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Abformungen

Bereits im Sommer 1913, vor der Abreise von Preuss, wurden Ausrüstungsgegenstände, darunter 100 kg des benötigten Abklatschpapiers, an das Deutsche Konsulat in Barranquilla geschickt.

"Abklatschen" der Skulpturen

Im Gegensatz zur Fotografie geben Abklatsche die Oberfläche dreidimensional einschließlich ihrer Vertiefungen wieder. Die großen und schweren Steinfiguren konnten, besonders, wenn es nicht möglich war, sie aufzurichten, nur stückweise abgeklatscht werden.

Offen gelassen muss vorläufig die Frage werden, ob und in welchem Umfange originale Steinfiguren wegtransportiert werden können, da bis Neiva, dem südlichsten Einschiffungshafen am Magdalena, etwa 200 km Maultierweg zu überwinden sind. Jedenfalls sind aber Abklatsche der Monumente, die hier dann bequem ausgegossen werden können, leicht zu machen. Brief von Preuss an Minister Trott zu Solz
vom 26. November 1912

Die Negativabdrucke, sogenannte Molden, wurden anschließend mit einer Mischung aus Terpentinöl und Kopallack gehärtet. Als die aus Bogotá mitgebrachte Mischung aufgebraucht war, benutzte Preuss stattdessen die Stärke der lokal vorkommenden Jukapflanze.

Fragile Fracht

Für den Transport nach Berlin zerschnitten die Arbeiter die Molden, legten sie in Kisten und stopften die Hohlräume notdürftig mit Blättern und Füllmaterial aus.

Abgüsse zum Verkauf

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland bot Preuss den europäischen Museen Abgüsse an. Wegen der Wirtschaftskrise und schon beginnenden Inflation konnten nur wenige Museen seinem Angebot folgen. Einige Museen kauften das Set von sechs Fotografien von Skulpturen, deren Abgüsse bestellt werden konnten.

Eine virtuelle Ausstellung der Deutschen Digitalen Bibliothek

kuratiert vom
Ethnologischen Museum, Berlin

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