicht und nicht das Trübe“  wird veröffentlicht von:

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (ULB)


Technische Universität Darmstadt
Universitäts- und Landesbibliothek
Magdalenenstraße 8
64289 Darmstadt


gesetzlich vertreten durch

Leitender Bibliotheksdirektor Prof. Dr. Thomas Stäcker

Telefon: +49 6151 16-76210
Fax:
E-Mail:  sammlungen@ulb.tu-darmstadt.de

Inhaltlich verantwortlich:

Technische Universität Darmstadt
Universitäts- und Landesbibliothek
Leitung Historische Sammlungen
Dr. Silvia Uhlemann
Magdalenenstraße 8
64289 Darmstadt

Kurator*innen:

Marina Belka
Andreas Göller

 

DDBstudio wird angeboten von:  
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