Schätze aus dem Heimatmuseum Miesbach
Ein Museum stellt sich vor
Eine virtuelle Ausstellung von
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Gotzinger Trommel
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Günter Freiherr Voith von Voithenberg; Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das bekannteste Exponat des Heimatmuseums ist die Gotzinger Trommel. Sie gilt als eine Ikone der bayerischen Geschichte. Die Gotzinger Trommel soll der Überlieferung nach beim Bauernaufstand an Weihnachten 1705 von Teilnehmern aus Gotzing mitgeführt worden sein. Die sog. Sendlinger Mordweihnacht war Teil des Bayerischen Volksaufstands der Jahre 1705/06 im Oberland (Oberbayern) und Unterland (Niederbayern). Dieser richtete sich gegen die harte Besatzung Bayerns durch die Truppen des Kaisers aus dem Hause Habsburg im Laufe des Spanischen Erbfolgekriegs.
Die Trommel hat eine Zarge aus Holz, die mit Eisenbeschlägen stabilisiert ist. Jeweils oben und unten Felle. Rundum verlaufen senkrecht gespannte Stricke. Das Fell der Unterseite beschriftet: „Lieber bairisch sterb'n, Als wie kaiserlich verderb'n. Zur Erinnerung an die Christnacht im Jahre 1705, allwo diese Trommel zum Kampfe rief.“ Die Zarge ist rundum bemalt mit halben, stehenden blau-weißen Rauten. Auf der Schauseite ist das bayerische Wappen zusammen mit der Jahreszahl „1705“ aufgemalt. Das Wappen wird von zwei stehenden Löwen gehalten, vom Kurhut gekrönt und mit zwei Collanen geziert. Die innere scheint das Goldene Vlies zu sein. Die äußere Collane ist offenbar der Hausritterorden vom Hl. Georg. Beide Ordensdarstellungen weichen allerdings in Details von bekannten Vorbildern ab. Rechts des Wappens erkennt man noch die ältere Beschriftung der Trommel, in schwarz und nun teilweise übermalt: „Zur Erinnerung und Gedächtniß der tapfern, treuen Oberländer, die in dem Gefecht bei München : Sendling für Gott, Churfürst und Vaterland fielen.“ Links oberhalb des Wappens aufgeklebt zwei Papierblättchen. Auf dem oberen ein Wappen, welches an dasjenige der Fürsten von Waldburg erinnert. Das untere Blättchen mit der Aufschrift: „Möget ih[r auch] ferner die Trommel wohl bewahr[en,] damit sie [stets die] Kind[er an die] bayeri[sche Treue] ihrer [Väter erinnere.]“. Der Text leider stark berieben und hier ergänzt nach der Überlieferung – den Ausspruch soll König Ludwig I. getan haben, als ihm die Trommel verwehrt wurde. FRAGE NACH DER AUTHENZITÄT Die Authenzität der Gotzinger Trommel ist nicht unumstritten. Da ihre Geschichte im 18. Jahrhundert nur durch mündliche Überlieferung gesichert ist, wurde von fachlicher Seite das Erscheinungsbild kritisch hinterfragt. Dabei fiel auf, dass das Wappen in dieser Form 1705 nicht existiert haben kann, denn der Hausritterorden vom Hl. Georg wurde erst 1729 wiederbegründet. Allerdings bemerkt man deutliche Überarbeitungen, die sicher mehrfach notwendig waren, da die Trommel nachweislich noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bei Umzügen mitgeführt und benutzt wurde. Die jetzt sichtbare Malschicht ist also sicher nicht die originale Bemalung. Wenn die Trommel bei der Mordweihnacht 1705 mitgeführt worden ist, ist sie sicher auch nicht unbeschadet aus diesem Ereignis herausgetragen worden. Grundsätzlich kann aber festgestellt werden, dass die Trommel dem um 1700 verwendeten Typus entspricht. Die Zargen wurden erst im späteren Verlauf des 18. Jahrhunderts aus Metall gefertigt. Letztlich könnte nur eine dendrochronologische Untersuchung das Alter klären. Letztendlich hat die Gotzinger Trommel aber in jedem Fall einen wichtigen Stellenwert in der bayerischen Geschichte. Die Frage nach der Originalität spielt daher inzwischen eine untergeordnete Rolle. Die Trommel ist mit einiger Sicherheit in den entsprechenden Zeitraum zu datieren und aufgrund der recht lückenlosen Überlieferung als Original zu erklären.
Angaben zum Objekt
Typ
Landtrommel
Abmessung/Umfang
47,5 x 52 Ø cm
Material/Technik
Bemaltes Holz, Leder, Schnur, Papier und Eisen
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00166
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Spätestens seit 1880 als Leihgabe der damaligen Gemeinde Gotzing (Rechtsnachfolger ist die Gemeinde Weyarn) in Miesbach verwahrt.
Zeit
Um 1700
Die Höhepunkte der Sammlung
Sie stehen entweder für wichtige Ereignisse in unserer Kulturgeschichte
oder es gibt sie in dieser Form nirgends sonst.
Sie gelten teilweise sogar als Ikonen der bayerischen Geschichte.
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Gotzinger Trommel
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Günter Freiherr Voith von Voithenberg; Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das bekannteste Exponat des Heimatmuseums ist die Gotzinger Trommel. Sie gilt als eine Ikone der bayerischen Geschichte. Die Gotzinger Trommel soll der Überlieferung nach beim Bauernaufstand an Weihnachten 1705 von Teilnehmern aus Gotzing mitgeführt worden sein. Die sog. Sendlinger Mordweihnacht war Teil des Bayerischen Volksaufstands der Jahre 1705/06 im Oberland (Oberbayern) und Unterland (Niederbayern). Dieser richtete sich gegen die harte Besatzung Bayerns durch die Truppen des Kaisers aus dem Hause Habsburg im Laufe des Spanischen Erbfolgekriegs.
Die Trommel hat eine Zarge aus Holz, die mit Eisenbeschlägen stabilisiert ist. Jeweils oben und unten Felle. Rundum verlaufen senkrecht gespannte Stricke. Das Fell der Unterseite beschriftet: „Lieber bairisch sterb'n, Als wie kaiserlich verderb'n. Zur Erinnerung an die Christnacht im Jahre 1705, allwo diese Trommel zum Kampfe rief.“ Die Zarge ist rundum bemalt mit halben, stehenden blau-weißen Rauten. Auf der Schauseite ist das bayerische Wappen zusammen mit der Jahreszahl „1705“ aufgemalt. Das Wappen wird von zwei stehenden Löwen gehalten, vom Kurhut gekrönt und mit zwei Collanen geziert. Die innere scheint das Goldene Vlies zu sein. Die äußere Collane ist offenbar der Hausritterorden vom Hl. Georg. Beide Ordensdarstellungen weichen allerdings in Details von bekannten Vorbildern ab. Rechts des Wappens erkennt man noch die ältere Beschriftung der Trommel, in schwarz und nun teilweise übermalt: „Zur Erinnerung und Gedächtniß der tapfern, treuen Oberländer, die in dem Gefecht bei München : Sendling für Gott, Churfürst und Vaterland fielen.“ Links oberhalb des Wappens aufgeklebt zwei Papierblättchen. Auf dem oberen ein Wappen, welches an dasjenige der Fürsten von Waldburg erinnert. Das untere Blättchen mit der Aufschrift: „Möget ih[r auch] ferner die Trommel wohl bewahr[en,] damit sie [stets die] Kind[er an die] bayeri[sche Treue] ihrer [Väter erinnere.]“. Der Text leider stark berieben und hier ergänzt nach der Überlieferung – den Ausspruch soll König Ludwig I. getan haben, als ihm die Trommel verwehrt wurde. FRAGE NACH DER AUTHENZITÄT Die Authenzität der Gotzinger Trommel ist nicht unumstritten. Da ihre Geschichte im 18. Jahrhundert nur durch mündliche Überlieferung gesichert ist, wurde von fachlicher Seite das Erscheinungsbild kritisch hinterfragt. Dabei fiel auf, dass das Wappen in dieser Form 1705 nicht existiert haben kann, denn der Hausritterorden vom Hl. Georg wurde erst 1729 wiederbegründet. Allerdings bemerkt man deutliche Überarbeitungen, die sicher mehrfach notwendig waren, da die Trommel nachweislich noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bei Umzügen mitgeführt und benutzt wurde. Die jetzt sichtbare Malschicht ist also sicher nicht die originale Bemalung. Wenn die Trommel bei der Mordweihnacht 1705 mitgeführt worden ist, ist sie sicher auch nicht unbeschadet aus diesem Ereignis herausgetragen worden. Grundsätzlich kann aber festgestellt werden, dass die Trommel dem um 1700 verwendeten Typus entspricht. Die Zargen wurden erst im späteren Verlauf des 18. Jahrhunderts aus Metall gefertigt. Letztlich könnte nur eine dendrochronologische Untersuchung das Alter klären. Letztendlich hat die Gotzinger Trommel aber in jedem Fall einen wichtigen Stellenwert in der bayerischen Geschichte. Die Frage nach der Originalität spielt daher inzwischen eine untergeordnete Rolle. Die Trommel ist mit einiger Sicherheit in den entsprechenden Zeitraum zu datieren und aufgrund der recht lückenlosen Überlieferung als Original zu erklären.
Angaben zum Objekt
Typ
Landtrommel
Abmessung/Umfang
47,5 x 52 Ø cm
Material/Technik
Bemaltes Holz, Leder, Schnur, Papier und Eisen
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00166
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Spätestens seit 1880 als Leihgabe der damaligen Gemeinde Gotzing (Rechtsnachfolger ist die Gemeinde Weyarn) in Miesbach verwahrt.
Zeit
Um 1700
Gotzinger Trommel
Eine Ikone der bayerischen Geschichte
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Glocke aus Sufferloh
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Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Eine der ältesten erhaltenen Glocken Südbayerns ist die alte Glocke aus dem Kirchdorf Sufferloh (Marktgemeinde Holzkirchen). Neuesten Erkenntnissen zufolge muss sie im Zeitraum des 7. bis 9. Jahrhunderts entstanden sein.
Die Sufferloher Glocke wurde im Gegensatz zu späteren und heutigen Glocken geschmiedet. Sie zeichnet sich durch einen relativ niedrigen Helm aus, der weit auslädt. Die Wandung hat eine recht massive Stärke von 1,2 cm, wobei der Rand nochmals leicht verdickt ist. Auf der Oberseite der Glocke ist ein gewölbter Griff mit Nieten angebracht. Der Griff ist aus einem Eisenstück, welches an den Rändern hochgebogen ist und ein gedrehtes Stück Eisen halb ummantelt. Unter dem Griff steht die Verankerung des Schwengels durch. Dieser ist nach unten hin verdickt und steht etwa 7 cm unter der Glockenhaube hervor. Auffallend ist die Ähnlichkeit zur sog. Glocke des Hl. Marinus in der Wilpartinger Kirche. Diese soll der Legende nach aus der Lebenszeit des 697 gestorbenen Heiligen stammen.
Angaben zum Objekt
Typ
Glocke
Abmessung/Umfang
21 x 26 Ø cm
Material/Technik
Eisen
Identifikator
Inv.-Nr. 00072
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Gekauft in den 1920er Jahren
Zeit
7. bis 9. Jahrhundert
Frühmittelalterliche Glocke
Als Bayern entstand, rief sie zum Gottesdienst
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Hochmittelalterliches Kruzifix
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Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der Corpus Christi des Kruzifixes ist einer der ganz wenigen erhaltenen aus ottonischer oder frühromanischer Zeit in dieser Größe. Sehr viel häufiger sind Großkreuze, wie etwa das Schaftlacher Kreuz. Das Miesbacher Kreuz zeigt den Typus eines Viernägelchristus in Herrscherpose (Christus triumphans), typisch für die Darstellungsweise dieser Zeit. Die Datierung könnte durch eine dendrochronologische Untersuchung genauer geklärt werden.
Kruzifix mit vollplastischem, hochmittelalterlichem Corpus und 1689 neu hinzugefügten Kreuzbalken. Der Corpus steht auf einem mit der Figur verbundenen, recht großen Fußkeil in fast aufrechter Haltung. Der Oberkörper aufrecht und nicht hängend, die Schultern daher auf einer Achse mit den waagerecht nach außen gerichteten Armen, diese angesetzt. Der Kopf leicht nach vorne rechts geneigt. Auffallend lange Zehen und Finger. Der Körper schlank, die Hüfte stärker. Bis auf eine angedeutete Brustmuskulatur keine anatomische Durcharbeitung der Figur. Um die Hüften ein bis zu den Knien reichender Lendenschurz. Oben durch ein kräftiges Band abgeschlossen, links und rechts der Schurz überlappend. Das Band vor dem Bauch geknotet und ein Ende in der Mitte nach unten hängend, womit ein Kreuz angedeutet wird. Die Faltung des Schurzes fast starr. In den Füßen die beiden Nägel plastisch aus Holz, in den Handflächen aufgemalt, vielleicht aber ehemals ebenfalls plastisch. Der Kopf mit langem Haupthaar und Vollbart, beide modisch geflochten. Das Gesicht flach gestaltet, die Augen weit geöffnet. Diese Fassung ist nicht original. Sie stammt vielleicht von 1689, denn sie zeigt eine im Barock beliebte Darstellung als leidenden Christus, mit Wundmalen und geschlossenen Augen. Die ursprüngliche Fassung hatte sicher ein anderes Erscheinungsbild zur Folge. ÜBERLEGUNGEN ZUR HERKUNFT Herkunft und Alter des Kreuzes sind durchaus spannend, da noch nicht endgültig geklärt. Sicher ist, dass das Kreuz 1909 vom Hanschenbauer Josef Werndl aus Holzolling vom Miesbacher Museum käuflich erworben wurde. Zuvor sei es am Holzollinger Mesnerhaus gewesen, von wo es vermutlich aus der dortigen Kirche gekommen sei. Diese Kirche wird bereits 795 erstmals urkundlich genannt und ist damit eine der ältesten der Gegend. Das Kreuz könnte aber auch aus dem nahen Kloster Weyarn stammen, das bis zur Säkularisation Einfluss in Holzolling hatte. Dafür spricht die feine Qualität der Skultpur. Außerdem fällt an den Füßen des Corpus die Fettablagerung auf, welche durch häufige Berührung entstanden ist. Eine Berührung wie sie beispielsweise im monastischen Zusammenhang denkbar wäre. Demnach ergäbe sich folgende Hypothese: Der stilistisch auf das 11. Jahrhundert verweisende Corpus Christi könnte aus dem Besitz der Falkensteiner stammen. Diese mächtige Adelsfamilie wandelte 1133 ihre Burg in Weyarn in ein Kloster um. Die Burgkapelle St. Jakob diente dabei als erste Klosterkirche, hier befand sich bis 1343 die Ruhestätte der Klostergründer Siboto II. und seiner Gemahlin. Möglich also, dass das Kruzifix als Erbstück der Falkensteiner 1133 in den Besitz des Klosters Weyarn überging. Demnach wäre eine Bezeichnung als Falkensteiner Kruzifix möglich.
Angaben zum Objekt
Typ
Kruzfix
Abmessung/Umfang
76 x 62,5 x 14 cm
Material/Technik
Holz, gefasst
Identifikator
Inv.-Nr. 01071
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
1909 gekauft
Zeit
Vermutlich 11. Jahrhundert (Corpus) und 1689 (Kreuzbalken)
Hochmittelalterliches Kruzifix
Monumental im Kleinen
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Faksimileausgabe des Evangeliars Heinrichs des Löwen und Mathildes von England
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Evangeliar Heinrichs des Löwen ist ein Hauptwerk der romanischen Buchmalerei in Deutschland. Als das originale Evangeliar 1983 im Londoner Auktionshaus Sotheby’s vom deutschen Staat für 32,5 DM erworben wurde, war es damals das teuerste Buch der Welt. Um dieses außergewöhnliche Werk einer Öffentlichkeit bekannt zu machen, entstanden hochwertige Faksimileausgaben in begrenzter Anzahl. Für das Heimatmuseum ist der Besitz einer dieser Ausgaben von besonderer Bedeutung, da es ein Schlaglicht auf eine Zeit wirft, in der unsere Stadt im Entstehen begriffen war.
Die Faksimileausgabe ist in der Originalgröße und in Annähreung an die originalen Materialien geschaffen worden. Dadurch ist das Buch nicht nur auffallend groß, sondern verfügt auch über ein Gewicht von etwa 14 kg. Für das eigentliche Buch wurde speziell ein festes, altersbeständiges pergamentähnliches Papier geschaffen. Die Seiten wurden dann teilweise bis zu 22 Druck- und Prägegängen unterworden, wobei ein aufwändiges und extra neuentwickeltes Granolithoverfahren eingesetzt wurde. Die Bindung, der Einband und die Kassette wurden manuell gefertigt. So dauerte die Herstellung insgesamt zwei Jahre. Das Buch selbst umfasst 452 Seiten. Davon sind 226 Seiten mit ganzseitigen Miniaturen, Kanontafeln, Bilddarstellungen und Zierbildern geschmückt. Das Original wurde von Helmarshausener Mönchen vollständig händisch geschaffen, wobei sich sogar ein Schreiber namens Hermann verewigt hat. Der Einband besteht aus Holzdeckeln, die mit rotem Leder eingebunden sind. Mit Blinddruck ist der Vorderdeckel gestaltet, außerdem sind zwei vergoldete Schließen angebracht. Das Buch zudem in einer Kassette, ebenso aus Holz, überzogen mit dunkelblauem Brokatstoff und auf der Vorderseite verziert mit einer vergoldeten Ornamentplatte.
Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Abmessung/Umfang
39,3 x 30,5 x 12 cm
Material/Technik
Papier, Holz, Leder, Metall und Textil
Sprache
Latein
Identifikator
Inv.-Nr. 02989
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Insel-Verlag 1989 von Senator Henning L. Voigt als Schenkung an das Heimatmuseum
Zeit
Faksimile von 1986/88 der Pergamenthandschrift von um 1175/88
Faksimileausgabe des Evangeliars Heinrichs des Löwen und Mathildes von England
Ein Einblick in höchste Kunst, wertvoll gestaltet
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Hl. Barbara
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Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Sitzfigur der Hl. Barbara stammt aus dem Erdstall in Reichersdorf. Erdställe sind unterirdische Gangsysteme, welche im Mittelalter von Menschenhand angelegt wurden. Ihr Zweck ist nicht eindeutig geklärt, denn sie könnten als Kultstätten oder als Fluchträume gedient haben. Ihr Verbreitungsgebiet ist Mitteleuropa mit einem Schwerpunkt in Bayern und Österreich. Die Figur der Hl. Barbara wurde zwar erst nach der Wiederauffindung der Gänge im Jahr 1640 dort aufgestellt, doch ist sie damit eines der ganz wenigen anschaulichen Stücke, welche überhaupt mit einem Erdstall in Zusammenhang stehen. Die Hl. Barbara als Patronin gegen einen schnellen Tod, welchen einen unter der Erde jederzeit zustoßen kann (daher auch Patronin der Bergleute), ist die passende Heilige für die Erdställe.
Die Barbarafigur ist eine Skulptur aus lokalem Tuffstein. Die Heilige ist im Halbrelief dargestellt und nur die Vorderseite ist ausgearbeitet. Die Figur hat noch Reste einer früher stärkeren Bemalung. Die Dargestellte sitzt auf einem links unten angedeuteten Stuhl oder Thron. Gekleidet ist sie mit einem weiten Mantel, der außen rot und innen grün ist. Der Mantel mit deutlichem Faltenwurf. Unter dem Mantel trägt die Heilige ein weißes, langärmliches Gewand mit gelbem Saum an den Ärmeln, das auf den Oberschenkeln und am Oberkörper sichtbar ist. Am Ausschnitt ein breiterer Kragen, möglicherweise ebenfalls früher gelblich, allerdings hier die Farbschichten nach Augenschein stärker abgefallen. Der Kopf leicht zur linken Seite gedreht. Die Haare seitlich rotbraun und gelockt abfallend. Auf dem Haupt eine siebenzackige Krone mit noch teilweise erhaltener gelber Bemalung. Die Heilige hält in ihrer Rechten einen gelb bemalten Kelch. Unterhalb der Figur schließt der Steinblock mit einem querrechteckigen Sockel, in den eingemeißelt und mit schwarzer Farbe hervorgehoben die Buchstaben „WVGZHW“ stehen. Diese werden als „Wolf Veit Graf zu Hohenwaldeck“ gedeutet. Wolf Veit II. (gest. 1659) beerbte 1655 seinen Vetter Wilhelm IV. als Inhaber der Grafschaft Hohenwaldeck. Alten Aufzeichnungen gemäß war Wolf Veit II. Mitglied der Reichersdorfer Barbara-Bruderschaft.
Angaben zum Objekt
Typ
Skulptur
Abmessung/Umfang
63,5 x 39 x 17,5 cm
Material/Technik
Tuffstein, teilweise bemalt
Identifikator
Inv.-Nr. 00115
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
1640/44
Hl. Barbara
Ein Zeugnis aus den geheimnisvollen Erdställen
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Sonnenuhr
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Ein sehr seltenes Exemplar ist die Sonnenuhr des Franz Xaver Joseph Bovius aus dem Jahr 1712. Sie besteht aus Solnhofener Stein und ist mit reichhaltigem Dekor in Flachrelief geziert, welches durch Steinätzung erzeugt wurde. Bekannt sind lediglich etwas mehr als ein Dutzend dieser Sonnenuhren. Sie finden sich weltweit in berühmten Sammlungen.
Die Sonnenuhr zeigt die Lust am Dekorieren, oft auch als horror vacui, die Angst vor der Leere, diffamiert. Seit der Renaissancezeit war es beliebt, mythologische, theologische und verwandte Elemente in einer Art Mikrokosmos in Dekorationen zu präsentieren. Die Sonnenuhr des Bovius ist eine Horizontal-Tisch-Sonnenuhr, d. h. dass sie zur Benutzung flach auf einem Tisch platziert werden muss, mit Ausrichtung nach Norden. Damit wird eine optimale Ausnutzung des Schattens ermöglicht. Der Schattenwerfer ist ein stehendes Messingdreieck, das mit seinem Schatten die Uhrzeit anzeigt. Um dieses Dreieck ziehen sich die Längen- und Breitengrade mit Bezeichnungen für die Breitengrade. Die Breiten- und Längengrade auf einem ungleichen achteckigen Feld. Dieses wird von einem fünffachen Rahmen umschlossen, in dessen Feldern jeweils Texte und Ziffern eingefügt sind. Von innen nach außen sind dies als erstes die Zeiten des Sonnenuntergangs und –aufgangs. Die eingeätzten Texte, Ziffern und Zeichen beziehen sich alle auf die Themen Zeit und Tierkreiszeichen. Das äußerste Band zeigt die Uhrzeiten in lateinischen Zahlen, auch Bibelverse finden sich hier. Oberhalb des Dreiecks in einem siegelartigen Kreis das Christusmonogramm „IHS“ mit Kreuz und brennendem Herzen. Oberhalb des Christusmonogramms ein Wappen mit Helmzier. Das Wappen stellt in den Feldern 1 und 3 ein Kreuz und in den Feldern 2 und 4 einen Baum dar. Darauf ein Brustschild mit einem nach rechts gehenden Stier. Der Helm mit Krone, darauf zwei geschwungene Hörner mit Kreuzen an den hängend, dazwischen ein halber Stier. Ganz oben auch die Datierung auf 1712. Unter den weiteren Dekorationen links und rechts unten in den Ecken geschwungen geformte Medaillons, links mit einem Marienmonogramm, rechts ein sehr seltenes Josephmonogramm Ganz am unteren Rand hat sich der Künstler selbst verewigt, am Anfang und kurz vor dem Ende sind allerdings Teile abgeplatzt: „Franc. Xav. Ioseph Bovio SS. Can. exam. & approb. Cooperator Ahrberga invenit & [fehlt] fecit“.
Angaben zum Objekt
Typ
Sonnenuhr
Abmessung/Umfang
29,5 x 26 cm
Material/Technik
Solnhofener Stein und Messing
Identifikator
Inv.-Nr. 00545
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Franz Xaver Joseph Bovius (1677-1725) In den 1920er Jahren erworben
Zeit
1712
Sonnenuhr
Eine Rarität mit Schwestern in weltberühmten Sammlungen
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Miesbacher Himmelbett
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Eine große Seltenheit ist das mit Torturmmalerei geschmückte Himmelbett von 1714. Es gehört zum Typus der sog. Miesbacher Möbel oder Türkenmöbel. Ihre Besonderheit sind die orientalisch anmutenden Bemalungen.
Der Typus des Baldachinbetts ist bereits im Mittelalter entstanden. Wenn man die offenen Seiten mit Vorhängen verschloss, konnte möglichst viel Stauwärme entstehen. In den ansonsten schlecht heizbaren Räumen ein großer Vorteil. Baldachin- oder Himmelbetten haben sich in den Bauernhöfen am längsten gehalten. Die Decke nennt man hierbei Himmel, welcher von Verlängerungen der vier Pfosten getragen wird. Das Kopfende ist zu diesem Baldachin hochgezogen und schützt damit die Köpfe der Schlafenden zusätzlich. Eine Bemalung der Möbel setzte sich im bäuerlichen Bereich erst im 17. Jahrhundert durch. Die sog. Türkenmöbel gelten als Zwischenstufe zwischen spätmittelalterlicher und barocker Gestaltung. Das Himmelbett ist eine Pfostenkonstruktion, die vorderen Pfosten sind gedrechselt. Dass das Bett für ein Ehepaar gebaut wurde, machen die Gliederungen in Bauweise und Bemalung deutlich. Zunächst hat man mit Leisten die Längsseiten in mehrere Felder unterteil, die man in zwei gleiche Hauptteile trennen kann. Dies wird zusätzlich durch die Malerei betont: So finden sich am Fußende und am Kopfende jeweils große, hochrechteckige Felder, in welchen die charakteristischen Turmaufbauten aufgemalt sind. Diese Tortürme zeigen immer drei Türme nebeneinander, dabei der mittlere erhöht. Die Turmspitzen sind hier Zwiebeln und Kegel, können aber auch kuppelartig sein. Die Tortürme sind reich unterteilt und geziert; die Tore an ihrer Basis wirken wie baulich unabhängig. Reiche florale und ornamentale Malereien belegen fast alle restlichen Flächen. Die Unterseite des Himmels ist ebenso reich bemalt. Hier ist in der Mitte ein quadratisches Feld abgesetzt – was auch auf der Oberseite deutlich erkennbar ist. Hier befindet sich die Darstellung Gottvaters mit der Heilig-Geist-Taube über ihm. Die ungewöhnliche Malerei wurde wahlweise als slawisches, orientalisch oder türkisch bezeichnet. Die Herkunft der Motive ist bis heute nicht ganz geklärt, doch nimmt man an, dass sie von Erfahrungen aus den Türkenkriegen auf dem Balkan inspiriert waren.
Angaben zum Objekt
Typ
Bett
Abmessung/Umfang
197 x 144 x 186 cm
Material/Technik
Holz, gefasst
Identifikator
Inv.-Nr. 01230
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
1714
Miesbacher Himmelbett
Was machen Türkenmöbel in Oberbayern?
Informationen über die verwendeten Medien
S. Maurus
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Tafelbild des Heiligen Maurus, eines sog. Katakombenheiligen. Es diente als Deckplatte für den Schrein des Heiligen, der als Ganzkörperreliquie in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt in Miesbach ausgestellt war. Derartige Tafelbilder sind von großer Seltenheit, da sie im Laufe der Zeit mit Abnahme der Reliquienverehrung überwiegend verloren gegangen und vernichtet worden sind.
Die Schauseite des Tafelbildes zeigt das mit Perlen und Steinen reich geschmückte Skelett des Hl. Maurus, auf einem weißen, reich gestickten Tuch liegend, welches wiederum auf einem roten Tuch ausgebreitet ist. Es ist die zeittypische und ursprüngliche Ausschmückung des Reliquienschreins, das Skelett dabei mit Klosterarbeiten reich verziert. In dieser Form hat sich beispielweise der Katakombenheilige Valerius in der Klosterkirche in Weyarn erhalten. Der Oberkörper des Maurus ist durch ein mächtiges rotes Polster halb aufgerichtet. In der Rechten hält er eine Ölflasche, die Linke führt einen Palmzweig. Oberhalb in der Mitte eine Ewig-Licht-Ampel. Den Hintergrund bildet die Stadtsilhouette des antiken Rom, dabei erkennbar das Kolosseum (rechts des Kopfes), zwei Triumphbögen (rechts des Kolosseums und rechts oberhalb des Knies), die Cestius-Pyramide (oberhalb der linken Hand), eine frühchristliche Basilika (oberhalb des Knies) und die Engelsburg mit der Tiberbrücke (rechts). Am rechten Bildrand eine Hinrichtungsszene am Ufer des Tiber. Dies stellt die Todesszene aus der Legende des Heiligen Maurus dar, der als Christ mit dem Schwert hingerichtet wurde. Der Legende nach, sei Maurus der Sohn eines römischen Kerkermeisters gewesen. Vom Glauben der Christen fasziniert, bekannte sich auch Maurus zu Christus und erlitt mit den Gefangenen den Märtyrertod. Im Tiber selbst findet sich eine treibende leblose Gestalt, anscheinend mit Heiligenschein. Der Leib des Hl. Maurus kam 1726 als Geschenk des Papstes Benedikt XIII. nach Miesbach und befand sich bis 1999 in der Stadtpfarrkirche.
Angaben zum Objekt
Typ
Tafelbild
Abmessung/Umfang
52 x 132 cm
Material/Technik
Öl auf Holz
Identifikator
Inv.-Nr. 01048
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
1922 gekauft
Zeit
1726 oder später
S. Maurus
Barocke Lust an Tod und Pracht
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Das Barlamend
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Gipsplastik mit satirischer Darstellung einiger führender Mitglieder des bayerischen Parlaments. Einbezogen ist auch der von Ludwig Thoma erfundene Josef Filser, Held seiner „Filserbriefe“. Die Darstellung steht in einer Reihe mit den berühmten Karikaturen in der Zeitschrift „Simplicissimus“. Einzigartig ist dabei die Umsetzung als Gipsplastik.
Bei seinem Barlamend hat Raimund Jäger die zehn Männer wie für ein Gruppenbild versammelt. Die Gruppe befindet sich auf einem schwarzen Sockel, auf dem vorne in Sütterlinschrift „Das Barlamend“ geschrieben steht. In vier Reihen staffeln sich die Personen. Zuvorderst sitzen auf Stühlen links Dr. Georg Heim (1865-1938) vom Zentrum, genannt Bauerndoktor. Rechts vorne Dr. Balthasar von Daller (1835-1911) vom Zentrum. Er stammte aus Gasteig bei Niklasreuth im Bezirksamt Miesbach. In der zweiten Reihe von links nach rechts stehend: Dr. Franz Seraph von Pichler (1852-1927) vom Zentrum. In der Mitte dieser Reihe Dr. Georg von Orterer (1849-1916) vom Zentrum und Präsident des Landtags. Ganz rechts in dieser Reihe Dr. Franz Schädler (1852-1913) vom Zentrum. Hinter dieser Reihe zwei Männer, links Georg von Vollmar (1850-1922) von der SPD, der in Miesbach aufgewachsen ist. Rechts in dieser Reihe Dr. Leopold von Casselmann (1858-1930) von der Liberalen Vereinigung und zeitweise Vizepräsident des Landtags. In der letzten Reihe auf Bierfässern (links und rechts erkennbar) stehen nochmals drei Männer. Ganz links der imaginäre Josef Filser, die berühmte literarische Figur Ludwig Thomas. Die Person in der Mitte ist Friedrich Beckh (1843-1927) vom Bauernbund. Ganz rechts oben Georg Eisenberger (1863-1930) von der Freien Vereinigung, genannt der „Hutzenauer“. Die Parlamentarier wirken wie ein einziger Block was durch die einheitliche schwarze Kleidung betont wird. Die fein und teils witzig modellierten Köpfe stechen dadurch besonders gut hervor, unterstrichen noch von der abgestimmten Farbgebung. Die Porträts sind nah an ihren Vorbildern. Obwohl sich bisher keine persönlichen Verbindungen nachweisen konnten, scheint Raimund Jäger vom Werk seines Zeitgenossen Ignatius Taschner (1871-1913) beeinflusst.
Angaben zum Objekt
Typ
Plastik
Abmessung/Umfang
37,5 x 36 x 31 cm
Material/Technik
Gips, gefasst
Identifikator
Inv.-Nr. 01085
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Raimund Jäger (1888-1914) 1969 gekauft
Zeit
Vor 1914
Das Barlamend
Eine Karikatur in 3D
Informationen über die verwendeten Medien
Diorama der Sendlinger Mordweihnacht
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Diorama ist mehr als ein Erinnerungsmal für die Sendlinger Mordweihnacht von 1705. Es ist vielmehr Ausdruck eines Perspektivwechsels in der Geschichte. Sie setzt den Menschen in den MIttelpunkt und nicht die höheren politischen Interessen.
Das Diorama zeigt die Sendlinger Mordweihnacht von 1705. Diese Schlacht war ein Versuch der bayerischen Untertanen aus dem Oberland, die Hauptstadt München von der österreichischen Besatzung zu befreien. Denn im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges hatten die Österreicher Bayern besetzt. Die harte provozierte Widerstand. Das Massaker an den Aufständischen aus dem Oberland in Sendling bei München ist im Zentrum des damaligen Dorfes wiedergegeben. Der Betrachter blickt von Westen auf das Geschehen. Rechts die Pfarrkirche, links der Herrensitz zu Sendling. Hinter dem Dorf ein weites Feld, in dessen Ferne sich die Stadt München abzeichnet. Deutlich überragen hier die beiden markanten Türme der Frauenkirche die noch mit Mauern bewehrte Stadt. Die Ereignisse konzentrieren sich rechts bei der Kirche und links beim Herrensitz sowie direkt hinter den Häusern im Mittelgrund. Im Bereich der Kirche kommt es gerade zu einem Gefecht zwischen den Aufständischen und den österreichischen Soldaten. Es sind dies ungarische Husaren unter Martin von Lehoczky. Ihre Uniform ist blau, die übergeworfene Mente schwarz mit weißem Pelzbesatz, auf dem Kopf eine rote Beutelmütze. Die Husaren reiten in die Menge der Aufständischen und hauen diese mit ihren Säbeln nieder. Zur Kirche hin wird eine Engstelle zwischen den Häusern durch einen querstehenden Heuwagen versperrt. Bei der Kirche versuchen sich Aufständische hinter den Friedhofsmauern zu verschanzen. Unter ihnen ein Mann mit Lederschürze und rotem Hemd, den man vielleicht als legendären Schmied von Kochel ansehen könnte. Die beim Friedhof verschanzten Männer zielen vornehmlich nach Norden, auf das Feld hinter der Häuserzeile. Hier hat sich eine Gruppe von Oberländlern den Kaiserlichen ergeben, werden aber von den noch weiter links stehenden kaiserlichen Soldaten niedergeschossen. Ein Hauptmann der Oberländer, Matthias Mayer, versucht zusammen mit einem Tambour noch die Kapitulation zu übermitteln. Der Tambour schwingt hierbei eine weiße Fahne. Die umgehängte Trommel mag die Gotzinger Trommel darstellen. Die sehr geschlossene und ruhig wirkende Hauptgruppe der kaiserlichen Truppen findet sich hinter dem herrschaftlichen Ansitz. Hier fallen die Kommandanten auf, welche zu Pferd sitzen und aufwändiger gekleidet sind. Einer davon ist mit Georg Friedrich Freiherr von Kriechbaum zu identifizieren, welcher das Massaker an den Oberländern befehligte. Es findet sich aber auch ein auf einem Esel reitender Mönch. Vor den Häusern auf der linken Hälfte des Dioramas beschießen sich noch Kaiserliche und Aufständische, jeweils hinter Zäunen verschanzt. Sogar noch auf dem Hintergrund haben die Künstler Soldaten angedeutet, welche das Dorf Sendling abriegeln. Der hauptverantwortliche Schöpfer des Dioramas, der Münchner August Kühn, beschäftigte sich mit Militärgeschichte, wobei er sich auf das Problem der Hochrüstung konzentrierte. Er sah darin eine Ausbeutung der einfachen Bürger und im Bauernaufstand von 1705 eine frühe Gegenrevolte dieser Entwicklung. Kühn, selbst Kommunist, war hier Teil eines sozialistischen Zeitgeistes, denn etwa auch in der offiziellen Geschichtsschreibung der DDR wurde die Perspektive einer Geschichte „von unten“ in den Fokus genommen. Durchaus vergleichbar ist hier das monumentale Bauernkriegs-Panorama bei Bad Frankenhausen in Thüringen, entstanden 1976-87. Der Bauernkrieg wird hier zu einer frühneuzeitlichen Revolution stilisiert.
Angaben zum Objekt
Typ
Diorama
Abmessung/Umfang
71,1 x 183,5 x 78 cm
Material/Technik
Zinn, Holz, Glas und Pappe
Identifikator
Inv.-Nr. 02714
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
August Kühn alias Rainer Zwing (1936-1996) mit Werner Zimmerer (1943-1995) Leihgabe
Zeit
Um 1975
Diorama der Sendlinger Mordweihnacht
Das Schicksal des einfachen Menschen im Krieg
Tracht
Die Miesbacher Tracht ist weltberühmt. Sie ist das Aushängeschild unserer Stadt. Hier wird die Tracht lebendig gehalten und auch ihrer Geschichte gedacht.
Hier stand die Wiege der Trachtenbewegung, der organisierten Trachtenpflege.
Die Trachtensammlung bewahrt bemerkenswerte Stücke vom Ende des 18. Jahrhunderts an. Sie ist damit eine der wichtigsten Sammlungen ihrer Art.
Abbildungen aus vier Jahrhunderten dokumentieren zusätzlich die Entwicklung der Tracht. Insbesondere für die älteren Zeiten sind dies hervorragende Ergänzungen.
Informationen über die verwendeten Medien
Lederhose, sog. Kurze
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Zur Miesbacher Männertracht gehört eine Lederhose, die sog. Kurze. Eines der ältesten erhaltenen Exemplare, welche bekannt sind, besitzt das Heimatmuseum. Sie stammt von einem Miesbacher Säckler und wurde noch vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs geschaffen.
Das im Museum erhaltene Exemplar besteht aus schwarzbraunem Leder mit grüner Stickerei. Sie ist von Hand genäht und bearbeitet. Der Bund ist auffallend hochgezogen; vorne zwei Eingrifftaschen mit Lederpatten. An der rechten Außennaht eine aufgesetzte Messertasche. Der breite Latz wird mit zwei Knöpfen an den Bund geknöpft. Vorne und hinten am Bund sind je zwei Knöpfe zur Befestigung der Hosenträger. Alle Knöpfe sind mit Lederbändern befestigt. Hinten wurde ein Keil eingesetzt, der mit Lederstreifen durch vier Ösen geführt zu verstellen ist. An den Hosenbeinen unten, an der Messertasche und am Latz Stickerei in Plattstich mit den Motiven Eichenblätter und Eichel. Die Hosenbeine sind an der Seite geschlitzt, mit Lederstreifen und je acht Ösen zu schließen. Die Lederhose ist ein getragenes Exemplar und dennoch in einem guten Erhaltungszustand. Deutlich zu erkennen sind die Ausbesserungen, welche über die Zeiten notwendig waren. Die Hose wurde also auch längere Zeit getragen.
Angaben zum Objekt
Typ
Bekleidung
Abmessung/Umfang
64 x 44 cm
Material/Technik
Obermaterial: Wildleder, Auszier: Stickerei aus grünem Seidenzwirn grün
Identifikator
Inv.-Nr. 00034
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vielleicht Thomas Dilger (1848-1909) oder Josef Baumann (1886-1961) Altbestand
Zeit
Um 1910
Ort
Miesbach
Informationen über die verwendeten Medien
Votivtafel: Allerheiligen. Gestiftet von Maria Kaisserin vom Stadlberg
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die von Maria Kaisserin auf dem Stadlberg gestiftete Votivtafel ist eine der ältesten erhaltenen in unserer Region. Auf ihr sieht man beispielhaft die in der Mitte des 17. Jahrhunderts übliche Bekleidung. In abgewandelter Form war diese damals in weiten Teilen Europas allgemein verbreitet.
Die Inschrift besagt: „Maria Kaisserin ab dem stadlperg pasperger pfarr ist anno 1644 gehling die abscheihliche Kranckheit des hinfalenten ankomen in solchen haben sie Ihre geschwiserget alher Zu der Kirchen Allen heüligen mit ainer h: Mess verlobt und ists nach dem gelibt nimber ankomen hatt dis dëfel Zu ainer ebigen gedechtnüs und Zue danckh got und allen heilligen machen lassen.“ So weiß man, dass die Stifterin identisch mit der im Bett liegenden Kranken ist. Sie litt an Fallsucht und gelobte zur Allerheiligenkirche bei Oberwarngau eine Messe, falls sie genesen sollte. Mit ihr taten dies ihre Geschwister, womit die drei Frauen und der Mann, welche am Bett stehen, zu identifizieren sind. Die Familie besaß den Kaiserhof auf dem Stadlberg, aus dem später das Stadlberghaus werden sollte. Über der Szenerie der in einem Halbkreis geöffnete Himmel: Hier die Schar Heiliger in weiß-grauen Tönungen abgebildet, in der Mitte vorne die Gottesmutter Maria, hervorgehoben durch den blassblauen Schleier. Die Geschwister tragen die von der spanischen Mode beeinflusste Bekleidung der Zeit. Diese zeichnete sich durch eine gewisse Strenge und eine Begrenzung der Farben auf schwarz und weiß auf. Sie galt auch als Mode der Gegenreformation, was gerade zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges, als das Bild entstand, noch von Bedeutung war, da dieser als Religionskrieg begonnen hatte. So tragen zwei der Frauen schwarze Röcke und Oberteile, die Schürzen sind weiß. Nur eine Frau trägt ein weißes Oberteil und einen roten Gürtel – dies deutet schon auf die damals beginnende barocke Mode, welche sich besonders durch die Abkehr von einer absoluten Strenge und die Zunahme farblicher Akzente auszeichnete. Der Mann deutet ebenfalls bereits in diese Richtung, da er eine Pumphose und ein beiges Oberteil trägt. Der Spitzbart war in der Barockzeit ebenfalls beliebt. Alle Stehenden tragen dagegen noch Halskrausen. Die Frau ganz rechts außerdem noch eine weiße Haube, was sie als verheiratete Frau auszeichnet.
Angaben zum Objekt
Typ
Tafelbild
Abmessung/Umfang
43,5 x 33 cm
Material/Technik
Öl auf Holz
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00582
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Unbekannter Maler aus dem Raum Miesbach Altbestand
Zeit
1644
Votivtafel: Allerheiligen. Gestiftet von Maria Kaisserin vom Stadlberg
Ein privater Blick in das Haus
Informationen über die verwendeten Medien
Maria Apolonia Buchberger, geb. Karlinger
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Halbporträt der 46-jährigen Maria Apolonia Buchberger, einer gebürtigen Miesbacherin. Ihre Kleidung ist für 1797 bereits unmodern. In diesen Jahren wird der hier noch sehr starre Mieder bereits lockerer. Insgesamt repräsentiert die Dargestellte die Mode der wohlhabenden, aber offenbar noch rückwärts gewandten Bürger.
Maria Apolonia Buchberger sitzt auf einem Polsterstuhl an einem Tisch. Sie sitzt aufrecht und nicht angelehnt, was eine Folge des steifen Mieders sein kann. Sie blickt direkt zum Betrachter und trägt auf dem Kopf eine schwarze Schlegelkappe. Um den Hals ein schwarzes Halsband mit mächtiger, aufwendig verzierter Schließe, darunter fünf Gänge einer Silberkette. Im weiten Ausschnitt um den Hals ein dunkles, graufarbig geblümtes Schultertuch mit goldener Bordüre. Der Mieder aus dunkelblauer Seide mit monochromem Blumenmuster und einer langen Reihe von Goldknöpfen. Auffallend das starre obere Ende des Mieders, das zum Ausschnitt förmlich zurücktritt und hier scheinbar nicht am Körper aufliegt. Der Ärmel des Mieders nur bis zu den Ellenbogen reichend. Hier ist dieser aufgefaltet, darunter der Ansatz eines roten Untergewandes mit Spitzenbesatz sichtbar. Die Unterarme bedecken lange, schwarze Netzhandschuhe, welche die Finger frei lassen. Am kleinen Finger der linken Hand zwei goldene Ringe. Die rechte Hand ruht auf einem Buch, das aufrecht auf dem Tisch steht. Das Gemälde ist auf der Rückseite beschriftet: „Maria Apolonia Buchberger Gebohrne Karlinger Von Mirspach gebohren A. 1751“, sowie signiert und datiert.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
100 x 87 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Identifikator
Inv.-Nr. 01277
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Johann Georg Delger 1989 gekauft
Zeit
1797
Maria Apolonia Buchberger, geb. Karlinger
Stolze Bürgerpracht, modisch aber überholt
Informationen über die verwendeten Medien
Hochzeitspiegel
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der als Hochzeitspiegel bekannte Spiegel trägt seinen Namen nach dem Liebespaar, dass im Auszug dargestellt ist. Reizvolle Kleindarstellungen waren in diesen Formen früher häufiger, sind aber heute ansonsten oft nur noch auf Möbeln überliefert. Die Wiedergabe ländlicher Bekleidung ist hier besonders interessant.
Die alte, originale Spiegelscheibe ist in einen Holzrahmen eingelassen, dessen Rückplatte weit über den eigentlichen Spiegel hinaussteht und den barock ausgeformten Auszug bildet. Das Paar steht in einer Landschaft mit Ausblick in hohe, blaue Berge. Beide tragen die zeitgenössische Tracht unserer Gegend. Links die Frau mit schwarzen Halbschuhen, weißen Strümpfen, langem rotem Rock, weißer, bläulich schimmernder Schürze, blauem Mieder mit gelber Zier und hellroten Ärmeln. Um den Hals ein schwarzer Halsflor, auf dem Kopf eine schwarze Riegelhaube. Ihr gegenüber auf der rechten Seite der Mann: Er trägt schwarze Halbschuhe mit Schnallen, lange blaue Strümpfe, schwarze Bundhose, eine rote Weste mit silbernen Knöpfen, darüber eine braune Jacke mit Silberknöpfen und auf dem Kopf einen schwarzen Hut. Beide halten zwischen sich ein großes rotes, flammendes Herz - als Zeichen ihrer Liebe. Rechts hinter dem Mann liegt ein schwarzer Hund, der als Zeichen der Treue gelten kann. Der unbekannte Künstler könnte ein Angehöriger der Familie Böhaim sein. Insbesondere Michael Böhaim, Bruder des bekannteren Johann Baptist, kommt in Frage, da er zeitweise in Ratzenlehen bei Miesbach lebte.
Angaben zum Objekt
Typ
Spiegel
Abmessung/Umfang
27 x 14 cm
Material/Technik
Holz, gefasst und bemalt, sowie Spiegelglas
Identifikator
Inv.-Nr. 00606
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vielleicht Michael Böhaim Altbestand
Zeit
Um 1800
Hochzeitspiegel
Die Liebe immer im Blick
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Kropfkette
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Zur Miesbacher Tracht gehören auch bestimmte Schmuckgegenstände. Kropfketten sind hier die aufwändigsten Teile. Die im Heimatmuseum vorhandene Kropfkette gehört zu den leider nur wenige Stücke umfassenden Bestand dieses Bereichs.
Die Kropfkette hat 16 Gänge, womit die Reihe der Ketten gemeint ist. Die Schließe ist hochoval. Die Schauseite ist vergoldet und mit Filigran aus vergoldetem Silber, Perlen und Glasperlen geschmückt: Zentral eine Perle, gerahmt von zehn rubinrotem Glassteinen. Darüber und darunter jeweils kleinere Perlen. Weitere sehr kleine Perlen bilden ein florales Arrangement auf der Deckplatte. Dazwischen filigrane vergoldete Silberarbeiten und symmetrisch angeordnet noch ursprünglich acht weitere Glassteine (zwei fehlen), am Rand entlang. Die Schließe beidseitig mit Schlitzen, in die die Federschließen der Kette eingehängt werden. Ein Verschluss fehlt. Auf dem vorhandenen Verschluss drei Punzen (von links nach rechts): die linke angeschnitten und daher kaum lesbar (möglicherweise die Initialen „CD“), die mittlere gibt den Silbergehalt von 13 Lot mit an, die rechte Punze zeigt angeschnitten ein stehendes, schwer zu entzifferndes Tier, möglicherweise eine Stadtmarke von Tölz oder Wasserburg (Löwe). Kropfketten haben sich seit dem 18. Jahrhundert entwickelt. Die Anzahl der Kettenreihen ist dabei ein Indikator für den Reichtum und den sozialen Stand der Trägerin.
Angaben zum Objekt
Typ
Schmuck
Abmessung/Umfang
6,6 x 38,5 x 1,5 cm
Material/Technik
Silber, teilweise vergoldet, Perlen sowie Glassteine und Faden
Identifikator
Inv.-Nr. 00395
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Unbekannter Silberschmied, wohl aus Wasserburg oder Tölz Altbestand
Zeit
1. Drittel 19. Jahrhundert
Kropfkette
Schau her, wie wohlhabend ich bin
Informationen über die verwendeten Medien
Alexander und Barbara Waschon
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Brustbilder des Miesbacher Pfarrmesners Alexander Waschon (1777-1863) und seiner Frau Barbara, geb. Schäffler (um 1788-1858). Die Bildnisse zeigen die bürgerliche Tracht in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Alexander Waschon war Pfarrmesner und hatte dadurch ein gewisses Ansehen im Ort.
Die Bildnisse des Ehepaars Waschon zeigen ein Bürgerpaar am Ende eines langen Lebens. Die Dargestellten sind einer leicht zugewandt, womit sie als Bidnispaar zu erkennen sind. Der damals schon 81jährige Alexander Waschon trägt einen schwarzen Rock. Der Rock schließt mit drei Knöpfen und hat einen nach unten geklappten, hohen Kragen. Braune, rot getüpfelte Weste, um den Hals ein weißes Tuch. Auf seinem linken Revers die goldene Verdienstmedaille am Band, die Waschon für sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum als Pfarrmesner erhalten hat. Die Ehefrau Barbara Waschon war eine Miesbacher Zimmermannstochter. Frau Waschon trägt eine hohe schwarze Pechhaube, darunter sind graue Haare zu erkennen. Ihr Gewand ist rotbraun mit weiten, keulenförmigen Ärmeln, darüber ein blaues Tuch mit abwechselnd blauen und weißen Fransen. Auf dem Tuch eine kleine eckige Brosche. Um den Hals noch ein schwarzes Tuch. Rechts am Rand ist ein halbrunder Schatten, der vielleicht andeuten könnte, dass die Dargestellte im Jahr der Herstellung des Bildes gestorben ist.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
46,5 bzw. 46 x 40,5 cm
Material/Technik
Öl auf Holz
Identifikator
Inv.-Nrn. 00648 und 00649
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Alois Dirnberger (1823-1897) Altbestand
Zeit
1858
Alexander und Barbara Waschon
Ein Bürgerpaar am Ende ihres Lebens
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Stopselhut
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der Stopselhut ist im 19. Jahrhundert einer der häufigsten Hüte im Voralpengebiet. Er wurde von Männern und Frauen gleichermaßen getragen. Das Heimatmuseum verfügt über zahlreiche Gegenstände zur Hutfabrikation. Diese stand in Miesbach bis in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in hoher Blüte.
Schwarzer Stopselhut mit niedrigem Gupf und leicht gebogener Krempe. Die Hutschnur besteht aus gehäkeltem Goldfaden, mehrfach geführt und die Enden zu Posamentenquasten ausgebildet. Die Unterseite der Krempe ist mit plissierter schwarzer Seide bezogen, die violetten Webkanten sind gegenüberliegend verarbeitet. Das Baumwollfutter ist vegetabil in Rottönen bedruckt. Es reicht bis auf halbe Höhe bis zum Schweißband. Die Unterkante ist mit gewebter Posamentenborte abgedeckt. Im Hutboden befindet sich das Etikett des Herstellers „Joh. Kohlndorfer, Miesbach“ mit der Druckgraphik eines Trachtenpaars in einem Fischerboot vor dem Gebirgspanorama. Die Familie Kohlndorfer führte seit 1826 die damals schon rund 200 Jahre alte Hutmacherei. Im 20. Jahrhundert blühte das Hutgewerbe förmlich auf, um in den 1960er und 1970er Jahren leider einzugehen.
Angaben zum Objekt
Typ
Hut
Abmessung/Umfang
12 x 28 Ø cm
Material/Technik
Obermaterial: Filz, Futter: Baumwolle, Auszier: Posamentenborte und Quasten
Identifikator
Inv.-Nrn. 00426 (Hut), 02559 (Matrize) und 02549 (Hutform)
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Johann Kohlndorfer (1827-1881) Altbestand
Zeit
Zwischen 1867 und 1881
Stopselhut
Nie ohne Hut!
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Spenzergwand
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Ein Spenzergewand war die typische Alltagskleidung der Landfrauen bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Gewand der Schneiderin Elisabeth Wanninger hat seine Bedeutung darin, dass diese es als junge Frau für sich selbst gefertigt und es es bis zu ihrem Lebensende getragen hat.
Das Spenzergwand ist ein einfarbig dunkelblaues, zweiteiliges Kleid. Das Oberteil und der Rock sind einzelne Stücke, sodass man beide Teile auch anderweitig kombinieren könnte. Außerdem ist es auch einfacher in der Reinigung und Aufbewahrung. Das Oberteil hat umlaufende Schössln an der Taille, welche den Übergang kaschieren. Auf der Brustseite ist eine Reihe von neun Knöpfen aus Perlmutt angebracht. Dabei wird immer ein Knopfloch ausgelassen. Der hochgeschlossene Kragen mit einem gerade hochstehenden Ende. Die gerade geschnittenen Ärmel haben Einschnitte an den Ärmelaufschlägen. Der Rock ist weit geschnitten, was eine bequeme Trageweise gewährleistet. Der Faltenwurf ist dadurch einfach gehalten. Deutlich abgesetzt vom unteren Saum ein Band von vier parallel verlaufenden schmalen Borten aus schwarzer Farbe, die fast durchlaufend aufgenäht sind. Ein Eingriff befindet sich seitlich. Ein Knopf am Saum in der Art der Silbermünzen. Die Schürze ist weiß und mit Spitzenrand, etwas unterhalb der Mitte als einzige farbige Zier ein gesticktes florales Muster in angedeutetem Jugendstil. Elisabeth Wanninger gehört zu einer langen Reihe von bedeutenden Schneiderinnen in unserer Gegend. Sie schufen und schaffen heute noch die für uns typischen Frauentrachten und sind daher das Rückgrat unserer Tracht. Ihr Wissen und Können bewahrt unser textiles Kulturerbe. Mit ihren männlichen Kollegen, welche auf dem Gebiet der Tracht allerdings vornehmlich als Säckler arbeiten, tragen sie zur Einmaligkeit unseres Kulturerbes bei.
Angaben zum Objekt
Typ
Bekleidung
Abmessung/Umfang
Oberteil: H 52 cm, B (Taille) 32,5 cm, Ärmel 50 cm; Rock: L 82 cm, B (Bund) 32 cm; Schürze: L 77 cm, B (Taille) 29 cm
Material/Technik
Leinen und Baumwolle
Identifikator
Inv.-Nrn. 02964.1-3
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Elisabeth Wanninger, geb. Kolmberger (1877-1971) Schenkung 2017
Zeit
Um 1900
Spenzergwand
Handgeschneiderte Qualität, ein Leben lang
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Lederhose, sog. Kurze
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Zur Miesbacher Männertracht gehört eine Lederhose, die sog. Kurze. Eines der ältesten erhaltenen Exemplare, welche bekannt sind, besitzt das Heimatmuseum. Sie stammt von einem Miesbacher Säckler und wurde noch vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs geschaffen.
Das im Museum erhaltene Exemplar besteht aus schwarzbraunem Leder mit grüner Stickerei. Sie ist von Hand genäht und bearbeitet. Der Bund ist auffallend hochgezogen; vorne zwei Eingrifftaschen mit Lederpatten. An der rechten Außennaht eine aufgesetzte Messertasche. Der breite Latz wird mit zwei Knöpfen an den Bund geknöpft. Vorne und hinten am Bund sind je zwei Knöpfe zur Befestigung der Hosenträger. Alle Knöpfe sind mit Lederbändern befestigt. Hinten wurde ein Keil eingesetzt, der mit Lederstreifen durch vier Ösen geführt zu verstellen ist. An den Hosenbeinen unten, an der Messertasche und am Latz Stickerei in Plattstich mit den Motiven Eichenblätter und Eichel. Die Hosenbeine sind an der Seite geschlitzt, mit Lederstreifen und je acht Ösen zu schließen. Die Lederhose ist ein getragenes Exemplar und dennoch in einem guten Erhaltungszustand. Deutlich zu erkennen sind die Ausbesserungen, welche über die Zeiten notwendig waren. Die Hose wurde also auch längere Zeit getragen.
Angaben zum Objekt
Typ
Bekleidung
Abmessung/Umfang
64 x 44 cm
Material/Technik
Obermaterial: Wildleder, Auszier: Stickerei aus grünem Seidenzwirn grün
Identifikator
Inv.-Nr. 00034
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vielleicht Thomas Dilger (1848-1909) oder Josef Baumann (1886-1961) Altbestand
Zeit
Um 1910
Ort
Miesbach
Lederhose, sog. Kurze
Exportschlager aus Miesbach
Informationen über die verwendeten Medien
Steinbeil
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das älteste Exponat des Heimatmuseums ist ein Steinbeil aus der Zeit des Spätneolithikums (Jungsteinzeit). Es weist damit ein Alter von über 5000 Jahren auf. Damals erscheint der Mensch erstmals in unserer Region. Wir sind hier in der Zeit eines „Ötzi“, der heute als berühmte Gletschermumie die Welt staunen lässt.
Das nur mäßig große Steinbeil besteht aus graugrünem Gestein. Auf allen Seiten ist es versintert; die Vorderseite scheint wegen einer vermuteten nachträglichen Reinigung dagegen sauberer als der Rest. Auffallend ist die Form eines Trapezes, bei der die Schmalseiten parallel liegen, die Längsseiten sich zu einem Ende hin verbreitern. In diese Richtung ist der Stein auch verdickt. Zur Benutzung hat man den Stein an einen Holzstab gebunden. Das Beil war zwischen 1947 und 1951 von einem Schüler im Ort Tegernsee, vermutlich im Alpbachtal, gefunden worden. 1951 kam das Steinbeil an das Heimatmuseum.
Angaben zum Objekt
Typ
Werkzeug
Abmessung/Umfang
5 x 2 x 8,4 cm
Material/Technik
Stein
Identifikator
Inv.-Nr. 00750
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung 1951
Zeit
Spätneolithikum (3500-2800 v. Chr.)
Ort
Fundort Tegernsee
Frühgeschichte
Dem frühen Gründungsdatum des Heimatmuseums (1906/07) verdankt das Haus eine eigene, kleine frühgeschichtliche Sammlung. Sie zeigt schlaglichtartig wichtige Etappen der älteren Siedlungsgeschichte.
Größere Fundmengen fehlen bis heute, da der Landkreis Miesbach archäologisch bisher vernachlässigt wurde.
Informationen über die verwendeten Medien
Steinbeil
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das älteste Exponat des Heimatmuseums ist ein Steinbeil aus der Zeit des Spätneolithikums (Jungsteinzeit). Es weist damit ein Alter von über 5000 Jahren auf. Damals erscheint der Mensch erstmals in unserer Region. Wir sind hier in der Zeit eines „Ötzi“, der heute als berühmte Gletschermumie die Welt staunen lässt.
Das nur mäßig große Steinbeil besteht aus graugrünem Gestein. Auf allen Seiten ist es versintert; die Vorderseite scheint wegen einer vermuteten nachträglichen Reinigung dagegen sauberer als der Rest. Auffallend ist die Form eines Trapezes, bei der die Schmalseiten parallel liegen, die Längsseiten sich zu einem Ende hin verbreitern. In diese Richtung ist der Stein auch verdickt. Zur Benutzung hat man den Stein an einen Holzstab gebunden. Das Beil war zwischen 1947 und 1951 von einem Schüler im Ort Tegernsee, vermutlich im Alpbachtal, gefunden worden. 1951 kam das Steinbeil an das Heimatmuseum.
Angaben zum Objekt
Typ
Werkzeug
Abmessung/Umfang
5 x 2 x 8,4 cm
Material/Technik
Stein
Identifikator
Inv.-Nr. 00750
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung 1951
Zeit
Spätneolithikum (3500-2800 v. Chr.)
Ort
Fundort Tegernsee
Steinbeil
Erste Spuren der Zivilisation in unserer Gegend
Informationen über die verwendeten Medien
Sesterz des Kaisers Hadrian
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
In der Römerzeit war unser Landkreis Teil der Provinz Raetia. Siedlungen muss es damals bereits im Bereich Weyarn und Valley gegeben haben. Nachweislich querte hier eine von Osten nach Westen führende Römerstraße.
Sesterz aus der Zeit des römischen Kaisers Hadrian (76-138), geprägt 134/138 n. Chr. in Rom. Auf der Vorderseite (r): Büste des Kaisers mit Lorbeer, nach rechts gewandt. Umschrift: „[HADRIAN]US AUG COS I [II PP]“. Rückseite (v): Die vollfigurige Darstellung der Göttin Fides, nach rechts gewandt, mit Ähren und Fruchtschale. Umschrift: [FIDES PUBLICA, S-C]. Die Münze ist nicht mehr ganz rund und zeigt deutliche Spuren der Alterung und Abnutzung. Ein Sesterz war eine Grundeinheit der römischen Währung. Man hat ermittelt, dass in der Provinz Raetien ein einfacher Legionär oder ein Handwerker im 1. Jahrhundert n. Chr. etwa einen Sesterz am Tag vediente. Bei Weyarn wurden mindestens noch zwei weitere römische Münzen gefunden, eine Münze des Augustus (reg. 27 v. Chr. bis 14 n. Chr.) und einen Dupondius des Hadrian (geprägt 117/122), beide sind aber seit längerer Zeit verschollen.
Angaben zum Objekt
Typ
Zahlungsmittel
Abmessung/Umfang
0,3 x 2,8-2,9 Ø cm
Material/Technik
Bronze
Identifikator
Inv.-Nr. 00760
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung nach 1909
Zeit
134/138 n. Chr.
Ort
Fundort Weyarn
Sesterz des Kaisers Hadrian
Tagessold eines römischen Legionärs
Informationen über die verwendeten Medien
Kette aus Glasperlen
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Ein Zeugnis für die Übergangszeit von Antike zum Mittelalter ist eine Kette aus Oberwarngau. Nach dem Ende der Römerherrschaft (um 470) bildete sich aus Römern, Kelten und zugewanderten Germanen der Stamm der Bajuwaren. Sie begründeten das 555 erstmals erwähnte Herzogtum Baiern.
Die Kette hat man bei archäologischen Grabungen in den Jahren 1931-35 auf dem heute gänzlich verschwundenen Kaiserbichl in der Nähe des Bahnhofs Oberwarngau gefunden. Man untersuchte damals ein Gräberfeld mit noch 239 erhaltenen Gräbern. Als Beigaben fanden sich hauptsächlich Waffen, aber auch Schmuck. Da sich die Stadt Miesbach an den Grabungen finanziell beteiligte, erhielt sie einige der Funde. Besonders schön ist dabei eine Halskette aus Glasperlen, unter Einbeziehung einer älteren Bronzespirale. Die Perlen bestehen aus verschiedenfarbigem Glas; ein moderner Bindfaden hält die Teile. Erhalten sind von ursprünglich 42 noch 39 Glasperlen – drei Perlen sind offenbar schon im Laufe der Grabungen verloren gegangen. Die einzelnen Perlen sind teilweise einfarbig, teilweise mehrfarbig. So finden sich 12 rote bzw. rotbraune, 11 gelbe, acht mehrfarbige, sechs blaugrüne sowie je eine orange und eine weißgraue Perle. Die Größen variieren dabei zwischen 0,3 und 0,8 cm Durchmesser, die Form von rund bis röhrenartig. Die nur 1 cm lange Bronzespirale stammt aus einem anderen Zusammenhang und wurde im Frühmittelalter in die Kette aufgenommen. Man nimmt an, dass sie bereits aus der Keltenzeit stammt. Die Kette hat man in Grab 18 der Reihengräber auf dem sog. Kaiserbichl bei Oberwarngau gefunden.
Angaben zum Objekt
Typ
Schmuck
Abmessung/Umfang
32 x 0,8 Ø cm
Material/Technik
Glas, Bronze und Faden
Identifikator
Inv.-Nr. 00787
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung 1935
Zeit
Vielleicht 1. Jahrhundert v. Chr. sowie 6. / 7. Jahrhundert
Ort
Fundort Oberwarngau
Kette aus Glasperlen
Künstlerischer Gruß aus der Völkerwanderungszeit
Informationen über die verwendeten Medien
Lanzenspitze
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
An die Frühzeit der Bajuwaren erinnert die Lanzenspitze aus der Zeit um 600. Im Schlierachtal kann für diese Zeit noch keine Ansiedlung nachgewiesen werden. Möglich wäre am ehesten ein Wohnplatz von Angehörigen der sogenannten Reströmer oder Welschen, wie man die nach dem Ende der Römerherrschaft vor Ort gebliebenen Bevölkerungsgruppen nannte. In den unruhigen Jahren der Völkerwanderung siedelten sie bevorzugt in geschützteren Lagen.
Die eiserne Lanzenspitze hat ein 4 cm breites und 13 cm langes federförmiges Blatt. Unterhalb des Blattansatzes ist relativ schwach eine umlaufende Doppelzickzacklinie eingraviert. Die Tülle verengt sich konisch in Richtung Blatt. In der Tülle steckt noch ein Rest des Holzschaftes, der ganz offensichtlich abgebrochen wurde. Interessant wäre eine dendrochronologische Untersuchung des Holzes. Die Lanzenspitze war zu einem unbekannten Zeitpunkt vor 1914 auf Höhe der Schützenstraße in Miesbach am Schlierachufer, etwa 750 Meter nordnordwestlich des Bahnhofs, gefunden worden. Der Fundort legt nahe, dass die Lanzenspitze durch den Fluss angespült worden sein kann.
Angaben zum Objekt
Typ
Waffe
Abmessung/Umfang
4 x 3,4 x 30 cm
Material/Technik
Eisen und Holz
Identifikator
Inv.-Nr. 00808
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung um 1914
Zeit
Um 600
Ort
Fundort Miesbach
Lanzenspitze
Wehrhaft in unruhigen Zeiten
Hohenwaldeck
Miesbach war Hauptort der reichsfreien Grafschaft Hohenwaldeck (bis 1637 Herrschaft Waldeck).
Bis 1312 war dieses Gebiet im Besitz der Bischöfe von Freising gewesen.
Nach dem Aussterben der Maxlrainer im Jahre 1734 fiel Hohenwaldeck an Bayern. Erst 1803 wurde das Gebiet ganz in den bayerischen Staat integriert.
Informationen über die verwendeten Medien
Stifterschild des Bruderhauses
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das 1552 gegründete Bruderhaus ist die älteste noch bestehende Sozialeinrichtung des Landkreises. Es wurde von Wolfgang von Maxlrain und seiner Gemahlin Anna, geb. von Frundsberg gestiftet. Es besteht heute als AWO-Seniorenzentrum Inge-Gabert-Haus weiter. Im Stadtarchiv befindet sich noch die Stiftungsurkunde.
Stifterschild aus Blech mit einem großen Wappen und darunter in einem querovalen Feld eine Inschrift. Das große Wappenfeld ist von einem goldenen Blattwerk umgeben. Darüber ein Kurhut in weiß und rot mit Kreuz darüber. Das Wappen ist viergeteilt und zeigt in den oberen Feldern heraldisch rechts die bayerischen Rauten, daneben einen stehenden Löwen auf schwarzem Grund (Pfälzer Löwe). Ungewöhnlich sind die beiden unteren Felder: Hier sind die Wappen des Stifterpaares inklusive Helmzier eingefügt. Heraldisch rechts das Wappen der Herren von Maxlrain als Inhaber der Herrschaft Waldeck, links das Wappen der Frundsberger. Ein geschweiftes Herzschild zeigt wiederum den goldenen Reichsapfel als Zeichen der bayerischen Kurwürde, auf rotem Grund. Die Inschrift besagt: „Ihro gnaden Herr Herr Wolfgang V. Mäxlrain, Freyherr zu Hochen Waldeck etc. und dessen frau Frau Gemahlin Anna V. Freindsperg Erbfrau der grafschaft Mindelheim Stüfteten des spitall gschwendt 1552.“ Links unten A.K.P., rechts unten S.P.M., wofür bisher keine Auflösung gefunden wurde. Einige Merkmale deuten darauf hin, dass das Wappen deutlich nach 1552 entstanden sein muss: So zeigt das Wappen eine Kombination mit dem kurbayerischen Wappen (siehe Kurhut und Reichsapfel). Bayern wurde erst im Jahre 1623 Kurfürstentum. Zudem gehörte Miesbach bis 1734 nicht zu Bayern, eine Verwendung von Motiven des bayerischen Wappens sind daher gerade für die auf ihre Unabhängigkeit stolzen Maxlrainer nicht erklärbar. Außerdem wird in der Inschrift der Stifter als Freiherr von Hohenwaldeck bezeichnet. Der Name Hohenwaldeck ist für das Herrschaftsgebiet allerdings erst ab 1637 mit der Erhebung zur Reichsgrafschaft bezeugt. Ebenfalls die Bezeichnung der Stifterin als Erbfrau der Grafschaft Mindelheim ist für 1552 fraglich, da die Erbstreitigkeiten erst nach dem Tode von Georg II. Frundsberg im Jahre 1586 ihren Anfang nahmen. Das Stifterschild wird erstmals in der Miesbacher Chronik des Joseph von Obernberg aus dem Jahre 1831 erwähnt. Er sagt hier, dass sie in der Kapelle des Gottesackers aufbewahrt würde. Wann diese Kapelle entstand ist ungewiss, wir wissen aber, dass 1735 die Witwe des letzten Miesbacher Pflegers der Maxlrainer Johann Franz Weinzierl, Ottilia Christiana Weinzierl, einen Neubau veranlasste. Möglich wäre, dass die Witwe diese Tafel als Erinnerungsmal für die ehemalige Herrscherfamilie der Grafschaft Hohenwaldeck anfertigen ließ. Damit könnte sie diesen für das langjährige Dienstverhältnis gedankt haben und indirekt ihrem verstorbenen Mann eine Ehre erwiesen haben.
Angaben zum Objekt
Typ
Wappen
Abmessung/Umfang
55 x 44 cm
Material/Technik
Eisenblech, bemalt
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00354
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
Vielleicht 1735
Ort
Miesbach
Informationen über die verwendeten Medien
Altarvase
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Holzvase stand vermutlich in Zusammenhang mit der Gruft der Maxlrainer in der Stadtpfarrkirche in Miesbach. Sie wäre damit ein Gedenken an das bis 1734 in Miesbach herrschende Adelsgeschlecht.
Die Vase in hochbarocker Manier geziert und geschnitzt. Sie ist nur auf eine Schauseite hin ausgerichtet: Hier reiche, schwere Blattornamentik, vom Fuß über den nach oben breiter werdenden Corpus bis zum schmalen Hals, ebenso an den beiden seitlichen Griffen, diese filigran. Die Grundfarbe grün, die Zierelemente vergoldet. Auf dem Bauch der Vase vorne, an einem kleinen Nagel hängend, in einer aufwendigen geschnitzten, vergoldeten und bekrönten Kartusche auf rotem Grund das Marienmonogramm. An den Oberseiten der Griffe Puttenköpfe. Die Rückseite einheitlich in einem matteren Grün und nur die Grundform der Vase ausgebildet. Der drehbare Aufsatz steckt in einem Loch im Hals der Vase. Er ist tropfenförmig geschnitzt und flach. Auf beiden Seiten ist der Aufsatz bemalt: Auf einer Seite ein Blumenbouquet auf dunklem Grund. Auf der anderen Seite ein Totenkopf mit gekreuzten Knochen auf einem hellbraunen Grund, dahinter schwarz und darüber ein weißes Tatzenkreuz. Auf einem helleren Schriftband unter dem Totenkopf in schwarz: „Heint an mir“ (Heute an mir). Dieser Sinnspruch zierte die 1783 beim Stadtbrand zerstörte Grabplatte über der Maxlrainergruft in der Stadtpfarrkirche. Eine Zeichnung im 1713 von Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck in Auftrag gegebenen Grabsteinbuch zeigt dies noch heute. Dass diese Vase nun mit demselben Spruch geziert ist, könnte einen Zusammenhang zur Gruft herstellen. Die Blumen auf der anderen Seite waren in älterer Zeit Blumen ebenfalls ein Vanitassymbol.
Angaben zum Objekt
Typ
Skulptur
Abmessung/Umfang
83 x 38 x 22 cm
Material/Technik
Holz, bemalt und vergoldet
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00354
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
1. Hälfte 18. Jahrhundert
Altarvase
Totengedenken in barocker Pracht
Informationen über die verwendeten Medien
Stifterschild des Bruderhauses
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das 1552 gegründete Bruderhaus ist die älteste noch bestehende Sozialeinrichtung des Landkreises. Es wurde von Wolfgang von Maxlrain und seiner Gemahlin Anna, geb. von Frundsberg gestiftet. Es besteht heute als AWO-Seniorenzentrum Inge-Gabert-Haus weiter. Im Stadtarchiv befindet sich noch die Stiftungsurkunde.
Stifterschild aus Blech mit einem großen Wappen und darunter in einem querovalen Feld eine Inschrift. Das große Wappenfeld ist von einem goldenen Blattwerk umgeben. Darüber ein Kurhut in weiß und rot mit Kreuz darüber. Das Wappen ist viergeteilt und zeigt in den oberen Feldern heraldisch rechts die bayerischen Rauten, daneben einen stehenden Löwen auf schwarzem Grund (Pfälzer Löwe). Ungewöhnlich sind die beiden unteren Felder: Hier sind die Wappen des Stifterpaares inklusive Helmzier eingefügt. Heraldisch rechts das Wappen der Herren von Maxlrain als Inhaber der Herrschaft Waldeck, links das Wappen der Frundsberger. Ein geschweiftes Herzschild zeigt wiederum den goldenen Reichsapfel als Zeichen der bayerischen Kurwürde, auf rotem Grund. Die Inschrift besagt: „Ihro gnaden Herr Herr Wolfgang V. Mäxlrain, Freyherr zu Hochen Waldeck etc. und dessen frau Frau Gemahlin Anna V. Freindsperg Erbfrau der grafschaft Mindelheim Stüfteten des spitall gschwendt 1552.“ Links unten A.K.P., rechts unten S.P.M., wofür bisher keine Auflösung gefunden wurde. Einige Merkmale deuten darauf hin, dass das Wappen deutlich nach 1552 entstanden sein muss: So zeigt das Wappen eine Kombination mit dem kurbayerischen Wappen (siehe Kurhut und Reichsapfel). Bayern wurde erst im Jahre 1623 Kurfürstentum. Zudem gehörte Miesbach bis 1734 nicht zu Bayern, eine Verwendung von Motiven des bayerischen Wappens sind daher gerade für die auf ihre Unabhängigkeit stolzen Maxlrainer nicht erklärbar. Außerdem wird in der Inschrift der Stifter als Freiherr von Hohenwaldeck bezeichnet. Der Name Hohenwaldeck ist für das Herrschaftsgebiet allerdings erst ab 1637 mit der Erhebung zur Reichsgrafschaft bezeugt. Ebenfalls die Bezeichnung der Stifterin als Erbfrau der Grafschaft Mindelheim ist für 1552 fraglich, da die Erbstreitigkeiten erst nach dem Tode von Georg II. Frundsberg im Jahre 1586 ihren Anfang nahmen. Das Stifterschild wird erstmals in der Miesbacher Chronik des Joseph von Obernberg aus dem Jahre 1831 erwähnt. Er sagt hier, dass sie in der Kapelle des Gottesackers aufbewahrt würde. Wann diese Kapelle entstand ist ungewiss, wir wissen aber, dass 1735 die Witwe des letzten Miesbacher Pflegers der Maxlrainer Johann Franz Weinzierl, Ottilia Christiana Weinzierl, einen Neubau veranlasste. Möglich wäre, dass die Witwe diese Tafel als Erinnerungsmal für die ehemalige Herrscherfamilie der Grafschaft Hohenwaldeck anfertigen ließ. Damit könnte sie diesen für das langjährige Dienstverhältnis gedankt haben und indirekt ihrem verstorbenen Mann eine Ehre erwiesen haben.
Angaben zum Objekt
Typ
Wappen
Abmessung/Umfang
55 x 44 cm
Material/Technik
Eisenblech, bemalt
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00354
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
Vielleicht 1735
Ort
Miesbach
Stifterschild des Bruderhauses
Soziales Engagement das noch heute fortwährt
Informationen über die verwendeten Medien
Wolf Wilhelm v. Maxlrain Freyherr Zu Waldeck
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Porträt des Wolf Wilhelm von Maxlrain ist das einzige in städtischem Besitz befindliche Gemälde eines Inhabers der reichsunmittelbaren Herrschaft Waldeck (Grafschaft Hohenwaldeck). Es ist ein Zeugnis aus der für Miesbach so wichtigen Zeit der Reformation und Gegenreformation.
Fast überlebensgroßes, halbfiguriges Porträt des Wolf Wilhelm von Maxlrain, Freiherr zu Waldeck. Der Dargestellte in frontaler Haltung zum Betrachter. Weißes Haar und Bart, der Schnurrbart und der Kinnbart länger. Auffallend die rötlichen Lippen. Ruhiger Blick und trotz des Alters keine sichtbaren Falten. Er trägt eine hohe schwarze Haube und ein schwarzes Gewand, das nur an den Ärmeln mit weißer Spitze abgesetzt ist. Der schwarze Umhang ist eine Schaube mit hellbraunem gefleckten Pelzbesatz. Um den Hals eine zeittypische große weiße Halskrause mit Spitzenbesatz. Die Kleidung erinnert an die spanische Hoftracht. Umgehängt hat Wolf Wilhelm eine lange goldene Kette mit einem halbrunden Haken und einem silbernen Griffstück (Ohrenkratzer). Hier die linke Hand sichtbar, die in eleganter Fingerhaltung zwei Nelken trägt. Nelken waren lange Zeit das Symbol für die Liebe. Wolf Wilhelm erinnert wohl damit an seine Ehe mit Johanna Perner zu Guetteroth. Diese war vor ihrer Ehe Hofdame am herzoglichen Hof in München gewesen, die Ehe hatte Herzog Albrecht V. von Bayern gestiftet. Rechts oben die Beschriftung: „Wolf Wilhelm V. Maxlrain Freyherr Zu Waldeck etc.“ Das Gemälde in einem vergoldeten geschnitzten Rahmen, dessen Ecken mit Kartuschen belebt. Der Rahmen ist nicht zeitgenössisch. Das Gemälde hing schon im Sitzungssaal des 1856/57 eingerichteten Alten Gemeindehauses. Nachfolgend hing es im 1880 eingeweihten Rathaus.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
114 x 103 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00126
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
1586/95
Ort
Miesbach
Wolf Wilhelm v. Maxlrain Freyherr Zu Waldeck
Einziger seiner Art und Zeuge von Reformation und Gegenreformation
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Schloß Wallenburg
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Gesamtansicht von Schloss Wallenburg von Osten. Der Kupferstecher Michael Wening stellt das Residenzschloss der Grafschaft Hohenwaldeck auf dem Höhepunkt seiner Geschichte und baulichen Entwicklung dar.
Das Schloss war die Residenz der reichsfreien Grafen von Hohenwaldeck aus dem Hause Maxlrain. Im Jahr der Entstehung des Blattes war dies Johann Veit, der das Schloss in den barocken Zustand hatte versetzt lassen. Alles wird geordnet und an geometrischen Formen ausgerichtet: Aus der alten Burg ist ein Palast mit regelmäßigen Flügeln geworden. Der Park ist geometrisch angelegt, auch die Nebengebäude und Wege folgen diesem Muster. Dagegen steht kontrastreich die unbändige Natur, die sich im Hintergrund ausbreitet. So hebt sich das von herrschaftlicher Hand geordnete Schlossareal von der wilden Umgebung ab – in Nachahmung des großen Vorbildes Versailles, das König Ludwig XIV. von Frankreich in eine Wildnis hineinsetzte. Wie stolz Graf Johann Veit auf sein Lebenswerk gewesen war, lässt sich erahnen, wenn man daran denkt, dass Michael Wening ein Doppelblatt für diese Darstellung wählte. Diese größte Motivgröße wählte er nur dort, wo Wening von den Gastgebern entsprechend großzügige Aufnahme fand. Dass Wening auch seine Ansicht des Marktes Miesbach in dieser Größe wählte, unterstreicht dies noch einmal. Einzelne Details des Kupferstichs sind von Bedeutung: So ist links neben dem barocken Garten der damalige Hauptzugang zu erkennen. Seine Fortsetzung fand er in der Allee, welche noch heute Wallenburg mit Miesbach verbindet. Bei den Nebengebäuden fällt der große Stall auf, der sich noch heute findet. Oberhalb davon sind kleinere Nebengebäude zu sehen; eines davon ist die Schlossbrauerei. Zuletzt sei noch auf die Hirschen im Halsgraben hingewiesen. Hier dürfte der in Urkunden erwähnte „Thiergarten“ gemeint sein.
Angaben zum Objekt
Typ
Grafik
Abmessung/Umfang
26 x 67 cm
Material/Technik
Kupferstich
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00558
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Michael Wening (1641-1718) Leihgabe
Zeit
1701
Schloß Wallenburg
Eine prachtvolle Residenz vor den Toren Miesbachs
Informationen über die verwendeten Medien
Modell von Schloss Wallenburg
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Nach dem Vorbild des Kupferstichs von Michael Wening aus dem Jahr 1701 hat Reinhold Zellner 1922 im Auftrag des Vereins „Historisches Bezirksmuseum“ ein Modell von Schloss Wallenburg geschaffen. Damit kann sich der Betrachter noch intensiver in die Darstellung hineinversetzen. Zellner wurde später berühmt für seine Krippen und Dioramen.
Das Schlossmodell folgt weitgehend dem des Wening-Stichs, sodass eine grundsätzliche Beschreibung dort zu finden ist. Allerdings finden sich Abweichungen zur Vorlage: So hat man im Schlosspark den zentralen Pavillon weggelassen. Auch fehlen die Staffagefiguren und –tiere. Die Entfernungen zwischen den Gebäuden sind offenbar ebenfalls nicht maßstabsgetreu. Dem ungeachtet ist es Zeller gelungen, Schloss Wallenburg in seiner barocken Pracht fast greifbar zu machen. Was Wening in seinem Stich naturgemäß nur zweidimensional zeigen kann, wird hier lebendig.
Angaben zum Objekt
Typ
Modell
Abmessung/Umfang
35 x 95 x 101,5 cm
Material/Technik
Gefasstes Holz, Metall und Papier
Identifikator
Inv.-Nr. 02031
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Reinhold Zellner (1903-1990) Auftragsarbeit
Zeit
1922
Ort
Miesbach
Modell von Schloss Wallenburg
Ein Bild dreidimensional umgesetzt
Informationen über die verwendeten Medien
Krug mit Wappen Kaiser Karls VII.
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Wappen auf dem Krug erzählt uns vom politisch ambitionierten Kurfürsten Karl Albrecht von Bayern (1697-1745). Für Miesbach ist der Fürst bedeutsam, da er 1734 die Grafschaft Hohenwaldeck erbte, nachdem die Maxlrainer im Mannesstamm ausgestorben waren. Auf der Ebene europäischer Politik strebte er nach Bedeutungszuwachs. Er erlangte 1741 kurzzeitig die Würde eines Königs von Böhmen und wurde 1742 als Karl VII. zum Kaiser gekrönt.
Der Krug besteht aus Weißglas, ist mit einer Gravur geziert und durch einen Zinndeckel geschützt. Die Gravur zeigt das Wappen Karl Albrechts von Bayern zum Zeitpunkt nach Erhalt der böhmischen Königswürde und noch in Erwartung der Kaiserkrone. Man sieht den das Reich symbolisierenden Doppeladler, der in seinen Fängen links ein Schwert und rechts ein Zepter hält. Das Brustschild zeigt das vereinfachte Rautenwappen der Wittelsbacher, darauf das Herzschild mit Reichsapfel, welcher die bayerische Kurwürde symbolisierte. Über dem Doppeladler schwebt die Krone des Königreichs Böhmen, die Wenzelskrone mit ihren lilenförmigen Zacken. Rechts und links des Adlers je ein Palmwedel. Der Zinndeckel weist leichte Profilierungen auf, seine Daumenrast des Deckels ist eichelförmig. Oben auf dem Deckel ist ein siegelartiges Medaillon eingelassen. Dessen Umschrift lautet: „SANCT: PETRUS.“ Man sieht zentral den Hl. Petrus, links im Hintergrund ein Andreaskreuz, rechts ein quadratischer Felsblock. Das Andreaskreuz ist sicher fälschlich hier angebracht, denn Petrus wurde an einem auf dem Kopf stehenden Kreuz getötet. Der Felsblock dürfte an die Worte Jesu erinnern: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“. Das Wappen ist recht eigentümlich, da es weder ein reines Kaiserwappen, noch ein reines Wappen eines böhmischen Königs darstellt. Es fehlen aus beiden Bereichen Elemente, so etwa der Reichsapfel oder der böhmische Löwe. Die Füllmenge von 0,48 l entspricht dem eines Seidels nach dem damals üblichen böhmischen Maß für Wein oder Bier. Das entsprechende bayerische Seidel hätte etwas mehr Inhalt. Der Krug ist Teil der Sammlung von Gläsern und Krügen. Hier gehört er zu den bemerkenswertesten und ältesten Stücken.
Angaben zum Objekt
Typ
Glas
Abmessung/Umfang
17 x 12,3 x 9,5 cm
Material/Technik
Glas und Zinn
Identifikator
Inv.-Nr. 00452
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
1741/42
Ort
Böhmen oder Fichtelgebirge
Krug mit Wappen Kaiser Karls VII.
Informationen über die verwendeten Medien
Maria Monika und Johann Michael Huber
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Lebensgroße Halbporträts des Ehepaars Johann Michael Huber (um 1742-1809) und seiner Frau Maria Monika, geb. Kaufmann, verw. Mitterhover (um 1745-1814). Der Ehemann war letzter kurfürstlicher Sequestrationsrichter (Zwangsverwalter) zu Wallenburg. Das Ehepaar setht für den Übergang nach dem Aussterben der Maxlrainer 1734 und der Etablierung der bayerischen Herrschaft. Die Bildnisse des Ehepaars Huber zeigen außerdem das in der Zeit der Aufklärung aufstrebende Bürgertum, noch angelehnt an gleichzeitige Bildnisse von Adeligen.
Das Ehepaar Huber wird in seinen Porträts aufeinander abgestimmt dargestellt. Beide sind leicht zueinander gewandt und blicken doch den Betrachter direkt an. Frau Huber trägt ein ausgesprochen feines, fast höfisches Kleid der Zeit, das von einigem Wohlstand zeugt. Unter dem Kleid feine Spitzen, die um den Ausschnitt und besonders an den Ärmeln hervortreten. An der Taille rechts ein großes, fein gearbeitetes goldenes Medaillon. Um den Hals eine sechsreihige enge Perlenkette, hinten eine weiße Schleife. An den Ohren große Ohrringe, auf dem Kopf trägt sie eine weißgepuderte Perücke und darauf eine Haube. Die Arme angewinkelt und rechts vor der Brust einen eingeklappten Fächer haltend. Die geröteten Wangen könnten darauf hindeuten, dass Frau Huber zum Zeitpunkt der Darstellung vermutlich mit dem Sohn Nikolaus schwanger war. Herr Huber trägt ebenso eine sehr feine Kleidung mit einem blassvioletten Rock, darunter eine zarthellgrüne Weste. Huber hat seine Rechte in die Weste eingesteckt, eine Geste die man später Kaiser Napoleon I. zuordnen sollte. Auf dem Kopf eine weißgepuderte Perücke, hinten mit schwarzer Schleife, seitlich aufgerollte Locken. Unter seinem linken Arm hält Huber einen schwarzen Dreispitz. Die feinen Portraits gehörten zu einem umfangreicheren Bestand von Familienbildern. Der Sohn der beiden, Nikolaus Severin Huber, hatte 1812 über Vermittlung des Vaters Schloss Wallenburg als privaten Besitz erhalten. Dessen einzige Tochter Monika heiratete 1837 den Apotheker Max Kuttner. Dieser war zugleich Marktvorstand (Bürgermeister) von Miesbach.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
Je 101,5 x 85 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Identifikator
Inv.-Nrn. 01321 und 01322
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Andreas Hölzl (1723-1806) Schenkung 1974
Zeit
1782
Maria Monika und Johann Michael Huber
Aufstieg des Bürgertums
Informationen über die verwendeten Medien
Modell der Portiunkulakirche
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Portiunkulakirche entstand 1659 als Stiftung der Maxlrainer. Sie ist damit im Stadtbild eines der auffälligsten Zeugnisse, die uns an die Grafschaft Hohenwaldeck erinnern. Das reizende Modell ist zudem ein Erinnerungsstück an das daneben von den Armen Schulschwestern 1865-2005 unterhaltene Kloster, da diese das Modell anfertigten.
Das Modell befindet sich auf einer Art dreieckigen hölzernen Grundplatte. Das Gelände fällt auf zwei Seiten ab. Der Turm steht an der Ostseite der Kirche. An ihm ein südlicher Vorbau, der den Eingang zu Turm und Sakristei aufnimmt. Auf der Ostseite ein Corpus Christi mit Bedachung angebracht. Die obersten beiden Geschosse des Turmes mit kräftigem, fast übertriebenem Sims. Dazwischen auf der Ostseite ein Ziffernblatt aus Papier (nur teilweise erhalten) über Metallplatte mit Metallzeigern und einem Zahnrad. Der Turm auf allen Seiten mit kleinen Fenstern, weitgehend dem Original folgend. Die Turmspitze steht leicht über und ist abnehmbar. Daran hängt an einem Draht ein kleines Glöckchen, daran ein Bindfaden zum Ziehen der Glocke. Westlich an den Turm anschließend das Oktogon der Kirche mit dem Kuppeldach und Laterne. Es zeigt sich im Zustand wie er bis 1937 bestand: Auf den sechs freien Seiten des Oktogons hohe rundbogige Fenster, wobei am Original die Fenster auch unten rundbogig geschlossen waren. An der Süd- und der gegenüberliegenden Nordseite die älteren, heute in den westlichen Anbau verlegten Eingänge zur Kirche. Das Innere insgesamt hohl bis in die Laterne. Hier fehlen aber die nach außen geöffneten Fenster des Originals. Nach Westen schließt der 1901 erstellte Anbau die Kirche ab. Auf der Nordseite schon ein Eingang, der heutige Haupteingang auf der Südseite kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg hinzu. Das Gelände um die Kirche mit Moos und Zäunen gestaltet. Dabei die originale Wegestruktur nachgeahmt.
Angaben zum Objekt
Typ
Modell
Abmessung/Umfang
35,8 x 29 x 29 cm
Material/Technik
Bemaltes Holz, Moos, Metalle, Spiegelglas, Bindfaden und Papier
Identifikator
Inv.-Nr. 02029
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Arme Schulschwestern in Miesbach Schenkung 1982
Zeit
1901/37
Ort
Miesbach
Modell der Portiunkulakirche
Reizendes Gedächtnis an die Grafschaft Hohenwaldeck
Informationen über die verwendeten Medien
Wallenburger Stier Mobsl
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Bild des Stiers mit dem Namen Mobsl ist eines der bekanntesten Exponate des Heimatmuseums. Da man den Stier keiner zeitgenössischen Rinderrasse zuordnen kann, wird vermutet, dass er abnorme Verwachsungen hatte. Gerade Sonderexemplare wurden in Tierbildern gerne verewigt. In dieser Form ist Mobsl also einzigartig.
Ganzfigurige Darstellung eines Stiers in Seitenansicht, der seinen Kopf dem Betrachter zuwendet. Er hat einen massigen Körper und Kopf, dieser mit zwei großen schwarzen Hörnern. Das Fell ist hellbraun mit weißen Schattierungen. Auffallend sind die großen klauenartigen Hufe, die sehr urtümlich wirken. Hinter dem Stier öffnet sich der Blick in eine Landschaft, die von Bergen begrenzt wird. Rechts ein wild wachsender Laubbaum. Die Szenerie wird durch einen Himmel in Abendstimmung hinterfangen. Unten auf schwarzem Band: „Dergleichen Stier der sogenante Mobsl ist gestanden in dem Hochgräfflichen Mayrhoff zu Wallenburg ist alt worden 17 Jahr“. Mit dem Mayrhoff wird die Landwirtschaft gemeint, auch als Meierei benannt. Die Viehzucht hat im Schlossgut Wallenburg eine alte Tradition, welche noch heute fortgefürt wird. Wallenburg gehört dabei in seiner Verbindung mit dem Herrschaftssitz zu den größten Betrieben der Gegend.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
45 x 53,5 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00039
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
1700/04
Viehzucht
Miesbach ist Heimat des weltweit ältesten Zuchtverbands, gegründet 1892.
Viehzucht ist wohl seit den Anfängen unserer Stadt durchgehend bis heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Die planmäßige Zucht des Miesbacher Alpenfleckviehs begann mit Max Obermayr vor fast 200 Jahren.
Die Erfolgsgeschichte des Miesbacher Zuchtverbandes zeigt sich im Export ihrer Zuchterfolge in alle Welt.
Informationen über die verwendeten Medien
Wallenburger Stier Mobsl
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Bild des Stiers mit dem Namen Mobsl ist eines der bekanntesten Exponate des Heimatmuseums. Da man den Stier keiner zeitgenössischen Rinderrasse zuordnen kann, wird vermutet, dass er abnorme Verwachsungen hatte. Gerade Sonderexemplare wurden in Tierbildern gerne verewigt. In dieser Form ist Mobsl also einzigartig.
Ganzfigurige Darstellung eines Stiers in Seitenansicht, der seinen Kopf dem Betrachter zuwendet. Er hat einen massigen Körper und Kopf, dieser mit zwei großen schwarzen Hörnern. Das Fell ist hellbraun mit weißen Schattierungen. Auffallend sind die großen klauenartigen Hufe, die sehr urtümlich wirken. Hinter dem Stier öffnet sich der Blick in eine Landschaft, die von Bergen begrenzt wird. Rechts ein wild wachsender Laubbaum. Die Szenerie wird durch einen Himmel in Abendstimmung hinterfangen. Unten auf schwarzem Band: „Dergleichen Stier der sogenante Mobsl ist gestanden in dem Hochgräfflichen Mayrhoff zu Wallenburg ist alt worden 17 Jahr“. Mit dem Mayrhoff wird die Landwirtschaft gemeint, auch als Meierei benannt. Die Viehzucht hat im Schlossgut Wallenburg eine alte Tradition, welche noch heute fortgefürt wird. Wallenburg gehört dabei in seiner Verbindung mit dem Herrschaftssitz zu den größten Betrieben der Gegend.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
45 x 53,5 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00039
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
1700/04
Mobsl
Urviech und Model
Informationen über die verwendeten Medien
Wallenburger Ross Boll
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Gemälde des Boll ist – im Gegensatz zum Bild des Mobsl – von größerer Qualität. Dies verweist auf den höheren Stellenwert der Pferde in der damaligen Zeit. Pferdebilder finden sich deutlich häufiger, ihre Zucht hatte auch eine höhere Bedeutung für seine Besitzer.
Ganzfigurige Darstellung eines Hengstes in Seitenansicht. Der Kopf leicht zum Betrachter gewendet. Der linke Vorderlauf und der rechte Hinterlauf sind angehoben. Auffallend der starke Hals und die sog. Rammnase. Die Farbe ist braun, die Mähne und der Schweif schwarz, letzterer sehr buschig. Die Hinterläufe haben weiße Schuhe. Auf der Stirn ein kleiner weißer Fleck. Das Ross steht auf einer Art hellbraunem Podest vor einem grünen Hintergrund. Rechts oben die Beschriftung: „Boll. Aus den wallenburgischen gestyett. Ao: 1704.“ Das Wallenburger Gestüt ist zwar kaum dokumentiert, aber in Verbindung zum Herrschaftssitz der Maxlrainer und zuvor der Waldecker sicher schon auf das Mittelalter zurückzuführen. Beide Geschlechter rühmten sich als erfolgreiche Turnierritter, woran westlich von Wallenburg noch die Flur „Turnierplatz“ erinnert. Pferde gehörten demnach zum stolzesten Besitz eines hohen Adeligen.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
42,5 x 55,5 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00040
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
1704
Wallenburger Ross Boll
Elegant und auf den Podest gehoben
Informationen über die verwendeten Medien
Rückwand eines Leonhardi-Truhenwagens
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Verehrung des Heiligen Leonhard hat bis heute für die Viehzucht in unserer Region eine große Bedeutung. Die Miesbacher Bauern beteiligen sich dabei bei verschiedenen Leonhardifahrten in der Gegend, wie etwa in Reichersdorf, Hundham oder Fischhausen. In Truhenwägen sitzend fahren dabei die Teilnehmer zu Gottesdienst und Segnung.
Die schön bemalte Rückwand eines Truhenwagens hat Joseph Kistler, Bauer von Puchberg, gestiftet. Die Wand hat die Form eines nach unten verjüngten Trapezes und endet oben mit drei Ausbuchtungen, deren mittlere von einer flachen Kugel gekrönt ist. Auf der Schauseite eine barocke Bemalung: Dargestellt ist Maria mit Kind, begleitet von zwei Engeln. Die Muttergottes und das Jesuskind tragen jeweils ein rotes, langes Gewand mit weißem Spitzenbesatz an den Ärmeln und den hochgeschlossenen Krägen. Die Muttergottes trägt zudem einen bodenlangen blauen Schleier. Beide haben goldene Kronen auf dem Kopf. Maria hält in ihrer Linken blaue Weintrauben (als Zeichen der Erlösung). Ihr Sohn sitzt auf ihrem rechten, nicht sichtbaren Arm. Er hat seine Linke zum Segensgestus erhoben während er in seiner Rechten die Weltkugel hält. Den Kopf Mariens umgibt ein Sternenkranz, die ganze Figur erscheint zudem in einer Gloriole, während Jesus seltsamerweise keinen Heiligenschein besitzt. Links und rechts schweben fast nackte Engel neben dem Paar. Mit einer Hand halten sie jeweils den Schleier Mariens. Der linke Engel hält Lilien in seiner Rechten. Der rechte Engel hält Rosen in seiner Linken. Beide Blumenarten sind Zeichen für Maria. Am oberen Rand Blumengirlanden mit roten Blüten. Dazwischen in schwarz drei Beschriftungen: Oben: „Dise Lienhartsdruch hat der Ehrbare Gaberel Lechner gemacht Zimmer Pallier Von bercher Ursula desen Ehweib“, links: „Dise Lienhartsdruch hat machen Lassen der Ehrbare Joseph Kistler Paur von Puechperg so geschehen Anno 1760“, sowie rechts: „Dise Lienhartsdruch hab ich gemalt Joseph Wengg von Miespach gebirdig“. Auf der Rückseite ist die oberste Zone ebenfalls bemalt: Hier erkennt man einen Ausblick in teils schroffes Gebirge, rechts vielleicht mit Andeutung eines Sonnenauf- oder -untergangs. Am linken Rand eine Bauersfrau mit schwarzen Halbschuhen, weißen Strümpfen, einem wohl dunkelblauen Rock und dunkelblau-rotem Mieder mit weißen Geschnür. Darunter eine weiße Bluse mit langen Ärmeln und einen Stopslhut auf dem Kopf. Sie steht frontal zum Betrachter und hält mit ihrer Rechten einen Stecken in die Höhe. Rechts neben ihr im Profil ein weißer Steinbock. Trotz der kaum erkennbaren Ähnlichkeit könnte das Hauptbild der Maria mit Kind an das Gnadenbild in Fischbachau angelehnt sein. Freie Nachzeichnungen waren damals durchaus üblich. Das rote Gewand ist zudem kein Indiz, da Gnadenbilder gerade in der Barockzeit gerne bekleidet wurden.
Angaben zum Objekt
Typ
Tafelbild
Abmessung/Umfang
87,5 x 89 cm
Material/Technik
Bemaltes Holz sowie Metall
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00069
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Holzarbeiten: Gabriel Lechner, Bemalung: Joseph Wengg Schenkung vermutlich 1913
Zeit
1760
Rückwand eines Leonhardi-Truhenwagens
Schmuck für eine heilige Fahrt
Informationen über die verwendeten Medien
Römische Viehglocke
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Eines der ältesten Zeugnisse für Viehzucht in unserer Region ist die römische Viehglocke aus der Nähe von Weyarn. Sie weist nur eine mäßige Größe auf, was auf die Größe der zeitgenössischen Rinder hindeuten könnte. Allerdings könnte die Glocke natürlich auch für eine kleinere Tierart, etwa Schafe, gedacht gewesen sein.
Die Glocke besteht vollkommen aus Bronze. Sie hatte ursprünglich einen rechteckigen Grundriss, dieser hat sich durch die jahrhundertelange Lagerung im Tuffstein zu einem Parallelogramm verschoben. Im Inneren ist die Aufhängung des Klöppels durchgerostet und überwiegend abgebrochen. Der Klöppel ist stark korridiert; tropfenförmig verbreitert er sich nach unten, das obere Ende hat eine Schlinge für die Aufhängung. Im Inneren der Glocke erkennt man einen schräg verlaufenden Gussgrat. Zur Fundzeit zog man zunächst auch kultischen oder profanen Gebrauch in Betracht.
Angaben zum Objekt
Typ
Glocke
Abmessung/Umfang
10,5 x 7,5 x 6,5 cm
Material/Technik
Bronze
Identifikator
Inv.-Nr. 00786
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
4. Jahrhundert n. Chr.
Ort
Fundort Steinbruch bei der Weyarner Mühle
Römische Viehglocke
Was man in einem Steinbruch finden kann
Informationen über die verwendeten Medien
Zuchtvieh-Prämiierung in Miesbach 1901
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
1892 entstand in Miesbach der Zuchtverband für oberbayerisches Alpenfleckvieh. Er ist der älteste Fleckviehzuchtverband. Er nimmt Prämierungen für Zuchterfolge vor. Das im Museum verwahrte Preistuch ist eines der älteren, welche sich noch erhalten haben.
Das Tuch ist leicht hochrechteckig und besteht aus Halbseide. Die Abbildung auf der Schauseite wurde von der Firma Datterer & Cie. in Freising aufgedruckt. Die Abbildung zeigt zwei Rinder auf einer flachen Almwiese. Vorne ein Stier, dahinter nach links versetzt vermutlich eine Kuh. Es ist zwar ihr Euter nicht zu erkennen, aber der schmächtigere Hals weist sie als weibliches Tier aus. Rechts hinter den beiden Rindern zwei Almhütten, dahinter höhere Berge aufsteigend. Über der Szenerie in großen Buchstaben die Beschriftungen „Zuchtvieh-Prämiierung in Miesbach 1901.“ sowie „Viehzuchtgenossenschaft Miesbach“. Zwei nackte Kinder halten jeweils ein Ende eines Bandes, mit dem der Kranz gewunden wurde. Der Rahmen besteht aus Aststäben mit einem Pferd und einer Kuh mit zwei Kälbern in den Zwickeln. Von unten steigen Efeuranken empor, welche aus einem reichen Bouquet von heimischen Pflanzen, Gemüse und Getreide herauswachsen. Prämierungen von Zuchterfolgen wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts zur festen Institution. Schon 1815 hatte etwa König Maximilian I. von Bayern auf Schloss Wallenburg bei Miesbach eine Preisverleihung für Pferde vorgenommen.
Angaben zum Objekt
Typ
Fahne
Abmessung/Umfang
60,1 x 50 cm
Material/Technik
Obermaterial: Halbseide und Baumwolle, dunkelblau bedruckt
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 02175
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vorlage: A. V., Druck: Dr. Franz Paul Datterer & Cie. GmbH, Freising Schenkung vermutlich 1913
Zeit
1901
Zuchtvieh-Prämiierung in Miesbach 1901
Begehrtes Tuch
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Butterstempel
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Insgesamt 16 verschiedene alte Butterstempel bewahrt das Heimatmuseum. Als Butter noch auf jedem viehhaltenden Betrieb hergestellt wurde, war es selbstverständlich, mit Stempeln die Butter zu verzieren.
Der hölzerne Butterstempel hat die Form eines Kegelstumpfes, der sich nach oben hin zur Deckfläche verjüngt. Auf allen Seiten mit Negativschnitzereien versehen, sodass sowohl mit der Deckfläche als auch mit der Grundfläche Abdrücke in ein Stück Butter vorgenommen werden können. Mit der Mantelfläche, welche einer Butterwalze ähnelt, kann sogar ein Endlosornament geschaffen werden. Damit wurden wohl die Seiten der Butter verziert. Die Motive sind auf der Grundfläche ein Messkelch mit Hostie, links und rechts daneben in spiegelverkehrter Schrift die Initialen „T. P.“ Auf der Deckfläche eine große Blüte und auf der Mantelfläche in Spiegelschrift „FRAUENRIED“.
Angaben zum Objekt
Typ
Arbeits- und Küchengeräte
Abmessung/Umfang
5,1 x 5,5 Ø cm
Material/Technik
Lindenholz
Identifikator
Inv.-Nr. 01001
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Wohl T. P. Schenkung vermutlich vor 1911
Zeit
18. / 19. Jahrhundert
Ort
Frauenried bei Miesbach
Butterstempel
Das Auge isst mit
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Butterwaage
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Am Ende des 19. Jahrhunderts setzte eine Gründungswelle von Kleinmolkereien in unserer Region ein. Im nahen Gotzing hatte 1899 Franz Gemmer sen. mit der Milchverarbeitung begonnen. Franz Gemmer jun. führte die Molkerei bis zum Wegzug in die Rosenheimer Gegend um 1950 weiter.
Die Butterwaage oder Fettbestimmungswaage ist eine Neigungswaage und dient zur Feststellung des Fettgehalts der Butter. Das Prädikat „Deutsche Markenbutter“ wird dabei beispielsweise nur für den höchsten Qualitätsbereich vergeben. Die einfachere Butter ist die „Deutsche Molkereibutter“, gefolgt von der „Landbutter“, je nach dem Anteil von Fett und Wasser. Die Waage ist nach dem Prinzip einer Schnellwaage hergestellt. Sie steht auf einer eisernen Bodenplatte, mit drei Beinen aus Messing. In der Mitte der Frontseite ein Messinghebel, der zur Fixierung der Waage dient und daher unter der Bodenplatte mit der Waagsäule verbunden ist. Zur Waage haben sich noch die Gewichte und weitere kleinere Utensilien erhalten. Reizvoll ist auch das Konvolut an Verpackungspapieren für Butter und Käse aus der Molkerei.
Angaben zum Objekt
Typ
Arbeits- und Küchengeräte
Abmessung/Umfang
24 x 32 x 20,8 cm
Material/Technik
Eisen, Messing, Horn und Kunststoff
Identifikator
Inv.-Nrn. 02153.1-10
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung 2017
Zeit
1. Hälfte 20. Jahrhundert
Butterwaage
Milchverarbeitung bis ins Detail
Gewerbe
Die Lage an der Kreuzung der alten Salzstraße (Ost-West-Verbindung und Fernstraße) mit der von Norden kommenden Straße begünstigte früh die Ansiedlung von Gewerbe.
Im Laufe des 13. Jahrhunderts hat Miesbach die Marktrechte erhalten.
Die Zusammensetzung der Handwerkerschaft wurde bis in das 19. Jahrhundert von Zünften kontrolliert.
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Schild des Vereins der Säckler, Rothgerber, Riemer, Hutmacher, Färber, Kürschner, Sailer, Buchbinder und Bortenmacher
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Großes Schild des Miesbacher Gewerbevereins der Säckler, Rothgerber, Riemer, Hutmacher, Färber, Kürschner, Sailer, Buchbinder und Bortenmacher. Dieser Verein (Zunft) entstand 1836 aus der Erweiterung der älteren Färberzunft um die anderen Gewerbe. Der Verein wurde – wie alle Zünfte – Anfang 1866 aufgelöst.
Das Schild ist aufwändig gestaltet. In einem stark profilierten Holzrahmen befindet sich auf einer hölzernen Rückplatte ein Bild aus Zinn, filigran gearbeitet und goldfarben bemalt. Der obere Bereich des Rahmens ist in Anlehnung an einen Konsolensturz gestaltet, die Ecken links und rechts halbkreisförmig eingeschwungen. Das Zinnbild besteht aus einem hochovalen Band, an den zwölf Ringe angeordnet sind, in denen sich Handwerkszeichen befinden. Von links oben im Uhrzeigersinn sind dies: Bosamentier, Buchbinder, Hutmacher, Loh- oder Rotgerber, Weißgerber, Sattler, vermutlich noch einmal Lederer, Säckler, Seiler, Riemer, Kürschner und Färber. In der Mitte des Ovals das gekrönte bayerische Wappen in der Fassung von 1835 mit Lorbeer- und Palmzweig auf einem Ovalschild und mit einem Strahlenkranz. Das Ganze von einer Krone überhöht. Am unteren Rand halten zwei Löwen ein Schild, darauf folgende Beschriftung: „NAMEN im VEREINE stehenden MEISTER. Ant: Wagner, Bosmantier Thad: Kirchberger, Buchbindermeister. Xav: Reichenwaller. Ferber. Jos: Kollendorfer Hutmacherm: Gab: Beimler, Kirschner. Joch: Andes, Ledererm: Math: Mayerhofer. Riemerm: Kasp: Deibl, Rothgerberm: Fel: Brandl, Sattlerm: Lor. Reisch. Sattlerm: Jos: Mayer Sailerm: Alex: Braunstein Säklerm: Unter Tho: Dilger Säklerm: u: IIter Vereinsvorsteher, und Joch: Lechner, Weißgerberm: u: Iter Vereinsvorsteher. wurde der Schild verfertigt. Miesbach im Februar 1845. M: SUTOR Zinngießermeister TÖLZ“.
Angaben zum Objekt
Typ
Zunftgegenstände
Abmessung/Umfang
78 x 56,5 cm
Material/Technik
Holz und bemaltes Zinn
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00108
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Michael Sutor (um 1773-1855) Altbestand
Zeit
1845
Ort
Bad Tölz
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Zunfttruhe der Weber
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Zunfttruhe der Miesbacher Weberzunft. In Miesbach waren in dieser die Lein- und Zeugweber (Tuchmacher), Waschloderer und Strumpfwirker vereinigt. Sie war ehedem sehr bedeutsam, ihre Berufszweige sind aber im Laufe des 19. Jahrhunderts gänzlich verschwunden.
Die Zunftlade ist offenbar nach dem Stadtbrand von 1783 entstanden und weist frühklassizistisch-spätbarocke Merkmale auf. Insgesamt ist sie eine feine Arbeit mit Einlegarbeiten und rotbraunem Grundton. Die Truhe steht auf vier gedrechselten Füßen. Ihre Längs- und Querseiten sind jeweils gleich gestaltet. Auf den Querseiten jeweils ein Griff, auf der Schauseite ein ziselierter Beschlag aus Messing um das Schlüsselloch. Auf dem Deckel sieht man in einem weiten Rechteck eine spätbarock geschwungene Kartusche mit reicher Rahmung, darinnen drei Weberschiffchen, welche das Auge Gottes umrahmen – diese Gestaltung in Schwarzmalerei auf das Holz aufgebracht. Das Innere der Lade ist fast vollständig mit rötlichem marmoriertem Papier ausgeklebt. Ausgespart ist ein seitlich eingehängtes Fach. Darinnen wird ein alter Zettel mit der Aufschrift: „Zunftlade, der Miesbacher Weberzunft mit Archiv“ aufbewahrt. Das Archiv dürfte das Fach mit den Schubläden sein.
Angaben zum Objekt
Typ
Zunftgegenstände
Abmessung/Umfang
28,5 x 51 x 31,5 cm
Material/Technik
Holz, Papier, Zinn, Eisen und Messing
Identifikator
Inv.-Nr. 00409
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
Nach 1783
Ort
Miesbach
Zunfttruhe der Weber
Schatzkiste und Herzstück
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Geldwaage in Holzkästchen
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Geldwaage vom Ende des 18. Jahrhunderts ist ein schönes und gut erhaltenes Beispiel für den mit dem Handel verbundenen Geldverkehr. Leider befinden sich in Museumsbesitz keine Zahlungsmittel aus dieser Zeit.
Holzkästchen mit einer Geldwaage und Gewichten, wobei das Arrangement noch original erhalten ist. Auf der Oberseite des Kästchens zwei Schlitze, welche zusammen mit Ösen und Haken eine Schließvorrichtung bilden. Im Inneren des Kästchens insgesamt 20 Fächer. Die beiden größten sind für die Waage bestimmt, die restlichen für die Gewichte. Die eigentliche Waage besteht aus einer kleinen Eisenstange, an der zwei runde Waagschalen aus Messing hängen. Die Gewichte sind ebenfalls aus Messing. Sie haben alle einen kleinen Griff zum Herausnehmen und sind auf der Oberseite mit dem jeweiligen Nennwert des Gewichts beschriftet und mit dem Eichzeichen des bergischen Löwen gepunzt. Die Gewichte geben die zeitgenössischen Münzarten wieder: Pistole (PISTOL) war die deutsche Bezeichnung für einen spanischen Doppelescudo bzw. ein 5-Taler-Stück. Louisdor oder Louis d'Or (LS.DOR) war eine 1640-1793 in Frankreich geprägte Münze. CARLIN könnte für den Carlino, eine italienische Silbermünze, stehen, oder möglicherweise auch, nach Kurfürst Karl Theodor, den Karl d'Or bzw. Karolin bezeichnen. Maxdor bzw. Max d'Or (MAXD'.) war eine vom pfalzbayrischen Kurfürsten Max IV. Joseph gedruckte Münze. Sever (SEVER) ist eine unbekannte Münzeinheit. Ein Ducatone oder Dukate (DUCAT) war eine im heutigen Belgien und in Oberitalien gebräuchliche Münze. Die Innenseite des Deckels ist mit einem Papier beklebt. Auf diesem steht: „Diese geächte Waag und Gewicht macht von Ihro Churfürstl. Durchl. zu Pfalz-Bayern gnädigst privilegirter und geschworner JOHANN DANIEL VOM BERG, in der Bergischen Hauptstadt Lennep, 180“. Die Stadt Lennep in der Nähe von Düsseldorf gehörte bis 1806 zum Herzogtum Berg, das Teil der wittelsbachischen Staaten war. 1794 wurden sie von Kurfürst Karl Theodor regiert, der in München residierte. Die Datierung der Geldwaage ist etwas fraglich. Auf der Deckelinnenseite befindet sich ein vorgedrucktes Papier mit einer vorbereiteten Jahresangabe, hier „180“, wobei handschriftlich die Zahlen 0-9 ergänzt werden können. Allerdings wird bereits in einem Brief von 1794 vom Kastenamt des Reichsgrafschaft Hohenwaldeckischen Gerichts eine Geldwaage erwähnt. Da die Jahreszahl auf dem Kästchen nicht ausgefüllt wurde, könnte diese frühere Herstellung durchaus stimmig sein.
Angaben zum Objekt
Typ
Messgeräte
Abmessung/Umfang
3 x 18 x 9,5 cm
Material/Technik
Messing, Eisen, Holz, Faden und Papier
Identifikator
Inv.-Nr. 00468
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Johann Daniel vom Berg (1733-1804) Altbestand
Zeit
Vor 1794 oder um 1800
Geldwaage in Holzkästchen
Falschgeld zwecklos
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Ofenkachel und Patrize: Jäger
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Ofenkachel und die dazugehörige Patrize dokumentieren den Herstellungsprozess einer Kachel. Der Miesbacher Hafner Franz Rettenberger hat zunächst das Motiv in ein Holzstück geschnitzt. Von dieser Patrize wurde dann ein Negativabdruck gemacht, die Matrize. Von dieser Matrize kann nun wiederum die eigentliche Kachel abgeformt werden, wo das Motiv nun wieder im Positiv sichtbar wird.
Die fast quadratische Patrize besteht komplett aus Holz. Sie zeigt einen Jäger, der links der Mitte im Halbprofil steht und auf ein Tier rechts oben zielt. Dieses sieht wie eine Ziege aus, was aber ungewöhnlich ist, da sonst immer Gemsen, Steinböcke oder Hirsche als Jagdbeute abgebildet sind. Der Jäger trägt Halbschuhe, Wadlstrümpfe, eine kurze Lederhose, eine Weste, darüber ein Rock und auf dem Kopf einen Spitzhut mit Feder. Er hat das Gewehr auf der Schulter aufgesetzt. Der Jäger befindet sich in einer Art Schlucht: links steigt steil eine kahle Wand empor, rechts des Jägers steigt eine ebenso kahle Felsformation auf, auf deren Spitze in der rechten oberen Ecke des Bildes sich das Tier befindet. Die Ofenkachel besteht aus gebranntem, ziegelrotem Ton. Die Innenseite ist unbehandelt und hat Zargen (Rumpf). Die Schauseite ist dunkelbraun glasiert. Hier das Motiv der Patrize, das leicht abgewandelt erscheint. Grund dafür ist, dass die bei der Vorlage recht detailgetreue Abbildung bei der Übertragung über eine Zwischenstufe (Matrize) in den weichen Ton leicht abgeschliffen wurde. Die zugehörige Matrize ist in einem Privathaushalt erhalten. Sie ist von Franz Rettenberger signiert und datiert.
Angaben zum Objekt
Typ
Keramik
Abmessung/Umfang
22 x 22,7 x 5,7 cm (Kachel) und 22,3 x 22,6 x 3 cm (Patrize)
Material/Technik
Ziegelroter Ton mit dunkelbrauner Glasur (Kachel) sowie Holz (Patrize)
Identifikator
Inv.-Nrn. 01021 und 01022
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Franz Rettenberger (1804-1858) Schenkung spätestens 1913
Zeit
1834
Ort
Miesbach
Ofenkachel und Patrize: Jäger
Wie entsteht das Motiv einer Kachel?
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Schild des Vereins der Säckler, Rothgerber, Riemer, Hutmacher, Färber, Kürschner, Sailer, Buchbinder und Bortenmacher
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Großes Schild des Miesbacher Gewerbevereins der Säckler, Rothgerber, Riemer, Hutmacher, Färber, Kürschner, Sailer, Buchbinder und Bortenmacher. Dieser Verein (Zunft) entstand 1836 aus der Erweiterung der älteren Färberzunft um die anderen Gewerbe. Der Verein wurde – wie alle Zünfte – Anfang 1866 aufgelöst.
Das Schild ist aufwändig gestaltet. In einem stark profilierten Holzrahmen befindet sich auf einer hölzernen Rückplatte ein Bild aus Zinn, filigran gearbeitet und goldfarben bemalt. Der obere Bereich des Rahmens ist in Anlehnung an einen Konsolensturz gestaltet, die Ecken links und rechts halbkreisförmig eingeschwungen. Das Zinnbild besteht aus einem hochovalen Band, an den zwölf Ringe angeordnet sind, in denen sich Handwerkszeichen befinden. Von links oben im Uhrzeigersinn sind dies: Bosamentier, Buchbinder, Hutmacher, Loh- oder Rotgerber, Weißgerber, Sattler, vermutlich noch einmal Lederer, Säckler, Seiler, Riemer, Kürschner und Färber. In der Mitte des Ovals das gekrönte bayerische Wappen in der Fassung von 1835 mit Lorbeer- und Palmzweig auf einem Ovalschild und mit einem Strahlenkranz. Das Ganze von einer Krone überhöht. Am unteren Rand halten zwei Löwen ein Schild, darauf folgende Beschriftung: „NAMEN im VEREINE stehenden MEISTER. Ant: Wagner, Bosmantier Thad: Kirchberger, Buchbindermeister. Xav: Reichenwaller. Ferber. Jos: Kollendorfer Hutmacherm: Gab: Beimler, Kirschner. Joch: Andes, Ledererm: Math: Mayerhofer. Riemerm: Kasp: Deibl, Rothgerberm: Fel: Brandl, Sattlerm: Lor. Reisch. Sattlerm: Jos: Mayer Sailerm: Alex: Braunstein Säklerm: Unter Tho: Dilger Säklerm: u: IIter Vereinsvorsteher, und Joch: Lechner, Weißgerberm: u: Iter Vereinsvorsteher. wurde der Schild verfertigt. Miesbach im Februar 1845. M: SUTOR Zinngießermeister TÖLZ“.
Angaben zum Objekt
Typ
Zunftgegenstände
Abmessung/Umfang
78 x 56,5 cm
Material/Technik
Holz und bemaltes Zinn
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00108
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Michael Sutor (um 1773-1855) Altbestand
Zeit
1845
Ort
Bad Tölz
Schild des Vereins der Säckler, Rothgerber, Riemer, Hutmacher, Färber, Kürschner, Sailer, Buchbinder und Bortenmacher
Vielfalt unter einem Dach
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Druckstock für Färber
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Handwerkerschaft im alten Marktort Miesbach war der Zentralfunktion des Ortes entsprechend stets recht vielfältig. Bis in das 19. Jahrhundert ausgesprochen zahlreich waren dafür die Gewerbe, welche mit Bekleidung zu tun hatten.
Druckstock einer der Miesbacher Färbereien Hofmeister oder Maurer. Die Grundform ist ein Quader, auf dessen Oberfläche ein etwa 2 mm tiefes Muster eingekerbt ist. Dieses zeigt ein großes Blütenornament in traditioneller Gestaltung. Die Zwischenräume sind teilweise mit kurzen Metallstiften ausgefüllt. Die Platte schließt an den Seiten gerade. Auf der Unterseite sind zwei Vertiefungen für den Handgriff eingearbeitet.
Angaben zum Objekt
Typ
Handwerk
Abmessung/Umfang
3,5 x 15 x 17,5 cm
Material/Technik
Holz und Metall
Identifikator
Inv.-Nr. 00434
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
19. Jahrhundert
Druckstock für Färber
Muster mit Wert
Informationen über die verwendeten Medien
Wirtshausschild: Joseph Rieder Wirth, alhier: 1831.
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Schild des Wirts Joseph Rieder ist das das mit Abstand älteste erhaltene Wirtshausschild aus Miesbach. Zudem zeigt es eine zeitgenössische Wirtshausszene. Das Wirtshaus in der heutigen Frühlingstraße bestand kurioserweise nur kurze Zeit. Vermutlich hat sich deshalb das Schild aber auch erhalten.
Die Platte des Schildes ist etwa pflaumenförmig. Nach unten gerundet, folgt der Rand der oberen Hälfte dem Dekorationsmuster, welches von einer Reihe Lorbeerblätter gebildet wird. Ganz oben bildet das Blech eine Schleife für die Aufhängung. Auf der Vorderseite eine Wirtshausszene: An einem breit gelagerten Tisch ein Paar in Festtagstracht, die Frau trägt einen hohen Hut mit Fellrand, der Mann einen spitzen Hut. Rechts hinter dem Mann eine Kellnerin mit einem gleich gestalteten Hut wie der Mann und ansonsten schlichter als die Frau gekleidet, insbesondere eine weiße Schürze und halblange weiße Ärmel. Sie bringt auf einem Tablett Speisen, während auf dem Tisch bereits eine Schüssel mit Würsten, Semmeln und diverse Gläser und Krüge stehen. Sogar eine kleine Tischdecke hat der Tisch. Der Raum ansonsten in diversen Grautönen diffus gehalten. Seitlich zwei Lorbeerkränze, die neben dem Tisch in großen Weintraubenbündeln enden. Unter der Darstellung auf weißem Grund: „Joseph Rieder Wirth, alhier: 1831“. Auf der Rückseite sieht man auf einem Tisch einen weißen Krug, ein halb gefülltes Weinglas und eine Schale mit zwei Semmeln.
Angaben zum Objekt
Typ
Ausleger
Abmessung/Umfang
41,5 x 40 cm
Material/Technik
Eisenblech, bemalt
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00080
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
1831
Ort
Miesbach
Brauereien / Gastgewerbe
Als Etappenort an der alten Salzstraße war es wichtig, dass sich in Miesbach Beherbergungsbetriebe ansiedelten. Als Markt- und Wallfahrtsort war der Bedarf an Gastwirtschaften hoch.
Bis 1734 behielten die Maxlrainer Grafen auf Schloss Wallenburg das Braurecht in Monopolstellung. So verhinderten sie die ansonsten übliche Vielfalt an Gründungen.
Erst 1740 entstand mit dem Kurfürstlichen Brauhaus (Brauerei Waitzinger) eine zweite Braustätte.
Heute produziert als einzige noch die Weißbierbrauerei Hopf in Miesbach.
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Biergedenkstein
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der als Biergedenkstein titulierte Marmorblock verdankt seinen Namen der Tatsache, dass er das älteste erhaltene steinerne Denkmal des Brauwesens in unserer Gegend ist. Der Stein ist eigentlich eine Stiftertafel, welche an den Neubau des Bier- und Gärkellers der Brauerei Wallenburg im Jahr 1604 erinnert.
In der oberen Hälfte des Steines ist mittig ein bauchiger Bierkrug abgebildet. Auf dessen Schauseite erkennt man die Wappen der Maxlainer (links) und der Degenberger (rechts), dem Stifterpaar. Links und rechts des Bierkrugs breite Zierfelder. Die untere Hälfte des Steins erzählt in einem Lorbeerkranz: „Ich Jörg von Mächslrain Freyherr zu Waldegkh etc. hab disen Pier- u. Gierkheller von Grunt auferpauet 1604.“ Im linken Bereich der Schrift ist ein länglich-schmales Stück Stein eingesetzt. Dabei soll es sich um ein sog. Urkundenfach handeln, in dem die entsprechenden Urkunden hinterlegt worden seien. Bauherr des Bierkellers war Georg von Maxlrain (1565-1635), seit dem Rücktritt seines älteren Bruders Ludwig II. (gest. 1608) Herr von Waldeck. Er war in erster Ehe mit Maria von Degenberg (gest. 1608) verheiratet. Sie stammte aus einem niederbayerischen Adelsgeschlecht, welches wie die Maxlrainer zeitweise der Reformation anhing. Auch Georg und Maria waren evangelisch, was ihnen als persönlicher Glauben laut Salzburger Vertrag gestattet war. Georg war ein Sohn Wolf Dietrichs (gest. 1586), dem Reformator. Schon der Onkel Georgs, Wolf Wilhelm (gest. 1595), hatte 1586 in Wallenburg ein Brauhaus errichtet, vermutlich das Gründungsjahr der Schlossbrauerei. Brauereien unterlagen landesherrlichem Privileg, wieso es in den Zeiten der Grafschaft Hohenwaldeck im ganzen Herrschaftsgebiet nur die Brauerei Wallenburg gab. Erst nach Übergang an Bayern 1734 änderte sich dies langsam (1740 Gründung des Kurfürstlich-bayerischen Brauhauses in Miesbach). Der sog. Biergedenkstein ging nach dem Brand der Wallenburger Brauerei im Jahre 1879 verloren. Er wurde 1949 von Fritz Gloetzl im Städischen Lagerhof gefunden. Hier sollte er zu Straßenschotter zertrümmert werden.
Angaben zum Objekt
Typ
Brauerei
Abmessung/Umfang
86 x 53,5 x 20,5 cm
Material/Technik
Rotmarmor
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00234
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
1949 Übernahme
Zeit
1604
Ort
Miesbach
Biergedenkstein
Fast zu Schotter zertrümmert
Informationen über die verwendeten Medien
Sieben, nein acht Porträts der Familie Waitzinger
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Porträtfolge von Angehörigen der Familie Waitzinger aus dem Jahr 1812. Die Familie ist fast vollständig in Einzelbildern dargestellt. In diesem Umfang ist die Porträtfolge für Miesbach einmalig. Zudem repräsentiert die Familie Waitzinger nach den Umbrüchen mit dem Ende es Alten Reiches und der Neustrukturierung Bayerns die neue Elite, welche das 19. Jahrhundert die Geschicke Miesbachs prägen sollte. Mit Maria Anna Aloysia Crescentia Waitzinger ist sogar eine Kontinuität zu den alten Eliten vorhanden, denn sie war eine Tochter des kurfürstlichen Vogteirichters Georg Anton von Spitzl.
Auf jeweils einzelnen Bildern sind sieben Angehörige der Familie Waitzinger abgebildet. Nachdem die Bilder in das Heimatmuseum gekommen waren, wurden die drei älteren Personen in einem Rahmen zusammengefasst, gleiches geschah mit den vier jungen Frauen. Die beiden Gruppen unterscheiden sich durch unterschiedliche Maße, denn die Dreiergruppe ist etwas größer. Zudem hat der Künstler noch zwei weitere Gestaltungselemente eingeführt, um die Personen zu unterscheiden: Zum einen unterscheiden sich die Bilder durch die Stellung der Personen auf der linken oder rechten Seite. So blickt bei der Dreiergruppe nur der Mann nach rechts, die beiden Frauen nach links. Bei der Vierergruppe blicken alle Frauen nach links, während nur eine nach rechts blickt. Das zweite Merkmal ist ein drappierter Vorhang hinter den Personen. Bei der ältesten Frau fehlt er komplett, beim Elternpaar hebt er sich dadurch ab, dass seine Quasten goldfarben sind. Doch nun zu den einzelnen Bildern: Die Dreiergruppe zeigt in der Mitte den Brauereibesitzer Augustin Waitzinger (1772-1847) und rechts neben ihm seine Frau Maria Anna Aloysia Crescentia, geb. von Spitzl (1772-1845). Sie hatten 1810 das kurfürstliche Brauhaus in Miesbach vom Staat erworben. Unter ihrem Namen und im Besitz der Familie wurde die Brauerei in den folgenden über 100 Jahren zu einem der bedeutendsten Landbrauereien Bayerns. Augustin Waitzinger ist modisch gekleidet mit einem dunklen Rock mit hohem Kragen, zudem sind seine Haare nach vorne gekämmt. Seine Gemahlin ist zeittypisch mit Riegelhaube und schwarzem Gewand dargestellt. Die Frau links ist die Mutter des Augustin Waitzinger, Anna Maria Waitzinger, geb. Fureiser (um 1747-1828), verwitwete Weinwirtin und Posthalterin von Wolfratshausen. Sie ist altertümlicher gekleidet als ihre Schwiegertochter, denn sie trägt eine große runde schwarze Haube und um den Hals einen breiten schwarzen Flohr. Die vier kleineren Porträts sollen der Überlieferung nach die Töchter darstellen. Allerdings wissen wir nur von drei Töchtern, die vierte kann also eine andere nahe Verwandte sein. Das erste Porträt von links zeigt die Jüngste der Gruppe, da sie am schmächtigsten wirkt. Dann wäre sie Maria Anna Petronilla (1800/01-1830). Sie hält in ihrer linken Hand einen grünen Zweig. Es ist wohl ein Myrtenzweig, was als Symbol für Jugend verstanden werden kann. Die zweite Dame von links wirkt deutlich älter als die beiden äußersten. Sie könnte Rosalia (1796-1864) sein, welche mit Andreas von Dall’Armi verheiratet war. Das dritte Porträt von links zeigt vermutlich keine Tochter der Waitzingers, da sie als einzige der Gruppe nach rechts blickt. Sie trägt einen Schirm in ihrer rechten Hand. Sie könnte eine nahe Verwandte gewesen sein, vielleicht eine Schwester der Mutter. Das Porträt ganz rechts ist die zweitjüngste der Gruppe. Sie hat kein Accesoire das sie heraushebt. Allerdings ist die Rahmung des Bildes hier etwas kleiner als bei den anderen jungen Damen. Sie wäre zu identifizieren mit Walburga (1798-1856), verheiratet mit dem Kutscherwirt Johann Ev. Deibl (gest. 1835). Zufällig konnte 2021 im Kunsthandel angebotenes unbenanntes Gemälde als das des in der Bilderfolge fehlenden Sohnes Max Waitzinger identifiziert werden. Der spätere Brauereibesitzer hatte seit über 100 Jahren gefehlt. Es hat die Bildfolge nun vervollständigt.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
Je 46,5 x 32,5 cm und je 35 x 29 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Identifikator
Inv.-Nrn. 00127.1-3 und 00546.1-4
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Nikolaus Augner (1765-1839) Altbestand und Kauf 2021
Zeit
1812
Sieben, nein acht Porträts der Familie Waitzinger
Familienzusammenführung nach über 100 Jahren
Informationen über die verwendeten Medien
Wirtshausschild: Joseph Rieder Wirth, alhier: 1831.
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Schild des Wirts Joseph Rieder ist das das mit Abstand älteste erhaltene Wirtshausschild aus Miesbach. Zudem zeigt es eine zeitgenössische Wirtshausszene. Das Wirtshaus in der heutigen Frühlingstraße bestand kurioserweise nur kurze Zeit. Vermutlich hat sich deshalb das Schild aber auch erhalten.
Die Platte des Schildes ist etwa pflaumenförmig. Nach unten gerundet, folgt der Rand der oberen Hälfte dem Dekorationsmuster, welches von einer Reihe Lorbeerblätter gebildet wird. Ganz oben bildet das Blech eine Schleife für die Aufhängung. Auf der Vorderseite eine Wirtshausszene: An einem breit gelagerten Tisch ein Paar in Festtagstracht, die Frau trägt einen hohen Hut mit Fellrand, der Mann einen spitzen Hut. Rechts hinter dem Mann eine Kellnerin mit einem gleich gestalteten Hut wie der Mann und ansonsten schlichter als die Frau gekleidet, insbesondere eine weiße Schürze und halblange weiße Ärmel. Sie bringt auf einem Tablett Speisen, während auf dem Tisch bereits eine Schüssel mit Würsten, Semmeln und diverse Gläser und Krüge stehen. Sogar eine kleine Tischdecke hat der Tisch. Der Raum ansonsten in diversen Grautönen diffus gehalten. Seitlich zwei Lorbeerkränze, die neben dem Tisch in großen Weintraubenbündeln enden. Unter der Darstellung auf weißem Grund: „Joseph Rieder Wirth, alhier: 1831“. Auf der Rückseite sieht man auf einem Tisch einen weißen Krug, ein halb gefülltes Weinglas und eine Schale mit zwei Semmeln.
Angaben zum Objekt
Typ
Ausleger
Abmessung/Umfang
41,5 x 40 cm
Material/Technik
Eisenblech, bemalt
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00080
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
1831
Ort
Miesbach
Wirtshausschild: Joseph Rieder Wirth, alhier: 1831.
Lasst es Euch schmecken
Informationen über die verwendeten Medien
Waitzingerbräu am Oberen Markt
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Ansicht zeigt den großen Waitzingerbräu am Oberen Markt, dem heutigen Stadtplatz in der Zeit des Spätbiedermeier. Das Bild ist stadtgeschichtlich von großer Bedeutung, da es einer der ältesten Ansichten ist, auf der ein Teil der innerstädtischen Bebauung detailliert dargestellt ist.
Das Ölgemälde zeigt einen Blick von Norden auf die südliche Platzseite des Oberen Marktes. Hier dominiert der stattliche Bau des Waitzingerbräu. Links geht der Blick in die beginnende Schlierseer Straße, rechts erkennt man noch die Abfahrt zum Lebzelterberg und den Vorläufer des Michaelsbrunnens. Der Gasthof Waitzinger ist ein schlossartiger Bau unter einem hohen Walmdach. Die Gliederung der Fassade mit Längsstreifen folgt noch klassizistischer Mode. Rechts oberhalb des rundbogigen Eingangstores sogar ein leider nicht näher identifizierbares Wandgemälde. Auffallend ist zuletzt noch am Dachfirst eine Konstruktion, anscheinend aus Draht. Links neben dem Waitzingerbräu am Ende des Seitenflügels quer zur Straße das Haus des Landarztes Joseph Scheicher. An dessen Stelle befindet sich heute das Medienhaus des Miesbacher Merkurs. Am linken Ende des Gebäudes verläuft nach einer Linkskurve die Straße nach Schliersee, die vor dem Haus des Landarztes zum sog. Waitzingerberg ansteigt. Das Dach noch mit Schindeln gedeckt. Dahinter ragt dichter Baumbestand auf. Am linken Bildrand nur angeschnitten das Haus Ertlbeck (Ertlbäck), damals im Besitz der Bäckerfamilie Stöger. Heute befindet sich an seiner Stelle das Haus der Gesundheit (Schlierseer Str. 1-3). Vor dem Ertlbeck mündet der Salzweg ein. Rechts neben dem Waitzingerbräu schließt das Haus des Lebzelters Simon Hörl an. Für Miesbach ungewöhnlich steht der Bau mit der Traufseite zum Platz. Über der Haustür befindet sich ein Hauszeichen, das Obergeschoss springt offensichtlich nach einem Vordach zurück. Lebzelter Hörl verkaufte um 1850 das Anwesen an den Waitzingerbräu und erwarb dafür ein Haus am unteren Gasteig (heute Lebzelterberg 3), in dem sich bis 2017 als Nachfolgebetrieb das Café Lebzelter befand. Die Familie Waitzinger ließ das alte Lebzelterhaus abreißen und seinen Gasthof an dessen Stelle um zwei Fensterachsen erweitern. Da für 1853 ein Bauvorhaben der Waitzinger bekannt ist, dürfte es sich um diese Erweiterung handeln. Rechts neben dem Lebzelteranwesen folgt der Bau des Kaufmanns Johann Nepomuk Ertl, das ehemalige Deiblkrameranwesen. Es beherbergte später Verlag und Druckerei von Wilhelm Friedrich Mayr mit dem „Miesbacher Anzeiger“ und ist heute als Moserhaus bekannt. Rechts neben dem Deiblkrameranwesen der Kochwirt, später Gasthaus Wendelstein. Es ist mit einem hohen Torbogen mit dem vorherigen Gebäude verbunden, an dieser Stelle ist auch noch heute ein Durchgang, allerdings schon seit langem ohne Torbogen. Das Gebäude ist 1864 niedergebrannt und danach in der heute erhaltenen, großzügigeren Form wiederaufgebaut worden. An den Kochwirt schließt sich im rechten Winkel das Tor zum Lebzelterberg an. Es erscheint erstmals 1701 auf dem Stich von Michael Wening. Es ist ein einfacher Steinbogen und scheint im Laufe der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts verschwunden zu sein. Mit dem 1874 abgebrochenen Markttor riegelte es den Oberen Markt ab. Hinter dem Tor erkennt man den Giebel des Hauses Kistler am Gasteig (heute Lebzelterberg 1). Rechts schließt an das Tor das (alte) Karlingerhaus an, heute Sitz der Hypovereinsbank (Stadtplatz 6). Bis in die 1860er Jahre war es der Stammsitz der für Miesbach bedeutenden Kaufmannsfamilie Karlinger. Auf dem Gemälde erkennt man wenig mehr als die südliche Hausecke. Auf der rechten Seite des Bildes vor der Kochwirtschaft befindet sich ein Brunnen mit vier hoch aufragenden Bäumen. Es ist der Vorläufer des Michaelsbrunnens (1905 eingeweiht) und dürfte nach dem Brand von 1783 aufgestellt worden sein. Er zeigt einen einfachen Brunnentrog mit einer Figur des Hl. Florian auf einer schmalen Säule. Neben jedem der Bäume steht zudem je eine Laterne, damals eine Talglampe, die seit 1823 dauerhaft installiert waren. Die weite Platzfläche war damals noch Ort der Wochen- und Jahrmärkte. Der bis 1824 offen über den Platz laufende Miesbach ist bereits verrohrt. An die alte Funktion Miesbachs als Etappenort an der alten Salzstraße erinnert zudem ein Fuhrwerk. An dieser Stelle befand sich ehedem die Pferdetränke. Das signierte Bild ist zwar nicht datiert, seine Entstehung kann aber eingegrenzt werden. Der Künstler Carl Ebert lebte erst seit 1846 in München und unternahm dann nachweisbare Reisen in unsere Gegend. Da der Gasthof Waitzinger etwa 1853 erweitert wurde, muss das Gemälde wiederum zuvor entstanden sein.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
55,5 x 68,5 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Identifikator
Inv.-Nr. 01311
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Carl Ebert (1821-1885) Leihgabe seit 1999
Zeit
1846/53
Waitzingerbräu am Oberen Markt
Das erste Haus am Platze
Informationen über die verwendeten Medien
Aubergiste de Miesbach
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Blatt stammt aus der Mappe „Musée cosmopolite“, einem typischen Werk, mit dem im 19. Jahrhundert das zunehmende Interesse am Fremden befriedigt wurde. Im Abschnitt für Deutschland hat man 15 Figuren gewählt, welche charakteristisch sind und touristisch interessante Gegenden abdecken. Dass man dazu einen Miesbacher Wirt wählte, deutet daher auf die Beliebtheit Miesbachs als Reiseziel und seine damals schon bekannte Gastlichkeit.
Ganzfigurige Darstellung eines Gastwirts. Er hält in seiner rechten Hand drei Krüge, die linke Hand weist zur rechten Bildseite. Auffallend ist hier ein Ring mit einem großen Stein. Markant sind ebenso die blaue Kappe, eine sog. Wirtekappe, die seitlich hochsteht, sowie ein großer Ohrring. Über seinem weiten weißen Hemd trägt der Wirt eine rote Weste und einen blauen Schurz mit Trägern. Als Beinkleider dient eine graue Bundhose mit Strümpfen. Über der Figur die Bezeichnungen für die Einordnung in das Gesamtwerk. Unten sind zudem die Signatur des Stechers und die Adresse des Druckers. Die Signatur des Künstlers, welcher die Vorlage für den Stich geschaffen hat, ist leider kaum mehr lesbar.
Angaben zum Objekt
Typ
Grafik
Abmessung/Umfang
28 x 21 cm
Material/Technik
Stahlstich
Sprache
Französisch
Identifikator
Inv.-Nr. 00630
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Stecher: Gabriel Xavier Montaut d'Oléron (1798-nach 1852) Altbestand
Zeit
1850
Ort
Paris
Aubergiste de Miesbach
Ein Denkmal der Miesbacher Gastlichkeit
Informationen über die verwendeten Medien
Waitzinger Bräu Miesbach Landsberg
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Emaillierte Werbetafel der Brauerei Waitzinger mit der Darstellung der Waitzinger Liesl. Diese war die Werbefigur der Brauerei und ist wohl in der Folge der berühmteren Münchner Schützenliesl entstanden, welche Friedrich August Kaulbach 1881 für den Hauptsaal der kgl. priv. Hauptschützengesellschaft München geschaffen hatte. Die Waitzinger Liesl ihrerseits ist vermutlich im Zuge der Ausmalung des neuen Saals im Waitzinger Keller 1906 erstmals entstanden. Sie zierte auch Trinkgläser und Bierdeckel.
Die Werbetafel ist ein hochrechteckiges, emailliertes Blechschild, das leicht nach vorne gewölbt ist. Der Untergrund ist einheitlich dunkelblau, darauf in der oberen Hälfte mit dem Motiv der sog. Waitzinger Liesl als Dreiviertelfigur. Es ist die Darstellung einer weiblichen Bedienung in ortsüblicher Tracht, welche fünf steinerne Maßkrüge mit Deckel in ihren Händen hält. Dass die Maßkrüge gut gefüllt sind, zeigt der Schaum, der herausläuft. Die Frau trägt einen roten Rock mit einer blauen Schürze, ein schwarzes Mieder mit Goldgeschnür und Kette um den Bauch, sowie ebenso schwarze gepuffte Ärmel und über den Schultern ein weißes, am Rand bunt besticktes Tuch. Um den Hals eine Kropfkette mit einer Brosche auf der Brust. Im Ausschnitt eine rote Rose, die ihr vielleicht ein Verehrer zugesteckt hat. Die braunen Haare gewellt und hochgesteckt. Auf dem Kopf ein Scheibling mit weißer Feder und roter Zier. Sie lächelt den Betrachter mit leicht schief gestelltem Kopf an. Links unten ist die Darstellung signiert von Theodor Grätz. Die untere Hälfte des Schildes nimmt die Beschriftung ein: „WAITZINGER BRÄU“. Darunter die damaligen Standorte der Brauerei in weißen Buchstaben: Miesbach und Landsberg.
Angaben zum Objekt
Typ
Brauerei
Abmessung/Umfang
69,7 x 49,5 cm
Material/Technik
Emailliertes Blech
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 02015
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Herstellung: Ferro Email, C. Robert Dold, Offenburg - Entwurf: Theodor Grätz (1859-1947) Schenkung 2016
Zeit
1930er Jahre
Waitzinger Bräu Miesbach Landsberg
Exportschlager aus Miesbach
Informationen über die verwendeten Medien
Brauseflasche mit Schnappverschluss: Georg Müller, Miesbach
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Firma Georg Müller, in Miesbach „Kracherl-Müller“ genannt, befand sich in der Schmiedgasse. Bald nach 1900 begann die Produktion, welche im 3. Viertel des 20. Jahrhunderts endete. Die Herstellung von Mineralwasser, Kracherl und anderen nicht-alkoholischen Getränken war ehemals weit verbreitet. Ein „Kracherl“ ist dabei eine Limonade; die Bezeichnung kommt dabei von den älteren Kugelverschlussflaschen, welche beim Öffnen „krachten“.
Die Flasche hat eine Füllmenge von 0,5 l. Sie ist durchsichtig und hat auf der Vorderseite ein aufgedrucktes Etikett: „MIT FRUCHTAROMA UND KÜNSTLICHEM SÜSSTOFF ZUBEREITETE BRAUSE GEFÄRBT“, darunter eine stilisierte Ansicht von Miesbach, links daneben in einer Raute ein Paar in Tracht, wobei der Mann ein Glas hebt. Unter der Ansicht von Miesbach: „GEORG MÜLLER MIESBACH - TELEFON 494“. Um den Hals der Verschluss aus Metall und Keramik, mit Gummi. Auch auf dem Verschluss der Herstellername.
Angaben zum Objekt
Typ
Glas
Abmessung/Umfang
25,6 x 7 Ø cm
Material/Technik
Glas, Keramik, Metall und Gummi
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00186
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung 1950er Jahre
Zeit
Um 1950
Brauseflasche mit Schnappverschluss: Georg Müller, Miesbach
Kracherl, das nicht kracht
Stadtansichten
Ein eigenes wichtiges Genre im Bereich Grafik und Gemälde sind die Stadtansichten.
Sie sind eine bedeutsame Quelle zur Stadtgeschichte und ergänzen die schriftliche Überlieferung.
Oftmals sind Fragestellungen nur über alte Stadtansichten zu klären.
Informationen über die verwendeten Medien
Miesbach von Nordwesten
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Um 1880 entstand eine der malerischsten Ansichten von Miesbach. Damals war Miesbach ein aufstrebender Industrieort und zugleich ein beliebtes Fremdensziel. Das Bild stammt entweder von Nikolaus Gumberger oder seinem Sohn Josef, vielleicht arbeiteten aber auch beide zusammen an dem Bild.
Die Ansicht zeigt Miesbach aus nordwestlicher Richtung, von der Höhe des jetzigen Frauenschulberges. Im Mittelgrund liegt der Marktort Miesbach. Im vorderen Bereich die damals neuen Industrieanlagen: von links nach rechts eine einfahrende Eisenbahn, dann Lagerhallen, eine öffentliche Toilette und zuletzt der Bahnhof. Direkt rechts hinter dem Bahnhof die lange Zeit beliebte Bahnhofswirtschaft Kobl. Mit etwas Abstand folgen die Bergschule, die Bergwerksanlagen mit Förderturm des Knorrschachts, Kamin und Kohlenstadl und zuletzt die Kamine der Zementfabrik in der Badstraße. Hinter dieser genannten Reihe die Häuser des Marktes von der Wallenburger Straße (links) bis in die Haidmühlstraße (rechts). Am Ende der Haidmühlstraße ein kleiner Turm, den der Künstler wohl hinzugemogelt hat. Im Zentrum die Pfarrkirche, interessanterweise mit eigentlich nicht vorhandenen Okuli über den Langhausfenstern. Auffallend der mächtige Baublock der Brauerei Waitzinger und daneben der damals nach Brand wieder neu errichtete Gasthof Wendelstein. Rechts oberhalb ebenfalls neu erbaut der Waitzinger Keller. Bei diesem führt die sog. Seufzerallee zum Weiler Straß, der noch angedeutet ist. Hinter der Pfarrkirche das Bezirksamt, nebenan erstmals das Rentamt (Finanzamt) dargestellt, dahinter die Villen Bichl, Kammerer und Gumppenberg, darüber am Harzberg das Schlößl. Links die Portiunkulakirche mit der Mädchenschule und Kloster. Dahinter in der Entfernung Au und Parsberg. Im Vordergrund der Ansicht die noch ländliche Gestalt der Situation an heutiger Bergwerk-, Frauenschul- und Albert-Schweitzer-Straße. In der Mitte das noch schindelgedeckte Wasenmeisterhaus, rechts daneben das spätere Gillhuberhaus an der Johannisbrücke, am Hang das heutige Kinshoferhaus. Bei der Brücke das Leprosenhaus mit dem Kapellenbildstock des Hl. Johann Nepomuk, dahinter aufsteigend die Häuser an der Tölzer Straße, überragt von einem Pavillon an einem Bergvorsprung. Dieses Bellevue war ein beliebter Aussichtspunkt. Auf der Höhe drei Villen: Neumayr (links), Knauer (Mitte) und Fohr (rechts). Letztere mit herrschaftlich gestaltetem Park. Im Hintergrund des Bildes von links der Vogelherd, der Harzberg und Stadlberg (jeweils mit einzelnen Höfen). Rechts der Bergrücken der Gindelalm. Dahinter das schneebedeckte Hochgebirge mit links der Mitte dem Wendelstein. Die Künstlerfamilie Gumberger hatte starke Beziehungen nach Miesbach, da von hier Nikolaus‘ Frau Elisabeth Hiltl (1834-1904) stammte. Die Familie lebte auch zeitweise hier.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
59 x 73 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Identifikator
Inv.-Nr. 00572
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Nikolaus Gumberger (1822-1898) oder Josef Gumberger (1856-1918) Kauf um 1980
Zeit
Um 1880
Informationen über die verwendeten Medien
Marckh Miespach
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die wohl bekannteste historische Ansicht Miesbachs stammt von Michael Wening. Älter ist nur die Vedute des Philipp Apian aus der Zeit um 1560. Diese zeigt allerdings nur einen skizzenhaften Ausschnitt, während Wening die heutige Altstadt komplett wiedergibt. Es fehlen lediglich die etwas abseits liegenden Bauten am Gänsbichl (Badstraße), am Tölzer Berg und an der Wallenburger Straße.
Wening zeigt Miesbach von Westen, sein Standort war am Hang des heutigen Friedhofsberges. Der Künstler fertigte – wie damals üblich – vor Ort nur Skizzen an, während er die Ansicht in seinem Atelier fertigte. Miesbach breitet sich vor dem Betrachter aus: Die wichtigsten Gebäude sind leicht erhöht und detaillierter wiedergegeben, während die restlichen Gebäude standardisierter sind. Man erkennt im Vordergrund links die erst später nach dem Hl. Johann Nepomuk benannte Schlierachbrücke. Die Windrose liegt auf der heute Waldeckerhöhe genannten Anhöhe. Rechts davon sieht man die zweite Schlierachbrücke, heute Baderwirtsbrücke genannt. Im Mittelgrund breiten sich die Bauten des Marktes Miesbach aus. Deutlich zu erkennen ist die Lage auf den östlichen Terrassen des Schlierachtales und die noch heute vorhandenen Straßen und Plätze. Die Höhenstufen werden in lokaler Tradition auch Riese genannt. Auf der obersten Terrasse links die Portiunkulakirche, daneben das Schloss mit den Zwiebeltürmen. Rechts unterhalb des Schlosses das Markttor und eine Mauer. Der ganze Bereich des Oberen Markts war wohl früher mit einfachen Toren bezeichnet. Der ganze Ort vermutlich mit einem einfachen Zaun gesichert. Unterhalb des Schlosses die stattliche Pfarrkirche mit dem damaligen Zwiebelturm, anschließend das Anwarthaus mit Doppelwalmdach und rechts oberhalb an der Hangkante ein kleiner Turm, der zusammen mit dem Anwartshaus wohl ein Überbleibsel der Burg Miesbach war. In der südöstlichen Ecke des Platzes das nach der Zerstörung beim Stadtbrand von 1783 nicht wiederaufgebaute Gerichtsschreiberhaus mit prächtiger Fassade zum Platz. Der Obere Markt ist auch deutlich als zentraler Platz erkennbar. Noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts blieb er der Hauptplatz der Stadt, war er doch die Keimzelle der Bürgerstadt. Hier konzentrierten sich die vornehmeren Gewerbe und die Gasthöfe. Die Bebauung auf der untersten Ebene ist deutlich schlichter dargestellt. Hier waren bis Ende des 18. Jahrhunderts vornehmlich einfachere Gewerbe und Tagelöhner angesiedelt. Als Hausform gab es hier auch Herbergen. Auffallend ist am linken Rand des untersten Bereichs die Einmündung des Miesbaches in die Schlierach. Etwas oberhalb der Windrose finden sich am Rande der Häuser zwei kleine Hütten, aus denen Qualm aussteigt. Dabei dürften es sich um die ältesten bekannten Schießhütten sein. Der Hintergrund der Ansicht wird durch Wiesen und bewaldete Höhen gebildet. Ganz rechts vor der Kulisse des Hochgebirges der Schliersee mit der gleichnamigen Ortschaft und Westenhofen. Zwischen Portiunkulakirche und Schloss das Wappen der Grafschaft Hohenwaldeck. In der Mitte oben Spruchband „Marckh Miespach.“.
Angaben zum Objekt
Typ
Grafik
Abmessung/Umfang
26 x 67 cm
Material/Technik
Kupferstich
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00557
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Michael Wening (1641-1718) Altbestand
Zeit
1701
Marckh Miespach
Miesbach erstmals gesamt
Informationen über die verwendeten Medien
Miesbach um 1700
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Modell von Miesbach steht in der Tradition der berühmten Stadtmodelle, welche Jakob Sandtner in den Jahren um 1570 von den damaligen bayerischen Haupt- und Residenzstädten geschaffen hatte. Sie waren damals die ersten präzisen dreidimensionalen Wiedergaben von Städten und wurden entsprechend gewürdigt. Vorlage für das Modell von Miesbach ist der Kupferstich von Michael Wening.
Das Modell, das Miesbach um 1700 darstellt, besteht aus ungefasstem Holz. Seine Basis besteht aus drei unterschiedlich breiten und miteinander verleimten Holzrplatten, mit einer Höhe zwischen etwa 3 und 9 cm. Aus ihnen ist das Geländeprofil gestaltet. Die Hauptwege und der Miesbach sind flach eingekerbt. Auf das Gelände aufgeklebt sind die Gebäude, Zäune und Bäume, die ebenfalls geschnitzt sind. Auf der obersten Höhe die Portiunkulakirche und das Pflegschloss, noch mit vier Ecktürmen und einer Mauer, sowie das Markttor und einer Mauer mit niedrigen Türmen auf der nach Süden anschließenden Hochfläche, dem Standort der ersten Miesbacher Burg. Unterhalb des Schlosses das doppelgiebelige Anwartshaus und die Häuser des Oberen Marktes. Daneben erhöht auf dem Rosenbühel die Pfarrkirche. Nördlich davon die Häuser des Mauggenthals und westlich die Häuser am heutigen Marienplatz. Der Bereich der heutigen Kirchgasse und des Lebzelterberges folgen nach Süden. Die Stellung der Häuser entspricht allerdings nicht exakt dem Wening-Stich, einige Häuser fehlen, andere sind an anderer Stelle wiedergegeben. Zudem fehlt der gesamte Bereich des Unteren Marktes und das westlich zur Schlierach gehende Gelände. Augenscheinlich wurden diese Bereiche abgetrennt um ein kleineres Modell zu erhalten. Erkennbar ist dies an den helleren Schnittflächen am Sockel.
Angaben zum Objekt
Typ
Modell
Abmessung/Umfang
15,5 x 50 x 41 cm
Material/Technik
Holz
Identifikator
Inv.-Nr. 00660
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Reinhold Zellner (1903-1990) Auftragsarbeit
Zeit
1922
Miesbach um 1700
Alt-Miesbach in 3D
Informationen über die verwendeten Medien
Miesbach von Westen
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Ansicht von Miesbach von Westen, wenige Jahre vor dem großen Brand von 1783, bei dem das alte Miesbach fast vollständig verloren ging. Durch die detailreiche Darstellung ist es ein wichtiges Zeitzeugnis. Nach dem Wening-Stich von Miesbach aus dem Jahre 1701 ist es sogar erst die zweite Gesamtansicht, die auf uns gekommen ist. Der Münchner Georg Fidel Feeg war ein sehr früher Vertreter des gebildeten Bürgertums, der den Weg auf's Land suchte und dokumentierte.
Die Feeg’sche Vedute zeigt im Mittelgrund den Marktort. Links der Mitte die Pfarrkirche mit erkennbarem Friedhof. Darüber das Schloss, am linken Bildrand die Portiunkulakirche. Zwischen Schloss und Kirche eine kleine Kapelle oder ein Kapellenbildstock gerahmt von Bäumen. Am Oberen Markt der Bierkeller des Kurfürstlichen Bräuhauses (heute: Haindlkeller) neben der Pfarrkirche, weiter rechts der mächtige Baublock des Kurfürstlichen Bräuhauses (heute: Waitzinger). Zwischen Bierkeller und Bräuhaus oberhalb der Häuser ein kleiner Turm erkennbar, wohl der letzte bauliche Rest der Burg Miesbach. Unterhalb des Oberen Marktes die Häuser um den Marktplatz (rechts), Marienplatz (unterhalb der Kirche) und im Mauggenthal (heute: Frühlingstraße, links). Von letzterem fließt der Miesbach nach links unten in Richtung Schlierach. Diese ist nur am linken und rechten Bildrand angeschnitten. Links dabei im Mündungsgebiet des Miesbaches eine Windrose, daneben die nur noch wenig erkennbare Signatur „G. F. Feeg“ und die Datierung auf 1775. Rechts unterhalb der Mitte die Schlierachbrücke (heute: Johannisbrücke), am rechten Bildrand die zweite Schlierachbrücke (heute: Baderwirtsbrücke) und angeschnitten ein Haus, vermutlich die Schlierachmühle. Auf der Wiese zwischen den Brücken kleine Hütten der Schützen, etwa im heutigen Bereich Rathaus- und Waagstraße. Hier auch mit Kopfweiden die typische Vegetation an Flussufern. Um den Ort angedeutete Zäune, welche vielleicht als Palisaden den Markt Miesbach schützten. Im Hintergrund von links der Vogelherd, das Parsberger Tal mit Fernblick in ein Gebirge, der Harzberg und der höhere Stadlberg. Am rechten Rand unterhalb des Stadlbergs der Weiler Straß erkennbar, vermutlich auch Großthal. Auf der Höhe des Harzberges Höfe erkennbar. Oben eine Kartusche mit der Bezeichnung „Markt Miesbach“ und eine barbusige Engelsfigur mit wehendem Gewand. In ihren Händen jeweils eine Posaune mit Wappentüchern, das linke mit dem Wappen des Kurfürstentums Bayern, das rechte mit dem Wappen der Grafschaft Hohenwaldeck. Die beiden Wappen weisen darauf hin, dass Miesbach und die Grafschaft Hohenwaldeck noch bis 1803 ein eigenständiges Gebiet unter der Oberherrschaft des bayerischen Kurfürsten war. Als Urheber der Zeichnung konnte erst vor wenigen Jahren Georg Fidel Feeg ermittelt werden. Dieser war der Sohn eines Haager Landrichters und hatte ab 1776 das Amt des Pflegers des kurfürstlichen Josephspitals in München inne. In seinem Nachruf im Münchner Intelligenzblatt wird berichtet, dass er den Künsten zugetan war und diese in seinen Musestunden pflegte. In gehobenen Schichten gehörte die Beschäftigung mit Malerei zur Grundausbildung. Interessanterweise forschte Feeg in der Art des Benjamin Franklin zudem mit parabolischen Lampen und Luftmaschinen.
Angaben zum Objekt
Typ
Grafik
Abmessung/Umfang
28 x 79 cm
Material/Technik
Aquarellierte Zeichnung
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00554
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Georg Fidel Feeg (1749-1797) Altbestand
Zeit
1775
Miesbach von Westen
Gewissenhaftes Studium führt zu hoher Kunst
Informationen über die verwendeten Medien
Miesbach im Herbst 1854/55
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Detailreiche Ansicht von Miesbach, kurz bevor sich mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahre 1861 das Stadtbild veränderte. Außerdem hat auch das Bergwerk noch keine Spuren hinterlassen, Miesbach wirkt also vorindustriell. Anlass für die Zeichnung waren möglichweise die Vorbereitungen für die Alpenreise König Maximilians II. im Jahre 1858.
Der Standort des Künstlers ist erhöht am linken Schlierachufer in der heutigen Frauenschulstraße. Etwas nach links versetzt des Mittelpunkts die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, links oberhalb das Schloss (damals Bezirksamt). Durch einen in der Realität nie vorhandenen Graben getrennt die Portiunkulakirche. Hier erkennt man im Hintergrund den vereinfacht dargestellten Turm der Pfarrkirche in Parsberg. Oberhalb des Schlosses das Harzbergschlößl und den Harzbergerhof. Im Vordergrund der schmale Verlauf der Schlierach, am linken unteren Rand das Dach des Schinderanwesens in der heutigen Bergwerkstraße. Leichte Aquarellierung, dadurch hervorgehoben die hoch aufragenden Dächer der Brauerei Waitzinger. Rechts unten das Salzeinnehmeramt (später Bergschule und Gemeindehaus Wies) mit vier großen Pappeln. Trotz einzelner Abweichungen ist die Abbildung wegen seiner ansonsten genauen Darstellung von großer stadtgeschichtlicher Bedeutung. Rechts unten ist sie beschriftet „Miesbach im Herbst 1854/55“. Auf der Rückseite hat Belleville die skizzenhaften Umrisse von mehreren Bergen unserer Gegend gezeichnet, darunter den Schwarzenberg, Breitenstein und Wendelstein. Da sich auch Höhenangaben in Fuß finden, untermauert den Verdacht, dass Belleville seine Zeichnung auf einer Wanderung angelegt hat.
Angaben zum Objekt
Typ
Grafik
Abmessung/Umfang
23 x 30 cm
Material/Technik
Bleistift und Tusche auf Papier
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00553
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Carl Belleville (1809-1862) Altbestand
Zeit
1854/55
Miesbach im Herbst 1854/55
Damit der König weiß wo er Station machen wird
Informationen über die verwendeten Medien
Miesbach von Nordwesten
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Um 1880 entstand eine der malerischsten Ansichten von Miesbach. Damals war Miesbach ein aufstrebender Industrieort und zugleich ein beliebtes Fremdensziel. Das Bild stammt entweder von Nikolaus Gumberger oder seinem Sohn Josef, vielleicht arbeiteten aber auch beide zusammen an dem Bild.
Die Ansicht zeigt Miesbach aus nordwestlicher Richtung, von der Höhe des jetzigen Frauenschulberges. Im Mittelgrund liegt der Marktort Miesbach. Im vorderen Bereich die damals neuen Industrieanlagen: von links nach rechts eine einfahrende Eisenbahn, dann Lagerhallen, eine öffentliche Toilette und zuletzt der Bahnhof. Direkt rechts hinter dem Bahnhof die lange Zeit beliebte Bahnhofswirtschaft Kobl. Mit etwas Abstand folgen die Bergschule, die Bergwerksanlagen mit Förderturm des Knorrschachts, Kamin und Kohlenstadl und zuletzt die Kamine der Zementfabrik in der Badstraße. Hinter dieser genannten Reihe die Häuser des Marktes von der Wallenburger Straße (links) bis in die Haidmühlstraße (rechts). Am Ende der Haidmühlstraße ein kleiner Turm, den der Künstler wohl hinzugemogelt hat. Im Zentrum die Pfarrkirche, interessanterweise mit eigentlich nicht vorhandenen Okuli über den Langhausfenstern. Auffallend der mächtige Baublock der Brauerei Waitzinger und daneben der damals nach Brand wieder neu errichtete Gasthof Wendelstein. Rechts oberhalb ebenfalls neu erbaut der Waitzinger Keller. Bei diesem führt die sog. Seufzerallee zum Weiler Straß, der noch angedeutet ist. Hinter der Pfarrkirche das Bezirksamt, nebenan erstmals das Rentamt (Finanzamt) dargestellt, dahinter die Villen Bichl, Kammerer und Gumppenberg, darüber am Harzberg das Schlößl. Links die Portiunkulakirche mit der Mädchenschule und Kloster. Dahinter in der Entfernung Au und Parsberg. Im Vordergrund der Ansicht die noch ländliche Gestalt der Situation an heutiger Bergwerk-, Frauenschul- und Albert-Schweitzer-Straße. In der Mitte das noch schindelgedeckte Wasenmeisterhaus, rechts daneben das spätere Gillhuberhaus an der Johannisbrücke, am Hang das heutige Kinshoferhaus. Bei der Brücke das Leprosenhaus mit dem Kapellenbildstock des Hl. Johann Nepomuk, dahinter aufsteigend die Häuser an der Tölzer Straße, überragt von einem Pavillon an einem Bergvorsprung. Dieses Bellevue war ein beliebter Aussichtspunkt. Auf der Höhe drei Villen: Neumayr (links), Knauer (Mitte) und Fohr (rechts). Letztere mit herrschaftlich gestaltetem Park. Im Hintergrund des Bildes von links der Vogelherd, der Harzberg und Stadlberg (jeweils mit einzelnen Höfen). Rechts der Bergrücken der Gindelalm. Dahinter das schneebedeckte Hochgebirge mit links der Mitte dem Wendelstein. Die Künstlerfamilie Gumberger hatte starke Beziehungen nach Miesbach, da von hier Nikolaus‘ Frau Elisabeth Hiltl (1834-1904) stammte. Die Familie lebte auch zeitweise hier.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
59 x 73 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Identifikator
Inv.-Nr. 00572
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Nikolaus Gumberger (1822-1898) oder Josef Gumberger (1856-1918) Kauf um 1980
Zeit
Um 1880
Miesbach von Nordwesten
Die Moderne ist angekommen
Informationen über die verwendeten Medien
Minna
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das kleine Bildnis der Minna zeigt offenbar eine Bauerntochter. In der Geschichte der Porträtkunst kommen Bildnisse von Personen einfacher Herkunft erst in der letzten Stufe.
Kleines Brustbildnis einer jungen Frau, auf Malkarton, dessen Rückseite zudem mit einer Ölskizze bemalt ist. Die Dargestellte trägt eine oben geöffnete weiße Bluse, darüber eine braune, offene Jacke. Die dunkelblonden Haare hat sie hinten nach oben gesteckt. Der Hintergrund in einem hellen Blauton. Das Bildnis wirkt sehr unformell, die Kleidung und Haltung der Frau zeigen sie in einem Moment des Innehaltens, vielleicht während der Arbeit. Passend dazu die skizzenhafte Malweise, insbesondere am unteren Rand. Hier links die Signatur „F. F.“ Auf der Rückseite eine skizzenhafte, vielleicht ältere Darstellung: Man sieht den Grund einer Schlucht oder eines tiefen Tals, links ein rötlicher Fels, an dessen Fuß eine rot gekleidete Gestalt entlang wandert. Es scheint sich um einen Eremiten zu handeln, denn er hat einen langen weißen Bart, eine Glatze und in seiner Rechten einen langen Stab. Der Vordergrund ist dunkler gehalten und zeigt einen herbstlichen Wald. Das Arrangement lässt ein wenig an Motive Carl Spitzwegs denken. Auf der Rückseite des Rahmens gibt es handschriftliche, deutlich jüngere Angaben zum Bild. Darunter wird die Dargestellte als „Minna“ bezeichnet; außerdem heißt es dort: „Tochter von Schweinsteig bei Miesbach“. Diese letzte Angabe ist etwas verwirrend, da es keinen Hof oder Weiler Schweinsteig im näheren Umkreis von Miesbach gibt. Dagegen sind für den Zeitraum, in dem Freund in Miesbach lebte, zwei Familien mit Namen Schweinsteiger in der Nähe von Miesbach bekannt. Möglichweise ist dem Schreiber aber auch ein Fehler unterlaufen und er wollt Schweinthal schreiben. Dieser Weiler befindet sich außerhalb von Miesbach.
Angaben zum Objekt
Typ
Tafelbild
Abmessung/Umfang
37,5 x 28,3 cm
Material/Technik
Öl auf Karton
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 01929
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Fritz Freund (1859-1936) Kauf 2015
Zeit
Um 1900
Kunst
Miesbach war und ist Wirkungsstätte zahlreicher Künstler. Dies zu dokumentieren ist eine Kernaufgabe des Heimatmuseums.
Auch wenn Miesbach nie ein größeres Kunstzentrum geworden ist, so sind seit mindestens 400 Jahren durchweg Maler und Bildhauer hier ansässig.
1894 wird in Miesbach der weltbekannte Maler Christian Schad geboren.
Das Stadtarchiv beherbergt eine grafische Sammlung seiner Werke und einen eigenen Archivbestand.
Informationen über die verwendeten Medien
Heuernte
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der akademisch geschulte Maler Fritz Freund hat eine ganze Reihe prächtiger Bilder geschaffen, welche die Landschaft um Miesbach wiedergegeben. Sie gehören zu den schönsten Ansichten unserer Gegend. Freund gehört zu dem bekannten Künstlerkreis der Münchner Schule.
Das großformatige Ölgemälde stellt eine Heuernte in einer Landschaft des Alpenvorlandes dar. Der Blick geht von einem leicht erhöhten Standort aus über einen mäßig abfallenden Hang in ein Tal und auf dahinter liegende Hügel. Auf der Wiese sind mehrere Personen mit der Heuernte beschäftigt und beladen einen Leiterwagen. Die Wiese wird im Hintergrund von Bäumen begrenzt, nach rechts schließt ein erhöht verlaufender Weg an. Dieser führt zwischen Bäumen hindurch zu einem Gehöft. Der Blick in das Tal lässt eine Kirchturmspitze und wenige Dächer erkennen. Die im Tal erkennbare Turmspitze hat Ähnlichkeit mit der der Pfarrkirche in Parsberg, auch die Lage lässt an das Dorf Parsberg erinnern. Denn auf der Gegenseite steigt ein Höhenzug an, wie es sich von der Parsberger Höhe Richtung Norden mit Blick über Parsberg auf den Voglherd ergibt. Allerdings ist die Turmspitze nur ähnlich und keine exakte Wiedergabe des Originals, sodass die Zuordnung nur eine Vermutung bleiben muss, da die topographische Anordnung in unserer Region häufiger ist. Der Rahmen ist ein aufwändig geschnitzter Rahmen, vergoldet und mit barocken Kartuschen in den Ecken. Er unterstreicht einen heiteren Gesamteindruck des Bildes, trotz der harten, körperlichen Arbeit, welche das Thema des Bildes ist. Auf der Rückseite ein Papieraufkleber mit der Aufschrift: „Ständige Kunst-Ausstellung der Münchener Künstler-Genossenschaft im Gebäude des alten Nationalmuseums, Maximilianstraße 26“. Fritz Freund war Mitglied dieser renommierten Künstlervereinigung und stellte im Rahmen dieser auch einige Male im Münchner Glaspalast aus.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
108,5 x 138,5 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Identifikator
Inv.-Nr. 02900
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Fritz Freund (1859-1936) Kauf 2015
Zeit
Anfang 20. Jahrhundert
Heuernte
Körperliche Arbeit romantisch dargestellt
Informationen über die verwendeten Medien
Minna
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das kleine Bildnis der Minna zeigt offenbar eine Bauerntochter. In der Geschichte der Porträtkunst kommen Bildnisse von Personen einfacher Herkunft erst in der letzten Stufe.
Kleines Brustbildnis einer jungen Frau, auf Malkarton, dessen Rückseite zudem mit einer Ölskizze bemalt ist. Die Dargestellte trägt eine oben geöffnete weiße Bluse, darüber eine braune, offene Jacke. Die dunkelblonden Haare hat sie hinten nach oben gesteckt. Der Hintergrund in einem hellen Blauton. Das Bildnis wirkt sehr unformell, die Kleidung und Haltung der Frau zeigen sie in einem Moment des Innehaltens, vielleicht während der Arbeit. Passend dazu die skizzenhafte Malweise, insbesondere am unteren Rand. Hier links die Signatur „F. F.“ Auf der Rückseite eine skizzenhafte, vielleicht ältere Darstellung: Man sieht den Grund einer Schlucht oder eines tiefen Tals, links ein rötlicher Fels, an dessen Fuß eine rot gekleidete Gestalt entlang wandert. Es scheint sich um einen Eremiten zu handeln, denn er hat einen langen weißen Bart, eine Glatze und in seiner Rechten einen langen Stab. Der Vordergrund ist dunkler gehalten und zeigt einen herbstlichen Wald. Das Arrangement lässt ein wenig an Motive Carl Spitzwegs denken. Auf der Rückseite des Rahmens gibt es handschriftliche, deutlich jüngere Angaben zum Bild. Darunter wird die Dargestellte als „Minna“ bezeichnet; außerdem heißt es dort: „Tochter von Schweinsteig bei Miesbach“. Diese letzte Angabe ist etwas verwirrend, da es keinen Hof oder Weiler Schweinsteig im näheren Umkreis von Miesbach gibt. Dagegen sind für den Zeitraum, in dem Freund in Miesbach lebte, zwei Familien mit Namen Schweinsteiger in der Nähe von Miesbach bekannt. Möglichweise ist dem Schreiber aber auch ein Fehler unterlaufen und er wollt Schweinthal schreiben. Dieser Weiler befindet sich außerhalb von Miesbach.
Angaben zum Objekt
Typ
Tafelbild
Abmessung/Umfang
37,5 x 28,3 cm
Material/Technik
Öl auf Karton
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 01929
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Fritz Freund (1859-1936) Kauf 2015
Zeit
Um 1900
Minna
Natürliche Schönheit
Informationen über die verwendeten Medien
Ginding am Taubenberg
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Zeichnung des Bauernhofes Ginding am Taubenberg ist ein reizvolles Produkt einer Entdeckung des bäuerlichen Lebens und anderer Alltagsszenen durch renommierte Künstler. Sie ist auch als eine Aufwertung der bäuerlichen Kultur zu sehen, wenn ihre Behausungen und Lebensumstände in das Licht der Kunst gestellt werden.
Teilansicht des Hofes Ginding (Günding, Günderer) am Taubenberg. Der Blick geht von Süden auf 4 1/2 Achsen des Wohnteils und links anschließend eine Achse des Stalls. Der Wohnteil mit Laube, auf der Wäsche über der Brüstung hängt. Vor dem Wohnteil ein einfacher Zaun und links ein aufwändig gestalteter Wassertrog, darunter ein Huhn. Der Stall tritt in der oberen Etage hervor. Wirkungsvoll die Schattierungen, wodurch eine lebhafte Darstellung erreicht wird. Rechts unten das Monogramm des Künstlers und die Beschriftung „am Taubenberg. 5. Sept. 1917. Ginding“. Die Zeichnung ist also bei einer Wanderung entstanden. Angelo Graf von Courten war in München ein etablierter Maler, der auch Aufträge für den Königshof ausführte. Seit der Jahrhundertwende kam er auch in die Miesbacher Gegend zur Sommerfrische.
Angaben zum Objekt
Typ
Grafik
Abmessung/Umfang
25 x 34 cm
Material/Technik
Kreidezeichnung
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00548
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Angelo Graf von Courten (1848-1925) Schenkung 1981
Zeit
5. September 1917
Ginding am Taubenberg
Kunst im Vorbeigehen
Informationen über die verwendeten Medien
Alpenrosen
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der Schweizer Maler Richard Schaupp lebte viele Jahre in Miesbach. Er arbeitete oft als Buchillustrator. So findet sich das Bild „Alpenrosen“ als Buchtitel wieder. Ebenso wurde das Motiv als Farbpostkarte vertrieben.
Dargestellt ist eine junge Frau auf einem Felsvorsprung beim Pflücken von Alpenrosen, auch Almenrausch genannt. Sie kniet dabei barfüßig auf ihrem linken Bein. Die Frau ist ländlich-modisch, aber etwas konservativ im Stil der Zeit um 1930 gekleidet: neben einem blauen Rock ist dies ein schwarzes Oberteil mit einem rechteckigen Ausschnitt, darunter eine weiße Bluse. Zum Gewand passt die blonde Haartracht mit einem geflochtenen Zopf. Während die junge Frau ihre Linke erhoben hat und hier einen Strauß mit Alpenblumen, Almenrausch und Enzian, hochhält, greift ihre Rechte gerade zum Almenrausch, das sich am Felsabhang befindet. Im Hintergrund ist der Ausblick auf die voralpine Landschaft zu erkennen, darunter angedeutet einige Seen, rechts eine ansteigende Hügel- oder Berglandschaft. Den größten Teil des Hintergrundes bildet der Himmel, der in hellblauen, weißen und grauen Tönen gehalten ist.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
63 x 78 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Identifikator
Inv.-Nr. 01272
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Richard Schaupp (1871-1954) Schenkung bald nach 1932
Zeit
1932
Alpenrosen
Verwertung der Kunst
Informationen über die verwendeten Medien
Konrad Adenauer
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der in Miesbach geborene Sepp Frank ist ein bisher in unserer Region wenig bekannter Maler, Glasmaler und Radierer. Aus seinem Werk stechen seine ausdrucksstarken Radierungen hervor. Das Heimatmuseum Miesbach besitzt eine größere Sammlung von Werken Sepp Franks.
Großformatige, hochrechteckige Radierung mit dem Porträtkopf des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer (1876-1967). Adenauer war seit 1949 im Amt und war 1953 das erste Mal wiedergewählt worden. Er sollte noch bis 1963 im Amt bleiben. Zur Zeit der Darstellung durch Sepp Frank erfreute sich Adenauer großer Beliebtheit und hatte den ersten Höhepunkt seiner Amtszeit erreicht: im selben Jahr hatte West-Deutschland durch die Verabschiedung der Pariser Verträge eine Teilsouveränität wiedererlangt, das Besatzungsstatut der drei westlichen Alliierten wurde aufgehoben. Zudem hatte die Sowjetunion offiziell den Kriegszustand mit Deutschland beendet, sodass in der Folge auch die letzten Kriegsgefangenen von dort heimkehren konnten. Die Radierung zeigt ausschließlich den Kopf Konrad Adenauers. Er blickt dem Betrachter direkt in die Augen. Der Hintergrund an den Rändern der Druckplatte dunkler. Etwas oberhalb der linken unteren Ecke die Signatur und Datierung aufgedruckt. Links unten die Auflage: „15/25“.
Angaben zum Objekt
Typ
Grafik
Abmessung/Umfang
71,9 x 50 cm
Material/Technik
Radierung
Identifikator
Inv.-Nr. 02254
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Sepp Frank (1889-1970) Kauf 2018
Zeit
1955
Konrad Adenauer
Auf das Wesentliche reduziert
Informationen über die verwendeten Medien
Häuser am Hang
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der Agatharieder Maler Rudi Leitner war zu Lebzeiten einer der begabtesten Künstler unserer Region. Besonders interessant sind seine Ansichten mit Motiven aus dem Landkreis und der Stadt Miesbach. Während Leitner vorwiegend für seine fotorealistischen Bilder bekannt ist, sticht das Bild „Häuser am Hang“ durch einen impressionistischen Stil heraus.
Das Bild „Häuser am Hang“ ist ein frühes Werk Rudi Leitners. Nach persönlicher Auskunft des Künstlers hat er hier die Häuserzeile am nördlichen Rand der Miesbacher Riviera dargestellt. Skizzenartig sind insgesamt vier Wohnhäuser an einem Hang dargestellt, zwei giebelseitig, eines traufseitig und ein höher aufragendes mit zwei Giebeln sichtbar. Die Häuser sind umstanden von zahlreichen, auffallend schlanken Bäumen in den verschiedensten, nicht natürlichen Farben, von gelb über rosa bis blau und violett, wodurch der impressionistische Charakter verstärkt wird. Der Himmel links oben noch hellblau, über den Häusern eine weiße, rosaumrandete Wolke, hinter der rechts und hinter den Bäumen eine große rosafarbene Wolke auftaucht. Rechts unten ist das Werk signiert. Der Rahmen ist aus schlichtem Holz, hellbeige angemalt. Auf der Rückseite hat der Künstler eine Visitenkarte aufgeklebt und handschriftlich vermerkt: „HÄUSER AM HANG / 1963“.
Angaben zum Objekt
Typ
Tafelbild
Abmessung/Umfang
50,2 x 60,5 cm
Material/Technik
Öl auf Karton
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 01606
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Rudi Leitner (1934-2022) Kauf 2011
Zeit
1963
Häuser am Hang
Zaghafter Blick in die Moderne
Informationen über die verwendeten Medien
Christian Schad: Selbstporträt
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Stadtarchiv Miesbach
Beschreibung
Verstählte Kupferradierplatte für die Herstellung eines Selbstporträts von Christian Schad (1894-1982).
Verstählte Kupferradierplatte für die Herstellung eines Selbstporträts von Christian Schad (1894-1982). Die Platte ist Teil des Christian-Schad-Archiv-Richter. Dieses wurde 2018 von der Stadt Miesbach erworben. Es ist beim Stadtarchiv Miesbach angesiedelt. Der große Künstler Christian Schad wurde in Miesbach geboren. Er nimmt unter den mit der Stadt verbundenen Künstlern eine Sonderstellung ein: Er ist einziger weltweit bekannt und in berühmten Sammlungen vertreten.
Angaben zum Objekt
Typ
Druckplatte
Teil von
Christian-Schad-Archiv-Richter
Abmessung/Umfang
13 x 17 cm
Material/Technik
Kupfer, verstählt
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Christian Schad
Zeit
1981
Ort
Keilberg
Christian Schad
Blick in die Augen eines großen Künstlers
Religiöse Kunst
Eine wichtige Untergruppe im Bereich Kunst ist die Religiöse Kunst.
Bis zur Säkularisation im Jahr 1803 war die Kirche ein Hauptauftraggeber für Künstler.
In den Miesbacher Gotteshäusern finden sich bedeutende Werke. Der Ortsbrand von 1783 zerstörte aber ältere Stücke.
Die Sammlung präsentiert trotzdem hervorragende Einzelwerke.
Informationen über die verwendeten Medien
Pietà
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Als Pietà wird in der Kunstgeschichte jenes Motiv bezeichnet, bei dem Jesus nach dem Tod am Kreuz in den Armen seiner Mutter Maria liegt. Gerade im Spätmittelalter wurde diese Darstellung häufig umgesetzt. Es ist dabei die Spannung zwischen Tod und Leben, vermittelt durch spezifische Merkmale wie körperliche Stärke und Zeichen der Kraftlosigkeit.
Die Figurengruppe besteht aus Jesus und Maria. Maria scheint zu knien, was aber durch das weite Gewand verdeckt wird. Sie trägt ein rotbraunes Gewand mit goldenem Kragen, darüber ein weiter Mantel, der außen vergoldet und innen blau ist. Das Kopftuch ist ebenfalls golden gefasst. Der Faltenwurf des Mantels ist sehr bewegt und rahmt förmlich den toten Leib des Sohnes. Maria wendet sich zu ihrem Sohn und hat dadurch eine gebeugte Haltung. Mit ihrer linken Hand stützt sie den Kopf des Sohnes, während die rechte Hand den rechten Arm des Sohnes stützt. Der Zwiespalt zwischen Bewegung und Innehalten wird dadurch unterstrichen, dass Maria weint. Dem leblosen Körper Jesu fehlt jede Körperspannung, was durch den nach hinten geknickten Kopf und die kraftlosen Körperglieder betont wird. Einzig durch seine Mutter Maria ist Jesus zu einer sitzenden Position gebracht worden. Der Oberkörper liegt dabei im Arm der Mutter, vorne nach rechts die abgewinkelten Beine. Der linke Arm hängt leblos nach unten, wobei der Zeigefinger nach unten weist; man könnte hier an einen „Fingerzeig“ zum Reich des Todes denken. Der rechte Arm wird von der Muttergottes gehalten und liegt auf dem Unterarm der Mutter, wo sich die Finger der Hand elegant spreizen. Ein Kontrast zwischen Leben und Tod ist das Antlitz Jesu: Die langen lockigen Haare und der volle Bart lassen an einen Mann in den besten Jahren denken, seine geschlossenen Augen und das von der Dornenkrone rührende Blut auf der Stirn konterkarieren diesen Eindruck. Der Körperbau Jesu ist gut ausgebildet und nicht ausgezehrt. Besonders markant ist dabei der große Bauchnabel. Und doch sieht man an den Füßen und den Händen die Wundmale sowie an der Brust die klaffende und blutende Wunde. Jesus wirkt zuletzt auch ein wenig wehrlos, da er nur einen vergoldeten Lendenschurz trägt und ansonsten nackt ist. Die Umsetzung des Pietà-Motivs ist sehr geschickt auf die wenig großen und wenig tiefen Maße ausgerichtet, denn die Rückseite ist abgeflacht. Besonders für die Draufsicht konzipiert, lässt die Gestaltungsweise einen nicht unbedeutenden Künstler vermuten. Sicher ist dies nicht der Großmeister Hans Leinberger selbst, aber der Künstler könnte durchaus aus seinem Umkreis zu suchen sein. Die Pietà stammt aus der Schlosskapelle von Wallenburg, die vor etwa 200 Jahren abgebrochen worden ist. Als Auftragsarbeit der Schlossherren, vielleicht damals schon die Maxlrainer, ist ein angesehener Bildhauer recht plausibel.
Angaben zum Objekt
Typ
Skulptur
Abmessung/Umfang
52,5 x 51 x 9,5 cm
Material/Technik
Holz, gefasst und vergoldet
Identifikator
Inv.-Nr. 00090
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Unbekannter Bildhauer aus dem Umkreis von Hans Leinberger Altbestand
Zeit
Anfang 16. Jahrhundert
Informationen über die verwendeten Medien
Pietà
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Als Pietà wird in der Kunstgeschichte jenes Motiv bezeichnet, bei dem Jesus nach dem Tod am Kreuz in den Armen seiner Mutter Maria liegt. Gerade im Spätmittelalter wurde diese Darstellung häufig umgesetzt. Es ist dabei die Spannung zwischen Tod und Leben, vermittelt durch spezifische Merkmale wie körperliche Stärke und Zeichen der Kraftlosigkeit.
Die Figurengruppe besteht aus Jesus und Maria. Maria scheint zu knien, was aber durch das weite Gewand verdeckt wird. Sie trägt ein rotbraunes Gewand mit goldenem Kragen, darüber ein weiter Mantel, der außen vergoldet und innen blau ist. Das Kopftuch ist ebenfalls golden gefasst. Der Faltenwurf des Mantels ist sehr bewegt und rahmt förmlich den toten Leib des Sohnes. Maria wendet sich zu ihrem Sohn und hat dadurch eine gebeugte Haltung. Mit ihrer linken Hand stützt sie den Kopf des Sohnes, während die rechte Hand den rechten Arm des Sohnes stützt. Der Zwiespalt zwischen Bewegung und Innehalten wird dadurch unterstrichen, dass Maria weint. Dem leblosen Körper Jesu fehlt jede Körperspannung, was durch den nach hinten geknickten Kopf und die kraftlosen Körperglieder betont wird. Einzig durch seine Mutter Maria ist Jesus zu einer sitzenden Position gebracht worden. Der Oberkörper liegt dabei im Arm der Mutter, vorne nach rechts die abgewinkelten Beine. Der linke Arm hängt leblos nach unten, wobei der Zeigefinger nach unten weist; man könnte hier an einen „Fingerzeig“ zum Reich des Todes denken. Der rechte Arm wird von der Muttergottes gehalten und liegt auf dem Unterarm der Mutter, wo sich die Finger der Hand elegant spreizen. Ein Kontrast zwischen Leben und Tod ist das Antlitz Jesu: Die langen lockigen Haare und der volle Bart lassen an einen Mann in den besten Jahren denken, seine geschlossenen Augen und das von der Dornenkrone rührende Blut auf der Stirn konterkarieren diesen Eindruck. Der Körperbau Jesu ist gut ausgebildet und nicht ausgezehrt. Besonders markant ist dabei der große Bauchnabel. Und doch sieht man an den Füßen und den Händen die Wundmale sowie an der Brust die klaffende und blutende Wunde. Jesus wirkt zuletzt auch ein wenig wehrlos, da er nur einen vergoldeten Lendenschurz trägt und ansonsten nackt ist. Die Umsetzung des Pietà-Motivs ist sehr geschickt auf die wenig großen und wenig tiefen Maße ausgerichtet, denn die Rückseite ist abgeflacht. Besonders für die Draufsicht konzipiert, lässt die Gestaltungsweise einen nicht unbedeutenden Künstler vermuten. Sicher ist dies nicht der Großmeister Hans Leinberger selbst, aber der Künstler könnte durchaus aus seinem Umkreis zu suchen sein. Die Pietà stammt aus der Schlosskapelle von Wallenburg, die vor etwa 200 Jahren abgebrochen worden ist. Als Auftragsarbeit der Schlossherren, vielleicht damals schon die Maxlrainer, ist ein angesehener Bildhauer recht plausibel.
Angaben zum Objekt
Typ
Skulptur
Abmessung/Umfang
52,5 x 51 x 9,5 cm
Material/Technik
Holz, gefasst und vergoldet
Identifikator
Inv.-Nr. 00090
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Unbekannter Bildhauer aus dem Umkreis von Hans Leinberger Altbestand
Zeit
Anfang 16. Jahrhundert
Pietà
Spannungsfeld zwischen Tod und Leben
Informationen über die verwendeten Medien
Zwei Leuchterengel
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die 1659 erbaute Portiunkulakirche ist ein bemerkenswerter frühbarocker Zentralbau. Von seiner originalen Innenausstattung hat sich in der Kirche selbst nichts erhalten. Die beiden kleinen Leuchterengel sind daher die einzigen Schnitzwerke, die aus der Erstausstattung der Portiunkulakirche auf uns gekommen sind.
Die beiden Leuchterengel strehen als vollplastische Figuren jeweils auf einer Wolke. Sie sind leicht zueinander gedreht, dabei erkennt man deutlich das jeweilige Stand- und Spielbein. Das Gewand betont ihre bewegte Körperhaltung. Beide haben braune lockige Haare, ein pausbackiges Gesicht mit leicht geröteten Wangen und braune Augen. Ihr rotes Gewand reicht bis zu den Knien und Ellenbogen, an den Revers golden, ebenfalls golden der Gürtel, das Kleid innen schwarz und blau. Die abstehenden Flügel sind schwarz, abgesetzt golden. Die beiden Engel tragen jeweils in der vom Partner abgewendeten Seite einen Leuchter. Die Leuchter werden durch gedrehte Stränge gebildet, ähnlich einer Wachskerze. Leider ist kein Bildhauer bekannt, auch ist in der Zeit der Entstehung für Miesbach kein Bildhauer greifbar. Die Figuren sind zusammen mit der Portiunkulakirche im Jahre 1811 in den Besitz der politischen Gemeinde Miesbach übergegangen. Damals kauften die Miesbacher die Kirche, um sie vor dem Abbruch zu retten. Erst 1972 kam die Kirche wieder in den Besitz der Pfarrei. In der Zwischenzeit wurde das Kirchlein mehrmals umgestaltet, wobei die beiden Engel entnommen wurden.
Angaben zum Objekt
Typ
Skulptur
Abmessung/Umfang
63,5 x 23 x 27 cm und 62,5 x 32 x 23 cm
Material/Technik
Holz, gefasst
Identifikator
Inv.-Nrn. 00079.1-2
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Unbekannter Bildhauer aus dem Raum Miesbach Altbestand
Zeit
2. Hälfte 17. Jahrhundert
Zwei Leuchterengel
Wir bleiben zusammen
Informationen über die verwendeten Medien
Die Heilige Anna lehrt ihrer Tochter Maria das Lesen
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Als Herkunft des Exponats wird in den älteren Inventaren Miesbach angegeben. Das Relief könnte daher aus der Stadtpfarrkirche stammen, da hier ein Seitenaltar der Hl. Anna geweiht war. Nach Umbau und Barockisierung 1663-65 war die Kirche reich ausgestattet. Bis zur Brandzerstörung der Pfarrkirche 1783 wurde die Ausstattung ergänzt. Die Relieftafel der Hl. Anna wäre demnach diesem Zeitraum zuzuordnen.
In einem aufwändig gestalteten Gehäuse nach Art der barocken Reliquiare befindet sich hinter einer Glasscheibe die Figurengruppe „Die Heilige Anna lehrt ihrer Tochter Maria das Lesen“. Die Gruppe ist im Halbrelief gestaltet: Zentral die Hl. Anna, Mutter der Hl. Maria, diese rechts neben ihr als Mädchen, dahinter kleiner der Vater Mariens, der Hl. Joachim. Die Hl. Anna ist als Hauptperson die größte Figur. Sie trägt ein grünes Kleid mit kurzen Ärmeln und einem eckigen Ausschnitt. Darunter ragt ein langärmeliges Hemd hervor. Vom Kopf ausgehend reicht der Mantel der Anna bis auf ihren Schoss. Anna ist nach rechts gewandt und weist mit dem Zeigefinger der linken Hand in ein aufgeschlagenes Buch. Darüber beugt sich ist Annas Tochter Maria, die auch das Buch in der Hand hält. Sie trägt ein einfaches Kleid, von dem fast nur noch die Grundierung vorhanden ist. Auf ihrer Schulter liegt die rechte Hand ihrer Mutter. Hinter Maria steht ihr Vater, der Hl. Joachim. Er steht frontal zum Betrachter und ist deutlich kleiner als seine Frau, wodurch eine räumliche Tiefe gewonnen wird. Joachim trägt ein blaues Gewand und eine blaue Haube. Er hat einen graumelierten Vollbart und stützt seine Hände auf einen Stock. Er betrachtet die Szenerie vor ihm. Der rote Hintergrund ist noch von einem Vorhang umfangen. Im Hintergrund leuchtet ein goldener Strahlenkranz. Der fein geschnitzte Rahmen steht auf einem Sockel, sodass das Bild etwa auf einem Altartisch aufgestellt werden konnte.
Angaben zum Objekt
Typ
Skulptur
Abmessung/Umfang
59 x 44,5 x 16,5 cm
Material/Technik
Holz, gefasst und vergoldet, sowie Glas
Identifikator
Inv.-Nr. 00106
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
18. Jahrhundert
Die Heilige Anna lehrt ihrer Tochter Maria das Lesen
Frauenbildung schon in der Antike
Informationen über die verwendeten Medien
Marienkrönung
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die kleine Figurengruppe der Marienkrönung besticht durch die Feinheit seiner Ausführung. Bemerkenswert ist der Faltenwurf. Schon seit längerem wird es als ein Werk aus dem Umkreis des Bildhauers Ignaz Günther oder eines anderen begabten Künstlers der Zeit angesehen.
Auf eine Tafel gesteckt ist eine Darstellung der Marienkrönung. Die Tafel oben mit eingezogenem Halbbogen. Im Hauptfeld die drei ungefassten, dreiviertelplastischen Figuren Jesu, Maria und Gottvater. Alle drei sitzen auf Wolken in denen sich je zwei körperlose Putti befinden. Jesus blickt leicht nach unten zu seiner Mutter Maria. Er trägt einen langen, reich gefalteten Umhang, der die Lenden bedeckt und weit zur Seite weht. Sein rechter Arm ist abgebrochen. Auf gleicher Höhe auf der rechten Seite Gottvater. Er wirkt, als ob er gerade im Begriff wäre aufzustehen. Er wendet sich in die Mitte der Gruppe. Gottvater ist wie ein Geistlicher gekleidet und trägt ein bodenlanges Chorhemd, eine Dalmatik und über die Schultern einen weiten Mantel, der unter dem Kinn mit einer großen Schnalle geschlossen ist. Seine linke Hand ist abgebrochen. Zwischen Jesus und Gottvater befindet sich Maria eine halbe Körpergröße nach unten versetzt. Sie kniet und hat ihren Kopf in Demut etwas gesenkt sowie beide Arme vor der Brust gekreuzt. Maria trägt ein bodenlanges Gewand und darüber einen weiten Mantel. Über Maria schwebt die Krone, die ihr aufgesetzt werden soll, die aber deutlich größer als ihr Kopf ist. Die Krone hat die Form eines Fürstenhuts und ist mit einem mit Sternen gezierten Ring umgeben. Die Armhaltungen Jesu und Gottvaters sind auf die Krone bezogen und haben sie vielleicht einmal berührt. Mit etwas Abstand über der Gruppe befindet sich die Heilig-Geist-Taube. Ihr fehlt der rechte Flügel. Die Taube und die Figurengruppe sind jeweils von einem vergoldeten, geschnitzten Strahlenkranz umgeben. Die auffallenden Beschädigungen deuten darauf hin, dass die Figurengruppe nicht immer sorgfältig behandelt wurde. Daher wäre es durchaus denkbar, dass sie früher gefasst war und die wohl dann nicht mehr intakte Bemalung entfernt wurde. Ein kleines Indiz könnte sein, dass einzig bei der Figur Gottvaters die Augen durch schwarze Farbe hervorgehoben sind.
Angaben zum Objekt
Typ
Skulptur
Abmessung/Umfang
45,5 x 36 x 8 cm
Material/Technik
Holz, teilweise gefasst und vergoldet
Identifikator
Inv.-Nr. 00311
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Unbekannter Bildhauer aus dem Umkreis des Ignaz Günther Altbestand
Zeit
Mitte 18. Jahrhundert
Marienkrönung
Selbst mit Beschädigung ein kleines großes Kunstwerk
Informationen über die verwendeten Medien
Votivtafel: Barbara Stümpflerin
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Votivtafel der Barbara Stümpflerin berichtet uns mitten aus den Bedrängnissen unruhiger Zeiten und den Hoffnungen, an die man sich klammerte. Vielsagend flieht hier die Hl. Barbara vor einem Berittenen. Dieser erinnert weniger an die Soldateska des gerade tobenden Dreißigjährigen Krieges, sondern vielmehr durch sein Äußeres an die latent währenden Türkenkriege an der österreichisch-ungarischen Grenze. Der offensichtliche Bezug zur Kirche in Reichersdorf, durch die Darstellungen der Hll. Leonhard und Eligius wird noch dadurch bekräftigt, dass es dort eine Barbara-Bruderschaft gab. Das Entstehungsjahr 1640 ist zudem identisch mit dem Jahr, in dem in Reichersdorf der Erdstall entdeckt wurde.
Die Tafel hat durch die Bedachung eine besondere Form, die man sonst meistens in Verbindung mit Kruzifixen findet. Das Hauptbildfeld ist dreigeteilt: Im unteren Bereich links die Hl. Barbara, wie sie vor dem Berittenen in der rechten Hälfte flieht. Barbara läuft in eine dunkle Höhle, die sich im Hintergrund in eine helle Landschaft öffnet. Links unten auf einem Fels ein Kelch mit einer Hostie, eines der Symbole der Heiligen, darüber ein offenes Buch. Getrennt durch ein aufrecht stehendes Felsstück ist auf der rechten Bildhälfte Barbaras Verfolger erkennbar. Er reitet auf einem Pferd, das hinter dem Felsstück hervorbricht. Der Reiter ist als Türke dargestellt und erinnert damit an die Türkengefahr der Zeit. Der Hintergrund gibt hier den Blick in eine Landschaft preis, in der im Mittelgrund eine Stadt erkennbar ist, im Hintergrund Berge. In der Mitte darüber befindet sich der dritte Teil dieses Bildfeldes: Es ist eine Marienkrönung in einem Wolkenkranz. Interessant ist dabei, dass Gottvater eine sog. Hörner-Mitra trägt, wie man sie damals jüdischen Hohepriestern zuschrieb. Unten folgende Inschrift: „Barbara Stümpflerin Capitlische Richterin zue Miespach 1640“, darüber ein gekröntes Wappen, das bisher nicht eindeutig zugeordnet werden konnte. Die Krone würde zudem eher einem Hochadelsgeschlecht als einer Richtersfrau zustehen. Auf den Innenseiten des Giebels auf zwei kleineren Bildern der Hl. Leonhard und der Hl. Eligius. Eligius wurde schon früh in der Kirche in Reichersdorf verehrt. Er ist Patron der Bauern und Knechte, der Pferde und zudem der Schmiede – ergänzt also das Patronat des Viehheiligen Leonhard. Als Künstler käme der Miesbacher Caspar Hupfauer in Betracht. Von ihm kennen wir aus der gleichen Zeit sehr ähnliche Malereien, darunter die Einhausung für ein Kreuzreliquiar im Kirchenschatz der Stadtpfarrkirche und das große Allerheiligenbild in der Allerheiligenkirche bei Oberwarngau. Im Entstehungsjahr der Tafel wurde in Reichersdorf ein Erdstall entdeckt. Darauf könnte die ungewöhnliche Umsetzung des Motivs hinweisen, da die Hl. Barbara meist anders dargestellt wird.
Angaben zum Objekt
Typ
Tafelbild
Abmessung/Umfang
62,2 x 38,5 x 12,5 cm
Material/Technik
Öl auf Holz
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00113
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Zuschreibung an Caspar Hupfauer (um 1600/10- nach 1642) Altbestand
Zeit
1640
Votivtafel: Barbara Stümpflerin
Flucht vor Bedrohungen im Glauben
Informationen über die verwendeten Medien
Gottvater mit zwei Engeln
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Figurengruppe mit der Darstellung Gottvaters und zwei begleitenden Engeln. Die Gruppe stammt ursprünglich offensichtlich aus einem barocken Altaraufbau. Üblich wäre in diesem Aufbau, dass Gottvater seinen Platz im Auszug des Altares hätte und die beiden Engel daneben auf dem Sprenggiebel sitzen.
Die Hauptfigur der Gruppe ist Gottvater. Seine Figur ist nur bis zur Hüfte dargestellt, ein Wolkenband bildet hier den Abschluss. Während Gottvater mit seiner Rechten einen Segensgruß zeigt, hält er in seiner Linken eine blaue Erdkugel. Die weite Bekleidung ist stark bewegt, ebenso die Kopfhaare um die hohe Glatze und der lange Bart. Das Gesicht der Figur ist auf Untersicht hin gearbeitet, denn das Vordergesicht wirkt eingedrückt und die Ohren sind leicht nach unten versetzt. Die beiden zur Gruppe gehörenden Engel, weisen jeweils zur Mitte und sind daher spiegelbildlich gearbeitet. Allerdings unterscheiden sie sich in Details teils deutlich. Es sind beides vollrunde Figuren in halb sitzender Haltung, dabei der Kopf stark zur Mitte geneigt und der Körper entsprechend gewunden. Die Engel tragen eine Tunika, die sie jeweils nur halb bedeckt. Die Gesichter haben die zeittypischen Pausbacken und sogar ein Doppelkinn, die Haare sind braun gelockt. Die Flügel sind relativ klein mit ausgearbeitetem Gefieder. Von unten sind die Hintern der Engel sichtbar. Die Gruppe wurde bisher immer auf Anfang 18. Jahrhundert datiert. Dies muss auf die 2. Hälfte 17. Jahrhundert revidiert werden. Dafür sprechen der vergleichsweise ruhige Faltenwurf am Gewand Gottvaters. Außerdem weist die ganze Gestaltung der Engelsfiguren in diese Richtung. Die Engelsfiguren tragen immer noch die Spuren der Anbringung im Außenbereich. Denn nach Schenkung an das Heimatmuseum war die Figurengruppe zunächst außen am damaligen Museumsgebäude, später an einem Haus am Stadtplatz angebracht. Die Gottvaterfigur hat man 1963 restauriert. Damals kam diese in die kath. Stadtpfarrkirche, wo sie bis 1999 als Leihgabe verblieb.
Angaben zum Objekt
Typ
Skulptur
Abmessung/Umfang
84,5-95 x 60,5-83 x 33,5-43 cm
Material/Technik
Holz, gefasst und vergoldet
Identifikator
Inv.-Nrn. 01081.1-3
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung 1912
Zeit
2. Hälfte 17. Jahrhundert
Gottvater mit zwei Engeln
Zu dritt bei Wind und Wetter
Informationen über die verwendeten Medien
Gnadenbild von Miesbach
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der Kupferstich von Johann Michael Söckler stellt das Miesbacher Gnadenbild in seinem Zustand vor dem Stadtbrand 1783 dar. Es war dies die Hochzeit der Wallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes von Miesbach. Zudem wirft es ein Schlaglicht auf die reiche Ausstattung der Pfarrkirche, wie sie bis zum Brand bestand.
Die kolorierte Darstellung zeigt die Miesbacher Wallfahrtsgruppe auf dem 1783 verbrannten Kreuzaltar der Pfarrkirche. Detailreich wird der prächtige Aufbau dargestellt: Zentral steht die Gnadenfigur der Muttergottes. Sie trägt um den Hals vier Perlenketten, die unterste mit einem großen Herzen. Über der Krone nach oben gehend ein siebenfacher Strahlenkranz mit weißen Sternen und der Aufschrift „Maria“. Daneben zwei Putti und vor silbernen Strahlen sieben Kerzenleuchter auf von Schwertern durchbohrten Herzen. Vom Kopf ausgehend ein goldener Mantel mit aufgestickten weißen Lilien. Daneben zwei Engel welche jeweils in einer Hand ein Ovalschild mit den Aufschriften „Mater dolorosa.“ (links) und „Miraculis gloriosa.“ (rechts) halten. Dies ist der von Papst Innozenz XIII. der Gnadenfigur verliehene Ehrentitel. Hinter Maria ein Kreuz mit Corpus Christi. Dieser im Typus eines Dreinagelchristus und mit Krone, umhängendem Herzen und drei vom Kopf ausgehende Strahlen. Die Kreuzenden tatzenförmig ausgebildet, das Kreuz von einem goldenen Band umfangen. Zwischen Christus und Maria am Kreuzesstamm von einem Strahlenkranz umgeben vermutlich eine Reliquie oder eine Nachbildung eines Kreuznagels, daneben in querovalen Schildern die Aufschriften „Volkommner Bruderschaft Ablaß.“ (links) „Volkommner Wohlfarter Ablaß.“ (rechts). Vor der Muttergottes ein Tabernakel mit einer Monstranz, bekrönt von einem Kurhut, was darauf hindeutet, dass die Monstranz vom bayerischen Kurhaus gestiftet worden sein könnte. Seitlich jeweils zwei Schilder mit Sprüchen und symbolischen Darstellungen. Auf der Altarmensa sechs Leuchter, die Mensa von einem Tuch belegt, das Antependium mit den Herzen und Monogrammen Jesu und Mariens, umgeben von zahlreichen, teils floralen Ornamenten. Die wird umrahmt von zwei Pilastern, die in Rocaille übergehen und von Blumen umrankt sind. Unten in einer großen Kartusche die Inschrift: „Wahre Abbildung der Schmerzhaften Gnaden Mutter im Markt Miespach, so auf gegenwärtigen Altar ihr Angesicht verändert und bald ganz erblasst bald wieder ganz rötlicht erscheint, auch mit sehr vielen Gutthaten und Wundern leichtet.“ Bekannt ist, dass das Gnadenbild seinen Platz auf dem Kreuzaltar hatte. Dieser befand sich vor den Stufen zum Presbyterium. Kreuzaltäre waren ursprünglich Bestandteile von Lettnern, welche in katholischen Kirchen nach dem Trienter Konzil (1563) verschwanden. Somit ist auch die frühere Existenz eines Lettners bewiesen.
Angaben zum Objekt
Typ
Grafik
Abmessung/Umfang
71 x 46,5 cm
Material/Technik
Kolorierter Kupferstich
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00633
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Johann Michael Söckler (1744-1781) Schenkung 1989
Zeit
Vor 1781
Wallfahrt
Die Wallfahrt zur Schmerzensmutter (Mater dolorosa) in der Miesbacher Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt prägte ein ganzes Jahrhundert der Stadtgeschichte.
Die Wallfahrt setzte 1693 ein und strahlte gerade in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens weit über Miesbach hinaus.
Erst nach der Mitte des 19. Jahrhunderts verlor sich das öffentliche Interesse.
Informationen über die verwendeten Medien
Gnadenbild von Miesbach
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der Kupferstich von Johann Michael Söckler stellt das Miesbacher Gnadenbild in seinem Zustand vor dem Stadtbrand 1783 dar. Es war dies die Hochzeit der Wallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes von Miesbach. Zudem wirft es ein Schlaglicht auf die reiche Ausstattung der Pfarrkirche, wie sie bis zum Brand bestand.
Die kolorierte Darstellung zeigt die Miesbacher Wallfahrtsgruppe auf dem 1783 verbrannten Kreuzaltar der Pfarrkirche. Detailreich wird der prächtige Aufbau dargestellt: Zentral steht die Gnadenfigur der Muttergottes. Sie trägt um den Hals vier Perlenketten, die unterste mit einem großen Herzen. Über der Krone nach oben gehend ein siebenfacher Strahlenkranz mit weißen Sternen und der Aufschrift „Maria“. Daneben zwei Putti und vor silbernen Strahlen sieben Kerzenleuchter auf von Schwertern durchbohrten Herzen. Vom Kopf ausgehend ein goldener Mantel mit aufgestickten weißen Lilien. Daneben zwei Engel welche jeweils in einer Hand ein Ovalschild mit den Aufschriften „Mater dolorosa.“ (links) und „Miraculis gloriosa.“ (rechts) halten. Dies ist der von Papst Innozenz XIII. der Gnadenfigur verliehene Ehrentitel. Hinter Maria ein Kreuz mit Corpus Christi. Dieser im Typus eines Dreinagelchristus und mit Krone, umhängendem Herzen und drei vom Kopf ausgehende Strahlen. Die Kreuzenden tatzenförmig ausgebildet, das Kreuz von einem goldenen Band umfangen. Zwischen Christus und Maria am Kreuzesstamm von einem Strahlenkranz umgeben vermutlich eine Reliquie oder eine Nachbildung eines Kreuznagels, daneben in querovalen Schildern die Aufschriften „Volkommner Bruderschaft Ablaß.“ (links) „Volkommner Wohlfarter Ablaß.“ (rechts). Vor der Muttergottes ein Tabernakel mit einer Monstranz, bekrönt von einem Kurhut, was darauf hindeutet, dass die Monstranz vom bayerischen Kurhaus gestiftet worden sein könnte. Seitlich jeweils zwei Schilder mit Sprüchen und symbolischen Darstellungen. Auf der Altarmensa sechs Leuchter, die Mensa von einem Tuch belegt, das Antependium mit den Herzen und Monogrammen Jesu und Mariens, umgeben von zahlreichen, teils floralen Ornamenten. Die wird umrahmt von zwei Pilastern, die in Rocaille übergehen und von Blumen umrankt sind. Unten in einer großen Kartusche die Inschrift: „Wahre Abbildung der Schmerzhaften Gnaden Mutter im Markt Miespach, so auf gegenwärtigen Altar ihr Angesicht verändert und bald ganz erblasst bald wieder ganz rötlicht erscheint, auch mit sehr vielen Gutthaten und Wundern leichtet.“ Bekannt ist, dass das Gnadenbild seinen Platz auf dem Kreuzaltar hatte. Dieser befand sich vor den Stufen zum Presbyterium. Kreuzaltäre waren ursprünglich Bestandteile von Lettnern, welche in katholischen Kirchen nach dem Trienter Konzil (1563) verschwanden. Somit ist auch die frühere Existenz eines Lettners bewiesen.
Angaben zum Objekt
Typ
Grafik
Abmessung/Umfang
71 x 46,5 cm
Material/Technik
Kolorierter Kupferstich
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00633
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Johann Michael Söckler (1744-1781) Schenkung 1989
Zeit
Vor 1781
Gnadenbild von Miesbach
Das Gnadenbild in seiner höchsten Pracht
Informationen über die verwendeten Medien
Vier Votivfiguren
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Im Wallfahrtswesen hat Wachs den Vorteil, dass es vielfältig formbar ist. Kerzen waren früher als fast alleinige Leuchtmittel in Kirchen grundlegend wichtig. Daher war es fast eine Verschwendung Wachs für Bilder zu verwenden. 1606 finden wir in Miesbach erstmals einen Lebzelter respektive Wachszieher in Miesbach erwähnt. In der Zeit der Miesbacher Wallfahrt war die Nachfrage entsprechend groß. Diese alte Tradition hat sich in Miesbach am längsten im Café Lebzelter der Familie Schachenmeier gehalten. Der an Gründonnerstag 2017 geschlossene Traditionsbetrieb führte als letzter handgemachte Votivgaben und ähnliche Produkte.
Aus einem Konvolut von Wachsbildern und –figuren, welche bei der Auflösung des Cafés erworben werden konnten, seien vier sogenannte Votanten hervorgehoben. Dabei handelt es sich um recht lebensnah gestaltete Figuren, welche die Personen selbst darstellen, welche sich zu einem Gnadenbild gelobt hatten. Sie sind also selbst die Votivgaben. Bei allen Figuren sind die Konturen leicht mit Farbe geschwärzt, um sie besser kenntlich zu machen. Das Kopfvotiv ist eine vollrunde Wachsbüste eines Mannes in frühbarocker Kleidung. Die Büste besteht aus gelblich-hellbraunem Wachs und ist massiv. Der Mann ist bis zum Oberbauch abgebildet, inklusive Arme bis zu dieser Höhe. Er trägt einen Wams mit weiten Ärmeln, unter denen ein Hemd hervorlugt. Um die Schultern ein Kragen mit Spitzenbesatz. Am Kopf schulterlange, leicht gewellte Haare und ein Spitzbart. Als einziger der vier Figuren könnte er auch nur für eine Erkrankung des Kopfes ausgewählt werden. Ein Paar bilden zwei vollrunde, ganzfigurige Votanten in frühbarocker Kleidung. Sie sind gleich groß und bestehen aus gelblich-hellbraunem Wachs und sind massiv gearbeitet. Der Mann steht aufrecht auf einem kleinen Hügel. Er trägt Halbschuhe und eine gepuffte Bundhose. Ein hüftlanger Umhang verdeckt den Oberkörper zu großen Teilen. Vorne gibt es daher nur einen kleinen Einblick auf den Wams. Um den Hals trägt der Mann einen breiten Kragen. Der Kopf ähnelt dem der Büste. Die betenden Hände hat der Mann vor dem Bauch gefaltet. Die Frau erscheint recht massig, da sie ein bodenlanges Kleid und einen hüftlangen Umhang trägt, wobei letzterer den Oberkörper zu großen Teilen verdeckt. Um den Hals befindet sich eine Halskrause, auf dem Kopf eine Haube. Die betenden Hände an gleicher Stelle wie beim Mann, wobei die Frau hier noch einen Rosenkranz hält. Auf die Zeit des Hoch- oder Spätbarock verweist die vierte Figur. Es ist ein Votant aus rotem, massiv gearbeitetem Wachs. Der Mann steht aufrecht auf einem Podest. Er trägt Halbschuhe und darüber reicht der Rock des Mannes bis zu den Knien, sodass eine Bundhose nicht sichtbar ist. Der Rock ist tailliert und an den Ärmelaufschlägen geweitet. Am Kragen erkennt man ein Spitzentuch. Der bart- und hutlose Kopf mit schulterlangen Haaren. Die Arme hält der Mann vor seiner Brust gefaltet.
Angaben zum Objekt
Typ
Wachs
Abmessung/Umfang
18,7-28,5 x 6,2-13 x 5-9,4 cm
Material/Technik
Wachs und teilweise Eisen
Identifikator
Inv.-Nrn. 02071-02074
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Hans Molitor (1890-1967) Kauf 2017
Zeit
2. Viertel 20. Jahrhundert
Vier Votivfiguren
Wachs als Zeichen des Wohlstandes
Informationen über die verwendeten Medien
Votivtafel mit Miesbacher Wallfahrtsgruppe
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Nachdem beim Brand der Pfarrkirche im Jahr 1783 alle älteren Votivtafeln verloren gegangen sind, stammen die ältesten bekannten Tafeln aus den Folgejahren. Auf dem im Museum verwahrten und wohl 1799 entstandenen Exemplar ist besonders interessant, dass es die Darstellung der Wallfahrtsgruppe in den Mittelpunkt rückt. Zudem ist genau überliefert, wieso diese Tafel gestiftet wurde.
Die Votivtafel zeigt zentral das typische Miesbacher Wallfahrtsmotiv mit Maria, den begleitenden Engeln und dem alles überragenden Kruzifix. Zentral die eigentliche Gnadenfigur, Maria mit Krone und dem langen Schwert in der rechten Brustseite. Über ihr Christus am Kreuz, links und rechts Mariens die beiden Engel mit den Ovalschilden, auf denen der päpstliche Ehrentitel der Miesbacher Gnadenmutter steht: „Mater DoloroSA“, rechts: „Mir[a]Cul[is] Glo[riosa]“. Vor den Engeln knien und beten die beiden Votanten, links ein blonder junger Mann vor dem eine Krücke liegt, ganz offensichtlich der Anlass für das Gelöbnis. Zwei Strahlen gehen von Maria zum jungen Mann, womit sie das von ihr ausgehende Heil andeuten sollen. Rechts eine etwas größere und dadurch älter wirkende Frau, seine Mutter. Unten eine teilweise abgeblätterte Inschrift: „Alhero verlobt sich Zu der Wundterdettigen Gnaden Mutter, Joseph Veid Baurnsohn am [Hochhaus], mit einer, Votif d. 3 Sambstag Wahlfard [?] her zu gehen, der gnadten Mutter Tanck gesagt. [wohl: 1799]“. Im Verlöbnisbuch der Pfarrei Miesbach wird im Jahr 1791 der Sachverhalt aufgeführt: Demnach hatte sich der Bauer Joseph Veith (auch Veid oder Veicht) (1728-1804) vom Hof Großhochhaus bei Gotzing nach Miesbach verlobt, da sein Sohn Joseph (1762-1823) gehbehindert war. Dieser ist also mit dem links knienden jungen Mann zu identifizieren. Ihm gegenüber kniet seine Mutter Maria, geb. Pichlmaier (1737-1793).
Angaben zum Objekt
Typ
Tafelbild
Abmessung/Umfang
35 x 26,5 cm
Material/Technik
Öl auf Holz
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00577
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
Wohl 1799
Votivtafel mit Miesbacher Wallfahrtsgruppe
Fast auf Augenhöhe mit Maria
Informationen über die verwendeten Medien
Besondere Andachts-Übung Zu MARIA Der unter dem Creutz stehend Wunderthätigen schmertzhafften Gnaden-Mutter In Miespach
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
An jedem vielbesuchten Wallfahrtsort konnten Andachtsbücher erworben werden, welche auf das jeweilige Gnadenbild zugeschnitten waren. Das 1758 erstmals veröffentliche Buch „Besondere Andachts-Übung zu Maria […]" war eines der ältesten, welches für die nach Miesbach wallfahrenden gedacht war. Eingefügt ist ein kurzer, schon 1757 gedruckter Text.
Das von einem anonymen Verfasser geschriebene Büchlein hat nur einen geringen Umfang. Es umfasst 30 unpaginierte Seiten mit Gebeten zur schmerzhaften Muttergottes. Der ausführliche Titel lautet: „Besondere Andachts-Übung Zu MARIA Der unter dem Creutz stehend Wunderthätigen schmertzhafften Gnaden-Mutter In Miespach; Zu sicherer und mehrerer Gewinnung der so vilfältig verlyhenen, und in dem Brief der Marianischen 7. Schmerzen-Bruderschaft enthaltenen Heiligen Ablässen, Auch zu Beförderung und Vermehrung der Göttlich-betrübten Mutter Ehre und Andacht zusammen getragen, Im Jahr 1758.“ Eine Doppelseite vor dem Schmutztitel ist ein Kupferstich eingefügt, der das Gnadenbild zeigt. Er stammt aus der Hand des Münchner Kupferstechers Franz Xaver Jungwierth. Es zeigt in einer barocken Rocaillerahmung die Miesbacher Mater dolorosa, begleitet von zwei gleichgroßen Engeln und darüber Jesus am Kreuz. Aufschlussreich ist, dass der Stecher offenbar genaue Kenntnis des Originals hatte, denn die Marienfigur ist weitgehend korrekt dargestellt. Unter der Darstellung die Beschriftung: „Wahre Abbildung der gnadenreichen Mutter Gottes in Marckht Müespach.“ Nach dem Textblock der Ausgabe von 1758 wurden vier Seiten mit dem Titel: „Die drey Theologische [!] Tugenden“ angehängt. Laut Vermerk wurden sie bereits 1757 in Kloster Tegernsee gedruckt. Der nicht genannte Autor des Buches ist vermutlich unter der Miesbacher Geistlichkeit der Zeit zu suchen. Die uns bekannten Namen wären Johann Michael Kapp (Pfarrer in Miesbach ab 1756), Benedikt Straßmayr (ab 1734 Benefiziat an der Portiunkulakirche) und Joseph Kirmayr (ab 1740 Kurat im Priesterhaus zum Hl. Petrus).
Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Abmessung/Umfang
16,1 x 9,9 cm
Material/Technik
Kupferstich und Druck auf Papier
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 02195
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Autor: vielleicht Johann Michael Kapp, Benedikt Straßmayr oder Joseph Kirmayr, Stecher: Franz Xaver Jungwierth oder Jungwirth (1720-1790), Druck: Kloster Tegernsee Altbestand
Zeit
1757/58
Ort
Kloster Tegernsee
Besondere Andachts-Übung Zu MARIA Der unter dem Creutz stehend Wunderthätigen schmertzhafften Gnaden-Mutter In Miespach
Religiöse Verehrung zum Mitnehmen und Nachlesen
Informationen über die verwendeten Medien
Kircheneinweihung in Gotzing durch Propst Hamel von Weyarn
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Von besonderer historischer Bedeutung für unsere Region ist die Darstellung des aus fast 200 Personen bestehenden Festzuges. Die Teilnehmer zeigen sich in zeittypischer Bekleidung, je nach ihrem Stand. Dies ist für die Trachtenforschung höchst interessant. Es fällt auf, dass nur die jungen Frauen aus Miesbach, dem nahen Marktort, eine abweichende Tracht tragen. Mitgeführt werden Nachbildungen von Gnadenbildern und Heiligenbildern, welche bestimmte Kirchorte der Gegend symbolisieren.
Dargestellt ist die Neuweihe der Gotzinger Filialkirche St. Jakobus d. Ä. im Jahr 1761 durch den Propst Augustin Hamel des Augustinerstifts Weyarn nach der Neugestaltung der Kirche. Der Blick geht von Norden auf das weite Feld, auf dem sich die Kirche befindet. Hinter einem Wald erhebt sich der Taubenberg, auf dem mehrere Höfe erkennbar sind. Rechts unten, innerhalb der Umzäunung, der Mesnerhof und zwischen ihm und der Kirche vier weiße Buden mit Wallfahrtsartikeln. Der Kirchenzug verlässt gerade die Kirche und bewegt sich in einem weiten Umkreis um das Gotteshaus. Der Zug wird von zwei als Engel gekleideten Personen angeführt. Es folgen nun etwa 20 Gruppen, teilweise unterteilt von den acht Fahnenträgern. Diese tragen, wie fast alle Männer, weitgehend identische Kleidung – die Ausnahmen werden im Folgenden erläutert. Die Gruppen an jungen Frauen (Jungfrauen) tragen ebenso fast alle gleiche Kleidung mit schwarzen Röcken und grünen Kränzen auf dem Kopf. Lediglich die vier Frauen, welche das Miesbacher Gnadenbild tragen, unterscheiden sich hier: Diese tragen einen roten Rock und auf dem Kopf Riegelhauben. Auffallende Personen sind Angehörige einer Bruderschaft in der linken oberen Bildecke. Durch das mitgeführte Bild der Hl. Barbara sind sie als Barbara-Bruderschaft von Reichersdorf zu identifizieren. Sie tragen rote Kutten und Mützen. Unweit davon sieht man Schützen mit geschultertem Gewehr. Die Farben der Fahne erinnern an das Wappen der Grafen von Tattenbach, bei dem Rot und Weiß vorherrschend sind. Am unteren Rand fallen Musiker ins Auge. Es sind dies Trommler, Trompeter und Sänger. Es folgt nun die Gruppe um die Hauptperson des Festzuges, den Weyarner Propst Augustin Hamel. Er läuft unter einem Traghimmel, während er eine Monstranz hält. Wenig danach folgt ein hochherrschaftliches Paar im Zug. Es müsste sich um den Hofmarksherren von Wattersdorf, Holzolling, Valley und Maxlrain handeln, den Grafen Maximilian von Rheinstein-Tattenbach und seine Gemahlin Karolina Theresia. Das hochherrschaftliche Paar führt die Gruppe der Laien an, die bis zum Seitenportal der Kirche reicht. Die Prozessionsfiguren bzw. –bilder können verschiedenen Orten zugeordnet werden, manchmal ist die Zuordnung aber ungewiss. Sie haben meist einen direkten Bezug zum Stift Weyarn. Das erste Bild zeigt einen Hl. Georg auf einem Pferd. Es steht für die Filialkirche in Kleinpienzenau, welche zu der in das Kloster Weyarn inkorporierten Pfarrei Neukirchen gehörte. Die zweite Figur stellt das Miesbacher Gnadenbild dar. Die Pfarrei Miesbach ist seit jeher der südliche Nachbar. Das dritte Bild zeigt den Hl. Dionysius, den Patron der Pfarrkirche Neukirchen. Sie ist auch Mutterkirche der Filiale in Gotzing. Beim vierten Bild ist die Malschicht leider teilweise zerstört, sodass man das Motiv nur erahnen kann. Demnach könnte es sich um eine gekrönte Maria handeln (blauer Mantel und rotes Gewand), und könnte an die vom Kloster Weyarn betreute Wallfahrt in Föching erinnern. Das fünfte Bild zeigt eine Maria mit Kind, ein beliebtes Motiv für Gnadenbilder. Es wurde im 18. Jahrhundert im Weyarner Einzugsgebiet an vier Orten in dieser Form verehrt: der Maria-Hilf-Kapelle beim Kloster Weyarn, der Kirche in Esterndorf, der Wallfahrtskirche Weihenlinden und der Frauenkirche in Osterwarngau. Das sechste Bild zeigt vermutlich eine Abwandlung des berühmten, eigentlich Innsbrucker Gnadenbildes Mariahilf von Lukas Cranach d. Ä. und in der Barockzeit an vielen Orten verehrt. Das siebte Bild stellt vielleicht einen in einem Kerker sitzenden Heiligen dar. Damit könnte der Hl. Laurentius gemeint sein, welcher Patron der Kirche Feldkirchen an der Mangfall ist. Das achte Bild ist als einziges mit „Matrenus“ bezeichnet und zeigt einen Bischof. Möglich wäre eine seltene Darstellung des Hl. Martin als Bischof. Martin ist Patron der Kirche in Holzolling und der Pfarrkirche Ottendichl. Das neunte Bild zeigt die Hl. Barbara, welche in Reichersdorf verehrt wird. Das zehnte Bild zeigt erneut eine Maria mit Kind. Als elfte und letzte Figur wird zwischen den Schützen und den Musikanten ein Prozessionsaltar mitgetragen. Er hat sich in dieser Form in den Kirchen in Unterdarching und Parsberg erhalten. Vielleicht gab es auch einen im Kloster Weyarn. Auffallend im Kirchenzug sind zuletzt die Fahnen, die in barocker Manier an besonders langen Stangen angebracht sind. Von den neun Fahnen sind außer einer grünen und einer goldfarbenen alle Fahnenblätter rot. Das Bild zeigt beispielhaft die barocke Pracht kirchlicher Feste. Es erinnert mit den voranschreitenden Engeln an das geistliche Theater, die mitgetragenen Heiligenbilder spiegeln die blühende Wallfahrtslandschaft und Heiligenverehrung. Gleichsam erweisen diese der Kirche in Gotzing ihre Referenz. Gleiches gilt für die Teilnahme des Propstes und des Grafenpaares. Alle drei in barocker Manier prächtig herausgeputzt, der Propst sogar mit Perücke. Als Künstler des Bildes könnte Johann Nepomuk Pichler (1742-1827) in Betracht kommen. Er arbeitete als Möbelmaler vornehmlich in Schliersee und war ab 1797 Konventual des Klosters Tegernsee. Er zeichnete sich durch eine volkstümliche Malweise aus und hatte Nähe zum kirchlichen Leben.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
72 x 139,5 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Identifikator
Inv.-Nr. 01036
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vielleicht Johann Nepomuk Pichler (1742-1827) Altbestand
Zeit
1761
Kircheneinweihung in Gotzing durch Propst Hamel von Weyarn
Reicher Schatz für Trachtenforscher
Informationen über die verwendeten Medien
Drei Eisenvotive
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Drei Votivgaben in archaischen Formen, wie sie in ihren Grundformen schon uralt sein könnten. Es sind sehr schlichte, handwerkliche Arbeiten ohne künstlerischen Anspruch. Gerade dadurch sprechen sie allerdings eine zeitlose Sprache und sind leicht erkennbar. Eisen war neben Holz und Wachs eine der beliebtesten Materialien für eine Votivgabe.
Die Figur des Mannes (Mandl) steht wohl allgemein für einen Menschen, da er keine besonderen Merkmale aufweist. Das Mandl kniet auf einem kleinen Plättchen, die Füße sind abgebogen. Die Arme dagegen sind angeschweißt und halbkreisartig weit nach vorne gestreckt und dort fast unnatürlich gefaltet. Auf dem relativ dicken Hals sind Augen, Nase und Mund herausgearbeitet. Ansonsten ist die Figur haarlos und unbekleidet. Die Kuh besteht vornehmlich aus einem Flacheisen, das am Hals verdünnt und zum Kopf geformt ist. Auch das Hinterteil ist leicht ausgeformt und zum nach unten führenden Schwanz auslaufend. Am Kopf ungleiche, dünne Hörner aus dem Eisen herausgezogen. Die beiden Beinpaare durch Ausnehmungen gesteckt. Der Hals mit Kerbstrichen bearbeitet. Insgesamt ist die Figur auffallend langgezogen. Ebenfalls verhält es sich mit dem Pferd. Es besteht ebenso vornehmlich aus einem Flacheisen, das am Hals hochgezogen ist und zum Kopf geformt ist. Am Hinterteil läuft es zum nach unten führenden Schwanz aus. Am Kopf von ehemals zwei Ohren angeschweißt eines abgebrochen. Die beiden Beinpaare durch Ausnehmungen gesteckt. Mähne und Nüstern durch Kerbstriche angedeutet. Die Figuren wurden bei der Kirche gekauft, bei der sie gestiftet wurden. Im Anschluss „opferte“ man sie in der Kirche, indem man sie in einen Korb warf. Die Figuren wurden daher mehrmals wiederverwendet.
Angaben zum Objekt
Typ
Skulptur
Abmessung/Umfang
7-11 x 3,1-4 x 7,2-18,3 cm
Material/Technik
Eisen
Identifikator
Inv.-Nrn. 00978-00980
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkungen 1909 und später
Zeit
16. – 18. Jahrhundert
Drei Eisenvotive
Schlicht und wiederverwendbar
Das Katastrophenjahr 1783
1783 war für Miesbach ein Katastrophenjahr.
Als Höhepunkt einer Hitzewelle brach am 23. Mai des Jahres ein Brand aus, welcher mit ganz wenigen Ausnahmen den Marktort vollständig einäscherte.
Dem folgte am 31. Juli ein Hochwasser der Schlierach.
Erst nach dem Ende der Napoleonischen Kriege (1815) sollte es zu einer langsamen Erholung kommen.
Informationen über die verwendeten Medien
Feuerspritze des Marktes Miesbach
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der Ortsbrand von 1783 hatte gezeigt, dass Miesbach auf eine derartige Katastrophe unvorbereitet war. Die Häuser bestanden zum großen Teil aus Holz. Die engen Gassen beförderten die Ausbreitung der Flammen. Unkoordinierte Löscharbeiten waren mehr ein Hindernis als Hilfe. Nach dem Brand wurde die Feuerbekämpfung professionalisiert.
Die vorhandene Feuerspritze ist eine Handdruck-Kastenspritze. Sie besteht aus einem Holzkasten, der mit Blech ausgeschlagen ist. Der Kasten fasst etwa 100 l, was nach zeitgenössischer Berechnung nicht ganz zwei Eimer wären. Mittels zweier Stangen, welche zugleich zum Tragen dienen, wird das Wasser aus dem Kasten in den Schlauch gepumpt. Dazu ist mittig in den Kasten ein hochovaler Behälter eingesetzt, der auf einem perforierten Fuß steht. Hier wird das Wasser angesaugt. Der Holzkasten und die Stangen sind grau gefasst. Auf einer der beiden Breitseiten sind mittig die Buchstaben „F. E.“ aufgetragen. Aus dieser Frühzeit des Löschwesens haben sich in manchen Haushalten noch die ab 1792 obligatorischen Löscheimer erhalten. Zwei davon haben auch ihren Weg in das Heimatmuseum gefunden. Die Freiwillige Feuerwehr Miesbach verwahrt noch weitere ältere Löschwerkzeuge. Das Feuerlöschwesen lag Ende des 18. Jahrhunderts noch insgesamt im Argen. Erst 1791 gab die kurfürstlich-bayerische Regierung eine „Allgemeine Feuer-Ordnung“ heraus. Auf dieser Grundlage erarbeitete 1792 der Miesbacher Vogteirichter Joseph von Obernberg (1761-1845) eine „Feuerlöschungs-Ordnung für den Churfl. Markt Miesbach“. Darin werden die Maßnahmen im Brandfall aufgeschlüsselt, wozu auch alle Einwohner Miesbachs herangezogen wurden. Gleichzeitig hatte Obernberg verschiedene Maßnahmen treffen lassen, etwa das Vorhalten von Wasserreserven, sodass dann tatsächlich kein größeres Brandunglück den Markt Miesbach mehr heimsuchte. Diese Feuerlöschordnung hatte in überarbeiteter Version bis 1869 bestand. Damals begann auch der Übergang zu einer professionalisierteren Wehr mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Miesbach, gegr. 1868.
Angaben zum Objekt
Typ
Feuerwehr
Abmessung/Umfang
114,5 x 189 x 49 cm
Material/Technik
Holz, Eisen, Kupfer, Leinengewebe
Identifikator
Inv.-Nr. 02983
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Seit Beginn in kommunalem Eigentum
Zeit
Um 1792
Informationen über die verwendeten Medien
Feuerspritze des Marktes Miesbach
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der Ortsbrand von 1783 hatte gezeigt, dass Miesbach auf eine derartige Katastrophe unvorbereitet war. Die Häuser bestanden zum großen Teil aus Holz. Die engen Gassen beförderten die Ausbreitung der Flammen. Unkoordinierte Löscharbeiten waren mehr ein Hindernis als Hilfe. Nach dem Brand wurde die Feuerbekämpfung professionalisiert.
Die vorhandene Feuerspritze ist eine Handdruck-Kastenspritze. Sie besteht aus einem Holzkasten, der mit Blech ausgeschlagen ist. Der Kasten fasst etwa 100 l, was nach zeitgenössischer Berechnung nicht ganz zwei Eimer wären. Mittels zweier Stangen, welche zugleich zum Tragen dienen, wird das Wasser aus dem Kasten in den Schlauch gepumpt. Dazu ist mittig in den Kasten ein hochovaler Behälter eingesetzt, der auf einem perforierten Fuß steht. Hier wird das Wasser angesaugt. Der Holzkasten und die Stangen sind grau gefasst. Auf einer der beiden Breitseiten sind mittig die Buchstaben „F. E.“ aufgetragen. Aus dieser Frühzeit des Löschwesens haben sich in manchen Haushalten noch die ab 1792 obligatorischen Löscheimer erhalten. Zwei davon haben auch ihren Weg in das Heimatmuseum gefunden. Die Freiwillige Feuerwehr Miesbach verwahrt noch weitere ältere Löschwerkzeuge. Das Feuerlöschwesen lag Ende des 18. Jahrhunderts noch insgesamt im Argen. Erst 1791 gab die kurfürstlich-bayerische Regierung eine „Allgemeine Feuer-Ordnung“ heraus. Auf dieser Grundlage erarbeitete 1792 der Miesbacher Vogteirichter Joseph von Obernberg (1761-1845) eine „Feuerlöschungs-Ordnung für den Churfl. Markt Miesbach“. Darin werden die Maßnahmen im Brandfall aufgeschlüsselt, wozu auch alle Einwohner Miesbachs herangezogen wurden. Gleichzeitig hatte Obernberg verschiedene Maßnahmen treffen lassen, etwa das Vorhalten von Wasserreserven, sodass dann tatsächlich kein größeres Brandunglück den Markt Miesbach mehr heimsuchte. Diese Feuerlöschordnung hatte in überarbeiteter Version bis 1869 bestand. Damals begann auch der Übergang zu einer professionalisierteren Wehr mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Miesbach, gegr. 1868.
Angaben zum Objekt
Typ
Feuerwehr
Abmessung/Umfang
114,5 x 189 x 49 cm
Material/Technik
Holz, Eisen, Kupfer, Leinengewebe
Identifikator
Inv.-Nr. 02983
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Seit Beginn in kommunalem Eigentum
Zeit
Um 1792
Feuerspritze des Marktes Miesbach
Der erste Schritt zur heutigen Feuerwehr
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Ludwig Freiherr von Welden, Fürstbischof von Freising
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die erste wichtige Etappe des Wiederaufbaus des brandzerstörten Marktes Miesbach war die Wiedereinweihung der Pfarrkirche am 2. August 1786. Um den Anlass entsprechend zu würdigen, nahm der Freisinger Fürstbischof Ludwig Joseph Freiherr von Welden die Weihe persönlich vor.
Das Gemälde zeigt den Freisinger Bischof im Halbportrait frontal vor dem Betrachter. Der Kopf mit hellgrauer Perücke und auffällig blauen Augen ist leicht nach links gedreht. Ein Hermelinumhang unterstreicht die fürstliche Würde des Bischofs. Der Umhang ist an der Unterseite bläulich, darunter trägt der Bischof ein fein gesticktes weißes Chorhemd. Am Hals ein durchsichtiger Priesterkragen, darunter ein breites rotes Band mit einem großen Kreuz aus Juwelen (sieben blaue Steine, dazwischen viele Perlen, auf Goldgrund). Der Bischof hat seine Rechte quer vor seinen Körper auf den Tisch in der rechten unteren Ecke gestreckt und scheint hier gerade ein blau gebundenes Buch abzulegen, in dem er noch seinen Zeigefinger eingelegt hat; am Ringfinger dieser Hand der Bischofsring mit blauem Stein, umgeben von Perlen. Der Tisch in Form eines Säulenschaftes, darauf ein rotes, goldverziertes Kissen, auf diesem der Fürstenhut, dahinter die Mitra, verziert mit einem stilisierten Kreuz aus einem blauen und vier roten Steinen. Links daneben, hinter der Schulter des Bischofs, der Bischofsstab mit goldener Krümme. Oben und links ein geraffter blauer Vorhang mit goldenen Fransen und Quaste. Der Hintergrund einheitlich gräulich. Der Rahmen ist reich mit erhabener Blattornamentik geschnitzt, diese vergoldet, die Zwischenräume sind rot gehalten. Fürstbischof Ludwig Joseph Freiherr von Welden (1727-1788) war in seiner Zeit einer der wenigen Kirchenfürsten, welche sich als Seelsorger bemühte die Amtskirche volksnäher zu machen. Sein Besuch wird in einem detaillierten Bericht erzählt, dem Reisetagebuch des Höflings Ferdinand Wilhelm Freiherr von Bugniet (1726-1806).
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
98 x 74 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Identifikator
Inv.-Nr. 01040
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
Um 1769/86
Ludwig Freiherr von Welden, Fürstbischof von Freising
Erste Etappe des Wiederaufbaus mit bischöflichem Segen
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Altarblatt „Freundschaft Christi“
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Beim großen Brand von 1783 war auch die Pfarrkirche ein Raub der Flammen geworden. Bis auf wenige mobile Stücke – etwa die Gnadenfigur der Mater dolorosa – war die kostbare Ausstattung verloren gegangen. Aus der ersten Phase der notwendigen Neuausstattung hat sich dabei mit dem Altarblatt „Freundschaft Christi“ ein in zweifacher Hinsicht ungewöhnliches Werk erhalten. Zum einen zeigt es ein recht ungewöhnliches Sujet, zum anderen hat gewährt es einen Einblick in die Umbrüche in der Kunstgeschichte.
Der linke Seitenaltar wurde früher als Freundschaft-Christi-Altar bezeichnet. Seine Titulatur verweist auf die ältere Bedeutung des Begriffs Freundschaft. Es war früher ein Synonym für Verwandtschaft, wie uns der Sprachforscher Schmeller berichtet. Demgemäß sind auf dem Gemälde Angehörige Jesu dargestellt. Dieses Genre ist recht ungewöhnlich, denn normalerweise kennt man in der christlichen Ikonographie das Motiv der Heiligen Sippe. Dort sind neben aus der Familie Jesu oft bist zu 26 Personen abgebildet. Auf unserem Bild sind es dagegen lediglich sieben. Das Gemälde ist durch die Anordnung der Figuren optisch zweigeteilt. In der oberen Hälfte des Gemäldes Maria auf einer Erdkugel, um die sich eine Schlange windet und die unter dem linken Fuß der Gottesmutter liegt und die Feuer ausspeit. Unter dem rechten Fuß Mariens liegt ein umgekehrter Halbmond. Beides Symbole für die durch das Christentum überwundenen Andersgläubigen. Maria hält in ihren Armen das Jesuskind, das nur notdürftig von einem Ende des Kopftuchs der Gottesmutter bedeckt ist. Das Jesuskind hält ein Kreuz mit einem sehr langen Stab in Händen. Es drückt den Stab auf die Schlange. Maria und Kind in einer Gloriole, darin mehrere Putti. Außerhalb der Gloriole weitere Putti, davon auf der rechten Seite die oberen zwei von der Übermalung teilweise freigelegt. Unter der Erdkugel vor einer braunen Wolke zwei Putti. Sie erinnern entfernt an die bekannten Putten auf der „Sixtinischen Madonna“ Raffaels. In der unteren Hälfte des Gemäldes Angehörige der Familie Jesu. Von links nach rechts der Hl. Joachim, der Vater Mariens, die Hl. Anna, dessen Gemahlin, der Hl. Johannes der Täufer als Kind, vor ihm ein Lamm, das als Symbol für Jesu verstanden werden kann. Hinter Johannes steht sein Vater, der Hl. Zacharias und ganz rechts dessen Gemahlin, die Hl. Elisabeth Am unteren Bildrand in der Mitte das Zunftzeichen der Weißgerber, darin „I. G. G.“ Zu beiden Seiten: „Ao: 1787. Zu Ehre Gottes und Maria hat der Ehrngeachte besheidene Herr Johann georg gerstl Burgg-Weisgerber alhier die zwey seiten Altär, und Kanzl als ein angedenckhen von den Seinigen beygeschaft.“ Das Altargemälde war 1787 als Stiftung des Weißgerbers Johann Georg Gerstl (um 1723-1797) und seiner zweiten Frau Eva (um 1739-1817) in die Stadtpfarrkirche gekommen. Da die verarmte Bevölkerung ansonsten wenig für eine Neuausstattung beitragen konnte, war es eine der wenigen Ausnahmen. Die folgenden Jahrzehnte blieben wirtschaftlich schwierig, zudem trat fast gleichzeitig ein Stilwandel zum Klassizismus bzw. Empirestil ein. Bei einer der beiden Kirchenrenovierungen 1833 oder 1854 dürfte das Gemälde dann verändert worden sein: der Hintergrund wurde braun übermalt, wodurch es seine spätbarocke Pracht verlor. Spätestens anlässlich der historisierenden Umgestaltung der Jahre 1863/66 wurde das Gemälde schließlich entfernt. Es fand sich dann erst wieder um 1970 auf dem Dachboden des Rathauses. Anlässlich einer Restaurierung 1998 wurde das Bild schließlich geröngt. Dabei wurde die originale Gestalt des Bildes erkennbar gemacht: Statt des braunen Hintergrundes um die Personen, eröffnete sich ein Blick in einen herrschaftlichen Garten. Links eine große, bauchige und gedrehte Säule, teilweise von einem Vorhang umweht. Rechts öffnete sich der Blick in einen von Zypressen gesäumten Garten mit Springbrunnen. Die sechs begleitenden Puttiköpfe (mit Ausnahme der beiden unterhalb Mariens) sind eigentlich Köpfe ganzfiguriger Engel, die teils stark bewegt sind und in ihren Händen Mariensymbole tragen. Um dies zu veranschaulichen, wurde die rechte obere Ecke freigelegt.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
249 x 155 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 01041
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Joseph Franz Xaver Graß (1737-1789) Altbestand
Zeit
1787, mit späterer Veränderung
Altarblatt „Freundschaft Christi“
Vielschichtige Kunst und eine abenteuerliche Geschichte
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Die Theurung von 1817
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Schaubild der „Theurung“ von 1817 ist ein bemerkenswertes Zeugnis einer Krisenzeit. Es erinnert an eine der größten Hungerkatastrophen, ausgelöst durch eine Klimakatastrophe. Verantwortlich war der Ausbruch des fernen Vulkans Tambora in Indonesien im Jahr 1815. Im folgte das „Jahr ohne Sommer“, mit Auswirkungen bis 1817. Für Europa markierte dieses Ereignis zugleich den letzten Höhepunkt schwerer Krisenjahre, welche um 1770 mit europaweiten Hungersnöten begonnen hatten.
Insgesamt sind 26 Gipsfiguren zu sehen, von denen 25 verschiedene Produkte mit ihren hohen Preisen aufzeigen. Zentral über dem Bildtitel der langersehnte Erntewagen, der das Ende der Hungersnot symbolisierte. Das Schaubild zeigt im Einzelnen in der obersten Reihe von links nacrechts: Korn, Roggen, Schmalz, Butter, Gerste, Haber (Hafer), Kraut, Schweineschmalz, Erbsen und Linsen. In der zweiten Zeile von links nach rechts: Buchenholz, Gänse – hier die Unterbrechung mit dem Erntewagen – Enten und Tannenholz. In der dritten Zeile von links nach rechts: Bier und Branntwein, weiße Rüben, Erdäpfel (Kartoffeln) und Brot. In der untersten Reihe, von links nach rechts: Ochsenfleisch, Kalbfleisch, Tauben, Schweinefleisch, Hühner, Schaffleisch sowie Rinderfleisch und Milch. Am unteren Rand die Beschriftung „Die beyspiel lose Theurung von Augsburg in den Jahren 1816. und 1817. in Figuren dargestelt von J. D. Kraegel Litra A No. 517. in Augsburg.“ Man bedenke, dass ein Gulden nach heutiger Berechnung eine Kaufkraft von 11,20 € hätte. Ein Kreuzer hat demnach einen Wert von knapp 19 Cent. Zur Erklärung: f = Gulden / x = Kreuzer (60 Kreuzer = 1 Gulden) / ℔ = Pfund (500 Gramm). Die Darstellungen der Personen sind weitgehend stereotyp, da sie überregional erkennbar sein sollten. Zeitgeschichtlich interessanter ist daher die Verbreitung bestimmter Lebensmittel. Die sog. Teuerungsbilder erzählten in der altüberlieferten Form eines Bilderbogens, wie sie von Moritatensängern auch vor Publikum benutzt worden. Die im Museum vorhandene Tafel unterscheidet sich von den üblicherweise erhaltenen Bildern, dass hier Pappe und Gips verwendet wurden.
Angaben zum Objekt
Typ
Collage
Abmessung/Umfang
47,5 x 63 x 3,5 cm
Material/Technik
Holz, Pappe und Gips
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 01044
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Johann Daniel Kraegel (um 1775-1840) Altbestand
Zeit
1817
Die Theurung von 1817
Bevor es wieder aufwärts geht noch eine Hungersnot
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Tschako des Miesbacher Bürgermilitärs
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Ein Tschako ist ein militärischer Helm, der seinen Ursprung Ende des 18. Jahrhunderts in den ungarisch-osmanischen Grenzgebieten auf dem Balkan hatte, der sog. Militärgrenze. Da er im Verhältnis zu anderen Helmen einfach herzustellen ist, setzte sich dieser Kopfschutz in den Napoleonischen Kriegen für weite Teile der europäischen Armeen durch.
Der Tschako ist ein hoher, zylinderförmig nach oben ausgestellter Helm mit eingetieftem Deckel aus Leder und verklebten Papierstreifen. Die Außenfläche der Wandung ist mit feinem, schwarzem Hasenfilz bezogen. Vorne befindet sich ein steiler, langer Schirm aus schwarzgefärbtem Leder, innen glänzend grün lackiert. Die Helmkanten haben schwarzen Lederbesatz und sind unten breit umgeschlagen. Die kräftigen Fangschnüre sind aus heller Baumwolltresse geflochten und in weitem Schwung über Vorder- und Rückseite geführt, an den seitlichen Löwenkopfhaken aber lose befestigt. Über dem linken Ohr befindet sich eine Quaste mit zwei Schnüren und geflochtenen Spiegeln und Endquasten. Die Sturmbänder sind lose vorhanden. Stirnseitig ist ein Messingschild mit gekreuztem Zepter und Schwert befestigt, eichenlaubumkränzt und bekrönt. Darüber sitzt eine fein gefältelte Kokarde aus Stoff und Metallfäden. Oben ist noch eine Öffnung zur Befestigung des Paradebuschs, der aber leider fehlt. In Bayern haben sich Tschakos am längsten in den Bürger- und Landwehren gehalten. So stammt auch der im Museum aufbewahrte Tschako vom Miesbacher Bürgermilitär. Dieses ist 1807 auf Verordnung des Königs Maximilian I. Joseph entstanden. Überschneidungen gab es zu den oft schon älteren Gebirgsschützenkompanien. Kein geringerer als Herzog Max in Bayern, der Vater der berühmten Kaiserin Sisi von Österreich, war als Inspekteur des Miesbacher Bataillons mit diesem verbunden. Zum Jahresende 1869 erfolgte schließlich die Auflösung des nun „Landwehr älterer Ordnung“ genannten Bürgermilitärs. Ihre Ausrüstung ging in den Besitz der politischen Gemeinde Miesbach über.
Angaben zum Objekt
Typ
Kopfbedeckung
Abmessung/Umfang
16 x 19 cm
Material/Technik
Obermaterial: Hasenfilz und Leder, Futter: Papier und Leinwand, Auszier: Baumwolle, Kokarde: Leinenkette und Silberbörtchen, Anderes: Messing
Identifikator
Inv.-Nr. 00150
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
Mitte 19. Jahrhundert
Militär
Der Kriegsgott Mars war bisher den Miesbachern verhältnismäßig milde gestimmt.
Immer wieder mussten allerdings Miesbacher in den Krieg ziehen und gerade die beiden Weltkriege haben einen hohen Blutzoll gefordert.
Von direkten Kriegseinwirkungen blieb aber unsere kleine Stadt weitgehend verschont.
Die militärische Sammlung des Heimatmuseums weist demgemäß nur wenige, dafür aber prägnante Stücke, auf. Insbesondere das im 19. Jahrhundert bestehende Bürgermilitär ist hier zu nennen.
Informationen über die verwendeten Medien
Degen
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Degen aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts, welche vornehmlich vom Dreißigjährigen Krieg (1618-48) geprägt war. Auffallend ist der darauf angebrachte Sinnspruch „Soli deo gloria“, der damals im evangelischen Lager benutzt wurde. Es erinnert damit an die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den christlichen Konfessionen. Miesbach selbst war bis 1584 viele Jahre eine evangelische Hochburg gewesen.
Der Degen ist eine Hieb- und Stichwaffe mit schmaler Klinge und aufwendigem Griff. Die Klinge ist etwa 89 cm lang und zweischneidig. Sie ist jeweils zur Mitte hin gehöht und läuft vom Griff aus von 3,5 cm Breite spitz aus. Der Griff hat einen Handschutz in S-Form mit einem Schutzteller auf der oberen, und einer Halterung für den Daumen auf der unteren Seite. Der Griff selbst ist mit Holz ummantelt und endet in einem herzförmigen Knauf. Das Schwert ist mit zahlreichen Gravuren geschmückt. Die Klinge vom Griff aus die ersten rund 25 cm beidseitig auch mit Gravuren geziert, die auf beiden Seiten identisch sind. Dabei eingerahmt von floralen Motiven das Halbportrait eines fein gekleideten Mannes, eingerahmt vom Spruch „SOLI DEO“ (darüber) „GLORIA“ (darunter). Übersetzt heißt dies: „Gott allein sei die Ehre“. Dieser Spruch gehört zu einer Reihe ähnlicher Sprüche, die insbesondere vom evangelischen Lager benutzt wurden. Die Anbringung auf einer Waffe war weit verbreitet.
Angaben zum Objekt
Typ
Waffe
Abmessung/Umfang
20,5 x 12 x 105 cm
Material/Technik
Eisen und Holz
Sprache
Latein
Identifikator
Inv.-Nr. 00153
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
1. Hälfte 17. Jahrhundert
Degen
Soli deo gloria: Kampfspruch der Religionskriege
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Pandurensäbel
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der Säbel soll der Überlieferung nach von Panduren stammen. Diese waren eine unter österreichischem Oberkommando stehende Militäreinheit aus Kroatien. Die Panduren bedrohten im Verlauf des Österreichischen Erbfolgekriegs 1742 auch Miesbach. Als sie in diesem Jahr den Marktort brandschatzen wollten, konnte dies durch Maria Theresia Franziska Romana Freifrau von Satzenhofen verhindert werden.
Ein Säbel ist eine Hieb- und Stichwaffe mit gebogener Klinge. Diese ist insgesamt etwa 78 cm lang: Die ersten knapp 30 cm sind doppelschneidig, dann ist sie nur noch einschneidig und die Klinge wird etwas schmäler und ist oben verdickt. Von der Spitze aus nach etwa 15 cm begleitet eine leichte Rinne die Klinge. Auf den letzten etwa 16 cm verläuft eine zweite Rinne parallel. Der Griff ist aus hellem Holz mit Messingbeschlägen. Der Handschutz verläuft gerade und endet oben mit einer Eichel, unten mit einem geraden Abschluss. Laut früheren Einschätzungen wurde der Griff später angebracht. Der Säbel weist auf einer Seite, nahe beim Griff, eine Punzierung auf: dreimal übereinander ein „T“ mit einer geschwungenen Linie, möglicherweise eine Schlange.
Angaben zum Objekt
Typ
Waffe
Abmessung/Umfang
11,5 x 3 x 92,5 cm
Material/Technik
Eisen, Messing und Holz
Identifikator
Inv.-Nr. 00151
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
Um 1740
Pandurensäbel
Die Zerstörung nur knapp verhindert
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Tschako des Miesbacher Bürgermilitärs
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Ein Tschako ist ein militärischer Helm, der seinen Ursprung Ende des 18. Jahrhunderts in den ungarisch-osmanischen Grenzgebieten auf dem Balkan hatte, der sog. Militärgrenze. Da er im Verhältnis zu anderen Helmen einfach herzustellen ist, setzte sich dieser Kopfschutz in den Napoleonischen Kriegen für weite Teile der europäischen Armeen durch.
Der Tschako ist ein hoher, zylinderförmig nach oben ausgestellter Helm mit eingetieftem Deckel aus Leder und verklebten Papierstreifen. Die Außenfläche der Wandung ist mit feinem, schwarzem Hasenfilz bezogen. Vorne befindet sich ein steiler, langer Schirm aus schwarzgefärbtem Leder, innen glänzend grün lackiert. Die Helmkanten haben schwarzen Lederbesatz und sind unten breit umgeschlagen. Die kräftigen Fangschnüre sind aus heller Baumwolltresse geflochten und in weitem Schwung über Vorder- und Rückseite geführt, an den seitlichen Löwenkopfhaken aber lose befestigt. Über dem linken Ohr befindet sich eine Quaste mit zwei Schnüren und geflochtenen Spiegeln und Endquasten. Die Sturmbänder sind lose vorhanden. Stirnseitig ist ein Messingschild mit gekreuztem Zepter und Schwert befestigt, eichenlaubumkränzt und bekrönt. Darüber sitzt eine fein gefältelte Kokarde aus Stoff und Metallfäden. Oben ist noch eine Öffnung zur Befestigung des Paradebuschs, der aber leider fehlt. In Bayern haben sich Tschakos am längsten in den Bürger- und Landwehren gehalten. So stammt auch der im Museum aufbewahrte Tschako vom Miesbacher Bürgermilitär. Dieses ist 1807 auf Verordnung des Königs Maximilian I. Joseph entstanden. Überschneidungen gab es zu den oft schon älteren Gebirgsschützenkompanien. Kein geringerer als Herzog Max in Bayern, der Vater der berühmten Kaiserin Sisi von Österreich, war als Inspekteur des Miesbacher Bataillons mit diesem verbunden. Zum Jahresende 1869 erfolgte schließlich die Auflösung des nun „Landwehr älterer Ordnung“ genannten Bürgermilitärs. Ihre Ausrüstung ging in den Besitz der politischen Gemeinde Miesbach über.
Angaben zum Objekt
Typ
Kopfbedeckung
Abmessung/Umfang
16 x 19 cm
Material/Technik
Obermaterial: Hasenfilz und Leder, Futter: Papier und Leinwand, Auszier: Baumwolle, Kokarde: Leinenkette und Silberbörtchen, Anderes: Messing
Identifikator
Inv.-Nr. 00150
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
Mitte 19. Jahrhundert
Tschako des Miesbacher Bürgermilitärs
Was Kaiserin Sisis Vater in Miesbach zu sehen bekam
Informationen über die verwendeten Medien
Raupenhelm der Bayerischen Infanterie
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Raupenhelme gelten als typische Kopfbedeckung der bayerischen Armee. Erstmals kamen sie in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts in Gebrauch. Im 19. Jahrhundert galt er als Gegenstück zur preußischen Pickelhaube. Erst nach dem Tode König Ludwigs II. im Jahr 1886 wurde letztere auch bei der bayerischen Armee übernommen.
Der Raupenhelm ist ein halbrunder Helm aus starkem, außen schwarzem Leder. Seinen Namen hat er von der über die Helmglocke gezogenen Raupe aus Wolle. Mit ihr soll der Kopf vor Säbelhieben geschützt werden. Angesetzt an den Helm sind ein kurzer Stirn- und ein Nackenschirm. Vorne besteht eine Randverstärkung aus Messingblech. Die ledernen Sturmbänder mit Schließe sind beweglich gehalten von seitlichen, plastischen Löwenkopfapplikationen mit Ring im Maul. Eigentlich sollte der Kinnriemen vorne hängen, wurde aber nach der ursprünglichen Nutzung im Nacken befestigt. Stirnseitig ist in gleicher Technik ein dekoratives „L“ mit Königskrone als Verweis auf König Ludwig II. aufgesetzt. Über dem linken Ohr befindet sich eine Kokarde aus Prägemetall mit blauem Innenkreis. Das Innenfutter aus dünnem Leder, nach oben gelappt ausgeschnitten, mit Baumwollbändchen und Ösen passend zu schnüren.
Angaben zum Objekt
Typ
Kopfbedeckung
Abmessung/Umfang
11 x 20 cm
Material/Technik
Obermaterial: Leder und Wolle, Futter: Leder, Auszier: Messing
Identifikator
Inv.-Nr. 00148
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
Wohl 1868
Raupenhelm der Bayerischen Infanterie
Die bayerische Version eines Helms
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Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Bild zum Andenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkriegs. Es entstand im Auftrag der Stadt Miesbach, vielleicht auch mit Unterstützung der Gemeinde Wies. Das Gemälde wurde von Angelo Graf von Courten und Richard Schaupp gemeinsam geschaffen. Mit dem vorhandenen Vorentwurf kann der Entstehungsprozess dieses Werkes beispielhaft beleuchtet werden.
Im Sinne eines Totengedenkens ist das Bild auf den Gefallenen im Vordergrund ausgerichtet. Er liegt quer zum Betrachter auf einer Feldbahre, bedeckt mit einem Tuch, darauf eine Pickelhaube. Der Kopf des Toten hängt leblos nach hinten, offenes Hemd und Jacke unterstreichen den Eindruck. Auf der linken Bildseite stehen zwei trauernde Kameraden, wobei der vordere verwundet ist. Auf der rechten Bildseite steht ein Kriegskamerad. Er ist auf ein Gewehr gestützt welches wirkt, wie wenn es aus dem Kopf des Gefallenen herausragen würde. Quer durch die Bildmitte hinter den Soldaten ein mächtiges Wolkenband. Darauf direkt oberhalb des Gefallenen sitzend Maria mit Kind. Sie hat den Kopf in Trauer gesenkt, die Augen geschlossen, auch das nackte Jesuskind blickt hinab und macht einen Segensgestus zum Toten. Zugehörig ist der mächtige Eichenrahmen mit gestanzten, farblich abgesetzten Kreisscheiben in Form des Eisernen Kreuzes und anderen Ornamenten. Der Rahmen erinnert an die Nagelbilder des Ersten Weltkriegs. Den Vorentwurf, der 2019 im Handel erworben hatte werden können, hat Richard Schaupp 1919 alleine geschaffen. Er ist nah an der Endausführung und weicht hauptsächlich darin ab, dass statt Maria mit Kind hinter dem aufgebahrten Toten Christus am Kreuz aufragt. Erkennbar ist, dass bereits früh die Komposition festgelegt wurde, ebenso die meisten Details. Dass die Endausführung dann nicht von Richard Schaupp alleine stammte, könnte darauf hinweisen, dass man ein Gemeinschaftswerk der Gemeinden Miesbach und Wies anstrebte. Da Schaupp damals in Miesbach ansässig war, könnte es sein, dass die Gemeinde Wies mit dem in ihrer Gemeinde als Nebenwohnsitz lebenden Angelo Graf von Courten einen eigenen Künstler beteiligen wollte um das Gemeinschaftsprojekt anschaulich zu machen. Man bedenke, dass die Stadt Miesbach schon damals beispielsweise mit dem Standesamt bereits Verwaltungsfunktionen der Gemeinde Wies übernommen hatte, also weit vor der Eingemeindung 1978.
Angaben zum Objekt
Typ
Tafelbild
Abmessung/Umfang
140,5 x 155 x 8 cm
Material/Technik
Öl auf Holz
Identifikator
Inv.-Nr. 01279
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Angelo Graf von Courten (1848-1925) und Richard Schaupp (1871-1954) Übernahme aus dem Rathaus 1968
Zeit
Um 1925
Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges
Erinnerungskunst braucht auch eine Entwicklungsphase
Informationen über die verwendeten Medien
Gesprengte Weyarner Autobahnbrücke
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der Miesbacher Maler Louis Graf von Courten überliefert ein anschauliches Zeitdokument des Endes des Zweiten Weltkrieges mit seinen sinnlosen Zerstörungen. Da es gerade für unsere Gegend nur recht spärliches Fotomaterial aus dieser Zeit gibt, ist das Aquarell von besonderer Bedeutung.
Dargestellt ist die zerstörte Autobahnbrücke, welche bei Weyarn über das Mangfalltal führt. Sie wurde laut Einmarschbericht des Weyarner Pfarrers Michael Huber am 1. Mai 1945 um 14.05 Uhr von abziehenden SS-Angehörigen gesprengt. Die Wehrmacht hatte in einem Teil des Klosters Weyarn und in der Kasperlmühle im Mühltal ein Wehrertüchtigungslager eingerichtet, das von der SS geleitet wurde. Aus diesem Kreis heraus kamen wohl die Männer, welche die Sprengung der Autobahnbrücke durchführten. Die Amerikaner waren am selben Tag bereits zwischen 12 und 13 Uhr in Weyarn einmarschiert, sodass die Sprengung erst direkt danach geschah, was die Sinnlosigkeit des Akts unterstreicht. Der Ausblick geht von der Weyarner Seite aus zur Ebene zwischen Unter- und Mitterdarching. Die Brücke verläuft diagonal im Bild, vorne rechts ein intakter Brückenteil, der dann abrupt abbricht. Teile der Fahrbahn und verbogene Eisenteile darunter und an dem links anschließenden Pfeiler. Auf der anderen Talseite ist die Autobahn in Richtung München erkennbar.
Angaben zum Objekt
Typ
Grafik
Abmessung/Umfang
28 x 24 cm
Material/Technik
Aquarell
Identifikator
Inv.-Nr. 00559
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Louis Graf von Courten (1885-1969) Schenkung 1981
Zeit
1945
Gesprengte Weyarner Autobahnbrücke
Sinnlose Zerstörungswut am Ende des Zweiten Weltkriegs
Verwaltungs- und Schulstadt
Miesbach ist seit jeher Sitz verschiedener Verwaltungen:
Es führt hier eine direkte Linie über die Grafschaft Hohenwaldeck zum heutigen Landkreis.
Eine Verwaltung der Bürgergemeinde Miesbach war seit der Markterhebung ebenfalls vorhanden.
Miesbach nennt sich stolz Schulstadt, bestehen doch rund zehn verschiedene Bildungseinrichtungen.
Seit dem 17. Jahrhundert gibt es dauerhaft eine Schule im Ort. Mit der 1872 gegründeten Bergschule kam erstmals eine weiterführende Schule hinzu.
Informationen über die verwendeten Medien
Ausrüstung des Miesbacher Nachtwächters
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Ehedem war das Amt des Nachtwächters für die Sicherheit Miesbachs während der Nachtstunden verantwortlich. Von seiner Ausrüstung haben sich sein Spieß und die Kontrolluhr erhalten. Der älteste Nachweis eines Nachtwächters stammt aus dem Jahre 1787.
Der Nachtwächterspieß ist schwer datierbar, da er einige Benutzerspuren aufweist. Er könnte noch vom Ende des 18. Jahrhunderts stammen, vielleicht ist er aber auch jünger. Er ähnelt in deutlich abgeschwächter Form einer Hellebarde. Am Fußende befinden sich ein Parierdorn und ein Eisenring. Die Kontrolluhr ist genauer einzuordnen: 1860 schaffte man das stündliche Rufen des Nachtwächters ab und schaffte dagegen für 37 fl. 12 Kr. eine Kontrolluhr an. Zugleich wurden im Ort acht Kontrollkästchen aufgestellt, die der Nachtwächter bedienen musste. Die runde Uhr besteht komplett aus Messing. Ihr Corpus ist relativ schwer, das Uhrwerk ist nicht einsehbar. Das Etui der Kontrolluhr ist aus dunkelbraunem Leder. Auf seiner Außenseite ein Riemen befestigt, der über das Unterteil wieder zum Deckel geführt wird und hier befestigt wird. Zur Uhr gehören noch zwei gleichartige, kleine Schlüssel zum Aufziehen der Uhr und zum Verschließen des Deckels. In zwei Schachteln sind noch originale Blätter vorhanden. Auf den Rückseiten z. T. in Bleistift das Datum der Nacht aufgetragen. Der jüngste Eintrag stammt von der Nacht vom 29. zum 30. Oktober 1940. Mit Wirkung zum 1. November 1940 wurde das Amt des Nachtwächters abgeschafft. Letzter Nachtwächter war Franz Brunner (1884-1963), nach seinem Wohnhaus Zwiefl-Franzä genannt. Ältere Quellen zum Nachtwächterdienst sind vermutlich beim Brand von 1783 verloren gegangen. Die Nachtwächter hatten polizeiliche Aufgaben und erinnern daran, dass etwa auch im alten Marktort Miesbach mit den früher vorhandenen Toren eine neben der Zollfunktion auch eine einfache Form des Schutzes gewährleistet war.
Angaben zum Objekt
Typ
Waffe, Uhr
Abmessung/Umfang
Spieß: 148,6 x 14,3 x 3 cm
Material/Technik
Eisen, Holz, Messing, Leder, Papier und Pappe
Identifikator
Inv.-Nrn. 01888-01892
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Spieß: Unbekannt, Kontrolluhr: Württembergische Uhrenfabrik Bürk Söhne, Schwenningen Übernahme aus dem Rathaus nach 1940
Zeit
Zwischen Ende 18./Anfang 19. Jahrhundert sowie 1860 und später
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Ausrüstung des Miesbacher Nachtwächters
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Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Ehedem war das Amt des Nachtwächters für die Sicherheit Miesbachs während der Nachtstunden verantwortlich. Von seiner Ausrüstung haben sich sein Spieß und die Kontrolluhr erhalten. Der älteste Nachweis eines Nachtwächters stammt aus dem Jahre 1787.
Der Nachtwächterspieß ist schwer datierbar, da er einige Benutzerspuren aufweist. Er könnte noch vom Ende des 18. Jahrhunderts stammen, vielleicht ist er aber auch jünger. Er ähnelt in deutlich abgeschwächter Form einer Hellebarde. Am Fußende befinden sich ein Parierdorn und ein Eisenring. Die Kontrolluhr ist genauer einzuordnen: 1860 schaffte man das stündliche Rufen des Nachtwächters ab und schaffte dagegen für 37 fl. 12 Kr. eine Kontrolluhr an. Zugleich wurden im Ort acht Kontrollkästchen aufgestellt, die der Nachtwächter bedienen musste. Die runde Uhr besteht komplett aus Messing. Ihr Corpus ist relativ schwer, das Uhrwerk ist nicht einsehbar. Das Etui der Kontrolluhr ist aus dunkelbraunem Leder. Auf seiner Außenseite ein Riemen befestigt, der über das Unterteil wieder zum Deckel geführt wird und hier befestigt wird. Zur Uhr gehören noch zwei gleichartige, kleine Schlüssel zum Aufziehen der Uhr und zum Verschließen des Deckels. In zwei Schachteln sind noch originale Blätter vorhanden. Auf den Rückseiten z. T. in Bleistift das Datum der Nacht aufgetragen. Der jüngste Eintrag stammt von der Nacht vom 29. zum 30. Oktober 1940. Mit Wirkung zum 1. November 1940 wurde das Amt des Nachtwächters abgeschafft. Letzter Nachtwächter war Franz Brunner (1884-1963), nach seinem Wohnhaus Zwiefl-Franzä genannt. Ältere Quellen zum Nachtwächterdienst sind vermutlich beim Brand von 1783 verloren gegangen. Die Nachtwächter hatten polizeiliche Aufgaben und erinnern daran, dass etwa auch im alten Marktort Miesbach mit den früher vorhandenen Toren eine neben der Zollfunktion auch eine einfache Form des Schutzes gewährleistet war.
Angaben zum Objekt
Typ
Waffe, Uhr
Abmessung/Umfang
Spieß: 148,6 x 14,3 x 3 cm
Material/Technik
Eisen, Holz, Messing, Leder, Papier und Pappe
Identifikator
Inv.-Nrn. 01888-01892
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Spieß: Unbekannt, Kontrolluhr: Württembergische Uhrenfabrik Bürk Söhne, Schwenningen Übernahme aus dem Rathaus nach 1940
Zeit
Zwischen Ende 18./Anfang 19. Jahrhundert sowie 1860 und später
Ausrüstung des Miesbacher Nachtwächters
Sicherheitsdienst als öffentliche Aufgabe
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Türblatt der Arrestzelle des Rathauses
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Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Türblatt ist ein Relikt der Arrestzelle des Miesbacher Rathauses. Beeindruckend sind dabei die Beschriftungen, welche die Insassen der Zelle hinterlassen haben.
Das massive Türblatt ist beim Bau des Rathauses 1878/79 hergestellt worden. Im Bautagebuch werden für die Holzarbeiten die Miesbacher Schreiner Ottmar Mack und Joseph Puchhart (Vater oder Sohn) genannt. Die Metallarbeiten führte der Miesbacher Schlosser Xaver Scheur aus. Das Türblatt wurde in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts bei Bauarbeiten beschnitten. Bemerkenswert sind die von Insassen hinterlassenen Graffiti auf der früheren Innenseite des Türblattes. Sie nennen einzelne Namen, Daten und Herkunftsorte der Insassen. Der Zeitraum konzentriert sich hierbei auf die Jahre 1926 bis 1941. Das Miesbacher Rathaus wurde 1878/79 erbaut, die Einweihung erfolgte am 24. August 1880, dem Geburts- und Namenstag des damaligen bayerischen Königs, Ludwig II. Im Keller wurde Raum für eine Arrestzelle eingeplant. Soweit man heute rekonstruieren kann, diente sie für kleine Vergehen und als Ausnüchterungszelle. Wie lang der kleine, fensterlose Raum diesem Zweck diente, ist unklar. Vermutlich hat ihn zuletzt die 1947-1953 existierende Stadtpolizei genutzt.
Angaben zum Objekt
Typ
Tür
Abmessung/Umfang
191,5 x 94 x 16 cm
Material/Technik
Holz und Eisen
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 02999
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Holzteile: Ottmar Mack (1821-1901) oder Joseph Puchhart sen. (1823-1880) oder Joseph Puchhart jun. (1849-1924), Metallteile: Xaver Scheur (1838-1901) Übernahme aus dem Rathaus 2014
Zeit
1878/79
Türblatt der Arrestzelle des Rathauses
Graffiti aus früheren Tagen
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Fernrohr (Monokular) eines Postillions
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Fernrohr des Postillions Brem erinnert an den Aufbau moderner Verwaltungsämter am Anfang des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1812 begann mit der Etablierung der Postexpedition die Postgeschichte Miesbachs. Zur Beförderung der Nachrichten bediente man sich auch einer Postkutsche, welche von zahlenden Gästen benutzt werden konnte.
Das Monokular ist ein in drei Stufen ausziehbares Rohr mit drei geschliffenen Verglasungen. Die einzelnen Teile sind überwiegend zerlegbar. Am dicken Ende ist ein Messingverschluss zum Aufsetzen vorhanden. Das dickste Glied, das bei geschlossenem Zustand das Äußere bildet, ist mit einem Holz verkleidet. Darauf sind noch Reste einer Aufklebung aus Papier vorhanden. Allerdings ist eine etwaige Beschriftung nicht mehr vorhanden. Der Sucher kann durch eine Klappe verschlossen werden. Das Monokular stammt aus dem Nachlass des Miesbacher Postillions Franz Xaver Brem (1887-1964). Das Fernrohr diente dem Postillion für seine Dienstfahrten. Brem war aus dem Bayerischen Wald nach Miesbach zugewandert.
Angaben zum Objekt
Typ
Optik
Abmessung/Umfang
34,5 x 3 Ø cm
Material/Technik
Messing, Glas und Holz
Identifikator
Inv.-Nr. 01338
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung 2010
Zeit
Um 1905
Fernrohr eines Postillions
Das Ziel vor Augen
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Schulkreuz aus der Grundschule Miesbach
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Im Dritten Reich nahmen die Nationalsozialisten von Anfang an starken Einfluss auf alle Bildungseinrichtungen. Nach Ausschaltung aller demokratischen Institutionen seit 1933, war die Mitwirkung der Kirchen am Schuldienst der einzige nicht-faschistische Einfluss im Bildungssystem. Als 1941 angeordnet wurde, die Kruzifixe aus den Schulräumen zu entfernen, war das Maß voll. Frauen aller Konfessionen versammelten sich am 15. September zu einer spontanen Demonstration, einer verbotenen und daher mutigen Aktion. Bei diesem sog. „Kreuz-Zug“ erreichten die Teilnehmerinnen, dass die Schulkreuze in den Klassenräumen bleiben durften.
Das Kruzifix hat Kreuzbalken aus schlichtem, schwarz lackiertem Holz. Der relativ mächtige Corpus besteht aus Steinguss. Christus ist mit drei Nägeln angeschlagen. Der Kopf zur rechten Schulter geneigt, die Augen sind halb geöffnet. Am Hinterkopf ist ein aufwendiger Heiligenschein aus vergoldetem Metall angebracht. Christus wirkt trotz seines Kreuzestodes würdevoll. Das Kruzifix ist ein Zeitzeuge der Ereignisse, die in Miesbach als "Kreuz-Zug" erinnert werden.
Angaben zum Objekt
Typ
Kruzifiz
Abmessung/Umfang
88,5 x 63 x 13 cm
Material/Technik
Holz und gefasster Steinguss
Identifikator
Inv.-Nr. 01399
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Übernahme aus der Grundschule 2007
Zeit
Ende 19. Jahrhundert
Schulkreuz aus der Grundschule Miesbach
Zeugnis von Zivilcourage inmitten des Unrechts
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Arznei in Glasbehälter, mit Dosierungsanleitung
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Eine besondere Kuriosität in den Sammlungen des Heimatmuseums ist eine original erhaltene Arznei. Sie wurde händisch erstellt und individuell für eine Patientin ausgefertigt.
Bei der Arznei handelt es sich um eine unbekannte, braune Substanz, inzwischen ausgetrocknet und daher ohne eine chemische Analyse nicht zuzuordnen. Sie befindet sich in einem kleinen Glas, das die Form eines Weißbierglases besitzt. Der Fuß ist dabei etwas wuchtiger. Verschlossen ist das Glas mit einem originalen, inzwischen rissigen und bräunlich gewordenem Papier, das von einem Bindfaden befestigt wird. Lose vorhanden aber laut Überlieferung dazugehörig ist eine Dosierungsanleitung auf einem Papierstreifen. Darauf ein Vordruck mit einem Wappen mit der Umschrift: „MAX KUTTNER APOTHEKER IN MIESBACH“. Daneben wurde von diesem handschriftlich ergänzt: „Anna Holzer. Alle zwei Stunden zwei Löffel voll zu nehmen. 4.2.44“. Die Arznei hat Max Kuttner (1812-1871) erstellt. Er war ab 1837 Inhaber der Miesbacher Apotheke. Er verlegte deren Sitz 1846 aus der Kirchgasse an den Oberen Markt in das ehemalige Priesterhaus, wo sie sich bis 2002 befand. Bei der Adressatin der Arznei, müsste es sich um die damalige Bäuerin zum Hinterstoib in der Wies handeln. Für das Jahr 1844 ist hier eine Anna Holzer, geb. Kirschenhofer (1791-1855) nachgewiesen. Sie stammte vom Birknerhof und hatte 1813 zum Hinterstoib geheiratet. Plausibel wird dies, da die dortige Familie Holzer zu den ersten Wohltätern des Museums gehörte.
Angaben zum Objekt
Typ
Arznei
Abmessung/Umfang
7,6 x 2,6 Ø cm
Material/Technik
Glas, Papier und Arznei
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00922
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Max Kuttner (1812-1871) Altbestand
Zeit
4. Februar 1844
Medizin
In Miesbach war das 1483 erwähnte Badehaus die älteste Einrichtung mit rudimentären medizinischen Angeboten.
Bedeutsamer war das 1552 gegründete Bruderhaus, auch Spital am Gschwendt genannt - es besteht noch heute als Senioren- und Pflegeheim.
Ein Krankenhaus bestand in Miesbach von 1744 an. 1998 hat diese Funktion das Zentralkrankenhaus im nahen Agatharied übernommen. Seit dem 18. Jahrhundert sind außerdem durchgehend Ärzte, Chirurgen oder Bader in Miesbach ansässig.
1808 eröffnete schließlich die von Weyarn nach Miesbach verlegte Klosterapotheke, heute
Alte Stadtapotheke.
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Arznei in Glasbehälter, mit Dosierungsanleitung
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Eine besondere Kuriosität in den Sammlungen des Heimatmuseums ist eine original erhaltene Arznei. Sie wurde händisch erstellt und individuell für eine Patientin ausgefertigt.
Bei der Arznei handelt es sich um eine unbekannte, braune Substanz, inzwischen ausgetrocknet und daher ohne eine chemische Analyse nicht zuzuordnen. Sie befindet sich in einem kleinen Glas, das die Form eines Weißbierglases besitzt. Der Fuß ist dabei etwas wuchtiger. Verschlossen ist das Glas mit einem originalen, inzwischen rissigen und bräunlich gewordenem Papier, das von einem Bindfaden befestigt wird. Lose vorhanden aber laut Überlieferung dazugehörig ist eine Dosierungsanleitung auf einem Papierstreifen. Darauf ein Vordruck mit einem Wappen mit der Umschrift: „MAX KUTTNER APOTHEKER IN MIESBACH“. Daneben wurde von diesem handschriftlich ergänzt: „Anna Holzer. Alle zwei Stunden zwei Löffel voll zu nehmen. 4.2.44“. Die Arznei hat Max Kuttner (1812-1871) erstellt. Er war ab 1837 Inhaber der Miesbacher Apotheke. Er verlegte deren Sitz 1846 aus der Kirchgasse an den Oberen Markt in das ehemalige Priesterhaus, wo sie sich bis 2002 befand. Bei der Adressatin der Arznei, müsste es sich um die damalige Bäuerin zum Hinterstoib in der Wies handeln. Für das Jahr 1844 ist hier eine Anna Holzer, geb. Kirschenhofer (1791-1855) nachgewiesen. Sie stammte vom Birknerhof und hatte 1813 zum Hinterstoib geheiratet. Plausibel wird dies, da die dortige Familie Holzer zu den ersten Wohltätern des Museums gehörte.
Angaben zum Objekt
Typ
Arznei
Abmessung/Umfang
7,6 x 2,6 Ø cm
Material/Technik
Glas, Papier und Arznei
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00922
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Max Kuttner (1812-1871) Altbestand
Zeit
4. Februar 1844
Arznei in Glasbehälter, mit Dosierungsanleitung
Wurde doch nicht benötigt
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Luftschutz-Hausapotheke
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
In einem Privathaushalt der Gegend hat sich diese Pappkiste einer Luftschutz-Hausapotheke aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs erhalten. Sie wurde für den Fall eines Luftangriffs angeschafft und war wohl in jedem Luftschutzkeller oder Haushalt vorhanden.
Die Pappkiste besteht aus relativ stabilem Karton. Auf der Innenseite ist der Deckel fast komplett mit einem Papieraufkleber ausgefüllt. Hier ist die Inhaltsliste der Hausapotheke mit der entsprechenden Gebrauchsanweisung vermerkt. Das Innere der Schachtel ist genau sortiert. Im Vergleich zu der im Deckel aufgeführten Sollliste fällt auf, dass zahlreiche Einzelteile inzwischen fehlen. Laut Sollliste befanden sich ursprünglich 22 verschiedene Posten im Karton. Darunter natürlich viel Verbandsmaterial und einige Arzneien für spezielle Schäden, welche durch einen Luftangriff erwartet werden konnten. So konnten Brandverletzungen sowie Schäden durch Phosphor und ein Giftgas (Gelbkreuzkampfstoff) zumindest vorläufig behandelt werden. Interessant ist zudem, dass man Beruhigungsmittel ebenso hinzufügte wie ein Riechfläschchen für Ohnmächtige. Heute noch vorhanden sind einige Verbände, davon sogar noch fünf in ihren Originalverpackungen und ein Dreieckstuch. Ebenso an Arzneien die Tabletten „Natrium bicarbonicum“ (Soda bzw. Natron), Chloraminpulver und eine Packung mit vier Riechfläschchen. Daneben sind noch Hilfsmittel vorhanden wie Glasflaschen zum Anrühren von Brei, Spatel zum Auftragen und Augenstäbchen. In einem Glas ist eine fetthaltige Masse angerührt worden, welche leider nicht identifiziert werden kann. Es fehlen diejenigen Gegenstände, welche man auch noch später gut gebrauchen konnte, etwa die Würfelzucker, die Baldriantinktur, Heftpflaster und Sicherheitsnadeln. Leider fehlt auch die „Anleitung zur ersten Hilfe“. Diese hätte vielleicht noch aufschlussreiche Einblicke in die Handhabung und die Kriegspropaganda geben können.
Angaben zum Objekt
Typ
Arznei
Abmessung/Umfang
12,5 x 41,2 x 28 cm
Material/Technik
Karton, bedrucktes Papier, Glas, Gewebe, diverse chemische Stoffe sowie Gummi
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 02181.1-17
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Münchener Verbandstoff-Fabrik A. Aubry A.-G. Schenkung 2017
Zeit
1940/45
Luftschutz-Hausapotheke
Der Krieg als ständige Gefahr für Leib und Leben
Bergwerk / Industrialisierung
Die Industrialisierung hatte entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung unserer Region. Grundlage waren die reichen Kohlevorkommen.
Miesbach war das erste Zentrum dieser Entwicklung. Zwischen 1849 und 1911 wurde hier Kohle industriell gefördert.
1861 kam dadurch schon die Eisenbahn nach Miesbach.
Die erste Stromübertragung über eine längere Distanz im Jahr 1882 von Miesbach nach München machte weltweit Schlagzeilen.
Die Stadterhebung im Jahr 1918 war die sinnfällige Krönung dieser Entwicklung.
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Grubenlampe
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Eine frühe Stufe der Bergbau-Ausrüstung dokumentiert die Grubenlampe, bei der die Flamme offen brannte. Beleuchtung ist und war im Bergbau immer ein Problem. Die besonderen Umstände unter Tage, der Mangel an Sauerstoff, Austritt von Gasen und Wassereinbruch erschweren jede Form der Beleuchtung.
Die Grubenlampe ist vom Typus her eine Öllampe, da das Brennmittel Öl ist. Der Corpus ist ein von der Grundfläche her runder, scheinbar gegossener Hohlkörper. Auf der Oberseite vorne die Öffnung für den Docht. Daneben eine mit einer fest verankerten Flügelschraube verschließbare kleine Klappe, für das Einbringen von Brennmittel. Auf einer Seite der Flügelschraube eingeprägt eine Krone als Markenzeichen. Der Haltegriff geht halbkreisförmig über den Corpus und endet in einem, der Form nach einem sehr breiten Wappenfeld ähnelnder Platte, darauf „GLÜCK-AUF“ und darunter das Bergwerkszeichen. Oberhalb des Griffs ein beweglicher Haken für das Aufhängen der Lampe. Auf der Unterseite eine Kette mit einem dünnen Haken, vielleicht für das Säubern des Dochtes. Offene Flammen, wie bei der vorliegenden Grubenlampe, waren bei Gasaustritt unter Tage höchst gefährlich. Auch die Einführung von elektrischer Beleuchtung war nicht ohne Gefahren. Sie erfolgte in der Miesbacher Grube schrittweise ab 1881, zunächst über Tage und einige Jahre später unter Tage.
Angaben zum Objekt
Typ
Leuchte
Abmessung/Umfang
10,5 x 8,5 x 11,1 cm
Material/Technik
Eisen und Strick
Identifikator
Inv.-Nr. 01864
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung 2015
Zeit
Mitte 19. Jahrhundert
Informationen über die verwendeten Medien
Grubenlampe
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Eine frühe Stufe der Bergbau-Ausrüstung dokumentiert die Grubenlampe, bei der die Flamme offen brannte. Beleuchtung ist und war im Bergbau immer ein Problem. Die besonderen Umstände unter Tage, der Mangel an Sauerstoff, Austritt von Gasen und Wassereinbruch erschweren jede Form der Beleuchtung.
Die Grubenlampe ist vom Typus her eine Öllampe, da das Brennmittel Öl ist. Der Corpus ist ein von der Grundfläche her runder, scheinbar gegossener Hohlkörper. Auf der Oberseite vorne die Öffnung für den Docht. Daneben eine mit einer fest verankerten Flügelschraube verschließbare kleine Klappe, für das Einbringen von Brennmittel. Auf einer Seite der Flügelschraube eingeprägt eine Krone als Markenzeichen. Der Haltegriff geht halbkreisförmig über den Corpus und endet in einem, der Form nach einem sehr breiten Wappenfeld ähnelnder Platte, darauf „GLÜCK-AUF“ und darunter das Bergwerkszeichen. Oberhalb des Griffs ein beweglicher Haken für das Aufhängen der Lampe. Auf der Unterseite eine Kette mit einem dünnen Haken, vielleicht für das Säubern des Dochtes. Offene Flammen, wie bei der vorliegenden Grubenlampe, waren bei Gasaustritt unter Tage höchst gefährlich. Auch die Einführung von elektrischer Beleuchtung war nicht ohne Gefahren. Sie erfolgte in der Miesbacher Grube schrittweise ab 1881, zunächst über Tage und einige Jahre später unter Tage.
Angaben zum Objekt
Typ
Leuchte
Abmessung/Umfang
10,5 x 8,5 x 11,1 cm
Material/Technik
Eisen und Strick
Identifikator
Inv.-Nr. 01864
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung 2015
Zeit
Mitte 19. Jahrhundert
Grubenlampe
Beleuchtung als Sicherheitsproblem
Informationen über die verwendeten Medien
Bergmannskappe
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Bergmannskappe eines Bergmanns aus Miesbach. Sie stammt aus der Werkstatt des Miesbacher Hutmachers Michael Gratzer, welcher 1880 sein Geschäft gründete. Die ungewöhnlichen rot-weißen Federn sollen der Überlieferung nach auf die Miesbacher Grube deuten.
Die Kappe ist zylinderförmig, das Obermaterial ist ein schwarzer Filz. Die Unterkante ist mit schwarzem Leder eingeschlagen, darüber befindet sich auf der Außenseite eine goldfarbene Borte. Auf der Stirnseite die Bergwerkszeichen Hammer und Schlägel in Bronze aufgesetzt. Das Innenfutter ist ein Baumwollgewebe, im Hutboden findet sich das Etikett des Herstellers: „M. Gratzer, Hutmachermeister Miesbach.“ und zudem die Abbildung einer Sennerin vor einer Alm im Gespräch mit einem Landmann. Stirnseitig an der oberen Kante lange Reiherfedern in den Farben Rot und Weiß aufgesetzt. Auf einem kleinen Papieraufkleber im Inneren ist ein Name eingetragen, der den früheren Besitzer meint. Der Name ist wohl mit Kaindl zu entziffern. Ein Sebastian Kaindl (1860-1909) war seit 1886 in der Miesbacher Grube beschäftigt. Auch sein gleichnamiger Sohn war Bergmann, vermutlich dann in Hausham.
Angaben zum Objekt
Typ
Kopfbedeckung
Abmessung/Umfang
32,5 x 16 x 21,5 cm
Material/Technik
Filz, Baumwolle, Leder, Karton, Papier, Reiherfedern, Messing, Posamentenborte
Identifikator
Inv.-Nr. 02780
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Hut: Michael Gratzer (1843-1923), Lithographie: A. Geisberger, München Kauf 2019
Zeit
Nach 1880
Bergmannskappe
Der stolze Hut des Bergmanns
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Modell des Betriebsgeländes der Amperwerke in Miesbach
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Ein weltweiter Meilenstein in der Geschichte der Elektrizität war die erste Stromübertragung im Jahre 1882, welche von Miesbach nach München führte. Elektrizität wurde zum Schmiermittel der Industrialisierung. In Mühlau bei Miesbach gab es ab 1895 ein Elektrizitätswerk. Das wenig später entstandene Betriebsgelände an der Rosenheimer Straße war jahrzehntelang stadtbildprägend.
Das Betriebsgelände der Isar-Amperwerke an der heutigen Kreuzung Rosenheimer und Bayrischzeller Straße war ab 1904 in mehreren Schritten entstanden. Seit 1913 war es Teil der Obüz (Oberbayerische Überlandzentrale) und ab 1932 der Amperwerke. Durch Fusion wurden daraus 1955 die Isar-Amperwerke und durch Übernahme 2001 E.ON Bayern. Das Modell des Betriebsgeländes zeigt es in einem Zustand Ende der 1930er Jahre. Auf der Abbildung ist Norden links, der Blick geht also von Westen über die Anlage. Die Rosenheimer Straße begrenzt das Gelände links, die Bayrischzeller Straße sollte erst später entstehen, hier also nur ein kleinerer Weg. An der linken oberen Ecke das 1933/34 neu errichtete Umspannwerk. Davor das Verwaltungsgebäude. Von diesem geht ein auffallend langes Gebäude in Richtung Süden ab, in welchem sich Werkstätten befanden. Von ihm zweigen nach Osten Garagen ab. Zum Betrachter hin ein großes Lagergebäude, während sich in dem kleinen Komplex in der rechten unteren Ecke wiederum Werkstätten und Garagen befanden. In der oberen rechten Ecke zuletzt zwei Wohnhäuser. Das Gelände wurde 1982 abgeräumt und ist heute überbaut mit einer Wohn- und Geschäftsanlage.
Angaben zum Objekt
Typ
Modell
Abmessung/Umfang
9,5x 100 x 75 cm
Material/Technik
Bemaltes Holz, Kunststoff, Moos
Identifikator
Inv.-Nr. 03000
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Anton Fischl (1921-1977) Schenkung 2017
Zeit
Nach 1934
Modell des Betriebsgeländes der Amperwerke in Miesbach
Erinnerung an die Geschichte der Elektrizität
Informationen über die verwendeten Medien
Gästebuch der Familie Schubart
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Gästebücher kamen im Laufe des 19. Jahrhunderts in adeligen und großbürgerlichen Privathaushalten in Mode. Zum Teil werden sie bis heute geführt. Sie bilden eine wichtige historische Quelle, da sie das gesellschaftliche Leben der Zeit spiegelt. Wie im vorliegenden Beispiel auch, so sind die von den Besuchern eingefügten Bilder zudem oft von einigem kunsthistorischen Wert.
Die Familie Schubart führte in den Jahren 1922 bis 1940 und dabei scheinbar überwiegend in deren Sommerfrische in der sog. kleinen Villa Fohr in Miesbach (Bayrischzeller Str. 11) dieses Gästebuch. Die Familie umfasste damals den Schriftsteller Arthur Schubart (1876-1937), seine Frau Marianne, geb. Bischoff (1884-1974) und Arthurs Mutter Josefine von Schubart, geb. Reiter (1850-1942), welche über ihre Mutter Petronilla die älteste Enkelin der Miesbacher Brauereibesitzerin Susanna Waitzinger gewesen war. Das Gästebuch ist ein Album mit einem Einband aus schwarzer Seide. Der Hersteller, die Münchner Firma Prantl, war und ist ein exklusiver Traditionsbetrieb, zu dessen Kunden bis 1918 der bayerische Königshof gehörte. Die erhaltene Preisangabe von 55 Reichsmark erinnert daran, dass das Buch spätestens 1922 erworben worden ist. Dies gehörte bereits zu den Inflationsjahren, welche 1923 ihren dramatischen Höhepunkt und auch ihre Ende erreichen sollten. Die Seiten sind nicht paginiert. Eingeleitet wird das Album auf der ersten Seite mit folgendem Eintrag: „Rechter Wirt u. rechter Gast Fallen niemals sich zur Last.... Arthur Schubart“. Die folgenden Einträge umfassen einen Zeitraum vom 27. Juli 1922 bis zum 11. Oktober 1940. Man kann rund 190 Personen identifizieren. Dabei kann man drei Gruppen ausmachen: Familienangehörige, Bekannte aus Miesbach und Umgebung und weitere Freunde. Im Grunde erkennt man ein gesellschaftlich weit gefächertes Umfeld mit Kontakten in das zeitgenössische Bildungsbürgertum, zu Künstlern, dem Adel und dem Miesbacher Bürgertum. So reiht sich unter die zahlreichen Verwandten Marie Schad, geb. Fohr, die Mutter Christian Schads. Daneben finden sich Angehörige der damals in Miesbach lebenden Familien der Grafen Courten und Spreti, die Familien Gans (Schloss Wallenburg) und Weidenbach (Gut Lichtenau). Herausragende und auch überregional bedeutsame Namen sind der Jagdschriftsteller und Besitzer von Schloss Hohenaschau, Ludwig Benedikt Freiherr von Cramer-Klett (1906-1985) und der Maler Paul Herrmann (auch bekannt als Henri Héran, 1864-1946). Aufschlussreich für die Beziehungen der Familie Schubart ist hierbei, dass Baron Cramer-Klett ein häufiger Gast war, teilte er sich doch mit Arthur Schubart die Leidenschaft für die Jagd. Paul Herrmann wiederum war über seine Mutter Emma, geb. Schubart, ein naher Verwandter. Herrmann gehörte beispielsweise zum Freundeskreis von Oscar Wilde und Edvard Munch. Sehr reizend sind die von manchen Gästen eingefügten Zeichnungen oder Aquarelle. Sie stammen fast alle von ausgebildeten Künstlern, namentlich Angelo Graf von Courten, Fritz Freund, Eugen Ludwig Hoess und Carla Vollmer-Stöckert (hier noch: Stöckert).
Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Abmessung/Umfang
22 x 17,2 x 1,5 cm
Material/Technik
Papier und mit schwarzer Seide überzogener Karton - Abbildungen mit Bleistift, Tusche, Aquarellfarben und eine SW-Fotografie
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nrn. 02152.1-2
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Album: Fa. F. A. Prantl, München – Abbildungen von Angelo Graf von Courten (1848-1925), Fritz Freund (1859-1936), Eugen Ludwig Hoess (1866-1955), Ernst Luther (1878-1939), Cilly NN, Carla Stöckert (später: Vollmer-Stöckert, 1907-1949) Schenkung 2017
Zeit
1922 bis 1940
Fremdenverkehr
Der Fremdenverkehr ist heute eine der tragenden Säulen der regionalen Wirtschaft.
Seine Anfänge weisen über 200 Jahre zurück.
Miesbach war wegen der guten Erreichbarkeit und seinem Angebot an Gasthöfen im 19. Jahrhundert eine beliebte Adresse.
1861 kam die Anbindung an das Eisenbahnnetz hinzu.
Ab 1886 ergänzte das Freibad das Angebot,
1906 auch das Heimatmuseum.
Ende des 19. Jahrhunderts verlagerten sich die Hauptströme zunehmend in noch größere Nähe zu den Bergen.
Informationen über die verwendeten Medien
Miesbach von Norden
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Tuschezeichnung ist das Werk einer Ausnahmeerscheinung ihrer Zeit. Denn Maria Electrine Freifrau von Freyberg war eine Pionierin als anerkannte Künstlerin und berufstätige Frau. Freyberg gehörte zudem zu den frühesten namentlich bekannten Sommerfrischlern, welche Miesbach besuchten. Davon zeugt die romantische Vedute.
Das Bild zeigt einen Blick auf Miesbach, der Standort der Künstlerin war am oberen Ende des Wallenburger Bergs. Im Mittelgrund der Zeichnung ist Miesbach mit seinen verschiedenen Terrassen erkennbar. Links auf der obersten Terrasse das Gerichtsschreiberhaus (später Kloster), daneben die Portiunkulakirche und das Schloss, damals Bezirksamt. Auf der mittleren Terrasse umgeben von den Häusern um den Oberen Markt die Pfarrkirche, davor das Pfarrhaus. Nach rechts absteigend zur Schlierach die Häuser um den Unteren Markt und den Marienplatz. Die Schlierach wird überspannt von der Schlierachbrücke, später Johannisbrücke genannt. Die Ortsansicht wird malerisch gerahmt durch eine romantische Szenerie im Vordergrund: Rechts unter einer mächtigen Eiche, die den gesamten rechten Rand des Bildes einnimmt, lagert eine Frau mit zwei Kindern und einem Hund. Links davon drei Pferde, die sich bereits nah am Fahrweg befinden. Im Hintergrund der breitgelagerte Stadlberg, dahinter schemenhaft das Hochgebirge, mit Breitenstein und Wendelstein oberhalb der Portiunkulakirche. Interessant ist noch das Monogramm der Malerin: „E F“, und „geb. St.“ Da die Freifrau bereits vor ihrer Ehe eine angesehene Künstlerin war, erklärt es sich, warum sie in ihrer Signatur selbstbewusst den Hinweis auf ihren Geburtsnamen gibt. Der Standort der Künstlerin war lange Zeit ein beliebter Aussichtspunkt. Joseph von Obernberg erwähnt dies 1815 in seinem Werk „Reisen durch das Königreich Bayern“ (Teil 1, H. 2, S. 199): „Ueber der Anhöhe, die man besteigen muß, finden Sie einen Standpunkt, der Ihnen alles überschauen läßt, was die Gegend Schönes hat. Die Mahler lagern sich hier, wenn sie die Natur zu kopieren unternehmen.“ Wie Maria Electrine von Freyberg die Ansicht fertigte und wie sie ihren Aufenthalt erlebte, ruft sie sogar in einem Brief vom 10. August 1825 in Erinnerung. Diesen richtet sie an ihren Mann, der sich gerade wiederum in Miesbach aufhält: „Indem ich Dir meine Küsse und Grüße nach Miesbach sende, denke ich mit Freuden an die Zeit die wir voriges Jahr miteinander dort verlebt haben – und am SchlierSee [!] – weißt noch wie schön der Abend war?! – wirst Du denn au[ch] den Ort besuchen von wo ich die Gegend von Miesbach aufgenommen habe? verweile dort einen Augenblick und weihe ihn […]“. Maria Electrine Freifrau von Freyberg war durch ihren Vater, den Maler Johann Baptist Stuntz (1753-1836), an die Malerei herangeführt worden. Sie war nach Marie Ellenrieder 1813 erst die zweite Frau, welche an der Münchner Kunstakademie ein Studium beginnen konnte. Die noch ledige Maria Electrine Stuntz war sogar 1821 zum Ehrenmitglied der römischen Accademia di San Luca ernannt worden, eine Ehre, welche auch männlichen deutschen Künstlern damals nur in großen Ausnahmefällen zu Teil wurde, wie etwa dem Architekten Leo von Klenze.
Angaben zum Objekt
Typ
Grafik
Abmessung/Umfang
40 x 46,5 cm
Material/Technik
Lavierte Tuschezeichnung
Identifikator
Inv.-Nr. 01271
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Maria Electrine Freifrau von Freyberg, geb. Stuntz (1797-1847) Schenkung 1990
Zeit
1824
Miesbach von Norden
Eine Pionierin der Malkunst als Pionierin des Fremdenverkehrs
Informationen über die verwendeten Medien
Votivtafel: Maria und Kind über dem Wendelstein
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Votivtafel vom Wendelstein erinnert an die Erschließung der Bergwelt für touristische Zwecke. Der Wendelstein ist einer der markantesten Berge unserer Gegend. Als 1822 sein erstes Gipfelbuch angelegt wurde, war eine Gruppe Miesbacher Bürger eine der ersten, welche sogar auf dem Gipfel übernachteten. 1876 gründeten wiederum Miesbacher einen der ersten Alpenvereinssektionen der Region.
Dass es im Gebirge durchaus lebensgefährlich werden kann, beweist die im Heimatmuseum befindliche Votivtafel. Sie zeigt eine dramatische Szenerie um den Gipfel des Wendelsteins, der aus einem Wolkenmeer heraus ragt. Auf der grauen Kuppe des Berges das damalige Gipfelkreuz und die 1718 errichtete Kapelle St. Wendelin. Aus den Wolken zucken dramatisch Blitze. Im geöffneten Himmel erscheint die Muttergottes mit Kind und verheißt Rettung. Das untere Drittel trägt die Beschriftung: „Am 24. August 1876. bestiegen sämtliche aus der Pfarrei Au bei Aibling hier Verzeichnete den Wendelstein, verlobten sich wegen Gefahrdrohenden Gewitter zur Muttergottes hieher. Millauer Mich. Millauer Gg. Rusammer Gg. Huber Leonh. Funk Ant. Obermair Gg. Obermair Magd. Hengstberger Englb. Huber Jos. Gasteiger Adam.“ Rückseitig finden sich noch mehrere Unterschriften, teilweise mit Zeitangabe aus dem Zeitraum 1939-1966.
Angaben zum Objekt
Typ
Tafelbild
Abmessung/Umfang
34,5 x 26,5 cm
Material/Technik
Öl auf Blech
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00586
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung um 1970
Zeit
1876
Votivtafel: Maria und Kind über dem Wendelstein
Unerschrocken in den Bergen unterwegs
Informationen über die verwendeten Medien
Das „Schlößl“ bei Miesbach mit idealisierter Wendelstein-Landschaft
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Familie Zwehl verlebte im Harzbergschlößl mehrere Jahrzehnte um die Mitte des 19. Jahrhunderts als Mieter ihre Sommermonate. Die Ansicht zeigt den Blick des Künstlers zurück auf seine Kindheit, die er zum Zeitpunkt der Entstehung des Aquarells mit seinen damals 19 Jahren gerade hinter sich gelassen hatte.
Aquarell mit Ansicht über Miesbach hinweg auf den Harzberg und hinter diesem in das Hochgebirge hinein. Der Standort des Betrachters befindet sich auf dem westlichen Hochufer der Schlierach auf dem Gebiet der Unteren Wies in der Nähe des Rauscherhofes. Im Vordergrund tritt ein gewundener Weg aus dem Talgrund hervor. Dort muss sich der Schopfgraben befinden. Der Weg markiert die Hauptblickachse des Bildes. Der Vordergrund wird durch eine Reihe von Bäumen an der Hangkante begrenzt. Hinter ihnen erhebt sich die Kuppe des Harzbergs. Er liegt in einiger Entfernung, denn dazwischen befindet sich im Talgrund noch Miesbach. Auf der Höhe des Harzbergs das Schlößl, wo der Künstler viele Sommeraufenthalte erlebte. Der Blick geht genau auf die zum Tal hin gewendete Fassade mit dem charakteristischen Mittelrisalit. Links unterhalb erkennt man hinter den Baumwipfeln ein Dach, das zum Ökonomiegebäude des Schlößls gehört, dem späteren Kuttner-Kerndl-Anwesen. Rechts des Schlößls der alte Harzbergerhof, welcher 1951 dem Hotel Sonnenhof Platz machen musste und wohl der älteste Bau auf diesem Hügel war. Im Hintergrund erhebt sich kühn das Hochgebirge, optisch durch eine leichte Blaufärbung hervorgehoben. Der Künstler Hans Karl von Zwehl ist der Sohn des Politikers Theodor von Zwehl (1800-1875), welchem auf dem Stadlberg eine steinerne Ruhebank gewidmet ist. Hans Karl trat selbst später wie sein Vater in den öffentlichen Dienst ein und wurde Diplomat. Zudem studierte er aber ab 1871 an der Münchner Kunstakademie und betätigte sich immer auch künstlerisch.
Angaben zum Objekt
Typ
Grafik
Abmessung/Umfang
37,3 x 47,5 cm
Material/Technik
Aquarell
Identifikator
Inv.-Nr. 02131
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Hans Karl von Zwehl (1845-1939) Schenkung 2017
Zeit
1864
Das "Schlößl" bei Miesbach mit idealisierter Wendelstein-Landschaft
Erinnerung an eine schöne Jugendzeit im Alpenvorland
Informationen über die verwendeten Medien
Gästebuch der Familie Schubart
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Gästebücher kamen im Laufe des 19. Jahrhunderts in adeligen und großbürgerlichen Privathaushalten in Mode. Zum Teil werden sie bis heute geführt. Sie bilden eine wichtige historische Quelle, da sie das gesellschaftliche Leben der Zeit spiegelt. Wie im vorliegenden Beispiel auch, so sind die von den Besuchern eingefügten Bilder zudem oft von einigem kunsthistorischen Wert.
Die Familie Schubart führte in den Jahren 1922 bis 1940 und dabei scheinbar überwiegend in deren Sommerfrische in der sog. kleinen Villa Fohr in Miesbach (Bayrischzeller Str. 11) dieses Gästebuch. Die Familie umfasste damals den Schriftsteller Arthur Schubart (1876-1937), seine Frau Marianne, geb. Bischoff (1884-1974) und Arthurs Mutter Josefine von Schubart, geb. Reiter (1850-1942), welche über ihre Mutter Petronilla die älteste Enkelin der Miesbacher Brauereibesitzerin Susanna Waitzinger gewesen war. Das Gästebuch ist ein Album mit einem Einband aus schwarzer Seide. Der Hersteller, die Münchner Firma Prantl, war und ist ein exklusiver Traditionsbetrieb, zu dessen Kunden bis 1918 der bayerische Königshof gehörte. Die erhaltene Preisangabe von 55 Reichsmark erinnert daran, dass das Buch spätestens 1922 erworben worden ist. Dies gehörte bereits zu den Inflationsjahren, welche 1923 ihren dramatischen Höhepunkt und auch ihre Ende erreichen sollten. Die Seiten sind nicht paginiert. Eingeleitet wird das Album auf der ersten Seite mit folgendem Eintrag: „Rechter Wirt u. rechter Gast Fallen niemals sich zur Last.... Arthur Schubart“. Die folgenden Einträge umfassen einen Zeitraum vom 27. Juli 1922 bis zum 11. Oktober 1940. Man kann rund 190 Personen identifizieren. Dabei kann man drei Gruppen ausmachen: Familienangehörige, Bekannte aus Miesbach und Umgebung und weitere Freunde. Im Grunde erkennt man ein gesellschaftlich weit gefächertes Umfeld mit Kontakten in das zeitgenössische Bildungsbürgertum, zu Künstlern, dem Adel und dem Miesbacher Bürgertum. So reiht sich unter die zahlreichen Verwandten Marie Schad, geb. Fohr, die Mutter Christian Schads. Daneben finden sich Angehörige der damals in Miesbach lebenden Familien der Grafen Courten und Spreti, die Familien Gans (Schloss Wallenburg) und Weidenbach (Gut Lichtenau). Herausragende und auch überregional bedeutsame Namen sind der Jagdschriftsteller und Besitzer von Schloss Hohenaschau, Ludwig Benedikt Freiherr von Cramer-Klett (1906-1985) und der Maler Paul Herrmann (auch bekannt als Henri Héran, 1864-1946). Aufschlussreich für die Beziehungen der Familie Schubart ist hierbei, dass Baron Cramer-Klett ein häufiger Gast war, teilte er sich doch mit Arthur Schubart die Leidenschaft für die Jagd. Paul Herrmann wiederum war über seine Mutter Emma, geb. Schubart, ein naher Verwandter. Herrmann gehörte beispielsweise zum Freundeskreis von Oscar Wilde und Edvard Munch. Sehr reizend sind die von manchen Gästen eingefügten Zeichnungen oder Aquarelle. Sie stammen fast alle von ausgebildeten Künstlern, namentlich Angelo Graf von Courten, Fritz Freund, Eugen Ludwig Hoess und Carla Vollmer-Stöckert (hier noch: Stöckert).
Angaben zum Objekt
Typ
Buch
Abmessung/Umfang
22 x 17,2 x 1,5 cm
Material/Technik
Papier und mit schwarzer Seide überzogener Karton - Abbildungen mit Bleistift, Tusche, Aquarellfarben und eine SW-Fotografie
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nrn. 02152.1-2
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Album: Fa. F. A. Prantl, München – Abbildungen von Angelo Graf von Courten (1848-1925), Fritz Freund (1859-1936), Eugen Ludwig Hoess (1866-1955), Ernst Luther (1878-1939), Cilly NN, Carla Stöckert (später: Vollmer-Stöckert, 1907-1949) Schenkung 2017
Zeit
1922 bis 1940
Gästebuch der Familie Schubart
Grüße aus einer vergangenen Zeit
Möbel
Die Möbelsammlung wartet mit ausgezeichneten Stücken auf. Die Sammlung reicht inzwischen über einen Zeitraum eines halben Jahrtausends.
Die Glanzstücke stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
Außerdem werden Stücke gesammelt, welche den Wandel der Wohnkultur wiederspiegeln. So finden sich neben Bugholzmöbeln auch Stücke der Wirtschaftswunderzeit.
Informationen über die verwendeten Medien
Brautschrank
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Brautschrank in der bekannten Form des Tölzer Kastens. Der 1778 entstandene Schrank bewahrt noch Teile der originalen Einrichtung. Besonders qualitätvoll ist die Fassung.
Der Brautschrank im Miesbacher Heimatmuseum stammt aus dem Jahr 1778. Er ist ein zweitüriger Schrank mit geradem Abschluss im Typus der Leitzachtaler Kästen. Die Ecken sind abgeschrägt, der Rahmen ist gezinkt gefügt. Die Vorder- und Rückwand sind aufgedübelt. Die Gesims-, Fuß- und Türschlagleiste sind profiliert. Der Kranz ist abnehmbar. Die Türen sind in Brettbauweise mit je zwei Gratleisten, an den Eckschrägen angesetzt. Durch aufgesetzte Profilleisten sind auf jeder Türe hochrechteckige Felder mit abgeschrägten Ecken entstanden. Der Schrank steht auf vier gedrückten Kegelfüßen. Verschlossen wird er durch ein originales Kastenschloss mit Schlüssel. Die Fassung ist eine blaue Grundierung, auf der Blütenreihen, Blumen und gelben Rocaille-Ornamenten aufgetragen sind. In den vier Feldern der Front finden sich figürliche Darstellungen auf hellem Grund. Oben links ist dies ein Herz-Jesu-Kind in einer Blumenpforte, verbunden mit dem Spruch: „Suchst du meine Garten-Thür“. Oben rechts ist dies ein erwachsener Jesus mit Kreuz, begleitet von einem Lamm mit umgehängtem Kreuz und dem Spruch: „Trag dein Greütz und folge mir“. Unten links ist dies Jesus mit Wundmalen und einem Herz mit Dornenkrone und Kreuz sowie dem Spruch: „Gleiche Schmerzen gleiche pein“. Unten rechts ist Maria mit Lilie und einem Herz mit Dolch abgebildet, begleitet vom Spruch: „Nimmet hier beyder Herzen ein“. Oben findet sich folgende Inschrift: „17. M. P. 78.“ Die Initialen deuten meist auf die Braut hin. So könnten sie für Maria Pichelmayr stehen, welche 1778 in der Gmunder Pfarrkirche den aus Schwaben zugewanderten Schneider Michael Müller heiratete. Die Braut stammte aus dem Hof Schuster im Graben, der zwischen Gmund und Miesbach liegt. Die Mittelwand teilt das Innere des Schranks in zwei Hälften. Die rechte Seite ist noch mit Originalstücken der Aussteuer befüllt. Demgemäß ist sie kunstvoll mit Leinen und Hanfzöpfen ausgelegt. Angeordnet sind zudem Wachsstöpfe, Andachtsbilder und Gläser. Besonders reizvoll ist außerdem ein geschnitztes Paar, sie an einem Tisch sitzend, er mit einem Korb, aus dem ein Kinderkopf herausspringt. Im Vergleich mit zeitgenössischen, bemalten Kästen fällt die qualitativ hochwertige Umsetzung der Personenabbildungen auf. Daher denkt man an Johann Baptist Böheim, der hier einer der besten war. Brautkästen waren Teil der Aussteuer der Frau. Sie wurden für die Hochzeit extra angefertigt. Die Bräute begannen oft schon Jahre vor einer möglichen Heirat mit dem Fertigen und Ansammeln des Inventars. Am Tag der Hochzeit wurde die Aussteuer dann auf dem sog. Kuchlwagen in das neue Heim der Frau gefahren. Dazu gehörte auch immer eine Bettstatt. Bezahlt wurde die Aussteuer von den Brauteltern. Der Brautschrank hatte im Haus einen Ehrenplatz, oft in der Schlafkammer des Brautpaares. Da er auch kunstvoll eingerichtet wurde, ist anzunehmen, dass er auch gerne hergezeigt wurde. Das Inventar des Schranks sollte nur in Notzeiten benutzt werden. So haben sich viele Brautkästen lange Zeit erhalten, manche sogar bis auf den heutigen Tag.
Angaben zum Objekt
Typ
Möbel
Abmessung/Umfang
189 x 145 x 61,5 cm
Material/Technik
Gefasstes Holz, Eisen, Leinen, Hanf, Glas, Wachs
Identifikator
Inv.-Nr. 01216
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vielleicht Johann Baptist Böheim (1752-1838) Altbestand
Zeit
1778
Informationen über die verwendeten Medien
Schaukelstuhl
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Der Schaukelstuhl im Stil des Historismus dokumentiert die bürgerliche Wohnkultur. Die in ihrer Zeit modernen Stücke finden sich lange auch oft parallel zu den bäuerlichen Möbelstücken.
Kleiner Schaukelstuhl aus Holz im großbürgerlichen Stil vom Ende des 19. Jahrhunderts, möglicherweise für Kinder. Er ist zusammenklappbar und das Gestell besteht aus dunklem Holz. Gerade die Lehne ist aufwendiger gestaltet. Diese ist oben aufgebrochen und mit gedrechselten, kurzen Streben geziert. Am unteren Ende der Lehne gedrechselte Holzknöpfe. Die Lehne und die Sitzfläche sind mit gleich gestalteten Teppichen bezogen: Vor einem roten Hintergrund eine Rahmung aus Palmzweigen und ähnlichen Dekorationselementen, in der Mitte ein Blumenarrangement. Für das Zusammenklappen die entscheidenden Scharniere aus Metall.
Angaben zum Objekt
Typ
Möbel
Abmessung/Umfang
81,4 x 46,6 x 69,2 cm
Material/Technik
Holz, Stoff, Gewebe, Metall
Identifikator
Inv.-Nr. 01858
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung 2014
Zeit
Ende 19. Jahrhundert
Schaukelstuhl
Gutbürgerliche Bequemlichkeit
Informationen über die verwendeten Medien
Brautschrank
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Brautschrank in der bekannten Form des Tölzer Kastens. Der 1778 entstandene Schrank bewahrt noch Teile der originalen Einrichtung. Besonders qualitätvoll ist die Fassung.
Der Brautschrank im Miesbacher Heimatmuseum stammt aus dem Jahr 1778. Er ist ein zweitüriger Schrank mit geradem Abschluss im Typus der Leitzachtaler Kästen. Die Ecken sind abgeschrägt, der Rahmen ist gezinkt gefügt. Die Vorder- und Rückwand sind aufgedübelt. Die Gesims-, Fuß- und Türschlagleiste sind profiliert. Der Kranz ist abnehmbar. Die Türen sind in Brettbauweise mit je zwei Gratleisten, an den Eckschrägen angesetzt. Durch aufgesetzte Profilleisten sind auf jeder Türe hochrechteckige Felder mit abgeschrägten Ecken entstanden. Der Schrank steht auf vier gedrückten Kegelfüßen. Verschlossen wird er durch ein originales Kastenschloss mit Schlüssel. Die Fassung ist eine blaue Grundierung, auf der Blütenreihen, Blumen und gelben Rocaille-Ornamenten aufgetragen sind. In den vier Feldern der Front finden sich figürliche Darstellungen auf hellem Grund. Oben links ist dies ein Herz-Jesu-Kind in einer Blumenpforte, verbunden mit dem Spruch: „Suchst du meine Garten-Thür“. Oben rechts ist dies ein erwachsener Jesus mit Kreuz, begleitet von einem Lamm mit umgehängtem Kreuz und dem Spruch: „Trag dein Greütz und folge mir“. Unten links ist dies Jesus mit Wundmalen und einem Herz mit Dornenkrone und Kreuz sowie dem Spruch: „Gleiche Schmerzen gleiche pein“. Unten rechts ist Maria mit Lilie und einem Herz mit Dolch abgebildet, begleitet vom Spruch: „Nimmet hier beyder Herzen ein“. Oben findet sich folgende Inschrift: „17. M. P. 78.“ Die Initialen deuten meist auf die Braut hin. So könnten sie für Maria Pichelmayr stehen, welche 1778 in der Gmunder Pfarrkirche den aus Schwaben zugewanderten Schneider Michael Müller heiratete. Die Braut stammte aus dem Hof Schuster im Graben, der zwischen Gmund und Miesbach liegt. Die Mittelwand teilt das Innere des Schranks in zwei Hälften. Die rechte Seite ist noch mit Originalstücken der Aussteuer befüllt. Demgemäß ist sie kunstvoll mit Leinen und Hanfzöpfen ausgelegt. Angeordnet sind zudem Wachsstöpfe, Andachtsbilder und Gläser. Besonders reizvoll ist außerdem ein geschnitztes Paar, sie an einem Tisch sitzend, er mit einem Korb, aus dem ein Kinderkopf herausspringt. Im Vergleich mit zeitgenössischen, bemalten Kästen fällt die qualitativ hochwertige Umsetzung der Personenabbildungen auf. Daher denkt man an Johann Baptist Böheim, der hier einer der besten war. Brautkästen waren Teil der Aussteuer der Frau. Sie wurden für die Hochzeit extra angefertigt. Die Bräute begannen oft schon Jahre vor einer möglichen Heirat mit dem Fertigen und Ansammeln des Inventars. Am Tag der Hochzeit wurde die Aussteuer dann auf dem sog. Kuchlwagen in das neue Heim der Frau gefahren. Dazu gehörte auch immer eine Bettstatt. Bezahlt wurde die Aussteuer von den Brauteltern. Der Brautschrank hatte im Haus einen Ehrenplatz, oft in der Schlafkammer des Brautpaares. Da er auch kunstvoll eingerichtet wurde, ist anzunehmen, dass er auch gerne hergezeigt wurde. Das Inventar des Schranks sollte nur in Notzeiten benutzt werden. So haben sich viele Brautkästen lange Zeit erhalten, manche sogar bis auf den heutigen Tag.
Angaben zum Objekt
Typ
Möbel
Abmessung/Umfang
189 x 145 x 61,5 cm
Material/Technik
Gefasstes Holz, Eisen, Leinen, Hanf, Glas, Wachs
Identifikator
Inv.-Nr. 01216
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vielleicht Johann Baptist Böheim (1752-1838) Altbestand
Zeit
1778
Brautschrank
Wohl ausgestattet in die Ehe
Informationen über die verwendeten Medien
Stuhluhr
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Unter den Stuhluhren, welche das Museum bewahrt, ist das Exemplar mit gotischen Anklängen wohl die Älteste.
Uhren wurden seit dem 13. Jahrhundert bis etwa 1640 in der vorliegenden Form hergestellt. Es ist dies eine Prismenbauweise mit vier Eckpfeilern mit Langbändern an den schräg gestellten Ecken, die oben in Form von Fialen enden. Auf den Fialen jeweils Kugeln. Die obere Querhalterung ist in der Art eines Zinnenkranzes geritzt. Das Uhrwerk ist nach drei Seiten offen sichtbar, nur auf der Vorderseite befindet sich eine Metallplatte. Hier ist das Ziffernblatt aufgemalt. Das oberste Viertel des Uhrenschildes trägt das Auge Gottes in der Form eines gelben Dreieckes, von dem weiße Strahlen ausgehen und umgeben von Wolken. Der Hauptbereich wird vom Ziffernblatt mit seinen römischen Ziffern eingenommen. In der Mitte des Ziffernblattes befindet sich eine runde Öffnung für ein weiteres Ziffernblatt mit arabischen Zahlen. Dieses Ziffernblatt hat einen Zahnkranz und einen weiteren Zeiger. Unten abgeschlossen wird die Metallplatte mit einer Reihe von gotischen Lilien, die teilweise abgebrochen sind. Vor dem Uhrenblatt hängt der Pendel, seitlich steht ein Hebel für das Schlagwerk heraus. Die Glocke befindet sich wirkungsvoll oberhalb des eigentlichen Stuhles in einem kuppelartigen Aufbau.
Angaben zum Objekt
Typ
Uhren
Abmessung/Umfang
43 x 25,5 x 22 cm
Material/Technik
Eisen, teilweise bemalt
Identifikator
Inv.-Nr. 00078
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
16. Jahrhundert
Ort
Süddeutschland
Uhren
Die Uhrensammlung des Heimatmuseums weist die Besonderheit auf, dass sie mit Werken des Großuhrmachers Johann Mannhardt aufwarten kann. Von München aus wurde er weltbekannt, hatte aber zuvor in Miesbach gearbeitet.
Insgesamt umfasst die Uhrensammlung Stücke aus einem knappen halben Jahrtausend. Damit kann anhand wichtiger Stücke die Entwicklung bis in die Gegenwart gezeigt werden.
Informationen über die verwendeten Medien
Stuhluhr
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Unter den Stuhluhren, welche das Museum bewahrt, ist das Exemplar mit gotischen Anklängen wohl die Älteste.
Uhren wurden seit dem 13. Jahrhundert bis etwa 1640 in der vorliegenden Form hergestellt. Es ist dies eine Prismenbauweise mit vier Eckpfeilern mit Langbändern an den schräg gestellten Ecken, die oben in Form von Fialen enden. Auf den Fialen jeweils Kugeln. Die obere Querhalterung ist in der Art eines Zinnenkranzes geritzt. Das Uhrwerk ist nach drei Seiten offen sichtbar, nur auf der Vorderseite befindet sich eine Metallplatte. Hier ist das Ziffernblatt aufgemalt. Das oberste Viertel des Uhrenschildes trägt das Auge Gottes in der Form eines gelben Dreieckes, von dem weiße Strahlen ausgehen und umgeben von Wolken. Der Hauptbereich wird vom Ziffernblatt mit seinen römischen Ziffern eingenommen. In der Mitte des Ziffernblattes befindet sich eine runde Öffnung für ein weiteres Ziffernblatt mit arabischen Zahlen. Dieses Ziffernblatt hat einen Zahnkranz und einen weiteren Zeiger. Unten abgeschlossen wird die Metallplatte mit einer Reihe von gotischen Lilien, die teilweise abgebrochen sind. Vor dem Uhrenblatt hängt der Pendel, seitlich steht ein Hebel für das Schlagwerk heraus. Die Glocke befindet sich wirkungsvoll oberhalb des eigentlichen Stuhles in einem kuppelartigen Aufbau.
Angaben zum Objekt
Typ
Uhren
Abmessung/Umfang
43 x 25,5 x 22 cm
Material/Technik
Eisen, teilweise bemalt
Identifikator
Inv.-Nr. 00078
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
16. Jahrhundert
Ort
Süddeutschland
Stuhluhr
Die Uhr als Zierde des Hauses
Informationen über die verwendeten Medien
Turmuhr aus Müller am Baum
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das Uhrwerk der Turmuhr aus der Papierfabrik in Müller am Baum stammt aus der von Johann Mannhardt gegründeten Münchner Uhrenfabrik. Mannhardt stammte aus der Nähe von Gmund und erlernte in Miesbach sein Handwerk. Hier wurde sein Talent auch entdeckt und von hier wagte er den Sprung nach München.
Die Uhr steht in einem hochrechteckigen Holzkasten, der oben rundum Fenster hat. Eine Längsseite des Kastens ist mit einer Tür zu öffnen. Nur noch auf dieser Seite ist eine alte Glasscheibe vorhanden. Das Uhrwerk selbst ist auf Querbalken in Höhe der Fenster aufgesetzt. Das Ziffernblatt ist auf die Längsseite mit der Tür ausgerichtet. Das Uhrwerk selbst besteht überwiegend aus Eisen mit Messingergänzungen. Rechts unten befindet sich das Firmenschild des Herstellers, datiert auf 1910 und mit der Serien-Nr. 2415. Das Uhrwerk kann durch drei Ausnehmungen im Kasten aufgezogen werden. Die teilweise in Sütterlin angebrachten handschriftlichen Kürzel beim darüber liegenden Rahmen beziehen sich wohl darauf. Von links nach rechts sind zu lesen: „Std.“ (Stunde), „Gw.“ (Gewicht), „1/4 Schlg“ (Viertelstundenschlag). Vom Uhrwerk hängen noch der Pendel und die Gewichte nach unten. In die Gegenrichtung gehen Stangen ab, welche für die Verbindung zum großen Ziffernblatt herstellten. Dieses war außen am Hauptgebäude der Papierfabrik angebracht. Als das Uhrwerk 1982 abgebaut wurde, war es schon nicht mehr funktionsfähig. Bevor Uhren allgemein leicht verfügbar wurden, waren Großuhren in Fabrikgebäuden sehr wichtig. Die Arbeitszeiten konnten so besser eingehalten werden, die Produktion damit gesteigert werden. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts verloren diese Großuhren an Bedeutung und wurden zunehmend vernachlässigt. Nur an Kirchtürmen sind sie heute noch durchweg zu finden, hier wurden die alten mechanischen Werke allerdings auf elektrische umgestellt. An der Innenseite der Kastentür haben sich etwa im Zeitraum 1943 bis 1960 Personen mit ihren Namen verewigt, vermutlich alles Mitarbeiter der Papierfabrik. Diese war im 20. Jahrhundert zeitweise einer der größten Arbeitgeber des Landkreises. Mit der Gründung der Papierfabrik im Jahr 1870 hatte sich Müller am Baum, ehemals eine einfache Mühle und bis 1734 Grenzposten der Grafschaft Hohenwaldeck, zu einer größeren Ansiedlung entwickelt. Der oberhalb liegende Stadtteil Wachlehen entstand etwa als Werkssiedlung. 2000 erfolgte die Schließung der Papierfabrik Müller am Baum.
Angaben zum Objekt
Typ
Uhren
Abmessung/Umfang
170,5 (189,1) x 69,5 x 48 cm
Material/Technik
Holz, Eisen, Messing, Glas und Emaille
Identifikator
Inv.-Nr. 01170
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Fa. Johann Mannhardt, München Schenkung 1982
Zeit
1910
Turmuhr aus der Papierfabrik Müller am Baum
Zeiterfassung zur Produktionssteigerung
Musik
Die kleinste Sammlung des Heimatmuseums umfasst den Bereich der Musik.
Das Miesbacher Oberland hat eine musikalisch spannende Geschichte zu erzählen: man denke nur an die berühmten Volkssänger wie den Kiem Pauli, Sepp Sontheim oder Uschi Gschwendtner – auf dem klassischen Sektor ist heute das Freie Landestheater Bayern vorrangig zu nennen.
Vielleicht weil diese Traditionen noch immer sehr lebhaft gepflegt werden, haben bisher nur wenige Stücke ihren Weg in das Heimatmuseum gefunden.
Informationen über die verwendeten Medien
Zither mit Kasten
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Zither ist ein sehr seltenes Beispiel lokaler Instrumentenbaukunst. Hersteller war der Miesbacher Saiten-Instrumentenmacher Peter Hengler. Ansonsten sind für die älteren Zeiten so gut wie keine Instrumentenmacher in unserer Gegend bekannt.
Die Zither ist eine Konzertzither und in der sogenannten Salzburger Form gestaltet, mit einer Ausbuchtung an der dem Spieler gegenüberliegenden Seite. Sie hat fünf Griffsaiten und 27 Frei- oder Begleitsaiten. An der Unterseite drei kurze Beine mit kleinen, herausstehenden Nägeln, damit die Zither beim Spielen nicht verrutscht. Durch das Schallloch sieht man im Inneren eingeklebt den Herstellerzettel: „Peter Hengler Saiten-Instrumentenmacher Miesbach.“ Die Zither befindet sich noch in der originalen Kiste. Diese ist außen unbehandelt, während das Innere vollständig mit Leinen und einem seidenartigen Stoff ausgekleidet ist. Der Boden der Kiste in Fächer unterteilt, in der die Zither passgenau gelegt werden kann. Außerdem sind noch ein Schlüssel zum Ziehen der Saiten, ein Zitherring (Plektron) sowie etwa zehn lose Saiten, einige noch in alten Verpackungen, vorhanden. Leider befindet sich die Zither in keinem guten Zustand und ist daher nicht mehr spielbar. Hergestellt wurde die Zither vermutlich für den Agatharieder Kunstmaler Josef Stallhofer (1908-93), in dessen Besitz sie sich jahrzehntelang befand.
Angaben zum Objekt
Typ
Musikinstrument
Abmessung/Umfang
9,5 x 65,5 x 40 cm
Material/Technik
Holz, Metalle, Stoff und Papier
Identifikator
Inv.-Nr. 01387
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Peter Hengler (1865-1931) Schenkung 2010
Zeit
Vor 1931
Informationen über die verwendeten Medien
Zwei Orgelflügeltüren: König David und Hl. Cäcilia
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Orgeln gehören zu den bemerkenswertesten und ältesten Musikinstrumenten. Bemalte Bildtafeln an Orgelprospekten sind vornehmlich in der Spätgotik und der Renaissance bekannt. Zur gleichen Zeit wurden in den vielen Kirchen unserer Gegend erstmals Orgeln eingebaut. Damit sind die beiden Tafeln Erinnerungsmale dieser ersten Phase.
Die Tafeln zeigen auf ihren Vorderseiten ganzfigurige Darstellungen des Königs David und der Hl. Cäcilie. Beide gelten als Patrone der Musik. Auf den Rückseiten der Tafeln sind jeweils musizierende Engel dargestellt. David ist in seiner Würde als König dargestellt. In seinen Händen hält er eine Bogenharfe. Die Hl. Cäcilie wird analog zu David als Edelfrau dargestellt, wobei ihre Krone symbolhaft für ihr Martyrium steht, das sie erleiden musste. Daran erinnert wohl auch der schwarzgraue Schleier. Die Heilige steht an einer Orgel, auf deren Tastatur sie ihre Rechte gelegt hat. Die Engel auf den Rückseiten sitzen jeweils auf Wolken. Der Engel auf der Türe des Königs David spielt eine Gambe oder ein Cello, während der Engel auf dem zweiten Flügel eine Geige spielt. Interessant ist hier auch die Auswahl und Darstellung der Instrumente. Sie geben einen Einblick in das zeitgenössische Musikgeschehen. Laut Überlieferung stammen die Orgelflügeltüren aus der Pfarrkirche St. Agatha in Agatharied. Wann sie eine erste Orgel erhalten hat, ist unbekannt. Da das Gotteshaus 1628 erneuert wurde, kann angenommen werden, dass die Tafelbilder aus dieser Zeit stammen. Der Miesbacher Maler Michael Delle war nachweislich an der Neuausstattung beteiligt und kommt daher auch als Schöpfer der Orgelflügeltüren in Betracht.
Angaben zum Objekt
Typ
Tafelbild
Abmessung/Umfang
Je 89 x 50,5
Material/Technik
Öl auf Holz
Identifikator
Inv.-Nrn. 01037.1-2
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vielleicht Michael Delle (gest. wohl 1634) Altbestand
Zeit
Vielleicht 1628
Zwei Orgelflügeltüren: König David und Hl. Cäcilia
Was König David und die Hl. Cäcilia mit Musik zu tun haben
Informationen über die verwendeten Medien
Musikantin
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das „Musikantin“ genannte Bild erinnert daran, dass die Musikpflege im 19. Jahrhundert in großer Blüte stand. In zahlreichen Vereinen wurden Instrumentalmusik und Gesang gepflegt. Die Darstellung besticht zudem durch ihre reizende Komposition.
Darstellung einer jungen Frau, welche Zither spielt und dabei singt. Sie sitzt an einer Quelle auf einem Felsen, im Hintergrund erkennt man Miesbach und die Bergkulisse, darüber ein großes Blatt mit einem Reim. Die Frau ein Dirndlgewand mit schwarzem Mieder und auf dem Kopf ein schwarzer Stopselhut. Mit beiden Händen spielt sie die Zither. Am linken und rechten Rand wachsen dünne Bäume in die Höhe. Diese tragen ein Blatt, darauf: „Frei wie der Aar, Frisch wie der Quell, Tön' unser Lied, Mächtig und hell.“ Der hier erwähnte Aar (Adler) sitzt oben auf dem Blatt. Er bückt sich mit geöffnetem Schnabel nach unten zur Musikantin und hat die Flügel weit gespreizt. Hinter der Musikantin öffnet sich der Blick auf das etwas nebliger dargestellte Alpenpanorama mit einem weiten, gelblich-bläulich abgestuften Himmel. Im Mittelgrund liegt Miesbach, wobei lediglich unten die Pfarrkirche und darüber das Harzbergschlößl zu sehen sind. Da der Sinnspruch von der Liedertafel (gegr. 1874) benutzt wurde, könnte die Tafel zu deren 10jährigem Stiftungsfest entstanden sein. Er war einer der Vorläufer des heutigen Chor- und Orchestervereins.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
119,5 x 78 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 01315
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Alois Dirnberger(1823-1897) Kauf 1996
Zeit
1884
Musikantin
Êin Zeugnis der Volksmusikpflege
Informationen über die verwendeten Medien
Zither mit Kasten
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die Zither ist ein sehr seltenes Beispiel lokaler Instrumentenbaukunst. Hersteller war der Miesbacher Saiten-Instrumentenmacher Peter Hengler. Ansonsten sind für die älteren Zeiten so gut wie keine Instrumentenmacher in unserer Gegend bekannt.
Die Zither ist eine Konzertzither und in der sogenannten Salzburger Form gestaltet, mit einer Ausbuchtung an der dem Spieler gegenüberliegenden Seite. Sie hat fünf Griffsaiten und 27 Frei- oder Begleitsaiten. An der Unterseite drei kurze Beine mit kleinen, herausstehenden Nägeln, damit die Zither beim Spielen nicht verrutscht. Durch das Schallloch sieht man im Inneren eingeklebt den Herstellerzettel: „Peter Hengler Saiten-Instrumentenmacher Miesbach.“ Die Zither befindet sich noch in der originalen Kiste. Diese ist außen unbehandelt, während das Innere vollständig mit Leinen und einem seidenartigen Stoff ausgekleidet ist. Der Boden der Kiste in Fächer unterteilt, in der die Zither passgenau gelegt werden kann. Außerdem sind noch ein Schlüssel zum Ziehen der Saiten, ein Zitherring (Plektron) sowie etwa zehn lose Saiten, einige noch in alten Verpackungen, vorhanden. Leider befindet sich die Zither in keinem guten Zustand und ist daher nicht mehr spielbar. Hergestellt wurde die Zither vermutlich für den Agatharieder Kunstmaler Josef Stallhofer (1908-93), in dessen Besitz sie sich jahrzehntelang befand.
Angaben zum Objekt
Typ
Musikinstrument
Abmessung/Umfang
9,5 x 65,5 x 40 cm
Material/Technik
Holz, Metalle, Stoff und Papier
Identifikator
Inv.-Nr. 01387
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Peter Hengler (1865-1931) Schenkung 2010
Zeit
Vor 1931
Zither mit Kasten
Seltenes Beispiel lokalen Instrumentenbaus
Informationen über die verwendeten Medien
Schaukelpferd
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Schaukelpferde gehören in abgewandelten Formen seit ältesten Zeiten zu den bevorzugten Spielgeräten von Kindern. Das aus einer Miesbach Bürgerfamilie stammende Stück ist gerade wegen seiner starken Benutzung ein schönes Beispiel für die Begeisterung, mit der das Spielgerät lange Zeit benutzt wurde.
Die Datierung des Schaukelpferds fußt auf der Familienüberlieferung, dass schon der spätere Hutfabrikant Anton Kohlndorfer (1895-1949) als Kleinkind mit ihm spielte. Aber auch Machart und Aussehen unterstützen dies. Das eigentliche Pferd steht mit allen vier Beinen fest auf der Wippe aus Holzkufen. Das Grundgerüst des Pferdes ist vermutlich Holz, was etwa an den Nüstern, Augen und den vier Hufen erkennbar ist. Über dieses Gerüst wurde ein kurzhaariges, braun-weiß geflecktes Fell gezogen. Vielleicht handelt es sich hierbei um ein Kuhfell. Unter dem Fell zur Ausformung des Körpers Rupfen, der mit Stroh und vielleicht weiterem Material gefüllt ist. Um die Bereich, auf dem die Kinder aufsitzen können, wurde ein Textil aufgenäht, dass damit einen Sattel imitiert. Am Kamm hat das Pferd längere dunkle Haare und um den Kopf ein Ledergeschirr. Wie etwa das Fell abgerieben oder die Haare teilweise ausgerissen wurden, so sieht man auch kleinere Versuche die Schäden zu reparieren.
Angaben zum Objekt
Typ
Spielzeug
Abmessung/Umfang
76,5 x 40 x 131 cm
Material/Technik
Fell, Füllmaterial, Holz, Rupfen, Haare, Leder, Textil und Strick
Identifikator
Inv.-Nr. 02459
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung 2016
Zeit
Um 1900
Spielzeug
Unter dem Oberbegriff „Spielzeug“ wird seit neuestem der Sammlungsbestand zusammengefasst, welcher das Thema Kindheit betrifft.
Als gesellschaftshistorischem Museum sollte der Blick auch auf die frühesten Jahre eines Menschenlebens gerichtet sein. Das Heimatmuseum Miesbach hat hier einige schöne Beispiele zu bieten.
Informationen über die verwendeten Medien
August Geiger als Kleinkind
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Kinderbilder sind in früheren Zeiten sehr selten. In bürgerlichen Haushalten finden wir diese in unserer Gegend ab dem 19. Jahrhundert. Sehr schön ist dabei zu sehen, wie man das Kind auf den ersten Blick nur schlecht als Buben oder Mädchen identifizieren könnte. Außerdem könnte es sich um eines der ganz wenigen Bilder des gebürtigen Miesbachers Anton Deibl handeln, welches sich vor Ort erhalten hat.
Das kleinformatige Bild zeigt ein ganzfiguriges Porträt des August Geiger als Kleinkind. Man sieht einen pausbäckigen Knaben in einem grünen Kleid mit einem Unterrock mit weißen Spitzen, die am Kragen und am Rocksaum deutlich überstehen. Die langen Unterhosen sind ebenfalls mit Spitzen besetzt. Der grüne Hut ist mit einem Sträußchen und einer gebogenen Feder geschmückt. Am sichtbaren Ohr hat der Bube sogar einen Ohrring. An einem breiten, schwarzen Gürtel hängt eine weiß-rote Landtrommel. Die Schlegelhaltung ist schon fachmännisch. Der Miesbacher Mesnersohn August Geiger (1853-1937) dürfte auf dem Bild nur wenige Jahre alt sein. Der frühere Museumskurator Fritz Gloetzl hatte das Bild Alois Dirnberger zugeordnet. Da wir von Dirnberger ansonsten keine Kinderbilder kennen, könnte auch Anton Deibl als Bildautor in Frage kommen. Er ist bekannt für dieses Genre. Er stammte aus Miesbach und studierte bereits ab 1848 an der Münchner Kunstakademie. Deibls Mutter Walburga, geb. Waitzinger, war eine Urgroßtante des Malers Christian Schad.
Angaben zum Objekt
Typ
Tafelbild
Abmessung/Umfang
29,5 x 24 cm
Material/Technik
Öl auf Holz
Identifikator
Inv.-Nr. 00646
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Vielleicht Alois Dirnberger (1823-1897) oder Anton Deibl (1833-1883) Altbestand
Zeit
Um 1855
August Geiger als Kleinkind
Das spielende Kind als Bildmotiv
Informationen über die verwendeten Medien
Schaukelpferd
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Schaukelpferde gehören in abgewandelten Formen seit ältesten Zeiten zu den bevorzugten Spielgeräten von Kindern. Das aus einer Miesbach Bürgerfamilie stammende Stück ist gerade wegen seiner starken Benutzung ein schönes Beispiel für die Begeisterung, mit der das Spielgerät lange Zeit benutzt wurde.
Die Datierung des Schaukelpferds fußt auf der Familienüberlieferung, dass schon der spätere Hutfabrikant Anton Kohlndorfer (1895-1949) als Kleinkind mit ihm spielte. Aber auch Machart und Aussehen unterstützen dies. Das eigentliche Pferd steht mit allen vier Beinen fest auf der Wippe aus Holzkufen. Das Grundgerüst des Pferdes ist vermutlich Holz, was etwa an den Nüstern, Augen und den vier Hufen erkennbar ist. Über dieses Gerüst wurde ein kurzhaariges, braun-weiß geflecktes Fell gezogen. Vielleicht handelt es sich hierbei um ein Kuhfell. Unter dem Fell zur Ausformung des Körpers Rupfen, der mit Stroh und vielleicht weiterem Material gefüllt ist. Um die Bereich, auf dem die Kinder aufsitzen können, wurde ein Textil aufgenäht, dass damit einen Sattel imitiert. Am Kamm hat das Pferd längere dunkle Haare und um den Kopf ein Ledergeschirr. Wie etwa das Fell abgerieben oder die Haare teilweise ausgerissen wurden, so sieht man auch kleinere Versuche die Schäden zu reparieren.
Angaben zum Objekt
Typ
Spielzeug
Abmessung/Umfang
76,5 x 40 x 131 cm
Material/Technik
Fell, Füllmaterial, Holz, Rupfen, Haare, Leder, Textil und Strick
Identifikator
Inv.-Nr. 02459
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung 2016
Zeit
Um 1900
Schaukelpferd
Zeuge großer Spielfreude
Sport
Der junge Sammlungsbereich Sport erhält zunehmend größere Bedeutung.
Denn erst das 19. Jahrhundert kennt den Begriff des Sports. Doch schon das Schützenwesen kann unter heutigen Gesichtspunkten als Sport verstanden werden. Die 1748 gegründete Feuerschützengesellschaft ist zugleich Miesbachs ältester Verein.
Erst gegen Ende des 19. und schließlich im 20. Jahrhundert wurde Sport zum Massenphänomen, der er heute noch ist.
Informationen über die verwendeten Medien
Sog. Spaß- oder Gaudifahrrad
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das im Heimatmuseum befindliche Rad hat man vermutlich für eine unterhaltsame Veranstaltung gebaut. Um 1900 gab es recht ausgiebig gefeierte Faschingsvergnügungen in Miesbach. Auch maskierte Ski- oder Rodelvergnügen sind überliefert. Die damals modernen Sportvergnügungen waren also bereits Teil der Faschingskultur geworden.
Ein Zeugnis für die in vielfacher Hinsicht recht lebhafte Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ist das im Heimatmuseum vorhandene Holzfahrrad. Es ist ein sog. Spaß- oder Gaudifahrrad. Es hat die Größe eines handelsüblichen Fahrrads der Zeit und entspricht damit dem damaligen Typ des Niederrads. Allerdings besteht es zu großen Teilen aus Holz und hätte damit nicht dauerhaft genutzt werden können. So würden die Holzspeichen der Räder keiner größeren Belastung standhalten. Dazu kommt die ungewöhnliche Zusammenstellung der Bauteile: so verbindet wie bei den Laufrädern der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts lediglich eine obere, massive Längsstange Vorder- und Hinterrad. Auch der schlichte Lenker gehört in diese Zeit. Dagegen haben die Räder bereits einen für eine Draisine zu großen Durchmesser. Lediglich die Zahl der Speichen (jeweils 12) verweist wieder auf die ältesten Zweiräder. Zwei wichtige Elemente sind allerdings bereits unbestreitbare Zeugnisse der Moderne: Das Kettengetriebe und der Fahrradsattel. Kettengetriebe mit Pedalantrieb wurden erst ab 1878 standardmäßig bei Fahrrädern verwendet. Auch der bequeme Sattel mit Lederfläche und Federung entspricht dieser Entwicklungsstufe. Damals begann der Siegeszug des Fahrrads als Verkehrsmittel. Er setzte sich nach und nach in allen Bevölkerungsgruppen durch. Zwar war schon 1886 das Automobil erfunden worden, doch nachdem es erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Massenprodukt wurde, war das Fahrrad noch viele Jahrzehnte das entscheidende Fortbewegungsmittel des Individualverkehrs.
Angaben zum Objekt
Typ
Sportgerät
Abmessung/Umfang
106 x 77,5 x 177 cm
Material/Technik
Holz, Eisen und Leder
Identifikator
Inv.-Nr. 02995
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
Um 1900
Informationen über die verwendeten Medien
Sog. Spaß- oder Gaudifahrrad
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Das im Heimatmuseum befindliche Rad hat man vermutlich für eine unterhaltsame Veranstaltung gebaut. Um 1900 gab es recht ausgiebig gefeierte Faschingsvergnügungen in Miesbach. Auch maskierte Ski- oder Rodelvergnügen sind überliefert. Die damals modernen Sportvergnügungen waren also bereits Teil der Faschingskultur geworden.
Ein Zeugnis für die in vielfacher Hinsicht recht lebhafte Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ist das im Heimatmuseum vorhandene Holzfahrrad. Es ist ein sog. Spaß- oder Gaudifahrrad. Es hat die Größe eines handelsüblichen Fahrrads der Zeit und entspricht damit dem damaligen Typ des Niederrads. Allerdings besteht es zu großen Teilen aus Holz und hätte damit nicht dauerhaft genutzt werden können. So würden die Holzspeichen der Räder keiner größeren Belastung standhalten. Dazu kommt die ungewöhnliche Zusammenstellung der Bauteile: so verbindet wie bei den Laufrädern der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts lediglich eine obere, massive Längsstange Vorder- und Hinterrad. Auch der schlichte Lenker gehört in diese Zeit. Dagegen haben die Räder bereits einen für eine Draisine zu großen Durchmesser. Lediglich die Zahl der Speichen (jeweils 12) verweist wieder auf die ältesten Zweiräder. Zwei wichtige Elemente sind allerdings bereits unbestreitbare Zeugnisse der Moderne: Das Kettengetriebe und der Fahrradsattel. Kettengetriebe mit Pedalantrieb wurden erst ab 1878 standardmäßig bei Fahrrädern verwendet. Auch der bequeme Sattel mit Lederfläche und Federung entspricht dieser Entwicklungsstufe. Damals begann der Siegeszug des Fahrrads als Verkehrsmittel. Er setzte sich nach und nach in allen Bevölkerungsgruppen durch. Zwar war schon 1886 das Automobil erfunden worden, doch nachdem es erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Massenprodukt wurde, war das Fahrrad noch viele Jahrzehnte das entscheidende Fortbewegungsmittel des Individualverkehrs.
Angaben zum Objekt
Typ
Sportgerät
Abmessung/Umfang
106 x 77,5 x 177 cm
Material/Technik
Holz, Eisen und Leder
Identifikator
Inv.-Nr. 02995
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Altbestand
Zeit
Um 1900
Sog. Spaß- oder Gaudifahrrad
Sport, Fasching und Individualverkehr
Informationen über die verwendeten Medien
Ein Paar Schlittschuhe
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Eislaufen gehört schon seit dem Mittelalter zu den beliebten Sportvergnügen im Winter. Die Schlittschuhe sind dabei eine der ältesten Modelle, die man in der Gegend findet.
Ein Paar altertümliche Schlittschuhe, wie sie noch bis in das 19. Jahrhundert in Gebrauch waren. Man befestigte sie an den Straßenschuhen, die man also im Gegensatz zu heute anbehielt. Die Kufen der beiden Schlittschuhe befinden sich an der Unterseite von Holzsohlen, an der sie mit Schrauben und Nägel befestigt sind. Die Spitze schwingt nach oben und endet mit einem kleinen Aufsatz. Die Sohle ist schmal und hat an der Ferse eine Metallhalterung für die eigentlichen Schuhe. Da im Alltag kaum breite Schuhe oder feste Stiefel getragen wurden wie heute, waren die schmalen Sohlen ausreichend. Die Ferse und der Rist werden noch jeweils mit Lederbändern gehalten. An einem Schlittschuh dazu noch ein wohl nachträglich angebrachter Strick vorhanden, der die Befestigung andeutet.
Angaben zum Objekt
Typ
Sportgerät
Abmessung/Umfang
Je 11,5 x 6 x 39 cm
Material/Technik
Holz, Eisen, Leder und Strick
Identifikator
Inv.-Nr. 01523
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung 2014
Zeit
19. Jahrhundert
Ein Paar Schlittschuhe
Aus der Frühzeit des Wintersports
Informationen über die verwendeten Medien
Olympische Fackel
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Die XX. Sommerolympiade von 1972 in München ist bis heute eines der herausragendsten Sportereignisse Bayerns. Die olympische Flamme wurde vor ihrem Eintreffen im Münchner Olympiastadion auch durch unseren Landkreis getragen. Der metallene Träger wurde dabei von mehreren örtlichen Sportlergruppen abwechselnd transportiert. Auch Miesbacher waren dabei beteiligt.
Die Fackel besteht aus Kruppstahl und ist im Kern ein Rohr mit einem Durchmesser von 3,7 cm. Das Rohr ist unten mit einem Verschluss abgedeckt und oben offen. Auf dem Verschluss das bekannte Krupp’sche Firmenlogo der drei Ringe. Von unten wurde die Gaskartusche eingefügt und im Innern angeschraubt. Im oberen Bereich trat das Gas aus, durch welches die Flamme befeuert wurde. Der Mittelbereich des Rohrs ist nicht einsehbar. Außen ist eine Haltehilfe angebracht, die leicht konkav nach unten geht. Auf deren flachen Oberseite das Logo der Münchner Olympiade, entworfen von Coordt von Mannstein. Es stellt einen von einer Spirale überlagerten Strahlenkranz dar. Im unteren Bereich noch zwei Inschriften „München 1972“ und „Spiele der XX. Olympiade“.
Angaben zum Objekt
Typ
Leuchte
Abmessung/Umfang
72,5 x 21,5 Ø cm
Material/Technik
Stahl
Identifikator
Inv.-Nr. 01514
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Fa. Krupp Schenkung 2014
Zeit
1972
Olympische Fackel
Olympische Begeisterung in Oberbayern
Informationen über die verwendeten Medien
Büste eines Haberermeisters,
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Eine Besonderheit ist die bemalte Holzbüste eines Haberermeisters aus der Zeit um 1900. Es ist mit seiner Inschrift als Erinnerungsstück an die sog. Habererschlacht deklariert. Offenbar wurde die Büste aber auch in einer Schießbude verwendet.
Der lebensgroße Kopf besteht aus Holz und ist lebensecht gefasst. Er steht auf einem Sockel und hat einen auffallend länglichen Kopf. Die Physiognomie ist wie bei einer Karikatur etwas überzeichnet, etwa die Mundpartie mit dem Schnauzbart und die roten Backen. Vorne auf dem Sockel besagt die Inschrift: „Haberermeister, gefallen beim Treiben auf der Baderrise in der Nacht v. 7 - 8 Okt. 1893.“ Gemeint ist damit die sog. Habererschlacht auf dem heutigen Kreuzberg in Miesbach, bei der die Polizei mit einem Großaufgebot gegen die Haberer vorging. Dabei kam allerdings nachweislich keine Person zu Tode. Allerdings wurde dem sog. alten Habererwesen, das als Landfriedensbruch gedeutet werden konnte, ein Ende bereitet. Die Büste erinnert an zeitgenössische Schießbudenfiguren – worauf auch die Schäden am Hinterkopf hindeuten könnten. Entweder konnte der Kopf im Ganzen umgeschossen werden, oder man hatte einen Hut herunterzuschießen. Die deutliche Schadenstelle am Hinterkopf könnte für die erste Variante sprechen. Für die zweite Möglichkeit würde sprechen, dass sich nachweislich früher immer ein echter Hut auf der Büste befand. Ein Loch auf der Oberseite des Kopfes könnte hier in einem Zusammenhang stehen. Ähnlich beliebt waren in dieser Zeit aber auch Köpfe in den Panoptiken, welche mit den Jahrmärkten über Land zogen. Gezeigt wurden Berühmtheiten, kuriose Erscheinungen oder Verbrecher – oder was das Publikum gerade sehen wollte.
Angaben zum Objekt
Typ
Skulptur
Abmessung/Umfang
39,5 x 17 x 18,5 cm
Material/Technik
Holz, gefasst
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00033
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung vor 1955
Zeit
Um 1900
Haberfeldtreiben
Das Heimatmuseum Miesbach besitzt wohl die einzig nennenswerte Sammlung zum Habererwesen mit zudem außergewöhnlichen Exponaten.
Dieser archaische und an Selbstjustiz grenzende Rügebrauch war spätestens seit der Zeit um 1700 im Gebiet zwischen München und Alpen sowie Chiemsee und Pfaffenwinkel verbreitet. Nach der sog. Habererschlacht 1893 bei Miesbach wurde dieses Ritual unterbunden.
Informationen über die verwendeten Medien
Haberfeldtreiben am Stadlberg bei Miesbach
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Vielleicht eine der wenigen authentischen Abbildungen eines Haberfeldtreibens, da man annimmt, dass der Künstler selbst Mitglied der Haberer gewesen sei. Dagegen sind fast alle anderen Bilder, die man aus dieser Zeit kennt, von ortsfremden Künstlern geschaffen worden.
Das Bild zeigt den Höhepunkt eines Haberfeldtreibens. Es ist der Moment, wenn der Haberermeister, umringt von den anderen Haberern, dem Getriebenen dessen (angebliche) Verfehlungen vorliest. Der Haberermeister steht auf einem erhöhten Standort auf der rechten Bildhälfte und zudem herausgehoben auf einem Schubkarren. Die ihn umgebende Haberergruppe hält verschiedene Musikinstrumente und lärmende Gerätschaften (z.B. Ratschen), manche artikulieren sich auch nur laut. Im Umkreis um diese Gruppe bewaffnete Schützen, die gerade abgefeuert haben. In diesem Kreis vorne rechts auch eine in Teufelsgestalt maskierte Person. Am oberen Hügelrand sieht man weitere Schützen, die als Wachtposten dienen. Die Aufmerksamkeit der Haberer ist auf den Hof am linken Bildrand gerichtet. Dieser ist ein älterer Holzblockbau mit Legschindeldach, das mit Steinen beschwert ist. Auf der Laube steht ein Mann mit weißem Nachthemd und Zipfelmütze, der den Haberern eine lange Nase zieht. Dem Mann gilt das Treiben. Im Mittelgrund sieht man einen Bauernhof, in damals modernerer Bauweise. Hinter diesem Hof steigt das Gelände weiter an. Die dramatische Szenerie wird durch die Gestaltung des Nachthimmels unterstrichen. Dr. Otto Böhm, der das Gemälde dem Heimatmuseum stiftete, war ein Enkel des Augustin Waitzinger (1833-1874), Gutsbesitzer des Floigerhofs auf dem Stadlberg. Dieser hatte das Gemälde in Auftrag gegeben. Dr. Böhm wusste noch zu berichten, dass hierbei ein Haberfeldtreiben beim Floigerhof auf dem Stadlberg dargestellt sei.
Angaben zum Objekt
Typ
Ölgemälde
Abmessung/Umfang
59,5 x 75 cm
Material/Technik
Öl auf Leinwand, mit Rahmen
Identifikator
Inv.-Nr. 00042
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Alois Dirnberger (1823-1897) Schenkung 1973
Zeit
1872
Haberfeldtreiben am Stadlberg bei Miesbach
Ein Augenzeuge zeigt uns das Spektakel
Informationen über die verwendeten Medien
Büste eines Haberermeisters,
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Beschreibung
Eine Besonderheit ist die bemalte Holzbüste eines Haberermeisters aus der Zeit um 1900. Es ist mit seiner Inschrift als Erinnerungsstück an die sog. Habererschlacht deklariert. Offenbar wurde die Büste aber auch in einer Schießbude verwendet.
Der lebensgroße Kopf besteht aus Holz und ist lebensecht gefasst. Er steht auf einem Sockel und hat einen auffallend länglichen Kopf. Die Physiognomie ist wie bei einer Karikatur etwas überzeichnet, etwa die Mundpartie mit dem Schnauzbart und die roten Backen. Vorne auf dem Sockel besagt die Inschrift: „Haberermeister, gefallen beim Treiben auf der Baderrise in der Nacht v. 7 - 8 Okt. 1893.“ Gemeint ist damit die sog. Habererschlacht auf dem heutigen Kreuzberg in Miesbach, bei der die Polizei mit einem Großaufgebot gegen die Haberer vorging. Dabei kam allerdings nachweislich keine Person zu Tode. Allerdings wurde dem sog. alten Habererwesen, das als Landfriedensbruch gedeutet werden konnte, ein Ende bereitet. Die Büste erinnert an zeitgenössische Schießbudenfiguren – worauf auch die Schäden am Hinterkopf hindeuten könnten. Entweder konnte der Kopf im Ganzen umgeschossen werden, oder man hatte einen Hut herunterzuschießen. Die deutliche Schadenstelle am Hinterkopf könnte für die erste Variante sprechen. Für die zweite Möglichkeit würde sprechen, dass sich nachweislich früher immer ein echter Hut auf der Büste befand. Ein Loch auf der Oberseite des Kopfes könnte hier in einem Zusammenhang stehen. Ähnlich beliebt waren in dieser Zeit aber auch Köpfe in den Panoptiken, welche mit den Jahrmärkten über Land zogen. Gezeigt wurden Berühmtheiten, kuriose Erscheinungen oder Verbrecher – oder was das Publikum gerade sehen wollte.
Angaben zum Objekt
Typ
Skulptur
Abmessung/Umfang
39,5 x 17 x 18,5 cm
Material/Technik
Holz, gefasst
Sprache
Deutsch
Identifikator
Inv.-Nr. 00033
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Schenkung vor 1955
Zeit
Um 1900
Büste eines Haberermeisters
Ehrenvolle Erinnerung oder Schießbudenfigur?
Geschichte des Miesbacher Heimatmuseums
Zeitgeschichte und
eine kräftige Zugabe an lokaler Eigenart
erwarten Sie.
Hereinspaziert!
Informationen über die verwendeten Medien
Übernahme der Stiftung Stoib durch die Heimatfreunde, 1951
Das Museum auf Beutefahrt
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Stadtarchiv Miesbach
Angaben zum Objekt
Typ
Fotografie
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1951
Informationen über die verwendeten Medien
Die „Lokalhistorische Ausstellung“ des Jahres 1906 war der Auftakt zur Etablierung des Museums
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Angaben zum Objekt
Typ
Broschüre
Sprache
Deutsch
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1906
Ein hoffnungsvoller Start
Das Museum wird gegründet
Eine Sammlung ortsgeschichtlich wertvoller Gegenstände in Miesbach wird erstmals im Jahre 1878 im damaligen Gemeindehaus erwähnt.
Nach der Jahrhundertwende entstand die Idee dafür ein regelrechtes Museum zu schaffen:
Engagierte Bürger hoben am 18. März 1906 den „Verein Historisches Bezirksmuseum Miesbach“ aus der Taufe. Das Museum sollte für den gesamten Bezirk Miesbach (heutiger Landkreis) zuständig sein.
Zunächst veranstalte man im Sommer eine Probeausstellung. Denn das Museum sollte gerade für die Touristen ein zusätzliches Angebot sein.
Da diese erste „Lokalhistorische Ausstellung“ erfolgreich verlief, eröffnete der Museumsverein im Februar 1907 das Museum im Berghoferhaus an der Tölzer Straße.
Schon 1911 musste das Museum erstmals umziehen. Es fand eine neue Bleibe im Zeichensaal des Alten Schulhauses in der Kirchgasse.
[Der] Verein Historisches Bezirksmuseum in Miesbach […] hat innerhalb weniger Jahre ein Museum in Miesbach errichtet, in dem er mit wesentlichen Opfern künstlerisch und geschichtlich wertvolle Gegenstände sammelte, die dem Bezirk ohne sein Eingreifen verloren gegangen wären.
Miesbacher Anzeiger, nach 4. Februar 1911
Der Erste Weltkrieg und seine Folgen
Das Katastrophenjahr 1914 warf auch das Museum zurück.
Die Vereinsarbeit brach ein, Einnahmen gingen zurück.
Nach Kriegsende 1918 blieb die Lage angespannt.
Große Probleme bereiteten die steten Entnahmen von Leihgaben durch ihre Besitzer. Diese verkauften diese in der Folge um an Bargeld zu kommen.
Ein letztes gab schließlich die Hyperinflation von 1923, die das Vereinsvermögen vernichtete.
Der Trägerverein musste sich auflösen, das Museum ging satzungsgemäß in den Besitz der Stadt Miesbach über.
Informationen über die verwendeten Medien
Eingang des Museums, 1937
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Stadtarchiv Miesbach
Angaben zum Objekt
Typ
Fotografie
Teil von
Miesbacher Anzeiger
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1937
Informationen über die verwendeten Medien
Inneres des Museums im Alten Schulhaus
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Angaben zum Objekt
Typ
Fotografie
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
o. J.
Die Stadt Miesbach übernimmt das Museum
Die Übergabe an die Stadt erfolgte am 30. Dezember 1926. Gleichzeitig wurde dem Museum der neue Name „Heimatmuseum“ gegeben.
Betreut wurde das Haus weiterhin von ehrenamtlichen Kräften. Diese nahmen auch die notwendige Neuordnung der Bestände vor.
1942 erfolgte der Verkauf des bisher städtischen Alten Schulhauses in private Hände. Damit stand der Sammlung ein weiterer Umzug bevor.
Der Neustart unter Fritz Gloetzl
Der Zweite Weltkrieg warf das Museum wiederum zurück. Nach Kriegsende fehlte es in allen Bereichen, sodass an eine Wiedereröffnung nicht zu denken war.
Rettung für das Museum kam nun durch ehrenamtliches Engagement. Die „Heimatfreunde“ erhielten 1948 die Leitung des Heimatmuseums übertragen. Als „spiritus rector“ der Gruppe wurde Fritz Gloetzl Leiter des Hauses bis zu seinem Tode 1984.
Gloetzl und seinen Mitstreitern gelang ab 1951 das Museum wieder für Besucher zu öffnen.
Informationen über die verwendeten Medien
Fritz Gloetzl mit Berufsschülern im Museum, 1959
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Stadtarchiv Miesbach
Angaben zum Objekt
Typ
Fotografie
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
1959
Informationen über die verwendeten Medien
August Erlacher: Ausschnitt aus der Chronik der Heimatfreunde, 1947
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Stadtarchiv Miesbach
Angaben zum Objekt
Typ
Aquarellierte Zeichnung
Teil von
Die Heimatfreunde Miesbach, Protokollbuch der Zusammenkünfte von 1947 bis 1967.
Material/Technik
Aquarellierte Zeichnung
Sprache
Deutsch
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
August Erlacher
Zeit
1947
Heimatfreunde
Not mach erfinderisch
Die Heimatfreunde gründeten sich am 9. Juli 1947.
Ihnen lag ein allgemeines Wiederbeleben des brachliegenden Kulturlebens in Landkreis und Stadt Miesbach am Herzen.
Gerade in der unmittelbaren Nachkriegszeit gelang es den Heimatfreunden, Kulturinteressierten ein Forum des Austausches zu bieten.
Die Heimatfreunde bestehen noch heute. Sie sind nach wie vor eine lose Vereinigung und kein eingetragener Verein
Planungen
Das Raumproblem blieb virulent, große Teile der Sammlung blieben eingelagert. Auch stand das Alte Schulhaus nur noch befristet zur Verfügung, da es schon 1942 verkauft worden war.
Um dem Museum eine neue Heimat zu geben, entschied sich der Stadtrat 1966 beim Bauprojekt Feuerhaus das Heimatmuseum im 2. Obergeschoss unterzubringen.
Mit großem Enthusiasmus und Engagement dankten es die ehrenamtlich Tätigen der Stadt.
Mit Bettelbriefen warb man um finanzielle Unterstützung unter dem Slogan „Ein Heimatmuseum braucht Mäzene.“
Die Neueinrichtung konnte schließlich zu zwei Dritteln durch Zuschüsse und Spenden finanziert werden.
Informationen über die verwendeten Medien
Eingang zur Abteilung religiöser Kunst in der Kapelle des ehem. Schlosses (Vermessungsamt)
Aus der Sammlung von
Wie darf ich das Objekt nutzen
Rechteinformation
Stadtarchiv Miesbach
Angaben zum Objekt
Typ
Fotografie
Sprache
Deutsch
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
Nach 1951
Zu den Aufgaben einer Stadtverwaltung gehört wesentlich auch die Erhaltung und Betreuung überlieferten Kulturgutes. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Einrichtung eines guten und übersichtlichen Heimatmuseums […].
Bürgermeister Rudolf Pikola, 1962
Informationen über die verwendeten Medien
Innenansicht bei der Neueröffnung
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Stadtarchiv Miesbach
Angaben zum Objekt
Typ
Fotografie
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Helmuth Linde
Zeit
1973
Das Heimatmuseum im Feuerhaus
Die Neueröffnung des Heimatmuseums im Feuerhaus konnte am 23. März 1973 gefeiert werden.
Das Museum erfüllte schnell seine erhoffte Aufgabe und wurde eine beliebte Sehenswürdigkeit.
Nachdem die drängendsten Probleme des Museums nun beseitigt waren, fehlte zuletzt nur noch eine wissenschaftliche Inventarisierung. Die Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements waren hier ausgereizt.
Als erste Fachkraft in dieser Funktion wurde 1984 Martin Fischhaber eingestellt. Er betreute Heimatmuseum und Stadtarchiv gleichermaßen.
Die Begegnung mit unserer bayerischen Kultur und Geschichte soll besonders unserer Jugend von Nutzen sein, die in einer hochtechnisierten Zivilisation die Bindungen an bayerische Tradition und kulturelles Erbe zu verlieren droht.
Bürgermeister Hans Schuhbeck und Fritz Gloetzl, 1971
Neue Wege müssen beschritten werden
Das Heimatmuseum im Feuerhaus stieß im Laufe der 1980er Jahre an seine räumlichen Grenzen. Es rächte sich nun, dass man bei der Unterbringung im Feuerhaus doch nur eine Notlösung realisiert hatte.
Hinzu kam ein Aufbruch, der die Museumswelt in dieser Zeit erfasste. Das Heimatmuseum kam unter Modernisierungsdruck.
Es begann die Suche nach einem neuen Standort. Neben der Umnutzung vorhandener Altbauten war sogar einmal ein Neubau im Gespräch. Doch alle Initiativen blieben leider erfolglos.
Informationen über die verwendeten Medien
Martin Fischhaber und Bürgermeister Hans Schuhbeck, 1984
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Stadtarchiv Miesbach
Angaben zum Objekt
Typ
Fotografie
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Beteiligte Personen und Organisationen
Helmuth Linde
Zeit
1984
Können Sie sich vorstellen, daß ich ca. 100 x im Miesbacher Heimatmuseum war? Doch der Platzmangel bringt mich fast jedesmal zum weinen!
Zuschrift an die Stadt vom 9.7.1990
Informationen über die verwendeten Medien
Christian-Schad-Museumsfreunde
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Christian-Schad-Museumsfreunde
Angaben zum Objekt
Typ
Druck
Sprache
Deutsch
Christian Schad als Retter des Museums?
Das Kulturleben der Stadt Miesbach wurde mit dem 1994-97 zum Kulturzentrum umgebauten Waitzinger Keller neu ausgerichtet.
Eine der ersten Ausstellungen im Haus zeigte 1999 Werke von Christian Schad, dem berühmtesten Sohn Miesbachs. Witwe und Sohn Schads stellten damals den Nachlass des Künstlers in Aussicht.
Mit Unterstützung der Christian-Schad-Museumsfreunde wurde nun ein Museum im Alten Krankenhaus geplant. In ihm sollten Nachlass als auch Heimatmuseum einen Platz finden.
Leider wurden diese Planungen vom Stadtrat nicht mitgetragen, der Schad’sche Nachlass ging nach Aschaffenburg.
Wohin führt der Weg?
Für das Heimatmuseum begannen nun schwierige Zeiten.
Da eine Lösung des Raumproblems vorerst nicht realisierbar schien, wurde das Heimatmuseum 2005 für den Besucherverkehr geschlossen.
Eine neue Möglichkeit ergab sich wenig später mit dem ehem. Kloster der Armen Schulschwestern. Der 2010 gegründete neue Museumsverein engagierte sich hier maßgeblich.
Leider gab der Stadtrat aber nach jahrelangem Ringen 2020 dem Umbau zum Kinderhaus den Vorzug.
Der alte Standort wurde inzwischen vollständig zu einem Depot umgebaut.
Informationen über die verwendeten Medien
Schild "Museum geöffnet!"
Was wir uns wünschen
Aus der Sammlung von
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Rechteinformation
Heimatmuseum Miesbach
Angaben zum Objekt
Typ
Fotografie
Beteiligte, Orts- und Zeitangaben
Zeit
2016
Eine virtuelle Ausstellung von
Stadt Miesbach - Heimatmuseum Miesbach
Die virtuelle Ausstellung "Schätze aus dem Heimatmuseum Miesbach" basiert auf dem Buch "Museum Miesbach - Schätze im Bestand" von 2021.
Team
Alexander Langheiter, Kurator Heimatmuseum Miesbach
Amelie Knaus, Stellvertretende Leitung des Kulturamtes der Stadt Miesbach
Impressum
Stadt Miesbach
Heimatmuseum Miesbach
Rathausplatz 1
83714 Miesbach
1. Bürgermeister Dr. Gerhard Braunmiller
08025/283-78
08025/283-20
heimatmuseum [at] miesbach.de
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